Fotos

Journal Mittwoch, 15. Juli 2026 – Bruderblog-Empfehlung und einstweiliger Abschied von den Kammerspielen

Donnerstag, 16. Juli 2026

Neue Blog-Empfehlung!

Heute darf ich hier endlich darauf hinweisen: Mein Bruder Daniél fährt vom oberbayerischen Etting (bei Ingolstadt) nach El Olmillo (in Zentralspanien) – mit dem Fahrrad. Und er bloggt darüber:
Etting -> El Olmillo.

Es gibt bereits ein paar Posts über die Vorbereitungen, der RSS Feed funktioniert – und ich würde mich sehr freuen, wenn Sie Daniél zur Seite stehen.
(Hier ein Kinderbild, falls Sie einen Niedlichkeits-Schubser benötigen.)

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Eigentlich guter Schlaf, doch ich konnte die kühlenden Nachtstunden nicht für Belüftung des Schlafzimmers ausschöpfen: Um halb zwei weckte mich heftiges und ausdauerndes Brüllen, Schreien und Kreischen aus dem Park – Fenster zu.

Beim Aufstehen sah ich den Straßen und Wegen an, dass es nachts geregnet hatte. Weitere dunkle Wolken ließen mich für den Arbeitsweg zum Schirm greifen, doch ich kam trocken ins Büro (und freute mich am Mauerseglerschrillen, jetzt sind ihre Tage bei uns gezählt.)

Dort brühte ich die erste Tasse Milky Oolong meines Lebens auf: Am Dienstag hatte jemand auf Mastodon nach Einkaufsquellen gefragt, ich fand heraus, worum es sich überhaupt handelte, das klang attraktiv, und eine Einkaufsquelle lag auf meinem Weg. Ja, angenehmer grüner Tee, der wenig nach Grüntee schmeckt – aber mit dem Effekt, den ich von allen Grüntees kenne: Ich trinke die sehr große Tasse sehr schnell leer.

Mittags eine Marschrunde um die Blöcke. Der Himmel zeigte gerade ein bisschen Blau zwischen den Wolken, schon wurde es gnadenlos schwül, und ich kam ordentlich verschwitzt zurück an meinen Schreibtisch. Dort gab es zu Mittag Nektarinen, Aprikosen und weniger Roggenvollkornbrot, als ich gedacht hatte, weil ich mich schon so voll fühlte.

Abends stand mein letzter Theaterbesuch auf Basis Kammerspiel-Abo an, ein letztes Mal machte ich deshalb mit Unterstunden Feierabend. Ab der nächsten Spielzeit fallen meine Abo-Termine auf Sonntage und im Residenztheater.

Auf dem gemütlichen Heimweg kaufte ich fürs Abendessen ein. Daheim las ich auf dem Balkon und genoss den frühen Feierabend, abenso bei einer Runde Pilates.

Als Abendessen richtete ich Trauben, Nektarinen, Aprikosen, Tomätchen sowie vier Käsen an, außerdem aßen wir die letzten Salzgürkchen aus aktueller Produktion.

Mein vorerst letzter Abo-Kammerspielbesuch führte mich in Eurydike und Orpheus, “nach einem Libretto von Robert Bolesto mit Musik von Jan Duszyński” – und der Regisseurin Anna Smolar wohl als zentraler Autorin. Autor*innenschaft bei zeitgenössischem Theater (von wem ist das Stück eigentlich?) ja immer sehr komplex.

Ich marschierte in milder Luft zum vorerst letzten Mal an die Maximilianstraße (die auch weitgehend verbaustellt ist – wollt ihr jetzt auch doch die Luxus-Tourist*innen verprellen?) ins Theater.

Niemand benötigte gestern die Garderobe (und wohl auch nicht die “Rollstuhlrampe”).

Leb wohl, unbequemer Sitz Reihe 5, Platz 4, dich werde ich sicher nicht vermissen.

Gestern sah ich von dort aus die Musiktheater-Variante des alten Orpheus-und-Eurydike-Themas (neben der Garderobe ist auch das Programmheft seit einigen Jahren gratis), dazu morgen mehr (vorab: auf jeden Fall interessant).

Nach Hause mit schmerzendem Po und Kreuz in anhaltender Milde und mit Fußballguck-Geräuschen aus offenen Fenstern und Türen: Gestern wurde das zweite Halbfinale der aktuellen Männerfußball-WM ausgetragen.

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Southpark macht Urlaub und fährt dazu von Berlin nach Osten: Erstmal ein paar Tage Warschau, jetzt ist er in Litauen. Wenn Sie mitfahren möchten: Hier beginnt seine Reise.
Für mich klingt das ausgesprochen attraktiv: Bahnfahren, das Teil des Urlaubs und der Eindrücke ist, eine spannende und exotische Urlaubsgegend – die vor allem nicht bereits durch Must-see- und Fotos auf allen Medien, social oder nicht, tot-stereotypisiert wurde. Vielleicht schaffe ich es in diesem Leben noch, auf diese Weise Bulgarien oder Georgien kennenzulernen. Wobei mir seit meiner Westerwald-Wanderung (sehr empfehlenswerter Fernwanderweg mit gepflegten, schön designten Routen) klar ist: Urlaub wirklich abseits von Tourismus-Hotspots bedeutet fehlende Tourismus-Infrastruktur; Bequem-Reisende wie ich müssen da jedesmal abwägen.

