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Journal Mittwoch, 16. September 2026 – Zahndinge und Beifang, u.a. aus dem Internetz

Donnerstag, 17. September 2026

Gut geschlafen und bei frühem Anfang viel, trotz deutlicher Zahnschmerzen – seltsam. Natürlich spürte ich Angst, dass ich den nächsten gesunden Zahn zerknirscht haben könnte.

Morgens war es mild, ich setzte mich (in Strickjacke) nochmal zum Morgenkaffee auf den Balkon.

Ibu wischte die Zahnschmerzen schnell weg (richtete aber interessanterweise nichts gegen die LWS-Beschwerden mit Stichen ins rechte Bein aus).

Weg in die Arbeit unter bedecktem Himmel.

Drückt es uns armen Oktoberfest-Anwohnenden nur rein.

Im Büro mehr Aufregung, als mir lieb war, gehört halt zum Job. Allerdings machte mich unruhig, dass ich ja über Mittag zwei Stunden wegen Zahnärztin abwesend und unerreichbar sein würde – nicht dass man mich gerade dann brauchte.

Erstmal aber im immer noch Warmen, aber bereits Schwülen zu einem Mittagscappuccino.

Zur eigentlichen Mittagszeit U-Bahn-Fahrt nach Schwabing. Die dentalmedizinische Konsultation war dann mittel ergiebig: Die aktuellen Zahnschmerzen sind wieder unerklärlich, eine erneute Röntgenaufnahme erbrachte genau gar nichts. Wir warten ab. Mit Abklingen der Morgen-Ibu stiegen die Schmerzen.

Meine Bitte um ein Implantat führte zu einem gründlichen Gespräch über Hintergründe (u.a. aha: Oberkieferknochen von Natur aus deutlich weicher als Unterkiefer) und Optionen mit dem Ergebnis der Überweisung an einen Chirurgen für zweite Meinung und mögliche Umsetzung eines tiefen Implantats. Zudem hörte ich erneut, wie stark das Zähneknirschen in der Bevölkerung zunimmt – und viele der riesigen Erfolge der heutigen Dental-Prophylaxe wieder kaputt macht. Gut gepflegte und Karies-freie Zähne, die einfach bersten – ich schwimme mitten im Mainstream.

Zurück im Büro (nichts verpasst) gab’s nach zwei Mittagessen: Apfel, Feigen, Mirabellen, Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot. Und langsame Beruhigung, diese Zahngeschichte nimmt mich durchaus mit. Draußen brach währenddessen Gewitter aus, inklusive ergiebigem und anhaltendem Regen.

Nach Feierabend Busfahrt in die Innenstadt, ich hatte ein Geburtstagsgeschenk zu besorgen. Unterm Schirm nach Hause.

Dort eine Runde Yoga, mit besonders unangenehmem Zwicken rechts der LWS. Aber Nichtbewegen ist halt auch keine Option.

Herr Kaltmamsell servierte Nachtmahl aus der Gefriere: Bauernwürscht und Roggenbrot, dazu frisch gekocht Sauerkraut.

Sehr früh ins Bett zum Lesen, weil so müde sehr früh Lichtaus.

§

Dies scheint ein langes Dokument zu sein. Spare Zeit und sieh dir eine Zusammenfassung mithilfe des KI-Assistenten an.

Dies, blöde Adobe-Software, ist eine RECHNUNG. Was jeder Mensch selbst aus den Augenwinkeln erkennt. NIEMAND braucht von einer Rechnung eine Zusammenfassung.
Wenn dein LLM nichtmal DAS weiß!

Auf meinen gleichlautenden Mastodon-Post schickten Menschen weitere Dokumentarten, zu denen das Adobe-LLM dieselbe Aufforderung schickt:
– Speisekarten
– Konzerttickets
– Fährverbindungen
– Schnittmuster
– Ausmalbild

Und der Zusammenfassung dieser idiotischen Software soll ich dann vertrauen?

§

Gestern brachte ich mich dazu, einen meiner schönen Ringe zu tragen (habe vor etwa 20 Jahren recht abrupt damit aufgehört, weil ich Ring-lose Hände plötzlich eleganter fand).

Wie fast alle meine Ringe in den ersten ebay-Jahren ersteigert, vor über 20 Jahren. Dieser sah bei Kauf völlig ungetragen aus, ich mochte das 1950er-Design, das mich an Nierentische erinnerte. Außerdem passen meiner Ansicht nach Gelbgold und blaue Steine (könnten hier Aquamarine sein) besonders gut zusammen.

Allerdings machte mich kürzlich ein Interview nachdenklich. In der SZ-Reihe “Reden wir über Geld” kam Guya Merkle zu Wort, Schmuckunternehmerin (€). Sie hat sich intensiv mit der Herkunft von Gold und deren ethischem Hintergrund auseinandergesetzt. Unter anderem sagt sie:

Schmuck braucht per se kein echtes Gold mehr. Ich glaube aber, dass die Psychologie von Luxus anders funktioniert. Manchen Schmuckstücken sieht man an, was sie wert sind. So zeigt man: Ich habe es geschafft, ich gehöre dazu. Im schlechtesten Fall sogar: Ich bin besser als jemand anderes. Das versuche ich zu verstehen.

