Journal Donnerstag, 11. November 2021 – Etwas bequemeres Homeoffice

Freitag, 12. November 2021 um 6:37

Vor Weckerklingeln ein paar Stunden ganz tiefer Schlaf, ich wurde in die Orientierungslosigkeit geklingelt.

Homeoffice, statt Arbeitsweg gab’s daheim die nächste Einheit Yoga True mit Adriene, eine halbe Stunde wunderbares ausführliches Dehnen – die kommt auf die Merkliste.

Längeres Aufbauen des Arbeitsplatzes (erste Berufsanrufe noch währenddessen, ich hatte meinen Apparat auf mein Privat-Handy umgeleitet). Als ich mich endlich daran setzen konnte, fühlte ich mich gleich viel wohler als am kleinen Laptop. (Und fotografieren darf ich ihn auch, ohne dass mir eine Abmahnung droht!)

Über den Tag zwickte dann aber immer wieder meine Lendenwirbelsäule ob der unergonomischen Haltung, ich stand regelmäßig auf und ging ein paar Schritte.

Zweiter Tag Online-Konferenz, die Konzentration auf die Vorträge gelang mir deutlich besser.
Draußen schien energisch die Sonne, ich musste die Rollläden immer wieder nachjustieren.

Müllrausbringen am Vormittag ergab: Das Draußen roch sehr frostig. (Segen des Homeoffice. Und “Müllrausbringen” heißt alles außer Restmüll, für den haben wir auch in der neuen Wohnung einen Müllschlucker, Ultra-Luxus.)

Für die Mittagspause der Konferenz machte ich mir Mango mit Dickmilch und schnitt eine dicke Scheibe vom selbstgebackenen Brot. Essen mit Zeitungslektüre am Küchentisch, damit ich den Arbeitsplatz nicht wegräumen musste.

Nochmal Herbstbuntheit vorm Fenster.

Nach Ende der Konferenz war noch einige Arbeit, doch ich hatte mir eine Karotte für den Feierabend vor die Nase gehängt: Crosstrainerstrampeln im Verein (2G, und ich hatte mittags einen Schnelltest gemacht). Ich zog mich daheim komplett um, damit ich die doch recht bevölkerten Umkleiden meiden konnte.

Das Strampeln in der großen Halle genoss ich sehr mit Musik des Spotify-Familienmix’ auf den Ohren. Langeweilig fand ich nur die Musikstücke, die Spotify auf meine eigenen Musikangaben ausrichtete (da muss ich nachbessern): Die kannte ich ja schon. Ich ließ die Musik auf dem Heimweg weiterlaufen, weil gerade ein ganzer Schwung schmissig Lateinamerikanisches kam.

Nachtmahl war der erste Feldsalat der Saison aus Ernteanteil (klassisches Dressing mit Zitronensaft und Kürbiskernöl) sowie reichlich Käse – darunter auch der jüngste der Ziegenkäselieferung aus Spanien: sehr mild, ausgesprochen kompatibel mit Quittengelee. Nachtisch Schokolade.

Im Fernsehen lief nach quer die Aufzeichnung der Verleihung des Bayerischen Kabarettpreises 2021. Mich interessierte der Nachwuchspreis an Eva Karl Faltermeier (sympathisch) und der Kabarettpreis an Django Asül.

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Sehr gute Folge Quarks:
“Schwangerschaftsabbruch: Was Ärzte nicht sagen dürfen”.
Darin einige sehr nützliche Infos zu Rechtslage in Deutschland und zur Biologie.

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https://youtu.be/-sg83BalRrs

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Herr Goncourt mit Gedanken über und Fotos von dem Heimatdorf seines italienischen Vaters:
“[Terræ]”

die Kaltmamsell

Journal Mittwoch, 10. November 2021 – Online-Konferenz und Ziegenlieferung

Donnerstag, 11. November 2021 um 6:57

Sehr gut geschlafen, noch vor Weckerklingeln aufgewacht; erst im Büro erinnerte mich Kopfdumpfheit an weniger Schlaf und den rauschenden Vorabend.

Der Morgen daheim war ein wenig angestrengt, da ich mit mehr Druck als sonst bloggte, üblicherweise habe ich den Post ja bereits am Vorabend fast fertiggeschrieben.

Aber: Morgenrot hinter St. Matthäus in der Note Cassis (mit meinen Mitteln leider nicht fotografierbar).

Marsch in die Arbeit durch frostige Luft; im Büro empfing mich Raumduft Quitte: Es hatte eine liebe Lieferung aus dem Team gegeben.

Den weitaus größten Teil des Arbeitstags verbrachte ich in einer Online-Tagung. Eigentlich, denn Konzentration auf Bildschirm-Vorträge ist eh schwierig, und wenn links und rechts Anliegen reinkommen, praktisch unmöglich. Unter anderem musste ich mal schnell zu einer beruflichen Besorgung raus.

