Essen & Trinken

Journal Freitag, 20. Mai 2022 – Zu heiß für Feierabendeinkäufe

Samstag, 21. Mai 2022

Nacht ok, also ohne Lücken oder Krämpfe. Gewittert hatte es nicht.

Ein weiterer vom Schneider angepasster Rock, ein neu dazugekauftes Oberteil.

Schon auf dem Weg in die Arbeit, also um halb acht, brannte die Sonne richtig heiß auf die Theresienwiese.

Arbeitsvormittag mit aufregenden Neuigkeiten, sowohl aus der Arbeit als auch aus der Familie.

Mittags gab es zwei Äpfel (selbe Sorte, dennoch schmeckt einer sehr köstlich, der andere nur so lala), Pumpernickel mit Butter.

Jetzt hatte ich mich schon mal zu einer Mammographieplanung durchgerungen – und dann wurde mir der Termin abgesagt wegen Maschine kaputt. Aber da ich ja der Gynäkologin zugesagt habe, dass ich eine Mammographie machen lassen werde (und ich ein bisschen zwanghaft im Worthalten bin), suchte ich umgehend einen neuen Termin, Doctolib ist genau mein Ding.

Mal wieder in den Techniktagebuch-Redaktionschat geschaut: Er ist immer noch so sensationell lustig und schlau, dass ich schnell wieder zumachte, weil ich sonst (neben Twitter- und Bloglesen) zu gar nichts mehr käme.

Plan für nach Feierabend waren Kleidungskäufe im Stadtzentrum gewesen (Zweitbikini, weiße Hose), doch schon nach hundert Metern außerhalb des temperierten Büros stellte ich fest, dass ich in dieser Hitze (AM ZWANZIGSTEN MAI) gar nichts erledigen konnte. Ich ging entlang von Schatten langsam, aber so direkt wie möglich heim.

Herr Kaltmamsell hatte die Wohnung kühl gehalten, nach ein wenig Erholung, Sauerteigansetzen, Mani- und Pediküre machte ich eine Runde Yoga für Kraft und Balance.

Dann feierten wir das Wochenende mit Gin Tonics.

Zum Nachtmahl hatte Herr Kaltmamsell die Mairübchen aus Ernteanteil zu einem Süppchen gekocht, dann wurden feine fleischerne und käsige Sachen aufgetragen, mit Ananas, Brioche und einem Cuvée Gewürztraminer Moscatel aus Valencia, Viña Llopis.

Kein erstes Abendessen auf dem Balkon, weil es dafür zu heiß war. (AM ZWANZIGSTEN MAI.)

Wir aßen sehr gut, ich erzählte Herrn Kaltmamsell von den vielfältigen Arbeitsaufregungen des Tages. Zum Nachtisch gab es Eiscreme: Schoko und Tiramisu.

Im Fernsehen lief der erste der alten Star-Wars-Filme. Es war sehr niedlich, ihn in Gegenwart von Herrn Kaltmamsell zu sehen, der alles (synchronisiert) aus Kinderzeiten mitsprechen konnte und zu jeder Einstellung Hintergrundinfos wusste.

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Zur Feier des Samstags noch ein bisschen groovy Vivaldi! Es spielt die Goede Hoop Marimba Band (The Goede Hoop ist eine Volksschule in Boksburg, Südafrika).

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https://youtu.be/k-Pn4usTSi8

Journal Mittwoch, 18. Mai 2022 – Erstes #Lindwurmessen

Donnerstag, 19. Mai 2022

Mittelunruhige Nacht, beim Weckerklingeln kam durchs offene Fenster herrliche Maienluft. Auf dem Weg in die Arbeit verzichtete ich auf eine Jacke.

Auf der Theresienwiese wird bereits das Oktoberfest aufgebaut – zumindest ein kleiner Teil davon. Denn: Das Bräurosl-Zelt (u.a. Schauplatz des Schwulen Oktoberfests am ->Gay Sunday, nach dem CSD wahrscheinlich die größte LGBTQ-Veranstaltung in München) ist dieses Jahr neu, und weil es erst noch vom TÜV abgenommen werden muss, darf es schon sechs Wochen vor dem offiziellen Start des Aufbaus (und der Sperrung der Theresienwiese, schnüff) aufgebaut werden.

