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Journal Sonntag, 17. Mai 2026 – Berlin 4: Ohne Schwimmen, aber mit Volkspark Friedrichshain, Anita-Berber-Park, Einchecken auf der re:publica

Montag, 18. Mai 2026

Wieder schön früh nach guten Schlaf aufgewacht, wieder verhieß das Gelassenheit für meine Pläne vor Verabredung am Nachmittag.

Draußen kalt und sonnig, ich machte mich über Milchkaffee ans Verbloggen des Vortages. Und bemerkte immer stärker, dass mich TOP 1, Schwimmen im SSE, unter Druck setzte. Nach einigem Hadern mit unvermeidlichem Konditionseinbruch durch Schwimmpause, mit auf die Schwimmrunde ausgerichtete Körperpflege, eigens mitgebrachter Schwimmausstattung kam ich zu dem Schluss, dass mir freie Stunden mit Zeitung- und sonstigem Lesen (all die Bookmarks mit Artikeln, all die Newsletter!) besser tun würden als eine Schwimmrunde.

Also las ich, turnte Pilates, reinigte mich gründlich und ging auf einen Spaziergang Richtung Schwimmbad statt hinein. Bei dieser Gelegenheit erkundete ich den Volkspark Friedrichshain, erklomm unter anderem beide verfügbare Hügel – dieses in herrlicher Sonne samt nahezu milden Temperaturen, zwischen vielem Spaziervolk und energisch grillenden Gruppen (offizielle Wiese, an einer Hütte musste man sich aber fürs Grillen anmelden).

Der Strausberger Platz wurde für Foto-/Filmaufnahmen genutzt.

Namensgeber

Der Volkspark Friedrichshain wurde genutzt für Sport verschiedener Art. Die Sonne wärmte, mittlerweile hielt ich meine Jacke in der Hand.

Soundtrack dominiert von metallischem Starenzwitschern, für eine Münchnerin sehr exotisch.

Den Spaziergang durch den schönen, sonnigen Park genoss ich sehr (mehrere Eichhörnchen!), in die Unterkunft kehrte ich mit ordentlich Frühstückshunger zurück. Gegen den gab’s um halb zwei Äpfel sowie Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot.

TOP 2 zog ich aber durch, schließlich hatte ich mich auf dieses Treffen mit Berliner Blog-Urgestein sehr gefreut: Eine U-Bahn brachte mich zum Anita-Berber-Park in Neukölln (ehemaliger St.-Thomas-Friedhof). Durch den spazierte ich mit der Verabredung auch und betrat zum ersten Mal wenigstens ein wenig das Tempeldorfer Feld. (Kurzer Stopp an der NS-Zwangsarbeit-Gedenkstätte der Evangelischen Kirche.) Diese Gegend kenne ich noch gar nicht, kommt auf die Liste.

Zu KaffeeundKuchen setzten wir uns ins Friedhofs-Café 21 Gramm, wo wir mehrere Anläufe brauchten, den diversen interferierenden Laien-Bedienungen in verschiedenen Sprachen unsere (wirklich einfachen) Wünsche klar zu machen (zweimal Tee, zwei Stück Caramel Tahini Shortbread – einer von drei angebotenen Kuchen) – die Verabredung zuckte Schultern: Berlin halt.

Austausch von Aktuellem, ich freue mich bereits auf neuen, frischen Lesestoff.

Zu TOP 3 brachten mich wieder U-Bahnen: Ich checkte an der Station für die re:publica ein.

Ging schnell und flüssig. Ich fühlte mich fit, die Luft war trotz sich dunkel türmender Wolken angenehm, also ging ich eine Stunde zu Fuß zurück in meine Unterkunft.

Dieses Jahr war die re:publica im Berliner Straßenbild reichlich plakatiert.

Zum Abendessen wärmte ich die restlichen gekochten Nudeln vom Donnerstagabend mit einer kleinen Dose Linsen auf (zum Glück hatte ich rechtzeitig begriffen, dass der Backofen statt Mikrowelle ein Backofen UND Mikrowelle war), mischte eine kleine Dose Sardinen unter – kann man sehr gut machen. Nachtisch Schokolade.

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An der Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete im Münchner Westend gehe ich an jedem Arbeitstag mindestens einmal vorbei, genauer: Ich gehe durch, weil das eine praktische Abkürzung von meinem Arbeitsplatz zum Heimeranplatz ist. Dadurch wusste ich bereits, wie ruhig es hier zugeht (ich bedauere immer wieder, dass ich nie ein Gesicht zweimal sehe: Ist halt eine Durchgangsstation), und aus Berichten, dass die Anwohnenden sehr wohlwollend eingestellt sind. Umso mehr freute ich mich über diese SZ-Reportage (mal sehen, ob der Geschenklink funktioniert):
“Das Viertel, in dem die AfD keine Chance hat”.

Im Westend steht die größte Geflüchtetenunterkunft Münchens. Und die Rechten? Nichts von ihnen zu hören.
Warum in dem Viertel niemanden stört, was anderorts für Riesenaufruhr sorgt.