Mittagessen: eine sehr dicke Scheibe selbst gebackenes Roggenbrot (das letzte Viertel des Riesenlaibs aus der Gefriere), griechischer Joghurt mit einer Maracuja.

Nachmittags mehr Online-Tagung mit Nebentätigkeiten. Die doppelte Aufmerksamkeit (jajaja ich weiß, amerikanische Wissenschaflerinnen haben herausgefunden, dass Multitasking nicht geht, deswegen argwöhne ich ja bei mir eine leichte, aber hochfunktionale Form von ADHS) kostete mich aber dann doch Kraft. Zudem muss ich mir wohl eingestehen, dass die brutale vierte Welle der Pandemie mir dann doch an die Substanz geht und aufs Gemüt schlägt: Nachdem ich über den Sommer lockerer lassen konnte und Vorsichtsmaßnahmen wie Maske und Abstand einfach Routine waren, muss ich mich jetzt wieder zu aktiver Vorsicht und zu ständigem Abwägen zwingen. Eigentlich habe ich wirklich, wirklich keine Lust mehr und neige echt ehrlich nicht zu doom scrolling, doch ich muss mich überwinden, mir einen faktischen Überblick in Expertenquellen zu verschaffen – denn leider kann ich mich nicht einfach darauf verlassen, dass die zuständigen Behörden mich durch offizielle Regeln schützen. Wieder sehne ich mich nach Winterschlaf, weckt mich im März nach der Welle.

Bei Arbeitsende packte ich nicht nur den Laptop für den Homeoffice-Donnerstag ein, sondern auch genügen Peripherie, um daheim mit einem übrigen Bildschirm von Herrn Kaltmamsell arbeiten zu können.

Ich wusste, dass eine Lieferung von Crowdfarming daheim eingetroffen war, doch ich habe für November vier Bestellungen laufen und konnte nicht ersehen, welche es war.

Ziegenkäsen von Aubagueta aus der katalonischen Provinz Lleida! Optimale Lagerung laut Beipackzettel „eine Höhle mit hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen zwischen 12 oC und 14 o“, „aber wir verstehen, dass es etwas schwierig werden könnte, heutzutage passende Höhlen zu finden“ – als Alternative wird ein luftdichtes Gefäß im Kühlschrank empfohlen. Die verschiedenen Sorten halten sich bis zu fünf Monate, es sollte wirklich einfach sein, die Lieferung nach und nach aufzuessen.

(Sehr niedlich auch die handschriftliche Botschaft, die @FrauBruellen auf ihrer Crowdfunding-Kiste mit Kakis fand. Und wenn das bloß Folge einer Marketing-Anweisung der Crowdfarming-Betreibenden ist, dann ist es zumindest genau das richtige Marketing für die Zielgruppe.)

Eine Runde Yoga, dann servierte Herr Kaltmamsell zum Abendessen den Grünkohl aus Ernteanteil als Chips aus dem Ofen, die restlichen Kartoffeln als Salbei-Bratkartoffeln (Entenfett!) mit Spiegelei.

Im Bett neue Lektüre: William Kotzwinkle, The Fan Man, auf das ich durch die Suche einer Freundin nach einem möglichst skurrilen Buch über Chorgesang hingewiesen wurde. Ist wohl ein Kultbuch aus den 1970ern, interessierte mich sofort.

Im Hinterkopf verarbeitete ich den ganzen Tag über den Abend mit Pigor & Eichhorn. Ich dachte u.a. an das Nörgeln über den Gender-Stern (eine Tonlage, bei der sich meine Aufmerksamkeit inzwischen reflexhaft verabschiedet, vor allem wenn wie am Dienstagabend behauptet wird, jemand wolle ihn vorschreiben – das Strohmann-Argument tauchte bezeichnenderweise in dem roten Faden durch manipulative Argumentationsformen nicht auf) – doch dann mit dem interessanten Aspekt, dass die *innen-Endungen eine verheerende Arbeitsbehinderung beim Reimen darstellt. Das konnte ich nachvollziehen. Außerdem schlugen die beiden eine Alternative vor (und machten damit klar, dass sie das Problem fehlender Repräsentation im generischen Maskulinum sehen): Im Plural das norddeutsche S, also Renters, Zuschauers, Kellners – im Singular Nutzung des neutralen “das”, also das Renter, das Zuschauer, das Kellner. Diesen Vorschlag zogen sie dann auch recht konsequent in den Überleitungen durch (siehste? alle können was ausprobieren! und was die meisten mögen, setzt sich dann durch, so geht Sprache).

Sehr treffend fand ich die Überlegungen zu wirkungsvollen Maßnahmen gegen die Klimakrise: Verhaltensänderung des oder der Einzelnen (Mülltrennen, Energiesparen, Fleischverzicht etc.) bringt im Vergleich zu Wahlentscheidung gar nichts. So strom-, plastik-, heizungslos und vegan kann kein Mensch leben, dass das eine Wahlentscheidung für eine Partei mit der Verkehrs-, Klima-, Energie- und Landwirtschaftspolitik der vergangenen Jahrzehnte wettmacht. Bumm.

