Archiv für Juli 2026

Journal Freitag, 17. Juli 2026 – Im Sturmwichteln gewonnen

Samstag, 18. Juli 2026

In der Nacht war aus dem Blitzen ein heftiges Gewitter geworden. Aus dem Einschlafen schreckte mich plötzlicher Krach auf unserem Küchenbalkon: Als ich nachsah, hing die Markise samt Rollgehäuse senkrecht vorm Geländer. Herr Kaltmamsell ging hinaus in den Regensturm und sicherte das Ding wenigstens so, dass es bei Gesamt-Herabfallen hoffentlich in unserem Balkon gelandet wäre.

Morgens sahen wir: Das war die Markise der Nachbarn von oben, mir fiel auch wieder ein, dass ich sie beim Heimkommen von außen ausgerollt vor ihrem Balkon sah. Sie hatten offensichtlich vergessen sie einzuholen. Unsere Markise steckte sicher in ihrer Deckennische, aus der sie ein Sturm schlecht rausholen konnte. Wir hatten also, wie es @dentaku formulierte, im Sturmwichteln gewonnen.

Es war nochmal ein halbwegs Sommertag angekündigt, ich schlüpfte in das letzte Sommerkleidungsstück, das ich in dieser Saison noch nicht getragen hatte.

Im Büro war ordentlich was zu tun, eine Besprechung am Vormittag ergänzte das um einige weitere Jobs. Dennoch raus auf einen Mittagscappuccino im Westend, die Sonne brannte überraschend heiß.

Zu Mittag gab es Aprikosen, Nektarine, Kirschen, außerdem etwas Roggenvollkornbrot und ein Becherchen Ayran.

Während ich weitere Dinge wegarbeitete, erreichte mich die Nachricht des heimgekehrten Herrn Kaltmamsell, die Markise sei nicht mehr da, liege aber auch nicht unten. Sie war wohl über den nicht gerissenen Führungsdraht nach oben gezogen worden – also kein Klingeln bei und Benachrichtigen der Nachbarn erforderlich.

Recht pünktlicher Feierabend, direkter Weg nach Hause: Ich plante Brotbacken, den Sauerteig hatte ich Donnerstag kurz vor dem Schlafengehen angesetzt.

Während der Stockgare Auspacken und Yoga, ab Stückgare im Gärkörbchen war Wochenende, Herr Kaltmamsell rührte uns Gimlets zum Anstoßen darauf an.

Fürs Nachtmahl hatte er beim Hermannsdorfer glückliches Rind besorgt, ein ungewöhnlicher Schnitt:

“Fledermaus-Steak”, auch: “Spider-Steak”, von oberhalb der Schulter. Nun ja. Auf kleineres Nachfragen Geständnis erhalten: Es sei ein eigentlich alter Schnitt, in Österreich “Kachelfleisch” genannt.

Serviert mit gebratenem (Ernteanteil-)Fenchel und restlichem Blattsalat.

Durchaus interessant, erinnerte an Flank Steak, aber nicht unser Favorit. Noch interessanter dazu der Wein.

Schweizer Besuch hatte an Ostern einen Heida vom höchsten Rebberg Europas, Visperterminen, mitgebracht. (Ohne Direktimport kommen wir ja nicht an Schweizer Weine.) Der St. Jodern aus dem Wallis passte gut zu dem kurz gebratenen Rindfleisch und zum Fenchel. Heida ist für mich eh eine sehr erfreuliche Entdeckung.

Zum Nachtisch gab es erst Dessert-Reste von einer Veranstaltung am Donnerstagabend in der Arbeit, die eine Kollegin gerettet und zur freien Verfügung gestellt hatte: Schoko-Muffins, Apfelstrudel. Dann noch Schokolade.

Noch während der Tagesschau hatte ich das Brot aus dem Ofen geholt.

Das rustikale Bauernbrot aus dem Plötzblog (Rezept seinerzeit ausgedruckt, mittlerweile wurde es verändert) sah ok aus, Anschnitt zum Samstagsfrühstück

§

Die aus der Türkei eingewanderte Romanautorin Elif Shafak notiert für den Guardian ihre Beobachtung:
“People in Britain used to agree to disagree.
Since Brexit, they no longer dare to talk about difficult things”.

Allerdings frage ich mich bereits seit der Brexit-Kampagne vor mehr als zehn Jahren, ob mein Großbritannien-Bild bis zu dieser Zeit einfach auf Wunschdenken und Selbstbetrug bestanden hatte.

§

Interview mit der Altphilologin und Homer-Übersetzerin (ins Englische) Emily Wilson – und ich erinnere mich sehnsuchtsvoll an die Diskussionen in meinem Griechisch-Leistungskurs zurück.
“‘Wäre ich ein Mann, hätten sie weniger Probleme mit meinem Tonfall'”.

via @vicgrinberg

(Die Überschrift ist nur ein kleiner Nebenaspekt des Gesprächs, zefix.)

