Essen & Trinken

Journal Samstag, 6. August 2022 – Erkältungserinnerung, Käsekuchen, Beifang aus dem Internetz

Sonntag, 7. August 2022

Nach guter Nacht um sieben aufgewacht – mit Erkältungsgefühl in den Atemwegen, das sich über Morgenkaffee und Bloggen verstärkte. Anlass für den inzwischen nur noch einmal wöchentlichen Coronatest.

Auch wenn meine Wetter-App es hartnäckig bestritt, nieselregnete es draußen ausdauernd. In Kombination mit dem Atemwegsgezicke änderte ich meine Sport- und Tagespläne von Laufrunde auf Yoga. Herr Kaltmamsell reinigte den Backofen gerade gründlich mit Automatik, das verschob ohnehin das gewünschte Käsekuchenbacken.

Also 40 Minuten mit Tim, reichlich anstrengend.

Yogi-Perspektive bei der stehenden Vorbeuge, forward fold.

Nach dem Duschen spazierte ich erst mal Semmelholen, testete auf dem Weg die Kaffeerösterei Yellowcup auf Cappuccino-Künste (durchschnittlich) – seit der positiven Überraschung in Ingolstadt glimmt in mir die Hoffnung, irgendwo in der Münchner Innenstadt wirklich guten (nach meinem Geschmack) Cappuccino zu bekommen.

Daheim Backen von Käsekuchen nach Buddenbohm: Zu meiner Überraschung und Freude hatte Herr Kaltmamsell sich den kurz nach dem letzten Mal nochmal gewünscht (eigentlich ist er nicht der große Käsekuchen-Fan). Um zu verhindern, dass der Kuchen im Ofen wieder so ausrastet wie beim letzten Mal, trennte ich die Eier nicht, sondern schlug sie gesamt mit dem Zucker weißschaumig, rührte dann das Puddingpulver ein und abschließend Quark mit Milch. Funktionierte.

Frühstück gab’s schon kurz nach eins: Semmeln (eine mit Butter und Ernteanteil-Tomate: sensationell), eine Banane.

Das Erkältungsgefühl wurde stärker. Ich schlief ein bisschen, las Zeitung – und versuchte mich angestrengt zu erinnern, was ich früher gegen einsetzende Erkältungen getan hatte: Dank Corona-Hygiene war ich fast drei Jahre nicht mehr erkältet. Herr Kaltmamsell riet zu heißem Ingwerwasser, ich müsse aber dran glauben. Da wir frischen Ingwer im Haus hatten, versuchte ich das.

Als der Käsekuchen ein wenig abgekühlt war, gab’s zwei große Stücke davon.

Nach Weglesen aller aktuellen und liegengebliebenen Zeitung ging ich noch eine Runde raus. Es war ein wenig milder geworden, ich brauchte keine Jacke. Die Innenstadt war voll, vor allem voller Touristen (herzlich willkommen!).

Zurück daheim war die Temperatur genau richtig für einen Drink auf dem Küchenbalkon, will heißen: Kühl genug. Es gab Aperol Spritz. Zum Abendessen hatte Herr Kaltmamsell Okroschka gemacht, schmeckte ausgezeichnet.

Da ich mir die rauchige Umami-Note von Wurst gewünscht hatte, enthielt die kalte Suppe diesmal wieder Regensburger-Stücke – deren Konsistenz allerdings für ideale Zutat zu sehr der der Kartoffelstücke ähnelte. Herr Kaltmamsell hatte die Idee, das nächste Mal Schinkenstückchen zu verwenden.

Nachtisch: Mehr Käsekuchen.

§

Wer sind die Leute aus der Wissenschaft, die sich vehement und in immer neuen Offenen Briefen gegen die “Genderpraxis des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks” wehren? Die FAZ (hört hört!) fragt Damaris Nübling, Professorin für Sprachgeschichte an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und Expertin für Genderlinguistik:
“‘Wir schütteln nur den Kopf darüber'”.

