Journal Samstag, 6. Januar 2024 – Nasse drei Könige mit erfolgreicher Brotrettung

Sonntag, 7. Januar 2024 um 7:59

Wieder musste mich der Wecker wecken, sonst hätte ich zu lang geschlafen.

Noch vor Kaffeekochen weitere Handgriffe am Dunklen Bauernbrot (das verlinkte Rezept ist ein aktualisiertes).

Ich habe es schon ein paar Mal gebacken und folgte meinen Notizen, lieber mit der Maschine zu kneten. Das Ergebnis war zu meiner Verwunderung ein viel zu weicher Teig, der sich auch nach schnellem Kneten nicht von der Schüssel löste – schlechtes Zeichen. Das setzte sich beim Strech & Fold fort: Es entstand keinerlei Glutenstruktur, der Teig bazte nur vor sich hin.

Doch schlussendlich war ich auf dieses Brot besonders stolz: Ich rettete es nämlich vor ziemlich absehbarem Misslingen. Die einzige Chance, einen unessbaren Türstopper zu vermeiden, sah ich in einer Verlängerung der Stückgare. Beim Formen des Laibs brachte ich keinerlei Spannung auf die Oberfläche, kippte ihn dennoch ins Gärkörbchen und machte mich auf meinen geplanten Isarlauf, eine Wiederholung der Runde vom Donnerstag: von der Reichenbachbrücke aus nach Süden bis Großhesseloher Brücke, zurück bis U-Bahnhof Thalkirchen.

Zwar sah es ungemütlich grau und nass aus, es tröpfelte auch ein wenig, doch meine Bewegungslust brach das nicht. Und so trabte ich locker bei mal mehr, mal weniger Regentröpfeln und genoss es, umsprang die vielen Pfützen, wurde auch nur ein wenig feucht, spürte tiefe Dankbarkeit für diesen alternden Körper, der mir das alles ermöglichte.

Wassersport ging auch bei diesem Wetter.

So viel Schneebruch!

Zurück daheim schaltete ich erstmal den Backofen ein. Im Gärkörbchen war der Teig tatsächlich sichtbar aufgegangen, ich schöpfte Hoffnung. Allerdings fiel das Brot so als geplantes Frühstück aus, nach Duschen und Körperpflege wärmte ich statt dessen Reste auf: Linsen-Erbseneintopf, zu dem ich das Saucengemüse des freitagabendlichen Boeuf Bourguignon kippte (das eigentlich traditionell weggworfen wird, aber hier wird nichts Essbares weggeworfen). Das säuerliche Saucengemüse (weil in viel Wein gegart) passte hervorragend zum Eintopf. Aber gut: Das bezeichne nicht mal ich mehr als Frühstück.

Hurra, die längere Stückgare hatte tatsächlich ein gutes Brot ergeben!

Der erwartete blaue Fleck vom Schwimmen. Ist das eine unter Sportler*innen bekannte Schwimmverletzung?

Am Nachmittag regnete es heftiger, ich hatte also mit meinem Laufwetter Glück gehabt. Gemütliches Lesen auf dem Sofa, Dunkelblum von Eva Menasse gefällt mir weiterhin sehr gut.

Meine Yoga-Runde legte ich besonders früh ein, denn ich wollte das gewünschte Nachtmahl zusammen mit Herrn Kaltmamsell zubereiten: Kichererbsen-Kastanien-Suppe aus Rachel Roddys A-Z of Pasta.

Ich durfte geröstete Kastanien schälen (ah, ich hatte ganz vergessen, wie deutlich man das nach einer Weile der Haut der schälenden Daumen ansieht), dann Nudelteig mit Ei zubereiten (Herr Kaltmamsell hatte sich nachmittags bereits an einem ohne Ei versucht und diesen mit dem Nudelholz ausgerollt), mit der Nudelmaschine plattmachen, zuschneiden.

Schmeckte schon gut, aber irgendwie verbanden sich die süßen Kastanien, die Kichererbsen und die Nudeln (wir fanden die Eier-Variante besser) nicht so recht zu einer Einheit. Doch wir sind sehr auf den Geschmack des Nudel-Selbermachens gekommen, geht ja wirklich ratzfatz. Dazu italienischer Weißwein: Pecorino – der sehr gut passte.

Nachtisch Schokolade.

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In meinem persönlichen Internet habe ich es nicht mitbekommen, aber manche Nebenbemerkung in Außerhalb-Internet-Gesprächen lassen sich so erklären: Die Massaker des 7. Oktober werden unter einigen Gruppen mittlerweile gezielt und massiv geleugnet. Das ist furchtbar, der Tagesspiegel widerlegt die schlimmsten Falschmeldungen, die herumgereicht werden.
“Drei Monate nach den Massakern des 7. Oktober:
Versuchte Geschichtsfälschung im Zeitraffer”.