Ich dachte amüsiert zurück an Pigors Tanzeinlagen (nicht schlecht gesteppt der Herr). Und mir fiel auf, dass die meisten Lieder nicht aus distanzierter Haltung über beobachtete Umstände gesungen werden, sondern mit der Stimme oder aus der Perspektive der Beteiligten. Das machte es bei neuen Nummer immer erst mal spannend, wer da gerade spricht. Und es kann auch sehr gemeinen Texten die Schärfe nehmen, weil sich in die Kritisierten hineinversetzt wird.

Auf YouTubue guckte ich einige von Ihnen in den Kommenateren empfohlene ältere Stücke (danke!). Das hier gefiel mir sehr gut.

Maulende Rentner

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https://youtu.be/2IZ3NkveLlA

die Kaltmamsell

Journal Dienstag, 9. November 2021 – Erstes Mal Pigor & Eichhorn

Mittwoch, 10. November 2021 um 6:58

Unruhige Nacht, mal wachte ich von Hitze auf, mal weil ich fror. Slapstick-Note: Mir war eine bestimmte (nicht mal originelle) Formulierung für den aktuellen Blogpost eingefallen, die mein Gehirn krampfhaft festhielt und bei jedem leichten Hochkommen aus tieferem Schlaf wiederholte, damit ich sie BLOSS! NICHT! VERGASS! Werde mir wieder Block und Stift neben’s Bett legen, wie in den Hochstressphasen eines längst vergangenen Arbeitslebens.

Der Himmel über der Innenstadt war klar, auf dem Weg in die Arbeit tauchte ich beim Kreuzen der Theresienwiese in Nebel, der sich auch ums Bürogebäude gelegt hatte.

Dampfender Laubhaufen mit Frostnoten vor Kaiser Ludwig.

Nach Hochfahren meines Arbeitsrechners sah ich die E-Mail vom späten Vorabend, mit der die 3G-Regelung am Arbeitsplatz in meiner Umgebung vorerst eingeführt werden soll. Ich bin gespannt, wie die endgültige Umsetzung aussehen wird. Über den Tag mehrten sich allerdings die Anzeichen, die mir ein deutlich gesteigertes Arbeiten von daheim nahelegten, um Risiko-Kontakte zu reduzieren. Gibt’s künftig halt unter anderem nicht mehr täglich Post für alle in der Abteilung.

Mittags lief ich in die nahe gelegene Praxis des behandelnden Orthopäden, um Überweisungen für die Abschlussuntersuchung Hüft-TEP im Klinikum Garmisch abzuholen sowie eine für die Röntgenaufnahme, die ich mitbringen soll. (Vor dieser Untersuchung Anfang Dezember hätte ich wirklich gerne meine Booster-Impfung.)

Zurück im Büro gab’s zu Mittag eine Breze sowie Quark mit Joghurt – über weiter explodierenden Corona-Infektionszahlen.

Geschäftiger Nachmittag, der nicht zu lange ins Dunkle dauerte, denn ich hatte Kabarettkarten für Herrn Kaltmamsell und mich: Mein Bruder hatte so begeistert von einem Auftritt von Pigor & Eichhorn auf den Ingolstädter Kabaretttagen erzählt, dass ich umgehend Karten für den Münchner Auftritt kaufte – obwohl ich noch nie und nichts von dem Duo gehört hatte. Im Lustspielhaus war ich auch noch nie gewesen, nach 22 Jahren in München wurde es wirklich Zeit.

Der Zuschauerraum des Lustspielhauses ist mit Tischchen und Stühlen bestückt, ich hatte einfach mal Plätze vor der Bühne genommen.

Dass ich uns praktisch in der Bühne platziert hatte, überraschte mich dann doch. Mittlerweile hatte ich außerdem erfahren, dass Pigor & Eichhorn in ihrer Show das Publikum stark einbeziehen und fürchtete mich ernsthaft. (Taten sie dann gar nicht, alles entspannt.)

Wir waren wie erbeten früh im Lustspielhaus, hatten also Zeit für das sorgfältige 2G-Prüfen (Abgleich mit Ausweis, Scan des Zertifikats) und für ein Abendessen aus der Lustspielhaus-Küche (je ein gemischter Mezze-Teller). Der Raum war gut besetzt, aber nicht vollgepackt. Die Show begann pünktlich – und ich erlebte zwei hochinteressante und anregende Stunden mit großartigem Gesang und wunderbarer Begleitung (Sonderpreis für die glaubwürdige Pianospielhaltung bei Jazz).

Sie begannen allerdings mit kurzem Gruseln, weil gleich in der ersten Nummer “Kabarett” ungeschminkte schonungslose Wahrheiten angekündigt wurden, was unironisch klang und gerade in den jüngsten Jahren meist “Man wird doch wohl noch sagen dürfen”-Blödsinn einleitet. Doch meine innerlich hochgezogenen Schultern entspannten sich nach und nach.

