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Journal Donnerstag, 23. Juli 2026 – Unauffälliger Arbeitstag

Freitag, 24. Juli 2026

Eher unruhige Nacht, aber ich kam zu Schlaf.

Gemischtes Sommerwetter war vorhergesagt, ich wagte mich nochmal in Kleidchen und Sandalen. Und fröstelte auf dem Weg in die Arbeit nur ein bisschen.

Die Mauersegler waren noch da! Sowohl über meinem Wohnviertel als auch über dem Westend flogen schrillend große Schwärme.

Auf der Theresienwiese wird weitergebaut.

Hochkonzentrierter Arbeitsvormittag, doch für meinen Mittagscappuccino im Westend hatte ich gerade einen Durchschnaufer. Draußen war es sonnig, aber weiterhin kühl.

Mittagessen: Nüsse, Honigmelone, Ayran.

Auch gestern gab es einen Feierabend. Nach diesem spazierte ich in weiterhin kühler Luft nach Hause.

Neues vom Heimeranplatz: Aus dem früheren langjährigen Blumenladen Las Flores wird also ein Friseurladen.

Besorgungen unterwegs und am Stachus.

Fortschritt auch auf der Baustelle vorm Haus.

Daheim endlich mal wieder Yoga, jetzt bin ich mit Adrienes “Flow” nochmal durch (minus Folge 30 ohne Ansagen) – mache ich eher nicht wieder.

Donnerstagssalat aus Ernteanteil war diesmal ein Kopf Eisbergsalat. Den gab es mit Minigurken und Orangensaft-Haselnussmus-Dressing. Außerdem Käse und dann Schokolade. Dazu Abstimmung mit Herrn Kaltmamsell zu Freitag und unserer Reise nach bei Düsseldorf für eine große Geburtstagsfeier.

In später Abenddämmerung sah ich nochmal Mauersegler am Himmel und zwischen den Bäumen vorm Balkon reichlich Fledemäuse.

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Herzbruch ist zwar körperlich immer noch kaputt, und diese Dinge sehen nicht positiv aus.
Aber zum einen hat sie kürzlich ihren 50. Geburtstag gefeiert, dass es die Mosel rauf und runter gekracht hat. Zum anderen hat sie eine professionelle Meinung zur deutschen Gesundheitspolitik. Und als sie mal eben nicht aufpasste, schrieb sie diese in ihr Blog – zu unserem Glück:
“Wenn man schonmal die Logindaten für diese Seite hier hervorgekramt hat, kann man natürlich auch direkt einmal alles sagen, was gesagt werden muss.”

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Dass ein Treiber für den KI-Boom die Halbleiter-Industrie sein könnte, deren Rechen-Power sich durch technischen Fortschritt seit einiger Zeit nicht mehr so recht verkauft – darauf wäre ich nicht von allein gekommen. Doch die Ausführungen von Kristian Köhntopp sind selbst für eine Laiin wie mich nachvollziehbar:
“Moore’s Law und die AI Blase”.

Der IT-Markt, mit dem viele von uns groß geworden sind, ist seit ungefähr 2015 vorbei.

Was wir gerade beobachten, ist eine Reihe von Blasen, getrieben von Investorenverzweiflung. Da ist sehr viel Kapital, das nicht weiß wohin, aber Erträge liefern muss. Ein Teil gehört Einzelinvestoren. Ein anderer Teil steckt in Fonds, mit denen eine Generation Boomer ihren Ruhestand finanzieren will.

Journal Mittwoch, 22. Juli 2026 – Lerchenlauf / Arzt am Ende der Galaxie / Arbeit / Pediküre / Schnitzelgarten

Donnerstag, 23. Juli 2026

Das war gestern ein sehr voller Tag. Aber ich setzte alle Pläne um, ohne mich gestresst oder genervt zu fühlen.

Wecker auf extrafrüh, denn gestern war die beste Chance der Woche auf einen Lerchenlauf: Wegen eines vormittäglichen Arzttermins ganz weit draußen würde ich morgens von daheim aus arbeiten, davor passte wunderbar eine Laufrunde an der Isar.

Ich wachte kurz vor Weckerklingeln auf und freute mich sofort über die Aussicht auf Laufrunde. Draußen war der wolkenlose Himmel dämmrig, der Tagesanbruch wandert bereits deutlich nach hinten. Ich war auf niedrige Temperaturen gefasst und reaktivierte mein Merino-Laufshirt (immer noch ungewaschen und unstinkig, ich bin beeindruckt).

Das Licht war sensationell, die Laufzeit verflog geradezu, kaum hatte ich ein paar Fotos gemacht, klingelte mein Handy schon für Halbzeit (40 Minuten) und umkehren. Kurz davor Sichtung eines Mäuseleins direkt auf dem Weg vor mir, SO NIEDLICH.

Wittelsbacherbrücke gestern mit Krähen-Deko.

Beim Heimkommen wurde die Baustelle am Haus gerade von zwei Herren betrieben, ich musste ein wenig um Gruben hangeln, um zur Haustür zu kommen.

