Abenteuerjoggen

Sonntag, 23. Juli 2006 um 9:28

Gestern war’s wieder besonders schön. Ich startete zwar nicht so früh wie geplant, um der Hitze zuvor zu kommen (unaufschiebbarer Blogeintrag über polnische Mode), geriet aber schon nach wenigen Minuten in den Flow, der mich das Laufen vergessen lässt und mich zum Fliegen bringt. Meine Wadenschmerzen hat mittlerweile die Orthopädin als durch meinen Bandscheibenvorfall verursacht diagnostiziert, die begleitend tauben und schmerzenden Zehen auf meine Platt-Senk-Spreiz-you-name-it-Füße zurückgeführt. Nächste Woche gibt’s Einlagen, dann schaun mer mal, ob ich nächstens die gesamte Strecke Tierpark-Aumeister hin und wieder zurück mache.

Derzeit glitzert die Isar zwar sehr schön am Rand meines Gesichtsfeldes, verbreitet aber momentweise den Geruch von totem Fisch. Von bereits länger totem Fisch.

Und dann kam mir auf dem Uferweg eine Pferdekutsche von einem Dreiergespann Rösser gezogen entgegen (drei nebeneinander – hat das einen Namen?). Auf der Kutsche saßen etwa sieben einheimisch aussehende Männer mittleren Alters, alle mit riesigen mexikanischen Sombreros. Sie grüßten freundlich.

Und dann kam mir Bruno Jonas entgegen getrabt. Ich war gerade in Gedanken (malte mir aus, ich würde beruflich für drei Monate nach Manhattan geschickt und nutzte die Gelegenheit, um mal an einer Aerobic-Stunde von Faustus teilzunehmen) und hätte ihn gar nicht wahrgenommen, hätte ich nicht registriert, dass ein entgegenkommender Läufer seitlich in meine Richtung starrt. Als ich aufblickte, dachte ich: „Der Bruno Jonas ist aber alt geworden.“

Und dann waren offensichtlich mal wieder zwei Jahre vergangen, denn ein wildfremder Mann sprach mich an. Ein kräftig gebauter, junger Mountainbiker hielt an und fragte mich, ob es hier in der Nähe einen Biergarten gebe. Ich erklärte ihm den Weg zum Biergarten am Chinesischen Turm, für den er allerdings umkehren müsse. Ob ich nicht mitkommen wolle, fragte der Mann da schelmisch. Ich schüttelte den Kopf, ich hätte noch eine halbe Stunde Lauf vor mir, und lief weiter. Wenn er tatsächlich zum Chinesischen Turm gefahren wäre, hätte er mich überholen müssen. Aber er hat dann wohl sein Glück bei einer anderen Joggerin versucht.

die Kaltmamsell

5 Kommentare zu „Abenteuerjoggen“

  1. skh meint:

    Troika oder Dreispänner, je nachdem wie die Zügel laufen. Troika ist natürlich romantischer, aber auch komplizierter.

  2. die Kaltmamsell meint:

    Danke! Da alle drei Pferde parallel und in derselben Schrittart trabten, war das also ein Dreispänner.

  3. saxanasnotizen.blogspot.com meint:

    Respekt, das schaffe ich nicht mal im Gehen. Werde also nicht in der Isar baden, da sie nach totem Fisch stinkt. Danke für die Info.

  4. Mega-Bodsch meint:

    Ich kann Ihnen da Mut machen, Frau Kaltmamsell.
    Auch ich habe vor ca. 2 Jahren die Diagnose Knick-Spreitz-Senk-Fuß bekommen und zwei Paar Einlagen verschrieben bekommen; eines für den Alltagsschuh und eines für alle Sportschuhe, die ich so beitze (äh…Tennis- und Joggingschuhe). Am Anfang brennen ein bisschen die Fußsohlen, weil der Fuß sich erst mal an die ungewöhnliche neue Fußbettstruktur gewöhnen muss (hatte da v.a. beim Tennis Probleme, weil ich doch eher länger Tennis spiele, als ich jogge), aber dann, so nach ein paar Wochen geht es dann ganz famos.
    Und suuupertoll: Der Fuß bessert sich tatsächlich!!! Wenn Sie beispielsweise mal eine Badeanstalt aufsuchen sollten oder einen anderen Ort, an dem Sie Ihren Fußabdruck sehen können, werden Sie beim Vorher-Nachher-Vergleich feststellen, dass Sie nach längerem Tragen tatsächlich wieder einen normalen Fußabdruck haben und nicht diesen hässlichen, bei dem die ganze Fußunterseite abgedruckt wird und es aussßieht, als sei ein kleiner Jeti vorbeigetapst.
    In diesem Sinne: Toi, toi, toi!

    PS: Tolles Blog, lese ich fast täglich, sogar im Klausurenstress.

  5. syberia meint:

    Können meine Freundin und ich wärmstens empfehlen gegen Rückenbeschwerden aller Art: http://www.mbt-info.com/index.php?active_country=1


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