ZEIT: Sie treffen Entscheidungen und wägen ab, welche Pfade sie beschreiten – und welche nicht. Ist Übersetzung also ihrem Wesen nach politisch?

Wilson: Genau genommen ist »politisch« hier ein anachronistischer Ausdruck, weil diese Epen, diese Gedichte seit dem 8. Jahrhundert vor unserer Zeit entstanden sind, also bevor die Polis des antiken Griechenlands entstand, aus der wir den Begriff »politisch« beziehen.

ZEIT: … das ist ziemlich genau die Anmerkung, die man von einer Altphilologin erwarten würde.

Wilson: Aber auch so bin ich mir nicht sicher, was »politisch« für meine Tätigkeit hieße – es hängt davon ab, was man übersetzt. Die homerischen Epen sind sehr stark auf Gesellschaften und auf Menschen in Gesellschaft ausgerichtet. Sie sind zutiefst sozial. Ist es überhaupt möglich, dass das nicht auf irgendeiner Ebene auch politisch wäre?

Aaaaaah – wie ich diese fachlich fundierte Korinthenkackerei LIEBE!

ZEIT: Sie haben 15 Jahre mit ihren Übersetzungen verbracht. Was hat Sie dazu gebracht, sich so lange in diese Epen zu versenken? Was können uns solche Epen über die Urgeschichten von Krieg und menschlicher Irrfahrt heute geben?

Wilson: Unglaublich viel. Und dennoch zögere ich bei griffigen Lektionen. Wenn eine Quintessenz auf eine Kaffeetasse passt, lohnt es sich nicht, das Epos zu lesen. Stattdessen geht es um die Erfahrung des Lesens selbst.

Journal Donnerstag, 16. Juli 2026 – Eurydike und Orpheus an den Kammerspielen

Freitag, 17. Juli 2026

Mit brennenden Augen aufgewacht, die auch leicht gerötet waren: Während des Theaterabends hatte ich den Eindruck, dass Zugluft zwei Stunden lang meine Augäpfel austrocknete – das konnte doch unwahrscheinlich das Dauerfächern der Sitznachbarin gewesen sein? (Es wurde ohnehin um mich herum viel gefächert, vor allem mit dem Programmheft, dabei fand ich den Zuschauerraum wirklich nicht sehr warm.) Allerdings neige ich dazu, mir mit den Fingern in die Augen zu fassen (das lernte ich, als am Anfang der Corona-Pandemie bei noch unbekannten Übertragungswegen auch davor als möglicher Infektionsquelle gewarnt wurde): Ich mag mir irgendwas reingetappt haben, was mit dem Zugluft-Erlebnis im Theater lediglich koinzidierte.

Draußen ein frischer Sommermorgen, nach eigentlich Schauerdrohnung war recht plötzlich Regenfreiheit angekündigt. Ich wählte also ein ärmelloses Sommerkleid, schlüpfte aber für den Arbeitsweg in ein leichtes Jäckchen.

Eine Demonstration, warum der Aufbau des Oktoberfestes so viel länger dauert als der von Ihrem Volksfest: Die “Bierzelte” sind echte, mehrgeschoßige Häuser mit einzementiertem Holzgerüst.

Emsiger Arbeitsvormittag mit dem einen oder anderen Querschuss, aber gemütlich Zeit für einen Mittagscappuccino im Westend – Spaziergang unter wolkenlosem Himmel und in angenehmer Luft ohne Schwüle.

Zu Mittag gab es ein Glas milchsauer eingelegtes Blaukraut und wieder weniger Roggenvollkornbrot als geplant, weil schon satt.

Arbeiten am Nachmittag halt bis Feierabend. Nichts zu besorgen, also direkter Weg nach Hause. Dort turnte ich eine weitere neue Folge Pilates mit Gabi Fastner, ganz schön fortgeschritten (will heißen: ich machte nicht alle “und wer’s ein bisschen fordernder haben will”-Varianten mit). Auf Wiedervorlage.

Donnerstag ist Ernteanteil-Hol-Tag ist Salattag, und für den bin ich zuständig. Es gab Lollo bianco und Minigurken aus Ernteanteil mit Joghurt-Dressing sowie zugekauften Tomätchen und Eiern. Dann noch Käse mit Trauben und Nektarine, Nachtisch Schokolade.

Der Himmel wurde immer bedrohlicher düster. Lesen im Bett zu erstem Blitzeleuchten.

§

Zurück zum Theaterabend am Mittwoch, zurück zum Spiel mit dem Orpheus-und-Eurydike-Mythos. Die Variante der Münchner Kammerspiele heißt Eurydike und Orpheus mit dem Untertitel “Musiktheater über die Hoffnung auf unsterbliche Liebe”. Und so wurde praktisch der gesamte Text von den Darstellenden gesungen – unmelodiös und mit wenigen Instrumenten (vom Band) untermalt, eher wie Rezitativ-Passagen in Opern.