So komplex und verworren der Nahostkonflikt insgesamt sein mag, so furchtbar simpel waren die Ereignisse des 7. Oktober. Tausende Terroristen drangen aus Gaza nach Israel ein, ermordeten 1200 Menschen, großteils Zivilisten, und verschleppten 240 Geiseln. Es gibt keinen Deutungsspielraum, wer hier die Täter waren und wer die Opfer.

§

Im Guardian ein Interview mit der verehrten Jodie Foster, interessant auch wegen der selbstreflexiben Ebene der Interviewerin Emma Brockes:
“‘There are different ways of being a woman’: Jodie Foster on beauty, bravery, and raising feminist sons”.

die Kaltmamsell

Journal Freitag, 5. Januar 2024 – #WMDEDGT

Samstag, 6. Januar 2024 um 8:50

5. des Monats, und Frau Brüllen fragt die Freund*innen des Tagebuchbloggens wieder “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?”, sammelt die Antworten unter #WMDEDGT.

Wieder ließ ich mich mit Wecker um sieben an zu langem Schlafen hindern, gestern war schließlich mein letzter Urlaubstag, und der wollte genutzt werden.

Bis ich im Urlaubsmodus mit Bloggen, Milchkaffee- und Teetrinken, Mastodonlesen durch war, waren dann aber doch drei Stunden vergangen, unter anderem mit Pediküre, Teil 1.

Das Draußen gab sich düster und kühl, doch ich setzte darauf, dass es trocken bleiben würde und nahm das Rad zum Olympiabad. Dort waren die Bahnen wieder angenehm wenig beschwommen, ich kraulte meine 3.000 Meter flüssig und schmerzfrei ab, unterdrückte aber den Impuls, ein paar Runden dranzuhängen: Vielleicht würde sich am Sonntag mit angekündigtem Schneefall ein Draußenschwumm im Dantebad ausgehen. (Ich fühle mich derzeit so fit und gesund wie selten und ich habe frei, aus diesem Luxus möchte ich so viel Bewegung rausholen, wie vor dem nächsten Zipperlein geht.)

Aber ich hatte gestern wieder einen Trampeltag: Im Schwimmbecken donnerte ich so oft mit der rechten Hand aufs Bahntrennplastik, dass ich mit ausgiebigen blauen Flecken rechne.

Beim Heimradeln wurde mir mal wieder bewusst, wie gerne ich mich eigentlich radelnd durch die Stadt bewege – würde ich mich dabei nur sicherer fühlen. Vielleicht erlebe ich ja noch ein München, dessen Verkehrsführung nicht zu 90 Prozent auf Autos ausgelegt ist.

Frühstück kurz nach zwei: Apfel, Roggenvollkornbrot (es hatte keinen Pumpernickel gegeben, und ich war offen für neue Erfahrungen, Ergebnis: aha, nö, Pumpernickel schmeckt mir viel, viel besser) mit Butter. Meine Mutter hatte in meiner Abwesenheit angerufen und eine Einladung zu Dreikönigsessen angeboten, doch ich lehnte wegen vieler anderer Pläne ab, unter anderem wegen bereits begonnenem Brotbacken.

Für Einkäufe ums Eck verließ ich das Haus nochmal: Kapuze hoch, weil es nun tröpfelte (was bis zum Abend sanfter Dauerregen wurde), beim Verdi Obst und Gemüse, dabei die Entdeckung: Die Bitterorangensaison ist eröffnet.

Ich wollte mal wieder lustige Zehennägel haben (über deren Anblick ich mich beim Duschen und Yoga freue) und heizte das Wohnzimmer hoch, um ca. 50 Minuten mit nackten Füßen für Unterlack, zweimal Discolack, Überlack durchzustehen.

Den restlichen Nachmittag wohnte ich intensiv die hohe Miete ab und las die Feiertags-/Wochenend-Süddeutsche. Nach einiger Vorfreude turnte ich Folge 2 von Adrienes diesjährigem Yoga-Programm – die zu 75 Prozent der zweimal geturnten Folge 1 entsprach und die ich deshalb wohl nicht nochmal durchspielen werde.

Zum Nachtmahl hatte ich mir von Herrn Kaltmamsell Boeuf Bourguignon gewünscht: Es gab noch eine gute halbe Flasche Glühwein, und niemand in diesem Haushalt mag Glühwein, ich hielt ihn wegen seiner Gewürze für eine ausgezeichnete Basis für genau dieses Gericht. (Stellte sich als genau richtig heraus, dafür strich Herr Kaltmamsell das eine oder andere Gewürz aus seinem Rezept und süßte weniger.)

Auf der Suche nach einem Aperitif blätterte ich in dem Buch, das Herrn Kaltmamsell und mir in den frühen 1990ern Cocktailmixen beigebracht hat, vor allem durch seinen ausführlichen Warenkunde-Teil: American Bar von Charles Schumann.