Letzte Handgriffe Morgentoilette am hochfahrenden Arbeitsrechner – der auch diesmal in Homeoffice-Umgebung mehrere Neustarts und 20 Minuten benötigte, bis ich arbeitsfähig war (währenddessen schon mal gepackt für später und die Wohnung fertiggeräumt).

Rechtzeitig für Arzttermin am Ende der Galaxie Abbruch der Arbeit, Arbeits-Laptop eingesteckt. Die Öffentlichen Verkehrsmittel verkehrten (ist ja egal, wenn ich statt der geplanten eine sehr verspätete S-Bahn erwische, die zur Planzeit fährt), auch wieder los kam ich in guter Zeit, noch deutlich vor Mittag saß ich an meinem Büroarbeitsplatz und packte dort an. Mittagscappuccino aus der Cafeteria, um mal ein bisschen PEPP! in meinen Arbeitstag zu bringen, bestellte ich EINEN GROSSEN.

Online-Besprechungen, dann Mittagessen: Nektarine, Nüsse, Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot.

Emsiger Nachmittag, jemand hatte schlechte Nachrichten bekommen, ich versuchte sie durch Unterricht abzulenken.

Pünktlicher Feierabend: Ich hatte einen Vor-Urlaub-Pediküre-Termin (schon jetzt fühlte es sich an, als sei ich nicht am selben, sondern am Vortag an der Isar gelaufen). Auf dem Weg durchs Westend (jetzt war es warm) aufmerksames Horchen: Nein, keine Mauerseglerpfiffe mehr, die letzten hatte ich Dienstagmorgen gehört.

Heimweg mit schönen Füßen, ich holte Herrn Kaltmamsell für Abendessen im Schnitzelgarten ab.

Nein, wir schafften unsere Cordonbleus nicht (jemand hat morgen Brotzeit), aber das war sehr gutes Abendessen.

Der Himmel über dem Biergarten.

Daheim gab es als Nachtisch Honigmelone – fast so gut wie die meiner Kindheitsurlaube in Spanien. Und ein wenig Schokolade.

Im Bett die nächste Lektüre: Arthur Schnitzler, Fräulein Else. Berühmt für die Erzählweise in stream of consciousness, doch ich fand vor allem reizvoll, wie sich der über-60-jährige Schnitzler das Innenleben einer 19-jährigen ausmalte.

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Maximilian Buddenbohm als Hamburgbewohner in Bahnhofsnähe bekommt es täglich mit, ich als Anwohnerin des Münchner Nußbaumparks (in deutlich geringerem Umfang) ebenfalls: Deutsche Großstädte haben ein massiv wachsendes Drogenproblem.

Gestern widmete die Süddeutsche Zeitung ihre Seite Drei dem Thema Crack und dem Zürcher Modell des kontrollierten Konsums (€):
“Eine Crack-Pfeife am Klettergerüst”.

Um Crack geht es auch in diesem ausführlichen Text (mit vielen, vielen Quellen am Ende) von Stefan A K Weichelt, Schwerpunkt Frankfurt.
“Willkommen in Zombieland”.
Hier mit der zusätzlichen Bitterkeit, dass Frankfurt in den 1990ern die Heroin-Krise in den Griff bekam – eben mit demselben Modell, das auch Zürich anwendet. Aber:

Für Heroinabhängige gibt es Methadon, Buprenorphin, in der Schweiz sogar ärztlich verschriebenes Heroin. Für Crack gibt es: nichts. Kein zugelassenes Substitut, keine etablierte medikamentöse Behandlung. Der Werkzeugkasten, mit dem Frankfurt einst zum Vorbild wurde, passt nicht mehr zum Schloss.

Er beschreibt das Vorgehen in Frankfurt, in Paris, in Brüssel, São Paulo – nennt sie “Freiluftlabore der Verdrängung”.

Verdrängung funktioniert nicht, das ist die vielleicht am besten belegte Erkenntnis der europäischen Drogenpolitik. Die Menschen lösen sich nicht auf, wenn man sie wegschiebt. Sie tauchen hundert Meter weiter wieder auf, kränker als zuvor, weil unterwegs der Kontakt zu Ärzten und Sozialarbeitern abreißt.

An dieser Stelle lohnt ein Blick auf eine Zahl, die in keinem Influencer-Video vorkommt und die man zweimal lesen muss. 2023 starben in Frankfurt, der Stadt mit Deutschlands größter offener Drogenszene, 32 Menschen an ihrer Sucht. In München, wo das Straßenbild ordentlich ist und keine Crackpfeifen aufblitzen, waren es 86.

München hat keine Konsumräume. Bayern hat sie als Bundesland nie zugelassen, ebenso wie die Hälfte der deutschen Länder. Konsumiert wird trotzdem – nur eben in Parks, auf Bahnhofstoiletten, in Wohnungen, dort, wo niemand einen Notruf absetzt, wenn jemand aufhört zu atmen. Das Elend ist nicht kleiner, es ist nur besser versteckt. Und im Versteck stirbt es sich leichter.