Orpheus ist hier die Leiterin einer Klinik, die Menschen einfriert, um sie zu einem Zeitpunkt wieder aufzutauen, an dem sie geheilt werden können. Ihre Ehefrau Eurydike erfährt nach der ersten (Liebes-)Szene bei der morgendlichen Routineuntersuchung (durch den Haus-Androiden Amor), dass sie nur noch sechzig Minuten zu leben hat. Es beginnt ein Ringen um die Nutzung dieser Zeit – und um die Möglichkeiten, die Kryokonservierung einer Verlängerung der Liebe in die Unendlichkeit bietet.

Neben den Protagonistinnen treten auf:
Hades (eine dunkel geschminkte Frau mit beeindruckendem Wagenrad-Hut), die Herren Charon und Kora als Kryo-Chirurgen sowie Cerberus (eine Dame in Soldatenuniform, die – wie auch sonst die Kostüme – die Mode in der Zeit um den 1. Weltkrieg evozierte). Mit zwei Hand voll Humor dazu wäre das eigentlich eine recht typische Aufstellung von Terry Pratchett, unter anderem in dem Changieren zwischen der emotionalen Ebene der großen Liebe und den gesellschaftlichen Implikationen technischer Errungenschaften.

Mir gefiel das gut, auch wenn die Handlung am Ende für meinen Geschmack eine Schleife zu viel hatte und der Singsang stellenweise an meinen Nerven zupfte. Doch Annika Neugart sowie Elisabeth Nittka machten ihre Sache in den Hauptrollen mehr als gut, und die Video-Einspielungen am Bühnenhintergrund waren eine sinnvolle weitere Erzählebene.

Auf dem Heimweg kamen mir auf der Maximiliansstraße beeindruckend festlich-elegant gekleidete Menschen entgegen (aus einer Veranstaltung der Opernfestspiele? es ist erstaunlich schwierig, online bereits vergangene Veranstaltungen zu finden), vor allem die Damen hätte ich gerne viel genauer angesehen. Die Outfits inklusive Styling (Haare! Schuhe! Taschen!) kamen allerdings sichtlich aus einer Preis-Liga, die mir ein “Tolles Kleid!”-Kompliment im Vorbeigehen wegschüchterten.

§

Kathrin Passig entdeckt auf Feldwegen
“Die Rückkehr der dritten Spur”.

Vor dem Auto und dem Traktor waren Wege durch die Landschaft gleichmäßiger abgenutzt. (…) Wenn man Wege mit einem einspännigen Pferdefuhrwerk befährt, sorgt das Pferd dafür, dass auf dem Mittelstreifen kein Gras wächst. Und auch zu Fuß gehende Menschen beschränken sich nicht auf zwei Spuren rechts und links.

§

Große Liebe für David Steinitzens Einstieg in die Besprechung von Christopher Nolans neuem Die Odyssee (€):
“Beim Zeus, was für ein Film”.

Durch den ausführlichen Artikel weiß ich jetzt, um welche Sorte Film es sich handelt, vielen Dank. Sehen will ich ihn weiterhin nicht. (Herr Kaltmamsell hat erst kürzlich die vielbeachtete englische Odyssee-Übersetzung von Emily Wilson gekauft. Deutlich interessanter. Nachträgliche Korrektur: Diese Übersetzung hat er schon länger, aber kürzlich die der Illias gekauft.)

Journal Mittwoch, 15. Juli 2026 – Bruderblog-Empfehlung und einstweiliger Abschied von den Kammerspielen

Donnerstag, 16. Juli 2026

Neue Blog-Empfehlung!

Heute darf ich hier endlich darauf hinweisen: Mein Bruder Daniél fährt vom oberbayerischen Etting (bei Ingolstadt) nach El Olmillo (in Zentralspanien) – mit dem Fahrrad. Und er bloggt darüber:
Etting -> El Olmillo.

Es gibt bereits ein paar Posts über die Vorbereitungen, der RSS Feed funktioniert – und ich würde mich sehr freuen, wenn Sie Daniél zur Seite stehen.
(Hier ein Kinderbild, falls Sie einen Niedlichkeits-Schubser benötigen.)

§

Eigentlich guter Schlaf, doch ich konnte die kühlenden Nachtstunden nicht für Belüftung des Schlafzimmers ausschöpfen: Um halb zwei weckte mich heftiges und ausdauerndes Brüllen, Schreien und Kreischen aus dem Park – Fenster zu.

Beim Aufstehen sah ich den Straßen und Wegen an, dass es nachts geregnet hatte. Weitere dunkle Wolken ließen mich für den Arbeitsweg zum Schirm greifen, doch ich kam trocken ins Büro (und freute mich am Mauerseglerschrillen, jetzt sind ihre Tage bei uns gezählt.)