“Ich will keineswegs sagen, dass manche Emeriti nicht noch forschen. Aber viele von den Unterzeichnenden sind in einer anderen Zeit groß geworden. In der Linguistik kam es ab den Neunziger-, spätestens den Nullerjahren zu einer großen empirischen Wende. Zuvor wurde viel Introspektion betrieben. In früheren Arbeiten hat man sich selbst befragt, das eigene Sprachgefühl absolut gesetzt, und das passiert noch häufig. Man nennt das auch „arm-chair-linguistics“, Linguistik vom Sessel aus. Das geht heute nicht mehr, die Ansprüche haben sich geändert.”

(…)

Aber die Kritiker der genderbewussten Sprache haben ja den Eindruck, ihnen werde ihre Sprechweise verboten.

Viele bringen sich in eine Opferposition, behaupten, ihnen würde eine neue Sprache vorgeschrieben. Niemand schreibt ihnen etwas vor, niemand muss seine Sprache ändern. Aber die jüngere Generation ist an inklusiverem Sprechen interessiert und praktiziert dies, auch im ÖRR. Das erzeugt bei traditionell Sprechenden einen gewissen Druck, der sie verunsichert. Doch es gibt auch im ÖRR keinen Zwang, sondern Empfehlungen. Ich selbst verwende in bestimmten Situationen einen Knacklaut in „Arbeiter:innen“ oder spreche von Studierenden, aber auch nicht in jeder Situation. Meist versuche ich, Geschlecht zu umgehen. Wir sollten uns alle in Toleranz üben, Argumente zur Kenntnis nehmen und die Bemühungen um geschlechtersensibles Sprechen nicht abwerten.

§

Möglicherweise haben sie diese wichtige Quelle von Gesundheitstipps zu Hüftschmerzen schon wieder vergessen, aber sie ist weiterhin online, bedienen Sie sich: “Statt Medizinstudium”. Wäre ich nicht so störrisch, hätte ich mir ganz sicher durch Befolgen das Hüft-Implantat wegen Arthrose zweiten Grades ersparen können.

Daran erinnert hat mich ein ähnlicher Service von @marga_owski auf Twitter. Margarete sammelt, was ihr unaufgefordert gegen ihr heftiges Long Covid-Leiden empfohlen wird.

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Möglicherweise werden Menschen, die bei Nichtwissen/Neugier erst mal googlen, und Menschen, die erst mal per Kommentar/Druko fragen, einander nie verstehen.

§

Wacken-Yoga.

Journal Freitag, 5. August 2022 – Wochenabschluss mit einem Rosé-Knaller

Samstag, 6. August 2022

Bereits bei meinem Morgenkaffee auf dem Balkon war es schwül.

Die Vormittags- und Mittagssonne brannte dann auf mein Büro, die großen Jalousien ließen sich nicht herablassen – da war’s auch schon egal, dass ich für einen Job mehrfach durchs ganze Haus laufen musste. Ich sah’s als Trainingseinheit und nahm zweimal bis in den 16. Stock die Treppen.

Freude aufs Wochenende, der Freitagfeierabend kündigt sich mit wachsender Lust auf Alkohol an.

Wieder sehr spätes Mittagessen wegen (von Auftraggebendem unverschuldetem) Feuerwehreinsatz, der mich anderthalb hochintensive Stunden kostete. Kurz vor zwei gab es Nektarinen, Banane, Zuckeraprikosen, Renekloden mit Hüttenkäse.

Jetzt war ich erledigt, nachmittags riss ich nicht mehr viel.

Der Heimweg war dann gar nicht so schlimm heiß wie am Donnerstag, nur normal heiß. Unterwegs Molkereiprodukte fürs Wochenende beim Vollvorner besorgt.

Die eigene Wohnung hatte Herr Kaltmamsell schön kühl gehalten, wir ließen Fenster und Türen weiterhin geschlossen (bis auf die in den kühlen Lichthof). Nachdem ich ausgeschwitzt hatte, wiederholte ich die Yoga-Einheit vom Donnerstag; gerade mit Balance-Übungen komme ich besser zurecht, wenn ich auf sie gefasst bin.

Wanderführer Baskenland für September/Oktober bestellt, langes Wochenende in Freiburg gebucht, Meldung für Ernteeinsatz in unserem Kartoffelkombinat Apfelgarten.

