Journal Dienstag, 23. September 2014 – Missverständnisse zwischen Kindern und Eltern

Mittwoch, 24. September 2014 um 8:11

Crosstrainerstrampeln und Rudern im Sportstudio.

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Gelächter mit Kollegin, als wir uns über Missverständnisse zwischen Eltern und kleinen Kinder unterhalten.
Zum Beispiel hat ihr britischer Vater ihr und ihren Schwestern in früher Kindheit als Bettgeschichte Alice in Wonderland vorgelesen, was sie total langweilig fanden – die Schwestern der Kollegin schliefen sofort weg. Das fand die Kollegin unhöflich bis beleidigend, wo ihr Vater sich doch so anstrengte: Sie setzte alles daran, wach zu bleiben um seine Mühe zu würdigen. Als sie kürzlich mit ihrem Vater darüber sprach, seufzte dieser in Erinnerung an seine Plagen: „Dich hat man nicht mal mit den langweiligsten Geschichten zum Schlafen gebracht!“

Ich wiederum erinnerte mich an meinen Vater, der mich Vorschulkind mit dem Abfragen der Haupstädte lateinamerikanischer Länder gequält hatte. Und der, als ich ihn als Erwachsene darauf ansprach, aus allen Wolken fiel: „Aber das hat dir doch immer so viel Spaß gemacht!“

Kennen Sie solche Missverständnisse auch aus eigener Kindheit oder Elternschaft?

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Heftige Arbeit mit hoher Schlagzahl, technische Probleme, mittags eine hervorragende Mango zum Schnitz Manchegokäse, das ganze untermalt von Partymusik aus dem Biergarten vorm Büro aka Oktifest II.

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Während ich nach Feierabendheimkehr nochmal rausging, um Geburtstagsgeschenkarrangements zu treffen, holte der Mitbewohner Pizza zum Abendessen aus der nächstgelegenen Pizzerei, auch wenn wir wussten, dass sie dort lediglich passabel ist.

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Stand der Küche, nachdem der Maler durchgeweißelt hat:

140923_Kueche_1

Der Mitbewohner hatte den Boden eine Stunde lang geschrubbt – der Schatz! (Mit Badreiniger – Elektriker und Küchenmöbeleinbauer werden Atemschutz brauchen.)

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John Oliver über den Schönheitswettbewerb „Miss America“:

The Miss America Pageant…how is this still a thing?
They claim to give more scholarships to women than any other organization, and, unfortunately, they’re right.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
http://youtu.be/oDPCmmZifE8

Unter anderem sehenswert, weil Oliver auch vorführt, dass die teilnehmenden jungen Damen durchaus beeindruckend gescheit sind.

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Der Fotograf Sandro Miller stellte weltberühmte Fotos nach – mit John Malkovich in allen Hauptrollen.
„Photographer Recreates Famous Portraits With John Malkovich As His Model“.

die Kaltmamsell

13 Kommentare zu „Journal Dienstag, 23. September 2014 – Missverständnisse zwischen Kindern und Eltern“

  1. Pippilotta meint:

    Ja, Malkovich!!!

    ***
    Verfolge gespannt die Küchenarbeiten. Auf den Bildern sieht es so aus, als hätte die Küche auf jeder Seite eine Tür, aber kein Fenster. Oder täuscht das??

  2. die Kaltmamsell meint:

    Das ist richtig, Pippilotta, die Balkontür mit Fenster geht in einem früheren Balkon, der jetzt ein Wintergarten ist – keine direkten Außenfenster (leider).

  3. erzieherin_hp meint:

    Missverständnisse:Meine Mutter dachte lange Zeit, ich liebte Maiandachten, mein Vater sah mich als leidenschaftliche Anglerin. Beide Tatigkeiten dienten mir als einzige Möglichkeit, das jeweilige Elternteil, bei 4 Gescheistern, für mich allein zu haben.

  4. Pippilotta meint:

    @kaltmamsell
    Ah, danke für die Erklärung. Lüftungs- und lichttechnisch vermutlich nicht ganz einfach. Gibt es keine Möglichkeit, einen Dunstabzug durch die Wand nach draußen zu verlegen? Aber so ein Wintergarten hat ja auch was.