Dort brühte ich die erste Tasse Milky Oolong meines Lebens auf: Am Dienstag hatte jemand auf Mastodon nach Einkaufsquellen gefragt, ich fand heraus, worum es sich überhaupt handelte, das klang attraktiv, und eine Einkaufsquelle lag auf meinem Weg. Ja, angenehmer grüner Tee, der wenig nach Grüntee schmeckt – aber mit dem Effekt, den ich von allen Grüntees kenne: Ich trinke die sehr große Tasse sehr schnell leer.

Mittags eine Marschrunde um die Blöcke. Der Himmel zeigte gerade ein bisschen Blau zwischen den Wolken, schon wurde es gnadenlos schwül, und ich kam ordentlich verschwitzt zurück an meinen Schreibtisch. Dort gab es zu Mittag Nektarinen, Aprikosen und weniger Roggenvollkornbrot, als ich gedacht hatte, weil ich mich schon so voll fühlte.

Abends stand mein letzter Theaterbesuch auf Basis Kammerspiel-Abo an, ein letztes Mal machte ich deshalb mit Unterstunden Feierabend. Ab der nächsten Spielzeit fallen meine Abo-Termine auf Sonntage und im Residenztheater.

Auf dem gemütlichen Heimweg kaufte ich fürs Abendessen ein. Daheim las ich auf dem Balkon und genoss den frühen Feierabend, abenso bei einer Runde Pilates.

Als Abendessen richtete ich Trauben, Nektarinen, Aprikosen, Tomätchen sowie vier Käsen an, außerdem aßen wir die letzten Salzgürkchen aus aktueller Produktion.

Mein vorerst letzter Abo-Kammerspielbesuch führte mich in Eurydike und Orpheus, “nach einem Libretto von Robert Bolesto mit Musik von Jan Duszyński” – und der Regisseurin Anna Smolar wohl als zentraler Autorin. Autor*innenschaft bei zeitgenössischem Theater (von wem ist das Stück eigentlich?) ja immer sehr komplex.

Ich marschierte in milder Luft zum vorerst letzten Mal an die Maximilianstraße (die auch weitgehend verbaustellt ist – wollt ihr jetzt auch doch die Luxus-Tourist*innen verprellen?) ins Theater.

Niemand benötigte gestern die Garderobe (und wohl auch nicht die “Rollstuhlrampe”).

Leb wohl, unbequemer Sitz Reihe 5, Platz 4, dich werde ich sicher nicht vermissen.

Gestern sah ich von dort aus die Musiktheater-Variante des alten Orpheus-und-Eurydike-Themas (neben der Garderobe ist auch das Programmheft seit einigen Jahren gratis), dazu morgen mehr (vorab: auf jeden Fall interessant).

Nach Hause mit schmerzendem Po und Kreuz in anhaltender Milde und mit Fußballguck-Geräuschen aus offenen Fenstern und Türen: Gestern wurde das zweite Halbfinale der aktuellen Männerfußball-WM ausgetragen.

§

Southpark macht Urlaub und fährt dazu von Berlin nach Osten: Erstmal ein paar Tage Warschau, jetzt ist er in Litauen. Wenn Sie mitfahren möchten: Hier beginnt seine Reise.
Für mich klingt das ausgesprochen attraktiv: Bahnfahren, das Teil des Urlaubs und der Eindrücke ist, eine spannende und exotische Urlaubsgegend – die vor allem nicht bereits durch Must-see- und Fotos auf allen Medien, social oder nicht, tot-stereotypisiert wurde. Vielleicht schaffe ich es in diesem Leben noch, auf diese Weise Bulgarien oder Georgien kennenzulernen. Wobei mir seit meiner Westerwald-Wanderung (sehr empfehlenswerter Fernwanderweg mit gepflegten, schön designten Routen) klar ist: Urlaub wirklich abseits von Tourismus-Hotspots bedeutet fehlende Tourismus-Infrastruktur; Bequem-Reisende wie ich müssen da jedesmal abwägen.

Erst kürzlich war ich ins Gespräch mit jemandem geraten, die tatsächlich Reisen so absolviert, wie ich es bis dahin nur aus Medienberichten kannte (und ehrlich gesagt nicht ganz von erwachsenen Menschen geglaubt hatte): Influencer-Destinationen, dort die Liste von instagram-Ansichten abhaken, indem man selbst diese Ansicht auf instagram postet. Ich find schön, dass sie sich damit wohl fühlt, aber… genau das führt zu Over-Tourism (“in den Urlaub fahren, um praktisch nichts erlebt zu haben”).

Journal Dienstag, 14. Juli 2026 – Tag mit drei Wettern

Mittwoch, 15. Juli 2026

1) sonniger Sommermorgen, 2) Regentag, 3) schwüler Sommerabend.

