Journal Samstag, 14. August 2021 – Chiemsee mit Luxemburger Besuch

Sonntag, 15. August 2021 um 9:39

Sehr unruhiger Schlaf, der bereits kurz nach sechs vorbei war. Nach der Weinbegleitung vom Vorabend fühlte ich mich auch nicht verkaterter als sonst nach schlechter Nacht. Aber hey! Immer noch keine Rückkehr der Migräne.

Draußen weiter Hochsommer, ich bekam nach drei Wochen Pause nochmal Balkonkaffee.

Sie sehen auch die nachreifende Melone aus Kastilien, die sich ebenso wie die beiden anderen beeilen muss, da wir ja in einer Woche verreisen.

Nachdem wir in Luxemburg ein großartiges Schloss vorgeführt bekommen hatten, revanchierten wir uns mit einem großartigen bayerischen Schloss: Herrenchiemsee. Mittags trafen sich Herr Kaltmamsell und ich mit dem Luxemburger Besuch am Holzkirchner Bahnhof und nahmen einen Zug zum Chiemsee. Er war dicht besetzt, aber nicht überfüllt, kam mit nur wenig Verspätung in Prien am Chiemsee an. Wir spazierten die Gleise der Chiemseebahn entlang zur Schiffsanlegestelle und setzten mit nicht zu vielen anderen Ausflügenden über auf die Insel Herrenchiemsee. Es war gerade nicht so heiß, dass man die Sonne konsequent fliehen wollte, wir konnten gut auf einem Außendeck sitzen und den Blick über See und Insel genießen.

Kurz nach dem Anlegen mein Triumphmoment des Tages: Nach dem ersten spürbaren Mückenstich am Ellbogen kramte ich meine Sprühflasche Anti-Brumm raus. Die Begleiter und ich sprühten uns damit umfassend und reichlich ein, und so gehörten wir nicht zu den vielen Chiemseebesuchenden, die wir die Anzahl ihrer Mückenstiche vergleichen hörten, die wir wild um sich schlagen sahen, deren viele rote Quaddeln ich auf den weiteren Schifffahrten ich auf deren Beinen, Armen, Nacken sah. HA! Danke, Chemie-Industrie!

Das glich fast aus, dass ich so dumm gewesen war, nicht bereits von daheim Eintrittskarten fürs Schloss Herrenchiemsee zu besorgen: Jetzt kam Herr Kaltmamsell mit der Auskunft vom Ticketschalter, dass die Touren bereits ausgebucht waren. Also sahen wir uns lediglich auf der Insel um und bestaunten das Schloss von außen.

Der Besuch lud uns im Schlosscafé auf einen Eiscafé ein, der für das Wetter genau das richtige Frühstück war.

Gemütlicher Spaziergang zurück zum Schiffsanleger, jetzt fuhren wir rüber zur Fraueninsel.

Wir hatten Badehose und Handtuch dabei, doch nur der Besuch hatte dann tatsächlich genug Lust aufs Eintauchen in den Chiemsee. Während wir anderen beiden auf einer Bank im Schatten lungerten, zog er sich um und drehte eine Runde im Wasser. Ich machte zumindest meine Füße nass.

Wir umschlenderten das wirklich herzerfrischende Idyll der Fraueninsel. An einem der Bootshäuser blieben wir hängen, weil darin interessante Keramik angeboten wurde – und der Besuch verliebte sich in diese Vase (Linoldruck auf Ton, wurde uns erklärt). Mich faszinierten vor allem die Fischmotive der Künstlerin Iris Stoff, fast hätte auch ich nach einer Vase gegriffen – doch rechtzeitig leuchtete die innere Warnlampe “NICHT NOCH MEHR ZEUG!” auf.

Es war immer noch heiß, als wir kurz vor sechs ein Schiff zurück nach Prien nahmen, der Zug zurück nach München hatte immerhin eine funktionierende Klimaanlage.

In der Abenddämmerung verabschiedeten wir den Besuch, der am Sonntag heim fährt – auf ein Baldiges. Zu Hause zogen wir den Rollladen-Hitzeschutz hoch, aber zum Fensteröffnen war es auch um neun noch zu warm draußen. Herr Kaltmamsell bereitete das Abendessen zu, Ernteanteil-Mangold mit Orecchiette, während ich Brotteig ansetzte und uns zwei kleine Aperol Spritz eingoss. Nachtisch edle Schokolade aus Luxemburg, mit Hoffnung auf eine bessere Nacht.

die Kaltmamsell

4 Kommentare zu „Journal Samstag, 14. August 2021 – Chiemsee mit Luxemburger Besuch“

  1. Joël meint:

    Hi hi. Ich hatte auf der Kaeramikhomepage nicht so weit herumgesucht, um genau die Vase zu finden. Ich wollte sie aber nicht auspacken für ein Foto. Das mache ich wenn ich wieder in Luxemburg bin.

    Nochmals vielen vielen Dank für alles. Die paar Tage waren wunderbar!

  2. Alexandra meint:

    Ein Hoch auf “Anti-Brumm”! Irgendwann ist einfach dieser Punkt erreicht …

  3. Nina meint:

    Ja, sie ist traumhaft, die Fraueninsel, oder? Die Schifffahrt dorthin lieb ich so. Wir waren dort genau eine Woche zuvor. Und da war keine einzige Mücke unterwegs, das weiß ich als Mückenmagnet ganz sicher.

  4. Hauptschulblues meint:

    Die Insel ist wunderbar. Interessant der Friedhof. Der Kriegsverbrecher Alfred Jodl hat dort eine Grabstätte, beerdigt ist er dort nicht. Dichter und Chiemseemaler:innen sind dort bestattet.
    An der Insel geht die Zeit nicht vorbei. Alte Häuschen verschwinden, mehr Nicht-Einheimische verdrängen die Alteingesessenen. Die Mädchenschule hat geschlossen, die Klosterschwestern werden weniger, was man an den kleineren betreuten Gärten sieht. Aber die Idylle deckt das zu. H.s waren seit den 60ern dort, sie mehr, er weniger (Die Eltern hatten ihr Boot auf der Insel).
    Das Marzipan ist aber immer noch vorzüglich.

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