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Journal Freitag, 30. Oktober 2026 – #Uralub Tag 1 mit Wanderung über der Pupplinger Au

Samstag, 31. Oktober 2026

Rückblickend war das ein ganz schön voller Tag – das hatte sich aber echt ehrlich nur so ergeben, Programm war eigentlich nur eine Wanderung.

Wieder wurde ich aus tiefem Schlaf geweckt – allerdings war mir im Traum gerade mein Handy gestohlen worden, auf dem Weg zum Schwimmen, und ich steckte in angestrengtem Nachdenken über das weitere Vorgehen: Diese Unterbrechung war willkommen. Wecker, weil ich einen letzten Morgenkaffee mit Herrn Kaltmamsell trinken wollte und weil um halb acht der Heizungshandwerker angekündigt war, der sich um den seit drei Wochen tropfenden Heizkörper kümmern sollte.

Der Tag startete mit Hochnebel; ich war schon sehr gespannt, wie das Wetter in der Wolfratshauser Gegend aussehen würde, in der ich wandern wollte.

Der Heizungshandwerker kam (mit einem niedlichem Praktikanten), fröhlich – und erstaunt, mich statt Herrn Kaltmamsell anzutreffen: Schraube an Leitung neben Ventil festgezogen – kein Tropfen mehr. Er testete dann auch gleich das Ventil, diesmal wurde die Heizung NICHT warm. Also nahm er die Abdeckung ab, klopfte auf dem Ventil herum (mit Erklärungen an den Praktikanten), jetzt funktioniert auch die Heizung.

Gefrotzel beim Gang durch unseren Flur:
Praktikant: “Sie haben aber viele Bücher.”
Ich: “Ja, wir lesen halt gern.”
Heizungshandwerker: “Hab ich mal probiert, aber wieder aufgehört.”
Ich: “Ist wie’s Fahrradfahren: Das verlernt man nicht. Können Sie jederzeit wieder anfangen.”

Wenig nach neun fuhr meine S-Bahn nach Icking, nachdem ich herausgefunden hatte, dass sie am Starnberger Flügelbahnhof stand und nicht unterirdisch die Stammstecke fuhr, saß ich auch drin (Deutschlandticket ist super!). Unterwegs wurde der Himmel immer düsterer.

Erster Ausblick. Egal, das ist ja das Großartige an Herbstwanderungen: Das bunte Laub bringt Farbe selbst in den grauesten Tag.

Doch das änderte sich immer wieder. Kalt war und blieb es, ich wanderte die erste Hälfte mit leichter Mütze und Handschuhen. Doch der Himmel veränderte sich ständig – und ließ immer wieder Sonne durch. Es folgen sehr viele Bilder: Ich sammelte Farben für den grauen langen Winter.

Blick durch den Garten eines der großzügigen Anwesen in Schlederloh aufs Loisachtal.

Die Pupplinger Au von Schlederloh aus – immer wieder schön, ich hatte mich sehr darauf gefreut.

Aussicht auf die Loisach in Wolfratshausen.

Die Durchfahrt Dorfen war gesperrt: Dort wurde die Hauptstraße gerade neu asphaltiert. Ich spazierte an beeindruckenden Geräten und Fahrzeugen vorbei, traute mich aber nicht zu fotografieren.

Kurz vor Wolfratshausen wurde es sehr katholisch.

Im Wolfrathshausen kam ich zur perfekten Zeit für Mittagscappuccino an: halb zwölf.

Jetzt kam die Sonne immer häufiger raus, ich legte Mütze und Handschuhe ab.

Hinauf zum Riemerschmid-Park.

Und wieder hinunter zur Loisach.

Überraschung nach Einbiegen auf das letzte Wegstück nach Ebenausen: Ein riesiges ungeerntetes Sonnenblumenfeld, das im Sonnenlicht wie ein Tupfenmuster wirkte.

Auf diesem Feld brachte mir die App Flora incognita bei:

Rainfarn-Phazelie (Gründüngung).

Nach vier Stunden und gut 14 Kilometern gelangte ich an den Bahnhof Ebenhausen. Auf die Rückfahrt wartete ich nur gut zehn Minuten, jetzt um zwei nutzte ich das für Frühstück: Letzter Apfel der Sorte Fräulein aus dem Markt-Einkauf in der Vorwoche, ausgesprochen köstlich. Ein paar Trockenpflaumen, und in der S-Bahn gab es noch ein paar Hände voll Mischnüsse.

