Essen & Trinken

Journal Pfingstmontag, 20. Mai 2024 – Sonnige Maienwanderung nach Aying

Dienstag, 21. Mai 2024

Guter und langer Schlaf.

Eines der seltenen Male, dass mir Bloggen die Tagespläne durchkreuzt: Bis ich nach Spülmaschine-Ausräumen und Wäsche-Aufhängen den ausführlichen und viel bebilderten Blogpost fertiggestellt hatte, waren zwei Stunden vergangenen, es blieb keine Zeit mehr für die geplante Gymnastik vor Wanderung.

Denn wandern wollte ich in diesem herrlich sonnigen, aber bei Weitem nicht heißen Maienwetter mit Herrn Kaltmamsell von Kirchseeon nach Aying, das hatten wir schon ein paar Mal gemacht.

Anfahrt mit einmal Umsteigen in Trudering, an diesem Wochenende war wieder S-Bahn-Stammstrecke für den Bau der zweiten solchen gesperrt.

Weg in hohem Laubwald, durch den Sonne leuchtet

Von Kirchseeon aus bogen wir gegen zwölf gleich mal in wundervollen Wald. Doch bald stellten wir fest, dass wir schon hier falsch abgebogen sein mussten, wir waren nicht mehr auf dem GPS-markierten Weg. Nun gut, die ursprüngliche Wanderung aus dem Büchlein Wandern mit dem MVV hatte ja nie durchgehend geklappt, vor Schlacht mussten wir immer auf Straßen ausweichen. Herr Kaltmamsell lotste uns also in einem Bogen nach Moosach, dann folgten wir eine Weile der gewohnten Route, umgingen aber das Straßenstück weiträumig im Wald.

In einem sehr feuchten Waldstück war ich froh drum, dass seit einer besonders vermückten Wanderung das Schnackenschutzspray in meinem Wanderrucksack wohnt: Nach einer ersten Attacke besprühte ich mich damit rundum, bis ich glänzte – Schluss mit Stecherei.

Am Himmel immer wieder Bussarde, Milane, Falken. Auf dem Boden Kühe, ein Schaf.

Blauer Himmel über soniger Landschaft mit schmalem asphaltiertem Weg

Schöne, sonnige Landschaft mit Brise.

Wanderer von hinten, der auf einem schmalen Pfad durch eine schattige Wiese geht, davor ein sonniges Stück, dahinter Wald

Waldwege auch mal schmal.

Dorf aus Häusern mit roten Dächern unter knallblauem Himmel

Niederseeon.

Wald mit Wladweg, der eine einzige riesige Pfütze ist, links Wanderer

Manchmal kamen wir auch an unpassierbare Wege, schließlich hatte es in den vergangenen Tagen mehrfach geregnet. Nach zweieinhalb Stunden wollte ich Brotzeitpause machen, doch das einzige Bankerl, an dem wir vorbeikamen, war bereits besetzt – und die Herrschaften sahen aus, als hätten sie es sich gerade erst richtig gemütlich gemacht. Es wurden also drei Stunden und drei Uhr, bis wir in Kastenseeon an der Straße eine schattige Sitzgelegenheit fanden. Ich aß einen Apfel (aus Ernteanteil ein Granny Smith aus heimischem Bio-Anbau – ich war überrascht, dass die bei uns angebaut werden, und dann auch noch schmecken) und eine Breze – wollte nicht zu viel essen, um meinen Appetit beim abschließenden Einkehren zu erhalten.

Der gewohnte Weg von Lindach nach Aying war energisch gesperrt: Er sei wegen Wiederherstellungsarbeiten unpassierbar. Da wir dieses Stück durch den Wald gut kennen, beschlossen wir ihn dennoch zu gehen: Bei Unpassierbarkiet würden wir einfach in den Wald ausweichen. Doch der gesamte Weg war frei und fertig wiederhergestellt, keine Spur von Arbeiten; vielleicht hatte man vergessen, die Sperrung aufzuheben.

Straße, die zwischen Hecken auf eine Zwiebelturmkirche zuführt, rechts ein moderner Brauereiturm

Ankunft in Aying. Der Biergarten war auch kurz vor fünf gut besucht. Gestern sah das Brotzeitbrettl so aus.

Auf einem Tisch ein Holzbrett mit Wurst, auf beiden Seiten kleine weiße Teller mit Brot

Da schon beim letzten Mal kein Presssack dabei gewesen war, bestellten wir diesen einzeln.

Viereckiger weißer Teller, auf dem strahlenförmig halbe Scheiben weißer und roter Presssack liegen

Zum Vergleich: Das Brotzeitbrettl im selben Lokal 2018:

Und 2021:

Reibungslose Heimfahrt, diesmal direkt bis Stachus. Daheim noch zum Nachtisch Schokolade.

Joseph Roth, Hiob ausgelesen – hat mir sehr gut gefallen, mehr folgt.

Journal Pfingstsonntag, 19. Mai 2024 – Voller Feiertag mit Lauf, Zeitungserheiterung, Kochen, Volkstheater

Montag, 20. Mai 2024

Der Nachtschlaf fühlte sich tief und gut an – auch wenn er zweimal durch Draußengeräusche unterbrochen wurde. Das erste Mal war’s ein Gewitter. Als eine störende Unterhaltung vor meinem Schlafzimmerfenster kurz vor drei gar nicht mehr aufhörte, sah ich doch mal nach: Polizeiauto mit Blaulicht, mitten auf der Straße stehendes Auto, im eher unaufgeregten, aber lauten Gespräch zwei Menschen in Uniform, fünf Männer in Freizeitkleidung. Das würde so schnell nicht aufhören: Ich schloss Fenster und Rollladen, konnte weiterschlafen.