Dass die Bierzelte des Oktoberfests eigentlich keine Zelte sind, sondern auf- und abbaubare Holzhäuser mit fester Anbindung an Strom-, Wasser- und Abwasserversorgung, sieht man im Vergleich zum klassischen Bierzelt auf dem Frühlingsfest.

Foto vom 12. Mai. Boden aus Holzplatten, Gerüst aus Alustangen, über die die Zeltplane gezogen wird. Auf den mächtigen Holzpfeilern oben hingegen werden Holzwände mit echten Fenstern und ein Holzdach befestigt, es gibt ein zweites Stockwerk mit einer Galerie.

Und überhaupt, hier ein wirklich guter Text zum Oktoberfest von Dominik Schelzke:
“Für die Stadt und das Lebensgefühl: München braucht die Wiesn!”

Egal, ob es um die Tracht, den Exzess oder das Italienerwochenende geht, zur Wiesn hat ganz München eine klare Meinung. Sie gehört zum Profil dieser Stadt wie die Isar und Karl Valentin.

Meine Meinung kennen Sie ja, auch dieses Jahr ist die Oktoberfestflucht bereits gebucht. Trotzdem empfand ich die beiden Seuchejahre ohne Oktoberfest als apokalyptisch. Und mir ist völlig klar, dass es ohne diese lukrative Großveranstaltung nicht mitten in der Stadt eine riesige freie Fläche gäbe.

Arbeit in der Arbeit, verhältnismäßig geradeaus.

Mittags erstes Stöbern im Programm der re:publica – und fast nicht mehr rausgefunden: So sehr fühlte sich das wie Heimkommen an, so sehr my people! Im ersten Schritt warf ich alle Links zu interessanten Speaker*innen/Programmpunkten in ein .doc. Kurz vor Abreise sortiere ich die zu meinem persönlichen Programm (und stelle höchstwahrscheinlich auch nach zwei Jahren Pause fest, dass alles Interessante gleichzeitig läuft).

Zu Essen gab es mittags das restliche selbstgebackene Dinkelbrot, außerdem Hüttenkäse mit Maracuja.

Nachmittags wurde die Arbeit nochmal turbulenter. Ich ging dennoch nicht zu spät, um noch etwas von dem herrlichen Wetter zu haben. Einkäufe auf dem Heimweg.

Abends war ich mit Herrn Kaltmamsell verabredet, wird wollten die Aktion #Lindwurmessen starten, also das erste von allen Lokalen an der Lindwurmstraße besuchen (nach dem Vorbild #mangiarosi in der Rosenheimer Straße). Wir hatten erstmal festgelegt, dass nur Gastronomie zählt, die Sitzgelegenheiten bietet, reine Take-aways nur, wenn sie etwas ganz Besonderes anbieten.

Vorher noch eine kurze Runde anstrengendes Yoga.

Abendessen beim Ayla.

Es gab Falaffel – einmal als “Bowl” und einmal als “Menu”. Schmeckte ok, die Falaffel waren sehr grün und gemüsig.

Aussicht beim Essen: St. Matthäus und die wundervollen Pappeln an der Lindwurmstraße. Daheim Schokolade zum Nachtisch.

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Schaun Sie, wegen dem European Song Contest (ja natürlich weiß ich, wie der heutzutage wirklich heißt, ich vermisse halt den Namen Grand Prix Eurovision de la Chanson aus meiner Kindheit – der mit GPDLC auch noch die schönere Abkürzung hätte, passenderweise nur von den Konsonanten-trainierten Osteuropäer*innen korrekt auszusprechen). Theoretisch finde ich die Erscheinung durch und durch begrüßenswert (anders als internationalen Männerprofifußball). Praktisch will ich nicht gezwungen sein, mich damit zu beschäftigen.

Warum eine Welt ohne ESC, vor allem ein Europa ohne ESC ärmer wäre, fasst Laurie Penny unvergleichlich zusammen:
“All the Best Things About Europe with None of the Genocide”.

