Journal Mittwoch, 17. Juli 2019 – Der Abstand zwischen Erkenntnis und Umsetzung

Donnerstag, 18. Juli 2019 um 6:31

Früh aufgewacht nach gutem Schlaf. Zum Frühstück sogar Mueslihunger.

Mein erster Termin des Tages: Bewegungsbad. Diesmal Wassergymnastik mit Schwimmbrett, war nur mittellustig.

Gründliches Duschen, gefolgt von Abschlussterminen Schmerzbewältigung und Entspannungstraining. Bei Ersterem ging es um Stress und Selbstfürsorge; ich landete mal wieder an dem Punkt, dass zwischen Reflexion/Selbsterkenntnis und Umsetzung der Erkenntnisse mehrere Galaxien liegen. Und wie ich die überwinden soll, weiß ich nicht. Die PME-Geschichte nehme ich mir aber mit heim.

Mittagessen, Lesen (ich arbeite mich beherzt durch Bonfire of the Vanities, so ein dickes Buch ist doch genau das Richtige für einen Reha-Aufenthalt, da kann ich auch mal so richtig Schwung nehmen und länger am Stück lesen), Nickerchen.

Dann war immer noch Zeit bis zum nächsten Therapietermin, die nutzte ich für einen Cappuccino in einem Café der Kur-Hauptstraße (leider ziemlich greislich) und für einen Spaziergang im Kurpark.

Bereits der letzte Termin des Tages war nochmal eine Runde Qi Gong – wie könnte ich nicht auf eine Übung anspringen, die „Schwimmender Drache“ heißt?

Wieder beherztes Lesen, bis es Zeit fürs Abendessen war. Schichtwechsel: Drei neue Menschen am bislang so angenehm ruhigen Sechsertisch, ein recht junger Mann zeigte besorgniserregende Geselligkeit. Denn werden wir schon noch ruhiglächeln.

Weil ich es noch nicht getan hatte, sah ich mir die Patientenbibliothek an. Sie erfüllte alle meine Erwartungen: Simmel, Karl May, Angélique, aber auch Harry Potter.

Der gemischtwolkige Tag war sonnig geworden, ich spazierte nochmal ins Seifenbachtal und erkundete eine mögliche Laufrunde für Freitag. Als ich einen kleinen Ort durchquerte, überfiel mich eine Geräuscherinnerung aus Kindertagen: Ich hörte deutlich die Maschine, die auf dem Bauernhof frisch gemolkene Milch filtriert. Wenn ich als Kind zum Milchholen ging, lärmte sie immer im gekachelten Raum, in dem die Bäurin mir die Milch abfüllte.

Ich genoss den Spaziergang, allerdings diesmal mehrfach gestört durch Mountainbiker und E-Radelnde.

Die Ernte hat begonnen.

die Kaltmamsell

9 Kommentare zu „Journal Mittwoch, 17. Juli 2019 – Der Abstand zwischen Erkenntnis und Umsetzung“

  1. Usul meint:

    Das letzte Foto gefällt mir so gut, dass ich einen Kommentar schreiben musste!

  2. Anke meint:

    Der erste Kommentar gefällt mir so gut, dass ich einen zweiten schreiben musste!

  3. Melanie meint:

    Mir gefällt „den werden wir schon noch ruhiglächeln“ am besten!

  4. engl meint:

    nicht zu vergessen der schwimmende drache. der muss auch mit nach hause. oder?

  5. Ulla meint:

    Die Patientenbibliothek würde mir auch nicht gefallen.

  6. Sandra meint:

    Der junge Mann tut mir leid. Man kann sicher etwas mehr mit ihm kommunizieren, als ihn ruhig zu lächeln. Das finde ich wirklich traurig. Er wird sich bald dumm vorkommen. Oder glauben, man würde ihn nicht mögen.

  7. Manu meint:

    Ja, da bin ich beruhigt, das es mir nicht alleine so geht : Galaxien zwischen Erkenntnis und Umsetzung.

    Ich fing mit Yoga an, begeistert nahm ich an einem Mbsr Achtsamkeitskurs teil, meditierte etc aber mehr als 1 Jahr hielt das aufgrund meiner nicht konsequenten Umsetzung nicht an und ich verfiel wieder in alte Muster bis zur Erschöpfung im Beruf.

    Mit Ihren Schwimm u Laufberichten sind Sie mir ein Vorbild (auch an Konsequenz). Verfolgen Sie bitte weiter Ihre Ziele, damit ist schon viel getan.

  8. Bert Baxter meint:

    Ja, der junge Mann kann einem leid tun…ruhiglächeln hört sich gar nicht gut an.

  9. Berit meint:

    War auch meine spontane Reaktion. Man könnte alternativ auch sagen, das man es präferiert sein Essen in Stille einzunehmen

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