Journal Freitag, 7. Mai 2021 – Schnee-Mai im Vergleich mit den Vorjahren

Samstag, 8. Mai 2021 um 8:40

Sehr gut geschlafen, Wecker fast nicht gehört.

Draußen regnete es weiter und war kalt, ich griff für den Arbeitsweg nicht nur zu Schirm, sondern nochmal zu Handschuhen.

Vor lauter Sehnsucht nach Impf hatte ich verdrängt, wie sehr ich den Nicht-Winter liebe und vermisse. Sehnsuchts-Flashes nach Tüftelimüfteli-Sommerkleidern, nach Zikadengesang, nach Sommernachtdüften erinnerten mich daran, dass ich dieses Jahr schon arg lang auf Wärme und Sonne warten muss, ein Blick in meine Blog-Posts der vergangenen Maie zeigt, wie sehr die Bäume dieses Jahr hinterher sind.

2020 war die Kastanienblüte bereits am Ende.

Na gut: 2019 fuhr ich auf dem Weg zur re:publica durch ein verschneites Thüringen.

2018 blühten Flieder, Robinien und Kastanien gleichzeitig.

2017 blühte der Raps.

2016 wurde das erste Heu gemacht.

2015 gab’s Abendessen auf dem Balkon.

2013 war ähnlich kalt wie dieses Jahr (keine Bilder zum Vorzeigen).

Mittagessen war nochmal Vollkornbrot, Apfel, Banane. Nachmittags dann ein Graupelschauer vorm Bürofenster.

Ordentlich Arbeit gestern, aber durchaus anregende. In meinem Sichtfeld gab es immer mehr Meldungen mit Impfterminen und Erstimpfungen; es kann sich nur um wenige Wochen handeln, bis das Gehackel auf Twitter um Impf-Priorisierung kippen wird ins Gezeter über Impffaulheit/-weigerung, die uns um die Herden-Immunität bringt (siehe Länder wie USA, die mit dem Impfen sehr schnell waren).

Endlich Wochenende.

Auf dem Heimweg machte ich einen Abstecher zum Vollcorner und besorgte die Lebensmittel fürs Wochenende, die Herr Kaltmamsell nicht bereits abgehakt hatte, zudem Backzutaten für den Sonntagskuchen.

Zu Hause roch es bereits appetitanregend: Herr Kaltmamsell schmorte Short Ribs in Römertopf und auf dem Herd (zum Vergleich). Zudem duftete es nach Flieder, mit dem der Herr mich überraschte – draußen blüht er zwar auch, doch der Regen der vergangenen Tage hatte ein Duften verhindert.

Ich machte erst mal eine Runde Yoga, dann richtete ich die Vorspeise an:

Ruccola aus Ernteanteil und herrlich beißend scharf. Dazu hatte ich eine Flasche spanischen Dehesa La Granja aufgemacht, einer unserer Lieblingsweine. Der Hauptgang sah dann so aus:

Nur den grünen Spargel hatte ich beigetragen, sonst wurde ich wieder rundum bekocht. Schmeckte ganz ausgezeichnet und wird genug auch für Samstag sein. Zum Nachtisch reichlich Schokolade.

Wie angekündigt hatten sich draußen die Regenwolken verzogen, am Wochenende sind für Samstag sonnige 17 Grad angekündigt (Wanderwetter), für Sonntag Hochsommer.

§

Für mich überraschend ist das Ergebnis einer aktuellen Studie:
„Latte-macchiato-Trinker wählen grün? Wahlentscheidung hängt nicht vom Lebensstil ab“.

Das wollte ich genauer wissen. Die Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung war leicht zu finden – warum wird sie im Artikel nicht gleich verlinkt? Und „die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt“ suggeriert eine Exklusivität, die nicht stimmt: Die Studie ist kostenlos und öffentlich für jeden und jede einsehbar.
„Lebensstilvielfalten vor der Bundestagswahl 2021“.

Fazit:

Für Deutschland sind die Zusammenhänge von Lebensstil und Nähe zu einer Partei (…) nur schwach ausgeprägt. Die Nähe zu einer Partei unterscheidet sich nicht stark zwischen den Lebensstilgruppen. Keine Partei kann auf die Stimmen aus einer der Gruppen verzichten, ohne ihr Ergebnis nennenswert zu verschlechtern. Eine deutliche Trennung der Wählerschaften nach Lebensstil ist nicht zu beobachten.

(…)

Die ähnliche Verteilung der Neigung zu den Parteien über die Lebensstile erschwert es den Parteien, eine speziell auf ihre Klientel zugeschnittene Politik anzubieten. Die Lebenssituationen und die Vorlieben oder Abneigungen sind in der Wählerschaft einer Partei nicht einheitlich. Andererseits ist eine Polarisierung der Bevölkerung, wie sie die politische Landschaft der USA kennzeichnet (McCarty 2019; Klein 2020), weit weniger wahrscheinlich und das ist eine gute Nachricht.

Ich fand auch interessant, mit welchen Fragen diese „Lebensführungstypologie“ (neues Wort gelernt) erhoben wurde. Wobei diese Typologie von 2019 stammt und sich vielleicht erst noch erweisen muss, ob sie einem Erkenntnisgewinn zuträglich ist.

Von allen abgefragten Begriffen wird „konservativ“ am seltensten als Selbstbeschreibung gewählt.

die Kaltmamsell

5 Kommentare zu „Journal Freitag, 7. Mai 2021 – Schnee-Mai im Vergleich mit den Vorjahren“

  1. Alexandra meint:

    Ich hatte jüngst im Bekanntenkreis das Thema angeblich „elitärer Grünwähler“ – Danke für den Link zur Studie.

    Hier am linken Niederrhein blüht der Raps schon eine Weile, der Flieder seit Kurzem und die Rosskastanie ist noch im Vorstadium.

    Wäre auch schade um die schönen Blüten gewesen bei dem heftigen Sturm vor einer Woche.

  2. Anke meint:

    Ich bedanke mich vielmals für das Erwähnen der übers Handy mit dem Ehemann geteilten Einkaufsliste – ich war nie darauf gekommen, dass es so etwas geben könnte, und die Einführung hat unser Leben unendlich vereinfacht.
    Und da behaupte nochmal wer, dass man im Internet nichts fürs Leben lernen kann…

  3. Bleistifterin meint:

    Welche Zubereitungsmethode gat denn gewonnen? Das würde nuch noch interessieren…

  4. Nina meint:

    Gestern war der Geburtstag einer lieben Freundin, an dem ich auf dem Weg zum Gratulieren immer am Referenz-Flieder vorbeigehe. Diesmal hat er das erste mal seit 15 Jahren noch nicht geblüht. Dafür wurde ich vollgeschneit, also von richtig echtem Schnee, nicht von Blütenblättern. Auch das eine Premiere.

  5. Daniela meint:

    „Kommen Sie gut durch die verschiedenen Jahreszeiten am Wochenende!“
    war heute der Abschlusssatz der Wetterfee im TV.

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