Zurück in München erledigte ich auf dem Heimweg die Lebensmitteleinkäufe für den Abend und fürs Wochenende.

Daheim traf ich zu meiner Überraschung noch auf Herrn Kaltmamsell, wir nutzen die Anwesenheitsüberschneidung für Erzählen über die vergangenen Tage. Gleichzeitig bereitete ich mein Abendessen vor: Während ich sonst nur für mich den Ernteanteil ja eher effizient und mit wenig drumrum wegesse, hatten mich die Gelben Bete auf Ideen gebracht. Herr Kaltmamsell beobachtete misstrauisch meine ernährerische Selbständigkeit, versucht er mich doch völlig von seinen Kochkünsten abhängig zu halten.

Dazwischen (und nach Verabschieden von Herrn Kaltmamsell in seine Rollenspiel-Tage) aber noch Friseur-Termin: Ich ließ meine Haare wieder auf Ganzkurz bringen.

Vorher

Nachher
(Ich habe immer noch keinen Selfie-Kurs gemacht.)

Jetzt aber Finalisierung des Abendessens, ich war sehr hungrig.

Belugalinsen mit Gelben Beten, gerösteten Mandelstiften, Ernteanteil-Ruccola, Orange (Schale, Saft), Thymian, dazu Mozzarella. Schmeckte sogar so gut, wie ich mir das vorgestellt hatte! (Mozzarella hätte es nicht mal gebraucht.)

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Sandro bittet auf instagram: Denkt doch bitte auch mal an die armen Kürbisse.

Journal Donnerstag, 29. Oktober 2026 – Durch kalte Oktobersonne in die Urlaubswoche

Freitag, 30. Oktober 2026

Ahhhh, letzte Arbeitstage vor dem Urlaub: Ich fürchte, mittlerweile würde mich mein Imposter-Syndrom (oh, ich bin ganz sicher, dass Ihr Imposter-Syndrom viel echter ist als meines) erwürgen, wenn ich NICHT nach einem Turbo-Tag abgehetzt rauskäme.

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Wieder aus tiefem, guten Schlaf in die Unwilligkeit geweckt.

Heller Himmel, knackig kalter Marsch in die Arbeit nur wenig über Frost: Ich werde mich baldigst um die Balkonpflanzen kümmern müssen.

Arbeitsvormittag mit Anwartschaft auf Titel dümmste Kollegin des Jahres: Ein Problem mit der neuen Technik stellte sich schlicht als Blödheit meinerseits heraus (von der ich so überzeugt war, dass ich einer hilfreichen Kollegin mehrfach widersprochen hatte).

Zum Mittagscappuccino raus in die Sonne, Vorfreude züchten auf die am Freitag geplante Wanderung.

Zu Mittag selbst gab es eine Banane, außerdem Granatapfelkerne mit Sojajoghurt und Mohn.

Der Nachmittag wurde dann so richtig zackig – unter anderem weil ich Jobs so rechtzeitig abliefern wollte, dass die Empfänger*innen noch Gelegenheit für Rückfragen oder Nachbesserungen hatten.

Zu meiner echten und großen Freude konnte ich aber auch jemandem helfen, der sich mit einem wilden Schuss ins Dunkle an mich gewendet hatte: Mein Klugscheißer-Gen (eine frühere Chefin unterstellte mir mal “Terrier”-Eigenschaften) brachte mich zur richtigen Info.

Noch ein paar kleinere Übergaben, und dann hatte ich URALUB! Ich wusste gar nicht wohin mit meinem Freiheitsgefühl.

Einzukaufen war nichts, ich ging gemütlich, aber direkt unter fast ganz dunklem, klaren Himmel heim, in knackiger Kälte (sah mich jetzt auf der freitäglichen Wanderung in Mütze und Handschuhen). Zu Hause wartete der von Herrn Kaltmamsell geholte Ernteanteil auf mich. Es hatte davor eine Warn-Mail gegeben, dass neben dem angekündigten Zuckerhut auch ein Endiviensalat dabei sein würde, der Blick in die Gemüse-Schublade des Kühlschranks ergab, dass es sich nicht nur um einen gigantischen Zuckerhut handelte, sondern auch um einen mächtigen Endivienkopf.

