Journal Montag, 26. April 2021 – Alltäglicher Alltag

Dienstag, 27. April 2021 um 6:32

Ich würde ja rumwinseln, dass dieser Corona-April endlos erscheint, aber danach kommt auch bloß ein Corona-Mai, ich müsste also durchwinseln.
(Jede Covid-19-Infektion ist eine Chance für das Virus zu mutieren – unter diesem Aspekt machen mich die Wellen in Brasilien und Indien mutlos. Die PANdemie ist erst rum, wenn sie weltweit rum ist.)

Schon auch traurig über das zweite Jahr ohne Oscarverleihung – diesmal inklusive Trauer darüber, dass ich mangels Kino das vergangene Filmjahr fast komplett verpasst habe.

Nochmal ein sonniger Frühlingstag, beim Weg in die Arbeit sah ich, wie die Bäume immer deutlicher ergrünen.

Der Sonntagssport hatte einen interessanten Muskelkater zwischen den Schulterblättern hinterlassen – ein deutlich anderer Schmerz als das Beengtheitsgefühl, das ich seit Monaten um die Muskeln des Brustkrobs habe.

Premiere Gleitsichtbrille im Büro: Ich musste mich immer wieder davon abhalten, die Brille fürs Papierlesen/Korrekturlesen abzusetzen – war jetzt nicht mehr nötig. Noch wackeln aber obere Teile des Bildschirms.

Mittags gab’s Karottensalat, als Nachmittagssnack Mohnrolle.

Wirklich warm war es weiterhin nicht (14-16 Grad), für mich waren Ledermantel und dicke Strümpfe draußen genau richtig. Ich begegnete aber mehrfach Menschen in Hochsommer-Outfits inklusive Badelatschen – anderes Temperaturempfinden.

Auf dem Heimweg machte ich einen Abstecher in den Vollcorner: Herr Kaltmamsell hatte zum Abendbrot Reiberdatschi vorgeschlagen (statt dem Kaiserschmarrn, den das Apfelkompott im Ernteanteil des Kartoffelkombinats inspiriert hatte), dafür brauchten wir mehr Bratöl.

Zu Hause eine Runde Yoga, dann Häuslichkeiten, bis es die ersten selbst gemachten Reiberdatschi unserer gemeinsamen Jahre gab – selbst habe ich noch nie welche gemacht. Sie waren sehr gut, wenn auch völlig anders als die, mit denen ich aufgewachsen bin, unter anderem wegen der enthaltenen Zwiebel, und das Apfelkompott stellte sich als gewürztes Dessert heraus (köstlich) statt dem erwarteten schlichten Mus. Das angebliche Vier-Personen-Rezept machte uns zu zweit nicht satt (zweieinhalb Reiberdatschi für jede/n), es gab noch Käse und Schokolade.

Meine persönliche Inneneinrichterin hatte vorgeschlagen, den Balkon mit einem Balkonteppich auszustatten und einen Tipp geschickt, wie das aussehen könnte (ich hatte mir mal wieder überhaupt nichts unter ihrem Vorschlag vorstellen können). So wird das vermutlich aussehen, ich bestellte gleich mal.

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@AnaMardoll macht sich auf Twitter auf die Suche nach eindeutigen Kennzeichen für weibliches Geschlecht – bei Cartoon-Figuren. Eindeutiges Ergebnis: Lidschatten.

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Gestern gelernt, auch auf Twitter: Das Spiel Verfang heißt auf Englisch game of chase – oder gibt’s da auch so viele regionale Unterschiede wie im Deutschen?

die Kaltmamsell

15 Kommentare zu „Journal Montag, 26. April 2021 – Alltäglicher Alltag“

  1. Alexandra meint:

    Unterschiedliches Temperaturempfinden: Ich sah Menschen in Schweden bei fünfzehn Grad Lufttemperatur juchzend ins Meer springen und Menschen in Spanien unter denselben Bedingungen mit Handschuhen und Schal fröstelnd den Mantel enger um sich ziehen.

    Alles sehr relativ, offenbar.