Erfrischtes Aufwachen kurz vor sieben, es zeichnete sich der angekündigte weitere sonnige Tag ab. Nach dem Bloggen bereitete ich einen Teil des Abendessens zu: Kartoffelsalat.

Gemütlichkeit bei allen Tätigkeiten, in sonniger Morgenfrische war ich fertig für meinen Isarlauf:

Frau fotografiert sich im Flur in einem großen Spiegel, trägt dabei schwarze, kurze Laufkleidung und eine Sonnenbrille

Mit dem Rad fuhr ich in herrlichstem Frühlingsgrün zum Friedensengel. Vor dort startete ich Richtung Norden.

Ein Ur-Münchner Anblick: Radler mit Surfbrett unterm Arm auf dem Weg zur Eisbachwelle.

Blick durch grüne Bäume auf das Blau eines Flusses

Es ist Bieberl-Zeit, die Wasservögel bringen ihre Küken erstmals ins Wasser. Gleich nach meinem Laufstart beobachtete ich dabei ein Drama: Eine Krähe hatte es offensichtlich auf die noch sehr kleinen Küken eines Gänsesägers abgesehen und flog Angriffe, die Eltern versuchten sie immer wieder mit Geschnatter und Flügeschlagen zu vertreiben.

Flaches Flusswasser über Kieselsteinen, unscharf sieht man von Links eine Krähe anfliegen, unter ihr ein größerer Wasservogel und viele kleine Küken

Ich nahm mir nicht dir Zeit, den Ausgang zu beobachten, schließlich war mein Plan Laufen. Und das ging ganz wunderbar und mit nur wenig Fußschmerzen. Zu meiner freudigen Überraschung war gestern das Durchlaufen der Brückenbaustelle am Föhringer Ring möglich, es bot spannende Einblicke in die Holzkonstruktion zum Brückenbau. Überrascht war ich auch davon, wie ruhig die Wege waren, Müncher*innen verbrachten das Pfingst- und erste Ferienwochenende wohl eher außerhalb.

Sonniger Weg am Fluss mit Bäumen, im Fluss liegt ein großer, kahler gestürzter Baum

Die Befestigung dieses Baumsturzes vom Winter im Fluss mit Steinen hat nicht gehalten.

Blick unter einer Brücke hindurch auf Fußweg und hellgrüne Bäume

Maifarben mit Kennedybrücke als Rahmen.

Park mit Schafen, auf dem Fußweg rechts Passant*innen, die sie ansehen

Ich hatte sie gehört und gerochen, bevor ich sie sah: Die Schafherde des Englischen Gartens.

Brückenbaustelle über Fluss, sichtbar durch einen Zaun fotografiert

Die Brückenbaustelle am Föhringer Ring – ich hätte die Holzkonstruktion gerne von den Verantwortlichen erklärt bekommen.

Blick auf Fluss, umgrünt von Auen

Immer wieder schoben sich dunkle Wolken vor die Sonne.

Graffiti "HUSTLA" auf Mauer

Ansicht der Brückenbaustelle mit Holzkonstruktion von unten

Dazu der Geruch des nassen Bauholzes.

Nachaufnahme lila fedrige Blüten in hohem Gras

Graffiti-Männchen auf einer Mauer voller Tags. rechts ein wenig Blick auf Bäume

Föhringer Wehr.

Ich steuerte die Max-Joseph-Brücke an, um endlich die Früchte der vieljährigen Bauarbeiten zu ernten und drunter durchzulaufen.

Neuer Weg, der zwischen Schildern abwärts auf eine alte Brücke zuführt, links zahlreiche Absperrungen

Stellte aber fest, dass hier immer noch Baustelle ist: Der obere neue Weg endet abrupt an der Brückenmauer und bleibt gesperrt. Auch hier hätte mich die Erklärung der Fachleute sehr interessiert.

Neue Streetart unter der Luitpoldbrücke – hier neben anderer vom Lauf in einem instagram-Album zusammengefasst.

Der Friedensengel hatte wieder gut auf mein Radl aufgepasst. Ich dehnte daran rundum, radelte dann gemütlich heim.

Frühstück um halb zwei:

Tisch mit einer Schüssel, in der man Orangenstücke, dunkle Frlüssigkeit und Joghurt sieht, dahinter ein zugeklappter Laptop, rechts daneben ein Wasserglas

Das Dunkle wurde mir als Hollergelee verkauft, erwies sich aber als Sirup. Unter dem Ganzen Porridge.

Herr Kaltmamsell hatte aus den übrigen Eiweiß von der Crème Brûlée eine Bosnische Torte (die Hälfte davon) gebacken, die wirklich hässlich aussah, aber sehr gut schmeckte. Die gab es auch zum Frühstück.

