Fotos

Journal Sonntag, 28. Dezember 2025 – Fast missglücktes Brot, Nebellauf

Montag, 29. Dezember 2025

Wieder erst vom 7-Uhr-Läuten geweckt worden, diesmal nach einer überdurchschnittlich guten Nacht. Allerdings hatte mich Chlorschnupfen einmal zum Nasenspray greifen lassen.

Erstmal nächster Schritt Idiotenbrot (aber mit reichlich bemehltem Gärkörbchen, und eine ganze Stunde muss der Ofen nun wirklich nicht vorheizen, um einen gusseisernen Topf heiß zu bekommen), dann erst Café con leche für Herrn Kaltmamsell und mich.

Es tagte zu Hochnebel; als das Brot im Ofen war, erschien es noch möglich, dass er wegsinken würde.

Als das Brot aus dem Ofen war, sah es leicht missglückt aus:

Ich vermute Übergare, ich hatte frische Hefe verwendet und davon eventuell ein Gramm zu viel.

Telefonat mit Mutter (fühlt sich wieder ok), die Sonne aus Ingolstadt schicken wollte (was soll denn das bitte, dass der Himmel in München trüber und nebliger ist als im Nebelloch Ingolstadt?). Doch während meines Laufs ab Haustür über Alten Südfriedhof an die Isar nach Süden wurde aus Hochnebel lediglich zeitweise Nebel-Nebel.

Das Laufen machte Spaß, und nach einer halben Stunde kam ich so richtig in die fröhliche Leichtigkeit, für die ich immer dankbar bin. In Thalkirchen entschied ich mich, weiter nach Süden zu laufen und zurück nur bis zum U-Bahnhof Thalkirchen. Es war frostig, aber nicht unangenehm kalt – lediglich kalt genug, die Mountainbiker fernzuhalten, also traute ich mich, auf den Pfad hinter der Großhesseloher Brücke in die Isarauen abzubiegen.

Vor der Großhesseloher Brücke.

Ein Stück dahinter nach links abgebogen.

Abenteuer!

Aber es blieb neblig.

Auf dem Hinterbrühler See hatte es schon gefroren.

Viel <3<3<3 für den Läufer, der mich auf meinem letzten Stück überholte und offensichtlich zur Musik in seinen altmodischen Kopfhörern ein wenig mitbrummte. Drei Brummer reichten zur Identifikation des Stücks – sofortiger Ohrwurm.

Am Thalkirchner U-Bahnhof stellte sich heraus, dass ich schon wieder deutlich über 1:50 Stunden gelaufen war, ich hatte eigentlich weniger angepeilt. Ging aber problemlos (erst am Nachmittag machte mein Körper mir mit Hüft- und LWS-Steifheit klar, dass er nach dieser Einheit lieber keine Gymnastik wollte).

Frühstück kurz nach zwei: Kimchi, Birne, selbstgebackenes Brot mit Butter und Marmelade.

Anschnitt mittel-ok, zumindest hatte das Brot nicht den befürchteten Wasserrand.

Kurz vor drei kam die Sonne endlich durch – genau in der Position, in der sie mich von Südwesten blendete.

Den Nachmittag verbrachte ich mit Rücklesen im Blog für Jahresrückblick (und ein bisschen Wäscheaufhängen), und ich machte fürs Abenddessert Apple Crumble (seit einer Woche geplant).

Ich hatte zum Aperitif wieder Lust auf einen Drink und rührte uns Negronis.

Zum Nachtmahl kochte Herr Kaltmamsell eine Misosuppe mit übrigen Champignons und Stangensellerie – sehr gut. Von mir kam ein wenig restlicher Endiviensalat mit Joghurtdressing, außerdem der Apple Crumble zum Dessert. Abschließend noch ein wenig Schokolade.

Im Fernsehen ließen wir die aktuelle Folge Kitchen Impossible laufen: mit Jamie Oliver. Den ich ja in erster Linie von seinen Kochbüchern kenne, die Show habe ich nie gesehen, die ihn berühmt gemacht hat. Schon interessant, aber wie alle diese “Challenges” viel zu breit künstlich ausgewalzt: Nur halb so oft der Kamera erzählt, wie aufgeregt man ist etc., würde reichen.

§

Eine kleine Weihnachtsgeschichte, sehr britisch: Chloe Fox beschreibt, wie sie dieses Jahr in Wiltshire, Südwest-England, ihren ersten Buchladen eröffnet hat.
“I opened a bookshop. It was the best, worst thing I’ve ever done”.

Herzlichen Glückwunsch und danke für die vielen praktischen Details! Hoffentlich erfahre ich in fünf Jahren, wie dieses Abenteuer weitergegangen ist. (Ich musste natürlich an Pia Ziefle denken und ihren Buchladen in Mössingen.)

Journal Freitag, 26. Dezember 2025 – Familienweihnacht in Ingolstadt

Samstag, 27. Dezember 2025

Gut und über neun Stunden geschlafen – Ultra-Luxus! Weitere Freude: Das Zahnweh war weg, es blieb Beiß-Empfindlichkeit.