Es wurde ein Rosita, auf dem Foto Zutaten und Ergebnis – schmeckte gut, der Campari kam in dieser geringen Menge besonders gut raus. Dazu libanesische Salznüsschen.

Das Nachtmahl wurde ein richtiges Festessen: Das Boeuf Bourguignon superzart und aromatisch, dazu köstlicher frischer Kartoffelstampf aus Ernteanteil, ich hatte Ruccola-Salat beigetragen (Dressing mit dem Weihnachtsgeschenk Himbeer-Essig). Dazu ein Glas spanischen Wein, mit dem zusätzlich zum Glühwein aufgegossen worden war. Zum Nachtisch reichlich (zu viel) selbstgebackener Thüringer Stollen.

Ich kam später ins Bett als geplant, weil ich mich in dem Ergebnis einer ungemein aufwändigen und tiefen journalistischen Recherche festlas. Vergangenes Jahr war aufgeflogen, dass die seit 2014 aktive Twitterin Jule Stinkesocke, laut Profil querschnittgelähmte Behindertenaktivistin mit fast 70.000 Followern, von zahlreichen Seiten preisgekrönt – gar nicht existierte. Die Redaktion von Imperialcrimes hat sich dahintergeklemmt, akribisch die Faktenlage und Online-Geschichte der tatsächlichen Person dahinter herauszufinden – ohne Sensationsgeheische und mit Schutz der Identitäten von Beteiligten:
“Causa Jule Stinkesocke
Auf der Suche nach Julia Gothe”.

via @fraudiener

die Kaltmamsell

Journal Donnerstag, 4. Januar 2024 – Urlaubstag mit stürmischem Isarlauf und Museum Brandhorst

Freitag, 5. Januar 2024 um 8:27

Nach einer guten Nacht wurde ich zeitig wach – und hatte dadurch wieder erfreulich viel vom Tag, aus mir wird so schnell keine genussvolle Langschläferin. Also gemütliches Bloggen an Milchkaffee, Tee, Wasser und Lektüre der Mastodon-Timeline.

Der Wind tobte und pfiff draußen immer noch laut, dennoch brach ich kurz nach zehn unter buntem Himmel zu einer Laufrunde auf. Mit der U-Bahn fuhr ich eine Station bis Fraunhoferstraße, von dort waren es zur Isar nur wenige Schritte, ich lief nach Süden.

Ich lief leicht und mit Genuss, und ich versuchte, die Laufzeit unter 70 Minuten zu halten, um fit genug für eine weitere Runde vor Arbeitsrückkehr am Montag zu bleiben. Im U-Bahnhof Thalkirchen erwischte ich umgehend eine Bahn nach Hause, ich dehnte ein wenig auf der Fahrt.

Nach Duschen und Anziehen ging ich auf eine Einkaufsrunde – und warf mit Geld um mich: Im Schaufenster der Galerie artefakt in der Hans-Sachs-Straße, wo ich vor viereinhalb Jahren schonmal Ohrringe gekauft hatte, hatte ich wieder ganz besonders schöne gesehen. Sie erwiesen sich als massiv golden und kosteten entsprechend – aber ich schaue so oft in die Auslagen von Goldschmieden, dass ich es ernst nehme, wenn ich an einem Stück wirklich hängen bleibe und es als ganz besonders empfinde. Ich kaufte die Ohrringe und ließ mir diesmal auch den Namen der Künsterlin nennen: Alessandra Pizzini. Per Foto zeige ich sie mal mit passendem Gesamtstyling. (Die Künstlerin der 2019 erworbenen Ohrringe erfrug ich diesmal auch: Birgit Hagmann.)

Und dann warf ich nochmal im Rahmenladen mit Geld um mich, damit die sechs Drucke von Tel Aviver Bauhäusern von Giselle Dekel endlich an die Wand im Wohnzimmer kommen, für die ich sie vor über einem Jahr gekauft habe. Ich ging dafür wieder in die Poster Galerie München PGM, in die ich seit 20 Jahren alles zu Rahmende trage, mit Beratung und Ergebnis jedesmal hoch zufrieden.

Das hatte alles länger gedauert als erwartet, zum Frühstück (eine unerwartet wenig nachgereifte Mango mit Sojajoghurt, Haferfocken mit Milch) setzte ich mich erst um halb drei.

Nach meiner Zeitungslektüre brach ich schon bald wieder auf: Ich war mit einem Neu-Münchner verabredet, endlich mal das Museum Brandhorst anzusehen, und ließ mich von einer Tram hinfahren.

Doch nachdem mich die Sammlung der Neuen Nationalgalerie in Berlin in vielerlei Hinsicht abstrakter Kunst näher brachte, fühlte ich im Museum Brandhorst vor allem Distanz. Ich habe jetzt einen Begriff vom Werk Cy Twomblys, und der riesige Saal mit dem Zyklus “Lepanto” ist durchaus beeindruckend1 – doch an mich kam außer “schön bunt!” und “Energieausbruch” kaum etwas heran. Auch die Texttafeln zu den Bildern waren genau nicht, was ich brauchte, sie gaben immer wieder Interpretationen und Assoziationen vor (“die Form erinnert an XY”), auf die ich nur mit einem ehrlichen “Nein, mich nicht” reagieren konnte.

