Ihre erste Bosna

Donnerstag, 16. Dezember 2004 um 12:06

Gestern mit an mein Herz wachsender Kollegin und unglaublicher Mütze auf dem Augsburger Christkindlesmarkt gewesen. Mein Versprechen eingelöst und die Zugereiste auf ihre erste Bosna eingeladen. Dabei hauptsächlich über das große Rätsel Bosna nachgedacht.

Weil nämlich: Beigebracht wurde mir das Bosna-Essen in Wien. Im scheißkalten Winter 1986/87 besuchte ich eine dort studierende Freundin, die mir als örtliche Spezialität eine Schweinsbratwurst mit Zwiebeln und Ketchup in der Semmel anpries, wie man sie an Straßenbuden kaufen konnte. Na ja, war zumindest eine interessante Variante der Bratwurst, die ich nirgends sonst gesehen hatte.

Umso erstaunter war ich, als ich nach Augsburg zog und dort in der ältesten Altstadt eine „Bosna Stub’n“ entdeckte, die sogar noch einige Variationen der oben beschriebenen Grundform führte. Ich erfuhr, dass unter Augsburger Innenstadt-Schülern die Bosna als Snack ungefähr so beliebt ist wie andernorts der Döner. Und sie gehört zu den Spezialitäten, die traditionell auf dem Christkindlesmarkt angeboten werden.

Da die Kollegin groß und tough ist, überredet ich sie, statt der einfachen Bosna gleich mal einen „Jaguar“ zu bestellen: Bosna mit einer extra Portion Cayenne-Pfeffer drübergestreut (als Kind dachte ich immer, der Name komme von einem Indianerstamm). Das war eine lustige Mahlzeit, da die Gute es fertigbrachte, während jedes Abbeißens einzuatmen und dann erst mal die Atemwege tränenreich von Gewürz freihusten und
-niesen musste. Sie behauptet eisern, es habe ihr geschmeckt.

die Kaltmamsell

6 Kommentare zu „Ihre erste Bosna“

  1. Lisa Neun meint:

    Mal wieder viel zu spät mit meinen Kommentaren, weil ich einfach zu spät bin. Tja, Bosna, ganz ehrlich – als ich seinerzeit so in den frühen 80ern in Wien studiert hab, da gabs die Bosna nirgends. Ich bin ja in Linz aufgewachsen, da gabs Bosna, Pusta Laibchen und LangoSCH. Vor allem beim Warmen Hans am Hauptplatz. In Wien gabs nur Kaskrainer (Eitrige) mit Brot (Buckl) und Klobasse (hab ich nur einmal gegessen und auch nur wegen dem Namen). Ja, ich hab festgestellt, dass sie mittlerweile angeboten wird die Bosna in Wien. Ich glaub sogar mit Curry. Gegessen hab ich noch keine dort- das nächste Mal aber bestimmt. Im Rahmen der Globalisierung bin ich aber überzeugt, dass sie irgendwann mal auch nach Erlangen kommt. LangoSCH hammer ja mittlerweile.

  2. Armin Pröbstl meint:

    Da ich ein geborenener Augsburger bin,und die „Bosna Stube“ am Judenberg nur zu gut kenne(habe lange Zeit in der Nähe gewohnt und als Kind kannte ich sie schon,ahno 1965) und auch deswegen oft eine gegessen habe,möchte ich hier dazu einiges sagen:
    1. Eine Bosna von der „Bosna Stube“ ist nicht nur irgendeine Wurst in der Semmel,sie ist ein Kult,der nur Einheimischen vertraut ist.
    2. Sie schmeckt immer und gegenüber den ganzen Kebabständen(bei dennen es immer gleich schmeckt) eine sehr sehr gute alternative!
    3. Man kann sie nicht nachmachen!! Ihr Geschmack ist mit keinem zu vergleichen!
    4. Eine echte Bosna schmeckt am besten in der „Bosna Stube“ in Augsburg.
    Da ich seit Jahren in Dillingen wohne,vermisse ich die echte Augsburger „Bosna“ wirklich.Ich wäre erfreud,wenn hier so eine „Bosna Stube“ wäre,was leider nicht möglich ist.
    Na seis drum,jedenfalls ist eine Bosna in der „Bosna Stube“ Augsburg immer super!!!

  3. Ilona Fuchs meint:

    Auch ich bin eine geborene Augburgerin. Aber seit 1975 nicht mehr ansässig.
    Die Bosna ging mir jedoch in all den jahren nicht aus dem Kopf. Lebe jetzt in der
    Nähe von Köln, fahre aber noch in dieser Woche in die Nähe von Augsburg und werde
    mein bestes geben um nochmal in den Genuss einer Bosna zu kommen.
    Herzliche Grüsse nach Augsbug
    Ilona

  4. wahlwienerin meint:

    Und noch eine gebürtige Augsburgerin – im Bismarckviertel aufgewachsen, ein Leben lang in und um Augsburg wohnend und jetzt seit zwei Jahren in Wien lebend. Ich lese mich gerade durch Ihre sämtlichen Augsburg-Einträge. Soeben habe ich diesen wunderbaren Geschmack auf der Zunge, aber bitte mit ohne extrascharf.

    Vielleicht verspüre ich jetzt ein wenig Heimweh. Nach der Stadt und danach, wie sie früher war. Nicht aber nach dem augschburgerischen „sch“. Ich habe ein „scht“ im Vornamen. Seit ich in Wien lebe, weiß ich erst, wie schön mein Name klingt, wenn er mit einem „st“ in der Mitte ausgesprochen wird.

    Danke für das Auffrischen meiner Erinnerungen und liebe Grüße!

  5. Alfons meint:

    Lustig. Bin auch aus Augsburg, lebe in Bonn und wenn ich runterfahre geh ich immer in die bosna Stube. Grüße ab

  6. kraut salat meint:

    ich hab bosna ca 1967 in salzburg kennen gelernt… und nirgends schmeckts so gut wie in meiner erinnerung.

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