Essen & Trinken

Journal Donnerstag, 26. Dezember 2019 – Familienweihnacht

Freitag, 27. Dezember 2019

Gestern war das große weihnachtliche Familientreffen bei meinen Eltern: Bruderfamilie mit dessen Schwiegermutter, meine lieben Schwiegers, Herr Kaltmamsell und ich.

Nicht sonderlich weihnachtlicher Hauptbahnhof. Wie fuhren durch sonniges, kühles Wetter.
Der Flieder im elterlichen Garten hat breits grüne Knospen.

Das Menü: Köstliche Hühnerbrühe mit Eierstich und Nudeln, zarte und knusprige Gans mit Selleriepüree, Blaukraut, Rosenkohl, Kartoffelknödeln, zum Nachtisch Rotweincreme aus dem Packerl.

Zimttorte zum Nachmittagskaffee.

Dazu Fröhlichkeit, Geschichten aus meines Vaters erste Jahre in Ingolstadt, Urlaubspläne, Lebenspläne.

In der Bahn und abends daheim las ich Judith Kerr, Bombs on Aunt Dainty, und war sehr im London des Zweiten Weltkriegs, erlebte mit hochgezogenen Schultern Bombennächte in Kellern, erinnerte mich an die Mischung aus Verheißung und Ratlosigkeit einer 18-Jährigen. Heimweh nach England, von dem es sich in den vergangenen Jahren doch herausgestellt hatte, dass es ohnehin nur in meiner Vorstellung existierte.

Journal Dienstag, 24. Dezember 2019 – Nasser Heilig Abend und Blockflötenexkurs

Mittwoch, 25. Dezember 2019

Heilig Abend fiel auch dieses Jahr auf den 24. Dezember und begann mit einem sonnigen Morgen. Ich wiederum begann mit Brotbacken: Schwarzwälder Kruste. Während der wenigen Handgriffe bloggte ich und las Internet.

Schlimme Zustände im Hause Kaltmamsell: Von den fünf Lampen über Arbeitsfläche und Herd funktioniert derzeit genau eine. Doch weil wir beide derzeit zu faul für Ursachenforschung und Reparatur sind, holte ich kurzerhand eine alte Klemmleuchte aus dem Keller – die sogar noch eine passende Glühbirne enthielt.

Als das Brot gebacken war (ich war nicht recht zufrieden, da es im Ofen in die Breite gegangen war statt nach oben), startete ich meine Sportrunde mit Crosstrainer, Dehnen und Kräftigung; gestern ließ mich die beleidigte Rippe auch ein paar klassische Bauchmuskelübungen machen.

Bis Mittag hatte der Himmel zugezogen, es begann kräftig zu regnen. Mittagsfrühstück war der Rest Kürbiscurry sowie Granatapfel und Orange.

Zeitunglesen, immer ein Auge auf das ausgesprochen feindselige Wetter: Zum Spaziergang „Wir suchen das Christkind“ (kein 24.12. ohne) wollte ich gegen vier aufbrechen, da ich wusste, dass dann wieder Blechbläser im Alten Südfriedhof Weihnachtslieder spielen würden.

Erstes Weihnachtsgeschenk: Schlag 16 Uhr hörte der Regen auf, der Himmel wurde blau. Ich checkte den Regenradar: Das war tatsächlich das Ende des Regengebiets, auf Stunden kein weiteres in Sicht. Wir zogen also mit lediglich einem kleinen Talisman-Schirm los.

Blauer Himmel überm Nußbaumpark (er heißt nicht nach der Botanik so, sondern nach dem Mediziner Johann Nepomuk von Nußbaum, der im nahegelegenen Alten Südfriedhof begraben liegt).

In genau diesem Friedhof wurde bereits Weihnachtsmusik gespielt; wer konnte, sang mit.

Wir fanden sogar die entsprungene Ros‘ (mittlerweile kein seltener Anblick mehr im Dezember).

Zurück über den Gärtnerplatz und die Synagoge.