Dennoch reichlich Zeit für gemütliches Bloggen und Mastodon-Lesen, bevor es Zeit zum Fertigmachen für Aufbruch nach Ingolstadt war: Im Gepäck Weihnachtsgeschenkverpackung zur Wiederverwertung, außerdem der vegane Beitrag zum Festessen sowie der Nachtisch. Der Himmel über München hochneblig grau, die Luft eisig.

Gemütliche und pünktliche Fahrt nach Ingolstadt. In der Holledau Übergang von Nebel zu Sonne.

Dieselbe Sonne schien auch in Ingolstadt, ganz wunderbar.

Bei meinen Eltern waren wir die ersten Gäste, dann kamen zum Teil zu Fuß, zum Teil per Auto die Mitglieder der Bruderfamilie.

Umarmungen und Weihnachtswünsche, outfit appreciation (u.a. war die Schwägerin ganz in Silber selbsterklärt als Christbaumkugel gekommen), während Sektgläser gefüllt mit Alkoholischem oder Alkoholfreiem verteilt wurden. Zum Anstoßen mussten bereits die ersten in Gespräche vertieften aus Nebenräumen gezerrt werden.

Und dann begann das Schlemmen.

Vegane Pilzsuppe (ließ ich aus, um möglichst viel Platz für die Gans zu haben – ein wirklich saisonales Essen, das ich besonders liebe).

Gans vor Tranchieren (das Herr Kaltmamsell übernahm).

Gans mit Knödel, Blaukraut, Wirsing, davor steht die vegane Festspeise: Gedämpfter Lauch-Pudding, den Herr Kaltmamsell aus englischen Rezepten erarbeitet hatte (wir erinnern uns: pudding war ursprünglich etwas Herzhaftes, das im heißen Wasser oder Wasserdampf gegart wurde), vom Esser als hervorragend gepriesen (Blaukraut und Knödel waren eh vegan). Dazu spanischer Rotwein, Weißwein, auch in Alkoholfrei, und intensive Gespräche. Diese zogen sich auch über Espresso, Rotweincreme, Mousse au chocolat, nach Pause anschließenden Plätzchenteller. Durch Gespräche abgelenkt (es gibt jetzt in der Familie neben mir noch jemanden, der beruflich den Begriff “parlamentarischer Abend” verwendet und sich für die Entstehung von Koalitionsverträgen interessiert – und es ist nicht der Naheliegende!) merkte ich, dass ich hin und wieder sogar auf der bösen linke Seite kaute – Wunderheilung! Aber im Universum geht ja leider nichts verloren: Jetzt war es meiner Mutter unwohl, sie musste sich zurückziehen. Im Ablauf des Festes kein Ausfall, wir halfen eh alle zusammen bei allem, aber es tat mir für sie so leid!

Bei letzter Dämmerung wurden die Reste des Mahls aufgeteilt (unser Samstagessen ist mehr als gesichert), Aufbrüche nach Hause. Auch unsere Heimfahrt verlief ruhig und pünktlich, München empfing uns deutlich weniger frostig als am Morgen.

Ich hatte abends sogar nochmal Appetit: Apfel, Früchtebrot, Lebkuchen. Mit beidseitigem Kauen. (Das Haushaltsmitglied mit deutlich mehr Zahnschmerzerfahrung verwies darauf, dass mal auftauchende und dann wieder verschwindende Schmerzen durchaus üblich sind.)

§

Auf der Bahnfahrt hatte ich liegengebliebene SZ-Magazine gelesen, in der vorletzten Ausgabe fand ich zwei Geschichten bemerkenswert:

Andreas Unger schreibt über seinen christlichen Glauben in einer für mich ausgesprochen nachvollziehbaren Form. Anlass seiner Überlegungen (€):
“Ich wünsche meinen Kindern, dass sie an Gott glauben”.

Denn er merkt, dass er sich dafür erstmal klarwerden muss, was er seinen Kindern eigentlich genau wünscht.

Vielleicht würde uns insgesamt mehr Dürfen helfen: Nicht-sicher-sein-Dürfen, Staunen-Dürfen, Tasten-Dürfen. Weniger Richtig, weniger Falsch. Mehr Wundern als Wunder. Wer uns daran hindert, das sind wir selbst. Es hat uns aber auch niemand gezeigt, wie es geht, das Dürfen-Dürfen.

Aber halt! Geht hier nicht schon die Saat der Beliebigkeit auf, ist hier nicht der erste Schritt in die »Diktatur des Relativismus« getan, von der Papst Benedikt XVI. sprach, in der jeder sich herausklaubt, was ihm frommt? Dann schließt sich der Himmel, Gottes Wille schrumpft zu Moral, und Jesus, von dem in diesem Text bisher verdächtig wenig die Rede war, wird zum Sonntags­prediger. Von dort ist es nicht mehr weit zu Martin Walsers resignierend-schönem Wort: »Ich bin an den Sonntag gebunden / wie an eine Melodie / Ich habe keine andere gefunden / Ich glaube nichts / aber ich knie.«

Das erinnerte mich an den Selbstbedienungs-Glauben, den ich an manchen Religiösen beobachte, unverbindliches find what feels good wie bei Yoga with Adriene.