Roter Faden der Show: Rhetorische Muster von der Antike bis in heutige Talkshows, immer wieder wurden neue aufgegriffen, erklärt, kabarettistisch vorgeführt. Sonstige Highlights: Ein liebevolles Lied über Klimakterium (von einem Mann habe ich das ganz sicher noch nie gehört), “Du kannst doch nicht in Rente gehn” in leidenschaftlichem Konstantin-Wecker-Modus (oh ja, die Text-Versatzstücke habe ich alle schon mal gehört) – Weiteres hätte ich mitschreiben müssen, wie ich jetzt feststelle, denn Details des Programms Volume X sind noch nicht online, auch Aufnahmen gibt es erst ab nächsten März. Es war auf jeden Fall sehr schön, ich empfehle das Programm.

Lieblingsreim des Abends: Willhelm Tell auf Musical.

Die Rückfahrt mit der U-Bahn zog sich: Nachts wird ja weiterhin an der Strecke rumgebaut, das heißt Pendelverkehr. Wir warteten eine ganze Weile an der Münchner Freiheit und mussten am Odeonsplatz umsteigen.

Über eine Stunde später als sonst ins Bett, so sehen rauschende Nächte aus.

§

Wie immer, wenn es bei uns pandemisch schlecht läuft und woanders gut, schauen wir nach woanders, in diesem Fall ein Blick des ARD-Weltspiegels Richtung Spanien (und die Spanier*innen können ausgesprochen renitent sein, Sie erinnern sich vielleicht an die Proteste 2011/2012):
“Spanien: Erfolgreiche Impfkampagne”.

“Uasap” <3<3<3

(Allerdings überzeugen mich die Erklärungsansätze des Beitrags nicht recht. Aufklärung gegen Bedenken und Falschannahmen gab es auch hierzulande reichlich. Und auch in Deutschland starben viele Menschen in Pflege-Einrichtungen an Corona – vielleicht hat das in Spanien mit seinen deutlich engeren Familienbanden mehr Menschen wirklich erschüttert?)

§

Sascha Lobo macht sich darüber Gedanken, wann Gefühle in der Politik Entscheidungskriterien sein sollten und wann nicht.
“Die falschistische Gefahr”.

Wenn Regierende irrationale Ängste zur Basis ihrer Entscheidungen machen, kann aus grobem Unfug eine gefährliche Realität werden.

(…)

Falschismus ist, wenn man ihn wie eine Zwiebel Schicht um Schicht abschält, natürlich nicht neu. Eine Keimzelle des aktuellen Falschismus könnte – wie auch anders – im »Dritten Reich« liegen, zumindest indirekt. Als die jüdische Philosophin Hannah Arendt 1949 nach Deutschland zurückkommt, um nach ihrer Flucht vor den Nazis das Land zu analysieren, schreibt sie: »Der wohl hervorstechendste und auch erschreckendste Aspekt der deutschen Realitätsflucht liegt in der Haltung, mit Tatsachen so umzugehen, als handele es sich um bloße Meinungen.« Diese von Arendt beschriebene Selbsttäuschung funktioniert nur, wenn man die Grenzen zwischen Tatsachen und Meinungen einreißt. Im Umkehrschluss behandelt man dann nicht nur Tatsachen wie Meinungen, sondern sieht in Meinungen plötzlich auch Fakten. Zumindest herbeigefühlte Fakten.

(…)

Und trotzdem ist es gefährlich, überall Falschismus zu wittern, wo es um Gefühle, Ängste oder Irrationalitäten geht. Gefühle, erst recht massenhaft empfundene, können durchaus legitime und sinnvolle Entscheidungskriterien sein. Für Ängste gilt das ebenso – es gibt Ängste, die sich nicht einfach mit einem Pfund Rationalität wegargumentieren lassen und sogar Basis politischer Entscheidungen sein müssen.

Das macht Falschismus zu einer komplexeren Angelegenheit, als Aktivisten aller Art glauben. Bezogen auf Ängste erkennt man das an den Fragen, die das eigene politische Lager betreffen. Für Linke: Warum soll man die Angst vor Atomenergie und grüner Gentechnik unbedingt ernst nehmen, die oft vorhandene Angst vor Multikulti aber nicht? Für Konservative: Warum soll die Angst vor strukturellem Rassismus übertrieben sein, aber der Angst vor geschlechtergerechter Sprache muss mit sprachpolizeilichen Verboten begegnet werden?

die Kaltmamsell

Journal Montag, 8. November 2021 – Bayern muss Pandemiemaßnahmen verschärfen

Dienstag, 9. November 2021 um 6:33

Mittelunruhige Nacht, aufgewacht mit Aussicht auf eine harte Arbeitswoche. Aber auch auf eine mit Abendvergnügen.