Spoiler: Genossenschaftsbauten tun einer Stadtkultur gut.

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Über die Rolle von Mooren in der CO2-Bilanz und über Programme zur Wiederbewässerung trockengelegter Moore hatte ich schon gelesen – aber nirgends so schön und schmissig zusammengefasst wie bei Frau Büüsker:
“Die Moorrevolution”.

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Wie der Münchner Hula-Hoop-Gott Daniel Middel, der mit seinen Filmchen die Welt definitiv zu einem besseren Ort macht, vom australischen Fernsehen interviewt wurde.

Journal Samstag, 16. Mai 2026 – Berlin 3: Bauhaus-Fotografie und Hansaviertel mit Freundin

Sonntag, 17. Mai 2026

Gut geschlafen, als ich erfrischt aufwachte, war es erst sieben Uhr: Wunderbar, also keine Gefahr von Hektik für die Umsetzung meiner Tagespläne.

Nach Bloggen an Morgenkaffee und -tee hatte ich Lust auf Pilates: Ich fand sogar eine Fläche im Mini-Apartment, auf der ich mich für etwas raumgreifendere Gymnatikübungen nur zentimenterweise umarrangieren musste: in und vor der Kochnische.

TOP 1: Lebensmitteleinkäufe für den restlichen Urlaub. Im Alnatura, den ich auf dem Weg zum Ostbahnhof unweit der Unterkunft gesehen hatte, bekam ich alles Gewünschte. Auch gestern war das Draußen reichlich frisch, gleichzeitig erfreulich sonnig.

TOP 2: Fahrt nach Charlottenburg für Marzipaneinkauf. Auf dem Weg zum Ostbahnhof auf der Holzmarktstraße viele, viele, viele, viele, viele, viele, viele, viele, viele, viele, viele, viele, viele große Motorräder – sogar noch viele mehr: Ich hatte den Anfang des Corsos in Form eines Polizei-Motorrads gesehen, und als ich nach fünf Minuten Fußmarsch abbog zum Ostbahnof, war immer noch kein Ende des Motorradflusses am Ende der Straße zu erkennen. In München hätte ich gedacht: Wallfahrt. Hier fiel mir keine Erklärung ein.
Nachtrag: Auf Mastodon bekam ich den Hinweis, dass es sich um diese “Gedenkfahrt” handelte – also doch eine Wallfahrt.

Regionalbahnfahrt nach Charlottenburg, großzügiger Einkauf bei Wald Königsberger Marzipan, vor ein paar Jahren beim Ferienaufenthalt in der Gegend entdeckt.

Ich mag Charlottenburg einfach: Der Stadtteil hat genau meine liebste Art von Uncoolheit, ist menschenbunt und ein bisschen angegrabbelt, ohne schmutzig zu wirken. Auf dem Karl-August-Platz kreuzte ich gestern einen Markt, der sehr sympathisch aussah. Und bekam in der Nähe meinen Mittagscappuccino in einem Café der neuesten Generation.

Nicht weit entfernt davon wieder sowas:

TOP 3: Treffen mit Freundin am Museum für Fotografie. Wir hatten uns zum gemeinsamen Besuch der Ausstellung “Neue Frau, Neues Sehen. Die Bauhaus-Fotografinnen” verabredet.

Aufmerksam gehängte Ausstellung, gut erklärt und vermittelt, ich erfuhr eine Menge Interessantes zum Thema. Dass die meiste Architektur-Fotografie des Dessauer Bauhauses, u.a. die ikonischen Gropius-Aufnahmen von Lucia Moholy stammen, ohne dass sie genannt wurde, wusste ich allerdings schon vorher.
Die sonstigen Fotos der Ausstellung nahm ich eher als illustrierend für den faktischen Hintergrund wahr, nur wenige stachen erinnernswert heraus.

Vor allem ging es bei der Verabredung ja um das Wiedersehen mit dieser möglicherweise längstjährigen Freundin. Wir setzten uns zu KaffeeundKuchen ins nahegelegene Café des Amerika-Hauses (hervorragender säuerlicher Cheese Cake zum späten Frühstück). Dann zog uns die Sonne trotz weiterhin sehr frischer Temperatur raus auf einen Spaziergang: Die schon lange Einheimische zeigte mir erstmal das Hansaviertel, wusste viel zum historischen und aktuellen Hintergrund zu erzählen.

In der Akademie der Künste viele liebevolle Details.

Wir stellten fest, dass wir beide sehr gern zu Fuß gingen und taten das einfach die nächsten Stunden ins Gespräch vertieft, grob die Spree entlang.

Konditorei Buchwald als Einmerker für künftige Einkäufe und für KaffeeundKuchen.