Ähnlich in der Luft hängen ließ mich die aktuelle Ausstellung “This Is Me, This Is You. Die Eva Felten Fotosammlung” im Untergeschoß. Als große Fotografie-Freundin war ich gespannt, doch mir fehlte jeder rote Faden. Weder wurde mir technische Entwicklung präsentiert noch ein/eine Künstler*in, auch nicht eine Epoche oder ein geschichtlicher Verlauf, sondern alle möglichen Ansätze, Zeiten, Motive, Fotograf*innen nebeneinander. Die einzige Verbindung, die ich herstellen konnte, war, dass sie von Eva Felten gesammelt worden waren – und die hätte nur Aussagekraft gehabt, wenn mir die Erwerbungsgeschichte oder ein sonstiger Bezug zur Sammlerin erzählt worden wäre.

Aber: Ich freute mich sehr über meine Begleitung, der an den Exponaten viele Anlässe zum Erzählen fand. Das Gespräch setzten wir über dem Abendessen fort, für das wir zum japanischen Restaurant Tenmaya spazierten, weil es dort Okonomiyaki gibt:

Zurück zu Fuß über den Hauptbahnhof, an dem der Begleiter eine U-Bahn nahm – München ist wirklich übersichtlich. Der Sturm hatte sich endlich gelegt, kein nerviges Pfeifen und Brausen mehr.

  1. Wobei ich als gebürtige Ingolstädterin mit der Schlacht von Lepanto eh Kunst verbinde – allerdings eine ganz andere. []
die Kaltmamsell

Journal Mittwoch, 3. Januar 2024 – Muße statt Wandern

Donnerstag, 4. Januar 2024 um 7:58

Wecker auf sechs (zur Abwechslung mal wieder eine richtig schlechte Nacht, meine Nasenschleimhäute finden es gerade lustig, einfach zuzuschwellen), es sollte der über Monate erkämpfte FSME-Impftermin 3 endlich stattfinden – mittlerweile so spannend wie eine Fernreise per Deutscher Bahn. Ich bekam dann meine dritte FSME-Impfung tatsächlich, holte zwei Rezepte auf Vorrat.

Das frühe Aufstehen hatte mir ursprünglich auch deshalb gut gepasst, weil ich mit ein wenig Familile wandern wollte, das südliche Stück Würmweg bis Starnberg. Doch dann gab es am Dienstag gesundheitliche Probleme – nun gut, mir macht ja allein zu wandern auch Spaß. Nicht allerdings in dem neuerlichen Sturm, der schon Dienstagabend pfiff und toste, zudem immer wieder Regen brachte. Die Luft war zwar beim kurzen Gang zu Arztpraxis und zurück herrlich gewesen, das Draußen lockte, aber zum einen wäre “Erste Fußgängerin, die 2024 in Bayern vom Baum erschlagen wurde” nicht, der Superlativ gewesen, mit dem ich in die Geschichte eingehen wollte, außerdem fielen mir dann doch ein paar Draußenaufenthaltsmöglichkeiten ein, die das kommunale Rettungswesen potenziell weniger belasteten.

Das Ergebnis war ein echter Urlaubstag mit Nachgeben momentaner Ideen. Nachmittags forschte ich nochmal gründlich in mir, ob da nicht doch etwas aufzuarbeiten, aufzulesen, zu erledigen war? Doch nein, ich hatte wirklich frei.

Kurz vor Mittag ging ich zu Einkäufen in die Fußgängerzone, nahm unterwegs einen Mittagscappuccino in einer Espressobar, die ich mal ausprobieren wollte, ich zahlte einen Charlottenburger Preis (und konnte der Kundin vor mir, die erst beim Zahlen das große Schild “no cash CARDS ONLY” sah, aus der Klemme helfen). Im Oberpollinger, in dem ich vorher noch nie gewesen war, guckte ich mich nach Unterwäsche um – aber ich werde die neue Saison abwarten, in meiner Größe gab es kein einziges der Modelle, die mir gefielen und meinen Kriterien genügten. Außerdem wäre ich wirklich dankbar für eine Sortierung in BH (BüstenHALTER) und BD (BüstenDEKO).

Bei Manufactum staubte ich Königsberger Weihnachtsmarzipan um die Hälfte ab, im Hofbräuhausmühlenladen kaufte ich Mehle, im Supermarkt Salat fürs Abendessen, meine Wege nahm ich möglichst über selten gegangene Straßen und vorbei an interessanten Schaufenstern.

Zurück daheim Frühstück um kurz vor zwei: Apfel, selbstgebackenes Brot, Frau Schwiegers Früchtebrot mit Butter. Beim Zeitunglesen wurde ich müde, genehmigte mir eine Siesta.