Erst kürzlich war ich ins Gespräch mit jemandem geraten, die tatsächlich Reisen so absolviert, wie ich es bis dahin nur aus Medienberichten kannte (und ehrlich gesagt nicht ganz von erwachsenen Menschen geglaubt hatte): Influencer-Destinationen, dort die Liste von instagram-Ansichten abhaken, indem man selbst diese Ansicht auf instagram postet. Ich find schön, dass sie sich damit wohl fühlt, aber… genau das führt zu Over-Tourism (“in den Urlaub fahren, um praktisch nichts erlebt zu haben”).

Journal Dienstag, 14. Juli 2026 – Tag mit drei Wettern

Mittwoch, 15. Juli 2026

1) sonniger Sommermorgen, 2) Regentag, 3) schwüler Sommerabend.

Gut geschlafen (ich muss extrem schnell eingeschlafen sein, denn nach Lichtaus kurz vor zehn kann ich mich nicht an die zehn Glockenschläge vom Turm St. Matthäus erinnern), selbst als ich kurz vor fünf aufwachte, holte ich bis extrafrühes Weckerklingeln nochmal Einschlafen raus. Munter sprang ich aus dem Bett für einen Lerchenlauf – es wird wohl der drittletzte sein, denn dann Urlaub, und Mitte August ist es vor der Arbeit bereits zu dunkel. Dieses Jahr fühle ich mich unterlerchenlaufen, ich werde am Ende der Saison nicht auf meine Kosten gekommen sein.1

Zur Abwechlung nahm ich die westliche Route über den Flauchersteg. Besonders freute ich mich über das Gefühl von Körpertüchtigkeit: Schnaufen, Beweglichkeit, Ausdauer, Kraft, Laune – alles stand mir zur Verfügung. Und ich schau halt jetzt, dass ich wirklich die Füße beim Laufen ein bisschen mehr hebe. (Die mittlerweile konsultierte Orthopädin hatte mich gründlich angefasst und einen Zusammenhang zwischen meinem Stolpern/Stürzen und LWS-Problemen ausgeschlossen. Sie vermutete eher zu selten neue Laufschuhe (DIE SIND ABER NOCH GUT!) und schludrigen Laufstil, empfahl Laufanalyse, evtl. Einzeltraining.)

Chronistinnenpflicht: Diese Hauswand am Westermühlbach sah ich zum ersten Mal ohne Graffiti. Kann schon morgen wieder vorbei sein.

Flaucherpracht

Meine liebste Art von Laufweg, schattig, schmal und federnd.

Alter Südfriedhof

Als ich mich daheim nach dem Duschen schminkte, klang es vom Innenhof wie Regen. Was ja wohl nicht sein konnte, siehe Fotos oben. Konnte es aber doch, der eine oder andere Tropfen erwischte mich auch auf dem Weg in die Arbeit (wieder durch zwei Stationen U-Bahn-Fahrt beschleunigt). Trotzdem hatte ich die Wohnung gegen Sonnenbeheizung abgesichert.

Das Wetter packte nach und nach Gewitter aus, als Untermalung einer sehr großen Online-Besprechung rumpelte und donnerte es ganz klassisch überm Bürohaus. Regen gab’s auch, zunächst allerdings eher unentschlossen mal mehr mal weniger. Außer auf meiner Wetter-App, die München hartnäckig als trocken anzeigte.

Unterm Schirm spazierte ich ins Westend für meinen Mittagscappuccino, es war eigentlich frisch genug für eine Jacke – die ich in Erwartung eines Hochsommertags nicht dabei hatte. Kurz nach Mittagessen (Rest Honigmelone, Skyjoli) verzogen sich Regen und Wolken, Sonne und blauer Himmel passten wieder zu meinem Sommerkleid.

Nach Feierabend war es auch sommerlich warm bis heiß geworden, doch ich genoss den Heimweg.

Zu Hause durfte ich mir ein Abendessen von Herrn Kaltmamsell wünschen, er stellte ein paar Möglichkeiten zur Auswahl.

Es wurden Tagliatelle carbonara – als Basis, unter die gebratene Ernteanteil-Zucchini gemischt wurden. Gute Idee.

Am Ende der Tageshelle zog der Himmel wieder gewittrig zu.

Im Bett freute ich mich an der Lektüre von Zadie Smiths On Beauty – aus einer Zeit, als sie sich fast noch nix schiss, ihre Figuren Einsichten formulieren ließ, die ihre Autorin in diesem Alter doch eigentlich noch nicht wissen konnte (Smith war noch keine 30, als sie es schrieb), die mit Sprache fröhlich einfach machte, was sie wollte, zum Beispiel mit “His well-madeness as a human being”. Das war noch ganz auf der Linie ihres sehr frühen Erfolgs White Teeth, hat sich inzwischen aber in einer Befangenheit verloren, die ich als Preis für mehr Wissen und mehr Erfahrung mit dem Altern nachvollziehen kann.