Gut geschlafen (ich muss extrem schnell eingeschlafen sein, denn nach Lichtaus kurz vor zehn kann ich mich nicht an die zehn Glockenschläge vom Turm St. Matthäus erinnern), selbst als ich kurz vor fünf aufwachte, holte ich bis extrafrühes Weckerklingeln nochmal Einschlafen raus. Munter sprang ich aus dem Bett für einen Lerchenlauf – es wird wohl der drittletzte sein, denn dann Urlaub, und Mitte August ist es vor der Arbeit bereits zu dunkel. Dieses Jahr fühle ich mich unterlerchenlaufen, ich werde am Ende der Saison nicht auf meine Kosten gekommen sein.1

Zur Abwechlung nahm ich die westliche Route über den Flauchersteg. Besonders freute ich mich über das Gefühl von Körpertüchtigkeit: Schnaufen, Beweglichkeit, Ausdauer, Kraft, Laune – alles stand mir zur Verfügung. Und ich schau halt jetzt, dass ich wirklich die Füße beim Laufen ein bisschen mehr hebe. (Die mittlerweile konsultierte Orthopädin hatte mich gründlich angefasst und einen Zusammenhang zwischen meinem Stolpern/Stürzen und LWS-Problemen ausgeschlossen. Sie vermutete eher zu selten neue Laufschuhe (DIE SIND ABER NOCH GUT!) und schludrigen Laufstil, empfahl Laufanalyse, evtl. Einzeltraining.)

Chronistinnenpflicht: Diese Hauswand am Westermühlbach sah ich zum ersten Mal ohne Graffiti. Kann schon morgen wieder vorbei sein.

Flaucherpracht

Meine liebste Art von Laufweg, schattig, schmal und federnd.

Alter Südfriedhof

Als ich mich daheim nach dem Duschen schminkte, klang es vom Innenhof wie Regen. Was ja wohl nicht sein konnte, siehe Fotos oben. Konnte es aber doch, der eine oder andere Tropfen erwischte mich auch auf dem Weg in die Arbeit (wieder durch zwei Stationen U-Bahn-Fahrt beschleunigt). Trotzdem hatte ich die Wohnung gegen Sonnenbeheizung abgesichert.

Das Wetter packte nach und nach Gewitter aus, als Untermalung einer sehr großen Online-Besprechung rumpelte und donnerte es ganz klassisch überm Bürohaus. Regen gab’s auch, zunächst allerdings eher unentschlossen mal mehr mal weniger. Außer auf meiner Wetter-App, die München hartnäckig als trocken anzeigte.

Unterm Schirm spazierte ich ins Westend für meinen Mittagscappuccino, es war eigentlich frisch genug für eine Jacke – die ich in Erwartung eines Hochsommertags nicht dabei hatte. Kurz nach Mittagessen (Rest Honigmelone, Skyjoli) verzogen sich Regen und Wolken, Sonne und blauer Himmel passten wieder zu meinem Sommerkleid.

Nach Feierabend war es auch sommerlich warm bis heiß geworden, doch ich genoss den Heimweg.

Zu Hause durfte ich mir ein Abendessen von Herrn Kaltmamsell wünschen, er stellte ein paar Möglichkeiten zur Auswahl.

Es wurden Tagliatelle carbonara – als Basis, unter die gebratene Ernteanteil-Zucchini gemischt wurden. Gute Idee.

Am Ende der Tageshelle zog der Himmel wieder gewittrig zu.

Im Bett freute ich mich an der Lektüre von Zadie Smiths On Beauty – aus einer Zeit, als sie sich fast noch nix schiss, ihre Figuren Einsichten formulieren ließ, die ihre Autorin in diesem Alter doch eigentlich noch nicht wissen konnte (Smith war noch keine 30, als sie es schrieb), die mit Sprache fröhlich einfach machte, was sie wollte, zum Beispiel mit “His well-madeness as a human being”. Das war noch ganz auf der Linie ihres sehr frühen Erfolgs White Teeth, hat sich inzwischen aber in einer Befangenheit verloren, die ich als Preis für mehr Wissen und mehr Erfahrung mit dem Altern nachvollziehen kann.

§

Damit möglichst wenige hinterher sagen können, man habe sie nicht gefragt, hier eine Online-Umfrage:
“Öffentlichkeitsbeteiligung zum nationalen Energie- und Klimaplan Deutschlands (NECP)Eine Befragung im Auftrag des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie”.

Ich bin sicher, auch Sie haben eine Meinung – geben Sie diese doch Katherina Reiche durch!
(Die Fragen gehen ziemlich tief – und das gesamte Befragungsdesign kommt mir eher unwissenschaftlich vor. Aber hey: Sie fragen!)

§

Hatte auch ich mich schon mehrfach gewundert: Wieso ist eigentlich Nokia verschwunden? (tl;dr: Multitouch)
“Nokia’s 14 Years of Mobile-Phone Supremacy Ended in an Afternoon”.
via @wurzelmann

(Damit, liebe Kinder, haben wir einst mobil getwittert: SMS an eine Mobilnummer, erst an eine in den USA, teuer, dann gab es endlich auch eine deutsche. SMS verursachte auch die ursprüngliche Zeichenbegrenzung von Twitter auf 140, so blieben 20 Zeichen für den Benutzernamen. Wenig macht mich älter als dieses Wissen aus erster Hand.)

