contd.

Samstag, 24. April 2010 um 15:24

Es wird doch zum Henker irgendeine Banalität geben, mit der ich Sie hier bei Laune halten kann… Ha! Augenbrauen.

Mein Augenbrauen sehen nämlich nach etwa sechs Wochen langsam endlich wieder wie sie selbst aus. Die neue Kosmetikerin, bei der ich damals war, hatte nämlich eine sehr eigene Interpretation von: „Wie sie sind, nur ein bisschen versäubern.“ Gemeint hatte ich: Die Außreißerhaare, die unter der eigentlichen Augenbraue wachsen und die Einzelhaare über der Nasenwurzel wegzupfen. Die betreffende Dame aber hatte mir zwei mitteldünne Striche hingezupft. Das ist sehr wahrscheinlich niemandem aufgefallen außer mir, nur bin ich halt in diesem Fall die wichtigste Wahrnehmerin.

Denn, nun kommt es raus: Ich grusle mich ein wenig vor Augenbrauen, die nur aus einer Kette von Einzelhaaren bestehen, meist unterlegt von einem gemalten Strich. Wenn schon artifiziell, dann bitte so. Meine Mutter hatte mich als Teenagerin zu einer damenhaften Brauenfrisur überreden wollen, waren doch meine dichten Augenbrauen für sie ein weiterer Beleg, dass ich mich neben meiner ungeheuren Fettheit einer Konfektionsgröße 40 auch sonst weigerte, hübsch zu sein. Doch dann sah ich auf dem Cover einer ihrer Brigitte-Zeitschriften eine junge Frau, die ich hochgradig attraktiv fand – und sie besaß deutlich ungezupfte Augenbrauen. Damit hatte meine Mutter verloren. Zumal gleichzeitig Brook Shields auf der Bildfläche erschien.

die Kaltmamsell

3 Kommentare zu „contd.“

  1. PepeB meint:

    Als 10-Jährige habe ich erstmals gesehen, dass Frauen (nun ja, eine 16-Jährige) sich die Augenbrauen zupfen. Damals habe ich mir geschworen, dass mache ich NIE, NIE, NIE. Well, acht Jahre später, oder so, sah dann alles anders aus … Völlig fasziniert war ich dann nicht von Brooke Shieldsens sondern von Frida Kahlos Augenbrauen. Würde ich mich aber nie trauen, sie so stehen zu lassen …

  2. trillian meint:

    Frida-Kahlo-Augenbrauen würde ich auch nicht so stehenlassen. Aber zum Glück sind meine Augenbrauen so hell, dass sie unsichtbar wirken. Zupfen brauche ich da garnicht.

    Aber letztes Jahr besuchte ich mit einer Freundin einen Schminkkurs. auf meine Frage an die Kosmetikerin. was ich denn mit meinem Brauen veranstaöten könne, meinte diese, dass ich die Brauen doch mit ein wenig Haargel gegen den Strich bürsten solle, denn „_Sie_ können das tragen…!“ Ich habe ein wenig verwirrt geguckt und amüsiere mich seitdem köstlich über den für mich unverständlichen kosmetischen Gimmick.

  3. creezy meint:

    Das geht mir genauso. An meine Augenbrauen habe ich noch nie jemanden gelassen. Die sind perfekt! Sie sind da, sie sind wundervoll geformt, sie haben Schwung, sie besitzen Haare, dunkel genug dass ich mir jeden Nachstrich schenken kann … alles andere kommt dann von selbst irgendwann mal mit der Chemo.

    Die allermeisten „Kunstwerke, die ich so bisher an weiblichen Augenbrauen gesehen habe, haben bei mir ungute Gefühle verursacht. Wenn Gott oder wer auch immer gewollt hätte, dass wir ohne Augenbrauen und nur mit Strich rumlaufen, dann hätte er uns Strich mit auf den Weg gegeben und nicht Augenbrauen.


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