Was allen, auch uns Anwohnenden bei der Betrachtung gemein ist: Bestürzung und komplette Ratlosigkeit. Weichelt nennt zumindest ein paar Ansätze, die schonmal funktioniert haben – die allerdings nichts weniger als einen gesellschafltichen Umbau bedeuten.

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Bei Frau Klugscheisser Schulbuchbeispiele von “Ist doch nix passiert!”, also Belästigungen von Frauen und Mädchen, die sie in ihrer alltäglichen Freiheit einschränken: Keine soll sich so wehren müssen, so vorbereiten, ausrichten müssen. Vor allem Menners: Bitte lesen.
“Ampersand”.

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Workaround beim Kampf gegen Chatbots.

Geheimtipp beim Kampf gegen Chatbots von xkcd.

Bei mir half schon mehrfach beherztes Singen, um Service-telefonisch an einen echten Menschen zu kommen.

Journal Montag, 20. Juli 2026 – Lerchenschwumm genossen

Dienstag, 21. Juli 2026

Arbeitswoche 2 vor Urlaub, darin als Ablenkungen geplant: Lerchenschwumm, Lerchenlauf (plus am selben Tag Arzttermin am Rand der Galaxie), Fahrt zu einem Geburtstagsfeier-Wochenende in Düsseldorf.

Unruhige Nacht, unter anderem wachte ich trotz Ohrstöpseln von Torjubel draußen auf: Selbst ich wusste, dass Sonntagnacht das Endspiel der Männerfußball-Weltmeisterschaft ausgetragen wurde, selbst bis in meine Wahrnehmung hatte sich gedrängt, dass es zwischen den Nationalmannschaften von Argentinien und Spanien stattfand. Ich wurde wach genug für den Scharfsinn: In München leben deutlich mehr Spanien- als Argentinien-Stämmige, Spanien wird wohl gewonnen haben. Doofer fand ich dann schon, dass mich nach halb fünf bis zum etwas früheren Wecker abwechselnd die schmerzende rechte Hüfte (WAS ERLAUBE? DIE IST NEU!) und mein eigenes Schnarchen weckte.

Etwas früherer Wecker, denn ich wollte vor der Arbeit ins Dantebad zum Schwimmen. An den nächsten beiden Wochenenden werden nämlich weder Laufen noch Schwimmen drin sein, mein Körper bittet dringend um Ersatz. Mo/Mi/Fr öffnet das Dantebad schon um sieben, aber Mittwochmorgen ist aus Gründen ideal für einen Isarlauf, Freitag ist bereits ab Mittag Reisetag, also Lerchenschwumm Montag, also gestern. Angekündigt waren 13 Grad Morgentemperatur, aber so schlimm würde das schon nicht werden, ich verließ das Haus in kurzärmligem Kleid.

Eine U-Bahn furh mich zum Westfriedhof, um 06:52 Uhr warteten bereits Frühschwimmer*innen vor der Tür. Zum meiner Überraschung handelte es sich durchwegs um Menschen im Alter weit nach Erwerbsleben, also mit recht freier Zeiteinteilung. Das war also eine Genuss-Entscheidung. Man kannte sich, ich hörte interessante Austausche über Enkelkontakte.

Die Tür gleich links führt zu den Damen-Toiletten und -Duschen. Das Sportbecken liegt ganz rechts von der Wiese, die man geradeaus sieht.

Die Schwimmbahn war dann erfreulich licht, vielleicht ist Montag DER Tipp für Morgensport, weil an diesem Tag nicht viele Vor-Arbeit-Schwimmer*innen unterwegs sind.

Oft schien sogar die Sonne, sie kam so früh ganz von Osten, also die Schwimmbahn entlang, statt wie sonst um die frühe Mittagszeit gewohnt seitlich von Süden. Doch sie schien nicht oft genug und nicht stark genug: Nach den ersten tausend Metern begann ich nach langem mal wieder zu frösteln. War aber auszuhalten, ich zog meine 3.000 Meter durch (as if).

Zackiges Fertigmachen (nur wenige Zusatz-Sekündchen unter der heißen Dusche zum Aufwärmen) inklusive Schminken, per U-Bahn in die Arbeit (in der U-Bahn Anlegen Ohrschmuck), Einstempeln im Bürohaus um 9:26 Uhr knapp vor Kernzeit. Blick ins E-Mail-Postfach ergab, dass ich trotz Wochenendtagen davor nichts verpasst hatte.

Es kursierte auf mittlerweile dem vierten Medienweg die Ankündigung eines “Stockwerks-Sommerfestes” (1. Plakat in der Teeküche, 2. Nachricht im Abteilungs-MS Teams-Chat, 3. E-Mail mit Erklärung, 4. Outlook-Termineinladung). Anmeldung nötig für Catering-Bestellung, die Teilnehmende selbst bezahlen. Ich fing meinen “Ablehnen”-Klickreflex diesmal ein, weil ich ja vielleicht doch den einen oder anderen Punkt auf meinem Socialising-Tracker mit Job-Kontakten einholen könnte, it’s good for you! Zumindest lasse ich mir die Sache diesmal 24 Stunden durch den Kopf gehen und wäge Nutzen (positive Stoffwechsel-Produkte durch gegenseitige Fellpflege) gegen Aufwand (Lächeln und Klappe-halten mit aller Kraft, danach mehrere Tage rückblicken, welchen Scheiß ich trotzdem wieder gesagt und wen ich vor den Kopf gestoßen habe) ab.