Ich trage seit vielen Jahren nur noch “echten” Schmuck aus Edelmetallen, und ich trage nahezu täglich Schmuck, mindestens an den Ohrläppchen. Für mich (!) fühlt (!) sich Modeschmuck schäbig an.1 Seit der Lektüre der Aussage oben frage ich mich aber: Fühle ich mich mit meinen Lieblingen aus Gelbgold (oder bei Goldschmiede-Arbeiten oft Silber vergoldet) als was Besseres?

§

Nur der Chronik wegen und zum Festhalten. (Und für diejenigen, die mit Fakten noch erreichbar sind.)
“Jetzt amtlich: Sommer mit Hitzerekorden in Bayern”.

Der diesjährige Sommer in Bayern hat nach nunmehr amtlicher Feststellung in mehrfacher Hinsicht Hitzerekorde aufgestellt: Laut dem Landesamt für Umwelt wurden nicht nur neue Höchsttemperaturen in allen sieben bayerischen Regierungsbezirken gemessen, sondern es gab auch so viele Hitzetage wie nie seit Beginn der systematischen Erfassung.

§

Mal wieder sehr sehenswerte Fotos auf dem instagram-Kanal @womeninstreet: Ergebnisse der “‘Summer Sports’ challenge”. Eines cooler als das andere – und eine ungeheure Bandbreite an Techniken, Motiven, Blicken, Kuturen. (Starker Ausdruck- und Wandhängwunsch bei diesem und diesem Motiv.)

  1. Außerdem verursacht der meiste davon bei mir Ausschlag, wie ich schon als Jugendliche feststellte. [↩]

Journal Dienstag, 15. September 2026 – Nochmal Biergarten aus dem Sommer rausgeholt

Mittwoch, 16. September 2026

Erster Schultag, ab jetzt verlässt Herr Kaltmamsell wieder vor mir das Haus (weil er an seiner Schule für den Vertretungsplan zuständig ist, der halt vor der ersten Unterrichtsstunde stehen muss und tagesaktuelle Ausfälle berücksichtigen).

An diesem sehr frischen, aber sonnigen Morgen marschierte ich besonders zackig in die Arbeit: Ich hatte aus Schlepp-Faulheit keine Jacke über die kurzen Ärmel des Oberteils gezogen.

Durch die spätsommersonnige Gollierstraße, bevor die Schulkinder unterwegs waren.

Der Vormittag im Büro dominiert von einer Info-Veranstaltung mit aktivem Part by proxy.

Vor und nach dem Sommer gibt es ein paar Wochen lang morgens einen Sonnenstand, bei dem die Strahlen von den Fenstern des Nebenhochhauses so blöd gespiegelt werden, dass sie genau mein Gesicht vor dem Computer-Bildschirm treffen. Jetzt begannen diese Nachsommerwochen wieder.

In herrlichem Spätsommerwetter marschierte ich Sonnenwärme suchend zu meinem Mittagscappuccino – und sah ausgesprochen entzückt einige Außengastronomie von aufgerezelten Familien belegt, die Schulanfang feierten, prächtige Schultüten auf den Tischen, dahinter je ein aufgekratztes Kind.

Zu Mittag gab es später eher trockene Feigen, köstliche Mirabellen (ein paar zu viel davon), Quark.

Nebenbei war ich gut mit instagram beschäftigt: Derzeit ergießt sich wieder eine Welle von Accounts mit meist vielen Ziffern hinterm Männernamen (meist ohne eigene Posts oder nur wenigen egalen) in Likes und Kommentare vor allem derjenigen meiner Posts, auf denen ich zu sehen bin. Aus tiefem Ekel blockiere ich sie konsequent. Hat etwas von Handy-Spiel (wie ich mir die vorstelle, die nicht Pokemon sind), bei dem ich alle anderthalb Stunden ein Dutzend Neu-Follower blockiere.

Heimweg in weiter gestiegener Wärme über kurzen Vollcorner-Einkauf. Diesen verstaute ich nur im Kühlschrank, fürs Abendessen (Ernteanteil bereits weggegessen) war ich mit Herrn Kaltmamsell aushäusig verabredet: Das nochmal sommerliche Wetter nutzten wir für den Schnitzelgarten.

Der Kellner hatte mir meine Bestellung Cordonbleu Gorgonzola bei meinem Luftholen bereits aus dem Mund genommen – auch wenn ich nur zwei- bis dreimal im Jahr komme, erinnerte er sich, dass ich das immer bestelle. Herr Kaltmamsell hatte endlich mal die ebenso legendäre Roulade essen wollen, doch die war gestern schon aus. Also wiederholte er meine Bestellung. Gutes Abendessen in wunderbarer Luft. (Nein, wir schafften wieder nicht alles, hatten für den Rest eine Plastikdose dabei.)

Biergartenhimmel am Sommerende.

Auf dem Heimweg blieb ich am geschätzten Nachbarschafts-Blumenladen hängen und gönnte mir Dahlien.

Zu Hause noch Schokolade als Dessert.