Als wir an St. Matthäus vorbei kamen, standen die Türen offen, doch es war gerade kein Gottesdienst. Ich nutzte die Gelegenheit und ging zum ersten Mal in 20 Jahren Nachbarschaft hinein (bislang kannte ich das Innere ja nur aus der Tagesschau, wenn dort aus Gottesdiensten mit dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, berichtet wurde). Erster Eindruck nicht ganz so geschlossen und harmonisch wie von außen, vielleicht ergibt sich doch mal eine Gelegenheit für ausführliche Besichtigung.

Ich kann weiterhin nicht schnell gehen, deshalb waren wir nach anderthalb Stunden Spaziergang ein wenig angefröstelt und machten daheim erst mal heißen Tee.

Den ganzen Tag und Abend ging’s in unserem Vielparteien-Mietshaus rund: Anscheinend waren wir dieses Jahr nicht nur nicht die einzigen, die Heilig Abend nicht zur Familie fuhren – den Geräuschen nach fanden dieses Jahr die Familienfeiern hier statt.

Weihnachtlich geschmücktes Wohnzimmer!

Wir begannen den Heiligen Abend mit Eggnoggs.

Zu den Eggnoggs hatte Herr Kaltmamsell Käse-Gougères gebacken. Als zweiten Gang gab es von ihm vorbereitete Rillettes de Tours (Schweinernes), dazu die Schwarzwälder Kruste vom Vormittag.

Nächster Gang war Artischocke mit Knoblauch-Joghurtmajo. Nachtisch: Bônet, der italienische Schokoladenflan, der zu meiner Überraschung nicht die erwartete Flan-Konsistenz hatte, sondern deutlich fester war.

§

Dass mein Twitter das beste von der Welt ist, merken Sie ja schon an den monatlichen Lieblingstweets. Hier ein paar weitere Beispiele außer der Reihe, die keine Einzeltweets sind.

1.

Dies ist der Beginn eines ganz wundervollen Threads über Lebensumstände auf dem Land („guys“) versus in der Stadt („places“).

via @DonnerBella

2.
Hier zeigt eine Twitterin, warum man mit Geschlechterstereotypen sehr vorsichtig sein sollte:

Lesenswert auch die vielen Beispiele in den Replys (inklusive den vereinzelten „aber einem männlichen Feuerwehrmann vertraut man einfach mehr, kannste nix machen“).

3.
Wenn Sie dem preisgekrönten und renommierten Pianisten @igorpianist folgen, bekommen sie derzeit schlimme Dinge auf der Melodica vorgetrötet.
Sie könnten mit dieser Kostprobe von Igor Levit anfangen.

Ich erinnere mich an eine Kindheitsfreundin, die im selben Wohlblock wohnte und Melodica spielte, wodurch ich dieses Instrument kennenlernte. Ich verstand nie, was es sollte: Klang noch schlimmer als die Blockflöte, die ich selbst lernte, und hatte nicht mal coole Stücke oder erwachsene Virtuosinnen, auf die man hinarbeiten konnte.

Apropos und weil sich über Blockflöte immer lustig macht wird: Es gibt großartige Blockflötenmusik, da mag sie sich noch so gut für Häme und Schimpf eignen.

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https://youtu.be/fZ5G66XfIPw

Ja die ist ja schon groß? Dann bitteschön hier ein Siebenjähriger:

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https://youtu.be/ZOJtaH8g93w

Und als Dreingabe die Carmen-Overtüre mit allen Blockflötenarten, die es gibt:

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Fröhliche Weihnachten!

Journal Montag, 23. Dezember 2019 – Weihnachtsputzen und Artischockensaisonen

Dienstag, 24. Dezember 2019

Ausgeschlafen. Der Tagesplan bestand in Sportrunde inklusive ausführlicher Kräftigung, Wohnungputzen, letzten Einkäufen (die große Runde erledigte Herr Kaltmamsell), Brotteig ansetzen, Hl.-Abend-Nachtisch zubereiten.

Aber erst mal gemütlich zu Morgenkaffee bloggen und Twitter lesen.