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Damit möglichst wenige hinterher sagen können, man habe sie nicht gefragt, hier eine Online-Umfrage:
“Öffentlichkeitsbeteiligung zum nationalen Energie- und Klimaplan Deutschlands (NECP)Eine Befragung im Auftrag des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie”.

Ich bin sicher, auch Sie haben eine Meinung – geben Sie diese doch Katherina Reiche durch!
(Die Fragen gehen ziemlich tief – und das gesamte Befragungsdesign kommt mir eher unwissenschaftlich vor. Aber hey: Sie fragen!)

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Hatte auch ich mich schon mehrfach gewundert: Wieso ist eigentlich Nokia verschwunden? (tl;dr: Multitouch)
“Nokia’s 14 Years of Mobile-Phone Supremacy Ended in an Afternoon”.
via @wurzelmann

(Damit, liebe Kinder, haben wir einst mobil getwittert: SMS an eine Mobilnummer, erst an eine in den USA, teuer, dann gab es endlich auch eine deutsche. SMS verursachte auch die ursprüngliche Zeichenbegrenzung von Twitter auf 140, so blieben 20 Zeichen für den Benutzernamen. Wenig macht mich älter als dieses Wissen aus erster Hand.)

Aus dem Artikel lernte ich unter anderem, dass es Nokia durchaus noch gibt: Das Unternehmen verkauft Telekommunikation-Infrastruktur, zum Beispiel für 5G-Netze.

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Wie Steptanz heute (auch) aussieht.

Hier dieselbe Tänzerin etwas konventioneller (dadrauf habe ich mal Chachacha getanzt!).

  1. Futur II in freier Wildbahn, bitteschön. []

Journal Sonntag, 12. Juli 2026 – #12von12 mit viel Wäsche

Montag, 13. Juli 2026

Heute spiele ich mal wieder bei #12von12 mit, Tagebuchbloggen anhand von 12 Fotos am 12. des Monats. Gesammelt wird hier.

Zwar mit einigen Unterbrechungen, dazwischen aber gut geschlafen. Aufgewacht zu einem erneut frischen Sommermorgen, wunderbar.

Bett abgezogen, Bettwäsche in die Waschmaschine gesteckt – UND! endlich dran gedacht, denn Bettbezug vorher zuzuknöpfen, damit er nicht wieder die restlichen Wäschestücke frisst und das Schleudern verhindert (beim vorherigen Durchgang musste ich nach angeblichem Waschvorgangsende die klatschnassen Teile auseinanderfrimeln und einen zusätzlichen Schleudergang initiieren).

1 von 12: Waschmaschine definitiv eine der technischen Erfindungen mit den größten gesellschaftlichen Auswirkungen, danke fürs Erfinden.

2 von 12: Nach Milchkaffee und Wasser – eine große Tasse Tee auf dem Balkon.

3 von 12: Wäsche aufgehängt, Bettlaken/-überzüge über Türen verteilt, links auf dem Sofa bereits am Samstag angefallene Bügelwäsche.

Der erste Bank-/Seitstütz seit meinem Sturz 19 Tage zuvor, nach dem ich mich wirklich entspannt auf dem Bauch und damit auf den Rippen ablegen konnte.

Als ich nach zehn zu meinem Isarlauf nach Thalkirchen radelte, war es immer noch morgenfrisch. Vor mir radelte eine junge Frau, DIE HANDZEICHEN VOR DEM ABBIEGEN GAB! (Ich folgerte umgehend, dass sie erst kürzlich nach München gezogen ist.) Das war SO! entspannend zu wissen, ob sie an Kreuzungen geradeaus fahren würde oder abbiegen. Für mich hat diese Aufmerksamkeit viel mehr mit Höflichkeit als mit StVG zu tun.

So richtig heiß wurde es während der gut 100 Minuten meines Laufs gar nicht, es wehte ein kühlender Wind.

4 von 12: Familie Schwan unterwegs auf dem Isarwerkkanal.

5 von 12: Großer Andrang am Aussichtspunkt vor Pullach über das Isartal. Es waren ohnehin enorm viele Radausflügler*innen unterwegs; ich begann auf schmale Wege auszuweichen, um nicht ständig in einer Staubwolke zu laufen.

6 von 12: Die Aussicht, für die es sich anzustehen lohnt.

7 von 12: Sommerfarben von der Großhesseloher Brücke.

8 von 12: Sommerfarben am Isarwerkkanal.

9 von 12: Floßlände.

10 von 12: An der Brücke Maria Einsiedel wie auch an jeder anderen einladenden Kiesbank reges Baden und Sonnen.

Nach Hause radelte ich im Schatten des Flauchers auf der Westseite der Isar.

Nach gründlicher Säuberung Frühstück um zwei: Salzgürkchen, Lauch-Paprika-Bohnen (die Herr Kaltmamsell zur Gartenparty mitgebracht hatte und die nicht ganz gegessen worden waren), Aprikosen.