Sehr früh ins Bett mit völlig überraschenden Zahnschmerzen links oben hinten – wie praktisch, dass ich Mittwochmittag eh einen Termin bei meiner Zahnärztin hatte zur Besprechung eines Implantants für den abtrünnig zerspaltenen Zahn rechts oben hinten.

Meine neue Lektüre war punktgenau aus der Vorbestellung bei der Münchner Stadtbibliothek als verfügbar gemeldet worden: Mely Kiyak, Dieser Garten.

§

Wenn ich jemanden über den Nahost-Konflikt lesen möchte, dann Carolin Emcke. Wegen ihrer umwerfenden Klugheit, wegen ihrer persönlichen Nähe zum Thema, weil sie sich schon so oft und tief Gedanken und Gefühle gemacht hat über Gewalt und Empathie. Deshalb hob ich mir ihren Text zum Thema fürs SZ-Magazin bis zu einem Augenblick mit Ruhe und Konzentration auf (€):
“Jedes einzelne Leben”.

Und Emcke beginnt auch gleich sehr klug:

Für manche beginnt die eigene Zeitrechnung am 7. Oktober. Das Datum markiert eine Zäsur. Dieses Verbrechen reiht sich nicht ein in eine Chronologie oder einen Kontext. Es hebt die Zeit aus den Fugen. Für andere gibt es eine andere Zeitrechnung, gibt es ein Davor, eine Chronologie, die andere historische Momente, andere Gewalterfahrungen betont. Für manche beginnt es mit der israelischen Besatzung im Westjordanland. Und mit der Abriegelung des Gazastreifens. Für andere noch viel früher. Mit dem Teilungsplan und der Gründung des Staates Israel. Mit dem Krieg, der darauf folgte. Mit der Nakba, der »Katastrophe«, der Gewalt und der Vertreibung der Palästinenser. Für andere beginnt es mit der Shoah. Für wieder andere beginnt es mit den Briten und ihrem Mandat. Mit den Enteignungen und Entrechtungen im Namen britischer Notstandsverfügungen. Mit dem Imperialismus der Briten und ihren kolonialen Techniken der Repression, die später immer wieder zitiert oder kopiert wurden.

Wer spricht oder schreibt über den Nahen Osten, setzt und deutet Anfänge, Bruchstellen, Wendepunkte, Zäsuren, setzt und deutet Hintergründe, Vorgeschichten, bestätigt oder bestreitet Kontinuitäten oder Diskontinuitäten, empfindet und erfährt Wiederholungen, Re-enactments, Retraumatisierungen.

Wenn Sie irgendwie rankommen, empfehle ich die Lektüre dieses Essays. Es geht auch darum, wie Nachdenken, Erinnern und Assoziieren funktionieren, wo Vorwürfe komplett unangebracht sind.
Weinen Sie mit mir.

§

Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach bloggt über den Wahlausgang in Sachsen-Anhalt, was mir schon lange durch den Kopf geht:
“Nehmt sie endlich Ernst!”

Was mich in den letzten paar Tagen dann aber wirklich irritiert hat, ist, wie wenig die Menschen, die AfD wählen, Ernst genommen werden. Durchweg. Da wird auf ihre Ängste hingewiesen, auf ihre Enttäuschung, auf ihren Frust, auf das verlorene Vertrauen. Als ob das erklären kann, wieso rund 50% der Menschen, die gewählt haben, eine rechtsextreme, eine Nazi-Partei wählen. Wer so über deren Entscheidung redet, als ob sie aus Frust, im Affekt, irgendwie unreflektiert gefallen wäre, macht doch genau das gleiche, was sie vorher als Ursache zu identifiziert zu haben glauben.

Ich drücke es so aus: Diese Leute wollen Faschisten, seht es endlich ein!

Und Wolfgang:

Um es klar zu sagen: wer enttäuscht ist, wütend, sich zurückgelassen fühlt, entscheidet sich bewusst zwischen der Linken und den Nazis. Und nicht zufällig. Es mag vielleicht frustrierend sein und es macht mir ja auch Angst. Aber wenn ich die Menschen Ernst nehme, gibt es nur einen Schluss: sie haben sich bewusst für Nazis entschieden, weil sie die Antwort der Nazis richtig finden.

Journal Sonntag, 13. September 2026 – Wandern über die Ratzinger Höhe

Montag, 14. September 2026

Weckergeweckt, denn ich hatte Pläne: Wandern mit Freundin auf dem Obst- und Kulturwanderweg Ratzinger Höhe. Und vorher wollte ich gebloggt haben.

Das dauerte dann doch etwas länger als geschätzt, was zu ausgesprochen zackigem Tempo beim Vorbereiten auf die Wanderung führte.

Draußen war es bewölkt, aber halbwegs mild. Schon beim Marsch zum Zug stellte sich heraus, dass ich so genau richtig gekleidet war.