Gut durchgelüftet und nach viel Austausch (wie spannend der Absprung der großen Kinder ins eigene Leben ist / je älter, desto häufiger drängen Körperlichkeiten in den Vordergrund / Einladung zu einem 60. Geburtstag) begleitete ich die Freundin noch in ihr Heim im Mauerpark (einmal quer über Gedenkstätte, durch Tourist*innen schlängelnd), nahm kurz ihren Partner in den Arm und verabschiedete mich dann in den eigenen Abend. Selbst für mich war das genug Tagesbewegung gewesen, für den Weg zur Unterkunft nutzte ich die U-Bahn.

Zum Abendessen briet ich eine rote Paprika in mitgebrachtem Olivenöl, erhitzte damit Cocktailtomatenhälften und bereits gekochte Nudeln vom Donnerstag, servierte auf Ruccolabett – gut!

Damit kein falscher Eindruck von Zurückhaltung entsteht: Mein Nachtmahl bestand aus drei solcher Teller. Nachtisch eher wenig Schokolade.

Das viele Gehen sollte ich eigentlich gewohnt sein, dennoch frühe starke Müdigkeit. Statt den Tag zu verbloggen, lud ich nur die Bilder von meinem Handy und sortierte sie. Aber ich recherchierte noch ein Schwimmbad mit wahrscheinlich geleinten 50-Meter-Bahnen für Sonntagvormittag inklusive Weg dorthin (Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) erfüllte alle Kriterien inklusive Offensein).

Im Bett überraschend langes Lesen, doch ich bezahlte den späten dritten Kaffee mit lang verzögertem Einschlafen.

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Novemberregen schildert gut nachvollziehbar an einem Beispiel, warum manche Leute beruflich erbetene Zuarbeit schnell erhalten und manche nicht.
“15. Mai 2026”.

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Johannes Kuhn stellt in seinem Blog bedenkenswerte “popsoziologische Theorien” zu einer deutlich zeitgenössischen Tendenz auf:
“Die große Gereiztheit”.

(via hmbl.blog)

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Da schau her: China-Restaurants gab es in Europa keineswegs erst ab den 1970ern. Für Wien haben Jakob Lehne und Andrea Ruscher vom Wien Museum herausgefunden, dass es diese bereits in den 1940er-Jahren gab:
“Mit Stäbchen und Acht Schätzen: Wiens vergessene Geschichte der China-Restaurants”.

Journal Freitag, 15. Mai 2026 – Berlin 2: Take your aunt to work day

Samstag, 16. Mai 2026

Mittelgute Nacht, ich schwitzte sehr – zum Glück ist das Bett breit genug, dass ich mich zwischendrin von der verschwitzten Seite weglegen konnte.

Verdutzung beim (nahezu) ersten Handgriff nach Aufstehen: Auch die kleinere der zwei Induktionsherdplatten akzeptierte meine mitgebrachte Cafetera nicht als ausreichend große Fläche. Ich musste mit einem größeren Topf arbeiten, in den ich sie stellte.

Sonniges Wetter, ich freute mich auf Marsch zu TOP 1: Verwandtschaft, die für eine Bundestagsabgeordnete arbeitet, hatte sich bereit erklärt, mir ihren Arbeitsplatz zu zeigen – und alles, was dazu gehört.

Touri-Pflichten erfüllen.

Wir trafen uns am Eingang zum Bürogebäude, hier erster Ausweis- und Security-Check (ich war natürlich angemeldet). Und der erste Schwung hochinteressanter Alltagsinformationen aus der Arbeit für eine Spitzenpolitikerin. Ich bekam sogar Bundestags-Merchandise! (NIEMAND erinnert sich an die Parole KEINE WEITEREN STOFFTASCHEN – es gibt klare Prioritäten.) Da dieses Bürogebäude nicht mit dem restlichen Gebäudekomplex des Bundestags durch unterirdischen Gang verbunden ist, gingen wir obenrum. Das hieß auch: Nochmaliger Eingang mit nochmaligem Ausweis- und Security-Check (super sweetes Personal!).

Die Verwandtschaft war gründlich vorbereitet und erzählte zu praktisch allem und jedem Eck, Gebäude, Gang, Raum, Kunstwerk “Fun Facts”, Hintergründe, Anekdoten, Geschichte – ich glaube, da arbeitet jemand gern hier und ist sich der Tragweite bewusst.

Das Gebäude, in dem die Verwandtschaft arbeitet – diese Variante 1930er-Architektur kriegt mich immer wieder.

Die Architektur bot immer wieder beeindruckende Aus-, Runter-, Rüber-, Überblicke. (Und die Verwandtschaft hat einen Sinn dafür und führte an die entsprechenden Guck-Punkte.)

Ja, schon auch Gefängnisgang-Assoziationen – Verbindung ist wohl der Transparenz-Wunsch.
Die Leere auf den Fluren erklärt sich zum einen damit, dass keine Sitzungswoche war, zum anderen damit, dass sich viele den Brückentag frei genommen hatten.

Eines der wenigen historischen Gebäude, die in den Gesamtkomplex integriert sind.

In einem der vielen unterirdischen Verbindungsgänge, dieser gleichzeitig Kunst am Bau.

Links der Garten der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft, rechts die Terrasse, auf der die Sommer-Interviews stattfinden.