Crosstrainerstrampeln war ok, aber nicht maximal beflügelt. Dehnen, Oberkörper- und Bauchübungen (die vom Fahrradsturz beleidigte Rippe hindert mich im Liegen immer noch am Anheben der Schultern) kosteten mich Überwindung.

Das Wohnungputzen stand an, weil unsere beiden Putzmänner drei Montage hintereinander nicht kommen. Gestern war der mittlere davon, und man sah die Pause bereits deutlich. So richtig ganz und gründlich putzten wir nicht, aber ich nahm mir die Oberflächen in Küche und Bad vor, punktuelles Staubwischen (halt da, wo er mich am meisten störte), Herr Kaltmamsell saugte die Wohnung ordentlich durch.

Für Einkäufe steuerte ich Eataly an. Ich ging gezielt an der Synagoge am Jakobsplatz vorbei, und nach all den Jahren mit Münchner Chanukkas muss ich es mir gestehen: Ich finde den großen Chanukka-Leuchter an der Synagoge einfach scheußlich. Vor allem unbeleuchtet sehen die Lichterenden aus, als seien sie noch nicht ausgewickelt, das Gestell wie von einer Baustelle gemopst. Er passt in meinen Augen auch nicht zur Architektur der Synagoge. Aber unverwechselbar ist er durchaus.

Im Eataly herrschte kurz vor eins das erwartete Gewusel. Bei Obst und Gemüse sah ich mich nach Orangen um und entdeckte, dass es bereits welche von der späten Sorte Tarocco gab! Die nahm ich mit. Außerdem einen Granatapfel, für den Nachtisch Amarettini di Saronno (bei denen ich daheim entgeistert feststellte, dass sie nicht mal Mandeln enthielten, sondern nur Mandelgeschmack: sie waren mit Aprikosenkernen hergestellt).

Die angebotenen Artischocken waren mir zu klein gewesen, also ging ich dafür zum Viktualienmarkt, den ich sonst ja meide (einmal zu oft übers Ohr gehauen worden). Ich sah an drei Ständen welche, an den schönsten war kein Preis angegeben. Ich fragte danach: 7 Euro 95. Pro Stück. Als ich schnaufte, das sei ja ein echter Weihnachtspreis, musste ich mich belehren lassen, das nunmal die Saison zu Ende sei und es erst wieder im Sommer welche gebe. (In Italien hat man also zwischen November und März Wahnvorstellungen.) Ich kaufte die zweitschönsten an einem anderen Stand für 4,50 Euro das Stück.

Das Wetter war nasskalt, es regnete immer wieder leicht. Daheim fror ich und machte mir erst mal Chai. Frühstück war eine Scheibe selbstgebackenes Brot mit Ziegenfrischkäse, außerdem drei Orangen mit Joghurt.

Ich setzte für die Schwarzwälder Kruste Sauerteig und Vorteig an. Später machte ich italienischen Schoko-Flan Bônet nach diesem Rezept. (Idee von @katha_esskultur, nachdem @DonnerBella auf Twitter um Inspiration für ein – in ihrem Fall weiteres – Weihnachtsdessert gebeten hatte.)

Start in ein neues Buch: Judith Kerr, When Hitler Stole Pink Rabbit. Hatte ich vor vielen Jahren mal in deutscher Übersetzung gelesen, vielleicht sogar in der Schule, interessierte mich jetzt wieder, weil ich dieses Jahr anlässlich ihres Todes so viel über Judith Kerr gelesen hatte. Herr Kaltmamsell hat alle Bände der Trilogie und empfiehlt vor allem den zweiten. Aber schon im ersten fand ich überraschende Alltagsdetails, die mir als Jugendlicher sicher nicht aufgefallen waren (z.B. dass in Berlin Buben und Mädchen ganz selbstverständlich miteinander spielten, in Zürich aber streng getrennt).

Als Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell srilankesisches Kürbiscurry mit Cashews und ganzen Gewürzen, auf meinen Wunsch mit ganz un-srilankesischem Naan als Beilage.