Der Rest in Fotos – weniger als sonst, denn die nächsten Stunden war ich mit anregendsten Gesprächen mit der Freundin beschäftigt: Familie, Lektüren, Kunst, Reisen, Berlin, Erwerbsarbeit, Körper, Altern, Kleidung, Kulinarik in Düsseldorf und München, Aussicht, Neurodivergenz – unter anderem. Tiersichtungen unter anderem: Kühe in Ställen, Kühe auf Weiden, Falken, Bussarde, Gänse, Hühner, Schwalben.

Prien

Einer von vielen, vielen reich behangenen Apfelbäumen (dazu kamen Birnenbäume und Zwetschgenbäume, ein Quittenbaum).

Links der Priener Weinberg.

Inzwischen ja eigentlich eine Serie: Fotos von weggen Dingen. Heute: wegges Wegkreuz.

Blick von der Ratzinger Höhe auf den Chiemsee. Hier machten wir um halb eins Brotzeit; ich hatte Apfel und Zwetschgen dabei.

Diese Apfelsorte sollte Aurora heißen.

Körper völlig problemlos, nach gut viereinhalb Stunden waren wir zurück am Priener Bahnhof. In der Wartezeit auf den Zug zurück wurde ich noch auf einen Cappuccino eingeladen (die Bäckerei am Bahnhof ist auch am Sonntag geöffnet!). Auch diesmal wirkte der Trick, sich in Prien ganz ganz hinten an den Bahnsteig zu stellen: Die letzten Wagen des langen, langen und überfüllten Zugs aus Salzburg hatten noch freie Plätze – nebeneinander!

Die Gesprächsthemen reichten locker noch für die Fahrt nach München – und darüber hinaus.

In München setzte gerade Regen ein, doch ich kam lediglich etwas angefeuchtelt daheim an. Überraschung beim Ausziehen: nach Langem mal wieder Wanderkrätze an den Unterschenkeln.

Telefonat mit meiner Mutter, eine Runde Yoga – die ruhige Folge mit hauptsächlich Dehnungen war gestern genau das Richtige. Vorbereitung des Arbeitsmontags mit vorheriger Schwimmrunde.

Zum Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell wie angekündigt Ernteanteil-Mangold mit Linsen und Nudeln (aus Familientradition reichte ich eingelegte Peperoni zu den Linsen an). Nachtisch Schokolade.

Journal Samstag, 12. September 2026 – #12von12 mit marokkanischem Abend

Sonntag, 13. September 2026

#12von12 bedeutet: Am 12. eines Monats zwölf Fotos vom Tag bloggen – gesammelt im Kännchenblog von Caro.

1 von 12: Zu diesem Anblick wachte ich auf, das war schön.

Sportplan war eine Laufrunde. Diesmal knetete ich vorher meine Beinrückseiten lieber mal mit einer Faszienrolle, denn an den vorherigen Tagen hatte ich immer wieder Signale aus meinen Waden wahrgenommen, die sich wie eine Ankündigung von Krämpfen anfühlten: JETZT krampfen wir zwar nicht, aber wir KÖNNTEN!

2 von 12: Laufkleidung.

Ich radelte zum Tierpark Hellabrunn; beim vorherigen Reifenaufpumpen hatte ich festgestellt, dass ich nicht mal fürs Radeln eine Jacke brauchen würde – wenn mir ein wenig Frösteln nichts ausmachte.

Es wurde ein herrlicher Lauf: Perfektes Wetter, in dem es gerade frisch genug war, dass die Sonnenstrahlen angenehm wärmten. (Das ist möglicherweise meine Ideal-Temperatur draußen: Ich genieße die Wärme der Sonne, brauche dafür im Schatten ein Jäckchen. Wie halt damals 1992 in Wales.) Und das Licht! Und die Farben!

Dazu ein ungewöhnlich kooperativer Körper, selbst über die 90 Minuten hinaus (meine Erklärung: Ibu plus Vorkneten).

3 von 12: Schleusenwärterhäusl bei Maria Einsiedel.

4 von 12: Isarwerkkanal mit Blick auf Großhesseloher Brücke.

5 von 12: Blick von Großhesseloher Brücke auf weiterhin extrem niedrigen Wasserstand.

6 von 12: Blick bei Pullach übers Isartal.

7 von 12: Isarwerkkanal mit Familie Schwan.

Für ein paar Einkäufe vor Rückradeln schaute ich abschließend zum Edeka Isargärten – doch der war nach einem Brand Anfang August geschlossen (ich hatte vom Brand gelesen, aber nicht mitbekommen, wie verheerend dessen Zerstörung gewesen war).

8 von 12: Wasserwachtübung am Flaucher.

Für Einkäufe radelte ich also im Glockenbachviertel an einem Edeka vorbei.

9 von 12: Zum Frühstück gab es um zwei Roggenvollkornbrot mit Butter und Tomaten, dann noch zwei mächtige Stücke Zwetschgenkuchen.

Den Nachmittag verbrachte ich mit Zeitunglesen (der Lokalteil immer stärker oktoberfestisiert, im Lauf der kommenden Woche werden nur noch die Polizeimeldungen für mich interessant), Blödschaun in die Sonnen-beleuchtete Umgebung.