Nun ist ja gleich Allerheiligen, und wenn Sie bereits ein Weilchen hier mitlesen, überrascht es Sie nicht, dass Herr Kaltmamsell ein paar Tage fehlen wird: Über das Allerheiligenwochenende trifft er sich mit seiner Rollenspielrunde aus Jugendtagen und tötet im Spiel “Call of Cthulhu” (Pen & Paper) Monster. Diesmal war er sogar den Donnerstagabend davor aushäusig, um mit Kolleg*innen Party zu machen (oder wie auch immer das in der Lehrerschaft heißt). Es war und ist also allein an mir, mit allem Salatoiden aus diesem Ernteanteil fertig zu werden. Gestern startete ich (nach einer kleinen Runde Rückengymnastik) mit dem Endiviensalat, angemacht mit Joghurt-Knoblauch Dressing. Meine erste Niederlage: Ich brachte nicht mal diesen einen Kopf weg, ein geschätztes Viertel davon passte nicht in die größte Salatschüssel. Schmeckte aber. Noch ein Stückchen Käse, dann als Nachtisch (Weihnachts-)Süßigkeiten; der Elisenlebkuchen vom Lebkuchen Schmidt stellte sich als herausragend heraus.

Früh ins Bett zu langem Lesen, das ärgerliche Als Großmutter im Regen tanzte von Trude Teige will ich schnell wegkriegen.

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Wie mein sehr alter H&M-Wildledermantel mal deutlich mehr Eindruck hinterließ als ich.

Journal Mittwoch, 28. Oktober 2026 – Denk-Gestrüpp und Fotogalerie Grabmäler

Donnerstag, 29. Oktober 2026

Vom Wecker aus tiefem Schlaf in tiefe Unwilligkeit gerissen worden. Die Aussicht auf schmerzhaftes Aufstehen half nicht.
Musste halt. Mal wieder.

Auf dem Marsch in die Arbeit Herbst-angemessene Lufttemperatur, jahreszeitlich bedeckter Himmel, nochmal Oktoberbunt.

Seltsamer Arbeitsvormittag. Große Unruhe im Kopf, Gedankenverläufe wie ein Wollknäuel, nachdem eine Katze damit gespielt hat, wie dichtes Schlehenbuschgestrüpp (inklusive dieser bilderreichen Assoziationen ein mögliches Migräne-Symptom). Und dann bestand meine Arbeit auch noch in tausenderlei Kleinscheiß – ich glaube, eine größere Aufgabe, die mich mit Konzentration vereinnahmt hätte, wäre beruhigender gewesen.

Für berufliche Einkäufe nahm ich eine U-Bahn zum Hauptbahnhof. Draußen war es immer noch düsterer geworden, ich hoffte auf den vorhergesagten Regen.

Der prasselte erst, als ich zurück im Büro war, und dann auch nur kurz. Für meine mittägliche Runde um die Blöcke nahm ich zwar einen Schirm mit, benötigte ihn dann bei aller Düsterheit nicht (Talisman-Funktion).

Zu Mittag aß ich eine Banane in perfekter Vorreife sowie Mango mit Sojajoghurt.

Nachmittag mit erneutem Regen. UND! Ich bekam selbst gemachtes Sauerkraut aus Bulgarien geschenkt:

In ganzen Blättern im Glas, dazu Infos für klassische Verwendung in Bulgarien: Krautwickel, Suppe, kleingeschnitten in anderem Gemüse, für Korean Pancakes.

Gestern fand die Bürgerversammlung meines Wahlbezirks statt – und ich war nicht dabei: Als ich die Einladung bekam (dieses Jahr hatte ich vergessen, frühzeitig selbst nach das Datum nachzuschlagen), hatte ich für diesen Feierabend schon vor langer Zeit einen Termin bei meiner Kosmetikerin für Pediküre und Gesichtsbehandlung gebucht. Vor langer Zeit, weil diese Feierabend-Slots natürlich begehrt sind, deshalb auch nicht so einfach zu verschieben.

Statt dessen spazierte ich also zur Kosmetikerin und ließ mich zwei Stunden lang anfassen, freute mich im Gespräch über gute Neuigkeiten.