Mittagscappuccino aus der Cafeteria, Mittagsrunde um die Blöcke unter wenigen Wolken und in frischen Temperaturen, ich suchte den Sonnenschein. Noch hörte und sah ich Mauersegler überm Westend. Zu Mittag gab es ein paar Nüsse, etwas selbstgebackenes Brot, Nektarine, Kirschen.

Ermüdender Arbeitsnachmittag, aber ich konnte das Fenster durchgehend gekippt lassen, weil wunderbar temperierte frische Luft hereinkam.

Auf dem Heimweg durch die Sonne ein paar Einkäufe.

Direkt vor dem Wohnhaus wurde ich abrupt gestoppt: Absperrung zum Tor aufs Grundstück, die gepflasterte Einfahrt bis zum Hinterhof mit wenigen Garagen war komplett entpflastert, im Sand darunter Reifenspuren von Baugerät. Der Zugang für mich Fußgängerin war zum Glück passierbar. Ich erklärte Herrn Kaltmamsell meine Verwunderung über die Kommunikationspolitik der Hausverwaltung, die zwar über Neu-Einzüge und vorübergehende Warmwasserabschaltung per Aushang informiert, aber über massive Bauarbeiten nicht – als sich herausstellte: Er hatte vor einigen Tagen eine E-Mail mit Ankündigung dieser Bauarbeiten bekommen, die Information lediglich nicht weitergegeben. (Lässlich, passiert mir umgekehrt genauso.)

Ich hatte weder Lust auf Yoga noch auf Pilates, räumte lediglich ein wenig herum und wartete aufs Abendessen. Das servierte Herr Kaltmamsell in Form eines Currys aus den Ernteanteil-Bundmöhren mit Kokos-Erdnusssauce, dazu Reis.

Weil müde sehr früh ins Bett zum Lesen, vor Schlafenlegen Fensterschließen, weil schon jetzt auf der Straße herumgebrüllt wurde.

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Jede Krankheit braucht eine Geschichte – die britische Schriftstellerin Susanna Clark schreibt über sprachliche Grenzen, wenn es um schwere Krankheit geht, und weitere überraschende Aspekte:
“‘I had been ill for 11 years. I felt like I was about to fall off the world’”.

via Bingereader

Journal Sonntag, 19. Juli 2026 – Tatsächlich gewandert von Kirchseeon nach Ebersberg

Montag, 20. Juli 2026

Genügend und recht gut geschlafen, früh aufgewacht.

Das Wetter gab nochmal Balkonkaffee her (warm angezogen), aber der Himmel dräute sichtlich. Die Aussichten für unsere Wanderung waren entsprechend durchwachsen, aber wir hielten an unseren Plänen fest. Und wenn es wieder so schüttete wie vor einem Jahr am Starnberger See – würden wir halt wieder die Wanderung abbrechen.

Die Routenwahl fiel in Anbetracht von Wetteraussichten und einem leicht angeschlagenen Herrn Kaltmamsell (am Freitag Fuß umgeknickt) auf die kurze Strecke Kirchseeon-Ebersberg mit Option auf Erweiterung über Aussichtsturm zurück nach Kirchseeon. Lange Wanderhose, Schirmmütze, die Superduper-Wanderregenjacke gleich angezogen.

Der Regen setzte wenige Sekunden vor unserer Ankunft am S-Bahnhof Kirchseeon ein. Und prasselte erstmal so abschreckend, dass wir unterm Bahnsteigdach warteten. Doch zum Glück ging’s dann: Während der ersten Stunde regnete es immer wieder, aber nichts, was Schirmmütze und Wanderjacke nicht in den Griff bekommen hätten. Danach riss der Himmel sogar auf, kein Abbruch nötig.

Sie sehen vor allem altbekannten Motive, hier waren wir (und ich allein) schön öfter.

St. Coloman am Rand von Kirchseeon.

Entdeckung auf dem Spielplatz neben dem Kirchseeoner Feuerwehrhaus: Ein Spielzeug-Feuerwehrauto!

Wie absolut großartig! Ich dachte sofort an die Dampflokomotive auf einem nahen Spielplatz meiner Kindheit, die uns zu zahllosen Spielen inspirierte. Es handelte sich um eine ausrangierte echte Lokomotive, die lediglich ein wenig verletzungsgesichert worden und bunt angemalt worden war. Abgesehen davon, dass sie heutigen Sicherheitsstandards als Spielgerät ganz gewiss nicht genügen würde (zurecht): Ihre Originalgröße schränkte unsere Spielmöglichkeiten auch ein, wir waren zu klein für das Riesending.

Ganz anders dieses runterdimensionierte Feuerwehrauto: Es muss sensationell sein, damit Feuerwehr zu spielen!

Hinter Forstseeon regnete es wieder ein wenig. Aussicht hätte es eh nicht gegeben, weil Mais-Monokultur.