§

Der zweite bemerkenswerte Artikel thematisiert, was auch mich bewegt: Bahnhöfe in Deutschland. Vivien Timmler und Dorothea Wagner nehmen sich für ihre Recherche den Hauptbahnhof Bonn genauer vor (€):
“Warum Bahnhöfe so trostlose Orte geworden sind”.

§

Sarah Bosetti nennt gute Gründe, die AfD zu wählen.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=DcZlgoAx_o4

Journal Donnerstag, 25. Dezember 2025 – Fast schon besinnlicher Weihnachtsfeiertag

Freitag, 26. Dezember 2025

Gut und lang geschlafen. Ich spürte das Nachlassen der Ibu-Wirkung an Zahnweh, legte zum Morgenkaffee nach.

Unsere Familienweihnacht bei meinen Eltern in Ingolstadt war auch dieses Jahr auf den 2. Weihnachtsfeiertag gelegt, ein terminloser Tag lag vor mir. Nach sehr gemütlichem Bloggen kam ich erst spät los zu meiner Laufrunde. Ich nahm eine U-Bahn zum Odeonsplatz, lief über den Hofgarten an die Isar. Es war frostig, die Wege hatten viele glatte Stellen. Ich lief etwas verkrampft und mit kleineren Schritten. Schöne Überraschung: Nach einer halben Stunde kam die Sonne raus, ich sah blauen Himmel – jetzt war auch der kalte Wind nicht mehr schlimm.

Start an der Residenz.

Fotograf mit Profi-Ausrüstung vor Monopteros.

Blick vom Monopteros.

Sonne am Föhringer Wehr!

Der Körper spielte gut mit, gegen Ende ziepte und zwickte es allerdings um Hüfte, Kreuz und Oberschenkel. Erst an der Tram-Haltestelle sah ich auf die Zeit, die mein Lauf gedauert hatte: Na gut, 1:56 Stunden waren doch ein bisschen viel.

Bis daheim fröstelte ich – und hatte das seltene Verlangen nach einem Vollbad. Diesmal war ich dafür ausgestattet und badete MIT! Badezusatz (Arnica). Ich genoss es, trauerte aber der Badewanne in der vorherigen Wohnung im 1. Stock nach: Sie hatte ein erheblich größeres Fassungsvermögen. In der aktuellen Badewanne muss ich mich entscheiden zwischen kalten Knien, kalten Füßen oder kalten Schultern, es passt nicht alles unter den Wasserspiegel bis Überlaufschutz.

Frühstück um halb drei: Apfel, Persimon, Früchtebrot von der lieben Frau Schwieger mit Butter, Plätzchen.
Nachmittag im sonnenbeschienenen Wohnzimmer mit Lesen der Feiertags-Süddeutschen. Herr Kaltmamsell bereitete für das Familienfest am Freitag einen veganen Lauchpudding zu, danach übernahm ich die Küche für den Weihnachtsnachtisch: Mousse au chocolat.

Jetzt erst ist dieser Balkon ein echter Balkon.

Romanlesen ohne Zahnweh bis zum Nachtmahl (Kauen aber weiterhin nur auf einer Seite möglich): Es gab das restliche Ossobuco vom Vorabend mit restlichem Risotto. Zum Nachtisch wurde es wieder so richtig festlich: Herr Kaltmamsell übte sich an Iles flottandes.

Hervorragend. Ein paar Weihnachtsplätzchen passten aber noch dazu. (Hätten besser nicht: Überfressen.)

Früh ins Bett, da ich dorthin steinmüde und wie betrunken torkelte (kein Tropfen Alkohol), ohne Lesen Lichtaus.

§

@evatroelenberg hat sich in Altötting mal wieder unter den Votivtafeln umgesehen – und wunderbare Entdeckungen gemacht. (Sie dachten vielleicht, dass die Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf in den 1980ern durch demokratischen Protest und zivilen Widerstand verhindert wurde. Tja.)

Journal Mittwoch, 24. Dezember 2025 – Heilig Abend mit Schräglage

Donnerstag, 25. Dezember 2025

Das war ein sehr seltsamer Heiliger Abend: Maladitäten prägten die Atmosphäre, und obwohl ich (im Gegensatz zum Vorjahr) total bereit war für Weihnachten, fühlte sich alles schräg an.

Gut geschlafen, doch jede Berührung der Knirschschiene (ist auf der unteren Zahnreihe befestigt) am Schmerzzahn ließ mich ein wenig vor Schmerz aufwachen. Zum Frühstückskaffee darauf eine Ibu.

Der Himmel draußen superdüster, die Luft nasskaltklamm. Plan war nach Bloggen und Gymnastik eine Wanderung mit Herrn Kaltmamsell entlang dem Auer Mühlbach wie vergangenes Jahr, inklusive Anmarsch zum Anfang des Bachs bei Maria Einsiedel zu Fuß. Als Gymnastik turnte ich nochmal die lange Pilates-Folge von Gabi Fastner mit Rundum-Kräftigung.