§

Meine diesjährige Weihnachtsgeschichte hat Maximilian Buddenbohm fürs Goetheinstitut geschrieben:
„Es darf etwas mehr sein“.

Journal Samstag, 21. Dezember 2019 – Geschenkejagdpech

Sonntag, 22. Dezember 2019

Lange und selig ausgeschlafen – ohne Ibu!

Das Wetter draußen war immer noch regnerisch, über den Tag wurde es immer kühler. Um halb elf wollte etwas in mir hektisch werden und Sport streichen, weil ich dann so spät zu letzten Einkäufen loskommen würde. Doch es erwachte rechtzeitig etwas anderes, das erkannte: Ja mei, dann kommst‘ halt in die Menschemassen, probier’s mal mit Gelassenheit.

Also in Ruhe Sportkleidung angezogen, Musik auf die Ohren gesetzt, 30 Minuten Crosstrainer gestrampel, gedehnt, Orthopäden-Hausaufgabe Bankstütz und seitliche Bauchmuskeln erledigt. Die leisen Symptome einer aufziehenden Erkältung in den Atemwegen störten nicht.

Ich musste nochmal los, denn: Den einzigen Online-Einkauf eines Geschenks hatte ich versemmelt. Dafür kann der Online in diesem Fall überhaupt nichts: Ich hatte eine veraltete Paketstation-Adresse angegeben.

Und es hatte gute Gründe gehabt, dass ich das Geschenk direkt bestellt hatte: Offline gab es das nicht, auch nicht bei den größten Anbietern dieser Produktart in der Stadt. Ich werde das Geschenk, um das ich mich als erstes gekümmert hatte, nachreichen müssen. Zefix.

Daheim frühstückte ich Laugenzöpferl mit Schinken, zwei große Stücke Apfelkuchen – und ein wenig frisch gebratene Schweinefleischreste, die mir Herr Kaltmamsell anreichte: Er hatte Schweinebauch verarbeitet, die Kruste und die Rippen davon nicht benötigt und zu Kruste und Spareribs gebraten.

Zwei Großaktionen standen bis Abend an: Einpacken der Weihnachtsgeschenke, denn am Sonntag würde ich sie zum Adventspaziergang zur Familie mitnehmen, und Bügeln. Ersteres birgt ja wegen meiner Ungeduld und meiner Ungeschicklichkeit großes Zorn-Potenzial, also ging ich es betont gemütlich an: Ich machte immer wieder Pausen, wenn mir etwas anderes einfiel (gemischte Weihnachtsmusik anschalten, E-Mail-Schreiben, Telefonat mit Mutter, in dem wir einander Gelassenheit fürs Geschenkeeinpacken zusprachen), war außerdem gut vorbereitet, und ich fing mit den einfachsten Wickelformaten an.

Zum Bügeln hörte ich aber andere Musik, ich wollte mich nicht für die eigentlichen Weihnachtstage abstumpfen.

Herr Kaltmamsell hatte den Nachmittag in der Küche nicht nur mit Schweinefleisch für die Heilig-Abend-Pastete verbracht, sondern auch Abendessen zubereitet: Der Sellerie aus Ernteanteil wurde ein kleine Portion der bewährten Sellerie-Lasagne, aus einem Teil des mächtigen Ernteanteil-Butternut machte er Kürbis-Kartoffel-Ziegenfrischkäse-Klößchen (gerieten innen ein wenig zu feucht, schmeckten aber sehr gut).

Dazu gab’s Moscow Mules.

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Wintersonnwend ist dieses Jahr am 22. Dezember. Seit ich diesen Wutausbruch eine Isländers gesehen habe, jammere ich allerdings viel leiser über die kurzen Tage.

