Journal Dienstag, 16. Juli 2019 – Morgenlauf und Reha-Freude am Theraband

Mittwoch, 17. Juli 2019 um 6:52

Die gestrige Maßnahme, um Ausdauersport unterzubringen: Früher aufstehen für Morgenlauf. Ich nahm dieselbe Strecke wie am Montag, wieder ein Stündchen mit einem ordentlichen Anstieg zum Pulshochbringen, war schön in der morgendlichen Kühle.

Die ersten beiden Reha-Termine waren nach einem Frühstückstee wieder Schmerzbewältigung und Entspannungstraining. Als auch diesmal für Ablenkung zur Bewältigung chronischer Schmerzen geworben wurde, wies ich dann doch mal darauf hin, dass manche (hüstel…) so gut im Ablenkungfinden von ihren Beschwerden sind, dass sie diese auch mal deutlich zu spät an sich heran lassen.

Mein Therapieplan sah als Nächstes Maschinenraum vor, ich hob, schob und zog mich wieder durch mein Programm. Diesmal musste ich an keinem Gerät warten, so blieb Zeit für meinen Morgenkaffee, bis ich zur Wirbelsäulengymnastik ging. Diesmal war das Spielzeug ein Theraband; ich war wieder sehr angetan von all den Tipps, die die Physiotherapeutin dazu gab, am überraschendsten der für Zugübungen von oben für daheim: Theraband in der Mitte um ein zusammengerolltes Handtuch wickeln, oben in einer geschlossenen Tür einklemmen. Nachdem mein heimisches Theraband vor kurzen zerbröselt ist, werde ich mir jetzt wieder eines kaufen. Auf Youtube gibt es ja unübersehbar viele Anleitungen zu Übungen – hat jemand von Ihnen einen Lieblingskanal?

Nach dem Mittagessen angenehm warmes Rotlicht auf die Lendenwirbelsäule, dann die vorletzte Einheit „Rückengerechtes Arbeiten/PC“: Heben und Tragen von Lasten, einschließlich Übungsstationen. Vorher schon hatten mehrere Patienten die Empfehlungen der ausgesprochen reizenden Ergotherapeutin zu Tastatur/Bildschirm konterkarierten, weil sie mit zwei Fingern tippen. Darauf konnte Frau Ergo nicht reagieren – Menschen, die mit zwei Fingern tippen und dabei sehr wahrscheinlich nicht auf ihren Bildschirm gucken, sondern auf die Tastatur, scheinen in der Ergonomieforschung noch nicht erfasst.

Erste Abschiedsvorboten: In meinem Zimmer lagen die Formulare für die Abschlussuntersuchung am Donnerstag.

Ich wechselte in Zivilkleidung und las bis zum Abendessen in der Sonne auf der Klinikwiese The Bonfire of the Vanities, keine Tratscherinnen störten mich dabei.

Ruhe später auch im Raucherpavillon: Die lauten Party People scheinen ihre Reha beendet zu haben – oder es hat sich dann doch jemand erfolgreich beschwert.

Mondaufgang beobachtet.

die Kaltmamsell

31 Kommentare zu „Journal Dienstag, 16. Juli 2019 – Morgenlauf und Reha-Freude am Theraband“

  1. Joël meint:

    Ich lese dass ihnen die Infrarotbestrahlung gut tut. Wäre das nicht eine Maßnahme wenn sich sich ein solches Gerät für Zuhause anschaffen?

  2. marthe meint:

    Das ist hier wirklich eine Gruselgeschichte, wie eine Kur im Gießkannenverfahren abgewickelt wird, kaum etwas von individualisierter Medizin erkennbar ist, ausser einem Hinweis einer Physio, der ein Bewegungsmuster von Ihnen auffiel. Sie machen das Beste daraus, Respekt!
    Als früherer Physio fiel mir auf, daß Ihre Rückenmuskulatur sehr auf die Instabilisierung im Schlingentisch überreagierte, das könnte ein Hinweis sein, dass Sie von lokaler Stabilisierung der Lendenwirbelsäule profitieren könnten, vor allem im Hinblick auf die Ausfälle, die sie erleben. Es ist ein evidenzbasiertes Verfahren, das manche Physios anbieten können, das kann nur individuell erarbeitet werden. („Lokale Gelenkstabilität“)

  3. die Kaltmamsell meint:

    Ich hatte eher an Wärmepflaster gedacht, Joël, so ein Gerät erscheint mir ein wenig überdimensioniert.
    Am Freitag habe ich endlich meinen Physio-Einzeltermin, marthe, vielleicht springt da ein individueller Tipp heraus.

  4. Joël meint:

    Probieren Sie es aus.
    Ich selbst kann mit Wärmepflastern nicht so gut weil meine Haut sich durch das Capsaicin darin anschließend immer wie rohes Fleisch anfühlt. Infrarot kann ich aber täglich anwenden wenn mein ganzer Schulterbereich sich wieder wie ein Holzblock anfühlt.