If the role of art is to interrogate civilization, the Eurovision song contest asks the one question that actually matters. The one question that’s still relevant after six savage centuries of slaughter and conquest in the notionally democratic West. It’s a question that’s usually posed in the dark alleyways and disused car parks of the collective unconscious, and it goes like this:

What if, instead of killing each other, we all just got hammered and did karaoke?

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Fotos!
“Capturing the everyday style of 1970s Britain”.

Gute Idee, nach Jahrzehnten die Aufnahmen durchzugehen, die zum Aufnahmezeitpunkt als unpassend/ungenügend angesehen wurden.

Journal Dienstag, 17. Mai 2022 – YOGA LIVE UND IN FARBE!

Mittwoch, 18. Mai 2022

Wecker noch früher, denn: Ich hatte mich für eine Morgenyogaklasse in meinem Sportverein angemeldet (Vor-Ort-Kurse pandemisch bedingt immer noch mit Anmeldung), 7-8.30 Uhr Hatha-Yoga. Und MEINE GÜTE WAR ICH AUFGEREGT. Das fing damit an, dass ich nicht wusste, was man mitbringen muss (ich entschied mich nach viel Hin und Her für meine Matte, ließ die Blöcke aber daheim – merken: nächstes Mal auch einen Block mitnehmen), ging über die Entscheidung zur Wasserflasche (bei meinem Heimyoga ist nie Zeit zu trinken) und endete noch lange nicht mit der Frage, wo dieser “Gesundheitsraum” wohl war, in dem das alles stattfinden sollte.

Zivilkleidung packte ich ein, weil ich direkt in die Arbeit radeln würde, außerdem duschte ich und schminkte mich vorher, da ich hoffentlich nicht verschwitzt rauskommen würde.

Der Gesundheitsraum war zum Glück ausgeschildert und stellte sich als schöner kleiner Saal heraus, durch die offenen Altbaufenster kam herrliche Morgenluft, hörte ich viel Vogelgesang (Grasmücke, Amsel, Mauersegler), mit mir turnten ein knappes Dutzend Teilnehmende, die Vorturnerin kannte ich bereits von vergangenem Jahr. Erst mal wurde fast 15 Minuten geschnauft, aber bei 90 Minuten Gesamtyoga fand ich das verschmerzbar. Anfangs kämpfte ich mit viel innerem Widerstand, doch zum Glück siegte meine Neugier: Alles mal ausprobieren. Auch den angekündigten Einstieg in den Handstand (also wirklich der allererste Schritt in die Richtung), sogar in Partnerübung.

Das ganze war bis zum Schluss aufregend. Erst Stunden später hatte ich mich genug beruhigt für ein Resüme: Gut! Es gab sehr viel herabschauenden Hund, doch in den kam man ganz anders, als ich es von meinen bisherigen Vorturnerinnen kannte. Es gab auch viel stehende Vorbeuge, die ich ja mag, die Anweisung “Beine strecken” ignorierte ich einfach zugunsten leicht gebeugter Knie, die mir die Entspannung und Dehnung der LWS-Muskulatur erlauben.

Ich war trotz schönem Wetter tatsächlich nur angeschwitzelt, konnte mich also flink umziehen und ohne zweite Dusche ins Büro radeln. Herrliches warmes Wetter, über den Tag nur hin und wieder Wolken. In der Arbeit weiter Vielfältiges, aber weitgehend Panik-frei.

Mittags ging ich zur Apotheke für meine Wechseljahrhormone (u.a. ein Medikament namens “Famenita” – hihi: Klingt für mich wie der Kosename einer südamerikanischen Matriarchin), zurück im Büro gab’s restliche Linsen vom Montagabend und einen Apfel.