Daheim wartete Herr Kaltmamsell mit dem Nachtmahl auf mich: Ernteanteil war weggegessen, es gab Spaghetti mit scharfer Tomaten-Oliven-Kapern-Sauce, köstlich. Brotzeitvorbereitung, dann zum Nachtisch Schokolade.

Nach Häuslichkeiten nicht ganz so früh ins Bett zum Lesen. Trude Teiges Roman Als Großmutter im Regen tanzte macht mich einerseits gespannt darauf, wie es weitergeht, erzeugt dabei aber ein schales Gefühl, weil sie ein düsteres Thema schon arg auf Niveau deutscher TV-Mehrteiler inklusive Belehrung verarbeitet. Ich möchte den Empfehlerinnen solcher Bücher immer Ulrike Draesner, Die Verwandelten aufdrängen: SO geht das auch kunstfertig, vielschichtig und gut. (Oder sollte man umgekehrt Leser*innen davor warnen Draesner zu lesen, weil sie für jede oberflächlichere Fiktionalisierung des Stoffs verdorben werden könnten?)

§

Auf Mastodon gibt es das Meme #Fotovorschlag mit einem Thema für jeden Tag. Ich freue mich, wenn Accounts in meiner Timeline daran teilnehmen, weil sie großartige Fotos oder Einblicke posten. Selbst bin ich meist allein schon dadurch verhindert, dass ich meine Fotos nicht bei mir habe, also nicht auf meinem Handy speichere.

Doch gestern lautete das Thema “Besondere Grabmale” – und jetzt profitierte ich von den vielen Friedhofsbildern, die ich bereits hier im Blog gezeigt habe: Ich mag Friedhöfe sehr gern, finde sie hochinteressant und freute mich über das Wiedersehen mit meinen eigenen Fotos. (Ich habe nicht den leisesten Schimmer, wie es sich anfühlt, voll Schmerz trauernd am Grab eines geliebten Menschen zu stehen – möglicherweise ändert das dereinst mein Verhältnis zu Friedhöfen grundlegend. Aber bis dahin.) Deshalb hiermit nochmal gezeigt:

Liegender Grabstein in dichtem Grün, bei aller Verwitterung kann man die große Inschrift lesen: "Georg Simon Ohm"

2024: Auf dem Alten Südfriedhof in München für einen großen Widerstandskämpfer.

2025: Ehrengrab von Hedy Lamarr auf dem Wiener Zentralfriedhof.

2018: Erich Kästner auf dem Friedhof Bogenhausen.

2015: René Goscinny auf dem jüdischen Friedhof hoch über Nizza.

2017: Die Hausmeistermutter Elisabeth Kiermaier auf dem Alten Südfriedhof in München. Grabinschrift:

“Hier ruhen in Gott
Engelbert Kiermaier
25 Jahre Hausmeister im
kath. Zentralgesellenhaus
*30.10.1862 +17.12.1925

und seine Mutter
Elisabeth Kiermaier
*26.10.1821 +21.2.1906“

2021: Ehrengrab von Johannes Heesters (nein, der lebt nicht mehr) auf dem Münchner Nordfriedhof.

2020: Außenmauer des alten jüdischen Friedhofs in Frankfurt.

2022: Alter Südfriedhof in München während Corona.

2023: Grab von Irish Travellern auf dem Brighton Cemetery.

2018: Rainer Werner Fassbinder auf dem Friedhof Bogenhausen.

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Zugfahrten können das Herz auch wärmen, lesen Sie zum Beispiel aktuell bei Vanessa Giese:
“Noch ein Freibadschwumm, ein Schnittbier und Zug-Erlebnisse”.

Journal Dienstag, 27. Oktober 2026 – Volle Kanne Oktoberleuchten

Mittwoch, 28. Oktober 2026

Es befremdet und besorgt mich, dass ich erneut die größten LWS-Beschwerden beim Aufstehen nach dem Schlafen habe. Ich liege nachts (schmerzfrei) mit orthopädisch empfohlender Haltung und besonders rückenfreundlichem Kopfkissen auf einer exzellenten Matratze – und komme beim Aufstehen schier nicht in die Senkrechte vor lauter (muskulärem) Kreuzweh.