11 von 12: Bügeln im Licht, das im sonst kühlend verdunkelten Wohnzimmer über den Balkon hereinkam. Interessante Musik auf den Ohren, nach einer Stunde war ich wieder Bügelberg-frei.

Lesen (Zeitung, Roman) auf dem Balkon, mit herabgelassener Markise war die Temperatur wieder sehr angenehm. Eine Runde Yoga, diesmal die genau passende Mischung aus Kraft und Dehnung.

12 von 12: Als Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell Salade niçoise, darin Kartoffeln, Salat, grüne Bohnen aus Ernteanteil. Nachtisch: Zuckermelone, sogar gut!

Sehr früh ins Bett zum Lesen.

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Gestrige Pflanzenkunde:

Gemeiner Bärenklau

Gilbweiderich (GILBWEIDERICH! hinreißender Name!)

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Eine weiteres Handwerkerinnen-/Künstlerinnenportrait:
“Künstlerin Annamaria Leiste über ihre Kurse im Papierschöpfen: ‘Wir staunen gemeinsam'”.

Künstlerisches Schaffen kann so viele Formen haben.

Wie häufig produzieren Sie noch Objekte für Ausstellungen?
Schon noch immer wieder. Aber das ist für mich ein ungleich größeres Ringen als in den Kursen, ein Leidensweg. Ich denke immer wieder, dass die Welt eigentlich genügend Kunst und Schmuck hat …

Und dann denken Sie, wozu es gerade Ihre Arbeit noch braucht?
Ja. Aber dann will ich doch künstlerisch aktiv sein!

Warum ist es Ihnen lieber, Kunst oder hier das Papier gemeinsam mit anderen zu erzeugen?
In der Gemeinschaft mit anderen muss ich kein Ergebnis schaffen, das an der Wand hängt, das so und so viel kostet, das jemand toll finden muss. In den Kursen gibt es keine Bedingtheiten, keine Widerstände. Wir staunen gemeinsam. Wir erleben zusammen einen Prozess, der im Grunde auch das Ergebnis ist.

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Simone Dede Ayivi schreibt für die taz einige lesenswerte Gedanken auf:
“Fitness und Verein
Wie wir Sport machen, ist politisch”.

Wer Gym-Kultur übertreibt, wird zum Looksmaxxer. Wer Sportverein übertreibt, wird zum Schiedsrichter, Jugendtrainer oder schlimmstenfalls Kassenwart.

(Das ist ja eine Kolumne und weder journalistische Recherche noch wissenschaftliche Abhandlung, deshalb darf sie auch wichtige Aspekte auslassen, z.B. den Gesundheitsaspekt, der jede Schwellensenkung zu Bewegung begrüßenswert macht.)

Journal Freitag (\o/), 10. Juli 2026 – Wochenendfeiern im Broeding

Samstag, 11. Juli 2026

Recht gut geschlafen, zwar gab es ein zweites Gewecktwerden durch Brüllerei im Park, doch auch danach schlief ich gleich wieder ein und bis Weckerklingeln durch. Aufgwacht voll Freude auf die Abendverabredung zu feinem Essen und feinen Weinen mit Herrn Kaltmamsell. (Schlüssel zum Überleben weiterhin: Immer was Gutes zu essen im Haus und immer etwas, worauf ich mich freuen kann.)

Draußen ein herrlicher, frischer Sommermorgen, untermalt von Mauerseglerschrillen.

Auf dem Weg in die Arbeit bekam ich mit, dass die Männerfußball-WM noch nicht vorbei ist und dass die spanische Mannschaft noch mitspielt: Mir kamen mindestens drei kleine Schulmädchen in Fußball-Oberteilen der spanischen Nationalmannschaft entgegen, unabhängig voneinander. (Dass ich die nationale Zugehörigkeit sogar aus dem Augenwinkel identifizieren konnte, nehme ich meinem Gehirn ein bisschen übel.)

Emsiger Vormittag, Mittagscappuccino später wegen einer kleinen Aufregung: Ich entdeckte, dass ich einen Fehler gemacht hatte – noch dazu von der Sorte, die mir am unangenehmsten ist, die nämlich anderen Menschen unnötig Zusatzarbeit macht. Das bügelte ich aus, bat an zwei Stellen um Entschuldigung, bekam sofort geholfen. Und bin jetzt gespannt, wie lange ich mir den Fehler nachtrage.

Dann aber raus in den Sommer, der deutlich wärmer geworden war.

Ich assoziierte “.arp” (wollte ich eh mal wieder lesen).

Später gab es als Mittagessen Skyjolei, außerdem Aprikosen und gemischte Nüsse.

Freitagspünktlicher Feierabend, Lebensmitteleinkäufe auf dem Heimweg. Jetzt war sie da, die erneute Sommerhitze, ich suchte den Schatten.

Nach Hause kam ich mit bequemer Pause zum Aufbruch: Mit Herrn Kaltmamsell nahm ich eine U-Bahn zum Rot-Kreuz-Platz.

Das Broeding hatte im Gastgarten eingedeckt – wir verbrachten dort angenehm temperierte und schöne Stunden mit dem wunderbar gemüsigen Menü (hätte es auch in Vegetarisch gegeben) samt Weinbegleitung (nur Käse, kein Dessert zum Abschluss).