Lesesaal der Bibliothek des Deutschen Bundestags.

Hier wird wohl auch getanzt.

Links der Kindergarten des Bundestags (wusste die Verwandtschaft alles auswendig!).

Die Ausschusssäle.

An vielen Stellen Kunst, die wäre einen eigenen Besuch wert.

Bibliothek der Parlamentsprotokolle im Reichstag.

Im Reichstagsgebäude taten es mir besonders die Türklinken an. (Sollte ich nochmal die Gelegenheit zu einem Besuch haben, folge ich der Empfehlung der Verwandtschaft, die Klos in den verschiedenen Gebäuden zu besichtigen, weil auch diese wohl sorgfältig und sehr unterschiedlich gestaltet sind.)

Fraktionssaal der Linken, Otto-Wels-Saal, unter dem linken Turm des Reichstags mit Deutschlandflagge.

Austausch über den städtebaulichen Charakter des Regierungsviertels zwischen Sicherheitsbedürfnis und Volksnähe. Verwandtschaft erzählte einerseits von viel Security und Kameras, wenig Einladung zum Aufenthalt, dann wieder von Social-Media-Geschäftsleuten, die die teils sensationellen Perspektiven und Locations als Dreh-Orte nutzen, oder von regelmäßigen Tanztreffs direkt vor den Glaswänden, hinter denen sich die Sitzungssäle der Bundestagsausschüsse befinden (einen durfte ich von innen sehen).

Über drei Stunden waren wir unterwegs gewesen, als die reichhaltige Führung in der Kantine des Bundestags endete – und mit einem großen Teller gebratener Zucchini, Ofen-Süßkartoffeln, Hummus; die Verwandtschaft erklärte sich mit dem veganen Angebot der Kantine sehr zufrieden. Jetzt war auch Gelegenheit zu mehr Austausch über Befinden und Pläne. Rundum viel Liebe.

Nachdem sich unsere Wege trennten, erledigte ich TOP 2: Nachkauf des japanischen Mamecha-Tees (im gleichnamigen Laden), den ich vor einem Jahr über eine Freundin kennengelernt hatte und sehr schätze. Klar könnte ich den auch online bestellen, so fühlt es sich aber besser an. Weg dorthin durch viele Menschen in Mitte, die Geschäfte und Cafés waren seit meinem letzten Besuch noch einen Tick schicker geworden.

Auch zurück zur Unterkunft spazierte ich, das Wetter war weiterhin angenehm, wenn sich auch der Himmel bewölkte.

Dort eine Runde Ausruhen (haha = Bilder runterladen und schon mal bloggen). Bevor ich mich zu meiner Abendverabredung aufmachte, TOP 3: Die Einheimische hatte ein Restaurant in echter Fußweite von meiner Unterkunft vorgeschlagen, das Spree Fumée – auf einem Schiff im Historischen Hafen Berlin. Eigentliche Idee war Abendessen unter freiem Himmel mit Touri-Blick auf der Terrasse gewesen, doch die kühle Luft wehte uns ins Innere des Schiffs – ausgesprochen schöne Umgebung.

Foto: Ute Schirmack

Ich suchte mir einen der besonders angepriesenen Cocktails aus, meine Verabredung und ich teilten uns die Zusammenstellung des Hauses für zwei – plus Klebreis und ein paar Grillspieße, ebenfalls Spezialität des Hauses.

Foto: Ute Schirmack

Schmeckte alles wirklich liebevoll zubereitet und gut. War allerdings nur der Hintergrund für Austausch von aktuellem Leben, kürzlichen Entwicklungen (die mich durchaus besorgt zurückließen), was dieses Jahr sonst noch geplant ist.

Erst bei fast ganz dunkler Nacht spazierte ich zurück in meine Unterkunft.

Journal Donnerstag, 14. Mai 2026 – Berlin 1: Anreise an Christi Himmelfahrt

Freitag, 15. Mai 2026

Ich hatte mir trotz Feiertag den Wecker gestellt, um alle Vorhaben vor der mittäglichen Abreise nach Berlin unterzubringen, der Schlaf davor war eher unruhig gewesen und dreimal (!) von Waden-/Fußkrämpfen unterbrochen.

TOP 1:1 Pflanzengießen, Bloggen, Kofferinhalt rauslegen.

Hier war bereits die Entscheidung gefallen, keine Lauf-Ausstattung mitzunehmen, sondern lediglich Schwimmzeug.

TOP 2: Laufrunde ab Haustür über Alten Südfriedhof an die Isar und dort nach Süden. Es war so kühl, dass ich zu den Lauf-Caprihosen meinen Sport-Hoodie trug, das passte. Gegen mögliche Regenschauer setzte ich die Schirmmütze auf, benötigte ihre Dienste aber nur ganz kurz auf der Brücke Maria Einsiedel. Der Körper spielte gut mit, das Wetter machte einen auf England mit vielen Wechseln der Himmelsfarben und Stimmung.

Große Freude, als ich um die Wittelsbacherbrücke endlich Schwalben sah. Über der Thalkirchner Brücke flogen dann Schwalben und Mauersegler gemischt in Schwärmen.

