Journal Samstag, 10. April 2021 – Ausflug nach Pasing an die Würm

Sonntag, 11. April 2021 um 8:33

Ganz gut geschlafen, vor allem aber genoss ich das Aufwachen ohne Aktionszwang.

Nach dem Bloggen buk ich erst mal Kuchen, auf den Wunsch von Herrn Kaltmamsell („wenn mal wieder Karotten im Ernteanteil sind“) englischen Passion Cake. Das Anstrengendste am Rezept ist das Karottenraffeln (das immer nur enttäuschend wenige 150 Gramm Karotten wegbekommt – kennen Sie ein Rezept, das deutlich mehr verlangt?), ansonsten geht es ja ratzfatz.

Während der Backzeit absolvierte ich eine Runde Krafttraining von Fitnessblender, wieder rundum und ohne Probleme (außer dass ich weiterhin die Rückenschmerzen seit Weihnachten haben, die als neues Feature nicht nur die bekannten Hotspots verwachsene LWS und einklemmende HWS betreffen, sondern auch den hinteren Brustkorb).

Nach dem Duschen ging ich mit Herrn Kaltmamsell zum Corona-Schnelltest in die Sendlinger Straße; da ich ja wegen Büroarbeit doch Kontakte habe (außerdem öfter im Supermarkt bin als dringenst nötig), mache ich den jetzt sicherheitshalber wöchentlich. Der Herr an meiner Seite muss ab Montag wieder in die Schule und parallel Wechsel- (also er dabei immer vor Ort) und Distanzunterricht geben (zum Teil aus Zeitgründen von der nicht darauf ausgelegten Schule aus) und sich bitte zweimal die Woche testen lassen.

Mit ihm war ich auch zu einem Ausflug verabredet, wir wollten die angekündigte Frühlingsphase nutzen. Ich hatte einen Spaziergang an der Würm ausgesucht. Die Würm (nach der die Würm-Eiszeit benannt ist) fließt vom Starnberger See (der ja bis 1962 Würmsee hieß, ein schönes Beispiel für Standortmarketing?) bis nach Dachau. Ich hatte diesen Ausschnitt gewählt, weil er gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist und weil mich sowohl der Pasinger Stadtpark als auch die Blutenburg interessierten.

Das mit dem öffentlichen Nachverkehr war etwas unbequem: Wegen Bauarbeiten und daher reduziertem Angebot warteten wir am Stachus recht lange auf eine S-Bahn, die nicht infektionsbedrohlich voll war.

Ab Pasinger Bahnhof war das Ganze aber ein Genuss in milder Luft und hauptsächlich Sonne.

Ich entdeckte, dass es einen Wanderweg (eigentlich Radwanderweg) nach Starberg gibt, diese 20 Kilometer ab Pasing nahmen wir uns für die erste richtige Wanderung mit neuem Hüftgelenk vor.

An der Blutenburg war ich tatsächlich noch nie gewesen (Herr Kaltmamsell hatte bereits mal einen Betriebsausflug zur dortigen internationalen Jugendbibliothek unternommen).

Auch hier zogen die Gefangenen des KZs Dachau auf ihrem Todesmarsch 1945 vorbei.

Inklusive Weg vom Bahnhof (die S-Bahn hielt ganz außen an den Starnberger Gleisen) waren das dann 12 Kilometer, die ich durchaus spürte – obwohl wir dieses Mal Wasser dabei hatten und nach der halben Strecke ein Päuschen einlegten.

Daheim gab es Karottenkuchen und Tee, nach denen ich so steinmüde war, dass ich mich kurz schlafen legte, auch wenn es schon nach sechs war und Herr Kaltmamsell bereits in der Küche das Abendessen zubereitete. Ich schlief eine gute halbe Stunde tief, das hatte es wohl gebraucht.

Nämliches Abendessen war ein Cheese and Onion Pie, englischer Klassiker der alten Schule, den Herr Kaltmamsell mal ausprobieren wollte. Dazu bereitete ich aus Radiserln (Ernteanteil) und roten Paprika ein Salätchen.