Morgens Corona-Selbsttest. Der erste funktionierte nicht (kein Kontroll-Strich), ich brauchte einen zweiten.

Weg in die Arbeit durch kalte Feuchte.

Meine üblicherweise morgendliche geistige Top-Form nutzte ich im Büro für einen besonders anstrengenden Job, den ich fast vor der ersten Besprechung fertig bekam.

Es ging mit hoher Schlagzahl weiter. Mittagessen war eine Körnersemmel und ein Glas voll Granatpfelkernen.

Nachmittags die Meldung, dass in Bayern so viele Corona-erkrankte Intensivbetten in Krankenhäusern belegen, dass weitere Schutzmaßnahmen gegen die Verbreitung des Virus ergriffen werden:

– 3G am Arbeitsplatz und bei zehn oder mehr Beschäftigten regelmäßig Tests bei Kontakt mit anderen Personen
– 3G plus für Gastronomie und körpernahe Dienstleistungen
– 2G ausgeweitet auf Veranstaltungen, Kultur und Sportveranstaltungen.

Kurz darauf bekam ich Nachrichten vom Sportverein dazu sowie vom Veranstalter des Kabaretts am Dienstagabend, für das wir Karten haben: Zugang nur für Geimpfte und Genesene, wer deshalb die Veranstaltung nicht besuchen kann, bekommt den Eintritt erstattet.

Das RKI meldete einen neuen Höchststand für Deutschland seit Ausbruch von Corona: Die 7-Tage-Inzidenz liegt über 200. Ich schaffe es tatsächlich, mich nicht mehr aufzuregen.

Zwar hatte ich mir im Sommer von Christian Drosten vorrechnen lassen, dass bei unserer deutlich zu niedrigen Impfquote und mit der noch infektiöseren Delta-Variante die Wucht der vierte Welle im Herbst unausweichlich war, aber an mir selbst erlebt, wie ich annahm, dieser eindeutigen Rechnung Hoffnung und Optimismus entgegensetzen zu können. Lächerlich – wenn auch nicht mit so verheerenden Folgen wie irrationale Hoffnung und Optimismus an den Entscheidungsstellen der Regierungen.

Sie wissen ja eh, welchen Unterschied Impfen macht, aber vielleicht mögen Sie sich’s nochmal in grafischer Darstellung angucken: 7-Tage-Inzidenz in Sachsen-Anhalt nach Impfstatus und Altersgruppe.

Auf dem Heimweg Einkäufe beim Vollcorner: Obst, Milch, Käse, Zutaten für Weihnachtsstollen.

Zu Hause eine Runde Yoga, ich begann das 30-Tage-Programm “True” von Adriene.

Abendessen: Der Rest Eintopf war noch ein Teller voll für jede*n von uns, dann gab es ein wenig Käse, dann Schokolade.

Früh ins Bett, um Parallel von Matthias Lehmann auszulesen – das mir gut gefiel (schöner aquarelliger Malstil), aber in seiner Repräsentation eines ganz normalen Schwulenlebens der 1940er bis 90er halt auch sehr deprimierend war.

die Kaltmamsell

Journal Sonntag, 7. November 2021 – Seltene Laufrunde in Herbstbunt und Kleidungsgrau

Montag, 8. November 2021 um 6:38

Richtig schlechte Nacht, diesmal mit Lücke. Da ich Herrn Kaltmamsell, der neben mir schlief, nicht stören wollte und nicht von ihm gestört werden, zog ich um in sein Bett. Ich schaffte es bis sieben.

Nach Morgennebel strahlte nochmal ein herrlicher Herbsttag, allerdings zapfig kalt. Nach Wochen hatte ich mal wieder eine Laufrunde geplant, in der Kälte nahm ich gegen halb elf eine angenehm leere Tram zum Tivoli.

Mit einmal Umschlagen hielt der Bund der zu weiten langen Laufhose, deren gedeckte Farbe und ausgestelltes Bein sie ebenso wie den Rest meines Outfits als modisch veraltet entlarvten (verräterisch auch das eigene Fach an der Weste für den mp3-Player, den man zur Zeit des Kaufs vor ca. 15 Jahren noch hatte): An den vielen Läuferinnen und Läufern (ich habe ja deren Vermehrung während der Pandemie-Ausgangsbeschränkungen nicht miterlebt, weil ich selbst wegen kaputter Hüfte laufunfähig war) sah ich Schwarz kombiniert mit Schreifarben.

Ich lief leicht und unbeschwert, genoss die Luft und die Ausblicke, gönnte mir etwa 75 Minuten gemütlichen Trab, bis ich für den Rest der Strecke auf Gehen umstellte.

Ärgernis beim Fotografieren: Mein iphone produziert immer häufiger unscharfe Aufnahmen, eigentlich hatte ich noch mehr Herbstpracht eingefangen.