  2. lihabiboun meint:

    Jetzt hab ich aber fett was gelernt! Da absolut keine Comicleserin, noch nie gewesen, weiß ich doch jetzt über violetten Lidschatten an weiblichen Figuren Bescheid …..
    Gerne gelesen!

  3. Ulrike meint:

    Ach, das Wackeln fester Gegenstände mit Gleitsichtbrillen geht schnell vorbei, wenn Sie so konsequent bleiben. Ich hatte eine wellenförmige Tastatur.

    Und danke für das Wissen um den violetten Lidschatten.

  4. Nina meint:

    Also, die Bezeichnung Verfang hab ich für dieses Spiel wirklich noch nie gehört. Bei uns hieß das Fangsdi oder Fangermandl – 80er Jahre Kindheit in Münchner Vorort.
    Gibt aber offenbar tatsächlich einige regionale Unterschiede bei der Bezeichnung: https://www.atlas-alltagssprache.de/fangen-spiel/?child=runde

  5. lihabiboun meint:

    @Nina: Dieser Atlas ist ja großartig, danke dafür! Ich gehöre auch zur Fangermandl Liga …. Kindheit allerdings bereits 20 Jahre vor Ihnen.

  6. Berit meint:

    Team Fangen hier.

    Das mit den Lidschatten ist mir bei Kinderserien auch aufgefallen, gern wird auch ein Kussmund statt eines Strichmundes genommen

  7. kecks meint:

    Temperaturempfinden: Osterferien in Rimini, deutsche SportlerInnen im Trainingslager hüpfen in ihren Pausend juchzend ins Meer oder liegen zumindest im Bikini am Strand, außenrum und dazwischen führen fröstelnde ItalienerInnen im Wintermantel ihre Hunde aus.

  8. Gaga Nielsen meint:

    Balkonteppich hat einen ähnlichen Effekt wie ein Wohnzimmerteppich: es ist einfach gemütlicher und der Balkonteppich verträgt Regen, Schnee und was es sonst so gibt. Ich hab verschiedene Varianten auf meinen Freiluftböden. Am schnellsten trocknen die aus PVC-Gewebe, ein Regenguss und nach zwanzig Minuten Sonne ist alles wieder trocken. Die anderen, die mehr so normales Teppichgewebe haben, brauchen ein bißchen länger. Ich hab ähnliche, wie den bestellten, schönes klassisches Rautenmuster!

  9. Lempel meint:

    Das Wort „Verfang“ hatte ich bis heute noch nie gehört. Bei mir war das Anfang der 80er „Fangerles“. Interessant ist auch, wie der Bereich genannt wurde, an dem man vor dem Fänger sicher war. Das hieß bei uns „Borde“. Die österreichischen Niften nannten es „Leo“.

  10. Andrea meint:

    Hier (Niedersachsen, etwas südlich von Bremen): Fangen. Der sichere Bereich heißt bei uns „Lu“.

  11. Sanníe meint:

    Hamburg spielt Kriegen und „Tick, Du bist!“ hat es in die Alltagssprache geschafft.
    Ich dachte auch sofort an einen Teppich, als Sie Ihren schönen großen Balkon gezeigt haben. Grüße an Mutter Kaltmamsell!

  12. Sonni meint:

    Aber 2020 gab es doch Oscars. Mit Joker, und Parasite!

  13. Andrea meint:

    Wo ich gerade Sannies Kommentar lese: Ja, kriegen spielen ist der Begriff. Ist doch schon etwas länger her, dass ich das gespielt habe.

  14. Croco meint:

    Fangerles! Und ist man an der Bott, hat man dann gewonnen.
    Hier die verschiedenen Sprachen
    https://www.spreadthesign.com/de.de-to-it.it/word/1988/giocare-a-palla/

    Mein Französischlehrer sagt, das hieße jouer couchecouche, ich kann es aber nirgends finden.
    An so einem Draußenteppich mache ich schon ne Weile rum.
    Aber auf einer Terrasse fängt er vermutlich den Dreck ein. Mal sehen.

  15. Lisa meint:

    Könnte es vielleicht jouer cache-cache sein? Das wäre allerdings Versteckenspielen.

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