Die Füllung besteht aus Zwiebeln, sehr viel Käse (klassisch ist Cheddar, hier wurde unter anderem Red Leicester verwendet), Frühlingszwiebeln, und ist sehr herzhaft. Schmeckte ok, sättigte wohlig, aber Herr Kaltmamsell war enttäuscht. Nach dem Kuchen am Nachmittag hatte ich nicht mal Lust auf Schokolade zum Dessert.

Ruhiger Abend mit Internetlesen.

die Kaltmamsell

18 Kommentare zu „Journal Samstag, 10. April 2021 – Ausflug nach Pasing an die Würm“

  1. Polly Oliver meint:

    Hallo Frau Kaltmamsell,

    Frau Novemberregen hat Mal ein Rezept für Karottenkuchen verbloggt, das ich eigentlich immer Mal ausprobieren wollte, aber irgendwie noch nicht geschafft habe: https://novemberregen.blogger.de/stories/2575573/
    Da sind auf jeden Fall mehr Karotten drin, nämlich 250g.
    Ich habe zu Ostern diesen Kuchen mit immerhin 300g Karotten gemacht: https://sallys-blog.de/saftiger-schoko-karottenkuchen-
    Allerdings in einer Springform, ich glaube 26 cm und normalem Zucker. Und 8ch würde beim nächsten Mal die Schokostreusel im Teig gegen richtige Schokolade tauschen, sonst war der Kuchen wirklich lecker.

    Viele Grüße Polly

  2. die Kaltmamsell meint:

    Vielen Dank, Polly Oliver! Ihre Springform-Zucker-Schokolade-Version werde ich beim nächsten Mal ausprobieren.

  3. Polly Oliver meint:

    Ich hoffe, er schmeckt Ihnen ebenso gut wie uns. Ich habe gerade nochmal nachgeschaut, ich habe eine 28er Springform verwendet.

  4. Lisa meint:

    Vielen Dank für den Hinweis zum Radweg Pasing-Starnberger See! Ich mache immer sehr gerne diesen Kuchen mit 260g Gelbe Rüben: https://salzkorn.blogspot.com/2018/01/dubb-sugar-heart-mischung-in.html?m=1

  5. Poupou meint:

    Hier auch 300g, dafür aber insgesamt etwas aufwändiger: https://m.bettybossi.ch/de/Rezept/ShowRezept/BB_CHCH090801_0205A-40-de

    LG
    Poupou

  6. Liv meint:

    Mein Lieblingskuchen mit immerhin 400 Gramm Karotten (in der Schweiz: „Rüebli“) ist die [url=https://media.coopzeitung.ch/files/2012/10/29/Rezept-Rueblitorte_1530349808822.pdf]Aargauer Rüeblitorte[/url]. Ist auch schnell gemacht, besonders wenn der Cutter für einen raffelt.

  7. Croco meint:

    Das Häuschen auf dem Inselchen ist aber niedlich.
    Wer da wohl wohnt?
    Und Herr Kaltmamsell darf noch auf Betriebsausflug?
    Der ist bei uns schon lange abgeschafft für die Lehrerschaft
    Was unsere vergesetzten Behörden nicht daran hindert, selbst auszufliegen.

  8. die Kaltmamsell meint:

    Danke, Poupou!

    Ist schon eine Weile her, Croco, er konnte keinerlei Informationen wiedergeben, die er damals über Burg und Bibliothek erhalten hatte.