Zur Feier des Wochenabschlusses gab’s erst mal Calvados-Tonic. Nachtmahl waren Spareribs, die Herr Kaltmamsell auf dreierlei Art gegrillt hatte: Nur gesalzen (wurden knusprig-trocken), mariniert (schmeckten vor allem nach Marinade), vorgedämpft (unsere Favoriten, blieben schön saftig). Dazu machte ich Ernteanteil-Chinakohl als Salat mit Joghurt-Dressing.

Wein dazu: Der Pittnauer Rosé Dogma 2021, den ich im Ingolstädter District Five gekauft hatte.

Er gefiel mir sehr gut: Spontanvergoren und ungefiltert, dennoch ganz weit weg von Orange Wine. Fruchtig, mit ein wenig Luft Himbeer(geist) in der Nase, im lange Nachhall Zwetschge. Passte gut zu unseren Spareribs.

Nachtisch Schokolade.

Im Fernsehen ließen wir Tootsie von 1983 laufen, hat sich erstaunlich gut gehalten: Gutes Drehbuch, großartige Schauspieler*innen (Bill Murray kannte ich damals so gar nicht, dass ich ihn nicht wahrgenommen hatte, ebensowenig Geena Davis), so viel 1980er-New York! Was mich erstaunte: Obwohl ich den Film nicht mehr als zweimal gesehen haben kann (ich glaube aber, sogar beim Start im Kino), konnte ich mich an sehr viele Details erinnern.

Währenddessen ging das angekündigte Gewitter los, wieder konnten wir Fenster und Balkontüren nicht öffnen.

§

Auf Facebook geteilt von @sinnundverstand mit dem Hinweis: “Hierfür wurde das Internet erfunden.” Ja.

Ed People lässt sich auf der Straße von Leuten ihren Lieblingstanz beibringen.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://youtu.be/jOvmKHtbaUA

Journal Donnerstag, 4. August 2022 – Keine Wegführung unterm Heimeranplatz

Freitag, 5. August 2022

Nach Weckerklingeln bleiern müde – möglicherweise hatte mein Bauch ein Problem mit der vielen Butter im Abendessen. (Nein, die vielen Süßigkeiten können kein Problem gewesen sein.)

Balkonkaffee in milder Luft.

Der Vormittag im Büro war geschäftig. Mittags ging ich wieder raus auf einen Cappuccino, diesmal zum Emilio in der Gollierstraße, weil ich dort gleich die Espressobohnen-Vorräte daheim auffüllte. Für meinen Cappuccino (überdurchschnittlich) bot man mir die Jubiläumssorte an, die sich gut machte.

Für die Wege hin und zurück nahm ich gezielt die Schattenseite der Straßen: Die Hitze, die sich schon vor acht angekündigt hatte, war jetzt da.

Wie fast täglich beim Nutzen der Unterführung U-/S-Bahnhof Heimeranplatz fing ich den suchenden Blick umherirrender Menschen auf und wies ihnen den Weg, gestern dreimal: Die Ausgänge sind hier wirklich sensationell schlecht ausgeschildert, und das obwohl der Heimeranplatz ein Drehkreuz ist. Vor allem Menschen, die an den südlichen Ausgang von der U-Bahn geraten, also Richtung Hansastraße, werden komplett desorientiert. Auf die Frage “Wie komme ich denn hier zum Bus?” muss ich dann immer erst mal “Zu welchem?” rückfragen, und dann “In welche Richtung?”: Um den Heimeranplatz gibt es vier Bushaltestellen. Selbst unterm Sendlinger Tor mit den vielen Ausgängen ist es einfacher sich zurechtzufinden, auch im derzeitigen und noch lang anhaltenden Baustellen-Wirrwarr: Alle Bus- und Tramlinien sind ausgeschildert, auch die Ausgangshinweise auf Straßen sind korrekt und je nach Baustellenentwicklung angepasst. Kann sein, dass man dreimal die Runde im Untergeschoß drehen muss, bis man sie sieht, aber sie sind da. Nicht so unterm Heimeranplatz.

Mittagessen über der Arbeit: ein wenig Pumpernickel mit Butter, viele köstliche Pfirsiche, Zuckeraprikosen, Renekloden mit Kefir übergossen. Dann war ich sehr müde (gibt es Obst-mit-Kefir-Koma?).