  5. die Kaltmamsell meint:

    Von unserer Küchenplanerin habe ich gelernt, Pippilotta, das man heutzutage selbst bei der Möglichkeit Dunstabzüge nicht mehr nach draußen legt. So wird auch unser neuer wie der alte ein geschlossenes System sein.
    Wichtig sei, so die Küchenplanerin, den Abzug ein paar Minuten vor Einsatz bereits einzuschalten: Zunächst wirbelt er demnach die Luft auf, erst dann wird effiezient abgezogen. Schaltet man ihn also in dem Moment ein, in dem das Steak in die Pfanne kommt, wird das aufspritzende Fett vor allem in der Küchenluft verteilt.

  6. Croco meint:

    Lache immer noch über die Misswahlanalyse.

    Dass man den Abzug früher einschalten soll, war mir neu, erklärt aber alles.
    Trotz neuer und zugkräftiger Anlage hatte ich den Eindruck, sie verteilt statt sie saugt. Dankeschön für den Tip.

  7. gotti meint:

    Auf die Vecchia Masseria hab ich mich eigentlich immer gefreut, wenn ich mal nach München komme (wenn ich dort auch noch nie Pizza gegessen habe). Da muss ich wohl Ihr Archiv mal nach Alternativen durchforsten.

  8. Pippilotta meint:

    Dunstabzug: Wieder was dazugelernt, danke!

  9. die Kaltmamsell meint:

    Meiner Meinung nach, gotti, hat der Wirtwechsel vor ein wenigen Jahren dem Lokal nicht gut getan – und in München ist das Angebot halt so groß, dass ich wenig Geduld bei schlechten Erfahrungen habe.
    Nicht weit weg gibt es zum Beispiel das Viva Maria als Alternative.

  10. Sabine meint:

    Unglaublich wandlungsfähig, der Herr Malkovich. Danke fürs Teilen.

  11. Modeste meint:

    Zu Missverständnissen: Mein Vater denkt bis heute, ich sei eine leidenschaftliche Wassersportlerin gewesen. Dabei wollte ich ihm nur den Gefallen tun, dass zumindest ein Familienmitglied seine Hobbies nicht als nervig empfindet. Inzwischen habe ich erfahren, dass er oft nur wegen mir am Sonntag rausgefahren ist.

  12. togibu meint:

    Also dass man Dunstabzüge heutzutage nicht mehr nach außen ableitet, mag energieeffizient sein – ich empfinde das trotzdem als Rückschritt. Jedenfalls unserer entfaltet (außer der akustischen – die ist enorm) praktisch keine Wirkung, egal, ob ich ihn 1/2 Stunde vor dem Kochen, zu Beginn des Kochens oder 1 Stunde später einschalte. Da war der alte viel wirkungsvoller bei Erfüllung der Aufgabe, Fettdünste und ähnliches zu absorbieren.

    Und die Malkovich-Bilder finde ich persönlich zum Großteil wenig gelungen. Es gelingt ihm nicht, etwa die Sorgenlast der Immigrant Mother, den Wahnsinn Dalis oder des Jokers (Nicholson stellt ihn ja auch nur dar!), die Coolness Hitchcocks oder den visionären Blick Guevaras nachempfindbar darzustellen. Als Marylin schaut er nur wie eine billige … (zensiert), was die Echte absolut vermeidet. Und auch dem Häuptling oder dem völlig weggetretenen Jagger kann er sichtlich wenig nachempfinden. Gut, das war vielleicht auch nicht das Ziel der Aktion, aber dann wird’s für mich recht sinnleer. Lediglich die Darstellung von Warhols leerem Blick, oder von Einsteins Schalk empfinde ich als gelungen.

  13. Maria Hofbauer meint:

    Ad Missverständnisse:
    „Weil ich es eben sage!“ ist für mich keine Art im Umgang mit einem Kind, deshalb habe ich meiner Tochter schon im Kindergartenalter meist erklärt, warum ich diese oder jene Entscheidung (bezüglich meiner Tochter) getroffen hatte. Recht schnell kam ich dahinter, dass sie nicht selten meine Erklärungen als Unsicherheit auffasste – warum, weiß ich bis heute nicht. Meine Tochter übrigens auch nicht, aber diese Art der Kommunikation zwischen uns funktionierte damals erst nach einem klärenden Gespräch.

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