Wie angekündigt wurde es draußen leicht weiß. It‘s beginning to look a lot like White Christmas – der Übergang lässt sich beim Singen hinkriegen. Als wir rauskamen, entpuppte sich der Niederschlag allerdings als Griesl und mit leichtem Wind eher ungemütlich. Die Bewegung im bereits weihnachtsstillen Draußen tat aber gut.

Isarkrokodil, Obacht!

Flaucher-Biergarten im Winterschlaf.

Besichtigung des spektakulären Spielplatzes beim Flaucher-Biergarten. Er heißt Seidenspinner-Spielplatz

und nimmt damit Bezug auf den ursprünglichen Zweck des Flauchers. Denn was heute als ein kleines Stück natürlicher Wildnis in der Stadt wahrgenommen wird, wurde vor mehr als 200 Jahren zur Zucht der Seidenspinner-Schmetterlingsraupen genutzt.

Marienklause. Links durch die kahlen Bäume sahen wir im Tierpark sogar einen Eisbären – eher rostbraun als weiß.

St. Anna auf der Hochleite.

Auer Mühlbach.

Wir kehrten ins Caffe Fausto auf einen Mittagscappuccino (und Espresso-Kauf) ein, bevor Café und Rösterei über die Weihnachtszeit schlossen.

Diesmal gingen wir nur bis zur Ludwigsbrücke, denn richtig gemütlich war das Wetter nicht, und ich fühlte mich nicht so ganz fit. Eine Tram brachte uns zum Sendlinger Tor, auf der Fahrt stellte Herr Kaltmamsell fest, dass sein Handy den Geist aufgegeben hatte (zahlreiche Bemühungen am restlichen Nachmittag fruchtlos).

Frühstück um halb drei: Salatrest vom Vorabend, außerdem Persimon und Apfel mit Sojajoghurt.
Ab dem ersten Bissen leider nicht mehr zu verdrängen: Kauen auf der linken Seite war jetzt vor Schmerz gar nicht mehr möglich, auch beim rechtsseitigen Kauen heulte der Hauptschmerzzahn auf. Jetzt war ich dann doch bei der Form Schmerz angelangt, den die Zahnärztin als ernst zu nehmen beschrieben hatte, blöderweise sechs Tage nach dem Besuch bei ihr. Im Rhythmus des Herzschlags pulsierender Zahn. Lustig. Noch eine Ibu brachte zumindest Ruhe rein. Sie werden natürlich einwenden, ich könnte ja auch mal ein paar Tage das Essen bleiben lassen – aber doch nicht ausgerechnet an Weihnachten!

Und dann war mir auch noch trotz Heizung und dickem Pulli so kalt, dass ich schnatterte, selbst unter zusätzlich warmer Decke. SAMMA!

Draußen schneite es jetzt Hollywoodfilm-mäßig. Soundtrack dazu umgehend: Schneeräumfahrzeuggerassel, als hätten die seit Wochen dafür auf der Lauer gelegen. Nachdem ich kürzlich einen TV-Bericht über einen bayerischen ÖPNV-Busfahrer gesehen hatte, dem der Arbeitseinsatz an Heilig Abend nichts ausmachte, weil er und seine Familie Muslime sind, stellte ich mir vor, dass es auch so manch andere Berufe entlastet, wenn ein Teil der Belegschaft aus anderen Traditionen kommt (und dafür zum Beispiel an Zuckerfest/Opferfest frei bekommt).

Eine zusätzliche Wärmflasche auf dem Sofa unter zwei Decken stellt zumindest das Schlottern ab, aber Füße und Hände blieben kalt. Herr Kaltmamsell drohte bereits damit, mich für krank zu erklären und von der Küche fernzuhalten. Eigentlich hatte ich um vier nochmal zum Alten Südfriedhof spazieren wollen und zu den Weihnachtsliedbläsern singen, doch in diesem Zustand war mir die Lust darauf vergangen.

ABER! Um die Zeit, die ich als Start der Weihnachtskocherei angepeilt hatte, fühlte ich mich fit genug: Ich begann die Zubereitung von Ossobuco. Erst beim Befolgen meines eigenen Rezepts merkte ich, dass ich fehlkalkuliert hatte: Das Gericht würde eine halbe Stunde nach eigentlich mit Herrn Kaltmamsell vereinbarter Zeit fertig werden. Egal, wir waren ja nur zu zweit.

Es wurde dann noch später, denn auch Herrn Kaltmamsells Risotto milanese als Beilage dauerte länger, aber das vergnügt: In Verbindung mit Alkohol entspannt Ibuprofen erst so richtig. Wir starteten den Abend offiziell mit Eggnogg.

Ich hatte sogar die Energie aufgebracht, weihnachtliche Tischsets hervorzukramen (blieb aber mit meinem edlen echten Norwegerpulli über Thermo-Rolli im Hütten-Schick und machte mich nicht noch feiner).