Die Hitze machte den Heimweg mühsam, ich konnte nicht nur im Schatten gehen und musste mich von der Sonne verprügeln lassen. Einkauf im kleinen Russenladen in der Mozartstraße: Kwass für das am Wochenende geplante Okroschka.

In der gut verschattet gekühlten Wohnung enthitzte ich erst mal, dann gab’s eine Runde Yoga-Flow mit Mady.

Das Nachtmahl bereitete ich aus Ernteanteil zu: Blattsalat mit Zitronen-Walnussöl-Dressing (Walnussgeschmack nicht so schön zu schmecken wie in der Kombination mit Balsamico), Tomaten mit Büffelmozzarella und frischem Oregano (weil halt im Ernteanteil – passte!).

Sehr gut. Nachtisch Süßigkeiten.

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Dringend nötig: Gute Nachrichten.
“Nach mehr als 30 Jahren hat der Tierpark Hellabrunn zum ersten Mal wieder Nachwuchs bei den Stachelschweinen!”

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Schabernack mit Sportfotografie: Hier findet jemand vergleichbare Motive in der Kunstgeschichte.

via @ankegroener, eh klar

Journal Mittwoch, 3. August 2022 – Eritreisches #Lindwurmessen im Restaurant Rotes Meer

Donnerstag, 4. August 2022

Morgens nochmal die perfekte Temperatur für Balkonkaffee in herrlichem Sommermorgenduft, die Sonne ging in einen wolkenlosen Himmel auf.

Auf dem Weg in die Arbeit einen Mauersegler überm Westend gesehen – aber keine schrillenden Banden mehr.

Im Büro erst mal eine Kanne Tee mit einer Neuerwerbung vom Kräuter- und Wurzelsepp (Geheimtipp für München-Besuche, liegt fünf Minuten vom Viktualienmarkt entfernt). Und leider muss ich neu auf die Liste von Brauch-ich-nicht-in-meinen-Früchte-und-Kräutertees setzen: Fenchel. Nach Süßholz, Minze, Brombeerblättern. Wobei ich Fencheltee mag. Auch Tee aus frischer Minze.

Vormittags nutzte ich das Angebot meines Arbeitgebers, ein neues Portrait fürs Mitarbeitenden-Portal machen zu lassen. Mein derzeitiges Foto ist sieben Jahre alt, und ich möchte nicht, dass Menschen bei meinem deutlich gealterten Anblick erschrecken. Ich finde Fotos im Firmen-Intranet ausgesprochen praktisch, vor allem wenn man mit jemandem zum ersten Mal verabredet ist – oder sich versucht zu erinnern, wer das nochmal war. Möglicherweise habe ich alle Spielregeln von Fotosessions zerschossen, als ich als Ziel “Erkennbarkeit” nannte und bereits die erste Runde Aufnahmen mit “Passt!” abnickte. Aber mit meinen 55 Jahren weiß ich doch inzwischen, dass ich leicht fotografierbar bin, das ist ja kein Verdienst.

Mit dem Ergebnis war ich rundum zufrieden: Das bin eindeutig erkennbar ich.

Wegen einer längeren Besprechung und eines IT-Termins, der mir wichtig war, kam ich erst um halb zwei zu meinem Mittagessen: Pumpernickel mit Butter, köstliche weiße Pfirsiche mit Kefir.

Draußen wurde es über den Nachmittag heiß. Aber als ich das Gebäude nach Feierabend verließ, fand ich den Heimweg möglichst im Schatten erträglich.

Bei Sankt Paul bog ich ab: Ich kaufte im Süpermarket Verdi Obst. Daheim nur kurzes Verschnaufen, ich war mit Herrn Kaltmamsell endlich zum nächsten #Lindwurmessen1 verabredet, und zwar im eritreisch/äthiopischen Lokal Rotes Meer.

Wir setzten uns raus in den (typischen unglamourösen Lindwurmstraßen-)Hinterhof.

Erst brachte uns der sehr freundliche und liebe Kellner gemischte vegetarische Vorspeisen: Teigtaschen mit Linsenfüllung, interessant gewürzte Hirse und Grünkohl mit Frischkäse – alles ganz hervorragend.