Auf der Balkonbrüstung stand wie immer eine Schale Wasser. Ich fülle sie täglich auf, offensichtlich wird sie viel von Vögeln genutzt.
Gestern aber saß auch ein Mensch auf dem Balkon: ich.
Immer wieder beobachtete ich, wie vom Park eine Meise (Kohl- oder Blau-) gezielt angeflogen kam (in der Meisen-typischen Wellenbewegung) – und dann ein paar Meter vorm Balkon beiläufig abdrehte in den benachbarten Baum. Manchmal traute sich eine doch kurz heran, aber bis zu einem Bad blieb keine.
Sehr lustig und niedlich.

Außerdem raffte ich mich endlich zu Pflanzen-Wellness auf und entstaubte die Blätter meines Feigen-Oleanders (mit einer schmutzigen Socke, die ich über die Hand zog und immer wieder ausschüttelte).

Zum Abendessen waren Herr Kaltmamsell und ich mit Freunden verabredet: Sie hatten von einem neuen marokkanischen Lokal in Thalkirchen gelesen, dem El Nador, und dort für uns reserviert. Da die U-Bahnlinie in diese Richtung wegen Renovierung gesperrt ist, nahmen Herr Kaltmamsell und ich einen Bus für die erste Hälfte der Strecke und gingen den Rest zu Fuß (keine Lust auf Radeln).

10 von 12: So kamen wir an diesem rasch frischer werdenden Spätsommerabend mal wieder an der Alten Utting vorbei.

Der marokkanische Abend wurde sehr schön: Die Wirtin Naima El Helali, wie sich herausstellte Hessin mit marokkanischen Wurzeln, erzählte uns den Hintergrund zu Gebräuchen, Gerichten und Weinen, wir aßen ganz ausgezeichnet, wurden aufmerksam und liebevoll umsorgt.

Wein des Abends wurde ein marokkanischer Rosé Sidi Brahim, der wirklich interessant schmeckte. Bevor serviert wurde, trat einer der Angestellten mit silbernem Geschirr und Kanne an unseren Tisch: Erstmal wuschen wir uns hier nämlich die Hände.

11 von 12: Als Vorspeisen hatten wir um eine Auswahl für alle gebeten – und bekamen wunderbar unterschiedlich gewürzte Gemüse sowie Krabben in Tomate und eine Erbsencreme.

12 von 12: Auch die Hauptspeisen teilten wir uns, um möglichst viel zu probieren. Es gab Tajine mit Lamm, mit Hähnchen, mit Hackbällchen (es hätte auch eine reine Gemüse-Tajine gegeben), außerdem eine Schüssel Couscous mit Rind und Gemüse. Auch hier schmeckte alles sehr unterschiedlich, aber durchgehend hervorragend.

Auch die Nachtisch-Zusammenstellung überließen wir der Wirtin, sie servierte luftigen marokkanischen Pfannkuchen sowie einen saftigen Grießkuchen mit Mandeln, dazu Vanilleeis – ich musste passen, mein Bauch meldete bereits Überfüllung. Doch den frischen Pfefferminztee, aus großer Höhe und wunderschönem Kännchen eingegossen, nahm ich gerne.

Dazu das eigentlich Wichtige des Abends: Update mit den Freunden, die seit dem letzten Treffen mit Segelboot um Korsika und Sardinien Urlaub gemacht hatten, zum Teil einen völlig neuen Berufsweg eingeschlagen, viel erlebt.

Heimweg dann doch zu noch größerem Teil zu Fuß, weil wir zu lange auf den Bus hätten warten müssen – doch mit Sitzpausen für Herrn Kaltmamsell, der mittlweile nur noch gut zehn Minuten gehen kann, bevor er sich vor Schmerzen setzen muss, ich sorge mich sehr.

§

Ein Blog besonders häufig zu verlinken, fühlt sich immer ein bisschen wie Stalking an – aber dann soll’s halt nicht so empfehlenswert schreiben. Lesen Sie hier bei Novemberregen von ihrem Brandschutztraining:
“11. September 2026”.

§

Und schon wieder:
“Vorwurf gefilmter Missbrauch: Mann in Hannover vor Gericht”.

Die Ermittlungsgruppe sei zudem auf fast 100 noch unidentifizierte Opfer gestoßen, zu denen weiter ermittelt werde.

Noch jemand mit Not all men!?

Journal Freitag, 11. September 2025 – Wochenendfeiern mit südenglischem Sekt

Samstag, 12. September 2026

Für eine richtig gute Nacht mindestens zweimal zu oft aufgewacht.

Von draußen kam es wieder ausgesprochen kühl herein, dennoch wagte ich mich strumpflos in einem Rock auf den Marsch in die Arbeit.

Körper-Ärgernis am Schreibtisch: Die Muskeln über (oder unter) meinen linken unteren Brustrippen zuckten, den ganzen Tag. Wir kennen das von Augenzucken, in den vergangenen Jahren kommen an meinem Körper aber alle möglichen Muskeln auf diese Idee. Ich fange erst gar nicht an, nach Ursachen zu recherchieren: Ohnehin sehr wahrscheinlich eines von unzähligen Körper-Details, zu denen die Forschung keinen blassen Schimmer hat. Ist halt so.