Ich spazierte zurück ein ganzes Stück die Tram-Strecke der Linie 27 entlang durchs Lehel, weil ich Schaufenster gucken wollte – vor allem das eines Möbelladens, dessen Sofas mir auf Fotos besonders gut gefallen. Gute Nachricht: Sie gefallen mir auch in Echt sehr gut. Schlechte Nachricht: Sie kosten sehr viel Geld. Es wird überlegt werden müssen.

Unterwegs kaufte ich auch Semmeln, die es daheim nach ausführlicher Körperpflege als Frühstück gab, zudem einen Rest Apple Crumble.

Gemütlicher Nachtmittag mit Zeitunglesen und Siesta, draußen zog der Himmel zu.

Bei Crowdfarming bestellte ich wieder in Spanien ein Kistlein Granatäpfel (auch in dieser Wintersaison mein Lieblingsobst) – die sauren; seit ein paar Jahren werden ja auch süße angeboten, derzeit auch bei Crowdfarming, die ich fad finde. Außerdem vereinbarte ich die erste Lieferung von meinem adoptierten Orangenbaum, ich bin schon sehr gespannt.

Fürs Abendessen war ich zuständig: Ich kochte einen Eintopf aus Ernteanteil-Wirsing und -Kartoffeln sowie Grünkern, mit Anbraten in Entenfett vom jüngste Braten sowie mit ordentlich Einbrenn. Schmeckte gut. Nachtisch Schokolade.

Im Fernsehen ließen wir den Münchner Tatort “Dreams” laufen. Haarsträubend hanebüchene Handlung, aber zum einen hatte ich gelesen, dass die Filmmusik, komponiert von David Reichelt, vom Münchner Rundfunkorchester eingespielt worden war (gut!), zum anderen überstrahlte, wie ja gerne mal in Tatorten, vor allem in denen aus München, die Schauspielkunst einer Nebenfigur alle anderen: Katrin Röver als Dr. Deah war eine Liga für sich.

§

Samstagabend erhielt Clemens Setz den Büchnerpreis und hielt dazu diese kluge, zarte Rede:
“Büchnerpreis für Clemens J. Setz: Seine Rede im Wortlaut”.
(Ich erwähnte, dass ich mit ihm schon mal im Wörthersee – in einer großen Gruppe, ok – um die Wette geschwommen bin? Mehr als einmal?)

die Kaltmamsell

Journal Samstag, 6. November 2021 – Zurück zu alter Schwimmform

Sonntag, 7. November 2021 um 8:38

Unruhige Nacht, immer wieder mit einem Schlag glockenwach geworden. Mühsam aufgestanden mit der beruhigenden Aussicht auf Siesta-Möglichkeit.

Ich hatte mich seit der vorherigen Schwimmrunde aufs Dantebad gefreut, und dann schien auch noch die Sonne!

Als ich um halb elf ankam, empörte sich vor dem Eingang gerade jemand darüber, dass am Montag die Zugangsanforderung 3G+ wird, weil das bedeute, dass auch Geimpfte und Genesene nur mit PCR-Testergebnis reinkämen, und der koste ja 70 Euro – das habe ihr eine Bad-Angestellte so erklärt. Meinem Widerspruch, das bedeute lediglich, dass man ohne Nachweis von Impfung oder Genesung einen frischen PCR-Test vorzeigen müsse und Schnelltests nicht mehr akzeptiert würden, glaubte sie nicht. Bei dieser Gelegenheit gebe ich einen Hinweis weiter, der gestern zurecht in meinem Twitter kursierte: Bei der derzeit explodierenden Infektionsrate ist es auch für Geimpfte und Genesene sinnvoll, regelmäßig einen Schnelltest durchzuführen, um sich bei unbemerkter, weil symptomfreier Infektion sofort zu isolieren.

Das Schwimmen im warmen Wasser war herrlich. Erstmals seit über zwei Jahren kam ich auf meine davor gewohnten 3.000 Meter – kraftvoll, mühelos und zudem in einer Zeit fast wie vor kaputter Hüfte (weniger als 80 Minuten), weil das Becken sehr belebt war mit eher langsameren Schwimmerinnen und Schwimmern, die ich immer wieder mit Zwischenspurts überholte. Von der tiefen Herbstsonne sieht man jetzt leicht die Ausschnitte meines Schwimmanzugs auf dem Rücken.

Auf dem Rückweg besorgte ich Frühstückssemmeln, die es daheim mit Kräuterfrischkäse vom Augsburger Stadtmarkt (mitgebracht von Herrn Kaltmamsell) gab. Über Internet- und Zeitungslesen wurde ich müde, doch draußen schien derart lockend die Sonne, dass ich doch nochmal raus in die Herbstbuntheit ging.

Nußbaumpark.

Alter Südfriedhof.

Unter der Braunauer Eisenbahnbrücke (praktisch alljährlich wird auf der Bürgerversammlung beantragt, sie als Fußgängerüberweg zu nutzen, nämlich das stillgelegte Rangiergleis des Schlachthofs, und jedesmal blockiert die Deutsche Bahn).