Vorspeise Vogerlsalat mit gerösteten Walnüssen und Kürbiskernöl, davor Telefonat mit den lieben Schwiegers (bei denen ich diese Salat-Kombi einst kennenlernte), die eine ihrer beiden Nichten zu Besuch hatten.

Zum Hauptgang öffnete ich eine Flasche sizilianischen Grillo Pettineo, überraschend herb und mineralisch. Das Ossobuco war hervorragend geraten, der Risotto perfekt cremig und doch mit Biss – Beißen konnte ich allerdings nur in kleinen Portionen, vorsichtig und nur auf einer Seite. Es erleichterte mich, dass ich mittlerweile von einer Freundin eine Anlaufstelle für Zahn-Notfälle ganz in der Nähe bekommen hatte, die Ärmste hatte damit Erfahrung, aber zumindest dort sehr gute.

Das Dessert hatte ich von meinem Wanderurlaub aus England mitgebracht: Christmas Pudding. Herr Kaltmamsell erwärmte es nach Anleitung in der Mikrowelle, servierte mit Brandy Butter. Zuvor hatten wir uns noch den vielen Geschenken von Familie, aus dem Freundeskreis, von Kolleg*innen gewidmet, unter anderem: Bei mir wird im Frühjahr ein Feigenbäumchen einziehen, Herr Kaltmamsell muss mit einem edlen Pata-negra-Schinken fertigwerden, ich kann angemessen Kastenbrot backen (Gusseisenform mit Deckel), beide freuen wir uns auf einen Konzertbesuch Ende Februar.

Abschließende Frage des Heiligen Abends:
Wie reagieren auf selbstproduzierten KI-Slop als Weihnachtsgruß?

§

Nicht besinnlich weihnachtlich, aber unbedingt wichtig: Die US-Regierung baut das System nicht nur intern zum Autoritarismus um, sondern bekämpft das Völkerrecht. Zum Beispiel ganz persönlich Menschen in anderen Nationen, die Rechtsstaatlichkeit umsetzen:
“USA gehen gegen HateAid vor”.
Wir sprechen hier von Leuten, die vor drei Monaten das Bundesverdienstkreuz für genau dieses Engagement erhielten.

Dieses Handeln ist völlig unakzeptabel. Es ist wichtig, das als solches zu benennen. Auch ich verspüre bei den absurden Eskapaden von Trump und der restlichen US-Regierung den Reflex, sie einfach zu ignorieren, wie bei einem provozierenden Kleinkind. Aber es ist wichtig laut auszusprechen: Es verletzt das Völkerrecht, Gebiete anderer Nationen zu verlangen (Grönland), das Völkerrecht, das die Basis für den Umgang von Nationen miteinander ist.

Zu meiner Erleichterung sieht meine Regierung das auch so:
“Scharfe Kritik an ‘inakzeptablen’ US-Sanktionen”.

Gleichzeitig beobachtet mein innerer Spock fasziniert, wie sich die internationale Diplomatie zu Offiziellen verhält, die gegen alle Regeln und Gepflogenheiten der Diplomatie verstoßen.

Journal Montag, 22. Dezember 2025 – Eisnebellauf, Kosmetik

Dienstag, 23. Dezember 2025

Bis zum 7-Uhr-Läuten von St. Matthäus geschlafen, das war nach recht guter Nacht schön – überrschenderweise stören die auf- und abschwellenden Gesichtsschmerzen meinen Schlaf gar nicht.

Beim Bloggen ertastete meine Zungenspitze einen alten Bekannten, seit ein paar Jahren überhaupt nicht vermisst: ein Herpesbläschen. Hastiges Kramen in der Hausapotheke, doch in dieser Hinsicht kann ich mich wirklich auf mich verlassen: Dort wartete eine frische Tube antivirale Salbe (danke, Big Pharma).

Draußen wurde es zu fortgesetztem Hochnebel Tag. Für meine Laufrunde wählte ich dieselbe Stecke wie am Samstag, bereits gespannt auf die sicher ganz andere Stimmung. Und so war es dann auch.

Ebenfalls anders: Es war deutlich kälter als am Samstag, ich brauchte Mütze und Handschuhe, musste mich erstmal warmbewegen. Dann aber kam ich zu einem erfreulichen Lauf, leicht, mit sehr wenigen Menschen an diesem Werktag und immer wieder ruhig genug, dass meine Gedanken körpervergesssen flossen.

Tänzerin

Niedelich! Und die Schmücker*innen denken sicher daran, die Fremdkörper nach Weihnachten auch wieder zu entfernen.

Kurz nach eins gab es Frühstück: einen Apfel, außerdem Mango und Persimon mit Sojajoghurt, eine Hand voll Mandeln drübergestreut.