Aus dem Artikel lernte ich unter anderem, dass es Nokia durchaus noch gibt: Das Unternehmen verkauft Telekommunikation-Infrastruktur, zum Beispiel für 5G-Netze.

§

Wie Steptanz heute (auch) aussieht.

Hier dieselbe Tänzerin etwas konventioneller (dadrauf habe ich mal Chachacha getanzt!).

  1. Futur II in freier Wildbahn, bitteschön. []

Journal Montag, 13. Juli 2026 – Gehirnkreiselnder Arbeitsmontag

Dienstag, 14. Juli 2026

Arbeitswoche 3 vor Urlaub.

Sehr schlechte Nacht, das Sorgenkarussell drehte die absurdesten Schleifen.

Um halb sechs hatte ich genug davon und stand auf. Wieder ein frischer Morgen.

Im Büro Gehirnkreisel und Schwindel, dadurch fiel mir Konzentration sehr schwer, immer wieder schreckte ich hoch: “Wo war ich gerade?” Ich lenkte mich ab, indem ich jemanden in die die komplizierteren und absurderen Seiten meines Job einführte – sie fand sie seltsamerweise nicht so hochkomisch wie ich.

Mittags brachte mich ein auswärtiger Termin ins Stadtzentrum. Ich lernte, dass dort wochentags fast ausschließlich Besucher*innen von außerhalb und Tourist*innen unterwegs sind, in der Außengastronomie um diese Zeit eventuell durchmischt mit Einheimischen in Mittagspause.

Zurück im Büro hatte ich immer noch keinen Appetit, aber musste ja, also aß ich Nektarinen und Tomaten. Dann war mir übel, mein Körper wusste offensichtlich nicht, was er wollte. Die Übelkeit verstärkte die Konzentrationsprobleme.

Arbeitsnachmittag mit Wühlen in Datenbanken. Das Büro war so angenehm temperiert, dass ich meiner App die 30 Grad Außentemperatur schier nicht glauben wollte. Als ich das Gebäude nach Feierabend verließ, kam es mir unter zunehmend wolkenverschleiertem Himmel auch nicht sehr heiß vor.

Ich spazierte für bestimmte Besorgungen Richtung Stachus. Am Bahnhofs-Taxistand zwischen den Wagen ein Herr, wahrscheinlich Taxifahrer, der auf einem Pappkarton zwischen den Stoßstangen kniend betete – ein seltsam intimer Anblick.

Erfolgreiche Besorgungen unterm Stachus, mal wieder ein Automatenfoto für mein Projekt. Nicht erfolgreich war meine Suche nach Gladiolen: Der Blumenstand vorm Kaufhof am Marienplatz hatte zwar ein paar weiße Gladiolen, aber sie sahen eher elend aus.

Ich spazierte die Sendlinger Straße lamg nach Hause, war überrascht über die 31 Grad, die das Thermometer am Juwelier Fridrich anzeigte, weil ich nicht mal richtig schwitzte – hat mich die Brutalhitze im Juni rekalibriert?

Zu Hause eine Runde Yoga, eine angenehm sportliche Einheit.

Als Nachtmahl gab es die Parpadelle (al uovo), die mir eine Kollegin geschenkt hatte, Herr Kaltmamsell hatte schon am Sonntag Rindfleisch geschmort, es gab Parpadelle al ragù – sehr gut und gestern genau das richtige. Nachtisch Nr. 1 Honigmelone, Nachtisch Nr. 2 Schokolade.

Nach Lesen im Bett frühes Lichtaus weil sehr müde.

§

Kumma: Wenn Martinshörner einfach darauf umgestellt würden?

via @kid37

Journal Sonntag, 12. Juli 2026 – #12von12 mit viel Wäsche

Montag, 13. Juli 2026

Heute spiele ich mal wieder bei #12von12 mit, Tagebuchbloggen anhand von 12 Fotos am 12. des Monats. Gesammelt wird hier.

Zwar mit einigen Unterbrechungen, dazwischen aber gut geschlafen. Aufgewacht zu einem erneut frischen Sommermorgen, wunderbar.

Bett abgezogen, Bettwäsche in die Waschmaschine gesteckt – UND! endlich dran gedacht, denn Bettbezug vorher zuzuknöpfen, damit er nicht wieder die restlichen Wäschestücke frisst und das Schleudern verhindert (beim vorherigen Durchgang musste ich nach angeblichem Waschvorgangsende die klatschnassen Teile auseinanderfrimeln und einen zusätzlichen Schleudergang initiieren).

1 von 12: Waschmaschine definitiv eine der technischen Erfindungen mit den größten gesellschaftlichen Auswirkungen, danke fürs Erfinden.

2 von 12: Nach Milchkaffee und Wasser – eine große Tasse Tee auf dem Balkon.

3 von 12: Wäsche aufgehängt, Bettlaken/-überzüge über Türen verteilt, links auf dem Sofa bereits am Samstag angefallene Bügelwäsche.

