Journal Dienstag, 28. August 2018 – Länger werdende Schatten

Mittwoch, 29. August 2018 um 6:37

Endlich hatte ich wieder Lust auf eine Runde Krafttraining vor der Arbeit – tat gut.

Zu Fuß ins Büro in milder Luft, es wurde ein schöner, sonniger Tag.

Feierabend nach viel Arbeit. Ich hatte Lust auf einen Umweg durch den Bavariapark, genoss das Licht (für 18 Uhr schon sehr golden) und die Luft, die von vollen Obstbäumen kündete, von Äpfeln, Zwetschgen, Birnen, von Nachmittagen am Baggersee, an denen die Schatten immer früher lang wurden, man immer früher heimradelte, weil es kühl wurde. In diesem Jahr spüre ich sehr deutlich den Übergang von Hochsommer zu Spätsommer mit Herbsttönen – schön.

Westend-Lieblingshaus von einer anderen Seite.

Blick auf die Theresienwiese vom Fuß der Bavaria aus.

Ich holte Herrn Kaltmamsell zu einem Abendessen im Schnitzelgarten ab, zur Tagesschau waren wir schon wieder zu Hause.

§

Ich bin höchst irritiert über die Wortwahl der traditionellen Medien bei der Berichterstattung über die rechtsradikalen Ausschreitungen in Chemnitz. Die Protestierenden gegen die Nazis werden als „links“ oder „links orientiert“ zusammengefasst – ist alles außer Nazis links? Ich befürchte, dass genau so die Mitte verprellt wird, die empört und angeekelt über Nazis ist, aber sich wirklich nicht als links bezeichnet sehen möchte. Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach hat das ausgeführt:
„Rechte und linke Demonstranten“.

Und die Tagesschau um acht behauptete, die Nazis in Chemnitz seien von „Ausländerfeindlichkeit“ motiviert gewesen – haben sie ihre Opfer etwa erst nach ihrem Pass gefragt? Wie überhaupt die Opfer in den Medien als „Einwanderer“, oder „Immigranten“ bezeichnet wurden. Nein, das korrekte Wort ist „Rassismus“: Die Rechtsradikalen haben sich auf Menschen gestürzt, die in ihren Augen nicht-deutsch aussahen.

die Kaltmamsell

4 Kommentare zu „Journal Dienstag, 28. August 2018 – Länger werdende Schatten“

  1. Trulla meint:

    Man muss die Dinge beim Namen nennen: es ist Rassismus, der diesen Mob in Bewegung setzt. Und nicht jeder anständige Bürger, der dagegen aufbegehrt, ist links einzuordnen. Wie simpel wäre das denn? Vor dem Erstarken der Nazis und Rechtspopulisten fürchtet sich jeder, der noch Anstand im Leib hat. Kein Verständnis kann man jetzt noch aufbringen für jene, die trotz ursprünglich anderer Motivlage, oder auch nur aus Protest gegen die etablierten Parteien, weiterhin in der AfD verbleiben oder diese wählen. Diese Partei ist brandgefährlich! Wer das klein redet oder die Äußerungen ihrer Mitglieder beschwichtigen will, macht sich mitschuldig.
    Wir haben wirklich Anlass zur Sorge.

  2. Hauptschulblues meint:

    Ein interessantes Interview zu Chemnitz:
    https://www.sueddeutsche.de/politik/ausschreitungen-in-chemnitz-uns-fehlt-im-osten-eine-ganze-generation-1.4109768-2

  3. Norman meint:

    @Hauptschulblues: Dank für das Interview!

  4. engl meint:

    es heißt rassismus. genau!

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