Dann zum letzten Termin für dieses Jahr: Bei meiner Kosmetikerin, vor Monaten gebucht, für Pediküre und Gesichtsbehandlung. Mit den derzeitigen Schmerzen freute ich mich vor allem auf die Gesichtsmassage, tat auch besonders gut. Bei der Pediküre zuvor (der Lack trocknete während der Stunde Gesichtsbehandlung) stellte die Fachfrau fest, dass die Nägel meiner großen Zehen sich gerade komplett erneuern, sie machte mich darauf gefasst, dass die alten Nägel darüber, zum Teil bereits verfärbt, in den nächsten Monaten abgestoßen werden. Wohl eine Folge meiner siebentägigen Wanderung im Herbst: Selbst bei allerbequemsten Wanderschuhen, kurzgeschnittenen Zehennägeln (meine wachsen von Natur aus sehr weit vor) und optimalen Wandersocken stößt der Nagel bei fast jedem Schritt ein wenig an die Innenseite der Stiefel. Rundum behandelt und lackiert (ich wählte ein peppiges Mittelgrau) sieht man das jetzt bei mir aber nicht mal.

So entspannt wie mir derzeit überhaupt möglich ging ich anschließend auf Lebensmitteleinkäufe für Weihnachten (das meiste von der gemeinsamen Liste hatte allerdings bereits Herr Kaltmamsell besorgt). Daheim Wäschewaschen, eine Runde Pilates mit Schwerpunkt Mobilisation.

Fürs Nachtmahl holte ich mir als Vorspeise vom selbstgemachten Kimchi, klassisch aus Chinakohl, das Herr Kaltmamsell für essfertig deklariert hatte – köstlich. Und aus den Ernteanteil-Süßkartoffeln hatte er auf meinen Wunsch wieder Mac’n cheese zubereitet – das mir sehr gut schmeckte, ich aber wegen großer Temperatur- und Berührungsempfindlichkeit der Schmerzzähne links nur sehr vorsichtig kauen konnte. Nachtisch Mamas Mohnstollen vom Sonntag (super! hier das Familienrezept), und Schokolade.

Im linearen Fernsehen entdeckten wir Sabrina von 1954 und ließen ihn laufen, ich labte mich am Anblick von Audrey Hepburn, der Verkörperung von Liebreiz.

Journal Samstag, 20. Dezember 2025 – Das Gelobte Land von Asiimwe Deborah Kawe

Sonntag, 21. Dezember 2025

Unruhige Nacht (öfter Alkohol hiermit als schlechte Idee erkannt) (vielleicht nur das erste Glas beibehalten?), etwas länger als sonst geschlafen.

Wie geplant machte ich mich erstmal ans Brotbacken, es sollte einen 7-Pfünder geben, sonntägliche Aufteilung unter meiner Familie (Adventspaziergang) bereits eingeplant.

Der Brotteig tat, was er tun sollte, hier beim Rundformen für die Stückgare im Gärkörbchen.

Langsam sickerte die Freude über die Ferien durch: Ich würde am Montag NICHT in die Arbeit müssen! Eine Konsequenz: Wenn wir die nächsten zehn Tage die Wohnung wirklich bewohnen, machte ich sie uns warm, nicht nur um die Sitzplätze am Morgen und Abend.

Hello pretty!

Tagesprogramm nach Brotbacken:
– Laufrunde
– Frühstück (das Brot hatte einfach schon abgekühlt zu sein)
– Weihnachtsbasteln (also Geschenke einpacken)
– Abendessen
– Theaterbesuch mit Freundin

Draußen schien so richtig die Sonne, auch wenn meine Wetter-App eisern Bewölkung behauptete. Ich setzte also die Sonnenbrille auf und fuhr mit der U-Bahn nach Thalkirchen. Eigentlich war ich beim Brotbacken und leicht verkatert so müde gewesen, dass auch eine weitere Runde Schlaf eine Option gewesen wäre – aber Pläne sind Pläne, und wenn’s mir durch das Laufen nicht besser ginge, könnte ich immer noch abbrechen und umkehren.

An der Isar war es herrlich, das Laufen strengte mich nicht an, bald steckte ich auch meine Mütze ein. Bis ich so richtig ins Laufvergnügen fand, dauerte es zwar 45 Minuten, doch die Müdigkeit war jetzt wirklich weg.

Bei meiner Rückkehr stellte ich den Brotlaib für schnelleres Abkühlen auf den Balkon, bis ich mit Körperpflege durch war, fehlte nur noch wenig zu echtem Abgekühltsein – batzte er halt ein bisschen beim Anschneiden.

Frühstück kurz vor zwei: Zwei mächtige Scheiben noch leicht warmes Brot mit Butter und Mamalad, eine Persimon. Das machte mich doch wieder bettschwer, ich legte mich zu einer Siesta hin – schlief auch sofort ein, wurde dann aber durch heftigen Glockenlärm um drei von St. Matthäus zu schnell geweckt.

Nächster Programmpunkt Weihnachtsbasteln: Dieses Jahr mit übersichtlichem Aufwand, komplett fluchfrei und noch bei letztem Tageslicht abgeschlossen.

Ich las noch ein wenig im Internet und Zeitung, bis Herr Kaltmamsell vorzeitig (weil Theaterbesuch) das Abendessen servierte: Pasta mit geröstetem Rosenkohl und Zitronen-Frischkäse-Sauce (Rosenkohl aus Ernteanteil), köstlich.