Kleine Siesta, dann las ich auf dem Balkon Zeitung. Unter anderem das SZ-Magazin von Freitag, das zum 75. Geburtstag der Bundesrepublik Deutschland Prominente fragte, was sie mit Deutschland verbinden (€). Die Antworten fand ich alle interessant, laut lachen musste ich über die von Caren Miosga:

»›Herr Schmaaalstieg, kannste ma eben die Tupper runterholen?‹ Da war es wieder. Als ich neulich bei Karstadt eine Schüssel zum Abtuppern (sagen wir so in Hausfrauenkreisen: ›Die tuppert dir in zehn Minuten ein ganzes Buffet ab‹) kaufen wollte, fratzte eine Verkäuferin ihren Kollegen mit dem herrlichen Kassiererinnen-Du an. Herr Schmalstieg, kannst du mal eben? So als sei man auf dem Weg zur formvollendeten Anrede kurz mal gestolpert. Wenn den von mir so heiß geliebten Einzelhandelsfachgeschäften vollends der Garaus gemacht wird, verschwindet auch diese schnatzigste aller deutschen Freundlichkeiten. Auf die Frage, wie ich bezahlen könne, erhielt ich die Antwort: ›Das können Sie halten, wie du willst.‹«

Im Lauf den Nachmittags und beim Kochen schmiss ich mich immer noch weg über den Satz: “Die tuppert dir in zehn Minuten ein ganzes Buffet ab.” Bis dahin hätte ich gesagt, dass für mich Deutschland vor allem a g’scheit’s Brot ist (also Sauerteigbrot – eine Wahl, die mich mit Otto Waalkes verbindet, laut dem die deutschen Nationalfarben Schwarz-Brot-Gold sind). Doch in “Die tuppert dir in zehn Minuten ein ganzes Buffet ab.” steckt noch mehr Deutschland: Ich kenne kein anderes Land, das diesen Satz produzieren könnte, mit all seinen Facetten (Effizienz, Funktion vor Form, Vorausschau, no nonsens, aber ja auch Genuss, und deutscher Humor vom Feinsten – zumal ich dabei durchaus auch deutsche Frauen mit Einwanderungswurzeln vor Augen habe). Wenn auch nicht unbedingt mein Deutschland (ich neige eher zu Schraubgläsern für Essensreste und Brotzeit).

Von wegen Kochen: Ich bin mittlerweile durchaus stolz darauf, dass ich Gerichte in meinem Koch-Repertoire habe, die sich der deutlich besser kochende Herr Kaltmamsell von mir wünscht. Gestern waren das Fleischpflanzerl mit Feta-Füllung.

Gedeckter Tisch mit großem Glasteller, darauf zwei Fleischpflanzerl und Kartoffelsalat mit Gurke

Ich servierte deutlich früher als sonst, es gab auch noch Crème Brûlée zum Nachtisch, denn abends wollten wir ins Theater: Der Besuch der alten Dame im Volkstheater. Dorthin spazierten wir durch milde, aber nicht wirklich warme Maienluft.

Offener Innenhof eines Backsteinbaus, darin Menschen, über dem Tor steht "Volkstheaer"

Der Dreh der Inszenierung: Nach Güllen kommt nicht die alte Dame, sondern ihre gleichnamige Enkelin, eine erfolgreiche Sängerin. Die Hoffnungen auf Geldsegen der Bevölkerung sind gleich, doch die Bedingung für die große Spende Claras ist jetzt der Tod des Enkels von Alfred. Insgesamt funktionierte das in meinen Augen, und ich mochte sehr, was Anna van Leen mit der Bühne gemacht hatte (im letzten Drittel hob sich die Bühne zu einer split stage mit Handlung oben und unten). Und ich konnte die Regie-Entscheidung nachvollziehen, die Schausspielenden (bis auf Nina Steils als Clair) völlig überzogen und als Karikaturen auftreten zu lassen. Doch unterm Strich fehlte mir die Motivation der Enkelin Claire, dazu hätte ich sie als Person mehr kennenlernen müssen.

Enthusiastischer Beifall aus dem voll besetzten Zuschauerraum.

Seitlich aufgenommen: In schwarzer Wand orange eingelassene Lampen

Beim Rausgehen hielt ich die Baumarktblumentopflampen fest.

§

Fotoreihe im Guardian:
“Protesters, pop stars and pioneers: 38 images that changed the way we see women (for better and for worse)”.

Journal Samstag, 18. Mai 2024 – Hochfrühling beschwommen und beradelt, hilfloser Klimaschutz-Protest

Sonntag, 19. Mai 2024

Gut geschlafen, aber zu früh aufgewacht, auch noch mit Kopfweh (so viel Alkohol war das am Vorabend wirklich nicht, beim Zu-Bett-Gehen war ich fast wieder nüchtern gewesen). Ibu half.

Dann startete ich den Tag halt zu fast Arbeitstagzeiten. Bloggen und Mastodon-Lesen, eine Einkaufsrunde zum Vollcorner und zum Bäcker in Sonne unter gemischten Wolken.

Prächtige Altbau-Front aus sehr spitzem Winkel nach oben fotografiert, dahinter knallblauer Himmel

Erinnerung an die einstige Jahrhundertwende-Pracht des Viertels östlich der Theresienwiese.

Mir wurde unterwegs recht warm, fürs Radeln zum Dantebad ließ ich die Jacke dann schon daheim.