Mehr Urlaubs-Muße: Abtauchen ins nächste Buch, in der Stadtbibliothek stand das vorgemerkte Dunkelblum von Eva Menasse zum Download bereit. Ich machte es mir damit auf dem Sofa gemütlich und war gleich gefangen in Menasses herrlich österreichischer Sprache und Erzählweise.

Vor dem Abendessen nochmal die Yoga-Folge vom Vortag (Folge 1 des neuen 30-Tage-Programms von Adriene), dann gab’s Kürbis-Quiche vom Vorabend, dazu Salatherzen mit Knoblauch-Majo (Rest vom Sonntag). Nachtisch Schokolade.

Nun habe ich das auch mal erlebt: Eine erfolgreiche Reklamation. Mein Handy-Gurt von Xouxou war kaputtgegangen, den ich vergangenen März dann doch gekauft hatte, weil am No-name-Billigbändel so deutlich der Qualitätsunterschied erlebbar war. Und obwohl das ein Sonderangebot gewesen war und ich sonst zu zäheknirschendem Wegstecken neige, nutzte ich diesmal das (sehr einfach zu findende) Kontaktangebot auf der Website und schickte ein Foto des Schadens ein mit der vorsichtigen Frage, ob man das vielleicht reparieren könne? Keine 24 Stunden später kam (nach dem PR-Satz zu Qualitätssicherung) die Ankündigung, ein Ersatz sei bereits unterwegs. An dem mir beim Einbau sofort auffiel, dass die kaputt gegangene Stelle inzwischen modifiziert worden war.

§

Hiermit weise ich darauf hin, dass ein Blog aus der Ursuppe der Bloggerei seit einiger Zeit wieder am Start ist:
Kritische Masse von Martin Hufner.

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Auf instagram wieder eine besonders schöne Zusammenstellung auf dem Kanal @womeninstreet von Chris McCann.

die Kaltmamsell

Journal Dienstag, 2. Januar 2024 – Granta 165, Deutschland, überrascht und enttäuscht

Mittwoch, 3. Januar 2024 um 6:51

Ich war ja ungeheuer gespannt gewesen auf die Ausgabe 165, Deutschland, schließlich lese ich jede Ausgabe Granta gern, auch wenn mich das Thema sonst überhaupt nicht interessiert. Deshalb dauerte es auch ein paar Texte, bis ich mein Unwohlsein überhaupt zuließ mit der Behandlung eines Themas, mit dem ich mich als Deutsche, die seit 56 Jahren in Deutschland lebt (mit einem Jahr Unterbrechung für Studium in Wales), recht gut auskenne, inklusive regelmäßiger Einblicke in Außensichten in der New York Times, im Spectator, Economist, Guardian.

Es war dann das Interview zum Thema Antisemitismus in Deutschland, dass mich aus der Kurve trug: Georg Prochnik (ein US-amerikanischer Literaturwissenschaftler) interviewt dazu Emily Dische-Becker (deutsche Autorin und Forscherin in forensischer Architektur) sowie Eyal Weizmann (israelischer forensischer Architekt).
“Once Again, Germany Defines Who Is a Jew”.

Nämlich war ich sehr verblüfft (im Sinne von blieb mir die Spucke weg), dass sie sich drei Jüd*innen ausgesucht hatten, eine davon Deutsche, deren Haltung der typisch linken britischen entsprach und die alle erwünschten anti-israelischen Zitate lieferten: Die politische Bekämpfung des Antisemitismus in Deutschland sei nämlich demokratiefeindlich (als Beleg wurde die Einordnung der Organisation Boycott, Divestment, Sanctions – BDS als antisemitisch angeführt), das “Apartheids-System”1 in Israel würde blind unterstützt. Das cherry picking der Zitate-Geber*innen setzte sich bei den wild zusammengestellten Beispielen als Belegen heraus, quer durch die Instanzen. Es hatte fast etwas Lächerliches, wenn es nicht so schlimm gewesen wäre.

Deshalb hier eine jüdische Mainstream-Stimme aus Deutschland, die in diesem Granta Deutschland das Thema besser repräsentiert hätte – die von Ramona Ambs, ebenfalls keine wissenschaftliche Expertin fürs Thema Antisemitismus in Deutschland, sondern eine Schriftstellerin:
“Einstürzende Freundschaften”.

Und eine Stellungnahme des Zentralrats der Juden:
“Zentralrat der Juden: Kulturbetrieb verharmlost BDS-Bewegung”.