Ausblick von der Reichenbachbrücke nach St. Maximilian kurz bevor mir auf der Brücke Udo Wachtveitl entgegengeradelt kam. Jetzt ist es schon vor fünf so dunkel.

Es war viel los auf den Isarwegen, doch es herrschte entspannte gute Laune – mich lächelten mehrere Menschen an (nein, Ü50-Frauen sind nicht unsichtbar).

Zu Hause machte ich mir Tee und las die Wochenend-SZ aus. Während Herr Kaltmamsell zum Nachtmahl auf meinen Wunsch ein Rehgulasch mit Böhmischen Knödeln zubereitete, sorgte ich für den Nachtisch: Apple Crumble aus Kartoffelkombinats-Äpfeln, mit Mandel-Streuseln.

Zum Aperitif nutzte ich die letzte Meyerzitrone für einen Whiskey Sour – der damit ganz hervorragend schmeckte.

Mit einem Glas jungem Bordeaux, der auch schon in der Soße steckte, und von einem Kollegen des Herrn Kaltmamsell handgepflückten Moosbeeren.

Warmer Apple Crumble, englisch serviert mit flüssiger Sahne.

Zur Abendunterhaltung ließen wir im Fernsehen Ghostbusters von 2016 laufen – der vielleicht sogar besser ist, als ich ihn aus dem Kino in Erinnerung hatte.

die Kaltmamsell

Journal Freitag, 5. November 2021 – Sehnsucht nach 2G

Samstag, 6. November 2021 um 8:16

Vor Wecker aufgewacht. Emsiger Morgen daheim, strammer Marsch in frostiger Kälte in die Arbeit.

Die Linden um die Theresienwiese sind bereits kahl.

In der Arbeit sofort Hochdruck – die Tasse Tee, die ich geschickt dazwischen eingefädelt aufgebrüht hatte, wurde kalt. Und das, wo ich wusste, dass es ein langer Arbeitstag werden würde (durch Einflüsse, die deutlich schlechter prognostizierbar sind als das Wetter). Ich musste abarbeiten, was sich physisch durch meinen Homeoffice-Tag aufgehäuft hatte – mein Job ist nunmal nur zu einem kleinen Teil kompatibel mit dem Konzept Telearbeit. Was mir bei der Entwicklung der Infektionszahlen bei gleichzeitig steigendem Leichtsinn immer egaler wird.

Erst um halb zwei kam ich zum Mittagessen: Pumpernickl, Rest Fenchel-Mandarinen-Salat, Weintrauben.

Am Nachmittag konnte ich strukturierter arbeiten, doch der ohnehin späte Berufstermin verschob sich wie befürchtet immer weiter nach hinten. Es wurde spannend, ob ich es rechtzeitig zur Abendverabredung mit Herrn Kaltmamsell schaffen würde.

Es klappte dann ganz exakt, ich kam genau um die verabredeten 19 Uhr am Restaurant an, in dem ich uns einen Tisch reserviert hatte. Doch der Abend wurde angespannt: Unsere Impf-Zertifikate wurden nur mit Seitenblick geprüft, der Laden war gesteckt voll ohne Abstand zwischen den Tischen, und das Personal konnte keine Nachfragen zum kulinarischen Angebot beantworten. Wir wurden satt, schauten aber, dass wir da schnell wieder rauskamen.

Spaziergang nach Hause und Beschluss, bis Ende Pandemie höchstens noch in Gastronomie mit ernsthaft überprüfter 2G-Regelung einzukehren, also nur unter verlässlich Geimpften/Genesenen (dass es 2G-Lokale in München gibt, weiß ich aus dem Lokalteil der Süddeutschen – eigentlich sehe ich da auch ein lukratives Geschäftsmodell).

Aber der Zweck der Verabredung hatte sich erfüllt: Wir waren dazu gekommen, einander von den vergangenen beiden Wochen zu erzählen. Daheim noch ein wenig Süßes und ein Limoncello, früh ins Bett.

§

Adrian Daub, Germanist und Professor für vergleichende Literaturwissenschaft an der Stanford University in Kalifornien, schreibt über die Verdrehung und Instrumentalisierung eines US-amerikanischen Begriffs in deutschsprachigen Medien:
“Der kurze Weg von der Lappalie zur Cancel Culture”.

Gruselige Anekdoten für die Boomerseele: Unter dem Schlagwort «Cancel Culture» ist in den deutschsprachigen Feuilletons ein regelrechtes Ökosystem entstanden.

(…)

Cancel Culture reiht sich in ein Muster ein: Aufregung unter Rechten in den USA wird Futter fürs liberale deutschsprachige Feuilleton. Man fühlt sich an den alten Marx-Satz erinnert, Deutschland habe die Restaurationen gehabt, selbst wenn es die Revolutionen übersprungen habe. Europa mag Entwicklungen unter US-Campus-Linken – wie die Gender Studies und Critical Race Theory – zwar verschlafen haben. Für die Ängste seitens Konservativer über Gendern ist es aber hellwach.