Ruhige Kraulbahnen im wenig beschwommenen und sonnenglitzernden Becken, die Wassertemperatur um wenige Grad auf Sommerbetrieb gesenkt und angenehm (im Winter ist sie selbst mir neuerdings Schwimmfrierein zu warm), ich hatte keine Probleme mit 300 zusätzlichen Metern zu meinen 3.000. Nur einmal gab es eine Krampf-Attacke im gesamten rechten Bein, Resultat Zickzack über alle Gelenke: Ich war über einen Tritt von der Nebenbahn heftig erschrocken. Wenn, wie ich inzwischen immer häufiger lese, Beinmuskelkrämpfe beim Sport nichts mit Magnesiumhaushalt zu tun haben, sondern es immer mehr Hinweise auf neurologische Ursachen gibt, passt das dazu: Das Muster Schreck->Krampf kenne ich vom Schwimmen.

In der vollen Damendusche verifizierte ich meinen Eindruck der vergangenen warmen Wochen von der aktuellen Zehennagellackmode: Man trägt heuer Rot- und Orange-Töne, die grauen und blauen Lacke der Vorjahre sind verschwunden.

Moderne Eingangshalle mit Blick ins sonnige Draußen

Eingangshalle des Dantebads.

Heimradeln über Espresseobohnenkauf im Delmocca (derzeit schmeckt mir deren Sorte El Presidente wieder am besten). Ich kam am Kieser-Studio in Schwabing vorbei, erinnerte mich angenehm an die Zeiten seiner Nutzung vor über zehn Jahren – und daran, wie viele Berühmtheiten ich dort beim Heben traf. Ich fragte mich, ob deren damalige Unbefangenheit heute noch möglich wäre.

Außerdem gedacht: Schwabing ist echt hübsch, allein schon die Clemensstraße, die ich fast gesamt durchradelte. Aber lieber wohne ich in meinem viel menschenbunteren Bahnhofsviertel – auch wenn es derzeit aussieht, als wollte man es abreißen.

Frühstück um halb zwei: Körnersemmeln mit Käse, Mango mit Sojajoghurt.

Sonniger Balkon vom WOhnzimmer aus fotografiert, darauf Pflanzen, Holztisch, Holzbank

Den Nachmittag verbrachte ich auf dem Balkon mit Zeitunglesen, genoss den Wechsel aus Sonne und Schatten, brauchte eine Strickjacke – dieses Jahr gibt’s echten Frühling! Die Wochenend-SZ fand ich diesmal interessant genug für mehrere Stunden Lektüre: Der Themenschwerpunkt zu 75 Jahren Grundgesetz wurde aus vielen spannenden Blickwinkeln beleuchtet.

Eine Runde Pilates mit australischem Akzent – die ersten vier von Nicoles Anfänger-Einheiten gleichen einander schon ziemlich, fühlt sich für mich eher langweilig an. Ich möchte mal andere Online-Pilates-Angebote probieren: Haben Sie Empfehlungen? Mein Anfängerinnen-Level bezieht sich dabei eher auf das Trainingssystem Pilates, weniger auf die Kraft.

Zum Nachtmahl hatte Herr Kaltmamsell viele Stunden lang Rinderrippen bei niedrigerer Temperatur gegart – die damit verbundenen Düfte hatten mich sehr hungrig gemacht. Als Aperitif rührte ich uns Manhattan perfects, dann servierte Herr Kaltmamsell.

Gedeckter Tisch, darauf Glasteller mit dunklem Fleisch am Knochen, Kartoffelstampf, Erbsen Sauce, Gläser mit Rotwein

Dazu gab es Kartoffelstampf und Erbsen, im Glas der restliche Kochwein, ein Montepulciano d’Abruzzo. Nachtisch war erst mal die Freitag gekochte Crème Brûlée.

Weißes Schüsselchen auf grüner Tischdecke, darin eine gelbe greme mit Karamelkruste, der untere Teil ist bereits weggegessen mit einem darin liegenden Dessertlöffel

Ich hatte reichlich guten Safran verwendet, sodass sogar ich Safran-Blinde ihn schmeckte.

Schokolade ging auch noch.

§

Rico Grimm erklärt bei den Krautreportern nochmal:
“Es wird langsam wärmer, aber schneller schlimmer”.

Wir müssen uns auf eine unangenehme Wahrheit vorbereiten: Die Folgen der Klimakrise werden nicht langsam schlimmer werden. Sondern eher von heute auf morgen. So wie der Ketchup von jetzt auf gleich aus der Flasche spritzt.

Aber ich habe im Ohr, wie auch eigentlich schlaue Leute sagen: “Das hat’s früher auch gegeben.”

§

Ach, weil wir gerade dabei sind: Dass die Letzte Generation gestern den Flugverkehr am Münchner Flughafen behindert hat, haben Sie vielleicht mitbekommen. Ich fand sehr nachvollziehbar, was sie damit anprangerten.

Dass Menschen sich Flüge eher leisten können als Bahnfahrten ist absurd. Die Verantwortung dafür liegt bei der Regierung: sie subventioniert Flüge, während die Bahn kaputtgespart wird.

Hier mehr.

Ob die gestrige nun die wirkungsvolle Protestart ist, mag ich nicht beurteilen, denn inzwischen lese und höre ich bei jeder Art von Protest gegen fehlenden politischen Klimaschutz: “Protest ja. Aber doch nicht so!” Und dass die höchsten Gerichte der Republik der Regierung nachweisen, dass ihre Gesetzgebung nicht ausreicht, bewirkt ja auch nichts.