Beim Weiterlesen des Magazins vertiefte sich mein Eindruck: Das war wirklich keine liebevolle Perspektive, sondern Bestätigung von offensichtlich lang Vorgefasstem. Zum Beispiel war die einzige erwähnenswerte Großstadt, und das mehrfach, Berlin – dort leben ja auch alle englischsprachigen Expats (die edelste Sorte Ausländer*innen). Nichts an den Texten war wirklich falsch, doch ich diagnostizierte eine ausgesprochen unfreundliche Themenauswahl und Betrachtungsweise, die mich verwundert zurückließ: Wenn die Redaktion Deutschland doof findet, warum dann eine ganze Ausgabe darüber?

§

Ich habe diese Woche noch frei, das ist sehr schön.

Wieder sehr lang geschlafen, das 7-Uhr-Läuten hatte ich wohl einfach in meine Träume eingebaut. Da ich normalzeitig ins Bett gegangen war, überraschte mich dieses späte Aufwachen und brachte meine Pläne durcheinander.

Wäschewaschen, Bloggen, Lektüre der Mastodon-Timeline, Wohnung gründlich durchsaugen (nach drei Wochen ohne Putzhilfe wurde es ungemütlich) vor meiner Schwimmrunde dauerten so lange, dass ich nach einer Radfahrt durch erstes Tröpfeln ins Olympiabad erst kurz vor zwölf ins Becken glitt.

Dort schwamm ich gut meine 3.000 Meter zwischen wenigen anderen auf der Bahn (es ist SO! schön, dabei nicht mehr frösteln zu müssen). Auf den Rückweg (mit ganz wenigen Nieseltropfen) hatte ich ausgiebige Einkäufe beim Vollcorner gelegt, zu meiner kompletten Überraschung konnte ich dort nicht den Posten “kleiner Hokkaido” fürs Abendessen abhaken, weil nur zwei Riesen-Oschis angeboten wurden.

Daheim schnell ausgeräumt, um drei einen Apfel und selbstgebackenes Brot gefrühstückt. Dann machte ich mich stadtfein, um in der Fußgängerzone Kleidung einzukaufen. Ich hatte nämlich in einem Berliner Marc O’Polo-Laden ums Eck vom Hotel reduzierte blaue Winter-Patentpullis gesehen und es für bescheuert gehalten, dort einen zu kaufen, wenn ich wenige Minuten von daheim auch solche Läden habe. Gestern fand ich heraus, dass das ein Fehler gewesen war: Weder der Laden in der Sendlinger noch der in der Theatinerstraße hatten genau diesen Pulli. (Nein, auch nicht online, zurück daheim checkte ich das sofort.)

Da die Fußgängerzone gestern erstaunlich voll war, guckte ich auch nicht wie geplant nach Abendgarderobe, sondern verschob das auf den nächsten Anlass einer solchen. Dafür bekam ich bei einem Edeka den gewünschten Hokkaido.

Zurück daheim erste Handgriffe fürs Abendessen, das durfte nämlich ich zubereiten, damit ich das Kochen nicht ganz verlerne: Kürbis-Ricotta-Quiche.

Nachtisch selbst gebackener Stollen, auf den ich richtig Lust hatte – jahreszeitlich und lokal können wir.

Trotz langem Ausschlafen war mir früh schwindelig vor Müdigkeit und ich torkelte (wirklich) ins Bett. Vielleicht brüte ich doch was aus.

§

Ein wenig Optimismus für die Zukunft des Internets (das die Jungen ja gar nicht mehr kennen, so selbstverständlich ist ihnen/uns das Online, zurecht sprechen sie nur von dessen Teilbereichen und Funktionen): Im Rolling Stone erinnert Anil Dash daran, dass es die jetzige Zersplitterung von Plattformen und Gruppen schon mal gab, nämlich vor 25 Jahren und vor Twitter und Facebook.
“The Internet Is About to Get Weird Again”.

This hearkens back to that surprising, and delightful, discovery that often underpinned the internet of a generation ago — sometimes the entire platform you were using to talk to others was just being run by one, passionate person. We’re seeing the biggest return to that human-run, personal-scale web that we’ve witnessed since the turn of the millennium, with enough momentum that it’s likely that 2024 is the first year since then that many people have the experience of making a new connection or seeing something go viral on a platform that’s being run by a regular person instead of a commercial entity. It’s going to make a lot of new things possible.

(Nur dass die Welt der Online-Kommunikation heute eine komplett andere ist, unter anderem mit so viel mehr und heterogeneren Nutzer*innen – eigentlich hoch willkommen, doch die allerallermeisten wollen eben nicht selbst aktiv sein.)

  1. Falls Sie mal nachsehen wollen, was Apartheid tatsächlich ist. []
die Kaltmamsell

Journal Montag, 1. Januar 2024 – Neujahrslauf mit Erfreulichem

Dienstag, 2. Januar 2024 um 8:44

Gut geschlafen! Beim Klogang um halb vier öffnete ich das Schlafzimmerfenster, stellte aber schnell fest, dass das voreilig war: Draußen wurde ähnlich geböllert wie am Nachmittag. Fenster wieder zu.