Angeber-Raps

Weißdorn-Pracht

Südlich von Hellabrunn. Es ist SO! SCHÖN!, dass alles wieder grün ist und die kahle, fahle Zeit hinter uns liegt.

Kurzer Regenduscher über Thalkirchen.

Gefolgt von Sonne.

TOP 3: Kofferpacken, Marsch zum ehemaligen Hauptbahnhof, Besteigen des ICE-Sprinters nach Berlin.

Beim Starbucks holte ich mir heiße Milch mit Milchschaum: Der erste Schluck auf meinem Sitz im ICE verriet bereits, dass es der bestellte und bezahlte Extra-Shot Espresso nicht in den kleinen „Cappuccino“ geschafft hatte, der ihn erst zu einem erkennbar solchen machen würde. Große Enttäuschung, denn auf diesen Cappuccino hatte ich mich gezielt gefreut.

Ich hatte – möglicherweise zum ersten Mal – einen Platz ganz hinten im letzten Wagen, also den ersten am Bahnsteig. Wohin offenbar ohne Reservierung schwer zu finden war: Trotz zahlreicher Durchsagen mit Bitten um Verräumen von Handgepäck, weil es so voll sei, blieb ein Drittel der Sitze in diesem Wagen leer. Dennoch stellte ich bei jedem Halt meine Tasche vom leeren Nebensitz auf den Boden vor mir, für alle Fälle: So gern ich einen leeren Nebensitz mag, erinnere ich mich noch stärker an dringende Sitzplatzsuchen und die Erleichterung beim Finden.

Winken nach Ingolstadt. Auch diese Ansicht hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert.

In Sachsen-Anhalt bekam ich ordentlich Raps zu sehen.

Ich las erstmal liegengebliebene Zeitungsteile auf, dann Mastodon-Timeline seit Vortag.
Mittagessen kurz vor zwei: Apfel, Birne, Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot. Unterwegs Festklopfen meiner Verabredung für Samstag, sie wurde ein Museumsbesuch mit anschließendem KaffeeundKuchen.

Merkwürdiges Gefühl: Der ICE war durchgehend und störungsfrei auf die Minute pünktlich. Ich fürchte, das werde ich mit irgendeiner anderen Reisekatastrophe bezahlen müssen. (Echt kein Unken, wie so viele Bahnfahrende empfinde ich mittlerweile bereits Verspätungen bis zehn Minuten als pünktlich.) Doch wenn es so läuft, ist die Bahn als Reisemittel unschlagbar.

In Berlin hatte ich ja ein überraschend günstiges Ferien-Appartment gebucht (sehr klein, aber Hauptsache Kochgelegenheit), dafür brauchte ich ein paar Lebensmittel. Recherchen hatten ergeben, dass die Supermärkte um meine Unterkunft den gestrigen Feiertag einhielten, ich sah mich auf den Rewe im Berliner Hauptbahnhof angewiesen. Und bekam einen rechten Schrecken, als davor eine Schlange stand: Der kleine Laden mit schmalen Gängen war überfüllt, Einkaufswillige wurden immer nur in Gruppen eingelassen, wenn ihn genügend Kundschaft verlassen hatte. Das ging aber zum Glück schnell, ich schnappte mir das Dringendste (u.a. Espresso!), auch an den Kassen wurde systematisch und wohlgeordnet schnell gearbeitet.

S-Bahn Richtung Osten (unterwegs Festklopfen meiner Tagesverabredung für Freitag, besonders aufregend), zehn Minuten rollkoffern (der Schirm in meiner Tasche als Talisman wirkte: kein Regentropfen, doch den großen Pfützen sah ich an, dass die Regenvorhersage eingetroffen war), problemloses Einchecken mit Menschenkontakt in mein Zimmer mit Kochnische.

Allerdings wünschte ich mir fürs Abendessen (mein Ferienwohnungsklassiker Nicht-Nudelsalat mit roter Paprika, Gurke, Joghurt) dann doch noch Geschmacksverstärkung (Majo? Senf?), recherchierte also Spätis in der Nähe. Um im angesteuerten von einem freundlichen Herrn zum Ostbahnhof geschickt zu werden, hier gebe es sowohl einen 7-Tage-Penny also auch -Rewe. Menschenauskunft schlug Google-Recherche, ich konnte gemütlich einkaufen.
Jetzt letztes Festklopfen der Freitagabend-Verabredung – auf einem SCHIFF!

Apartmenthaus

Ich hatte große Sehnsucht nach Gymnastik, turnte also nochmal die Pilates-Folge Gabi Fastners vom Dienstag, dafür hatte ich Reise-Yogamatte und Kleidung dabei. Ich brauchte dann doch mehr Platz als für Yoga, musste mich ein paar Mal für Übungen zwischen den Möbeln umarrangieren.

Abendessen also mit Senf UND Majo UND Cocktailtomaten aufgeppter Nicht-Nudelsalat, Nachtisch reichlich Schokolade.