Der Nachmittag war geradezu ruhig, ich konnte praktisch ungestört vor mich hin arbeiten. Nach Feierabend radelte ich ins tiefste Sendling: Dorthin war der Laden mit kroatischen Spezialitäten gezogen, ich wollte Schweinernes. Den Weg hatte ich mir wie üblich bei Google Maps empfehlen lassen, musste nur am Partnachplatz auf dem Handy nachsehen, wie ich ans Ziel kam – und überlegte, wie ich das eigentlich vor 25 Jahren gemacht hatte, wenn ich in unbekannte Gegenden radelte. Hatte ich einen Stadtplan dabei? Habe ich Anwohnende gefragt? Ich konnte mich nicht erinnern, war nur sicher, dass ich die Route vorher auf dem Stadtplan eruiert hatte.

Es fühlte sich seltsam an, nach Hause zu kommen ohne Yoga als Programmpunkt – weil ich das ja schon morgens gemacht hatte. So bat ich um früheres Abendessen, denn ich hatte großen Hunger.

Herr Kaltmamsell servierte Nudelauflauf.

Vor vielen Jahren hatte ich geäußert, dass ich keinen Respekt vor Nudelauflauf hätte und ihn nicht besonders möge – mittlerweile weiß ich gar nicht mehr, wie ich drauf kam. Der gestrige mit Tomatensugo aus Ernteanteil, Sojabröckerl, Bechamel und viel Käse schmeckte auf jeden Fall hervorragend. Nachtisch ein Schüsselchen Erdbeeren, Süßigkeiten.

§

Ziemlich cool: Die Stadt Wien baut selbst Bio-Produkte auf eigenen Flächen an und verkauft sie bald nicht nur an Großkunden, sondern auch an Endverbraucher, hier die Pressemitteilung.
“‘Wiener Gusto’: Stadt Wien startet neue Marke für stadteigene Bio-Produkte”.
via @katha_esskultur

Journal Sonntag, 15. Mai 2022 – Erster Freibadtag

Montag, 16. Mai 2022

Nacht mit einer längeren Lücke, in der ich halt las, aber ich schlief ja in einen Sonntag hinein.

Der Morgen begann mit Teigkneten. Während ich bloggte, Kaffee trank, Wäsche wusch, buk ich dieses Dinkel-Mischbrot – unter anderem, weil es viel Sauerteig aufbraucht und schnell zuzubereiten ist. Meine Abwandlungen: Kein Backmalz (unnötig), Zuckerrohr-Melasse statt Honig (weil halt), außerdem gönnte ich dem Teigling vor dem Backen ein Rundwirken und 30 Minuten Stückgare mit Schluss nach unten, weil ich größere Poren wollte. Weil ich Brot außerdem knusprig mag, heizte ich den Topf fürs Backen mit (so klebt auch garantiert nichts an) und ließ den Laib nicht unter einem Kruste-verhindernden Tuch auskühlen.

Ergebnis wunderschön.

Anschnitt vom Nachmittag.

Draußen war so richtig Sommer. Im Mai. Zwar ist auch das Schyrenbad inzwischen offen, doch ich wollte Frieren beim Schwimmen vermeiden und radelte (in kurzen Hosen!) lieber ins Dantebad. Unterwegs begegnete ich einer Herde Spendernieren (ca. 12-köpfige Motorrad-Gruppe, super Witz), aber auch einem der immer häufigeren Radler mit montiertem Brüllwürfel, aus diesem kamen laute deutsche Humta-Schlager mit viel “meine Sehnsucht” drin. Ich musste reichlich davon anhören, weil er vor mir an einer roten Ampel wartete, kam meinem Bedürfnis zur Gegenwehr nach, indem ich ihm beim Überholen lauthals etwas vorsang.

An der Tür des Dantebads stand eine Schlange bis zum Ende des Gebäudes. Auf langes Anstehen hatte ich wirklich keine Lust, doch ich fragte, ob die Herrschaften vielleicht nur an der Kassen standen? Richtig, also konnte ich mit meiner gut geladenen Bäderkarte einfach an der Schlange vorbei reingehen.