Egglburger See mit viel Wassergeflügel.

Weiherkette Ebersberg

Herr Kaltmamsell fand eine kurze Alternative zur großen Erweiterung: Lediglich Abstecher zum Aussichtsturm Ebersberg, auch die Allee mit Gedenkplaketten für örtliche Gefallene im Ersten Weltkrieg konnte ich ihm so zeigen.

Er entdeckte ein Radfahr-Bataillon.

Ich eine Eisenbahnbetriebs-Kompanie.

Im Aussichtsturm.

Blick vom Aussichtsturm nach Ebersberg.

In Ebersberg kehrten wir wie geplant im Eiscafé am Marktplatz ein um zu frühstücken.

Um halb drei gab es den legendären Mozartbecher (links mit geviertelten Mozartkugeln und Rohmarzipanwürfeln), mittlerweile neumodisch in einer Schüssel statt im angemessenen Glaspokal. Und einmal drei Kugeln mit Sahne. Gut und sättigend (und sicher voller Eiweiß sowie Vitaminen).

Die Rückfahrt verzögerte sich wegen S-Bahn-Problemen (von Ebersberg aus nicht zum ersten Mal), aber wir kamen dann doch nicht zu spät zurück nach München.

Blumen-Ausbeute des Tages, bestimmt wieder dank der App Flora Incognita.

Von links oben im Uhrzeigersinn: Arznei-Thymian, Kohl-Kratzdistel, Mittlerer Wegerich, Vogel-Wicke.

Gewöhnliches Leinkraut (nicht zu verwechseln, wie ich es verwirrt zunächst beim Lesen getan hatte, mit LeiMkraut), Ästige Graslilie, Gewöhnlicher Hornklee, Acker-Kratzdistel.

Zurück daheim bügelte ich (letzte bequeme Gelegenheit vor Urlaub) bei offener Balkontür, durch die es gerade mal nicht zu kühl hereinkam. Dann eine wohltuende Runde Yoga.

Als Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell Pasta mit Pesto, das er aus dem Grün der jungen Ernteanteil-Karotten hergestellt hatte – sehr gut. Nachtisch Schokolade.

Früh ins Bett zum Lesen.

§

Von Nils Markwardt in der Zeit interessante Gedanken zur Causa Jens Spahn und warum nach all den Schweinereien, die er angerichtet hat, ausgerechnet die Leihmutterschaft seines Kinds wirksamen Protest selbst in der CDU/CSU auslöste:
“Es ging nicht nur um Doppelmoral”.

Dass die Reaktionen im Falle der Leihmutterschaftsdebatte anders ausfielen, markiert einen zentralen Unterschied zwischen konservativen und rechtspopulistischen Parteien. An letztere werden nämlich kaum noch moralische Konsistenzerwartungen gestellt. Die permanente Produktion von politischen Widersprüchen sowie der kaum verhohlene Gebrauch von Doppelstandards erscheint vielen Wählern der Rechtspopulisten nicht als Makel, sondern firmiert als probates Mittel zur Grenzübertretung. Geht es vielen Maga- und AfD-Anhängern um eine lustvolle Zerstörung des Bestehenden, wird die Doppelmoral als eine Art des analogen Trollings begriffen. Und selbst den Gegnern der AfD fällt es schwer, deren Widersprüche zu skandalisieren. Denn dort, wo man überhaupt keine Moral mehr erwartet, lässt sich keine Doppelmoral attestieren.

Darin auch hilfreiche Informationen zur Entwicklung des deutschen Nachkriegskonservatismus.

Journal Samstag, 18. Juli 2026 – Einmal gemischte Gewitter

Sonntag, 19. Juli 2026

Mit mehr Unterbrechungen als ideal, aber lang geschlafen. Draußen war es mild genug für Balkonkaffee.

In Socken und Strickjacke.

Die Wettervorhersage war für Samstag und Sonntag sehr gemischt, irgendwann würde es ziemlich sicher Gewitter geben. An diesem Wochenende hatte sich Herr Kaltmamsell auf meine Anregung Zeit für eine Wanderung freigehalten, doch es war nicht absehbar, welcher Tag stabileres Wetter versprach. Ich entschied einfach mal, dass wir Sonntag wandern würden.

Auch gestern ließ ich es darauf ankommen und packte für meine Schwimmrunde im Dantebad ein Handtuch für die Liegewiese ein. Als ich losradelte, schien warm die Sonne.

Im Bad insgesamt und auf den Schwimmbahnen speziell war wenig los, neben wolkigen Abschnitten schien meist die Sonne, nur am Ende meiner 3.200 Meter kam eine Gruppe Piranha-Schwimmer mit Spielzeug ins Becken, die mich um das Ende meiner Einheit froh sein ließ.

Jetzt war der Himmel gerade überwiegend blau: Ich legte mich mit Musik auf den Ohren in die Sonne und genoss sie ein Stündchen – mit wenigen schattigen Unterbrechungen. Gerade als ich mich aufrichtete um zu packen, warfen kleine dunkle Wolken, denen ich es gar nicht zugetraut hätte, dicke Regentropfen, die auch noch mehr wurden – ich raffte hastig alles zusammen und verlegte Anziehen und Packen in den Schutz des Schwimmbad-Gebäudes. Beim Heimradeln wurde ich aber nur wenig angeregnet.