Die drei verkehrspolitischen Maßnahmen mit riesigem CO2-Einsparpotenzial, die vor allem die FDP bislang in der Regierung verhindert, sind nämlich:
– Abschaffung der Kerosin-Subvention
– Abschaffung Dienstwagen-Privileg
– Tempolimit auf Autobahnen
Einschränkung individueller Freiheit: Minimal.

Ich bin völlig hilflos, mit welcher Art Protest ich als Bürgerin diese schlicht vernünftigen Maßnahmen einfordern soll. Das wirkungsvollste individuelle Handeln: Keine Partei wählen, die Klimaschutz verhindert.

Journal Freitag, 17. Mai 2024 – Anstrengendes Berufsdings überstanden

Samstag, 18. Mai 2024

Ich hatte befürchtet, dass ich wegen eines lang geplanten Berufsdings am Freitag schlecht schlafen würde, und tatsächlich begann mich nachts immer wieder Angst zu überschwemmen, die ich mit “Jetzt ist aber mal GUT! Das wird schon!” wegschob. Klappte sogar ein bisschen.

Draußen war es morgens kühl (also: jetzt wirklich) und regnerisch, doch auf dem Weg in die Arbeit blieb ich trocken.

Das Berufsdings begann schon auf diesem Weg in die Arbeit. Und ab dann lernte ich eine Menge. Zum einen, wie gut es war, dass ich zu praktisch jedem Detail eine Alternative eingeplant hatte, wenn Standarddetail nicht funktionieren würde. Denn es funktionierte einiges nicht. Zum anderen, worauf ich mich leichtsinnigerweise verlassen hatte, weil ich nicht auf die Idee gekommen war, dass es nicht funktionieren würde – alles Dinge, für die ich nicht zuständig war. Beim nächsten Mal mache ich mich also lieber unbeliebt, indem ich die Zuständigen beweisen lasse, dass das funktioniert. Und überlege mir gleichzeitig auch dafür Alternativen. (Womit ich in solchen Situationen mangels Souveränität ganz schlecht zurechtkomme: Mit spontanen Zusatzideen während Dings.)

Nebeneffekt: Ich war schon um zehn bei 11.000 Schritten.

(Und schon wieder stecke ich in der Situation, dass ich allein auf Jobs sitze und auf keinen Fall ausfallen darf. Da wollte ich doch eigentlich nie wieder landen.)

Dazwischen am Schreibtisch irrlichternde aufgezwungene Software-Updates des Rechners, zahlreiche Neustarts erfordernd, immer wieder mit Fehlermeldungen abgebrochen – der Computer hatte offensichtlich einen ähnlichen Arbeitstag wie ich. Ich war sehr stolz darauf, dass ich nach der fünften Runde noch wusste, woran ich eigentlich gerade arbeitete ($Rechnungsvorgang).

Nach einem endlich erfolgreichen Neustart (auch mein Dings endete erfolgreich) schrieb mir Microsoft Ätsch dieses.

Planet Marketing und ich entfernen uns immer weiter voneinander. Und die Sehnsucht nach Selbstverwirklichung geht ebenso an mir vorbei wie die nach Selbstfindung – MICH will ich echt nicht finden oder verwirklichen, da fallen mir Dutzende Liebere ein.

Im weiteren Verlauf des Arbeitstages wurde mir klar, dass mein Job so sehr an Komplexität gewonnen hat, dass ich einiges neu strukturieren muss (Listen! Erinnerungen! Ablagen!), um nicht unterzugehen.

Gegen zwei war das Berufsdings durch und aufgeräumt, ich hatte dazwischen irgendwann zwei Bananen und ein Töpfchen Hüttenkäse gegessen. Draußen hörte ich es hin und wieder tröpfeln (im Sinne von: an die Fensterscheibe meines Büros).

Feierabend leider nicht so pünktlich wie gerade gestern nötig, weil Querschüsse. Ich musste mit zwei Stationen U-Bahn-Fahrt bis Theresienwiese sicherstellen, noch rechtzeitig vor Öffnungsende in einen bestimmten Laden zu kommen, um eine bestimmte Bestellung für nächsten Dienstag aufzugeben.

Heim kam ich fix und alle. Herr Kaltmamsell bot mir Anlehnen an, doch es war nicht diese Art fix und alle. Ich wollte lieber eine ruhige Runde Yoga-Gymnastik – die wirkte auch. Jetzt war ich frisch genug für die Zubereitung von Crème brûlée, um die Herr Kaltmamsell gebeten hatte und die es Samstagabend geben würde.

Aufsicht auf fünf weiße flasche Schüsselchen, gefüllt mit gelber Creme

Über jahreszeitlichen Erdbeer-Gin-Tonics plante ich mit Herrn Kaltmamsell die Speisefolge der nächsten Tage – sie wird sehr Fleisch-lastig: Short Ribs, Fleischpflanzerl, Einkehren nach Wanderung.

Zwei Ballongläser mit Eis, Erdbeeren, hellrosa durchsichtigem Getränk, dahinter eine Flasche Erdbeergin

Anstoßen auf Herrn Kaltmamsells Start in die Pfingstferien.

Gedeckter Tisch mit grünen Sets, darauf Glasteller mit Koteletts und Kohlrabi-Karotten-Salat

Zu Kalbskoteletts hatte Herr Kaltmamsell den Ernteanteil-Kohlrabi zu einem Ottolenghi-Salat mit karamelisierten Kerndln verarbeitet – hervorragend. Nachtisch Schokolade.

