Journal Montag, 15. Juli 2019 – Sport trotz Reha, nicht einfach

Dienstag, 16. Juli 2019 um 7:51

Diesmal verzichtete ich sogar auf den Tee beim Frühstück, um möglichst schnell vor dem ersten Termin um 8.15 Uhr auf den Crosstrainer zu kommen. Doch vergeblich: Im Konditionsraum fand gerade eine Einführung statt, ich konnte nicht trainieren. Sehr schlecht für meine Laune.

Der erste Termin war einer mit Folgetermin: Erst einstündige Gruppensitzung „Schmerzbewältigung“, dann „Einführung Entspannungstraining“, beides geleitet von einer Psychologin. Das Entspannungstraining war sehr interessant: PME, also Progressive Muskelentspannung, auf sehr bequemen Sesseln brachte mich tatsächlich ein wenig zur Ruhe.

Jetzt hatte ich noch über eine Stunde bis zur Wirlbesäulengymnastik, das konnte ich doch für Ausdauertraining nutzen. Den Plan hatten offensichtlich andere Patientinnen und Patienten auch: Alle Geräte im Ausdauerraum waren besetzt. Jetzt reichte es mir: Dann würde ich halt jetzt und hier testen, wie Joggen funktionierte, wenn ich die Schmerzen einfach ignorierte. Ich wechselte in die Joggingschuhe bändigte meine Haare (ich brauche dringend einen Schnitt) mit einer Kappe und lief raus ins Seifenbachtal. Das ging recht gut, und nach einer halben Stunde kam ich auch in die ersehnte Laufruhe, die ich so vermisst hatte. Ich lief hinauf zur Frankenwarte, brachte meinen Puls endlich mal wieder richtig hoch. Mit einer Ehrenrunde schaffte ich es auf eine ganze Stunde Lauf.

Frankenwarte

Schnell geduscht, dann wieder Wirbelsäulengymnastik, diesmal mit Sitzball. Ich bin sehr positiv überrascht, in welch zahlreichen Schattierungen ich hier Wirbelsäulengymnastik kennenlerne. Das kommt auf jeden Fall auf die Nachsorgeliste, die ich ja zum Abschluss zusammenstellen muss.

Nach dem Mittagessen Massagestuhl, dann lange Pause, in der ich mich auch ein wenig hinlegte. Abschluss des Therapietags war Qi Gong, kommt auch auf die Nachsorgeliste.

Ich wechselte in Zivilkleidung und setzte mich mit Buch raus (es war sonnig und mild geworden), konnte mich allerdings schlecht auf die Lektüre konzentrieren, weil nebenan genau das Schauspiel an Kliniktratsch und Nichtigkeiten aufgeführt wurde, noch dazu lautstark, dem ich bislang erfolgreich ausgewichen war.

Zum Abendessen war ich sehr hungrig, genoss Käsesemmel, Salate, Frischkäse-gefüllte Pepperoni. Ich spazierte zum Supermarkt am Bahnhof und deckte mich wieder mit Obst, Joghurt und Süßigkeiten ein.

Abends nach einem neuen Schreibtischstuhl für Herrn Kaltmamsell recherchiert. Er braucht schon lange einen neuen, ich wurde in der Reha zum Thema geschult, also bat er mich, ihm einfach einen Link zu schicken, welchen er kaufen soll.

Währenddessen tobte im Raucherpavillon vor meinem Zimmer Party: Deutsche Schlager der 70er (zum Glück aus nicht sehr kräftigem Lautsprechern) mit lautstarkem Mitsingen. Ich hoffe sehr, dass der Patiententausch am Dienstag die Schreihälse nach Hause schickt.

die Kaltmamsell

5 Kommentare zu „Journal Montag, 15. Juli 2019 – Sport trotz Reha, nicht einfach“

  1. Neeva meint:

    Hihi, haben die Schreihälse Bluetooth-Boxen? Seit ich den Trick von leitmedium gelesen habe, möchte ich das ausprobieren:

    Abschnitt „Helene Fischer zu Hilfe“
    https://vierpluseins.wtf/2019/04/29/ueber-gen-diskussionen-eine-hilfreiche-helene-fischer-und-lebensnotwendigen-conditioner/

  2. Frau Klugscheisser meint:

    Durchhalten!

  3. Norman meint:

    Bürostühle von BIOSWING

  4. ingrid meint:

    auf reha war ich noch nie. nur auf kur in österreich für gelenke und wirbelsäule.
    und da geschieht viel mehr. weniger vorträge, dafür massagen, bäder, wickel, packungen. mein lieblingsding war ein gammaswing – maschine, wo frau an den füßen aufgehängt und 15 minuten durchgeschüttelt wird. jedesmal nachher ist man 3 cm größer. aber alle anwendungen sind personalintensiv. die fachkräfte kommen im osten österreichs vielfach aus der slowakei, oder aus dem osten deutschlands. weiterhin gute erfahrungen wünsche ich ihnen.

  5. Ilka meint:

    Auweia, gegen die Musik hilft nur etwas gepflegter Punk. Durchhalten.
    Alles Gute für die Reha, liest sich nachahmenswert.
    Viele Grüße
    Ilka

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