Frühstück kurz vor halb drei: Selbstgebackenes Brot mit Butter und Tomate, von Herrn Kaltmamsell angesetztes Kimchi (ein Schüsselchen Kimchi essen: 2 Minuten. Kimchi-Pflanzenfasern aus den Zahnzwischenräumen pulen: 5 Minuten), selbstgebackenes Brot mit Butter und Zuckerrübensirup, Nektarine, Kirschen.

Bauernbrot im Anschnitt.

In unsere frühere Wohnung im 1. Stock wurde schon wieder neu eingezogen, eine Woche nach dem Termin, den die Hausverwaltung per Aushang angekündigt hatte – das direkte Nachmieterpaar (nach einjähriger Grund-Renovierung, die so nötig gewesen war, dass wir in eine andere, bereits renovierte Wohnung im Haus gewechselt hatten) hatte nichtmal vier Jahre dort gewohnt. Das Einzugs- und Einrichtungsgerumpel von unten ließ mich zunächst das Gerumpel eines Gewitters überhören, das aber nur einen kurzen Regenduscher brachte.

Gemütlicher Nachmittag mit Lesen (Internet, Zeitung), nach Ende des Gewitters auch auf dem angenehmen Balkon. Es kühlte ab. Keine Lust auf Yoga, nachdem mich beim Wäscheaufhängen Kreislaufkapriolen mit Schweißausbruch erwischten.

Gestriger Aperitif war Calvados-Tonic.

Herr Kaltmamsell hatte zum Nachtmahl Ernteanteil veredelt.

Von oben: Bohnensalat mit frischem Ernteanteil-Oregano, Ernteanteil-Zucchini-Salat mit Parmesan und Erdnüssen, chinesischer Ernteanteil-Gurken-Salat. Alles ganz besonders fein und köstlich.

Zum Nachtisch gab es Zimtschnecken-Eis mit Armagnac-Zwetschgen, außerdem (zu viel) Schokolade.

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Spanien und Vergangenheitsbewältigung – die bei einem Bürgerkrieg besonders schwer ist, wenn Nachbarn, Familienmitglieder einander umbrachten und keine Fremden in der Fremde (siehe auch Kroatien-, Bosnien-, Kosovo-Krieg). 90 Jahre danach schreibt Ulrike Fokken für die taz über den Sonderfall Granada:
“Als die Stadt ihren Dichter ermorden ließ”.

Im andalusischen Granada wurden besonders viele Menschen von den Anhängern Francos getötet. Lange tat sich die Stadt mit der Aufarbeitung schwer.

Journal Freitag, 17. Juli 2026 – Im Sturmwichteln gewonnen

Samstag, 18. Juli 2026

In der Nacht war aus dem Blitzen ein heftiges Gewitter geworden. Aus dem Einschlafen schreckte mich plötzlicher Krach auf unserem Küchenbalkon: Als ich nachsah, hing die Markise samt Rollgehäuse senkrecht vorm Geländer. Herr Kaltmamsell ging hinaus in den Regensturm und sicherte das Ding wenigstens so, dass es bei Gesamt-Herabfallen hoffentlich in unserem Balkon gelandet wäre.

Morgens sahen wir: Das war die Markise der Nachbarn von oben, mir fiel auch wieder ein, dass ich sie beim Heimkommen von außen ausgerollt vor ihrem Balkon sah. Sie hatten offensichtlich vergessen sie einzuholen. Unsere Markise steckte sicher in ihrer Deckennische, aus der sie ein Sturm schlecht rausholen konnte. Wir hatten also, wie es @dentaku formulierte, im Sturmwichteln gewonnen.

Es war nochmal ein halbwegs Sommertag angekündigt, ich schlüpfte in das letzte Sommerkleidungsstück, das ich in dieser Saison noch nicht getragen hatte.

Im Büro war ordentlich was zu tun, eine Besprechung am Vormittag ergänzte das um einige weitere Jobs. Dennoch raus auf einen Mittagscappuccino im Westend, die Sonne brannte überraschend heiß.

Zu Mittag gab es Aprikosen, Nektarine, Kirschen, außerdem etwas Roggenvollkornbrot und ein Becherchen Ayran.

Während ich weitere Dinge wegarbeitete, erreichte mich die Nachricht des heimgekehrten Herrn Kaltmamsell, die Markise sei nicht mehr da, liege aber auch nicht unten. Sie war wohl über den nicht gerissenen Führungsdraht nach oben gezogen worden – also kein Klingeln bei und Benachrichtigen der Nachbarn erforderlich.

Recht pünktlicher Feierabend, direkter Weg nach Hause: Ich plante Brotbacken, den Sauerteig hatte ich Donnerstag kurz vor dem Schlafengehen angesetzt.

Während der Stockgare Auspacken und Yoga, ab Stückgare im Gärkörbchen war Wochenende, Herr Kaltmamsell rührte uns Gimlets zum Anstoßen darauf an.