Journal Donnerstag, 16. Mai 2024 – Nicht weiter erwähnenswerter Arbeitstag

Freitag, 17. Mai 2024

Ich bin nix mehr gewohnt, fünf Tage Arbeitstage pro Woche fühlten sich elend lang an. Und ich musste mich morgens mehrfach daran erinnern, dass erst DONNERSTAG war.

Beim nächtlichen Aufstehen und morgens brachten mich die neuartigen Fußschmerzen sehr zum Humpeln, ich holte den Igelball und rollte beim Bloggen mit den Fußsohlen darauf herum – ohne dass ich an ursächliche Linderung glaube, ich habe eine ziemlich gute Vorstellung vom Auslöser der Schmerzen.

Gemischtwolkiger Himmel, kühle Luft deutlich unter 20 Grad, dennoch hätte ich auf dem Weg in die Arbeit die Jacke nicht wirklich gebraucht: Ich schwitzte.

Nach geordnetem Start wieder tumultöse Zustände in der Arbeit, an einem Punkt mit Boulevardtheater-Qualität, als ich gerade mit Kopfhörer über Teams telefonierte, mein Festnetz-Apparat klingelte und zwei von drei Türen meines Büros aufgingen, weil Menschen etwas von mir wollten.

Kurz vor Mittag musste ich nochmal zu einer beruflichen Erledigung raus und war sehr froh drum. Es war mild und schwül. Bei dieser Gelegenheit kauft ich mir eine Tasse Cappuccino beim Bäcker, im Mischverhältnis eher ein kleiner Latte macchiato.

Zum Mittagessen zwang ich mich pünktlich (also um halb eins), damit ich später nicht ins Hetzen kam: Apfel, Quark mit Joghurt.

Wieder war ich um zwei eigentlich durch, doch Querschüsse hielten mich wach. Ich ackerte noch eine ganze Weile. Wie durch Wasser.

Der Heimweg war schön, immer noch durch milde, jackenlose Luft und mit ein wenig Sonne. Einkäufe beim Vollcorner, damit ich am Freitag nach frühem Feierabend etwas ganz besonders Dringendes erledigen kann.

Daheim turnte ich nach vier Tagen Pause endlich mal wieder Gymnastik, diesmal australisches Pilates – noch war kein Kraft-Verlust spürbar.

Donnerstag ist Ernteanteil-Tag, ich verarbeitete den Eisbergsalat daraus mit Haselnussmus-Dressing und gebratenem grünen Spargel, köstlich und reichlich. Herr Kaltmamsell hatte der drohenden Bodensichtung in der Süßigkeiten-Schachtel gegengekauft, zum Nachtisch gab es eine Auswahl Süßigkeiten. Darunter unter anderem die Toffifee-Sonderedition Kokos – die auch mir Kokos-Skeptikerin schmeckte.

Ein besonders durstiger Tag, auch ohne nennenswerten Sport kam ich rückblickend auf vier Liter Wasser.

Journal Dienstag, 14. Mai 2024 – Didier Eribon, Sonja Finck (Übers.), Eine Arbeiterin

Mittwoch, 15. Mai 2024

Wieder eine gute Nacht, doch wieder endete sie in einer unangenehmen Angstphase.

Nochmal Sonnen-Power draußen, ich marschierte in kurzen Ärmeln in die Arbeit (eine Jacke wäre wirklich angenehm gewesen, doch ich war wieder zu faul zum Heimschleppen).

Die Lösung meines Problems mit der Handyzahl-App (VIMPay übrigens, mit der meine Bank, die Sparda, zusammenarbeitet), von der eine erforderliche und angeblich abgeschickte TAN nie eintraf, nicht bei Dutzenden Versuchen und über mehrere Tage: Ich hatte am Sonntag an die Service-Adresse geschrieben, die am Montag zurückschrieb, “richte die PushTAN-Verbindung bitte nochmals anhand der folgenden Anleitung ein”. Stellte sich heraus: Ich hatte diese Funktion nie eingerichtet. Und wie ich bei neuerlichem Aufruf der App herausfand, ist sie auch gar nicht erforderlich, jetzt gab es eine Möglichkeit, auch ohne weiterzukommen. UX-Hölle in Lehrbuch-Qualität.

Emsiger Vormittag, aber ich hatte Zeit für einen Mittagscappuccino im Westend.

Cappuccinotasse auf einem Holztresen vor einem Fenster, durch das man eine sonnenbeschienene Straße und ein altes Haus sieht

Zu Mittag gab es einen Kanten selbstgebackenes Brot und Mango mit Sojajoghurt.

Der Nachmittag war zäh, doch ich schaffte Dinge weg (und fand nicht heraus, wie ich für Outlook-Besprechungen Agenda und Protokolle in OneNote bastle, die nicht nur zu meinem persönlichen OneNote führen). Außerdem plagten mich Schwäche und Schwindel – wie ich aus meinem Blog weiß, bekomme ich den besonders häufig im Mai.

Nach Feierabend nahm ich eine U-Bahn in die Innenstadt, ließ mir bei einer Ärztin ein Rezept auf die Krankenkassenkarte laden, kaufte ein wenig im Kaufhaus ein und im Drogeriemarkt, kurz vor daheim noch Erdbeeren am Standl.