Zum zweiten Mal in meinem Berufsleben eine junge Erwachsene erlebt, die URLs handschriftlich notierte (und dann für die digitale Ablage fotografierte – immerhin).

Geordnet emsiger Arbeitsvormittag. Beim Mittagsmarsch um die Blöcke und zu einem Cappuccino bauten sich dunkelstgraue Wolkenwände auf – obwohl für den Tag kein Niederschlag angekündigt war. Dieses Gewitter äußerte sich dann allerdings nur in Donnern, es regnete nicht und wurde bald wieder sonnig.

Wird man in den kommenden Jahrzehnten 9/11-Überlebende runterzählen wie zuvor die der Titanic? (einer der letzten / eine von nur noch fünf / der vorletzte)
Berechtigter Einwand auf Mastodon: Die Titanic führte Passagierlisten, das World Trade Center nicht.

Zu Mittag gab es Plattpfirsiche, Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot.

Am Nachmittag hatte ich noch einiges zu tun, aber ich war so, so müde – und habe nicht mal was dafür vorzuweisen (Kind, tausende Projekte).

Aber auch dieser Nachmittag endete, ich machte mich auf den direkten Weg (am immer bedrohlicheren Oktoberfestaufbau vorbei) nach Hause – denn dort startete ich erstmal das Backen eines Wochenend-Kuchens (sehr rar geworden, weil zu selten Lust darauf): Zwetschgenkuchen mit Nussboden.

Während der Ofenzeit eine Einheit Yoga, angenehm. Dann fürs Abendessen die Beilage Chinakohl (Ernteanteil) mit Joghurtdressing vorbereitet, bevor ich endlich mit Herrn Kaltmamsell richtig Wochenende feierte.

Wir öffneten die Flasche südenglischen Sekt Méthode Champenoise, die wir aus dem Urlaub mitgebracht hatten. An Breaky Bottom Vineyard, gegründet 1974, sind wir beim Wandern durch die South Downs mehrfach vorbeigekommen – das war vor vielen Jahren Anlass unserer Entdeckung, dass England zum Weingebiet geworden ist.

Die Cuvée Manja Scott von 2019 war hefig in der Nase, sonst anfangs vor allem sehr trocken – entwickelte erst mit der Luft einige interessante Aromen.

Beim Recherchieren der Hintergründe von Weingut und Winzer las ich, dass Gründer Peter Hall 2025 gestorben ist – Breaky Bottom steht derzeit zum Verkauf.

Zum Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell Ernteanteil-Zucchini (plus zugekauften, es gab tatsächlich eine Zu-wenige Zucchini-Situation) mit Garnelen in asiatischer Limetten-Sauce, ganz hervorragend. Zum Nachtisch gab es frischen Zwetschgenkuchen und dann Schokolade, außerdem ein Stamperl ungarischen Birnenschnaps.

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Gestern erfuhr ich via wasmachstdueigentlichso von der Existenz der Ferienreiseverordnung. Das erfüllte mich eine ganze Weile mit der Art Freude, die das Englische als glee bezeichnet: Sind es nicht herrliche Zeiten, in denen wir leben!

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Auch eine Auto-Geschichte, vor allem aber ein gesellschaftsgeschichtliches Zeugnis: Eine Techniktagebuch-Redakteurin erzählt aus eigenem, langjährigen Erleben von einer Isetta. Mit Fotos!
“1957 bis 2026
Die rote Rennsemmel”.

Journal Donnerstag, 10. September 2026 – NineEleven vor 25 Jahren

Freitag, 11. September 2026

Heute ist es 25 Jahre her, dass Terroristen vier Passagierflugzeuge entführten, eines davon in das Pentagon bei Washington flogen, zwei Flugzeuge in die Hochhäuser World Trade Center in New York, die dadurch einstürzten; hier starben 2763 Menschen. In meiner Lebenserinnerung war das der schlimmste Gewaltakt, den ich auch noch in Echtzeit mitverfolgte; ich fasse nicht, dass er länger her sein soll als der Abstand meiner Geburt (1967) zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

Es dauerte viele Jahre, bis ich das Grauen auch nur ein wenig an mich heranlassen konnte, immer anhand eines bestimmten Details oder Aspekts: Mal waren es Augenzeugenberichte, mal war es eine Doku über die New Yorker Feuerwehr, mal die Recherche zum Falling Man und damit überhaupt zu den Menschen, die aus den brennenden Türmen sprangen, und wie Medien mit den Fotos davon umgingen.

Die Wochenend-Süddeutsche eröffnete mir mit einer großen Reportage (€) einen weiteren grauenvollen Aspekt: Der Schutt der zerstörten Twin Towers (geschätzte Gesamtmenge mehr als 1,8 Millionen Tonnen) wurde in nur acht Monaten abgeräumt – nach Staten Island, auf die Müllkippe Fresh Kills Landfill. Und zwar samt allem.
“Unser Kind, verstreut im Müll”.