Diesmal wurde auf den Schwimmbahnen Spielzeug in solchen Maßen eingesetzt (u.a. Halbmeter-große Taucherflossen und Brotlaib-große Handpaddel), dass ich sie eher als Waffen bezeichnen würde. Als ich auch noch zweimal von Rückenschwimmerhänden der Nebenbahn geschrammt wurde, einmal Brust, einmal Bauch, machte das Schwimmen (an sich problemlos) keinen großen Spaß mehr. Dass sich der bewaffnete Schwimmer, der mich beim Überholen schmerzhaft zur Seite gedrängt und mir dann ins Gesicht gepaddelt hatte, anschließend am Beckenrand ehrlich und ausführlich entschuldigte (er sei selbst bedrängt worden), konnte die Laune nicht wieder richten.

Es war definitv warm genug für einen anschließendes Sonnenbad. Da ich nur einen passenden Bikini besitze, musste die Sonne auch stark genug fürs Trocknen sein. In der Umkleide walkte ich ihn nach meinem Sonnenmilch-Eincremen mit Handtüchern aus, so ging’s. In der Sonne liegend hörte ich interessiert den vielen verschiedenen Sprachen und Dialekten um mich herum zu, beschloss, niemals Freibadpommes zu holen, die in derart alt und verbraucht riechendem Öl frittiert werden, schlief dann doch ein. (Beim Packen daheim hatte ich fesgestellt, dass die kabellosen Kopfhörer keinen Strom mehr hatten.)

Also ein erster echter Freibadbesuch Mitte Mai, inzwischen ganz normal. In meiner Schulzeit, also vor wenige Jahrzehnten, war das praktisch unvorstellbar; es galt bereits als Sensation, wenn man in den Pfingstferien, also im Juni, das erste Mal beim Baden war. #Klimakatastrophe

Vor dem Dantebad gab es beim Verlassen zwei Schlangen, die bis ans Ende des Gebäudes reichten. Recht benommen vom Schlaf radelte ich durch den Sommersonntag zurück. Frühstück kurz vor drei: Zwei gewaltige Scheiben selbstgebackenes Brot mit Butter und Marmelade, Käse.

Beim Hinterherlesen der nächtlichen Twittertimeline stellte ich fest, dass sie trotz sorgfältigen Blockierens aller (sehr vieler verschiedener) Hashtags zum Eurovisions-Grand Prix fast ausschließlich aus diesem Thema bestand (*Du hast den Hashtag vergessen, mein Michael…*). Ein Ausschnitt:

Sonst bin ich ja sicher, die beste Twittertimeline der Welt zu haben, gestern kamen mir Zweifel wie sonst nur zu Fußball-Großereignissen.

Balkongenießen mit Lesen, dann musste gebügelt werden. Ich hörte dabei Musik aus dem Family Mix der Bruderfamilie – und stellte fest, dass daran einiges umgestellt war. Als Ergebnis hörte ich noch interessantere Musik als eh schon (diesmal viel Folk/Gitarre), ich mochte gar nicht aufhören und ließ sie bei der Abendbrotzubereitung weiterlaufen.

Nämlich: Folienspargel mögen wir ja eigentlich nicht, also Spargel, der unter Folie auf den Feldern vorzeitig erntereif wurde. In diesem Fall aber war es die Zubereitung meiner Wahl: In Alufolie und damit in eigenem Saft gegart, mit Salz, Pfeffer, Zucker, Butter und Zitronenschale. Wurde ganz hervorragend, dazu reichte ich ein Majo-Essiggurkenessig-Kapern-Sößchen.

Dazu Brot und ein Glas Auxerois. Und zum Nachtisch Erdbeeren. Kein Platz mehr für Schokolade, das ist selten.

Journal Freitag, 13. Mai 2022 – Abziehende Regenfront, Wochenendfeiern

Samstag, 14. Mai 2022

(Mir fällt auf, dass ich schon lange keine Freitag-der-13.-Witzeleien mehr gehört habe. Müsste ich dafür Privatradio hören, oder ist dieses Kulturgut am Verschwinden /o\?)

Nacht mit Schlafloch, aus dem langsamen Wiedereinschlafen riss mich Transportklappern von draußen. Ich sah aus dem Fenster: Da sammelte ein unmarkierter Kleinlaster E-Roller ein, vermutlich zum Laden – durchaus vorsichtig und offensichtlich auf Lärmvermeidung bedacht, aber ich schlief halt alles andere als tief.