Es war ein milder Tag angekündigt, ich gestand mir leichtere Kleidung zu. Das erwies sich als gute Entscheidung.

Der Marsch in die Arbeit noch unter bedecktem Himmel, aber schon jetzt leuchtete der Oktober nochmal volle Pulle.

Das Oktoberfest wird weiter zusammengeklappt.

Im Büro erstmal Wirbeln, neue Technik hatte neue Probleme mitgebracht, ich reichte Work-arounds herum.

Das Wetter wurde immer schöner und wärmer, auf dem Rückweg von meinem Mittagscappuccino legte ich bereits den Schal ab und öffnete meinen Janker.

Wegen einer Besprechung um die Mittagszeit verschob sich meine Mittagsbrotzeit. Als Einstieg war eine Avocado vorgesehen, doch auch nach zehn Tagen Reifezeit im Obstkorb bedeutete die Druckreife nicht etwa innere Cremigkeit: Sie war gummig geworden und schmeckte bitter – das konnte ich nicht essen (wenn ICH mal Lebensmittel wegwerfe!). Also gab es nur Apfel und Skyjolei.

Geordneter Arbeitsnachmittag mit gekipptem Fenster in die milde Luft draußen. Überraschenderweise bekam ich nochmal bohrenden Hunger, die Mischnüsse und Trockenpflaumen aus der Büroschublade mussten herhalten.

Heimweg mit einem Schlenker über den Stachus: Mal wieder Automatenfotos (nur einer von den beiden Automaten funktionierte) für mein Projekt. Seit 21 Jahren mache ich das schon; geben Sie mir nochmal 29 Jahre und einen Verlag, der daraus ein Buch macht – und dann bin ich vielleicht reif für eine Strecke im SZ-Magazin.
Wenn es das Magazin dann noch gibt.
(Zumal dieses Projekt indirekt auch die Technikentwicklung dokumentiert.)

Zu Hause Wäscheaufhängen, eine gute halbe Stunde Pilates (wieder anstrengend, aber diesmal diesseits der Wohltu-Grenze), Brotzeitvorbereitung.

Zum Nachtmahl bereitete Herr Kaltmamsell den überraschenden Spitzkohl aus Ernteanteil zu einem besonders köstlichen Krautstrudel.

Nachtisch Weihnachtssüßigkeiten und Schokolade.

Langes Lesen im Bett. Was man halt so macht, um nicht da zu sein, ohne andere mit Abwesenheit und Ausweichen zu belasten.

Journal Samstag, 24. Oktober 2026 – Schlaglichter auf die Bloglesung

Sonntag, 25. Oktober 2026

Das war gestern ein überwältigender Tag und Abend – es wird eine Weile dauern, bis ich den Sturm an Eindrücken und Gefühlen sortiert kriege und verarbeite. Die Berichterstattung über die Bloglesung im (sensationellen) Münchner Boxwerk werden Sie sich eher woanders holen müssen, ich bin noch nicht so weit (und saß für Berichterstattung ja auch auf der falschen Seite).

Unruhige Nacht, aufgewacht mit Kopfweh, gegen das auch Ibu nicht half (über den Vormittag fast schon migränoide Symptome). Erstmal duschte ich, um Frühstücksemmeln zu holen – auch ohne solche Mahlzeit morgens weiß ich ja bei Besuch noch, wie Frühstück geht.

Der Übernachtungsbesuch schlief aus, ich bloggte und kruschte. Dann frühstückten wir ausgiebig zu dritt, Herr Kaltmamsell kann ja zumindest morgens essen.

Vanessa schwimmt gern und im sommerlichen Freibad auch regelmäßig lange Strecken. Als sie vor Wochen ihr Bedauern über das Schließen der Freibäder geäußert hatte und auch diesmal feststellte, dass Schwimmen im Hallenbad sie langweilte (wie ich mittlerweile weiß, mag das auch mit dem erzwungenen Wechsel von einem 50- in ein 25-Meter-Becken zu tun haben), hatte ich angeboten, dass wir am Lesungstag ja ins Dantenbad für einen außer-sommerlichen Freibad-Schwumm gehen könnten. Und das machten wir dann gestern.

