Journal Ostermontag, 5. April 2021 – #WMDEDGT mit Isarspaziergang

Dienstag, 6. April 2021 um 6:27

Fünfter des Monats, Frau Brüllen fragt wieder: Was machst du eigentlich den ganzen Tag, #WMDEDGT.

Zweites Aufwachen erst kurz vor fünf – doch das war’s dann mit Schlaf. Ich ruhte noch ein wenig, verschob dann die Hoffnung auf Schlaf Richtung Siesta.

Schon lange hatte ich geplant, den Ostermontag für meinen ersten Joggingversuch nach OP zu nutzen (in allen Tabellen stand „Joggen“ in der Spalte „nach 6 Monaten“, unter der Voraussetzung, man dass man es nicht als neue Sportart beginnt – zudem verlief meine Heilung bislang ja überdurchschnittlich gut und schnell). Doch mein operiertes Hüftgelenk signalisierte schon nachts durch leichte Schmerzen und Druckempflindlichkeit, dass ich diesen Versuch besser mal verschiebe (SEHEN SIE: ICH KANN SEHR WOHL DIESES „AUF DEN KÖRPER HÖREN“!). Obwohl draußen überwiegend blauer Himmel und Sonnenschein lockten.

Ich änderte meine Pläne (hier: flexibel!) in Spaziergang. Vorher versuchte ich noch, den extrem langsam ablaufenden Badewannenabfluss zu befreien, denn das lange stehende Duschwasser hinterlässt eklige graue Seifenränder in der Badewanne. Meine Mutter hatte sich am Tag nach unserem Einzug bereits mit Pömpel zu schaffen gemacht – ohne Veränderung. Ich versuchte mich am Vorgehen der besuchenden Freundin in der alten Wohnung, also Rumstochern, doch dieser Abfluss ist ein komplett anderes Modell: Ca. 10 cm unter dem Sieb ist Schluss, hier trafen Spieß und Putz-Zahnbürste auf eine Metall-Ebene. Zwar holte ich bis dort hin Einiges an Haaren und Flusen raus, doch mir war bei dieser Menge und Durchlässigkeit des Materials klar, dass das nicht das Hindernis fürs Abfließen sein konnte. Mist, Klempner.

Draußen war es mittlerweile sehr windig, doch ein Check auf dem Balkon ergab, dass die angekündige Kälte-und-Schnee-Front noch nicht eingetroffen war. Gegen halb elf radelte ich die Isar entlang, und da überraschend wenig Leute unterwegs waren, ließ ich das Radl schon an der Braunauer Eisenbahnbrücke stehen (in Erwartung von Spaziermassen hatte ich eigentlich die abgelegene Großhesseloher Brücke angesteuert).

Es wurden sehr schöne anderthalb Stunden, in denen ich zum Tierpark ging, ihn umrundete und über den Flaucher zurück zur Braunauer Brücke spazierte – immer in heftigem Westwind, doch bei später recherchierten 14 Grad fühlte sich der wundervoll in meinen Corona-langen Haaren an. (Während Oldenburg auf Twitter bereits Schnee gemeldet hatte.)

Verschwindendes Heizkraftwerk.

Neue Kunst unter der Brudermühlbrücke.

Blick in den geschlossenen Tierpark Hellabrunn (an Ostersonntag wurden wegen drei Tagen Inzidenz über 100 einige Öffnungen zurückgenommen, unter anderem die des Tierparks; übers Osterwochenende wurde kaum getestet, also haben wir jetzt wieder eine Inzidenz unter 100 – ab Mittwoch soll allen Ernstes wieder ringsum geöffnet werden, denn Vorschriften sind eben Vorschriften, dass die Intensivbetten in München schon jetzt voll belegt sind, spielt keine Rolle):

Neues Streichelgehege mit Ziegen.

Eisbär!

Flamingos (das müssen Sie mir einfach glauben).

An einer Quelle neben der Marienklause. Wasseraufseher klingt nach Traumberuf.

Auf dem Rückweg fiel mir am Flauchersteg dieses Schild auf:

Donaulachse! (Gebadet wurde übrigens durchaus, allerdings ein Stück nördlicher.)

Ich postete das Foto auf instagram und bekam von @_angelabos_ eine höchst spannende Info:

In Utrecht gibts jetzt an der Schleuse eine Fischtürklingel (visdeurbel). Eine Unterwasserkamera zeigt an, ob Fische durch die Schleuse zu ihren Laichplätzen wollen. Vorbeigänger, die wartende Fische auf dem Bildschirm sehen, können auf eine Klingel drücken u den Schleusenwärter warnen, der dann die Schleuse bedient.

Sie ergänzt:

Hier ein paar Fotos von wartenden Fischen https://visdeurbel.nl/beelden/ Kein Aprilscherz!

Blumen sah ich auch, unter anderem:

Schuppenwurz.

Schlüsselblumen.

