Journal Freitag, 3. August 2018 – Abenteuer Kronfleisch

Samstag, 4. August 2018 um 8:04

Wecker früh genug für eine Runde Rumpftraining gestellt, außerdem die Wohnung ein wenig für Übernachtungsbesuch vorbereitet, Bettwäsche gewaschen.

Meine fein abgestimmte Planung wurde zerschossen, als mein Blog sich nicht mehr aufrufen ließ, von keiner Seite. Das war diese Woche schon mal passiert, das Blogheinzelmännchen berichtete von Komplikationen durch https. Wahrscheinlich hatten auch einige von Ihnen Probleme, mein Blog zu erreichen: Bitte entschuldigen Sie.

Mittags ein aushäusiger Termin: Erste ernsthafte Besprechung des einen großen Fests, das ich gerne mal mit Herrn Kaltmamsell feiern wollte. Es wird wohl wirklich, wirklich nächstes Jahr stattfinden. Und nach all dem Hin und Her, während dem ich Hoffnung und Freunde eng bändigte, um nicht zu schmerzlich enttäuscht zu werden, brach gestern dann doch der Jubel durch. Die Phasen von „Heilige Scheiße, so viel zu tun!“ und „Oh Gott, es wird niemand kommen!“ sehe ich durchaus noch in der Zukunft. Aber gestern waren alle Überraschungen positiv, unter anderem: Bis zum Fest wird die Location barrierefrei sein, wir können zwei frühere Freundinnen einladen, die darauf angewiesen sind.

Heimweg in brüllender Hitze. Obwohl ich langsam ging und die Sonne mied, schwitzte ich in Strömen, und mein Kreislauf wackelte.

Das Nachtmahl war spannend. Herr Kaltmamsell hat Ferien, das bedeutet: Ich werde nicht nur jeden Tag abendessenbekocht (dazu braucht der Herr keine Ferien), sondern mir werden auch kulinarische Welten eröffnet. Gestern zum Kronfleisch. Herr Kaltmamsell war auf diesen Schnitt durch Rezepzte für Cornish Pasty gestoßen, die wohl traditionell damit hergestellt wird. Aber auch in Bayern hat es Tradition: Es handelt sich um Zwerchfell. Herr Kaltmamsell hatte ein Kilo Kronfleisch in unserer Nachbarschaftsmetzgerei Schlagbauer bestellt und servierte es abends kurz gebraten mit Mangold und kurz gekocht mit Meerrettich. Beides schmeckte sehr gut, damit kann man arbeiten.

Nachts kam der Übernachtungsbesuch und versuchte uns noch zu kurzem Ausgehen auf einen Drink zu überreden – jetzt, wo es endlich draußen nicht mehr unerträglich heiß war. Vergeblich, sie musste allein gehen.

§

Vanessa Giese erklärt in ihrem Tagebuchpost, warum sie gesetzlich krankenversichert ist, auch als Selbständige.

Exakt meine Gründe schon immer (und der Anlass, warum ich nicht mehr zu dem Orthopäden gehe, der mich bei jedem Besuch deshalb für einen Deppen erklärte). Das Solidaritätsprinzip der gesetzlichen Krankenkassen finde ich großartig – umso verstörender ist es, dass es durch die Profitorientierung des Gesundheitssystems mit den Gesundheitsreform der vergangenen 15 Jahre konterkariert wird.

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Mequito bloggt nicht mehr oft. Und wenn er es mal tut, wie jetzt über sein Autokennzeichen in Schweden, merke ich, wie schmerzlich ich das vermisse.
„[bajen]“.

die Kaltmamsell

5 Kommentare zu “Journal Freitag, 3. August 2018 – Abenteuer Kronfleisch”

  1. Hauptschulblues meint:

    Frau H. ist aus Gründen von klein an immer pflichtversichert. Vor etwas 10 Jahren flog sie zum Dank aus der Beihilfe für Beamtinnen.
    Das Solidaritätsprinzip wird leider überall durchlöchert und abgebaut und schwer durchschaubar verkompliziert seit der Einführung von Hartz Vier.

  2. Joel meint:

    Wenn sie bei den Vorbereitungen mit etwas nicht klar kommen, melden sie sich bei mir. Ich hatte meine „große Feier“ vorletztes Jahr und ich weiß inzwischen wie es geht. :-)

  3. Bobbie meint:

    Hallo Frau Kaltmamsell, bin seit einiger Zeit stille Mitleserin und möchte mich bedanken für Ihren interessanten und anregenden Blog. Ihr früher Morgenlauf vor ein paar Tagen hat mich heute früh auch meinen inneren Schweinehund überwinden lassen und mich um 6 Uhr aus der Falle getrieben. Aus geplant 30 Minuten wurde ein fast ein stündiger Lauf. Herrlich. Neugierig bin ich was für ein gemeinsames Fest sie feiern wollen? Doch nicht etwa schon Silberhochzeit? Alles Gute Ihnen wünscht Bobbie

  4. Milla meint:

    Ich freu mich so über Ihr Fest. Erinnert mich an: Grüne Hochzeit zum 50. In Rom. Planungsvorlauf: 3 Monate, neues Wort kennengelernt: Matrimonio di flash,
    Blitzhochzeit, nach 25 Jahren Partnerschaft. Es war toll und noch toller seither.
    Viel Freude bei der Planung, und es werden alle, alle kommen!
    Grüße, Milla

  5. jochen meint:

    … vor vielen, vielen Jahren – ich hatte gerade bei der grossen, grossen Agentur gekündigt um mit einem Kollegen selbst etwas auf die Beine zu stellen (woraus nichts geworden ist), hatte ich auch meine Hausbank über die kommende Selbständigkeit unterrichtet. Die Brüder haben mir – natürlich sofort – einen Termin mit zwei PKV Beratern organisiert, die mir von den unfassbaren Möglichkeiten der privaten Krankenversicherung berichten wollten. Natürlich bin ich dort auch aufgetaucht ( Bohnenkaffee!!! Kekse!!!! ) und bin auf zwei – wie könnte es anders sein – komplette Schmierlappen gestossen. Die haben da vorsichhingepowerpointet und mit (wirklich) etwas vom Pferd erzählt. Nach 45 Minuten habe ich denen gesagt, dass ich ein grosser Anhänger des Solidaritätsprinzips bin (genau so) und ich sie auch sehr schmierig finde. Habe meinen Keks aufgefressen, meinen Bohnenkaffe ausgetrunken und bin gegangen.

    Mehr als zwanzig Jahre Selbstständigkeit haben mich bei meiner ungeliebten TK ( die zahlen homöopathische „Leistungen“ – meine DNA wird brüchig … ) einen Riesenhaufen Geld und viele, viele Briefe und Nerven gekostet.

    Aber das Prinzip stimmt! Weder will ich eine Chefarztbehandlung (Gott bewahre, das wäre ja wie Seehofer als Innenminister) noch will ich Einzelzimmer im Krankenhaus. Wenn es hart auf hart kommt, steht die Gemeinschaft für einander ein, und so soll es sein.

    Immer.

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