  5. die Kaltmamsell meint:

    Hm, Joël, mit Capsaicin auf der Haut habe ich es noch nie versucht, meine Wärmepflaster funktionieren mit Oxidation:
    https://www.pharma4u.de/forum/showthread.php?385-Wie-funktioniert-ein-Thermacare-Pflaster
    Da mache ich mir am ehesten Sorgen um den Müll, den ich mit jedem Pflaster erzeuge.

  6. Christina meint:

    Es gibt auch kleine Rotlichtlampen, mit denen man bei Erkältungen sehr angenehm den Brustbereich „bestrahlen“ kann.

  7. Hauptschulblues meint:

    Rotlicht ist die gute Lösung.

  8. die Kaltmamsell meint:

    Was kann Rotlicht denn, Hauptschulblues, das ein Wärmepflaster nicht kann?

  9. Christina meint:

    Öko-Test: „Wärmepflaster sind vor allem Placebo“ (gefunden bei utopia.de)

  10. die Kaltmamsell meint:

    Na ja, Christina: Sie machen warm, messbar. Manchen tut bei Schmerzen Wärme gut, manchen Kälte.
    (Und ich frage mich gerade, wie man Wärme doppelt verblindet.)

  11. Berit meint:

    Team Rotlichtlampe. Hatte meine Mama bei mir früher bei Ohrenschmerzen eingesetzt

  12. Sandra meint:

    Ich tippe superschnell mit 2 Fingern und gucke nicht auf die Tastatur.

  13. die Kaltmamsell meint:

    Mit aufliegendem Handballen, Sandra? Oder kommt die Bewegung aus Schulter/Ellbogen?

  14. Hauptschulblues meint:

    Rotlicht hat keine Chemie und keinen Abfall. Strom – ja.

    H. kannte Rotlicht von Kindesbeinen an, zum Wärmen von Küken verschiedenster Art.

  15. Trulla meint:

    Ich schwöre auf Thermacare, die Pflaster habe ich immer im Haus, für den Schulter- oder Hüftbereich. Mir helfen sie bei Ischiasbeschwerden neben meinen Lagerungsübungen perfekt. Die früheren Versuche mit ABC Pflaster haben mir nach kürzester Zeit Hautprobleme bereitet und ich habe sie mir förmlich vom Leib gerissen.
    Rotlicht finde ich für verschiedene Anwendungen bei Erkältungserscheinungen gut und wirkungsvoll. Aus meinem Elternhaus stammt noch eine alte, handliche kleine Lampe, ein Tischmodell, das nicht viel Platz beansprucht.

  16. Christina meint:

    Öko-test meint, dass es keine wissenschaftliche Grundlage dafür gibt (also esoterisch ist), Wärme mit Wirkung (d.h. Linderung/Heilung) gleichzusetzen.

  17. die Kaltmamsell meint:

    Na ja, dann ist die Quelle ja egal, Christina, ob Rotlicht oder Pflaster.
    Andererseits ist Schmerz eine völlig subjektive Wahrnehmung (wie ich gerade wieder mehrfach in Vorträgen dargelegt bekam), er ist nicht objektiv messbar. Deswegen fragen Ärztinnen ja auch immer nach der subjektiven Einordnung auf einer Skala von 1 bis 10. Heilung von Schäden kann man messen, aber wenn Ökotest eine Methode zur objektiven Schmerzmessung entwickelt hat, wäre das eine Sensation.

  18. Christina meint:

    w.z.b.w.
    Wissenschaftlich hin oder her: Gestehen Sie diese subjektive Wahrnehmung doch einfach auch den Nutzern von Homöopathie und anderen alternativen Heilverfahren zu.
    Mit diesem Plädoyer möchte ich unsere leidige Diskussion beenden.

  19. Trulla meint:

    @Christina
    Wärme zielt nur auf Linderung, niemand verspricht dadurch Heilung.
    Anders als bei Zuckerkügelchen, die per se keine Linderung bewirken können. Aber gut, schlucken Sie diese ruhig, wenn Sie daran glauben, denn Glaube versetzt bekanntlich Berge. Nur bitte nicht auf Kosten der Allgemeinheit, sprich Krankenkasse!

  20. die Kaltmamsell meint:

    Ich gratuliere Ihnen zum letzten Wort, Christina: Sie haben hiermit Schmerzempfinden gleichgesetzt mit Infektionen, Entzündungen und Krebs. Ich hoffe, Sie geraten nie in ein Gesundheitssystem, das das ebenfalls tut.

  21. Christina meint:

    Frau Kaltmamsell, Ihnen im Gegenzug Glückwunsch zum unsachlichsten Argument. Von mir kam kein Wort zum Thema Infektionen, Entzündungen oder Krebs. Wenn Sie auch nur mit einem Minimum an Aufmerksamkeit gelesen hätten, hätten Sie bemerkt, dass ich von Migräne und Rückenschmerzen sprach.
    Mit Ihrer unglaublichen Rechthaberei schaden Sie aber letztlich ohnehin nur sich selbst.
    @ Trulla: Krankenkassen sind Wirtschaftsunternehmen und können es sich nicht leisten, Geld zu verschenken. Wenn sie alternative Heilverfahren bezahlen, wird das seinen Grund haben. Ich kann da nur meinen Fall anführen: Wenn ich mit Migräne zur Ärztin gehe, bekomme ich ein paar Globuli aus ihrem Fläschchen und kein Rezept füt teure Mrdikamrnte. Was ist der Kasse dann wohl lieber?