Der britische Soziologe Stanley Cohen hat dafür schon in den siebziger Jahren den Begriff der moralischen Panik geprägt: Moralische Panik ist immer ein Stück Aufmerksamkeitsökonomie, eine Art kollektiver Konzentration auf scheinbar marginale Dinge, von denen auf eine gesamtgesellschaftliche Gefahr geschlossen wird. Bestimmte Ereignisse sollen plötzlich viel mehr Aufmerksamkeit verdienen als andere, äusserlich sehr ähnliche. Moralische Panik macht uns hypersensibel für die einen und blind für andere. Cohen hat auch darauf hingewiesen, dass bei moralischer Panik immer irgendeine Form der Jugendkultur im Zentrum der Projektion stehe: Mods, Rocker, Heavy-Metal-Fans – und jetzt eben «woke» Student:innen. Die Angst vor der jeweiligen Nichtigkeit ist immer auch eine Angst davor, selber obsolet zu werden.

(…)

Immer wieder werde ich von europäischen Kolleg:innen mit angehaltenem Atem gefragt, was ich mich denn überhaupt noch trauen würde. Ganz so, als flüsterte ich meine Vorlesungen zu Stefan George nur noch und als würde ich meine Kant-Gesamtausgabe irgendwo vor studentischen Spitzeln verstecken. Interessant ist aber auch, dass mir diese Frage genau so, im gleichen besorgten Ton, seit ungefähr fünfzehn Jahren gestellt wird. Die Fragesteller:innen scheinen auf einen neuen McCarthyismus von links in den USA zu warten wie Estragon und Wladimir auf Godot.

Die Tendenz, anhand einer kleinen Anzahl Vorgänge an Liberal Arts Colleges und Ivy-League-Universitäten eine angebliche Welle linker Intoleranz diagnostizieren zu wollen, ist mittlerweile sogar vierzig Jahre alt, fast so alt wie ich. Die Warnung vor drohenden Denkverboten und so viel anderem mehr wurde schon 1985 von Allan Bloom in seinem Bestseller «The Closing of the American Mind» ausgebreitet, 1990 von Roger Kimball in «Tenured Radicals», 1991 von Dinesh D’Souza in «Illiberal Education» und 1992 von Robert Hughes in «Culture of Complaint». 1995 prangerte auch Peter Thiel in «The Diversity Myth» die «politische Intoleranz» an US-Unis an. Und das sind nur die erfolgreicheren Titel. Jedes Jahr bringt ein weiteres Dutzend solcher Menetekel.

Unabhängig vom Erscheinungsdatum hatten diese Bücher alle dieselbe Masche. Die dystopische Zukunft, die sie entwarfen, erfüllte sich nie. Alles, was man «bald» nicht mehr würde unterrichten dürfen: Man unterrichtet es noch heute. Diese historische Dimension fällt bei der Aufbereitung im Feuilleton weg: Von den genannten wurden offenbar nur die Bücher von Allan Bloom und Robert Hughes überhaupt ins Deutsche übersetzt. Das Zeitungswesen ist schnelllebiger als die akademische Welt. Was sich in den USA also als jahrzehntelange Kampagne präsentiert, wird im deutschsprachigen Feuilleton als immer wieder neue Erregung erlebt.

§

ABBA hat wieder gemeinsam Musik veröffentlicht und eine neue Show vorbereitet. Ein ausführliches Interview mit den beiden ABBA-Komponisten Ulvaeus and Andersson im Guardian:
“Super troupers! Abba on fame, divorce, ageing backwards – and why they’ve returned to rescue 2021”.

Erst dadurch habe ich mich daran erinnert, dass ABBA Anfang der 1990er eigentlich Vergangenheit waren; auch ich kannte sie vor allem als ein Detail, mit dem ich als Teenager nichts anfangen konnte: ABBA war was für Pferdemädchen. Doch dann:

A jokey Australian tribute band, Björn Again, began to do surprisingly good business, progressing from playing colleges to performing at Reading festival at the behest of headliners Nirvana: today, Björn Again is a global franchise, with umpteen versions of the band performing in different territories.

Genau diese Band spielte auf dem Summer Ball der Swansea University, den ich 1992 besuchte – und auf dem ich mich überraschenderweise leidenschaftlich zu ABBA mitgröhlend und tanzend in der Menschenmenge wiederfand.

Both [Ulvaeus and Andersson] profess bafflement as to what happened – “It’s difficult to fathom, you know, I really don’t get it,” Andersson shrugs – but the truth is probably quite prosaic: a generation who had grown up with Abba’s music as young children, at an age when the alleged coolness or otherwise of music has no bearing on your tastes, had come of age.

Richtig lieb gewonnen habe ich ABBA-Schlager dann durch den herzzerreißenden Film Muriel’s Wedding.

die Kaltmamsell