Die Theatervorstellung fand im Marstall statt, ich spazierte hin über den Jakobsplatz – und freute mich mitzubekommen, dass die jüdische Gemeinde gerade an der Chanukkia versammelt war, das vorletzte Licht entzündete und sang. War gleichzeitig wie jedes Mal bestürzt, dass mindestens ein halbes Dutzend Security-Menschen aufmerksam um sie stehen und sie schützen musste.

Marstall. Wir sahen das hier uraufgeführte Theaterstück (!) Das gelobte Land von Asiimwe Deborah Kawe.

Eingebettet in die Rahmenhandlung eines journalistischen Interviews erzählt die Hauptfigur Achen in der Abschiebehaft ihre Geschichte: Die jetzt Mitte-30-jährige Mutter von zwei Kindern war 15 Jahre zuvor als Krankenpflegerin aus Uganda zu einer Fortbildung in die USA gekommen und illegal geblieben. Das erfahren wir aus den Interview-Fragen, ihren Antworten, aber auch aus den Aussagen der US-Amerikanerin Kat, die damals im Organisationsteam des Seminars gearbeitet hatte. Die Erzählung/Handlung schreitet chronologisch voran, Schauplätze sind die wechselnden Unterkünfte Achens, aus den Aussagen erschließt sich das Leben Achens und was sie in die Situation zu Beginn des Stücks gebracht hat erst langsam und stückweise – das fand ich sehr gut gemacht. Eindringlich führen die Details die ungeheure Anstrengung von jemanden vor, die in ihrer Heimat keinerlei Zukunft hat und diese in der Ferne sucht.

Die Inszenierung lässt das Bühnenbild fast statisch, tupft Szenenwechsel mit wenigen Mitteln, Kostüme werden oft auf der Bühne gewechselt während einer Szene. Die 1 Stunde 50 der Inszenierung vergingen so schnell, wie ich es schon lang nicht mehr bei einem Theaterabend erlebt hatte.

Wir spazierten anschließend noch ganz klassisch in die Pfälzer Weinstube – es mag dem Advent und dem Samstagabend geschuldet gewesen sein, doch ich konnte mir einbilden, dass das Rumposaunen des Loblieds auf die Pfälzer Weinstube vom Haberl Tobias im SZ-Magazin bereits Auswirkungen auf die Zusammensetzung des Publikums hatte: Es war sehr voll, darunter einige Touristengruppen, ganze Tische voll Jungvolk. Man platzierte uns an den Tisch mit einem leutseligen Paar auf Münchenurlaub, wir fanden dennoch Gelegenheit für Austausch, ich für ein Viertel pfälzer Rotwein (!). Meine beste Idee des Tages: Ich verabredete mich mit der Freundin gleich nochmal für die Weihnachtsferien.

Nach Hause und ins Bett kam ich sogar nach Mitternacht, das fühlte sich sehr nach Ferien an.

§

Das Angebot, das mir im Internet Hobby-Mediziner*innen auch diesmal für meine (auch gestern wechselnd anhaltenden) Schmerzen machen, ist wirklich beeindruckend. Noch fehlen die esoterischen Ansätze komplett, aber ich erzähle ja von diesen Schmerzen auch erst seit zwei Wochen.

§

Die Probleme im Stadtviertel, in dem ich wohne, also im Bahnhofsviertel werden leider größer. Ich weise gern darauf hin, dass ich keine Lösung kenne, dass es dafür aber Fachleute gibt. Deren Maßnahme ist jetzt: ein neuer Name.

Ziel ist es, die Transformation des Viertels nicht nur baulich, sondern auch inhaltlich zu begleiten. Dazu gehört aus Sicht der Initiative auch die Frage, wie dieses Gebiet künftig genannt werden soll. In einem mehrstufigen Prozess wurden deshalb zunächst Kriterien für einen neuen Namen entwickelt. Es folgten Workshops, eine öffentliche Kampagne und eine Online-Umfrage. Mehr als 600 Vorschläge gingen ein. Eine interdisziplinäre Jury wählte schließlich den Namen „Central Quartier“ aus.

Hier der ganze Artikel in der Süddeutschen:
“Wie das Münchner Bahnhofsviertel nun genannt wird”.

§

Hauptsächlich leere Sitze im Plenarsaal des Bundestags bei Debatten: Für einen durchschnittlichen Wähler, eine durchschnittliche Wählerin mag das seltsam aussehen, bei entsprechender Disposition könnten sie auf die Idee kommen, die Abgeordneten täten ihre Arbeit nicht. Awet Tesfaiesus ist Bundestagsabgeordnete und erzählt in einem Thread, woraus ihre Arbeit als Abgeordnete eigentlich besteht – und warum man sich eher wundern sollte, wenn der Plenarsaal bei Fachthemen voll wäre.

