Journal Montag, 3. August 2015 – Lesestoff

Dienstag, 4. August 2015 um 7:19

Der Sommer ist zurückgekehrt, mit erträglichen Temperaturen.

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Ich kann immer noch keinen essentiellen Unterschied zwischen Hass online und offline sehen – außer dass die niedrige Schwelle für öffentlichen Äußerung im Internet den Hass sichtbarer und dadurch verletzender macht. Der Hass war schon immer da, bemerkten Kelly aka MissesVlog und Marie Meimberg im Gespräch mit Sascha Lobo – und ich dachte sofort an die Familienrunde meiner Kindheit abends beim Fernsehen: Welche Gehässigkeiten da über Schauspielerinnen oder Moderatoren fielen! Pures Gift, weißglühender, spuckesprühender Hass. Oder das Lästern, das so manche sogar kokett zu ihrem Hobby erklären: Sie säßen total gerne mit einer Freundin im Straßencafé lästerten. Was sind diese Gemeinheiten anderes als Hass? Es ist nur ein kleiner Schritt, solche Angriffe in das Kommentarfeld eines YouTube-Videos zu schreiben oder als Reply auf einen Tweet. Früher fand das hinter den Wohnzimmergardinen statt, und die Beschimpften bekamen gnädig nichts davon mit. Aber die Aggression war schon immer da, und sie war damals wie heute bezeichnender für die Lästerer und Hater als für das Ziel der Angriffe.

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Eine weitere bestqualifizierte Arbeitssuchende findet Löcher in der Klage von Unternehmen, sie fänden keine geeigneten Bewerberinnen:
“Arbeitslos und trotzdem sexy”.

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Die weibliche Hauptfigur des aktuellen Mad Max-Films bekommt viel Aufmerksamkeit. Alex arbeitet hier schön heraus, wie sehr sie mit den bisherigen Stereotypen von Action-Frauen bricht:
“Furiosa vs. tropes for women in action”.

via @jensscholz

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Apropos. Wer der feministischen Diskussionen überdrüssig ist, muss leider nur die Kommentare ihrer Feinde lesen, um dranzubleiben zu wollen. Diesmal: Wind von vorne, weil Hollywoodfilme ein bisschen mehr Frauen sichtbar machen – zum Beispiel mit der weiblichen Besetzung des Ghostbusters-Remakes.
“The real reason some men still can’t handle the all-female ‘Ghostbusters'”.

However, that ratio still feels like over-representation to some men—because in a way it is, based on their ingrained notions of how and how often a woman should be represented. Setting aside how ridiculous that notion might seem, we need to take a long, hard look at how our culture creates the perception that a group where only a third of the members are women appears to some people to contain “too many chicks.”

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Architekturjournalist und Wahlwiener Maik Nowotny hat sich in Berlin den Rohbau des Stadtschlosses angesehen. Die beste Zusammenfassung seines Eindruck ist dieser Bildtext:

Astana oder Abu Dhabi? Nein, was hier aussieht wie der neobarocke Traum eines Despoten ist das Ergebnis von 25 Jahre Debatten und demokratischer Entscheidung: die Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses mit dem Humboldtforum, im Juni 2015.

“Berliner Stadtschloss: Eine Masse für die Mitte”.

Wobei ich ja durchaus verstreute Hässlichkeit im Städtebau schätze: Sie hält die Wahrnehmung frisch und wach.

die Kaltmamsell

2 Kommentare zu „Journal Montag, 3. August 2015 – Lesestoff“

  1. Maphisti meint:

    Also, innen schaut der Berliner Dom ja schon a bisserl grauslig aus, na ja… Und wenn man dann draußen vor der Türe steht: Na, ne! Aber von weitem : Wow! Ist der nicht schön?
    Nu wartetet’s doch mal ab! Vielleicht wird das ja doch noch was mit dem Berliner Schlösserl! Wundern würd’s mi nit!

  2. Sigourney meint:

    Nichts gegen Furiosa, aber Ripley war schon immer meine Heldin. Aber soweit ich weiß, wurde die Rolle für einen Mann geschrieben und dann erst mit einer Frau besetzt (im ersten Film).

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