Dann gab es Injera, gesäuerte Hirsemehlfladen (ein Fladen auf der Servierplatte, links daneben Streifen, die auch als Esswerkzeuge dienten) mit Schirowat (gemahlene Erbsen gewürzt) und Begalitsch (Lamm in Curcumasauce, ich glaubte die typische eritreische Gewürzbutter daran zu entdecken). Anders als bei der privaten eritreischen Einladung versuchten wird uns diesmal an der Einwickeltechnik ohne Besteck: Die Saucen werden auf den großen Fladen gelöffelt, dann ein Stück Injera abreißen, über ein Stück Sauce stülpen, es damit greifen und in den Mund schieben – ging ganz gut! Und schmeckte hervorragend, der Erbsenbrei eigentlich noch exotischer als das Lamm. Wir schafften nicht mal alles. So waren wir nicht nur aufs Angenehmste satt: Meine Bedenken, das Lokal könnte nach dem Lob in der Süddeutschen Zeitung überlaufen und überfordert sein, hatten sich nicht im Geringsten bewahrheitet.

Nach einem Spaziergang auf dem Heimweg hatten dann doch noch Süßigkeiten zum Nachtisch Platz.

§

Man kann es sich denken, aber es hilft, die expliziten Aussagen zu lesen. 2012 erschoss ein Massenmörder an der Sandy Hook Elementary School 27 Menschen (ich tue mich mit der Bezeichnung “Amoklauf” schwer, das hier war ein geplanter und systematischer Mord, kein spontanes Ausrasten). Nur: Der Rechtsextreme Alex Jones verbreitete seit kurz darauf den Mythos, das sei alles eine Inszenierung gewesen – unterstützt von Tausenden Anhänger*innen. Jetzt steht Jones deshalb vor Gericht, und die Eltern der ermordeten Kinder berichten, was seine Lügen angerichtet haben.
“Sandy Hook parents testify about the ‘hell’ Alex Jones inflicted on them through lies about the shooting”.

(Gestern stellte sich im Prozess außerdem – versehentlich – heraus, dass Alex Jones durch seine reißerischen Lügen mit seiner Online-Plattform in besten Zeiten bis zu 800.000 Dollar TÄGLICH verdiente.)

§

Ein Fußballfoto, das auch mich bewegte, war das der englischen Nationalspielerin Chloe Kelly nach ihrem Europameisterschaftstor. Lucy Ward analysiert im Guardian, warum:
“Pure joy and a sports bra: the photo that encapsulates England Women’s Euros win”.

This is a woman’s body – not for sex or show – just for the sheer joy of what she can do and the power and skill she has.

  1. Wir futtern uns nacheinander durch alle Lokale an der Südseite der Lindwurmstraße von Sendlinger Tor westwärts bis Stemmerhof, dann an der Nordseite wieder zurück. []

Journal Samstag, 30. Juli 2022 – Verkatert am Tegernsee, Pimm’s Trifle

Sonntag, 31. Juli 2022

Ja, das war ein astreiner Kater gestern Morgen, ich büßte ordentlich für den zu vielen Alkohol am Freitagabend. Aspirin und Milchkaffee zum Bloggen, es war zu kühl zum Draußensitzen.

Fürs Abendessen machte ich Kartoffelsalat, auf das Pimm’s Trifle kam die nächste Schicht (custard, wir hatten sogar Bird’s im Haus).

Herr Kaltmamsell und ich hatten eine Wanderung geplant, in Anbetracht unseres körperlichen Zustands (er war auch nicht besser beinander als ich) entschieden wir uns für eine kurze Strecke: den Tegernseer Höhenweg, den wir schon mal im Januar gegangen waren. Bis ich nach Duschen und Packen bereit zum Aufbruch war, ging es mir zum Glück deutlich besser.

Auf dem Weg zum Bahnhof kaufte ich uns Brotzeit. Im Zug zum Tegernsee hatte ich 9-Euro-Ticket-Menschenmengen befürchtet, doch die Wagen war nur licht besetzt. Auch in Tegernsee selbst keine Touristenscharen, die ich in der Hochsaison erwartet hatte.