Fürs Nachtmahl hatte er beim Hermannsdorfer glückliches Rind besorgt, ein ungewöhnlicher Schnitt:

“Fledermaus-Steak”, auch: “Spider-Steak”, von oberhalb der Schulter. Nun ja. Auf kleineres Nachfragen Geständnis erhalten: Es sei ein eigentlich alter Schnitt, in Österreich “Kachelfleisch” genannt.

Serviert mit gebratenem (Ernteanteil-)Fenchel und restlichem Blattsalat.

Durchaus interessant, erinnerte an Flank Steak, aber nicht unser Favorit. Noch interessanter dazu der Wein.

Schweizer Besuch hatte an Ostern einen Heida vom höchsten Rebberg Europas, Visperterminen, mitgebracht. (Ohne Direktimport kommen wir ja nicht an Schweizer Weine.) Der St. Jodern aus dem Wallis passte gut zu dem kurz gebratenen Rindfleisch und zum Fenchel. Heida ist für mich eh eine sehr erfreuliche Entdeckung.

Zum Nachtisch gab es erst Dessert-Reste von einer Veranstaltung am Donnerstagabend in der Arbeit, die eine Kollegin gerettet und zur freien Verfügung gestellt hatte: Schoko-Muffins, Apfelstrudel. Dann noch Schokolade.

Noch während der Tagesschau hatte ich das Brot aus dem Ofen geholt.

Das rustikale Bauernbrot aus dem Plötzblog (Rezept seinerzeit ausgedruckt, mittlerweile wurde es verändert) sah ok aus, Anschnitt zum Samstagsfrühstück

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Die aus der Türkei eingewanderte Romanautorin Elif Shafak notiert für den Guardian ihre Beobachtung:
“People in Britain used to agree to disagree.
Since Brexit, they no longer dare to talk about difficult things”.

Allerdings frage ich mich bereits seit der Brexit-Kampagne vor mehr als zehn Jahren, ob mein Großbritannien-Bild bis zu dieser Zeit einfach auf Wunschdenken und Selbstbetrug bestanden hatte.

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Interview mit der Altphilologin und Homer-Übersetzerin (ins Englische) Emily Wilson – und ich erinnere mich sehnsuchtsvoll an die Diskussionen in meinem Griechisch-Leistungskurs zurück.
“‘Wäre ich ein Mann, hätten sie weniger Probleme mit meinem Tonfall'”.

via @vicgrinberg

(Die Überschrift ist nur ein kleiner Nebenaspekt des Gesprächs, zefix.)

ZEIT: Sie treffen Entscheidungen und wägen ab, welche Pfade sie beschreiten – und welche nicht. Ist Übersetzung also ihrem Wesen nach politisch?

Wilson: Genau genommen ist »politisch« hier ein anachronistischer Ausdruck, weil diese Epen, diese Gedichte seit dem 8. Jahrhundert vor unserer Zeit entstanden sind, also bevor die Polis des antiken Griechenlands entstand, aus der wir den Begriff »politisch« beziehen.

ZEIT: … das ist ziemlich genau die Anmerkung, die man von einer Altphilologin erwarten würde.

Wilson: Aber auch so bin ich mir nicht sicher, was »politisch« für meine Tätigkeit hieße – es hängt davon ab, was man übersetzt. Die homerischen Epen sind sehr stark auf Gesellschaften und auf Menschen in Gesellschaft ausgerichtet. Sie sind zutiefst sozial. Ist es überhaupt möglich, dass das nicht auf irgendeiner Ebene auch politisch wäre?

Aaaaaah – wie ich diese fachlich fundierte Korinthenkackerei LIEBE!

ZEIT: Sie haben 15 Jahre mit ihren Übersetzungen verbracht. Was hat Sie dazu gebracht, sich so lange in diese Epen zu versenken? Was können uns solche Epen über die Urgeschichten von Krieg und menschlicher Irrfahrt heute geben?

Wilson: Unglaublich viel. Und dennoch zögere ich bei griffigen Lektionen. Wenn eine Quintessenz auf eine Kaffeetasse passt, lohnt es sich nicht, das Epos zu lesen. Stattdessen geht es um die Erfahrung des Lesens selbst.

Journal Mittwoch, 15. Juli 2026 – Bruderblog-Empfehlung und einstweiliger Abschied von den Kammerspielen

Donnerstag, 16. Juli 2026

Neue Blog-Empfehlung!

Heute darf ich hier endlich darauf hinweisen: Mein Bruder Daniél fährt vom oberbayerischen Etting (bei Ingolstadt) nach El Olmillo (in Zentralspanien) – mit dem Fahrrad. Und er bloggt darüber:
Etting -> El Olmillo.

Es gibt bereits ein paar Posts über die Vorbereitungen, der RSS Feed funktioniert – und ich würde mich sehr freuen, wenn Sie Daniél zur Seite stehen.
(Hier ein Kinderbild, falls Sie einen Niedlichkeits-Schubser benötigen.)