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Erst am Freitag war in meiner Twitter-Timeline der Hashtag #Hanukkakitsch aufgetaucht – und glitzernd öffnete sich ein Tor in eine mir völlig neue Welt. Bisheriger Spitzenreiter:
Boyz II Menorah: ‚A Week and a Day‘

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https://youtu.be/X5YNNkR1hJI

Journal Donnerstag, 19. Dezember 2019 – Baiser und Brot

Freitag, 20. Dezember 2019

Erst um halb acht war die erste Ahnung von Hell am Himmel zu erkennen. Jetzt kommen die allerkürzesten Tage des Jahres – ich bin sehr dankbar, dass sie hier gerade durch sonniges Wetter mit Licht verlängert werden.

Wieder eine Runde Crosstrainerstrampeln mit Blick auf Eichhörnchen-Umtriebigkeit, gestern fiel sie mir aber schwer und war mühsam. Trotzdem zwang ich mich zu Dehnen und Bauchkräftigung (alles, damit ich meine Beschwerden anblaffen kann: „An MIR liegt’s nicht“).

Frisch geduscht und gekleidet machte ich mich an die nächsten Schritte des Brots: Leserwunsch-Bauernbrot von Lutz Geißler, allerdings in doppelter Menge, denn bei zu wenig Teig greift der Haken meiner Maschine nicht recht und verteilt ihn lediglich an den Wänden der Schüssel. (Außerdem lohnt sich so die Energie für die Backofenhitze mehr.)

Während der beiden Gärphasen nutzte ich den Backofen für die Almendrados, die ganz wunderbar gelangen. Ich habe das Rezept aufgeschrieben.

Allerdings nutze ich nächstes Mal vielleicht kleinere Förmchen: Mit den vielen Mandeln ist bereits ein einzelner großer Almendrado ganz schön mächtig.

Frühstück: Porridge mit Quitten in Sirup und ein eben abgekühlter Almendrado.

Dann kam das Brot dran, während des Backens las ich weiter in Saša Stanišić, Herkunft. Ich lese es gern und mag allein schon die Sprache: Scheinbare Leichtigkeit, immer wieder überraschend treffsicher. Zum Beispiel: „Seine Lieblingsband hieß Fury in the Slaughterhouse, die Musik klang sehr höflich.“ Mir sagt zwar der Name der Band etwas, ich habe aber noch nie Musik von ihr gehört. Jetzt kann ich sie mir vorstellen. Und ich mag, dass die Erzählstimme nach einem sehr freundlichen Menschen klingt.

Schon in Mantel und Schuhen holte ich das Brot aus dem Ofen:

Anschnitt natürlich erst abends nach vollständigen Abkühlen. Ich war nicht ganz zufrieden, die Krume war mir zu feucht und es schmeckte nicht ganz durchgebacken (längere Stückgare?).

Ich brach zu einer weitere Einkaufsrunde auf. Am Sonntag hatte ich in Haidhausen in einem Schaufenster ein Kleid gesehen, das ich gerne probieren wollte und nahm die S-Bahn (Wochenkarte!) zum Ostbahnhof. Das Kleid war bereits weg, doch die freundliche Boutiquen-Verkäuferin gab mir Tipps, wo ich es online finden könne.

Am Christkindlmarkt Weißenburger Platz holte ich mir eine kross gebratene Käsekrainer und genoss sie sehr. S-Bahn zum Isartor, von dort ging ich in den Laden der Hofbräuhausmühle und kaufte eine große Tüte Roggenmehl. Jetzt noch die letzten Geschenkeinkäufe und Geschenkpapier, dann war ich für dieses Jahr durch. Auf die einzige Lieferung aus einer Online-Bestellung warte ich allerdings noch.

Daheim kurzes Ausruhen, ich fühlte mich sehr erschöpft. Abendessenabsprachen mit Herrn Kaltmamsell, der eben den letzten Ernteanteil des Jahres geholt hatte.

Letzte Runde Reha-Sport des Jahres, ich nahm die U-Bahn ins Westend und hatte sehr keine Lust. Progressive Muskelenstpannung, deutlich einfacher ohne vorherigen Arbeitstag. Die Geräterunde absolvierte ich diesmal mit Musik auf den Ohren, das erleicherte einiges.