Beim Bahnhof setzten wir uns zu einem zweiten Morgenkaffee (um eins), dann begannen wir noch im Ort den Aufstieg.

Weil ich wusste, dass wir hier den schönsten Ausblick hatten, setzten wir uns bereits kurz darauf zur Brotzeit. Ich aß Aprikosen und eine Nussschnecke. Und dachte umsummt von Wespen daran, die Schicht Insektenspray aufzulegen, die ich daheim vergessen hatte.

Gemütliches Wandern über und um Rottach-Egern herum, wir begegneten auch nicht mehr Wandervolk als im Januar. Herr Kaltmamsell schnaufte etwas mehr als sonst, meine Wanderfreude wurde ein wenig durch Rückenschmerzen gemindert – ganz fit waren wir halt nicht.

Auch wenn sich immer wieder bedrohliche schwarze Wolkenberge türmten, blieb das Wetter stabil und angenehm. Erst in Rottach-Egern wurden wir ganz kurz leicht angeregnet.

Nach guten drei Stunden gelangten wir wieder an den Bahnhof Tegernsee. Auf der Rückfahrt (auch hier nicht viel los) holte mich der Kater nochmal ein, ich schlief eine halbe Stunde tief. Bei Ankunft in München seltenes Gelüst auf Steckerleis, ich holte mir am Kiosk eines mit Salzkaramell innen und Schoko-Nuss-Ummantelung.

Fürs Abendessen war ja ich zuständig. Ich bereitete den Teig für Fleischpflanzerl vor, schrieb diesmal mein Standard-Rezept im Blog auf. Vor dem eigentlichen Braten hatte ich noch Zeit für eine kurze Runde Yoga, die erwartungsgemäß gut tat.

Dazu allerdings nicht wie geplant den Pittnauer Rosé Dogma Natural Wine, weil ich eigenartigerweise ü-ber-haupt keine Lust auf Alkohol hatte.

Zum Nachtisch das Pimm’s Trifle, das als letzte Schicht gesüßte Schlagsahne bekommen hatte.

Wir stellten fest: Ja, das kann man sehr gut machen! Also dieses Grundrezept, Sherry durch Pimm’s ersetzen, Dosenobst durch frische Aprikosen/Nektarine/Orange/Birne/Erdbeeren, angereichert durch ein Stückchen Gurke in Würfelchen und ein Dutzend Minzblätter.

§

Kate Bush hatte gestern Geburtstag – und wieder tanzten Menschen auf der ganzen Welt für sie. Als Kate Bush verkleidet. Zum Beispiel in Sydney, aber auch sonst überall auf der Welt. (So schön! Auch wenn meine Lieblingsversion die vom Ukulele Orchestra of Great Britain bleibt.)

Journal Freitag, 29. Juli 2022 – Der Tag der zwei schönen Kleider

Samstag, 30. Juli 2022

Sehr gut geschlafen, der Wecker holte mich von weit her. Auch bei Wolken am Himmel war es um sechs mild genug für Balkonkaffee.

Erstes schönes Kleid des Tages: Hatte ich mir schon im Winter gekauft für Sommeraussichten, diesen Schnitt (Herr Kaltmamsell bezeichnet den Typus als “Ren Fair”, also Mittelalterfest) hat man heuer überhaupt nicht, mir gefällt es sehr. In den 70ern gab es mal eine Modephase mit gesmokten Oberteilen, an die erinnert er mich.

Abschied von Herrn Kaltmamsell, der für ein gutes Jahr zum letzten Mal in die Schule musste.

Auf dem Fußweg in die Arbeit Rückenschmerzen wie gehabt (also deutlich weniger schlimm als vor einer Woche, aber weiterhin deutlich) – zaubern kann eine Thai-Massage halt auch nicht.

Mittags gab es Aprikosen, Nektarine, Pflaumen mit Hüttenkäse.

