Journal Sonntag, 20. Oktober 2019 – Bananenmarmorkuchen und Auer Dult

Montag, 21. Oktober 2019 um 6:51

Ausgeschlafen. Erkältungssymptome weiterhin überschaubar, aber ich fühlte mich immer noch wacklig.

Zwei Maschinen Bettwäsche und Handtücher gewaschen.

Währenddessen tat ich etwas in den Augen des Herrn Kaltmamsell Unverwantwortliches: Ich buk einen Kuchen – ABER KEINEN, DER DAS GUTE PFUND FRISCH GEKNACKTER WALNÜSSE AUFBRAUCHTE. Denn Aufbrauchen ist des Herr Kaltmamsell Hauptkriterium bei der Kochplanung. Ich hatte sehr wohl bereits nach Rezepten für Engadiner Nusstorte recherchiert (haben Sie vielleicht einen erprobten Favoriten?), doch wie’s halt gern bei mir ist: Aktuelle Rezeptfunde sind viel attraktiver als die Backliste und die vielen Dutzend Bookmarks aus zehn Jahren. In diesem Fall hatte mich der Bananen-Marmor-Kuchen von Zucker, Zimt und Liebe gekriegt, ich hatte sogar vor ein paar Tagen eigens Bananen zum Reifwerdenlassen gekauft.

Wurde ein guter Alltagskuchen, ich mochte das Bananige zum klassischen Marmorkuchen.

Doch vor dem Anschneiden wollte ich zur Auer Dult. Das Wetter war wieder sonnig und warm, obwohl ich gestern gar nicht gut ging, wollte ich deshalb zu Fuß zur Mariahilfkirche, dann halt ganz langsam. Herr Kaltmamsell kam trotz Wochenendarbeitspflichten mit.

Die Jacke zog ich bald aus, es herrschten T-Shirt-Temperaturen.

Gärtnerplatz.

Sonnenbaderinnen auf der Corneliusbrücke.

Erst mal holten wir uns eine Bratwurst zum Frühstückmittagessen, guckten uns essend auf der Dult um.

Herr Kaltmamsell fand echten türkischen Honig, also frisch vom Block gehackt, außerdem eine Splitterbombe.

Ich wiederum freute mich über meine traditionelle Kirchweih-Straube.

Sie stellte sich allerdings als allerallerfetteste Straube meines Lebens heraus. Keine Straube ist leichte Küche, doch üblicherweise ist sie halt so fett wie ein Faschingskrapfen. Diesmal hörte ich Magen und Galle schon nach dem ersten Bissen leise fragen: „Ernsthaft?“ Ich aß sie natürlich trotzdem.

Zurück nach Hause nahmen wir vernünftigerweise die Tram (neben der Hüfte schmerzte gestern auch mein Kreuz – hey, Abwechslung!). Dort las ich lange Margaret Atwood, The Testaments, bevor ich doch nochmal vernünftig war und die Winterkleidung aus dem Keller holte. Auch für kommende Woche sind nicht wirklich herbstliche Temperaturen vorhergesagt, aber so habe ich’s hinter mir.

Zum Nachtmahl gab’s Salat und Kuchen. Und vor dem Einschlafen brav wieder Entspannungsbad, danach ein wenig Dehnen.

§

Margarete Stochowski hat wieder für die taz von der Frankfurter Buchmesse gebloggt. Zum Beispiel über inszenierte Lesefotos:
„Hardcover an Heißgetränk“.

Aber will schon die Wirklichkeit sehen?

Schutzumschlag wie immer beim Lesen weg, aufschlagbereit auf Jeans in Sessel an Fenster, als Einmerker das Preiswapperl zusammengefaltet.

die Kaltmamsell

14 Kommentare zu „Journal Sonntag, 20. Oktober 2019 – Bananenmarmorkuchen und Auer Dult“

  1. Frau Weh meint:

    Guten Morgen,

    am Wochenende wieder gebacken und nach wie vor gut:

    Engadiner Nusstorte

    Mürbeteig: 500g Mehl, 300g kalte Butter in Stücken, 2 Eier, 200g Zucker (ich nehme etwa 30g weniger), 1 Prise Salz. Etwa eine Stunde kalt stellen.
    Füllung: 400g grob gehackte Walnüsse, 200g Zucker (hier reduziere ich auf 150g), 200ml Sahne, optional 2 EL Honig.

    Mindestens die Hälfte des Teiges als Boden und Rand vorbereiten. Ich backe in einer Tarteform, Springform geht auch. Aus dem Teigrest steche ich Kekse aus, die dann überlappend als Deckel auf die Füllung gelegt werden*, Teigplatte als Deckel geht ebenfalls. Den Zucker in einer Pfanne karamellisieren, die Walnüsse dazugeben, mit der Sahne ablöschen. Die Masse zügig auf der vorbereiteten Teigplatte verstreichen und mit der wie auch immer gestalteten Teigplatte verschließen. Optional den Deckel mit Eigelb bestreichen.
    Ich streue gerne ein Chaigewürz obenauf, etwas Zimt passt auch gut. Backen bei 180 Grad etwa 40 Minuten, evtl. nach einiger Zeit abdecken.

