Journal Samstag, 19. Februar 2022 – Kaltes Wandern um die Osterseen, geselliger Abend

Sonntag, 20. Februar 2022 um 9:41

Erholsame Nacht bis fast sieben – herrlich!

Während auf Twitter nördlicher deutsche Bilder vom Orkan geteilt wurden, wiegten sich die kahlen Bäume vor der Wohnung nur sanft unter gemischtwolkigem Himmel. Ich recherchierte auf allen mir bekannten Wetterseiten die Vorhersage für die Starnberger Gegend: Übereinstimmend kündigten sie für Samstag lediglich Wind an, stürmischere Stärken erst ab Sonntag. Wir wagten also eine kleine Wanderung, Herr Kaltmamsell hat nämlich an diesem Wochenende einen freien Tag zur Verfügung: Um die Osterseen von Iffeldorf nach Seeshaupt.

Schon in Wanderkleidung brachte ich noch g’schwind einen wunderschönen geschenkten Rock zur Änderungsschneiderei – und stand erst mal vor verschlossener Tür, obwohl die Öffnungszeit laut Aufschrift auf dieser Tür längst begonnen hatte. Dort stand auch eine Festnetz-Telefonnummer, die ich anrief und den sich meldenden Herrn fragte, ob er heute öffne. Er sperrte innerhalb von Minuten auf, wohnte wohl überm Laden.

Um halb zwölf nahm ich mit Herrn Kaltmamsell einen Zug nach Süden. Die Wanderung wurde nicht ganz so gemütlich, wie ich mir das vorgestellt hatte: Der Wind und die wenigen sonnigen Abschnitte machten das Wetter kälter als erwartet, ich hatte eine Schicht zu wenig an. Unter der Winter-Jogginghose, die ich erstmals zum Wandern testete (gut!) hätte ich eine Strumpfhose vertragen, Wandern wärmt dann doch nicht so sehr wie Joggen. Und unter der Wanderjacke hätte es statt Baumwollpulli über T-Shirt ein dicker Wollpulli sein dürfen. Wir legten also ein zackiges Tempo zum Aufwärmen vor und blieben deutlich seltener zum Herumschauen in der wundervollen Gegend stehen als sonst.

Pause machten wir einmal im Windschutz einer Gerätescheune stehend, um heißen Tee aus der Thermoskanne zu trinken; meine Apfelschnecke vom Rischart im Hauptbahnhof aß ich erst um drei beim Warten auf den Zug zurück in Seeshaupt. Die Strecke aber war so schön wie erwartet, wir begegneten allerdings vielen anderen Menschen beim Wandern oder Spazieren – ich mag mir nicht vorstellen, wie es hier bei wärmerem oder wirklich schönem Wetter zugeht.

Start in Iffeldorf

Erster Blick auf die Osterseen.

Neben vielen Schneeglöckchen und Märzenbechern sahen wir auch schon Leberblümchen. So sehr ich mich nach dem Ende des Winters sehne: Es müsste dringend nochmal kalt werden und eine Weile bleiben, sonst gibt es wieder eine zu frühe Obstblüte, und eine einzige Frostnacht kann die diesjährige Ernte zu weiten Teilen ausfallen lassen.

Nördlicher Teil der Osterseen von Seeshaupt aus.

Gefräßige Thujenhecke.

Seeshaupt machte einen sehr sympatischen Eindruck, doch wir kreuzten den Ort zügig, um zu unserer Bahn zurück zu kommen; auf die nächste hätten wir eine Stunde warten müssen.

Im Zug wärmte ich mich mit dem restlichen heißen Tee, daheim ließ ich mir ein heißes Bad ein. Ich pflegte und cremte mich, machte mich dann hübsch, denn Freunde hatten uns zum Abendessen eingeladen.

Mit der U-Bahn fuhren wir in den Münchner Südwesten, wo wir in wunderbarer Gesellschaft fränkisch bekocht wurden: Es gab Grießnockerlsuppe, Sauerbraten mit Serviettenknödeln und Blaukraut, Millirahmstrudel und als Abschluss Gschniddna Hosn – und zwar in der Form, wie sie die Mutter des fränkischen Gastgebers lehrt, gelernt und angewendet von seinem schwäbischen Mann.

Hauchdünner Mürbteig im Fett zusammengeschoben und rausgebacken, mit Puderzucker bestäubt – ausgesprochen köstlich, eine wirkliche Festtagsspeise. Nach Gin Tonic, Weiß- und Rotwein gab es jetzt noch Schnäpse aus Spdtirol, uns ging es wirklich gut.

Deutlich nach Mitternacht (!) nahmen wir eine U-Bahn zurück, ich war sehr froh, dass ich mich vor Aufbruch noch zum Überziehen meines Betts mit der morgens gewaschenen Bettwäsche aufgerafft hatte und nur noch reinfallen musste.

die Kaltmamsell

3 Kommentare zu „Journal Samstag, 19. Februar 2022 – Kaltes Wandern um die Osterseen, geselliger Abend“

  1. Anne meint:

    Spdtirol lieb ich. Die Merveilles auch, so heissen die bei uns. Und die Seen geh ich jetzt suchen, danke für den Schubser!

  2. julisonne meint:

    wow, sehr gut, bei uns in forchheim heißen sie uhrrädla :)
    einen guten sonntag ihnen.

  3. Croco meint:

    Die Hose kenne ich aus dem Hohenlohischen als Schneeball.
    Schmeckt ebenfalls grandios.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Schneeball_(Gebäck)

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