Der erste Bank-/Seitstütz seit meinem Sturz 19 Tage zuvor, nach dem ich mich wirklich entspannt auf dem Bauch und damit auf den Rippen ablegen konnte.

Als ich nach zehn zu meinem Isarlauf nach Thalkirchen radelte, war es immer noch morgenfrisch. Vor mir radelte eine junge Frau, DIE HANDZEICHEN VOR DEM ABBIEGEN GAB! (Ich folgerte umgehend, dass sie erst kürzlich nach München gezogen ist.) Das war SO! entspannend zu wissen, ob sie an Kreuzungen geradeaus fahren würde oder abbiegen. Für mich hat diese Aufmerksamkeit viel mehr mit Höflichkeit als mit StVG zu tun.

So richtig heiß wurde es während der gut 100 Minuten meines Laufs gar nicht, es wehte ein kühlender Wind.

4 von 12: Familie Schwan unterwegs auf dem Isarwerkkanal.

5 von 12: Großer Andrang am Aussichtspunkt vor Pullach über das Isartal. Es waren ohnehin enorm viele Radausflügler*innen unterwegs; ich begann auf schmale Wege auszuweichen, um nicht ständig in einer Staubwolke zu laufen.

6 von 12: Die Aussicht, für die es sich anzustehen lohnt.

7 von 12: Sommerfarben von der Großhesseloher Brücke.

8 von 12: Sommerfarben am Isarwerkkanal.

9 von 12: Floßlände.

10 von 12: An der Brücke Maria Einsiedel wie auch an jeder anderen einladenden Kiesbank reges Baden und Sonnen.

Nach Hause radelte ich im Schatten des Flauchers auf der Westseite der Isar.

Nach gründlicher Säuberung Frühstück um zwei: Salzgürkchen, Lauch-Paprika-Bohnen (die Herr Kaltmamsell zur Gartenparty mitgebracht hatte und die nicht ganz gegessen worden waren), Aprikosen.

11 von 12: Bügeln im Licht, das im sonst kühlend verdunkelten Wohnzimmer über den Balkon hereinkam. Interessante Musik auf den Ohren, nach einer Stunde war ich wieder Bügelberg-frei.

Lesen (Zeitung, Roman) auf dem Balkon, mit herabgelassener Markise war die Temperatur wieder sehr angenehm. Eine Runde Yoga, diesmal die genau passende Mischung aus Kraft und Dehnung.

12 von 12: Als Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell Salade niçoise, darin Kartoffeln, Salat, grüne Bohnen aus Ernteanteil. Nachtisch: Zuckermelone, sogar gut!

Sehr früh ins Bett zum Lesen.

§

Gestrige Pflanzenkunde:

Gemeiner Bärenklau

Gilbweiderich (GILBWEIDERICH! hinreißender Name!)

§

Eine weiteres Handwerkerinnen-/Künstlerinnenportrait:
“Künstlerin Annamaria Leiste über ihre Kurse im Papierschöpfen: ‘Wir staunen gemeinsam'”.

Künstlerisches Schaffen kann so viele Formen haben.

Wie häufig produzieren Sie noch Objekte für Ausstellungen?
Schon noch immer wieder. Aber das ist für mich ein ungleich größeres Ringen als in den Kursen, ein Leidensweg. Ich denke immer wieder, dass die Welt eigentlich genügend Kunst und Schmuck hat …

Und dann denken Sie, wozu es gerade Ihre Arbeit noch braucht?
Ja. Aber dann will ich doch künstlerisch aktiv sein!

Warum ist es Ihnen lieber, Kunst oder hier das Papier gemeinsam mit anderen zu erzeugen?
In der Gemeinschaft mit anderen muss ich kein Ergebnis schaffen, das an der Wand hängt, das so und so viel kostet, das jemand toll finden muss. In den Kursen gibt es keine Bedingtheiten, keine Widerstände. Wir staunen gemeinsam. Wir erleben zusammen einen Prozess, der im Grunde auch das Ergebnis ist.

§

Simone Dede Ayivi schreibt für die taz einige lesenswerte Gedanken auf:
“Fitness und Verein
Wie wir Sport machen, ist politisch”.

Wer Gym-Kultur übertreibt, wird zum Looksmaxxer. Wer Sportverein übertreibt, wird zum Schiedsrichter, Jugendtrainer oder schlimmstenfalls Kassenwart.

(Das ist ja eine Kolumne und weder journalistische Recherche noch wissenschaftliche Abhandlung, deshalb darf sie auch wichtige Aspekte auslassen, z.B. den Gesundheitsaspekt, der jede Schwellensenkung zu Bewegung begrüßenswert macht.)

Journal Samstag, 11. Juli 2026 – Ausruh-Samstag (“Meine Hobbys sind Lesen und Schwimmen”)

Sonntag, 12. Juli 2026

Re: Überschrift – ich bin mir ziemlich sicher, dass ich vor 50 Jahren die Frage nach meinen Hobbys so beantwortet habe. Und mich offensichtlich seither nicht weiterentwickelt.