  9. trolleira meint:

    Hier in Brasilien ist Karottenkuchen ein Standard Kuchen den es überall gibt. Und das Rezept super einfach, da kommt nämlich alles in den Mixer und man spart sich das Raspeln.
    Ich stell hier mal ein brasilianisches Rezept rein, das portugiesisch dürftest du mit deinem Spanisch gut verstehen, ansonsten ist das ja mit dem translator kein Problem. Der schokoguss ist typisch brasilianisch und sehr anders als wir den kennen. Traditionell wird er in einer Springform mit einem Rohrboden gebacken.
    https://receitas.globo.com/bolo-de-cenoura-de-liquidificador-4e80cb6a8811965be7003c43.ghtml

  10. Petra S. meint:

    Ich habe einem Tipp:
    Frau Ruth Geiersberger, die ich seit einer Veranstaltung im Hukodi kenne, hat letztes Jahr auch eine neue Hüfte bekommen und war zur Reha in Bad Wiessee. Über den Reha Aufenthalt gibt es einen Podcast auf BR2. Ich bin schon lange eine Freundin ihrer Verrichtungskunst.
    Vielleicht mögen Sie reinhören:

    https://www.br.de/mediathek/podcast/religion-die-dokumentation/und-nun-wie-sich-die-seele-erholen-kann/1822523

  11. die Kaltmamsell meint:

    Der „Liquidificador“, trolleira, entspricht vermutlich dem Brutalzerstörer, den ich aus der US-amerikanischen Küche kenne. Leider hat eine deutsche Standard-Küchenmaschine nicht diese Power – sie schafft gerade mal Erdbeeren oder Bananen, gerade mal Gazpacho, aber keine Karotten.

  12. marthe meint:

    Mir fiel spontan der Carrot Cake von Cynthia Barcomi ein. Ich finde ihn sehr lecker, allerdings hat er nur 200g Möhren. Da lässt sich bestimmt mit den anderen Zutaten
    etwas schieben. Die Kokosflocken, die auch dazugehören schmecken nicht raus.
    Ich habe das Backbuch, im Netz habe ich das Rezept hier gefunden. https://www.theninaedition.de/2016/02/carrot-cake.html

  13. Ilka meint:

    Hallo,
    Ich biete einen Möhrchen-Kokos-Kuchen, der den Schrank aufräumt. Man sollte Möhrchen und Kokos aber schon mögen. https://wasmachstdueigentlichso.wordpress.com/2020/04/09/moehrchen-kokos-kuchen-der-den-schrank-aufraeumt/
    Ansonsten Möhrchen-Nuss mit Streuseln
    https://wasmachstdueigentlichso.wordpress.com/2020/02/26/moehrchen-nusskuchen-mit-streusel/
    Viele Grüße + schönen Restsonntag
    Ilka

  14. Honigsaum meint:

    Doch, es gibt auch hier solche Brutalzerstörer, wir haben einen JTC Omniblend 5, der zerkleinert alles. Leute, die sich pflanzlich ernähren, brauchen so was :)

  15. die Kaltmamsell meint:

    … die sich pflanzlich ernähren und keine Zähne mehr haben, Honigsaum? (SCNR)

  16. Nina meint:

    Den lieb ich auch sehr! Hab ihn aber noch nie selbst gebacken, sondern bestelle ihn nur jedes Mal, wenn ich im
    Barcomis bin. Danke für den Hinweis auf das Rezept.

  17. Nina meint:

    Die Blutenburg kenne ich noch von einem Wandertag aus meiner eigenen Schulzeit. Danke für die Erinnerung. Da würde ich tatsächlich auch gern mal wieder Spazierengehen.

  18. Schlachterin meint:

    Etwas verspätet eine Schweizer Rüblitorte. Das Rezept erhielt ich in Studienzeiten vom Freund einer WG-Mitbewohnerin, der damals ein Praktikum in der Schweiz absolviert und es von seiner Vermieterin bekommen hatte. Die nervigen Mengenangaben in „Tassen“ des Originals habe ich wohl irgendwann abgewogen und dazugeschrieben (andere Kulifarbe).
    150 g Butter cremig rühren
    1 Tasse Zucker (180 g) und
    4 große Eier zugeben und schaumig rühren
    1 Tasse Mehl (125 g) mit
    1 Päckchen Backpulver vermischen und unterrühren
    2 große Tassen gemahlene Haselnüsse oder Mandeln (200 g) unterrühren
    3 Tassen geschälte, geriebene Karotten (150 g) unterrühren
    Den Teig in eine gut gefettete 26-cm-Springform füllen und 1 Stunde bei 150 Grad backen.

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