Journal Donnerstag, 14. Mai 2020 – Ein weiterer Tag aktuelle Situation

Freitag, 15. Mai 2020 um 6:08

Das Stehenlassen des Fahrrads am Vorabend passte gestern Morgen: Es regnete so richtig, nach meiner Crosstrainer-Einheit nahm ich die U-Bahn in die Arbeit. (Regenwetter, Mund-Nasen-Maske und Brille sind eine schwierige Kombination.) Bisschen Muskelkater im Trizeps, ich hatte am Mittwochmorgen etwas Hantel-Armtraining drangehängt – und das war offensichtlich mehr als nötig.

Ich trug meinen warmen Kaschmirpulli, weil ich den ganzen Mittwoch über gefroren hatte. War genau richtig, ich konnte im Büro sogar hin und wieder das Fenster öffnen und hatte manchmal warme Finger.

Mittags Orange und Apfel mit Quark und Dickmilch, nachmittags Nüsse und Schokolade. Auf dem Heimweg (es war trocken, ich konnte radeln) blieb ich am Oststandl auf der Theresienhöhe stehen und kaufte Brotzeit für die nächsten Tage. Daheim hatte Herr Kaltmamsell aus den Mairübchen des eben geholten Ernteanteils eine Suppe gemacht, als zweiten Gang das Rübchengrün mit Maiskörnern gebraten. Die Hand voll Ruccola aus Ernteanteil gab einen Salat dazu. Zum Nachtisch Eis.

Unsere Unterstützung der lokalen Gastronomie pausiert im Moment: Ich konnte die Berge an Verpackungsmüll nicht mehr ertragen – das Unwohlsein verstärkt durch den Anblick damit überquellender Mülleimer in den Grünanlagen am Sonntag; offensichtlich hatten die Leute in großer Zahl ihr Essen in den umliegenden Lokalen geholt, es im Grünen verzehrt und dann die Einwegverpackungen weggeworfen.

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Herzerfrischendes beim mittäglichen Zeitunglesen: Ein kurzes Portät der italienischen Agrarministerin Teresa Bellanova.
„Die Agrarministerin in Rom weiß, was Feldarbeit bedeutet.“

Schönes Zitat: „Red‘, wie du isst!“

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Schon seit Februar wird neben der Pandemie die „Infodemie“ thematisiert – die Verbreitung falscher oder manipulativer Aussagen über das Corona-Virus. Ich merke selbst, dass ich diese Verbreitung wie ein Virus fürchte, dass ich Angst habe, Menschen in meiner Umgebung könnten sich damit infizeren und in den Sog von Verschwörungsmythen geraten. Auf netzpolitik.org beleuchtet Daniel Laufer das Phänomen und holt sich Tipps bei Expterinnen, wie Angehörige den Betroffenen helfen können:
„Wenn die Eltern plötzlich an Verschwörungstheorien glauben“.

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Ein weiteres Tiktok-Juwel:
„The Anderson guide to surviving in a global pandemic“.
via @lyssaslounge

die Kaltmamsell

7 Kommentare zu „Journal Donnerstag, 14. Mai 2020 – Ein weiterer Tag aktuelle Situation“

  1. Nina meint:

    Hier in Berlin dasselbe Bild: jeder Mülleimer quillt über mit Verpackungsmüll. Leider liegen auch auf jedem (nun wieder geöffneten) Spielplatz Pizzaschachteln und Kaffeebecher. Mir vergällt das auch jede Lust, mir irgendwo was zu essen zu holen. Ich fürchte auch, es macht all die harte, kleinteilige Aufklärungsarbeit bzgl. Verpackungsmüll der letzten Jahre zunichte. Die Leute verzichten ja eher auf ihr Umweltbewusstsein als auf ihren Kaffee oder ihre Pizza. Ja mei, geht halt nicht anders, nach mir die Sintflut!

  2. Hauptschulblues meint:

    H. hat deswegen bisher nur zweimal Essen aus dem Ruffini abgeholt. Die KöchInnen dort konzipieren die Mahlzeiten so, dass sie in kleine Gebinde passen, die gut entsorgt werden können.
    Gegen Wegwerfen dieses Mülls hilft das natürlich nicht.
    Heute werden 10 Brownies und 1 Kilo Käsegebäck abgeholt und eingefroren. Auch nicht der Hit, aber kein Müll.

  3. iv meint:

    Das mit dem Müll verleidet auch uns das Abholen von Essen – sehr schade. Sofern es um die Unterstützung geht, habe ich bei einem meiner sehr geschätzten Cafés Gutscheine im Wert von ca. einem halben Jahr regelmäßigen Kaffeetrinkens gekauft, die ich erst einlösen werde, wenn die Dinge wieder besser laufen.

  4. Christine meint:

    Auf meiner Laufstrecke finden sich auch deutlich mehr Pizzapackungen als sonst. Neben einem Mehr an Bäckereitüten und Einwegbechern.
    Noch doofer finde ich aber die Unmengen an Gesichtsmacken, die um die Supermärkte flattern. Zum Glück hat die Unsitte mit den Handschuhen abgenommen.

    Ich finde es auch sehr seltsam von mir, dass ich im Homeoffice wie ein Schneider friere (Jogginganzug, Wollsocken, Filzpuschen, Kaffeetasse), während ich am gleichen Tag im Büro in T-Shirt und Pumps sitzen würde.
    Mein Haus ist extrem fußkalt, aber das kann es ja nicht alleine sein.

  5. Susann meint:

    Lifehack: günstigen Müllgreifer kaufen und auf jede Spazierrunde Müllgreifer und Müllsack mitnehmen. Müll einsammeln. Mit Passanten ins Gespräch kommen. Hoffen, dass der eine oder andere sein Zeug nicht mehr in die Landschaft wirft. Sich danach freuen, dass ein Stückchen Welt sauberer ist als zuvor.
    Auch gut mit Kindern machbar, mein Kind freut sich sehr darüber, die Welt schöner zu machen.

    Wir werden von vielen anderen Spaziergängern angesprochen, die es sehr positiv finden, dass wir den Müll aufsammeln. Wir leisten dann Überzeugungsarbeit und hoffen, dass sie irgendwo auf fruchtbaren Boden fällt.

  6. Vroni meint:

    Ich bin überrascht über die vielen Müllberge beim Essen holen. Bei den meisten Lokalen bei uns (Franken) muss man selber Schüsseln mitbringen. Anfangs war ich damit etwas überfordert und hatte immer viel zu viele Schüsseln dabei (oder gar keine, einmal hatte ich es vergessen).

  7. die Kaltmamsell meint:

    Das wiederum überrascht mich, Vroni: Eigenes Geschirr darf man in München seit Corona eben aus Hygienegründen nicht mehr mitbringen.


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