Journal Sonntag, 10. Januar 2021 – Es bleibt langweilig

Montag, 11. Januar 2021 um 6:28

Eine anstrengende Blog-Zeit: Ich langweile mich beim Aufschreiben all dieser komplett gewöhnlichen Dinge sehr. Aber hilft halt nichts, „es war nichts Besonderes“ ist auch eine Information beim späteren Zurückblättern.

Mittelschlechte Nacht mit Schwitzen und Aufwachen, zum Glück keine längere Pause. Und um sechs war sie halt vorbei. Derzeit dreht wieder ein Kasperl am Regler meiner Körpertemperatur.

Sport war ausführliches Reha-Krafttraining. Mal sehen, wie ich das in einer Vollzeit-Fünf-Tage-Woche unterbringe.

Zum Frühstück ein frühes Mittagessen: Bohnensuppe vom Vorabend, Granatapfelkerne.

Noch ein sonniger Tag. Obwohl ich mich schlapp fühlte, wollte ich ein wenig an die frische Luft: Ich spazierte an der Theresienwiese entlang zum Harras hoch, von der Theresienhöhe quer über die Theresienwiese zurück. (Überall genug Platz für reichlich Abstand.)

Zurück daheim gelesen, eine Runde Yoga, Marmorkuchen. Mich endlich mal wieder daran erinnert, die Kerzen im Wohnzimmer anzuzünden. Ich mag Kerzenlicht, habe immer Kerzen herumstehen – aber vergesse sie anzuzünden.

Zum Abendessen hatte Herr Kaltmamsell englisch gekocht: Steak&Kidney Pie.

Nach drei Wochen Pause die Wohnung wieder für den Einsatz des Putzmanns vorbereitet. Im Bett ein neues Buch angefangen: Booker Price-Gewinnerin Bernardine Evaristo, Girl, Woman, Other – begann gleich mal sehr anregend.

§

Ist gerade Teil des großen Augenrollens in Deutschland/Bayern über Schule und Digitalisierung: Die Online-Plattform Mebis. Wenn Sie sich für sachliche Hintergründe interessieren, und die sind leider wie meist kompliziert (wenn nicht: gerne weiter augenrollen, denn Sie wussten es ja schon immer), empfehle ich den Blogpost von Maik Riecken, der am niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung NLQ arbeitet:
„Warum bekommen es die Kultusministerien es einfach nicht hin mit den Schulclouds?“

Und selbst wenn das bis März 2020 professioneller aufgesetzt gewesen wäre: Das System war nie für Distanzunterricht gedacht. Ebenso wenig wie selbst die am besten ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrer je für Distanzunterricht ausgebildet wurden (und die haben eine Menge Methoden gelernt) – ich sehe ja allein schon an beruflichem Veranstaltungsmanagement, welch enorme Umstellung und Arbeit es ist, dieselben Inhalte für dieselben Zielgruppen als Online-Konferenzen anzubieten, da wächst gerade eine neue Dienstleistungsbranche. Denn dass es jemals zu sowas wie Distanzunterricht kommen könnte, war außerhalb jeder Vorstellung (abgesehen von der einiger Science-Fiction-Autorinnen).

Nein, es läuft nicht rund. Ja, es ist superscheiße, im Home Office zu arbeiten und gleichzeitig Schulkinder beaufsichtigen zu müssen – vor allem wenn die Schule nicht zu denen gehört, die sich mit vereinten Kräften (und meist unter Brechen von Vorschriften) ins Zeug gelegt haben und halbwegs nachvollziehbaren Distanzunterricht anbieten, sondern sich auf die Eigeninitiative der einen Fachlehrerin oder des anderen Fachlehrers verlassen, gleichzeitig aktive Kommunikation für Teufelswerk halten. Das ist übrigens etwas, was ich für Anlass zu berechtigtem Aufregen halte: Dass die allermeisten Schulen offensichtlich keine Pläne für Krisenkommunikation, wahrscheinlich nicht mal für Krisenmanagement in der Schublade haben, sich wohl überhaupt noch nie professionelle Gedanken über Kommunikation gemacht haben.

§

Jetzt aber mal SEX! Heidi Regan über ihre durchwachsenen Erfahrungen mit erotischen Rollenspielen.

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https://youtu.be/5wMtNSuPERw

In meinem Fall mit einem echten Lehrer. „Ich war ein böses Mädchen!“ „Warum glaubst du, du bist böse? Wer sagt das?“ etc.

die Kaltmamsell

5 Kommentare zu „Journal Sonntag, 10. Januar 2021 – Es bleibt langweilig“

  1. kecks meint:

    Schulen haben Pläne für Krisen, z.B. Todesfall, Active Shooter etc. „Pandemie“ war halt nie vorgesehen…

  2. Joël meint:

    Oh ja.
    Ich kann nur bestätigen dass es eine schwierige Zeit für Tagebuchblogger ist. Es passiert nichts, die sozialen Kontakte sind minimal. Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen; in Restaurants speisen, geht schon seit langem nicht mehr. Mir fehlt das fröhliche Beisammensein mit Freunden und Bekannten in einem Restaurant oder einer Bar. Selbst wenn wir uns ab und an draußen treffen, es ist nicht das gleiche, weil wir immer das gleiche Thema der Pandemie durchkauen, was ich als Gesprächsthema so unendlich satt habe.

  3. Nina meint:

    Evaristo lese ich auch gerade. Gefällt mir bisher sehr gut.

  4. Poupou meint:

    Gerade das Langweilige ist interessant.

  5. Croco meint:

    Jeden Tag einen Beitrag zu schreiben ist sehr anstrengend. Ich kann das gut nachfühlen. Ich treffe niemanden, und wenn, dann sehe ich ihn nicht.
    Im Gefängnis kann man sich wenigsten gegen die Wärter zusammenrotten. Oh, wait!

Beifall spenden: (Unterlassen Sie bitte Gesundheitstipps. Ich werde sonst sehr böse.)

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