Ich machte gestern schon um halb vier Feierabend, um mir die Haare schneiden zu lassen: Sahen zwar noch ok aus, aber ich hatte das dringende Bedürfnis nach freien Ohren und freiem Nacken, außerdem weniger Wolle auf dem Kopf. Die Friseurin (ich hatte einen Blanko-Termin genommen) stellte sich als Landsfrau aus der Ingolstädter Gegend heraus, wir hatten interessanten Gesprächsstoff.

Auf dem Heimweg zwischen ein paar versprengten Regentropfen Einkäufe (die Reste von der Liste, Herr Kaltmamsell hatte bereits das meiste besorgt), zu Hause erste Schritte für den samstäglichen Abendnachtisch: selbst ausgedachtes Pimm’s Trifle, also mit Pimm’s als Bodenbeträuflung, mit Gurke und Minze in der Obst-Schicht, im Berliner KadeWe hatten wir Kirsch-Jelly gefunden (Erdbeer-Geschmack wäre mir noch lieber gewesen, gab’s halt nicht).

Dann machte ich mich ausgeh-frisch und -fein: Herr Kaltmamsell lud mich zur Feier des Sabbatjahr-Starts ins Dantler ein. Ich schlüpfte ins zweite schöne Kleid des Tages.

Im Obergiesinger Dantler wurden wir herzlich empfangen und verbrachten einen wunderschönen sowie ausgesprochen schmackhaften Abend.

Auf das Bier zum Aperitif hatte ich mich schon gefreut: Weil mir bei meinem allerersten Besuch in diesen Räumen ein eigens fürs Lokal gebrautes IPA eingeschenkt worden war, denke ich hier immer erst mal an Bier. Diesmal war es ein frisch gezapftes Dantler Pils vom Orca Brau in Nürnberg. Dazugestellt wurde wie immer hausgemachtes Brot und Bratlfett.

Der erste Gang: “Münchner Tomaten” – gekühlt mariniert, Basilikum, frische Artischocke. Herrliche Geschmacksvariationen von Tomate, die Schnittlauchnote machte sich besonders gut. Die Weinbegleitung: Sauvignon Blanc “SB” von Ewald Zweytick aus der Südsteiermark – auffallend wenig blumig, ein guter Gegenpart.

Den “Kalk & Kiesel” 2021 vom Claus Preisinger im Burgenland gab es zu „Ofengeröstete Zucchiniblüten“ Parmesancreme, Salzzitrone, Pinienkernbrösel – eine herrliche Kombination, ich mochte besonders die knusprigen Brösel mit der Salzzitrone.

Tatar von der Lachsforelle, Wassermelonen-Ponzu, Ingwermelone schmeckten großartig, dazu mein Lieblingswein des Abends: Weißer Burgunder vom Kalkstein, Weingut am Schlipf, Baden, 2019.

Die Lachsforelle kam nochmal: “Lachsforelle vom Gutshof Polting” kross gebraten, Kohlrabi, Blutpfirsich, Mandelbutter. Dazu ein weiterer Knaller: La Cuvée Maso Toresella, Trento, 2018 – der Gewürztraminer-Anteil entwickelte sich mit der Luft im Glas sehr schön.

Den Fleischgang vergaß ich zu fotografieren, dabei hatte die Sichtung auf der Karte mich besonders gefreut: Auch der Dantler hat “Flat Iron Steak” entdeckt, es gab einen Streifen davon mit Aubergine, Kichererbse, Teriyakiglace – wobei die Aubergine durchaus dem Fleisch ein wenig die Schau stahl. Der Wein dazu: Merlot “Ried Gabarinza” Markus Iro, Burgenland, 2020.

Als Pre-Dessert wie gewohnt in einem winzigen Weißbierglas ein süßer Schluck mit Schaum, diesmal mit Nektarine.

Das Dessert: “Joghurt & Honig” Marillen & Griechischer Joghurt, Mandel-Mürbeteig, Honig, wunderbar fluffig mit viel Aprikosensäure, dazu süß im Glas Riesling Spätlese Goldloch Diel, Nahe 2019.

Köstliches Essen, allerdings deutlich zu viel Alkohol, wir waren beide betrunken. Zwischen ein paar Regentropfen (während unseres Menüs hatte es draußen auch mal deutlich geregnet) gingen wird zu U-Bahn, ließen uns heimfahren. Vor dem Zu-Bett-Gehen nahm ich schon mal vorsorglich eine Aspirin, trank reichlich Wasser, fürchtete dennoch eine alkoholisch unruhige Nacht.