Anstoßen aufs Wochenende mit Sekt vom Loimer. Mit den Jahren beginne ich auch hier deutliche Unterschiede rauszuschmecken, nachdem ich lange bei Schaumweinen nicht über “trocken” hinauskam. Dieser schmeckte mir sehr.

Zu den Austernpilzen mit Hummus und dem Knaller Feigenblatt-Öl mein Weißwein-Favorit des Abends: Zierfandler vom Weingut Biegler aus der Thermenregion.

Und zum Lamm mein roter Liebling des Abends (wir bekamen zwei verschiedene, nachdem ich traurig angemerkt hatte, dass immer nur ein Rotwein das Menü begleitet): Vom Weingut Schiefer aus Welgersdorf (Südburgenland) ein Pinot Noir.

Abschluss mit Blauschimmelkäse, tatsächlicher Abschluss mit zwei kleinen Schokotrüffelwürfeln – Schokolade schließt bekanntlich den Magen.

Im Bett waren wir erst nach Mitternacht, aber bei weit geöffneten Fenstern: Die Luft hatte wunderbar abgekühlt.

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Künstlerin Katja Kelm bloggt über ihre Zeit als alleinerziehende Mutter und über ihren Künstlersohn:
“antons arbeit”.

wer seine malerei tatsächlich vollständig in sprache übersetzen kann der braucht aus meiner sicht eigentlich nicht malen.

Ich stimme zu. Weswegen ich auch Hemmungen habe, mit bildenden Künstler*innen über ihr Werk zu sprechen: Ihr Teil ist aus meiner Sicht mit Fertigstellung des Kunstwerks getan (vielleicht noch mit Platzierung in der Veröffentlichungssituation), jetzt sind wir Rezipient*innen dran – mit denen ich mich sehr gerne über das Werk austausche.

Dabei ist Katja Kelm eine Künstlerin, die wirklich besonders gut Kunst in Worte fassen kann – aber sie beschreibt halt Techniken, Methoden, Umgebung, keineswegs Absicht oder gar Sinn.

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Großartig bizarre Hotel-Geschichte, man möchte sie umgehend als Setting für einen Spielfilm oder einen Roman nutzen. (Also “man”, die sowas können.)
“Ein Hotel sollte ein wirtlicher Ort sein.”

via iberty.de

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Bonnie Tyler ist gestorben, das ist schade. Ich mochte sie allein schon für die komplette Bescheuertheit des offiziellen Videos zu “Total Eclipse of the Heart” (nein, hat null mit dem Text zu tun).

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=lcOxhH8N3Bo

Haare und Make-up überaus authentisch, und Bonnie Tylers Gesicht für mich recht typisch walisisch.

Hier eine eine hinreißende musikkritische Besprechung des Songs.

Journal Mittwoch, 8. Juli 2026 – Lerchenlauf und Listenabhaken

Donnerstag, 9. Juli 2026

Ich wachte wenige Minuten vor extrafrühem Weckerklingeln auf, das passte wunderbar.

Draußen war es nicht nur wie angekündigt bedeckt, beim Zähneputzen hörte ich im Innenhof auch Regentropfen – und der Regenradar kündigte genau für die Zeit meiner Laufrunde Niederschläge an. Letztendlich entschied ich mich dennoch gegen die Regenjacke: In der schwülen Luft fürchtete ich Schweißflüsse und Stickigkeit mehr als Durchnässung. Und gegen Verblindung meiner Brille setzte ich eine Schirmmütze auf.

Erwies sich als die richtige Entscheidung: Es tröpfelte lediglich hin und wieder, während der etwas ernsthafteren Regenphase lief ich unter Thalkirchner Blätterdach.

Wieder achtete ich fast durchgehend auf den Weg und aufs Füßeheben, ich will wirklich nicht nochmal stürzen (unterm strammen Brustgurt des Jogging-BHs erinnerten mich die linken Rippen auch zwei Wochen danach noch an den jüngsten Sturz). Die Luft war bei aller Düsternis herrlich, ich lief leicht auf nahezu menschenleeren Isarwegen.

München ist so reich, dass abgelegte Jackson Pollocks in Zu-verschenken-Kisten landen.

Daheim zackige Säuberung, vor Verlassen der Wohnung entschied ich mich bei dem angekündigt fortdauernden düsteren Wetter für hochgezogene Rollläden und Fenstern auf Kipp.

Beschleunigter Arbeitsweg durch zwei Stationen U-Bahn-Fahrt.

Schnellstart in einen emsigem Vormittag. Auf dem Weg zum nahegelegenen Mittagscappuccino fand ich es dann doch ganz schön kühl, zumindest bekam ich keine Regentropfen ab.

Zu Mittag gab es Aprikose, Bananen Quark/Joghurt/Leinsamenschrot.