Erst nach zwölf ließen wir uns ins Wasser gleiten. Zunächst war eher viel los auf den Schwimmbahnen, aber dann beruhigte sich der Verkehr bis zur Übersichtlichkeit. Vanessa überholte mich ein paar Mal, wir trafen uns nach absolvierter Strecke (ich fühlte mich fit, und jetzt beruhigten sich auch meine Kopfschmerzen).

Zurück bei mir daheim hatte ich zwar immer noch keinen Appetit, doch um drei musste auch ich mal was essen: Äpfel, Skyr. Vor allem aber freute ich mich an weiteren Gesprächen.

Um halb fünf machten wir uns fertig für den Anlass der ganzen Unternehmung und nahmen eine U-Bahn in die Maxvorstadt. Herr Kaltmamsell begleitete uns: Er war für die Spendenkasse des Abends zuständig gemacht worden.

Sofort verzaubert von dieser Film-reifen Boxhalle mitten in der Stadt. Inhaber Nick Trachte nahm uns herzlich in Empfang und erzählte uns stolz einige Geschichten zur Ausstattung – unter anderem dass der Boxring (in anderer Funktion) bereits bei den Olympischen Spielen von 1972 im Einsatz war. Im hinteren Bereich wurde auch noch trainiert, magische Atmosphäre. Dort hinten gab es auch ein Kammerl für uns Aktive des Abends, Initiatorin und Veranstalterin Frau Klugscheisser hatte sogar für Catering gesorgt.

Spannend bis zuletzt war ja, ob überhaupt welche und wie viele kommen würden. Es erwies sich: sehr viele. Alle Plätze waren besetzt, Publikum war aus allen Ecken der Republik angereist, einer sogar bis aus Schwabing.

Frau Klugscheisser in Ringrichter-Garderobe sagte uns an, Markus Pfeifer, Novemberregen, meinereine, Vaness Giese lasen in dieser Reihenfolge etwas vor, dazwischen gab es Klaviermusik, nach der Hälfte eine Pause – in der ich endlich Lust auf die Luxus-Butterbrezen aus dem Catering hatte. Während die anderen lasen, saß der Rest im Hintergrund des Boxrings. Ich hatte mich für dieses Outfit entschieden:

Sportarten-Wolpertinger (von unten: Joggen, Yoga, Joggen, Schwimmen).
Hier bei der Kostümprobe am Donnerstag, gestern ließ ich die Schwimmbrille dann doch hochgeschoben.

Danach warf ich mir Wärmendes über, traf dann Leute: Seit Jahrzehnten aus dem Internet vertraute Menschen, viele Leserinnen dieses Blogs, einige mit herzwärmenden Geschenken – ich hoffe, ich wurde Ihnen allen ein wenig gerecht und dass meine Überforderung nicht als Missachtung ankam.
Dazwischen die Bloggerin, die bereits Jahrzehnte vor einem triumphierenden “bin ja schon Dreiundneunzig!” mit ihrer schieren Existenz prahlen kann und dafür gefeiert wird. Und die als Premium-Vorklatscherin in der ersten Reihe aktiv war.

Im Gespräch auch so manche Ex-Bloggende, die sich bewogen zeigten, ihre Blogs zu reaktivieren – ach, das wäre schön. Frau Klugscheisser hatte eine Magnum-Flasche (meines) Lieblings-Cremants Bouvet dabei, mit dem Inhalt stießen wir auf den gelungenen Abend an.

Danach ein Blick zurück ins Boxwerk von @croco, bevor wir ums Eck in die Wirtschaft vom Freitagabend einkehrten – die dieser Teil des Publikums praktisch komplett füllte. Allerdings wurde sie schon um Mitternacht geschlossen; Teile der Gruppe zogen weiter zum Karaoke-Singen, mich zog es massiv ins Bett, und ich nahm mit Herrn Kaltmamsell eine U-Bahn nach Hause. (Wo ich natürlich vor lauter Überdrehtheit nicht einschlafen konnte.)

Journal Freitag, 23. Oktober 2026 – Die Bloglesung braut sich zusammen

Samstag, 24. Oktober 2026

Nach einer guten Nacht klingelte der Wecker viel zu früh für mein Schlafbedürfnis – das ist ungewöhnlich.

Emsiger Morgen mit Vorbereitungen der nächsten Tage. Ich hatte bereits damit gerechnet, dass ich später als sonst loskommen würde, und so war es dann auch.

