Journal Samstag, 7. Mai 2022 – Regensamstag mit Drinnensport und Kochen

Sonntag, 8. Mai 2022 um 8:26

Alles aus dem guten Nachtschlaf rausgeholt: Beim Aufwachen kurz nach fünf den Rollladen ganz heruntergelassen, um Nacht zu spielen, bis fast acht Uhr geschlafen. Im letzten Abschnitt träumte ich dabei höchst interessant: In einem Traum war ich Personenschützerin/Personal Assistant von Ursula von der Leyen, die mich “altklug” rügte. In einem anderen hatte ich Laurie Penny zu Besuch in München, ging mit ihr Essen, konnte aber leider nicht mit Tipps zum Nachtleben helfen. Und in einem weiteren geriet ich auf der Suche nach irgendwas in einer gotischen Kirche in einen Erstkommion-Gottesdienst und versuchte nicht zu stören. Danke, Unterbewusstsein, da war ja so richtig was geboten!

Als ich den Schlafzimmer-Rollladen hochzog, blickte ich auf regennasse Straßen. Doch der Himmel schien aufzuhellen. Ich startete Bettzeug-und-Handtücher-Waschmaschinen, bloggte über meinem Milchkaffee. Sportplan für gestern war Schwimmen im Olypmpiabad, so weit und lange mich eventuelles Frieren und Krampfen halt ließen. Doch nach Aufhängen der ersten Waschmaschinenladung setzte ernsthafter Regen ein, der laut Regenradar auch bis Mittag nicht aufhören würde. Radeln mochte ich so nicht, auf U-Bahn zum Olympiapark hatte ich auch keine Lust. Gleichzeitig konnte ich mir keinen Samstag mit ungenutzter Sportgelegenheit vorstellen.

Es wurde dann eine 90-Minuten-Folge Fitnessblender mit einmal alles. Die knappe Stunde HIIT (High Intensity Interval Training) absolvierte ich lieber in Low Impact: Ich erinnerte mich, dass mir beim ersten Durchturnen dieser Nummer vor Jahren von dem vielen Wechseln zwischen Bodenlage und Hochhüpfen schlecht geworden war. Mit nur wenig Springen hatte ich damit genauso wenig Probleme wie mit dem Hantel- und dem Rumpfteil. Inklusive zusätzlichem Warm-up, Werbepausen und Unterbrechung für Wäsche-Aufhängen (so sportlich wie möglich) kam ich auf zwei Stunden Training und war ordentlich durchgeschwitzt.

Zum Semmelholen steuerte ich den Bäcker Wünsche in der Hofstatt an – den Wünsche kenne ich seit Kindertagen aus Ingolstadt, ist heute eine Großbäckerei in Gaimersheim – mit, wie ich gerade feststelle, rühriger Unternehmenskommunikation inklusive lebendigem und abwechslungsreichen Blog.

Auf dem Weg fiel mir ein, dass mir zum abendlichen Ossobucco der passende Wein fehlte (aus der Auswahl daheim wollte mir keiner wirklich dazu gefallen), also bog ich in den Delinat-Laden in der Kreuzstraße. Der Herr darin nahm sich sehr viel Zeit mich zu beraten und mit mir fachzusimpeln, er ließ mich drei Vorschläge probieren (auf nüchternen Magen und nach zwei Stunden Sport ein echter Knaller), und so kam ich mit je einer Flasche spanischem Gewürztraminer/Muskateller Viña Llopis (den gibt’s zum nächsten Curry oder Kreuzkümmel) und südfranzösischem Chardonnay Limoux Delmas (zum Ossobuco) raus sowie einer Weinbar-Empfehlung.

Daheim gab’s angeschickert Semmelfrühstück und eine Orange. Nein, daytime drinking ist echt nichts für mich, die Wirkung des Alkohols (von drei Probierschlücken) empfand ich als unangenehm. Seit einiger Zeit mag ich ja auch unter der Woche abends keinen Alkohol – vor allem weil ich lieber klar im Kopf nach Feierabend lese, gucke, halt wahrnehme. Freitagabend, oft auch Samstag genieße ich die entspannende Wirkung, das Feiern, das Freihaben. Am liebsten, so wurde mir klar, mag ich Alkohol als Teil von Geselligkeit: Im Restaurant mit Herrn Kaltmamsell, auf Familientreffen, auf Partys – als Bestandteil von Fröhlichkeit und Spaß mit Menschen (wobei er keineswegs im Umkehrschluss Bedingung dafür ist, all das geht auch ganz wunderbar ohne Alkohol). Ganz allein hatte ich schon seit Jahren keine Lust mehr darauf: Als ich mir zuletzt allein ein Glas Wein einschenkte, war ich richtig verärgert über die Benebelung.

Gestern war ich fürs Abendessen zu ständig, ich begann um halb fünf mit den Vorbereitungen des Ossobuco (die Zutaten hatte Herr Kaltmamsell schon am Freitag eingekauft). Während es im Ofen schmorte, las ich Wochenend-Zeitung.

Aperitiv war der Rest Maibowle, zum Schmorgericht servierte ich cremige Polenta.

Für mich beruhigend: Nicht nur war alles ausgezeichnet gelungen (ich kann es also noch), sondern hatte auch Spaß gemacht. Und der Wein war nicht nur eine echte Entdeckung (leichtes Holz und Rumrosinen in der Nase, dennoch Frische), sondern passte wirklich perfekt zum Gericht, entfaltete sich in der Kombination so richtig. Es passte nur noch wenig Schokolade hinterher.

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Unser Kartoffelkombinat ist mit acht zusätzlich gepachteten Hektar Anbaufläche weiter gewachsen und kann deshalb weitere Genossenschaftler*innen aufnehmen. Vielleicht wollen Sie sich das mal anschauen und solidarische Landwirtschaft in und um München ausprobieren? Unser Ziel ist ja nicht weniger, als Einfluss auf die Versorgungs-Infrastruktur der Millionenstadt München zu nehmen.

Hier sind Basisinformationen zum Mitmachen zu finden.

Warum ist das Kartoffelkombinat keine Gemüse-Abokiste? Warum machen wir die Dinge, wie wir sie machen? Wie hat alles angefangen und wo stehen wir heute? Diese Fragen beantwortet Daniel (kurz) in einem Video und (länger) in einem Podcast.

Video und Podcast gibt es hier.

die Kaltmamsell

3 Kommentare zu „Journal Samstag, 7. Mai 2022 – Regensamstag mit Drinnensport und Kochen“

  1. Alexandra meint:

    Die zunehmende Abneigung gegen den leisesten Hauch von Rausch teile ich; inzwischen geht es bei mir so weit, dass ich mein Pils lieber alkoholfrei mag und nie mehr als ein genussvolles Glas Wein trinke.

    Früher fand ich beginnende Benebelung entspannend – heute nervt sie mich nur.

    Ich frage mich, ob der Rausch an sich eher für die Jugend ist.

  2. Frau Klugscheisser meint:

    Thema Tagtrinken:
    https://twitter.com/adrianbliss/status/1427350523724845059?s=20&t=eUSoyyNyDK0QUDCSStbOxA

  3. Frau Klugscheisser meint:

    Falscher Link
    https://www.instagram.com/p/COYauqkhWdt/?hl=de

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