Zurück zu Hause hatte Herr Kaltmamsell vereinbarungsgemäß aus dem Topinambur eine Suppe gekocht, die ausgesprochen köstlich geraten war (er führte das auf die große Menge Butter darin zurück), dann für jeden eine Hand voll Posteleinsalat sowie Käse und Brot. Dazu machten wir eine Flasche Riesling Terra Rossa vom Weingut Hirschhof auf, der uns sehr gut schmeckte.

§

Auch dieses Jahr ist es in meinen Augen eine Behörde, die den Weihnachtsengel abgeschossen hat:1 Die Kantonspolizei Bern.

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https://youtu.be/bOIFvNzd8Kg

  1. Jaja, ich arbeite weiter an meinen Metaphern. []

Journal Mittwoch, 18. Dezember 2019 – Mediterraner Dezembertag

Donnerstag, 19. Dezember 2019

Ein wunderbarer mediterraner Dezembertag, ich fühlte mich an die Dezember erinnert, die ich in Rom und Tel Aviv erlebte: Viel Sonne, offene Jacken, entspannte Gesichter sogar in der belebten Fußgängerzone, draußen in den verbliebenen Straßencafés viele Stühle besetzt.

Ich stellte den Wecker nur auf eine halbe Stunde mehr Schlaf, damit ich Herrn Kaltmamsell Morgenkaffee bringen konnte. Es war wieder eine unruhige Nacht gewesen. An sich hatte ich eine Runde Schwimmen im fast fertigen Olympiabad geplant, doch als ich den Sportrucksack dafür packte, wollte ich doch nicht so viel Zeit für Sport aufwenden: Ich schwenkte um auf 30 Minuten Crosstrainer mit Musik auf den Ohren. Dort sonniger Ausblick inlusive Kohlmeisen, Kleiber, Amsel, Rotschwanz, Eichhörnchen. Ein wenig Gymnastik und Dehnen hinterher.

U-Bahn nach Schwabing, dort holte ich bei Dr. Orth 1 diesmal den Ausdruck der richtigen Röntgenaufnahme ab. In der herrlichen Sonne wäre ich gerne zu Fuß die ganze Leopoldstraße spaziert, doch ich wusste, dass mir gestern noch einige Fußwege bevorstanden, also ging ich schonend nur ein kleines Stück und fuhr nochmal U-Bahn. Nämlich zum Frühstück ins Café Puck.

Cappuccino und Apfelschorle mit Käsefrühstück, das ich gestern nicht ganz schaffte (dafür muss ich halt doch vorher 3000 Meter geschwommen sein).

Nach gründlichem Lesen der gestrigen Süddeutschen ging ich von dort langsam zu einem weiteren Weihnachtsgeschenkkauf, nahm dann die U-Bahn zum Marienplatz. Mehr Weihnachtsgeschenke.

Daheim setzte ich Vorteig fürs donnerstägliche Brotbacken an und fragte meine Mutter telefonisch nach ihrem Rezept für Almendrados – die will ich zu einer Weihnachtsparty am Freitagabend mitbringen. (Typisch spanisches Rezept: Vier Zutaten, simple Zubereitung – wenn’s wie gewünscht klappt, verblogge ich es gleich.)

Weitere Einkaufsrunde für Weihnachtsgeschenke, dieses Jahre bekomme ich fast alles offline. Unterwegs traf mich eine Schabernack-Idee zur Begleitung eines der Geschenke – mal sehen, ob ich die Zeit und Mühe aufbringe.

Daheim ein Kilo Mandeln geschlält, zum Trocknen und Rösten in den Ofen geschoben. Währenddessen die heurigen Quitten in Earl-Grey-Sirup gekocht – es kann ja wohl nicht angehen, dass ich kein Kompott zu meinem Porridge habe. Sie werden allerdings viel zu Beißen bieten: Ich habe selten derart holzige Quitten erlebt.

Herr Kaltmamsell war zum Abendessen aushäusig verabredet, ich brauchte ein Resterl gefrorene Erbsen für eine Frittata auf, dazu ein Resterl gefrorenen Blattspinat. Nachtisch: Schokolade und Plätzchen. Auf arte lief Das brandneue Testament – Anklänge an die episodische Erzählstruktur, naive Mädchenniedlichkeit und Groteske der Fabelhaften Welt der Amélie unübersehbar, dennoch amüsant.