Ernteanteil war aufgegessen, Herr Kaltmamsell hatte Nachtmahl beim (deutschen) Traditionschinesen Shanghai am Stachus beschlossen. Da gingen wir hin.

Restauranttisch am Fenster im 1. Stock, draußen ein Schild "Chiina Restaurant Shanghai", drinnen am Tisch liest ein Mann die Speisekarte

Eine weiße Schüssel mit gebratenen Auberginenstücken, rechts davon eine Servierplatte mit Grünem Stengelgemüse

Oben ein weißer Teller mit Tofustückem in roter Sauce, unten eine Schalte Reis

Wir teilten uns Wasserspinat mit Knoblauch, Aubergine mit wenig Hack, Mapu Tofu – sehr schön unterschiedlich und aromatisch.

Zurück daheim gab es noch reichlich Erdbeeren und ein wenig Schokolade.

Im Bett begann ich neue Lektüre: Joseph Roth, Hiob.

§

Didier Eribon, Sonja Finck (Übers.), Eine Arbeiterin.
Didier Eribon schreibt über die letzte Lebensphase seiner Mutter, der titelgebenden Arbeiterin. Diesmal belustigte es mich beinahe, wie Eribon zutiefst menschliche und zwischenmenschliche Dinge mit den Werkzeugen der Soziologie analysiert (das tat er ja schon in Rückkehr nach Reims, hier besprochen). Zum Beispiel seine Schilderung, wie seine Eltern, die einander nicht ausstehen konnten, all die Jahrzehnte ihrer Ehe ein Bett teilten: Das sei halt durch ihre Zugehörigkeit zur Arbeiterklassen bedingt, in der Alternativen undenkbar gewesen seien. (PurzelchenCherie: Die Alternative ist in praktisch allen Klassen undenkbar.)

Aber auch so bewegte es mich zutiefst, wie seine Mutter am Umzug ins Pflegeheim zerbricht. Ebenso wie Eribon damit hadert, ob das durch einen Umzug in ein offeneres Wohnen für Alte ein paar Jahre zuvor hätte verhindert werden können, den seine Mutter im letzten Moment verweigerte. Eribon erkennt, wie müßig diese Frage ist, denn seine Mutter wollte halt einfach nicht.

So vieles läuft darauf hinaus, dass Menschen nun mal auch im hohen Alter und mit schwindender Kontrolle über ihren Körper immer noch eigenverantwortliche und mündige Menschen sind. Selbst wenn ihre eigenen Entscheidungen ihnen schaden. So kommt es oft zu tragischen Situationen, in denen nicht abzusehen ist, was größeren Schaden anrichtet: Der selbstverantwortliche Beschluss, allein in der eigenen Wohnung zu bleiben (auch wenn die Selbstversorgung nicht mal mit externer Pflegehilfe gesichtert werden kann, auch wenn jede Erkrankung, jeder Sturz schwerwiegende Folgen haben kann). Oder der Umzug ins Seniorenheim unter dem noch so liebevollen Druck der Anghörigen (“Es ist besser für dich.”), der mit Aufgabe der Selbstbestimmung einher geht, mit komplettem Wechsel von Alltag, Kontakten, Gewohnheiten – dem Verlust der eigenen Welt.

Und dem ultimativen Verlust von Zukunftsaussichten: Ohne Zukunft gibt es kaum ein Konzept von Selbstwirksamkeit, in einem Pflegeheim ist die Zukunft zu Ende.

Die Zeit ist stehen geblieben. Es ist kein auf die Zukunft gerichteter Entwurf mehr möglich, nicht einmal auf die unmittelbare Zukunft.

Wichtig ist in meinen Augen Eribons Hinweis darauf, dass den Pflegeheim-Bewohnenden die Möglichkeit zur Gruppenbildung, Solidarität, zum Protest gegen das System genommen ist, sollten sie mit den Umständen unzufrieden sein: Immobil und aus dem Bett heraus, ohne selbstbestimmte Kontakte lässt sich keine Revolte anzetteln. (Oder müssen wir uns auf den ersten über WhatsApp organisierten Aufstand der Patient*innen im Pflegeheim gefasst machen?) Eribon schildert, wie seine Mutter ihm und seinen Brüdern aus dem Pflegeheim-Bett Nachrichten auf den Anrufbeantworter sprach:

Meine Mutter weinte und beschwerte sich, aber sie konnte nicht für sich selbst sprechen, konnte sich kein Gehör verschaffen, zumindest nicht öffentlich. Ihre Klage gelangte nicht aus ihrem Zimmer nach außen.

(…)

Wie sollen alte Menschen, vor allem, wenn sie ihre körperlichen und manchmal auch einen Teil ihrer geistigen Fähigkeiten verloren haben, sich versammeln, sich als Gruppe mobilisieren, sich als “Wir” begreifen, und sei es nur, indem sie ihre Interessen an eine Gewerkschaft oder Partei deligieren?

Und doch stolperte ich über die soziologische Analyse der Verbindung Eribons mit seiner Mutter:

Man darf die sozialen Beziehungen – einschließlich der sich im Lauf der Zeit verändernden innerfamiliären Beziehungen – nicht psychologisieren, sondern muss sie im Kontext von Klassenverhältnissen betrachten.