Möglicherweise bin ich der Wurzel meiner nächtlichen Seitwaden- und Zehenkrämpfe auf der Spur: kaputte LWS (im Zweifel ja Erklärung für alles). In dieser Nacht löste ich die Krämpfe nämlich, indem ich auf dem Rücken liegend erst das eine, dann das andere Knie ausdauernd ranzog. Beim nächsten Krampf stand ich auf und beugte mich in forward fold (Yoga-Vorbeuge) mit leicht angewinkelten Knien. Beides half mir, die Muskulatur um die Lendenwirbelsäule zu entspannen, gleichzeitig löste sich der Krampf.

Ein Regenmorgen, den Weg in die Arbeit trat ich in einer Niederschlagspause an, wurde dann aber ein wenig angesprutzt.

Vormittags ein paar satte Schauer – die Spargelpreise müssten in Kombination mit den milden Temperaturen gerade steil sinken.

Mittags gab es eine Portion Hirsebrei vom Vorabend (beim Erkalten weniger fest geworden als erwartet), außerdem Joghurt mit Quark.

Pünktlicher Feierabend: Wochenende! Auf dem Heimweg Vorratseinkäufe im Vollcorner (ich gehöre ja zu den Sortier-Streberinnen, die die Ware in Einpack-Reihenfolge aufs Kassenband legt; diesmal machte mich das so flink, weil ich Herrn Kassierer alles praktisch aus der Hand nahm und direkt verstaute, dass der Kunde vor mir noch nicht mal zur Häfte eingepackt hatte, als ich den Laden verließ) (weiteres Streberinnen-tum: wenn die Ware schlechte packbar ist, z.B. weil viel loses Obst und Gemüse, behalte ich meinen Einkaufskorb, lege alles erst mal dort hinein, und gehe zum Packen ein paar Meter weiter, um den Kassenbereich nicht zu blockieren).

Das Regengebiet war abgezogen.

Zu Hause Einkäufe ausgeräumt, den von Herrn Kaltmamsell gereinigten Balkon mit ihm zusammen eingerichtet.

Ein halbes Stündchen Yoga mit Mady Morrison, inklusive ein paar abgefahrener, anstrengender Haltungen.

Dann hatte ich aber wirklich frei. Als Aperitif reichte Herr Kaltmamsell Moscow Mules an.

Er bereitete ein schönes Stück Entrecôte vom Bison zu, das wir am Dienstag beim Käfer gefunden hatten, der Rest war Ernteanteil: Ich machte die zweite Hälfte Salatkopf und die schönsten Radiserl-Blätter mit Joghurt-Dressing zu Salat, als Beilage zum Fleisch gab es zumdem Blattspinat. Und im Glas einen Württemberger Lemberger.

Das Fleisch war zart und schmeckte ganz hervorragend, Spinat und Salat ebenso köstlich.
Zum Nachtisch Erdbeeren (ERDBEEREN! meine liebste Obstsaison), Schokolade.

Journal Donnerstag, 12. Mai 2022 – #12von12

Freitag, 13. Mai 2022

Aufgewacht mit Kreuzzwicken rechts, aber irgendwas ist da ja seit Jahren immer. Bloß dass das diesmal im Büro immer schlimmer wurde, in die Hüfte und den Oberschenkel übergriff, Ibu half nicht.

Aber erst mal mache ich mal wieder bei #12von12 mit, hier das Konzept, hier die Sammlung der Beiträge von gestern.

1 – Morgenkaffeetisch aktuell.

2 – Ein weiterer Sommertag draußen, zunächst mit diesigem Morgen.

3 – Vor dem Aufbruch in die Arbeit.

4 – Das Glyzinienhaus in der Anglerstraße, das mich jeden Tag erfreut. Auf der Tonspur Mauersegler-Schrillen.