    Die Engadiner Nusstorte ist ein Dauergebäck, d.h. sie hält sich kühl und trocken aufbewahrt ziemlich lange. Hier schafft sie es meist nur ein paar Tage, aber manchmal verstecke ich ein Stück vor der Familie (ich ausgefuchstes Eichhorn!).

    Herzliche Grüße
    Frau Weh

    * Wählt man die Keksvariante, würde sich das sicher hervorragend neben einem Buch und einem Heißgetränk auf Instagram machen … Sie wissen schon :-)

  2. Sonni meint:

    Was mich interessieren würde: warum knacken Sie die Nüsse? Wenn sie noch feucht sind, würde ich sie unbedingt als Schälnüsse nehmen. Es gibt nichts besseres.

  3. die Kaltmamsell meint:

    Vielen Dank , Frau Weh, ich werde das Buch zum Kuchenfoto besonders sorgfältig auswählen.

    Eine seltsame Frage, Sonni. Die ca. zwei Kilo, die mir die Schwägerin gab, hätte nicht mal ein Eichhörnchen ganz essen können. Sie sahen halt so aus wie Walnüsse im Laden. Was wäre Ihre Alternative zum Knacken gewesen – Deko?

  4. Sonni meint:

    Nein, halt frisch knacken, sofort abschälen und essen. Wir essen sicher jeden Herbst mindestens 1 kg Schälnüsse auf die Weise.
    Aber wenn sie nicht mehr feucht waren, geht das natürlich nicht. Nur frage ich mich dann halt nach dem Sinn des Aufknackens in einem Schwung, denn trockene Walnüsse aus dem Geschäft knacke ich unmittelbar, bevor sie in den Mund wandern oder sonstwie verbraucht werden. Ich dachte, ihre Nüsse würden vorab aufgeknackt, damit sie besser trocknen und nicht schimmeln. Ach, und ich war halt einfach neugierig :-)

  5. Neli meint:

    Ich finde ihre Schuhe so toll, die hätte ich auch gerne. Und ihre Strauben heißt hier Spritzkuchen, ich esse sowas gerne.

  6. Hauptschulblues meint:

    Auch H.s Maxime beim Kochen heißt „Aufbrauchen, nehmen, was da ist.“ Wobei er weit nicht so kreativ wie Herr Kaltmamsell ist.

  7. Melanie meint:

    Oder die Walnüsse in Honig aufbewahren und das dann zusammen mit griechischem Joghurt essen.

  8. Jongleurin meint:

    Ah, Bananenkuchen, gute Idee! Muss ich auch mal wieder, das Baby hat sträflicherweise nicht so viele Bananen gegessen wie vorgesehen. Aber gut, mein Gewinn. Ich mache immer dieses goile Gerät:
    https://www.zeit.de/zeit-magazin/2018/15/bananenbrot-kakao-backen-wochenmarkt

  9. Antje meint:

    Ich hätte auch noch ein „klassisches“ Engadiner Nusstortenrezept, bei Interesse

  10. lesebrille meint:

    Ahhh, türkischer Honig ! Den habe ich dieses Jahr auf dem Cannstatter Volksfest aka Wasen vergeblich gesucht. Ein all time favourite .

  11. Berit meint:

    Die gute Zuckerzimtliebe hat vor 2-3 Posts auch Engadiner Nusstorte gepostet, das war wohl nicht das richtige?

  12. die Kaltmamsell meint:

    Ist das Ihr erprobter Favorit, Berit?

  13. Eine Leserin meint:

    Sie hatten nach e i n e m erprobten Favoriten gefragt, liebe Frau Kaltmamsell.

    Zum Aufbewahren von Nüssen und Haltbarmachen hier eine recht aufwändige Anleitung https://www.walnussbaum.info/walnuesse-trocknen.php.
    Meine Großmutter und mein Vater schütteten die Nüsse auf ein Leinentuch, auf dem Dachboden. Aufgeknackt wurden die Nüsse, wenn sie benötigt wurden, und nur so viele wie man brauchte. Die Nüsse sind monatelang haltbar. Auch Vivian Böllersen von der Walnussmeisterey empfiehlt immer frisch zu knacken.

  14. Joriste meint:

    Die Freundin, die mich mit Walnüssen aus ihrem Garten versorgt betont jedes Jahr, Walnüsse ließen sich sehr frisch auch gut einfrieren. Ich habe dazu leider nicht die nötige Tiefkühldisziplin, wollte es aber als weitere Option für Sie vorgeschlagen.

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