Als an jenem Tag im Abstand von siebzehn Minuten zwei Flugzeuge in die Türme des World Trade Center in New York krachten und sie vor den Augen der Welt einstürzten, wurden – die Selbstmordattentäter nicht mitgerechnet – 2749 Menschen getötet. Laut Gerichtsakten konnten nur 292 Leichen geborgen werden. Von weiteren 1357 Opfern wurden Körperteile gefunden, Fragmente von Knochen oder persönliche Gegenstände wie Portemonnaies und Schlüssel. Etwa 1100 Opfer verschwanden, ohne eine Spur zu hinterlassen, „von den tobenden Flammen gänzlich in die Körperlosigkeit aufgelöst, oder von den gewaltigen Massen aus einstürzendem Beton und Stahl zu Staub zermahlen“, so sagte es der zuständige New Yorker Richter Alvin Hellerstein 2008.

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Dass dieser Gewaltakt Auswirkungen auf das gesamte Weltgeschehen bis heute hatte, zeichnet sich in der Rückschau immer deutlicher ab. Die Auswirkungen auf den Alltag der Passagierfliegerei schildert Flugbegleiterin Frau Klugscheißer (deren Hinweis/Berufsbeschreibung “We are here to save your ass. Not to wipe it.” ich regelmäßig zitiere).
“I Can’t Get Started”.

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Guter Nachtschlaf, hätte ruhig länger gehen können als bis zum Weckerklingeln um 5:45 Uhr.

Bei einem nächtlichen Aufwachen fand ich mich auf dem Rücken liegend wieder, die Hände im Nacken – sehr schlecht für meine Wirbelsäule, und absichtlich sehne ich mich nie nach dieser Schlafposition. Ich hoffe, dass mich lediglich ein Traum kurz dahin gebracht hat. (Erst kürzlich efuhr ich, dass ich im Schlaf auch brabble, wäre also eine Möglichkeit.)

Es war kalt geblieben, ich musste meine Kleidungsplanung mit etwas Anstrengung nach Herbst verschieben.

Na ja: Zumindest was die Hosen- und Ärmellänge betrifft (neuer Pulli von der baskischen Marke SKFK). Und drüber Regenmantel.

Unter freundlichem Himmel und in angenehmer Luft in die Arbeit marschiert.

Emsiger Vormittag mit auch physischem Räumen. Parallel gespanntes Verfolgen einer weiteren verschobenen DHL-Sendung an meine Privat-Adresse: In der Benachrichtigung zur Sendungsverfolgung war meine Anschrift ohne Straßenangabe genannt – stand sie so auf dem Päckchen (dann würde sie nicht geliefert), oder handelte es sich um einen Übertragungsfehler in der Benachrichtigung? Selbstverständlich hatte ich gecheckt, dass ich die Angaben bei der Bestellung korrekt ausgefüllt hatte.

Gestern war der jährliche Warntag, zum Glück hatten mich Ankündigungen erreicht und vorbereitet. Mögen Sie vielleicht auch dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Feedback geben? (Ich bat wieder um Infos zu Schutzräumen.)

Mittagsmarsch um die Blöcke, inklusive Mittagscappuccino, inklusive Markteinkauf von Bodensee-Obst (Zwetschgen, Äpfel, letzte Plattpfirsiche). Sichtung des ersten Pelz-verbrämten Wintermantels, das fand ich dann doch übertrieben.
Als Mittagessen gab es Birnen, (ältere) Zwetschgen, Hüttenkäse.

Um 14 Uhr traf die Nachricht von Herrn Kaltmamsell ein: Sendung angekommen! Ich habe zwei weitere Merino-Sportshirts, der Probekauf hatte mich komplett überzeugt.

Arbeitsreicher Nachmittag. Auf dem Heimweg, weiterhin kühl, kurzer Einkaufsabstecher.

Als Abendessen gab es eine Schüssel Salat aus eben geholtem Ernteanteil: Blattsalat, Tomaten, Gurke mit Orangensaft-Tahini-Dressing, dazu ein paar harte Eier. Nachtisch Schokolade.

Abendprogramm: Das quer-Spezial über Kriegsdienst.

Wehrpflicht, Waffenindustrie, Kriegstauglichkeit: Deutschland rüstet auf. “quer”-Reporter Philipp Potthast trifft junge Menschen, Reservisten und Kritiker. Und fragt sich: Würde ich, wenn es darauf ankommt, mein Land verteidigen, mit allen Konsequenzen?

Ich fand die 45-minütige, gänzlich unsatirische Doku ausgezeichnet gemacht: Sie versucht wirklich, alle wichtigen Aspekte abzudecken. Empfehlung.

Journal Samstag, 5. September 2026 – #WMDEDGT mit USA-Verwandtschaft in Augsburg

Sonntag, 6. September 2026

Wie an jedem fünften des Monats fragt Frau Brüllen wieder “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” und sammelt die Antworten unter #WMDEDGT, für diesen September hier.

Nach sehr frühem Einschlafen mittelgute Nacht, vor allem Alkohol-bedingt. Aber lang geschlafen. Draußen dunkle Wolken und ganz leichter Regen, der es noch nicht unter die Bäume geschafft hatte.

