Journal Donnerstag, 13. Januar 2022 – Hausgerätaufstand

Freitag, 14. Januar 2022 um 6:45

Dieses Wegarbeiten-damit-kein-Nachtsorgen klappte gleich mal überhaupt nicht: In der unruhigen Nacht fielen mir noch viel mehr Probleme ein, die sich durch diverse Veränderungen in der Arbeit für meinen Job ergeben. (Oder überhaupt ergeben und für die ich mich in der Wehrlosigkeit des Halbschlafs offensichtlich zuständig fühlte.) Ich hatte zwar gleich Ideen für Lösungen oder zumindest für eine Kommunikation dieser Probleme, doch schlafen ließ mich auch das nicht.

Kurz nach fünf stand ich gerädert auf, betütelte später den angeschlagenen Herrn Kaltmamsell.

Fußweg in die Arbeit durch frostigen Nebel, Augen und Nase liefen.

Arbeit verlief gestern zum Glück in ruhigeren Bahnen. Ich lernte sehr Nützliches, lehrte hoffentlich Nützliches, konnte Kolleginnen unterstützen und sogar Dinge selbst anschieben.

Mittagessen jetzt wieder ganz normal: Pumpernickel mit Butter, zwei Tarocco-Orangen (bei Eataly mit Gold aufgewogen, doch das waren sie wert, mich betörte bereits beim Schälen ihr ganz besonderer Duft). Der Bauch verarbeitete alles nach Vorschrift.

Extra früher Feierabend, denn ich hatte schon um fünf einen Friseurtermin – diesmal zwei Wochen früher als im bisherigen Turnus, weil mir eingefallen war, dass ich mir ja auch am Anfang der Phase, in der ich den Schnitt als rausgewachsen empfand, einen neuen holen könnte. Selbst wenn der nicht eigentlich schlecht aussah.

Ich marschierte durch erste Winterabenddämmerung an den Stiglmaierplatz.

Auf der Hackerbrücke wurde auch bei Kälte gesessen.

Gründlicher Haarschnitt, ich fühlte mich wieder angenehm aufgeräumt. Auch nach Hause ging ich zu Fuß, ich hatte immer noch Bedürfnis nach Frischluft.

Beim Heimkommen sah ich auf der Straße schon von Weitem, dass die Wohnungsfenster dunkel waren. Ich machte mir umgehend Sorgen, denn Herr Kaltmamsell hätte zuhause sein müssen. Twitter-Check (die dortigen Direktnachrichten sind unser üblicher Kurznachrichtenkanal): Keine Nachricht. Vielleicht war er ja so krank, dass er schlafend im Bett lag! Doch als ich die Wohnungstür aufschloss, leuchtete er mir bereits mit seiner Handylampe entgegen: “Stromausfall!” Da ich in anderen Wohnungen im Haus Licht gesehen hatte, lag das Problem ziemlich klar bei uns. Wir räumten den Sicherungskasten leer: Die Hauptsicherung war draußen. Mit Ein- und Ausschalten der Einzelsicherungen kreisten wir den verursachenden Raum ein: Es war der, in dem der altehrwürdige Wäschetrockner stand. Und nachdem wir den ausgesteckt hatte, hielten auch alle Sicherungen. Über die Konsequenzen denken wir wannanders nach.

Aber Herr Kaltmamsell war tatsächlich weiterhin malade. Er machte sich zum Abendessen Moro-Karottensuppe, ich aß Käse und Hefezopf. Und dann reichlich Schokolade.

Früh ins Bett zum Lesen.

die Kaltmamsell

14 Kommentare zu „Journal Donnerstag, 13. Januar 2022 – Hausgerätaufstand“

  1. PaulineM meint:

    Wir (2 Personenhaushalt) kommen seit 10 Jahren bestens ohne Wäschetrockner aus. Selten bereut.

  2. die Kaltmamsell meint:

    Das interessiert mich, PaulineM: Wie trocknen Sie Bettwäsche?

  3. Beate meint:

    Ich trockne Bettwäsche (und alle andere Wäsche!) auf einem Flügelwäscheständer … ja, der nervt, weil er immer im Weg rumsteht, aber für ein weiteres Elektrogroßgerät fehlt auch der Platz.

    Im Sommer bei “Durchzug” ist die Wäsche ratz-fatz trocken!

  4. Eva meint:

    Ich werfe die Bettwäsche immer über die Türen und sehe sie beim Trocknen ja nicht, solange ich tagsüber bei der Arbeit bin. Wenn ich abends heimkomme, ist sie trocken und die Wohnung riecht gut. Und dann kann ich sie ja zusammenlegen.