§

Der Bestatter Grieneisen hat den Berliner Inklusionspreis bekommen:
„Beim Bestatter lebt die Inklusion“.

via @Christiane

Man muss es ernsthaft versuchen, dann ist es ganz leicht“, sagt Gerhard Bajzek von Grieneisen.

(Sagt er als Tipp für die berichterstattende taz.)

§

Gary Larson ist zurück!
„Far Side creator Gary Larson launches website with promise of new work“.

Das hier ist die Website, The far side.

§

Ist ja nicht so, als nähme sich Margarete Stokowski in ihren Kolumnen nur Sexismus und Frauenfeindlichkeit vor. Sie kümmert sich auch um die richtig schlimmen Dinge, zum Beispiel Spargelliebe oder jetzt die eigentümlichen Schwerpunkte deutschen Weihnachsliedguts.
„O du schmerzliche“.

Die polnische Version endet damit, dass dem Baby gesagt wird: Schlaf gut, du wunderschönste Rose, lieblichste Lilie, du sanftes Sternchen, du schönste Sonne! Die deutsche Version enthält kein einziges Kosewort und endet mit: „Wir hüten deinen Schlaf und sind ganz leise.“ Elternliebe, so herzlich wie eine Hausordnung.

Genau das war mir schon als Kind aufgefallen, und zwar im Abgleich mit spanischen Weihnachtsliedern. Elternliebe kommt darin nicht so richtig vor, höchstens Mutterliebe, aber ein deutsches Pendant zu diesem ist nirgendwo in Sicht: „Canta, ríe, bebe – que hoy es Nochebuena“, also „Sing, lach und trink, weil heute Heilige Nacht ist“.

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https://youtu.be/Y84-hxPXy1c

Journal Sonntag, 15. Dezember 2019 – Freundinnenkaffee

Montag, 16. Dezember 2019

Lang geschlafen, dennoch müde aufgestanden.

Draußen weiterhin milder Sturm, am Himmel wechselten sich Sonne und Wolken ab.

Nochmal eine Runde Crosstrainer mit vorher Faszienrolle und danach Bankstütz.

Zum Frühstück kochte ich den ersten Porridge der Saison. Mangels Kompott aß ich ihn mit Kirschmarmelade und Joghurt. Zweiter Gang: Ein Tellerchen Plätzchen, Herr Kaltmamsell hatte am Vortag eine große Dose voll von seiner Mutter mitgebracht.

Nachmittags war ich mit einer Freundin auf einen Kaffee in Haidhausen verabredet. Ich beschloss, langsam zu Fuß hinzugehen, um mal wieder nach der Isar zu sehen: Da ich sie nicht mehr entlangjoggen kann, weiß ich gar nicht mehr, wie’s ihr so geht.

Niedriger Stand, an der Reichenbachbrücke wird ein barrierefreier Zugang gebaut. Für die 45-Minuten-Strecke zum Pariser Platz in Haidhausen brauchte ich eine Stunde, kam aber zumindest nicht Ganzkörper-verspannt an.

Schönes Gespräch mit der Freundin, allerdings mit traurigen Nachrichten.
Als wir das Café verließen, umwehte uns milder Wind: Ich war mir mit der Freundin einig, dass uns die Kälte überhaupt nicht fehlt. Nach Hause nahm ich S- und U-Bahn.

Zum Nachtmahl bereitete Herr Kaltmamsell die Rinderzunge zu. Sie stellte sich als nicht ganz durchgepökelt heraus (macht nichts), schmeckte hervorragend.

Serviert wurde die Zunge nach Kaltmamsell’scher Familienart: Mit Lauchsoße und Kartoffelpü.

Wettervorhersage: Föhn, bis zu 17 Grad. Das ist dann selbst mir für Dezember zu warm, aber immer noch besser als minus 17 Grad.


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