Mittelgut (der Alkohol) und nicht so lang wie ersehnt geschlafen, leicht verkatert aufgestanden.

Trotz langer Ärmel und Hosenbeine fröstelnder Balkonkaffee – gut so! Auch für die kommende Woche ist Hochsommer mit Tageshitze, aber nächtlicher Kühle angekündigt, das ließe sich gut aushalten.

Eher früh für einen Samstag brach ich zu meiner Schwimmrunde im Dantebad auf. Ins Becken ließ ich mich bei angezeigten 24 Grad im Schatten herab. Die Bahnen waren mittelrege genutzt, wir kamen gut miteinander aus. Nach ein paar hundert Metern wurde ich ruhig, die 3.200 Meter machten Spaß.

Danach war es unter nahezu wolkenlosem Himmel ein paar Grad wärmer geworden, ich legte mich geduscht und neu sonnengecremt in die Sonne und hörte Musik.

Oben.

Unten.

Da keinerlei Wind ging, wurde mir bald zu heiß.

Rückweg von roter Ampel zu roter Ampel – nervig, aber zumindest regte ich mich dadurch nicht über den Longboard-Fahrer auf, der auf den eh schon schmalen Radwegen und
-spuren an der Dachauer Straße, Seidlstraße, Paul-Heyse-Straße zwischen den Radler*innen kurvte.

Frühstück um halb drei: Ein Teller spanische Ochsenherz-Tomaten, ein paar frische Salzgürkchen (Herr Kaltmamsell hatte am Freitag neue angesetzt), Roggenvollkornbrot mit Tomate, dann noch eine Aprikose und reichlich Kirschen – ich liebe Sommer einfach schon wegen des saisonalen Obsts und Gemüses.

Fürs Zeitunglesen war ich jetzt zu müde und legt mich zu einer Siesta hin. Gerechnet hatte ich mit einem cat nap, doch ich schlief eine Stunde tief ein. Danach war ich erstmal benommen, aber das hatte es wohl gebraucht.

Zeitunglesen auf dem Balkon, mit herabgelassener Markise war die Temperatur wunderbar. Eine Runde Yoga, anstrengend.

Herr Kaltmamsell war aushäusig auf einer Gartenparty eingeladen, und das kommt dabei heraus, wenn ich mir selbst ein Samstagabendessen zubereite:

Reichlich Ernteanteil-Mangold mit Knoblauch gebraten, dazu Beluga-Linsen (eh klar) und Joghurt. Klingt vielleicht frugal, schmeckte aber hervorragend. Nachtisch 1: Lidl-Eis, ich hatte die Sorte Zimtschnecke mitgebracht, weil ich mir nichts darunter vorstellen konnte. Ergebnis: Joah, die Zimtschnecken sind in Form von Mini-Gebäckchen (Durchmesser ca. 4 mm) ins Eis eingearbeitet und kauen sich eher zäh, nicht mein Lieblingseis. Nachtisch 2: Schokolade.

In später Dämmerung nach Fledermäusen Ausschau gehalten – reichliche Sichtung, so schön!

Im Bett neue Lektüre: Immer wieder wünsche ich mir bei der Erinnerung an ein Lesevergnügen, das Buch nochmal zu lesen – habe das aber seit vielen Jahren doch nicht mehr gemacht. On Beauty von Zadie Smith hatte ich gleich bei Erscheinen 2005 gelesen, seither immer wieder daran gedacht, es vor über einem Jahr zum Wiederlesen rausgelegt. Gestern fing ich es tatsächlich an. Allerdings nicht das vorhandene Papierbuch: Lesen physischer Bücher finde ich immer beschwerlicher, und dann auch noch eines so dicken… Ich hatte nur mal geguckt, was das E-Book kostet, und für nur vier Euro war die Entscheidung leicht. Subjektive Bequemlichkeit siegt bei mir über Liebe zu Druckereien und Buchläden.

Und dann vergnügte mich die Lektüre auch gleich, schon 2005 startet der Roman mit E-Mails, die schön indirekt erste Informationen vermitteln.

§

“KI” hat die Betrugsmöglichkeiten bei Prüfungen sprunghaft erweitert. Schulen und Universitäten war das sofort klar, sie sind immer noch dabei, einen Umgang damit zu finden (im bayerischen Abitur 2026 mit Vorsichtsmaßnahmen, die sich fast schon apokalyptisch lasen).

Georg Passig ist Professor an der Technischen Hochschule Ingolstadt – und extrem bastelfreudiger Ingenieur. Er erzählt im Techniktagebuch von seinen Überlegungen, dass im Grunde Sendequellen im Prüfungsraum augespürt werden müssen. Was er bereits testet.
“Juli 2026
Mit dem Spectrum Analyzer durch die Prüfungen”.

(Große Liebe für die Schlusssätze.)