Mir scheint dieser Satz unvollständig: Wenn man was erreichen/erkennen will? Oder es fehlt: Sonst…
Da ich weder Psychologin bin noch Soziologin, kann ich mir die feuilletonistische Ansicht leisten, dass eine Mischung von beiden Erklärungssystemen den größten Erkenntnisgewinn verspricht.
Kann es sein, dass Eribon seine Trauer soziologisieren möchte und dabei herzzerbrechend scheitert?

Doch Eribon knöpft sich auch seine eigenen philosophischen Lehrmeister*innen vor (u.a. Sartre) und weist ihnen nach, dass viele ihrer gesellschaftlichen Konzepte, gar Forderungen alte Menschen als Protagonist*innen ausschließen, mit alten Menschen vor Augen einfach nicht mehr funktionieren. Er beschließt sein Buch mit einem leidenschaftlichen Appell, greise Menschen nicht zu übersehen und denen eine Stimme zu leihen, die sich in ihrer letzten Lebensphase nicht mehr selbst Gehör verschaffen können.

Journal Montag, 13. Mai 2024 – Arbeitsturbulenter Wochenstart

Dienstag, 14. Mai 2024

Gut geschlafen, nur kurz vor Weckerklingeln in eine Angst-Phase geglitten.

Draußen wundervolles Wetter mit blauem Himmel und Deko-Wölkchen. Auch wenn es morgens noch ganz schön frisch war, ließ ich die Jacke daheim, um sie auf dem Heimweg nicht schleppen zu müssen. Seit einigen Tagen lustige neue Schmerzen beim Gehen: Es sticht in der rechten unteren Ferse und im linken Ballen.

Im Büro startete ich den Rechner – und fuhr sofort Achterbahn. Ich musste einen Querschuss umlenken, obwohl er in dem bestand, was mir an meinem Job am meisten Spaß macht. Doch es ging gestern wirklich, wirklich nicht. Auch deshalb ärgerte ich mich über dysfunktionales Outlook: Die Anfrage war eigentlich eine halbe Stunde vor meinem Arbeitsende vergangenen Mittwoch abgeschickt worden, da hätte ich noch einiges möglich machen können. Wie ein paar weitere E-Mails war sie aber erst deutlich später tatsächlich in meinem Postfach gelandet. (Und nein: Ich werde nicht wieder anfangen, an freien Tagen regelmäßig nach meinen Berufs-Mails zu gucken.)

Entsprechend turbulenter Vormittag mit auch schlechten Nachrichten. Ich nahm mir dennoch Zeit für einen schnellen Mittagscappuccino bei Nachbars.

Mittagessen eher früh, damit ich einen 13-Uhr-Termin schaffte: Eine Scheibe selbst gebackenes Brot, Mango mit Sojajoghurt.

Es ging munter mit Achterbahn weiter, um halb drei war ich eigentlich fix und alle. Aber die Arbeit halt noch nicht. Ab jetzt machte ich sie mit wenig Konzentration, brauchte entsprechend lang dafür.

Ich ging rechtzeitig für meinen Feierabendtermin bei der Wachsenthaarerin – wo ich auch diesmal 20 Minuten warten musste, bis eine Walk-in-Kundin fertig war. Inzwischen bin ich verärgert und frage mich, ob ich die Terminvereinbarung nicht bleiben lassen sollte und auch einfach in den Laden schneien, wenn es mir reinpasst.

Lebensmitteleinkäufe, dann ging ich einem Impuls nach: Ich hatte in der Vorwoche aus dem Augenwinkel in einem Bekleidungsladen im Forum Schwanthalerhöhe Kurzarm-Oberteile gesehen, die mir für Herrn Kaltmamsell sehr gut gefielen (und dass er nicht viele intakte besitzt, weiß ich als Wäscheverantwortliche des Haushalts). Jetzt sah ich diese attraktiven Stücke allerdings nicht im Laden: Die Angestellte, der ich sie beschrieb, erzählte, dass sie dieses Modell bereits zum Rücksenden verpackt habe – öffnete die Kiste allerdings für mich, und ich konnte ihr das Shirt in zwei Varianten abkaufen.

Blühende Bäume vor einem alten Haus

Endlich sah ich die blühenden Robinien nicht nur, sondern roch sie auch zumindest leise. Die Luft war herrlich frühlingshaft mild, ich brauchte wirklich keine Jacke.

Bei meiner Heimkehr war es dann allerdings so spät, dass ich keine Zeit mehr für Gymnastik hatte. (Herr Kaltmamsell freute sich über den Shirt-Kauf für ihn.)

Brotzeitvorbereitung, Salat angemacht, das restliche Abendessen kam von Herrn Kaltmamsell: Er servierte die roh eingefrorenen Gnocchi gegart mit Käsesauce.

Gedeckter Tisch mit weißem Teller, darin Gnocchi mit weißer Sauce, eine Schüssel mit grünem Salat

Schmeckte ausgezeichnet, man kann Gnocchi also einfrieren, ich werde Herrn Kaltmamsell zu Großproduktion treiben. Nachtisch viel Schokolade.

Vor dem frühen Zu-Bett-Gehen mit Lesen hielt ich auf dem Balkon Ausschau nach Fledermäusen, hatte bald Erfolg (SO NIEDLICH!).

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Wegen dieser Begebenheit:

Bitte sehen Sie sich dieses Filmchen an: Gerade bei nicht-alten Menschen werden Schlaganfälle zu oft nicht gleich erkannt.

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https://youtu.be/SmZZLGnbWxc?si=PRVhvXAh7Bnyze_5