Gestern war Fensterputz am Büro – ein ungeschicktes Timing, da die Sonne am ohnehin sehr warmen Tag mein Büro so stark heizte, dass ich wirklich sehr gern gleich frühmorgens die großen Außenjalousien runtergefahren hätte. Aber die waren halt gesperrt. So schwitzte ich zur Abwechslung weder wegen Sport noch wegen Glutattacke, sondern wegen hoher Raumtemperatur, das hatte ich möglicherweise seit Monaten nicht mehr (womit ich übrigens ungeheuer subtil mit meiner sparsamen Heizpolitik angeben möchte).

5 – Sie haben sich sicher schon lange gefragt, wie die mittäglichen Köstlichkeiten, von denen ich unter der Woche schreibe, wohl aussehen. Ein Stück älteres Weißbrot von Dienstag, Hüttenkäse, Orange, Ibu, denn die Schmerzen rechts untenrum wurden tatsächlich richtig unangenehm. (Halfen aber wieder nicht.)

Emsiger und anstrengender Arbeitstag, aber auch der ging zu Ende.

6 – Heimweg über den Bavariapark, dort herrliche Maiendüfte und wundervolles Licht.

7 – Bei der Bavaria selbst sah ich auch vorbei.

8 – Frühlingsfest wird abgebaut.

9 – Daheim erst mal Arbeit: Wer auf dem Balkon sitzen möchte, muss diesen samt Möbeln auch endlich mal herrichten. Bodensäuberung übernimmt Herr Kaltmamsell, ich schrubbte die Möbel mit Bürste und grüner Seife. (Vorher hatte ich mich schnell umgezogen.) Zum Glück hatten sich meine Kreuz-/Hüftschmerzen gelegt.

Abendessen in zwei Gängen: Zunächst gab es grünen Salat (Hälfte des mächtigen Kopfs aus frisch geholtem Ernteanteil mit Knoblauch-Vinaigrette). Dann servierte Herr Kaltmamsell etwas Warmes.

10/11 – Süßer Hirsebrei nach dem Rezept des Gethsemaneklosters Riechenberg, praktisch deren signature dish. Ich mag Hirse sehr gern, das Päckchen Goldhirse im letztwöchtigen Ernteanteil war höchst willkommen gewesen. Statt Sahne (man vergisst gern, dass die klassische Vollwertküche der 1980er ganz schön mächtig war) nahm ich dazu Joghurt. Der Brei schmeckte deutlich anders, als ich ihn erwartet hatte, nämlich ganz anders als Porridge oder Grießbrei, das süße Obst darin machte sich hervorragend, es brauchte nur wenig Honig zusätzlich. Diesen Hirsebrei gibt es sicher nochmal. (Dann vielleicht mit gerösteten Mandelstiften als zusätzlicher Textur.)
Noch ein wenig Schokolade.

12 – Mit Buch ins Bett, draußen grummelte ein Gewitter.

§

Raul Aguayo-Krauthausen macht sich in der Zeit Gedanken über:
“Behinderung und Inklusion im Film:
Geteiltes Licht”.

Unter anderem hat er sich dafür Zahlen der hiesigen Schauspielschulen geholt.

Die wenigen sichtbar behinderten auf Theaterbühnen, auf der Leinwand und dem Bildschirm fallen umso mehr auf. In England hat kürzlich Liz Carr den Laurence Olivier Award als beste Nebendarstellerin erhalten.

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https://youtu.be/Dn8eqmeDWto

In diesem ausführlichen Interview mit dem Guardian spricht Liz Carr über ihre Karriere – und die zusätzlichen Schwierigkeiten durch Corona.
“‘Everything I do is urgent’: actor Liz Carr on confronting mortality, taking risks – and winning awards”.

In UK ist die Inklusion ja sogar so weit, dass eine behinderte Comedian sich in ihrem Programm über das Empowerment “Du kannst alles werden, was du willst” lustig macht. (Nein, Sie als Nichtbehinderte lassen das mal besser bleiben und sorgen erst für Inklusion und lassen zu diesem Thema Behinderte zu Wort kommen statt deren Angehörige oder Menschen, die mit Behinderten oder zum Thema arbeiten.)

§

Kathrin Passig findet eine Möglichkeit, ihre journalistischen Texte weniger angestaubt klingen zu lassen.
“Wortschatzrenovierung”.