Journal Freitag, 19. Dezember 2025 – Abschied vom Arbeitsjahr

Samstag, 20. Dezember 2025

Eigentlich gut geschlafen, aber bei jedem leichten Aufwachen gecheckt, ob ich gerade die Zähne auf die Knirschschiene presse: Nein, nie.

Ich verließ das Haus zu klarem Himmel, war nach der milden Luft am Vorabend aber über das frostige Glitzern überall überrascht.

Büroräume jetzt doch vorweihnachtlich UND freitäglich leer. Dennoch wollte sich das erhoffte Däumchendrehen bis vorzeitigem Feierabend einfach nicht einstellen, ich hatte vormittags sogar einen TERMIN!

Letzter Bürohausblick über München des Jahres.

Die Gesichtsschmerzen hielten an, ich hielt mit Ibu dagegen – die wirkte! Aber der Korridor an Temperatur, mit dem ein Getränk meine diversen Schmerzzähne nicht zum Aufjaulen brachte, war weiterhin unerhört eng, ich vermutete wenige Grad um Körpertemperatur.

Das merkte ich unter anderem an meinem Mittagscappuccino, zu dem ich durch wundervolle Sonne raus ging: Die heiße Flüssigkeit jagte den Schmerz wieder hoch.

Zurück am Schreibtisch wurde es endlich wirklich ruhiger. Noch der eine oder andere Aufreger, zu Mittag Äpfel sowie Mango mit Sojajoghurt, dann konnte ich meinen Schreibtisch systematisch leerarbeiten – was in meinem Fall durchaus physisch zu verstehen ist.

Vorzeitiger Feierabend, ich verließ das Haus nur wenig nach drei, fand davor noch zwei Kolleg*innen, denen ich schöne Weihnachtsferien wünschen konnte.

Mit Genuss spazierte ich durch Tages- und sogar Sonnenlicht zu Besorgungen: Lebensmittel im Vollcorner, dann brachte mich die U-Bahn zum Odeonsplatz, von dort spazierte ich zum Hofbräuhausmühlenladen für Roggenmehl Type 1370, denn ich wollte am Samstag Brot backen. Doch ich merkte, dass mich dieses Jahr zwar spät, aber doch der Dezember einholte (was bei mir bedeutet: Überfall von disparaten Dezember-Erinnerungen inklusive damit verbundenen Gefühlen, heuer im Vordergrund ein tief vermisster lieber Freund meiner Jugend). Ich freute mich sehr auf Alkohol.

Heimweg über den Jakobsplatz und die Chanukkia, die ich immer noch nicht schön finde.

Mit Herrn Kaltmamsell war ich zu einem aushäusigen Abendessen verabredet, aber durch meinen frühen Feierabend blieb davor Zeit für Pilates, Blumengießen, Brotvorbereitungen.

Ich hatte im Blauen Haus auf der Rückseite der Kammerspiele für uns reserviert, im Conviva. Dorthin spazierten wir eher früh am Abend einmal quer durch die innerste Innnenstadt und damit an einem Freitagabend durch Menschenmassen.

Das Lokal war dicht besetzt, erst als sich das um dreiviertel acht schlagartig änderte, wurde mir klar: Viele Theaterbesucher*innen vor Vorstellungsbesuch.

Als Alkohol des Abends folgte ich der Tagesempfehlung mit Kreide auf Tafel an der Wand und bestellte eine Flasche Wiener Gemischten Satz Fuchs-Steinklammer. Schön kräftig, und der Alkohol führte innerhalb von Minuten zur ersehnten Entspannung. Vielleicht sollte ich öfter Alkohol trinken.

Als Vorspeisen gab es für mich Fischsuppe (gut), für Herrn Kaltmamsell Flusskrebs-Sauerrahmterrine mit Rote-Bete-Salat (er freute sich vor allem über die Zubereitung der Bete).

Als Hauptgang hatte ich Kabeljaufilet (wunderbar saftig) auf Belugalinsen, gegenüber gab es Gebackene Blutwurst mit Kartoffel-Feldsalat, wieder waren wir beide sehr zufrieden.

Gleicher Nachtisch: Nougat-Spekulatiusmousse mit pochierten Birnen.

Angenehm beduselt machten wir uns auf den Heimweg (immer noch keine Mütze nötig).

Schau an: Die Eisbachwelle (Zukunft derzeit ungewiss) ist ikonisch genug, dass sie den Bauzaun des Luxusobjekts “Falckenberg-Ensemble” schmückt.

Zu meiner Überraschung war an den Christkindlmärkten auf dem Weg noch Hochbetrieb. Zu Hause machte ich uns noch Espresso (decaf, damit ich danach schlafen konnte), schenkte ein wenig uralten spanischen Brandy ein.

§

Auch ich brauchte lange zu begreifen, dass Glennkill von Leonie Swann ein deutscher Krimi ist, nicht etwa aus dem Englischen übersetzt.1
Jetzt wurde er mit Hugh Jackman (!) und Emma Thompson (!!) verfilmt, hier der Trailer.

  1. Das kann unmöglich SCHON ZWANZIG JAHRE HER SEIN! []