Zimmerausblick – die Erklärung für den niedrigen Preis?

  1. Bis ich endlich begriffen hatte, dass das die Abkürzung von Tagesordnungspunkt ist! Jahrzehnte! []

Journal Mittwoch, 13. Mai 2026 – Erschöpftes Arbeiten in den Urlaub

Donnerstag, 14. Mai 2026

Gut geschlafen, dennoch Stressgefühl beim Aufwachen: Weil letzter Arbeitstag vor Urlaub (ohne Vertretung), weil Tag vor Reise.

Kalter, düsterer Tag.

Das Frühlingsfest ist noch nicht ganz abgeräumt, da werden bereits wieder weite Teile der Theresienwiese aufgerissen, um an der drunterliegenden Oktoberfest-Infrastruktur zu arbeiten.

Am Schreibtisch Start mit Turbo – weil letzter Arbeitstag vor Urlaub. Kurzer Schreck (das englische dismay enhält auch das gefühlte Sinken des Herzes): Ich wollte für eine dringende Erledigung während meines Urlaubs eine Liste weitergeben, deren Aktualisierung sehr viel Arbeit gekostet hatte, und hielt sie kurz für verschwunden (dass Microsoft Office 365 eine Vielzahl von parallelen Speicherorten und -systematiken enthält, erschwert alles) (boshaftes Amüsement, dass Office 365 zudem ein so großes Sicherheitsrisiko darstellt, dass ihm in der aktuellen IT-Sicherheitsschulung ein eigenes Kapitel gewidmet wurde). Gründliches Suchen brachten mich zum Glück doch dorthin: Selber schuld, mein eigener Fehler bei der Dateibenennung hatte zu dem Schreck geführt.

Vormittags Unterbrechung durch spontane Geselligkeit – der Anlass, ein Abschied, war mir wichtig genug, dass ich meine anti-geselligen Befindlichkeiten beiseite schob und teilnahm.

Keine Lust auf Mittagscappuccino, weil eh überdreht, statt dessen Marsch um die Blöcke – in kühlem, aber trockenen Wetter, da ich diesmal an einen Schal gedacht hatte, fühlte ich mich warm.

Der Genossenschaftsbau Heimeranblock nach der Renovierung und Aufstockung auch bepflanzt, jetzt freue ich mich auf den späteren Anblick mit hochgekletterten und dichteren Pflanzen.

Zu Mittag gab es Apfel (fast so gut wie aus Ernteanteil) sowie Quark mit Joghurt und Leinsamenschrot.

Emsiger Nachmittag, ich hing deutlich vor Arbeitsende erschöpft in den Seilen, man möchte meinen, ich sei urlaubsreif. Lass nachrechnen: Jepp, mehr als vier Tage am Stück hatte ich zuletzt in den Weihnachtsferien frei. Hoffentlich habe ich meine Berlin-Tage vor re:publica nicht zu voll gepackt, ich brauche echt Erholung.

Erledigtsein machte mich langsam, ich kam nicht ganz so früh aus der Arbeit wie geplant. Da bis zuletzt keine Vertretungslösung für meinen Urlaub auftauchte, hinterließ ich lediglich eine Mail mit Links zu den Ablageorten relevanter Unterlagen.

Heimweg im Kühlen über Abendessenseinkäufe – und Bestellung der Rosentagsrosen für nächsten Donnerstag (Floristin freute sich, als ich ihre entsprechende Frage mit “Nein, für einen Herrn.” beantwortete).

Mein persönliches re:publica-Programm hatte ich finalisiert (Trauer, weil ich durch eigenen Auftritt zwei Frauen auf der Bühne verpasse, die ich wirklich gern gesehen hätte), diesmal dran gedacht, vor dem Ausdrucken bei allen Sessions gelb zu markieren, warum ich mich dafür interessiere (vergangenes Jahr zu häufiges “Hä? Wie kommt das da hin?”). Auch markiert: Wann Angela Merkel auftritt, denn um diese Zeit herum wird vor lauter Sicherheit kein Queren der Location oder sonstwie freie Bewegung möglich sein.

Schon am Dienstagabend hatte ich meine Knochenkopfhörer startklar gemacht: Das erratische Ladeverhalten der alten kabellosen Bügel-Kopfhörer war mir ein zu großes Ausfall-Risiko, und ich brauche doch was für die Funk-Bühnen auf der re:publica (plus Option Musikhören im Zug).

Eine Runde Pilates wäre mir zu gehetzt geworden, nach Räumen für Berlin-Urlaub ging ich sofort zum Alkohol über: Erstmal Manhattans mit arabischen Nüsschen. Zum Nachtmahl (grüner Spargel und wunderbares, glückliches Entrecôte) öffnete ich Schweizer Rotwein aus Direktimport: Nez Noir Rouge Domaine Rouvinez aus dem Wallis, also Schwarznasenschafwein – direktimportiertes Geschenk.

Schön rund und aromatisch, passte auch zum Spargel. Nachtisch viele Erdbeeren (sie werden immer besser) und reichlich Schokolade.