Frühstück gab’s gegen eins (Osterpinze und Orange mit Dickmilch) – nach Aufwachen schon um fünf hatte ich sogar deutlich früher Hunger gehabt, aber da war ich halt noch unterwegs.

Mit vollem Bauch wurde ich bettschwer für eine ausführliche Siesta.

Am Nachmittag bügelte ich, guckte YouTube (hier, bitteschön 30 Minuten Eichhörnchen-Niedlichkeit von einer Tierfilmerin in Nordschweden), aß die letzte Torrija und mehr Pinze, machte Yoga. Zum Abendessen servierte Herr Kaltmamsell eine Quiche mit Lauch aus Ernteanteil.

Beim Zu-Bett-Gehen sah ich, dass die Kälte-und-Schnee-Front München erreicht hatte.

die Kaltmamsell

11 Kommentare zu „Journal Ostermontag, 5. April 2021 – #WMDEDGT mit Isarspaziergang“

  1. Nina meint:

    Ach, das Heizkraftwerk wird abgebaut? Der Eisbär <3 Gnihihihi, „Bitte nicht stören, Jesus kommt“. In Berlin gestern auch an einem einzigen Tage allerfeinste Aprilwettersause: Sonne, Regen, Hagel, Schnee, Sturm und eisig kalt.

  2. Jojo meint:

    Bei einem unwilligen Duschablauf hat bei mir nach etlichem Rumstochern und Pümpeln tatsächlich die Chemiekeule ganz gut geholfen. Eine ordentliche Ladung Rohrfrei einen Tag einwirken lassen, Stöpsel rein und so weit wie möglich die Duschwanne mit Wasser füllen und dann ab damit.

  3. Verena meint:

    Hallo Frau Kaltmamsell,

    mein Tipp zum verstopften Abfluss: Zitronensäure reinstreuen (Ca. 1-2 EL) danach mit kochendem Wasser aus dem Wasserkocher aufgießen. Ein bisschen warten. Das restliche heiße Wasser nachschütten. Danach mit normalen Wasser nachspülen, ggf. 2-3x wiederholen.
    vg Verena

  4. Claudia meint:

    Tipp von einer mit demselben Problem geplagten Leserin. Regelmäßig Klarspüler (das Zeug für die Spülmaschine) in größeren Mengen (mind. ca 1 Trinkglas) reingeben und wirken lassen bevor man mit Wasser spült. Das löst lt. „unserem“ Abflussreinigungsdienst die ganzen Seifenreste etc im Rohr. Verklumpt nicht wie Rohrreiniger etc. und das ganze dann regelmäßig betreiben. Mind. 1x monatlich. Wir sind damit bisher sehr zufrieden.

  5. Gaga Nielsen meint:

    Reinigungs-Spirale!
    https://www.amazon.de/dp/B01M8G6A5G

    Eine Anschaffung für’s Leben! Gehört in jeden Haushalt. Seither nie mehr Probleme mit verstopften Abflüssen. Die Spirale ist preisgünstig und kinderleicht zu benutzen, sie passt durch die kleinen Löchlein vom Abfluss-Sieb, geht um jeden Knick und jede Kurve, auch in der Duschwanne. Alles andere ist weniger effizient und giftig dazu!

  6. Mechthild meint:

    Anstatt Klempner googeln Sie nach einer Rohrreinigerfirma. Die kommen mit speziellen Equipment, machen die Rohre zackig frei und machen keinen Dreck dabei. Und weil es ja meistens dringend ist, kommen sie auch schnell.

  7. Herr_K meint:

    Lassen Sie lieber die Chemie-Keule. Pümpeln (wie es hier heißt) ist schon ganz gut. Man muss aber gleichzeitig dafür sorgen, dass der Überlauf keine Luft saugen kann. Am besten geht das mit einem nassen Socken.

  8. Berit meint:

    Ich hätte mal eine Frage zu den tollen Graffitis, die sie immer fotografieren. Wenn ich das richtig sehe, sind das ja meist neue Graffitis an alten Stellen… Wird dann da einfach über das alte drüber gesprüht oder weißen die Künstler das vorher oder…? Können die Niften da vielleicht Auskunft geben?

  9. Vera S. meint:

    Abflussprobleme bereits beim und kurz nach dem Einzug würde ich der Hausverwaltung melden und diese bitten, den Mangel für Sie kostenfrei zu beheben – also nix mit ‚Kleinreparaturklausel‘.

  10. die Kaltmamsell meint:

    Ja, Berit, da wird übermalt. Wie der Prozess an diesen offiziellen Flächen für Street Art ist, weiß ich nicht. Bei illegaler Graffiti scheint es eine Art Respektbekundung/Anerkennung des Bilds unter den Künstler*innen zu sein, wenn man ein Bild lange unübermalt lässt.

  11. Hanna meint:

    Vielen Dank für den Hinweis auf die visdeurbel, die nun immer in einen Tab meines Browsers geöffnet ist. Wie fantastisch ist das denn. Wir haben bereits drei Barsche gesehen! (Also gleichzeitig)

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