Vor ein paar Monaten habe ich meine Frankfurter-Rundschau-Kolumnen des vergangenen Jahres zwei ungefähr 20-Jährigen gezeigt und sie gebeten, in einem Googledoc alle Wörter einzutragen, die ihnen angestaubt vorkommen. Neue Wörter erkennt man ja ganz leicht, aber die Ausgestorbenheit alter Wörter ist leider unsichtbar, das ist genau wie bei Kleidungsstücken. Ich möchte nicht klingen, als wäre ich selbst 20, aber ich hätte gern so eine Art neutralen Mittelweg. Es stört mich selbst oft bei den Texten von Menschen, die älter sind als ich, dass ich mit dem Inhalt vielleicht einverstanden sein könnte, wenn die Wörter nicht so einen langen Bart hätten.

Journal Mittwoch, 11. Mai 2022 – Sommertag von drinnen und draußen

Donnerstag, 12. Mai 2022

Zum Einschlafen hatte ich mein Schlafzimmerfenster schließen müssen: Milde Temperaturen bedeuten Lärm im Park davor. Bei einem Aufwachen nach Mitternacht öffnete ich es wieder.

Bei Weckerklingeln ein echter Sommermorgen. Beleg: Ich hatte wie immer während meiner medizinischen Morgengymnastik die Balkontür im Wohnzimmer geöffnet – und vergaß fast, sie wieder zu schließen, weil von draußen keine Kühle hereinkam.

Nach Balkoncheck ließ ich die Jacke daheim und verließ das Haus in langärmligem T-Shirt und erstmals dieses Jahr mit nackten Beinen!

Zweiter vom Schneider angepasster Sommerrock; Füßlinge in den Schuhen nur für den Weg als Blasenschutz, zog ich im Büro aus.

Diesmel entdeckte ich die Mauersegler überm Westend – erst hörte ich sie, dann hielt ich Ausschau.

Vielfältig geschäftiger Vormittag mit Überraschungen und mit Prozentrechnen: Gesamtnote aus prozentual gewichteten Einzelnoten. Nach kurzem Schämen über mein Unvermögen bat ich den beruflichen Notengewichtungsexperten Herrn Kaltmamsell um Unterstützung, er schickte ein kleines Excel-Maschinchen. Damit machte ich mich auch gleich bei Kolleginnen mit ähnlichen Tätigkeiten beliebt.

Mittags die letzte Scheibe Pumpernickel mit Butter, Apfel, Banane.

Ein Arbeitsnachmittag, der zunehmend turbulent wurde und mir neue Einsichten in menschliche Abgründe verschaffte. (Daneben online einen Mammographie-Termin vereinbart, JAJAJAJAistjagut.)

Nach Hause über Supermarkteinkäufe, hauptsächlich Süßigkeiten. Es war sommerlich warm, in der Sonne sogar heiß. Entsprechend dicht bevölkert war alle Außengastronomie.

Daheim eine Runde Yoga rundum, bevor ich verabredungsgemäß mit Herrn Kaltmamsell aushäusig zum Abendessen spazierte: Ich hatte auf meinen Wegen durch die Innenstadt ein kleines asiatisches Lokal entdeckt, das interessant aussah.

Wir aßen ok, aber nicht wiederholungsnötig. Am besten schmeckte mir der hausgemachte Curcuma-Mango-Eistee.

Asamkirche von hinten in den Asamhöfen.

Nachtisch daheim Schokolade.

§

Maximilian Buddenbohm erlebt im Supermarkt etwas eigentlich wenig Sensationelles. Dennoch sehr Einschneidendes.
“Manchmal passt es zusammen”.

§

Und dann ist da ja auch noch Jemen. Hier eine Bilderstrecke aus dem Guardian, die die derzeitige Waffenruhe für Fotos aus dem entsetzlich von Bürgerkrieg gebeutelten Land nutzt, die zur Abwechlung nicht nur Zerstörung und Leid zeigen.
“Glimmers of hope: Yemen’s rich history endures far from war – in pictures”.


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