Sehr früh ins Bett, nicht mal mehr gelesen.

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Begrüßenswerter Service für Müncher*innen von @heibie:

Auf rathausmuc.de findet ihr eine aufbereitete Übersicht mit allen Mitgliedern des neuen Stadtrates und allen 25 Bezirksausschüssen. Angereichert mit den Wahlergebnissen pro Person und ein paar statistischen Daten zum jeweiligen Stadtbezirk.

Journal Dienstag, 12. Mai 2026 – Schöne Füße, ganz kurz

Mittwoch, 13. Mai 2026

Unwilliges Aufstehen, aber vor allem wegen der unerquicklichen Aussicht auf einen weiteren Arbeitstag. Draußen regnerisch und düster, ebenfalls kein Laune-Aufheller. Auf dem Marsch in die Arbeit stellte sich das Nieseln auch noch als kaltwindig heraus.

Geordnetes Arbeiten, ich fand sogar Zeit für eine Online-Schulung – die sich als deutlich besser herausstellte als (wegen schlimmer Erfahrungen) befürchtet, ich hatte sogar Spaß!

Möglicherweise ist mein Zahnweh-Problem ins rechte Kiefergelenk gerutscht, das mich schmerzhaft an weitem Öffnen des Mundes hindert, noch sehen Sie mich amüsiert. Nach zwei unbeschwerten Tagen wollte Kauen wieder bedacht sein.

Raus ins Westend auf einen Mittagscappuccino: Ich blieb zwar trocken, aber es war scheißkalt, Menschen trugen Winterjacken.

Später zu Mittag gab es eingeweichtes Muesli mit Joghurt und eine Birne.

Anstrengender Arbeitsnachmittag, zumindest mit klarem Ende: Ich hatte einen Termin bei der Fußkosmetikerin.

Zu diesem marschierte ich noch mit warmen Füßen; für den Heimweg mit frisch lackierten Zehen hatte ich Sandalen dabei, um den Lack nicht gleich wieder zu ruinieren. Und so ging ich danach in ausgesprochen frischen Temperaturen über Drogeriemarkteinkäufe in nackten Füßen heim. War gar nicht so schlimm.

Den Lack am rechten großen Zehen ruinierte ich mir trotzdem: Eine Yogamatte, lassen Sie sich warnen, tut das bei Gymnastikübungen auf allen vieren, die ein Abstützen mit dem Fußrücken erfordern (z.B. bei Katze-Kuh), recht gründlich. Zefix. Aber das eigentliche Pilates war super.

Auf und um den Sessel in meinem Schlafzimmer begannen sich Kleidung und Dinge zu sammeln: Erste Pack-Schritte für meine Berlin-Reise ab Donnerstag.

Der Ernteanteil hatte rote Zwiebeln gebracht, da denke ich immer automatisch an Flammkuchen nach Nicky Stich. Herr Kaltmamsell war so freundlich sie umzusetzen.

Sehr gut. Nachtisch Schokolade.

Früh ins Bett zum Lesen. Joachim Meyerhoffs Alle Toten fliegen hoch: Amerika liest sich schon gut, ist mir aber in vielen Passagen deutlich zu detailliert erzählt; es hat viel mehr von persönlichen Erinnerungen (bei denen man sich meist darüber freut, wie viele Kleinigkeiten man noch von vor 30 Jahren weiß und in denen die gut erzählte Geschichte weniger wichtig ist) als das spätere Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke.

In mir arbeitete der kürzlich gehörte Bericht über einen Arztbesuch: Der komplett unbekannte Herr Doktor hatte die erzählende Patientin geduzt, war auch mit “Der Peter kommt gleich” von seiner Mitarbeiterin angekündigt worden. Das machte mir bewusst, wie gern ich sieze. Das deutsche Duzen/Siezen wird ja manchmal zu Hierarchisierung erklärt: Wer sieze, erhebe sich bei Duzen über das Gegenüber, Beweis Duzen von Kindern. Sollte das je mehrheitlich so empfunden werden, entschiede ich mich in Konsequenz für Durchsiezen. Ja, auch meine Eltern und meinen Partner, ja, auch den zweijährigen Kollegensohn. Den sogar ganz besonders gern.

§

Genau wie Claudia es beschreibt, ersehne ich die Zeit nach dem Erwerbsleben:
“Wertvolles”.

Journal Sonntag, 10. Mai 2026 – Isarlauf mit nochmaligem Abrollen, Mittelgebirgsbügeln

Montag, 11. Mai 2026

Gut und schön lang geschlafen. Aufgewacht mit dem Bewusstsein, dass ich seit Samstagmorgen kein Ibu mehr gebraucht hatte, Rückkehr der Schuldgefühle wegen Anstellens. (Zefix: Ich hatte den Schmerzen mehrere Wochen gegeben, im Grunde Monate seit Weihnachten, um von selbst zu verschwinden – und JETZT taten sie es?!)