Noch begleitete mich dunkelgoldene Morgensonne über dunkelpinkem Morgenrot auf dem Weg in die Arbeit, dann setzte die angekündigte Düsternis ein.

Arbeitsvormittag auch mit ärgerlichen Themen, da half alle gründliche Vorbereitung nicht. Zum Ausgleich schmückte ich mit einer Leidensgefährtin Gewaltfantasien aus, bis wir vereinbart hatten, wer festhalten würde und wer zutreten.

Mittagscappuccino aus der Cafeteria, weil gerade noch so viel zu tun war. Dafür aber ein Mittagsmarsch um die Blöcke.

Zur Brotzeit gab es einen am Markt erworbenen Bodensee-Apfel (Sorte Fräulein – ich erinnerte mich richtig, wie sich beim spritzenden Reinbeißen erwies, dass die besonders saftig sind) und Skyjolei.

Überraschend emsiger Arbeitsnachmittag, ich kam nicht ganz so pünktlich raus wie geplant – nicht so schlimm, der Wochenendgast hatte bereits beträchtliche Bahn-Verspätung durchgegeben. Auf dem Heimweg letzte Lebensmitteleinkäufe fürs Wochenende.

Und kurz nach mir traf sie ein, Vanessa, seinerzeit angetreten als die liebe Nessy – Fortsetzung meiner über 20 Jahre andauernden Serie “Blogger*innen übernachten bei Blogger*innen”, seinerzeit begonnen mit Lyssa und Isabo. Erstes Plaudern, erstes Einrichten, dann trafen wir uns in der Maxvorstadt mit den anderen Beteiligten der Bloglesung heute Abend.

Teilweise (von meiner Seite) sehr emotionale Wiederbegegnungen.

Zu den Fleischpflanzerln aus Wild bestellte ich Herrn Kaltmamsell und mir eine Flasche Lemberger, die wir beide sehr mochten, hier zum Merken.

Gute Pflanzerl (ich hatte für die angereisten übersetzen müssen – die deutsche Küche ist herrlich regional), hervorragender frischer Kartoffelbrei, guter Kürbis. Zum Nachtisch bestellte ich Apfelkücherl und war sehr zufrieden.

Dazu angeregteste Gespräche durcheinander, letzte Anweisungen für den heutigen Abend, Austausch der Tagespläne bis dahin.

Spät nahmen wir eine U-Bahn zurück zum Sendlinger Tor, im Bett um Mitternacht.

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Ich freue mich sehr, dass mein Blogstöcken zu Kindheitserinnerungen aufgegriffen wird, weil ich andere Kindheiten und andere Leben kennenlerne (allein schon, dass manche die Stofftiere ihrer Kindheit über Jahrzehnte aufbewahren!). Hier eine kleine Sammlung:

– Mumien, Analphabeten, Diebe.
– Vogelsfutter
– irgendwie jüdisch
– Frau Bruellen
– Sinn und Verstand
– joel.lu
– crocodylus
– Ich tu, was ich kann
– Dancer on sand
– iberty
– Teetrinken
– Alltägliches und Ausgedachtes

§

Dies war die Woche, in der ganz viele Menschen lernten, was PHP ist: Eine (bereits entdeckte) Sicherheitslücke hatte dazu geführt, dass zahlreiche Unternehmen, Behörden, Organisationen, Privatleute ihre Websites offline stellten, um möglichen Angriffen zuvorzukommen. Auch ich ließ mir von Herrn Kaltmamsell am Mittwochabend PHP erklären, wie nahezu hinter allen Websites diese freie und offene Software steht und was sie dort tut (ich gebe das lieber nicht wieder, sonst müsste ich wahrscheinlich die Illusion fahren lassen, ihn verstanden zu haben).

Auf netzpolitik.org erklärt Bianca Kastl, was das Besondere an PHP ist und im Grunde das gute alte Internet:
“PHP-Sicherheitslücken:
Wir stehen auf den Schultern vieler kleiner Giganten”.

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Wie ich einmal aus einem Blogpost über ein selbst hochgezogenes, winziges Fimlfestival lernte, wie Filmfinanzierung funktioniert:
“Eine Beerdigung, ein krankes Herz und das 7. deutsche Filmfestival in Cannes”.