Lang geschlafen. Der Tag startete hell und freundlich, ich die Waschmaschine mit Bettzeug und Geschirrtüchern drin. Aber das schönste am Morgen war das Ende der Reiseverstopfung (TMI, halt für die Chronik).

Ohne Herrn Kaltmamsells Hinweis hätte ich nicht mal dran gedacht, dann merkte ich aber: Ist weg, ich habe den Bezug zum Neujahrskonzert des Wiener Philharmonieorchesters verloren. Nach Brotbacken verließ ich also fröhlich kurz nach elf das Haus zum Neujahrslauf an der Isar, ohne jedes Hadern, dass das auf Kosten dieses Konzerts ging.

Diesmal nahm ich eine Tram Richtung Tivoli, mit leichter Mütze und Handschuhen, kurzärmligem Oberteil unter der Winterlaufjacke war ich fürs Mittelmilde genau richtig gekleidet. Ich begegnete nicht allzu vielen Leuten, die Jogger*innen wirkten routiniert, noch nicht nach Vorsatzsportler*innen.

Gegen die ich überhaupt nichts habe! Fett Respekt und beide Daumen hoch für jeden und jede, die versuchen, sich regelmäßig zu bewegen, obwohl es ihnen kein natürliches Bedürfnis ist. Und ich würde so gern all den rotgesichtigen Anfänger*innen zuraunen, dass sie schlicht zu schnell anfangen und erst mal ganz, ganz langsam traben sollten, noch langsamer, um sich auch nur die leiseste Chance zu geben, dass sie nicht alles daran hassen – aber das wäre übergriffig und unangebracht. Aber sollten Sie zu diesen Lauf-Anfänger*innen ohne Kondition aus einer anderen Cardio-Bewegungsform gehören: Bitte lassen Sie es langsam angehen, bitte. Lächerlich langsam traben, dann wieder ein Stück gehen, langsam traben, 15 Minuten reichen für den Anfang völlig. Und erst wenn Ihnen das langweilig wird, können Sie Tempo und Dauer zulegen.

Große Freude: Hinter der Emmeramsbrücke war der Weg über die Baustelle Herzog-Heinrich-Brücke frei! Auf der westlichen Isarseite kann man jetzt durchlaufen (gegenüber nicht), ich muss also nicht die nächsten Jahre auf die Ausblicke bei Unterföhring verzichten.

Fundamente der neuen Brücke.

Rückweg entlang dem Isarkanal.

Das erste von zahlreichen zu überkletternden Hindernissen aus gestürzten Bäumen.

Der Körper machte gut mit, nur die linke Bein-Rückseite ziepte im letzten Drittel bis hoch in den Sitzbeinhöcker. Nach gut anderthalb Stunden nahm ich eine Tram zurück nach Hause.

Zum Frühstück gab’s nach einem Apfel das frisch gebackene Brot.

Nicht so ganz gelungen (sollte viel größere Poren haben), aber gutes Frühstück. Wochenend-Süddeutsche gelesen, dann mit Musik auf den Ohren ein Stündchen über die vorherigen Wochen Angefallenes gebügelt. Die gestrige Yoga-Gymnastik suchte ich speziell für Nach-Lauf-Dehnungen aus.

Als Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell einen Seeteufel-Gulasch-Rest aus der Gefriere mit Spaghetti, sehr gut. Dann noch Plätzchen und Schokolade.

Im Fernseher ließen wir Vom Winde verweht laufen, und ich erinnerte mich daran, wie glaubwürdig und vielfältig der Roman die beiden Hauptfiguren Rhett und Scarlett zeichnet – er ist bei allem zeittypischen Rassismus und verzerrter historischer Perspektive lesenswert.

die Kaltmamsell

Journal Sonntag, 31. Dezember 2023 – Berlin-Rückfahrt, abgekürzter Silvesterabend

Montag, 1. Januar 2024 um 9:22

Tiefer Schlaf, rechtzeitiger Wecker für Rückreise. Abschied vom wirklich schönen Hotel Henri.

Diesmal dann doch Weltbild-rüttelnd: Nach Morgencappuccino am Berliner Hauptbahnhof fuhr der ICE-Sprinter direkt nach München nicht nur pünktlich ein, sondern auch wie angekündigt gereiht und intakt. Die Türen öffneten sich, unsere reservierten Plätze existierten. Ich begann, existenzielle Katastrophen unterwegs zum Ausgleich zu befürchten.

Zugfahrt unter mittelbewölktem Himmel mit sehr tief stehender Wintersonne. Das Wasser, das weiterhin in vielen Senken von Wiesen und Feldern stand, erzeugte damit interessante Anblicke: Helle Spiegelflächen, im Hintergrund oft lockere Windradgrüppchen, mal waren nur die sachte kreiselnden Rotorblätter sichtbar, mal das gesamte Windrad.

Zum Teil aber auch schier endlose Überschwemmung.

Ankunft am ersten planmäßigen Halt in Halle zwei Minuten ZU FRÜH (Katastrophen-Symptom, ganz sicher).