  22. die Kaltmamsell meint:

    Dann bin ich ja erleichtert, Christina: Wenn die Zuckerkügelchen für Sie einfach etwas sind, was sich gut anfühlt wie bei anderem Menschen Wärme (oder, so fingen wie an, Wallfahren), dann müssen Sie ja nicht mehr behaupten, „dass Homöopathie wirkt“.

  23. Christina meint:

    Ach Frau Kaltmamsell, das ist mir doch zu dumm, mit Logik und Verstand kommt man bei Ihnen nicht weiter. Merken Sie eigentlich noch, wie armselig Sie sind? Wenn Sie argumentativ nicht mehr weiterwissen, stellen Sie irgendwelche Behauptungen auf oder unterstellen Ihrem Gegenüber irgendeinen Quatsch.
    Quälen Sie einfach weiter Ihren geschundenen Körper und lassen Sie sich möglichst viel Beifall von Ihren Jüngern spenden.

  24. FrauZimt meint:

    Popcorn raus, Christina ist wieder da! Hatten Sie nicht eigentlich ungefähr 10 Kommentare weiter oben versprochen, die Diskussion sei Ihrerseits beendet?

  25. Sandra meint:

    Mit fliegenden Fingern ohne aufgelegten Handballen.
    Das mache ich seit 10 Jahren so.
    Ich hoffe, Sie haben nicht gelernt, dass DAS problematisch werden könnte?!?! Sonst brauche ich doch einen Tipp-Kurs. Ich bin Büro-Quereinsteiger und habe nie tippen gelernt. Ich tue es einfach extrem schnell und habe nie über meine Haltung dabei nachgedacht *angst*

  26. Sandra meint:

    OMG!

    Diese Diskussion muss ins Neo Magazin Royale!

    Darauf ein Gläschen Heiße 7!

    Übrigens erinnert mich „ein paar Globuli aus ihrem Fläschchen“ an früher, als man sich beim Zahnarzt am Ende einen Flummi aus der bunten Kiste nehmen durfte. Das tat auch echt gut.

    Übrigens verteilen nicht alle Ärzte nur Globuli aus ihren Fläschchen, sondern verordnen sie auf Kassenrezept oder es gibt im Rahmen der Satzungsleistungen Geld für Selbstgekauftes zurück. Auch das Beratungsgespräch könnte ggf. zu Lasten der GKV abgerechnet werden.

  27. FrauK meint:

    Mein Lieblingskanal (allerdings kommt da kaum ein Theraband zum Einsatz):

    https://www.youtube.com/results?search_query=feldenkrais+with+alfons

    Keine Ahnung, ob das was für Sie ist, aber vielleicht schauen Sie sich mal das kurze Einführungsvideo an.

  28. Eva meint:

    Viel Beifall von einer Jüngerin. Und außerdem herzhaftes Gelächter!
    Liebe Grüße
    Eva

  29. Barbara meint:

    Hallo , ich halte den Vorwurf der Rechthaberei an Frau Kaltmamsell auch für begründet: wie immer man zur Homöopathie stehen mag, ich finde es verkraftbar, dass manche Menschen Homöopathie für sich erfolgreich anwenden. In der Medizin gilt heutzutage das bio-psycho-soziale Modell als state of the Art, dh. Jede scheinbar rein körperliche Erkrankung hat auch mehr oder minder psychische und soziale Auslöser, Bedingungen, Folgen usf. Vieles, dass heute im Gesundheitsbereich erfolgreich angewandt wird, ist nicht evidenzbasiert und kann bzw. wird es nie sein.

    Grüße von Barbara

  30. die Kaltmamsell meint:

    Ich halte diese Beliebigkeit für gefährlich, Barbara, und baue auf eine Medizin, die erst mal von Fakten entlang der Naturgesetze ausgeht (gegen die die Homöopathie schon mit ihrer Behauptung von „Wassergedächtnis“ verstößt). Und physikalische Gesetze sind halt keine Meinungssache.

    Als religiösen Ansatz und fürs subjektive Wohlgefühl kann ich Homöopathie (genauso wie das Wallfahren) gerne akzeptieren, doch ist belegt, dass ihre Wirkung nicht über den Placebo-Effekt hinaus geht (wobei der Placebo-Effekt mehr als nichts und ebenso gut belegt ist).

  31. Christina meint:

    Dieses verächtliche Herabschauen auf den Placebo-Effekt zeugt auch nicht von besonderer Intelligenz. Das Beste, was Ihnen passieren könnte, wäre genau dieser Placebo-Effekt (ob nun mit Homöopathie oder sonstwie): Eintreten der Wirkung ohne die Belastung des Körpers durch die Chemie-Hämmer.

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