§

Damit’s weniger Leute verpassen: Am heutigen Samstag beginnt die Auer Dult, nämlich die Jakobidult.

§

“I wrote a song called Victoria’s Secret and I always wanted to be part of a Flash Mob.” (Schöner TikTok-Tanz, ging gestern durch mein Internet.)

via @stedtenh0pp1A

Journal Montag, 25. Juli 2022 – Radeln gegen heißen Föhn

Dienstag, 26. Juli 2022

Die Nacht komplett durchgeschlafen – eine Rarität. Der Wecker weckte mich gründlich, ohne hätte ich tief weitergeschlafen.

Es kündigte sich ein ganz heißer Hochsommertag an. Der Morgenkaffee auf dem Balkon war aber noch herrlich frisch. Wegen dieser bescheuerten neuen Rückenschmerzen beim Gehen radelte ich in die Arbeit.

Mein Büro war vom Wochenende ordentlich sonnengeheizt, ich hatte Mühe, es über den Vormittag zu temperieren. Schlagzahl in der Arbeit hoch. Ich regelte alles, damit ich an der Beerdigung des verstorbenen Mitschülers teilnehmen kann.

Mittagessen Apfel, Hefezopf, Kefir.

Immer wieder kämpfte ich gegen den neuen linken Rückenschmerz. Nur zweimal fuhr ich den Schreibtisch hoch, um im Stehen zu arbeiten – aber das ging nicht gut aus. Das Bedürfnis zu stehen hatte ich immer wieder, aber lieber fühlt sich der Po wundgesessen an, wenn endlich mal der Schmerz fast weg war. Vorteil des Einzelbüros und der weiterhin dünnen Präsenzbesetzung: Ich hatte keine Bedenken, mich immer wieder auf den Bode zu legen, immer wieder Entspannungsübungen für den Rücken zu machen.

Nach Feierabend hinaus in große Hitze, selbst der Wind blies heiß. Ich radelte für ein paar Einkäufe zum Vollcorner, von dort wie gegen einen heißen Föhn nach Hause.

Nachdem ich in der schattigen Wohnung ein wenig abgekühlt war (und durch flaches Liegen auf dem Boden die Rückenschmerzen nachließen) genoss ich eine Runde zackiges Yoga – danach fühte ich mich den ganzen restlichen Abend schmerzfrei.

Herr Kaltmamsell hatte Teile der vielen Zucchini aus Ernteanteil zu einem Spaghettigericht verarbeitet (der Tipp war von @novemberregen gekommen).

Ausgesprochen köstlich, das merken wir uns. Herr Kaltmamsell hatte auch für frische Schokolade gesorgt, die gab es reichlich zum Nachtisch.

§

Novemberregen beantwortet die Frage, “Mussten Sie Ihre Kampfkunstkenntnisse mal außerhalb einer Sporthalle anwenden?” Ich habe aus ihrer Antwort enorm viel gelernt, nicht nur über Selbstverteidigung:
“Kampfkunst im Alltag?”

Was man bei Kampfsport, Selbstverteidigung, Kampfkunst als allererstes lernt, ist: sich selbst und Situationen einschätzen. Als nächstes lernt man dann, wie man sich in der Situation am besten verhält. Und in einer enormen Vielzahl an Situationsbewertungen ist das Ergebnis: abhauen. Sich aus der Situation nehmen.

§

Vielen Dank für die Empfehlung des FFP2-Masken-Modells Air Queen: Das trägt sich tatsächlich über längere Zeit deutlich angenehmer und leichter, vor allem hinter den Ohren. (Für das ständige Auf- und Absetzen im Büro oder auf einer Einkaufsrunde ist es nicht so geeignet.) Für ein paar Chargen des Herstellers Toptec gibt es allerdings eine Warnung, gleichen Sie das doch mit Ihrer Schachtel ab:
“Warnung: Mangelhafte Schutzwirkung bei FFP2 Atemschutzmasken „siegmund Air QUEEN Breeze Mask“ des Herstellers Toptec”.


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