Vor allem anderen Katzenwäsche und Auftragen Östrogen-Gel meiner Hormonersatztherapie: Die Tagesplanung war von einem Treffen mit Teilen von Herrn Kaltmamsells US-amerikanischer Verwandtschaft bestimmt, davor wollte ich noch Laufen gehen, und nach eigentlicher Körperpflege nach Laufrunde wäre mir das zu spät und aus dem Rhythmus gewesen. Während das trocknete, zog ich mein Bett ab und startete eine Waschmaschinenrunde damit und mit den anderen angesammelten weißen Kleidungsstücken. Pflanzengießen, ich hinterlege die Erinnerung immer in meinem Handy-Kalender inklusive Spezifikationen zu den Pflanzen, die einen besonderen Gieß-Rhythmus haben.

Jetzt aber endlich Morgenmilchkaffee-Bereitung, Balkonkaffee. Die vorsichtshalber übergezogene Strickjacke legte ich bald ab, es war mild. Ich bloggte vor mich hin.

Ein heftigerer Regenschauer brachte einen deutlichen Temperatursturz. Ich setzte mich rein und plante meine Laufkleidung um. Doch bei meinem Start von der Haustür regnete es gerade nicht, der Regenradar zeigt auch eine längere Pause an: Ich band die leichte Regenjacke um den Bauch.

Es wurde ein schöner Lauf über Südfriedhof, Ostseite Isar entlang, Flaucher, Hinterbrühler See und zurück, erst nach dem Umkehren schlüpfte ich in Regentropfen in meine Jacke. Der Körper spielte gut mit, eine Ibu half ihm beim Kooperieren.

Nußbaumpark

Weiterhin Niedrigststand der Isar: Diese Mauer im Flussbett war mir neu.

Unter den Läufer*innen wurde einander angelächelt und gegrüßt, von einem Sportradler, der gerade irgendwas an seiner Ausrüstung richtete, hörte ich ein “Servus! Das sieht gut aus!” – äh, danke? Nach den ähnlichen Motivationsgrüßen am Undercliff Walk in Brighton frage ich mich jetzt aber: Ist das ein Ding? Wird es gerade in bestimmten Kreisen von Freizeitsportler*innen gutes Benehmen, einander auch außerhalb von Wettbewerben/Massenläufen Aufmunterndes zuzurufen?

Duschen, Fertigmachen, für Sandalen war es mir dann zu kühl.

Mit Herrn Kaltmamsell spazierte ich zum Münchner Gleisende, holte mir noch einen Mittagscappuccino, mit dem setzten wir uns in eine Regionalbahn nach Augsburg (ich las Wochenend-Zeitung auf meinem Handy; bis der Zeitungsausträger einen neuen Schlüssel zu unserem Haus bekommt, hatte ich mir den Online-Zugang freischalten lassen). Auch in diesem September nutzen Herrn Kaltmamsells Cousin und sein Mann die Sommerpause ihres Catering-Business in Florida, um die deutsche Verwandtschaft im Süden und in Berlin zu besuchen. Sie saßen bereits im Auto, mit dem Herr Schwieger uns vom Bahnhof Haustetter Straße abholte: Herzliches Wiedersehen, gut sahen die beiden aus.

Bei den Schwiegers saßen wir ein wenig zusammen, ließen uns vom Stand der Bemühungen erzählen, das Catering-Business zu verkaufen und sich zur Ruhe zu setzen – über das Alter Wohlverdienterruhestand ist der Cousin-Mann eigentlich längst hinaus. Es gab auch einen Programmpunkt für den Nachmittag: Textilmuseum Augsburg. Ich war erst einmal vor Jahren dort gewesen und hatte es in sehr guter Erinnerung.

Zu viert besahen wir erst die Ausstellung Talbot Runhof im Obergeschoß, am interessantesten fand ich allerdings die Erinnerungen und Geschichten, die der Besuch damit assoziierte. An der sorgfältigen Präsentation gefiel mir besonders, dass einige Stoffe der ausgestellten Kleider zum Anfassen bereit standen.

Auch die Dauerausstellung zur langen Textil-Geschichte Augsburgs inklusive funktionsfähiger Orgininalmaschinen sahen wir uns an, die Musterbücher wieder ein besonderer Hingucker.

Ebenso der Museumsshop, in dem unter anderem textile Produkte der Originalmaschinen angeboten werden.

Mittlerweile war Herrn Kaltmamsells jüngerer Bruder dazugestoßen, mit ihm fuhren wir zurück zu Schwiegers. Dort Kaffeeundkuchen: Der erste Zwetschgendatschi der Saison war mit reichlich Sahne mein Frühstück.

Zum Abendessen fuhren wir raus ins Industriegebiet zu dem italienischen Lokal mit riesigem Außenbereich, das gerne für diese Zwecke genutzt wird. Ich freute mich über eine Gemüsepizza an Aperol Spritz, noch mehr aber über weitere Familiengeschichten und Austausch. Wir verabschiedeten Cousin und Mann vorerst, sie werden jetzt eine Woche in Spanien verbringen – ich hoffe auf ein weiteres Treffen vor ihrer Rückkehr nach USA.

Zug zurück nach München, darin viel hübsches Party-Volk. Daheim noch eine Runde Schokolade zum Nachtisch.