Auch den Nachmittag rumgebracht. Nach Hause auf direktem Weg, ich war mit Herrn Kaltmamsell verabredet: Wir wollten einen Punkt auf unserer Auswärtsessensliste abhaken. Vor vielen Monaten war ich auf die Idee gekommen: Die nächste Pizza essen wir bei Dr Drooly – der kleine Laden, der nur vegane Pizza verkauft, hat einen sehr guten Ruf und sah beim Vorbeispazieren urig aus mit immer viel jungem Volk drumrum. Allerdings hatten wir seither nie Lust auf Pizza. Aber nun stand dieser Posten halt auf der (von Herrn Kaltmamsell sorgsam geführten) Liste und würde nicht eher von dort gestrichen, bis wir dort gegessen hatten, das System ist nicht perfekt.

Gestern stellte ich nur mein Zeug in der Wohnung ab und spazierte dann gleich mit Herrn Kaltmamsell nach hinter dem völlig verbaustellten Goetheplatz zu Dr Drooly und bestellte Pizza.

Pizza Marinara gegenüber, eine Pizza Cheezy für mich – sehr gute Tomatensauce, der vegane Käse-Ersatz schmeckte halt salzig. Aber! Der Teig war für meinen Geschmack perfekt, genau so brotig und großporig mag ich ihn.

Auf dem Heimweg holten wir uns als Nachtisch beim McDonald’s je einen McFlurry mit ordentlich pappsüßen Saucen.

Nach der 20-Uhr-Tagesschau (viel über den NATO-Gipfel samt irrlichterndem US-Präsidenten Trump; ich möchte hier festhalten, dass auch hier alle seine Aussagen und Zusagen immer Momentaufnahmen sind und keine davon verlässlich – in einem Militärbündnis besonders unbehaglich) bald den Fernseher ausgeschaltet. Früh ins Bett zum Lesen.

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Nochmal zu sexualisierter Gewalt, weil sich hier endlich etwas tun muss. Die Zeit interviewt die Anwältin Christina Clemm, die unter anderem die Moderatorin Collien Fernandes und die Autorin Claudia Wuttke vertritt, die kürzlich öffentlich Vorwürfe gegen ihre Ex-Partner erhoben haben:
“‘Nicht nur die Scham, sondern die Angst muss die Seite wechseln'”.

ZEIT: Die meisten Frauen, auch viele, die zu Ihnen kommen, erstatten keine Anzeige. Was hält sie ab?

Clemm: Viele tun es nicht, weil sie sich nichts davon erwarten. Sie haben Angst, dass man ihnen nicht glaubt. Dass sie jahrelang in einem Gerichtsverfahren hängen, an dessen Ende eh keine Verurteilung steht. Andere befürchten, dass es durch eine Anzeige noch mal zu Gewalt durch den Täter kommt. Und manche haben Angst vor Gegenanzeigen, vor Verleumdungen, auch in der Öffentlichkeit. Das Problem beginnt aber schon früher. Die allermeisten Gewaltbetroffenen sprechen gar nicht darüber, was sie erlebt haben, oder nur bruchstückhaft. Ihre Sorge ist zu groß, dafür verurteilt zu werden.

ZEIT: Ist es nicht verwunderlich, dass sich viele auch dem engsten Umfeld nicht anvertrauen, nicht mal der besten Freundin?

Clemm: Ich finde das gar nicht so erstaunlich. Wir tun oft so, als seien wir eine aufgeklärte Gesellschaft, aber wir haben nicht gelernt, offen über Sex und Partnerschaft zu sprechen. Männer tun es noch seltener als Frauen. Davon zu erzählen, wie es wirklich in einer Beziehung läuft, ist ein großes Tabu. Vor allem wenn es Gewalt und Grenzüberschreitungen gegeben hat. Viele der Betroffenen geben sich dafür selbst die Schuld. Nach dem ersten Vorfall ist es noch leichter möglich, sich zu öffnen. Aber wenn die Frau danach bei ihrem Partner bleibt, ist sie schnell isoliert. Dann heißt es: Wie blöd bist du denn, nicht zu gehen.

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Lisa Rank schreibt über ihren Körper:
“Mein Bauch ist ein Kopfkissen
Ich war der festen Überzeugung, ich hätte in meiner Jugend keine Essstörung gehabt. Bis ich meine Tagebücher von damals gelesen habe.”

Ach, wenn wir nur alle dorthin kommen könnten:

Es ist mittlerweile auch ein Leichtes was Schönes zu finden in jedem Foto. Keine Filter mehr zu benutzen. Immer wieder zu lachen bei dem Satz, den meine beste Freundin und ich uns schon seit Jahren sagen: „So sieht man halt aus“. Alle sehen irgendwie aus. Und das Leben ist zu kurz, um bei Hitze die weichen Beine in lange Hosen zu stecken. Lasst mich in Ruhe. Wenn jemand ein Problem mit meinen Beinen hat, dann ist es seins.

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Kino-Vorfreude:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://youtu.be/zrcg8YHSys8?si=KANS2nXzl636ednb

1. Kate McKinnon
2. Geena Davis
3. Kristen Stewart IN EINER KOMISCHEN ROLLE
4. SO VIELE FRAUEN!!!

Journal Sonntag, 5. Juli 2026 – #WMDEDGT

Montag, 6. Juli 2026

Heute ist wieder der Ja-jetzt-ist-das-langweilig.-Aber-in-20-Jahren!-Tag der Tagebuchbloggerei: Frau Brüllen fragt “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag? #WMDEDGT” und sammelt die Antworten, für Juli hier.