§

Eigentlich guter Schlaf, doch ich konnte die kühlenden Nachtstunden nicht für Belüftung des Schlafzimmers ausschöpfen: Um halb zwei weckte mich heftiges und ausdauerndes Brüllen, Schreien und Kreischen aus dem Park – Fenster zu.

Beim Aufstehen sah ich den Straßen und Wegen an, dass es nachts geregnet hatte. Weitere dunkle Wolken ließen mich für den Arbeitsweg zum Schirm greifen, doch ich kam trocken ins Büro (und freute mich am Mauerseglerschrillen, jetzt sind ihre Tage bei uns gezählt.)

Dort brühte ich die erste Tasse Milky Oolong meines Lebens auf: Am Dienstag hatte jemand auf Mastodon nach Einkaufsquellen gefragt, ich fand heraus, worum es sich überhaupt handelte, das klang attraktiv, und eine Einkaufsquelle lag auf meinem Weg. Ja, angenehmer grüner Tee, der wenig nach Grüntee schmeckt – aber mit dem Effekt, den ich von allen Grüntees kenne: Ich trinke die sehr große Tasse sehr schnell leer.

Mittags eine Marschrunde um die Blöcke. Der Himmel zeigte gerade ein bisschen Blau zwischen den Wolken, schon wurde es gnadenlos schwül, und ich kam ordentlich verschwitzt zurück an meinen Schreibtisch. Dort gab es zu Mittag Nektarinen, Aprikosen und weniger Roggenvollkornbrot, als ich gedacht hatte, weil ich mich schon so voll fühlte.

Abends stand mein letzter Theaterbesuch auf Basis Kammerspiel-Abo an, ein letztes Mal machte ich deshalb mit Unterstunden Feierabend. Ab der nächsten Spielzeit fallen meine Abo-Termine auf Sonntage und im Residenztheater.

Auf dem gemütlichen Heimweg kaufte ich fürs Abendessen ein. Daheim las ich auf dem Balkon und genoss den frühen Feierabend, abenso bei einer Runde Pilates.

Als Abendessen richtete ich Trauben, Nektarinen, Aprikosen, Tomätchen sowie vier Käsen an, außerdem aßen wir die letzten Salzgürkchen aus aktueller Produktion.

Mein vorerst letzter Abo-Kammerspielbesuch führte mich in Eurydike und Orpheus, “nach einem Libretto von Robert Bolesto mit Musik von Jan Duszyński” – und der Regisseurin Anna Smolar wohl als zentraler Autorin. Autor*innenschaft bei zeitgenössischem Theater (von wem ist das Stück eigentlich?) ja immer sehr komplex.

Ich marschierte in milder Luft zum vorerst letzten Mal an die Maximilianstraße (die auch weitgehend verbaustellt ist – wollt ihr jetzt auch doch die Luxus-Tourist*innen verprellen?) ins Theater.

Niemand benötigte gestern die Garderobe (und wohl auch nicht die “Rollstuhlrampe”).

Leb wohl, unbequemer Sitz Reihe 5, Platz 4, dich werde ich sicher nicht vermissen.

Gestern sah ich von dort aus die Musiktheater-Variante des alten Orpheus-und-Eurydike-Themas (neben der Garderobe ist auch das Programmheft seit einigen Jahren gratis), dazu morgen mehr (vorab: auf jeden Fall interessant).

Nach Hause mit schmerzendem Po und Kreuz in anhaltender Milde und mit Fußballguck-Geräuschen aus offenen Fenstern und Türen: Gestern wurde das zweite Halbfinale der aktuellen Männerfußball-WM ausgetragen.

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Southpark macht Urlaub und fährt dazu von Berlin nach Osten: Erstmal ein paar Tage Warschau, jetzt ist er in Litauen. Wenn Sie mitfahren möchten: Hier beginnt seine Reise.
Für mich klingt das ausgesprochen attraktiv: Bahnfahren, das Teil des Urlaubs und der Eindrücke ist, eine spannende und exotische Urlaubsgegend – die vor allem nicht bereits durch Must-see- und Fotos auf allen Medien, social oder nicht, tot-stereotypisiert wurde. Vielleicht schaffe ich es in diesem Leben noch, auf diese Weise Bulgarien oder Georgien kennenzulernen. Wobei mir seit meiner Westerwald-Wanderung (sehr empfehlenswerter Fernwanderweg mit gepflegten, schön designten Routen) klar ist: Urlaub wirklich abseits von Tourismus-Hotspots bedeutet fehlende Tourismus-Infrastruktur; Bequem-Reisende wie ich müssen da jedesmal abwägen.

Erst kürzlich war ich ins Gespräch mit jemandem geraten, die tatsächlich Reisen so absolviert, wie ich es bis dahin nur aus Medienberichten kannte (und ehrlich gesagt nicht ganz von erwachsenen Menschen geglaubt hatte): Influencer-Destinationen, dort die Liste von instagram-Ansichten abhaken, indem man selbst diese Ansicht auf instagram postet. Ich find schön, dass sie sich damit wohl fühlt, aber… genau das führt zu Over-Tourism (“in den Urlaub fahren, um praktisch nichts erlebt zu haben”).