  5. Croco meint:

    Ohne Trockner? Für mich wäre das eine Katastrophe.
    Zwar gibt es Garten und Terrasse, aber dann müsste ich zuhause lauern, damit kein Regentropfen die Wäsche nässt. Das habe ich hinter mir.
    Wäsche in der Wohnung zu trocknen erspart den Luftbefeuchter. Ich finde es unangenehm.
    Badezimmermatten und Bettwäsche werden hier schneller muffig als trocken.

  6. Andrea Stock meint:

    Ich brauche den Trockner auch wirklich nur für Bettwäsche, Handtücher und Baumwollunterwäsche, aber diese Sachen mag ich nicht in der Wohnung aufhängen, da stimme ich mit Frau Croco überein.

  7. Nina meint:

    Hier auch kein Trockner, klappt prima. Ich mach das mit der Bettwäsche so wie @Eva. Finde es im Winter sogar gut gegen die staubtrockene Heizungsluft.

  8. Cora meint:

    Ganz ehrlich, meine Türen haben durchaus obendrauf hin und wieder eine kleine Staubschicht, zudem sind die oberen Türkanten rau und splittern … nein, da möchte ich doch meine Wäsche nicht drüberlegen. Ganz eindeutig gehöre ich zum Team Trockner – meiner ist auch altehrwürdig und wird demnächst 21. Ich hoffe, er tut seinen Dienst noch ein paar Jährchen.

  9. Maria meint:

    Hier unser „How to Bettwäschetrocknen ohne Wäschetrockner“ (Zwei-Personen-Haushalt):
    Flügelwäscheständer. Deckenbezüge werden 1x gefaltet und 2 Stangen breit aufgehängt. Kopfkissen sind ja kein Problem. Spannbettlaken dann über die gesamte Wäscheständerlänge ziehen.
    Funktioniert wunderbar. Und: Beim Zusammenlegen sind die Deckenbezüge bereits „vorgefaltet“.

    Wir haben keinen Wäschetrockner, zu wenig Platz. Wobei, irgendwie könnte man ihn schon ins Badezimmer quetschen. Aber ich bin zu knausrig für einen Wäschetrockner.

  10. PaulineM meint:

    Wir haben 2 Wäscheständer, die tagsüber im Wohnzimmer stehen können, da wir uns da erst am Abend aufhalten. Bei Bettwäsche – Bettbezug auf die Hälfte gefaltet und über den halben Wäscheständer gelegt, Leintücher ebenso, Kopfkissenbezüge am Rand zu den Leintüchern. Nach einigen Stunden einmal umdrehen, damit die Innenseiten trocknen.

  11. Poupou meint:

    Genau so machen wir es auch.

    Liebe Grüße
    Poupou

  12. Simone meint:

    Hier trocknet die Wäsche im Sommer auf dem Ständer im Garten, ansonsten im Heizungskeller: dort ist auch immer das Fenster gekippt. In den Wohnräumen Wäschetrocknen würde ich nie wegen der Schimmelgefahr. Früher stand der Wäscheständer auf dem Balkon der damaligen Wohnung. Bettwäsche landete im Trockner, der irgendwann den Geist aufgab und auch nicht wirklich vermisst wird (außer beim Aufhängen von massenhaft Unterwäsche und Socken bei vier Personen). Dann erinnere ich mich an meine Kindheit und das Wäschewaschen mit meiner Oma – mit Zinkwannen und Waschlauge im Waschkeller – und freue mich über meine Luxusprobleme.

  13. Stedtenhopp meint:

    Hier auch ohne Trockner, mit Flügelwäscheständer. Aufhängtechnik wie bei Maria und PaulineM. Platz für den Wäscheständer ist im Wohnzimmer vorm Fenster und direkt vor der Heizung, so geht das Trocknen recht schnell, und Schimmelgefahr besteht auch nicht.

    Dass das Arrangement den Wohnraum verunhübscht, nervt mich zwar; wie gerne hätte ich entweder ein ausreichend großes Bad oder ein drittes (Arbeits-/Gäste-/ Wäscheständer-)Zimmer. Einen Trockner anzuschaffen, ist mir aber tatsächlich noch nie in den Sinn gekommen und käme mir für 1 Person überdimensioniert vor (vom fehlenden Platz mal abgesehen).

  14. Stedtenhopp meint:

    Nachtrag: Dafür ist, bei genauer Betrachtung, meine Ausstattung mit Bettwäsche-Garnituren für 1 Person überdimensioniert. ;-)

Beifall spenden: (Unterlassen Sie bitte Gesundheitstipps. Ich werde sonst sehr böse.)

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