Doch dann: Entspannung des Weltbilds bei der Anfahrt auf Nürnberg. Die Schaffnerin informiert über eine Stellwerkstörung bei Ingolstadt (also auf unserer regulären Reststrecke), sie müsse erst noch herausfinden, wie sich das auf die Ankunft in München auswirken werde.

Daraus wurde eine gut 20 Minuten verspätete Ankunft im hellen, milden München, aber hey: Alle Menschen, die nur bis Nürnberg mitgefahren waren, hatte eine perfekte, Weltbild störende ICE-Fahrt gehabt. (20 Minuten hin oder her für die lange Strecke Berlin-München finde ich wirklich nicht schlimm, das erwartet auch von einer Autoreise niemand – ich gehöre aber auch nicht zu den Leuten, die gestern dadurch ihren Zug nach Budapest verpassten, den es sehr wahrscheinlich nicht so oft am Tag gibt.)

Auf der Münchner Bahnhofsbaustelle kaufte ich uns Frühstückssemmeln, die gab es nach Blumengießen, Kofferausräumen, Einschalten der Waschmaschine zum Frühstück um zwei, davor einen Apfel. Draußen bereits regelmäßiges Geböller.

Wie von langer Hand geplant setzte ich dann Brotteig an, der den Bestand an altem Sauerteig aufbrauchte: Auffrischbrot Jule.

Zwischen zwei Strech&Folds endlich wieder Yoga-Gymnastik, eine Einheit für den ganzen Körper (während draußen Regen prasselte – der zu meiner Überraschung das Geböller keineswegs minderte).

Silvester-Abendessen:

Die Artischocken, die wir in Berlin gekauft hatten, gab es mit selbst gemachter Majo (so köstlich! auch noch als Dip verdünnt mit Joghurt und mit reichlich Knoblauch), dann ein wenig Linsen (dazu hatte ich Herrn Kaltmamsell überredet, weil sie ein traditionelles italienisches Silvester-Gericht sind, die Linsen sollen Glück bringen und Münzen symbolisieren), dann noch spanische Pimientos de piquillo gefüllt mit Feta und weiteren spanischen Käse. Alkohol dazu war Aperol Spritz, Nachtisch edle Pralinen aus Königsbrunn, die wir zu Weihnachten geschenkt bekommen hatten, sowie spanischer Turrón, ebenfalls Weihnachtsgeschenk. Doch mal wieder überfressen.

Im Fernsehen ließen wir Das große Rennen rund um die Welt laufen, den ich noch nicht kannte, der mir als Klassiker angepriesen wurde – und den Herr Kaltmamsell praktisch mitsprechen konnte: Er hatte den Film als Kind oft gesehen. Ich wurde nicht recht warm mit dieser Art Albernheit, erkannte zwar die Hommage an Stummfilmzeiten (Väter der Klamotte durfte ich freitags am Vorabend ansehen), fand sie aber zu platt. Wir hielten eh nicht den ganzen Film durch, um halb elf war Bett und Lichtaus (Ohrstöpsel und geschlossene Fenster), das Datum würde sich auch ohne uns korrekt umstellen.

§

Langsam, langsam nähere ich mich einem Zustand, in dem der Kauf eines neuen Rechners eine Option wird. Der jetzige, ein McBook Pro, ist zehn Jahre alt, und eigentlich wollte ich ihn behalten, solange er Betriebssystem-Updates mitmacht und nicht kaputt geht. Doch anders als seine Vorgänger geht dieser hier immer nur ein kleines bisschen mehr in kleinen Funktionen kaputt, so graduell wie seinerzeit unsere alte Küche, so dass ich mich mit Work-arounds daran gewöhne. Ich fürchte, ich könnte dadurch übersehen, dass er eigentlich ein Sicherheitsrisiko darstellt.

§

Formschub schwärmt vom Kochen und allgemein vom praktischen Umgang mit Lebensmitteln in einer Weise, die ich kenne:
“Herdgedanken”.

§

In ihrem Debütroman ergründet Anne Rabe, wie die Gewalt der DDR bis heute nachwirkt. Hier berichtet sie vom Schweigen bei ihrer Lesereise.

“Schweigen über Gewalt in der DDR:
Durchwachte Nächte”

Rabes autofiktionaler Roman Die Möglichkeit von Glück gehörte zu meinen wichtigsten Lektüren 2023. Er hatte viel Nachdenken bei mir ausgelöst, dieser Artikel jetzt weiteres, unter anderem darüber, wie elterliche Gewalt Urvertrauen und ein grundlegendes Sicherheitsgefühl zerstören kann, statt dessen hart machen (erst vor wenigen Wochen von einem Altergenossen ein nur wenig lustig gemeintes “Uns hat’s a ned g’schad!” gehört, diesmal den Widerspruch “Doch.” runtergeschluckt).

die Kaltmamsell