Gemütlicher Morgen, neben Bloggen endlich den Wasserfilter erneuert -> die eine Kanne anständigen Schwarztee alle paar Wochen.

Das Draußen war weiterhin sonnig und warm, ich freute mich auf eine Laufrunde an der Isar. Der Schwimmkrampf vom Vortag in der linken Wade machte sich schmerzhaft bemerkbar, also dehnte und blackrollte ich vorher gründlich.

Zum Radeln nach Hellabrunn schlüpfte ich noch in eine Windjacke, doch ab Abstellen des Radls am Tierpark war das ärmellose Oberteil genau richtig.

Guter Lauf, ich kam bald in Schwung, die Wade spielte genauso mit wie der restliche Körper. Dass die Wege sehr bevölkert waren, hatte ich erwartet an einem sonnigen Muttertagsonntag. Zudem sah ich Grüppchen, von denen ich wusste: Sie nahmen Angebote des gestrigen Langen Tags der StadtNatur wahr.

Der Boden federte auf den meisten Abschnitten herrlich trotz Trockenheit: In diesem Mastjahr waren sie dick von abgefallenen Buchenblüten bedeckt.

Floßlände bereits in Betrieb.

Auch in Betrieb: Wasservögel-Fortpflanzung, gestern sah ich endlich Gänse- und Entenküken.

Kein StadtNatur-Event, sondern Radtour-Stopp.

Große Weißdorn-Freude

Kurz nach dieser Aufnahme und nach Weiterlaufen auf der Großhesseloher Brücke hörte ich:
“Sie sind aber auch toll abgerollt!”
Nämlich von der Radlerin, die nach einem weiteren Jogging-Stolpern und -Sturz auf den Brückenplanken (WTF?) hilfsbereit abstieg, um nach mir zu sehen. Nachdem wir geklärt hatten, dass ich mir wirklich nichts getan hatte, diesmal durch Abrollen nach links über die ganze Körperlänge.
Ich nehme ja alles an Komplimenten, was ich kriegen kann. Und weiß wirklich nicht, wie mein Körper auf diese Roll-Reaktion kommt. (Dann wieder: Vielleicht habe ich als gebürtige Ingolstädterin die Stuntmanschule von Sascha Borysenko einfach im Blut?)

Nach dem Sturz am vorherigen Wochenende hatte ich noch nachgerechnet: Das war der vierte in meinen 20 Jahren Rennerei, das ging wirklich. Aber öfter brauchte ich das echt nicht!

Man könnte sich das Kunst-Installation hinlügen, aber tatsächlich funktioniert da etwas sehr gründlich nicht.

Heim radelte ich lieber auf der Flaucher-Seite, dort erwartete ich weniger vielköpfige Radlfamilien mit unberechenbaren kleinen Kindern auf Spielzeugrädern.

Zu Hause besonders ausführliche Körperpflege (der Sturz hatte tatsächlich nur eine kleine Abschürfung am linken Ellbogen hinterlassen). Frühstück um halb drei: Hausgemachtes Kimchi, Hüttenkäse mit Leinsamenschrot, eine Scheibe eben geholtes Brot.

Fürs Abendessen war gestern ich zuständig, also startete ich rechtzeitig das Zitronen-Thymian-Brathähnchen.

Wie geplant bügelte ich dann an der offenen Balkontür das Mittelbirge Bügelwäsche weg. Dabei hörte ich ein Feature des Deutschlandfunks von Ralf Bei der Kellen:
“Eine Saison im Berliner Wasserdorf
Prinzenbad”.

Gefiel mir sehr gut, schönes Format.

Während das Hähnchen im Ofen garte, las ich auf dem Balkon endlich die Wochenend-SZ – eher kursorisch. Hängen blieb ich aber an der Seite Drei über Erben in Westdeutschland vs. Ostdeutschland (€):
“Erben? Was denn?”.

Zwei Prozent vom Erbschaftsteueraufkommen: Das ist der Anteil, den die Ostdeutschen haben an dem, was in Deutschland vererbt wird.

Wunderte mich nicht, und mich ärgert immer wieder, wie gründlich Westdeutsche ein paar grundsätzliche finanzielle Benachteiligung Ostdeutschland ignorieren (z.B. Frauenrente), die sich aus 40 Jahren unterschiedlichen Gesellschaftssystemen ergeben.

Abendessen wurde gut, wir waren uns beide einig, dass es öfter Hähnchen geben sollte. Nachtisch Schokolade, während draußen der angekündigte Regen an die Fenster prasselte. Angekündigt ist auch ein Temperatursturz, ich zwang mich dazu, meine Kleidungsplanung der kommenden Tage daran anzupassen.

§

Geschichts-Professorin Hedwig Richter hatte zum Muttertag ein besonderes Schmankerl aus ihrer Forschung parat, als Thread auf Bluesky:

§

Weil ich die Hilf- und Ratlosigkeit so gut nachvollziehen kann: Hier ein wirklich guter Beitrag zur Männlichkeitsdiskussion aus der aktuellen männertaz von Matthias Kalle:
“Über Männer”.