ENDLICH mal wieder richtig gut geschlafen, unterbrochen von nur einem Klogang um halb drei – und dann bis fast sieben durch.

Wieder ein sehr kühler Balkonkaffee, ich wärmte mich mit Strickjacke und anschließendem Ingwertee.

Das verunsicherte mich bei der Wahl meiner Kleidung für die Laufrunde an der Isar. Letztendlich verließ ich mich auf die wärmende Bewegung.

Das erwies sich schon beim Radeln zum Friedensengel als die richtige Entscheidung.

Loslaufen dann tatsächlich mit einem etwas mulmigen Gefühl, ob ich auch nicht wieder stolpern und stürzen würde (ich nenne das nicht Angst, Angst sind die Wellen und Strudel, die mich nachts wach halten). Ich versuchte dran zu denken, wirklich auf den Boden vor mir zu schauen und die Füße zu heben. Aber letztendlich konnte ich doch locker laufen, hatte Spaß und freute mich über meinen funktionierenden Körper.

Auf der Höhe Unterföhring spritzten mich ein paar Regentropfen an.

Das Gewitter vergangenen Montag hatte an den nördlichen Isarauen heftige Schäden hinterlassen: Viele mächtige Bäume lagen in Stücke zersägt am Wegesrand, ich sah die Bruchspuren oder wie hier im Wasser riesige abgebrochene Äste.

Biologiestunde mit der App Flora incognita gestern:

Nesselblättrige Glockenblume (bereits meine dritte Glockenblumen-Variante)

Jakobs-Greiskraut

Gewöhnliche Waldrebe

Gewöhnliches Leinkraut

Gewöhnlicher Dost

Immer wenn die Flora-incognita-Bestimmung das Attribut „gewöhnlich“ ergibt, raune ich der Pflanze zu: „Nichts an dir ist gewöhnlich, meine Schöne, du Juwel!“ Und halte ihr zum Beweis das Foto hin, das ich von ihr gemacht habe.

Daheim gründliche Körperpflege inklusive Bein-Peeling und Fußpflege, dann Zubereitung des Desserts fürs Abendessen (Schokoladenpudding mit darin geschmolzener Schokolade, untergehobene geschlagene Sahne würde daraus Schokoladenspeise ergeben), gegen zwei Uhr gab es zum Frühstück eine Körnersemmel mit Jamón serrano und eine halbe (reife!) Netzmelone.

Nachmittags war es mir für Lesen auf dem windigen Balkon tatsächlich zu frisch – ich las drinnen weiter, restliche Wochenendzeitung.

Ein Stündchen bügeln mit sehr interessanter Playlist von Freundin aus der Musik-Branche. Nach einem Telefonat mit meiner Mutter (alles in Ordnung) zog es mich nochmal auf eine Runde raus durch die Stadt, Schaufenster und Touristen gucken.

Daheim eine Einheit Yoga, zum Abendessen steuerte ich ein wenig Salat bei. Herr Kaltmamsell hatte den Ernteanteil-Spitzkohl geviertelt und mariniert im Ofen gebacken, servierte ihn mit Hummus. Nachtisch Schokoladenspeise. Währenddessen regnete es heftig.

Früh ins Bett zum Lesen, als nächstes Florian Matzner (Hrsg.), Albert Coers – Straßen Namen Leuchten. Ein Denkmal für die Familie Mann (es ist schwer einzufangen, was der tatsächliche Titel des Buchs ist, meine innere Literaturwissenschaftlerin rudert mit beiden Armen, ich habe jetzt einfach diesen beschlossen).

Journal Samstag, 4. Juli 2026 – Perfekt temperierter Sommersamstag

Sonntag, 5. Juli 2026

Meh, wieder eine zerhackte Nacht, am erholsamsten fühlten sich die knapp drei durchgehenden Stunden Schlaf nach fünf an. Aufgestanden mit bösem Kopfweh, das hatte ich nun von einem ausnahmsweise alkoholfreien Freitagabend. Eine Ibu half schnell.

Auf dem Balkon war es trotz wolkenlosem Sonnenschein kühl, ich brauchte eine Strickjacke für meinen Balkonkaffee.

Endlich wieder Schwimmen, ich freute mich sehr auf eine sonnige Runde im Dantebad. Die Rippen schmerzten zwar immer noch ein wenig vom Lerchenlauf-Sturz vor zehn Tagen, doch bei diesem traumhaften nicht heißen Sommerwetter riskierte ich das. Zudem riskierte ich Anfahrt per Rad: Nur einmal musste ich abspringen für Ohrenzuhalten und Gegensummen wegen LALÜ.

Kurz vor elf war der Radlparkplatz vorm Dantebad so leer, dass ich schon Hindernisse befürchtete – wenn ich EIN! MAL! nicht vor Abfahrt checkte, ob auch alles wie gewohnt geöffnet hatte. Doch nein: Es war einfach extrem wenig los, auch auf den Schwimmbahnen. Na gut, richtiges Freibadwetter hatte es bei 24 Grad auf der Anzeige über der Sprudelschnecke eigentlich nicht, doch nach meiner Erinnerung reichte sonst reichlich Sonne.