Ich beziehe mich auf den Absatz unter dem YouTube-Clip “Gerhard Gundermann Linda Alexandra Scheer”.

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Auf instagram erzählt eine alte Frau @advancedstyle (Ari Seth Cohen) lachend wie es war, als ihre Brüste verschwanden – sehr niedlich.

Journal Donnerstag, 22. Oktober 2026 – Ein paar Tupfer Oktobergold

Freitag, 23. Oktober 2026

Recht guter Schlaf bis auf die sehr unruhige letzte Stunde. Dass das ein körperlich interessanter Tag werden könnte, merkte ich beim Aufstehen: Kreuzschmerzen ließen mich schier nicht in die Senkrechte. Massieren der LWS-Muskulatur schaffte zumindest dies.

Morgenblaue Stunde am Bavariaring, scharfer kalter Wind.

Schon auf dem Weg in die Arbeit fielen mir eine Reihe loser Enden ein, auf deren Knüpfen durch Zuarbeit ich mich verlassen hatte – was wohl nicht passiert war. Also am Schreibtisch erstmal ein paar freundliche (wirklich) Mails losgeschickt. Im Lauf des Vormittags zeigte sich: Das war notwendig, ich werde auf bestimmte Finger noch genauer schauen müssen.

Um das benachbarten Bürohochhaus sah ich vor wolkenlos blauem Himmel zwei Falken elegant im Wind, drumrum drei deutlich weniger elegante Krähen, die sicher dennoch nervten.

Grad um die Mittagszeit wurde es hektisch mit Dringlichkeiten, dennoch schaffte ich es raus auf Mittagscappuccino und Markteinkäufe – der Bodensee-Obststand war zurück.

Zu Mittag gab es eine Crowdfarming-Avocado – die sich als partiell gereift erwies, hatte ich auch noch nicht: Nur ein Drittel ließ sich cremig aus der Schale löffeln, der Rest war hart und bitter. Außerdem Crowdfarming-Mango (sehr gut) mit Sojajoghurt.

Mittel-anstrengender Nachmittag. Heimweg direkt, denn zu Hause warteten Körperpflege und Häuslichkeiten, ich freute mich auf einen Übernachtungsgast, für den ich Dinge vorbereitete. Außerdem Kostümprobe für die Bloglesung.

Zum Nachtmahl machte ich den Ernteanteil-Endiviensalat mit Orangensaft-Tahini-Dressing an, Herr Kaltmamsell garte den Ernteanteil-Spinat mit roter Paprika, Pinienkernen, Erdnussmus. Sehr gutes Abendessen. Nachtisch Schokolade.

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Auf einer Bürgerversammlung meines Stadtbezirks 2 Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt wurde vor Jahren ein Antrag angenommen, der beiden auf dem Alten Südfriedhof beerdigten Juri und Miranha mit einem Denkmal zu – nun – gedenken. Von diesen beiden hatte ich bei einer Friedhofsführung erfahren, hier die Wikipedia-Zusammenfassung:

Juri und Miranha sind zwei indigene Kinder aus Brasilien, die 1820 von den beiden Naturwissenschaftlern Johann Baptist Spix und Carl Friedrich Philipp Martius nach München gebracht wurden. Die Namen der beiden Kinder sind nicht überliefert, Juri (= Yuri) und Miranha sind die Namen der indigenen Völker, aus denen sie stammten. Sie wurden auf die Namen Johannes (Juri) und Isabella (Miranha) getauft. Die beiden wurden öffentlich zur Schau gestellt und sind schon bald verstorben, Juri am 11. Juni 1821, Miranha am 20. Mai 1822 (beide in München).

Sie galten seinerzeit als “naturkundliche Objekte” und sind nur ein Aspekt der vielen kolonialen Verbrechen. Der Newsletter von “Public History München” (gehört zum Kulturreferat der Stadt) informierte mich, dass es dieses Denkmal nun geben soll, allerdings als Teil des übergreifenden Kunstprojekts “Sensing Sites – Dekoloniale Gedächtnissuche”. Ab heute und übers Wochenende gibt es zur Errichtung Veranstaltungen.

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“Frankreich Proteste weiten sich nach Wien aus” laut Stefanie Sargnagel.