Das Schwimmen über David-Hockney-Poolboden war herrlich. Die Rippen spürte ich durchaus, fühlte mich aber nicht behindert davon, sondern zog 3.200 Meter vergnügt durch. Anschließend erneutes Sonnencremen, ein Stündchen auf der (völlig vertrockneten und nahezu Grün-freien) Liegewiese mit Musik auf den Ohren und guten Gedanken inklusive Ideen.

Die eine Wolke am Himmel.

Auf dem windigen Rückweg hielt ich am Edeka am Stiglmaierplatz, besorgte Frühstückssemmeln und Teile des Abendessens. Frühstück um drei: Körnersemmeln mit Butter und Tomaten, Schwarzkirschen.

Nachmittag mit Internetlesen auf dem Balkon, Zeitunglesen im Wohnzimmer, weil auf dem Balkon zu viel Wind. Am Ende des Nachmittags turnte ich eine Runde Yoga – bei Kreislaufkapriolen inklusive Schweißausbruch, die nass getropfte Yogamatte musste ich zum Trocknen erstmal liegen lassen.

Nachgeholtes Wochenend-Anstoßen mit Aperol Spritz.

Fürs Abendessen war ich zuständig: Es gab den Ernteanteil-Salat vom Donnerstag, einen Friseesalat, der mit seinen kräftigen Freilandblättern etwas von Koralle hatte. Ich mischte eine Ernteanteil-Minigurke und zugekaufte (sehr gute) Tomaten unter, drauf kamen harte Eier. Zweiter Gang Käse, Nachtisch Schokolade.

Im Bett las ich Helle Helle, Flora Fink (Übers.), Hafni sagt aus – ein angenehm seltsamer Roman aus der Perspektive einer Frau Mitte 40 mit zwei erwachsenen Kindern, die nach der Trennung von ihrem Mann über Land fährt. Er beginnt sehr eigenartig:

Um sicher zu gehen, dass das auch wirklich der Anfang ist, checkte ich die Leseprobe bei Amazon: Doch, das sollte so. Ähnlich bleibt die Erzählweise, allerdings mit sehr vielen sehr konkreten Ortsangaben in Dänemark – die mir alle nichts sagten. Ich begleitete Hafni dennoch gern.

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Weiterführung des Themas gesellschaftliches Vertrauen. Auf Mastodon berichtet @katzentratschen von ihrer Familie.

Das individuelle Wertesystem ist zu ganz erstaunlichen Kapriolen fähig (mich immer eingeschlossen, hier sogar ganz besonders). Ich erinnere mich an einen bestimmten Angeklagten in einer Gerichtsverhandlung, die ich als Schöffin erlebte (alles öffentlich, ich berichte hier keine Indiskretionen). Dem Mann jenseits der 60 wurde vorgeworfen, Kontokarten aus Autos auf Friedhofsparkplätzen gestohlen und damit Geld abgehoben zu haben (bei der Gelegenheit lernte ich, dass dieses Vergehen unter Computerbetrug läuft). In der Verhandlung kamen wie immer auch die persönlichen Umstände und die Vergangenheit des Angeklagten zur Sprache. Er hatte beträchtliche Vorstrafen: Betrug, Diebstahl, solche Sachen. Erwerbstätig war er in seinem Leben nur sporadisch gewesen, mit Hilfsarbeiten. Doch er betonte stolz nach Verlesung dieser Fakten, er habe NIE! vom Staat Geld bekommen! Offensichtlich war für ihn gestohlenes Geld von anderen Menschen ehrlicher erlangt als Arbeitslosenhilfe – weil von eigener Hände Arbeit?

Sehr schön zu diesem Herrn auch die Szene, als in der Verhandlung als Beweismaterial die Aufnahmen der Überwachungskamera gezeigt wurden, die zur fraglichen Zeit von der Verwendung der Bankkarte im Bankautomatenraum aufgenommen worden waren. Der Angeklagte trug in der Verhandlung exakt denselben auffallend gemusterten Strickpullover, der an der Person auf den Bildern der Überwachungskamera zu sehen war. Und krähte sofort ungefragt: “DES BIN I NET!” Spätestens in diesem Moment erinnerte mich die Situation schon sehr ans Königlich Bayerische Amtsgericht.

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Das Techniktagebuch fragt: “Wann sind eigentlich Internet-Cafés und öffentliche Internet-Terminals ausgestorben?”

Das ist tatsächlich eine interessante Frage, denn auch ich erinnere mich an Urlaube, in denen ich Internet-Cafés fürs Posten von Blogtexten suchte, erinnere mich ans abschließende Bezahlen an Theken, an unangenehm riechende Hinterzimmer. Oder an den besonderen Service mancher Hotels, die im Lobby-Bereich Computer-Schreibtische mit Internetzugang anboten, an mindestens einen mit Münzeinwurf. Doch ich erinnere mich nicht, wann ich zuletzt derartiges sah.