Journal Mittwoch, 11. August 2021 – Mit Luxemburger Besuch am Chinesischen Turm

Donnerstag, 12. August 2021 um 6:42

Sehr unruhige Nacht, die ich mit geschlossenem Fenster begann, weil mich sonst das ausdauernde Gröhlen einer Männergruppe im Nußbaumpark wachgehalten hätte. Mehrfaches Aufwachen, bei einem davon öffnete ich das Fenster wieder. Nach dem Aufwachen kurz vor halb fünf schlief ich nicht mehr ein. Gefühl mittlerer Verkaterung durch den ganzen Vormittag.

Nach ein paar Wolken beim Sonnenaufgang war der Himmel auf meinem Weg in die Arbeit knallblau.

Keine Mauersegler mehr, weder morgens noch abends – jetzt sind sie wohl weg.

Zu Mittag gab’s eine kleine Gurke, die restlichen Karotten und Kartoffeln vom Vorabend, Pflaumen. Das war ein bisschen viel und resultierte in Bauchweh. Zusätzliches Horchen in den Körper, wann der Muskelkater vom Vorabend einsetzen würde, es waren ja dann doch ungewohnte Bewegungen und Belastungen dabeigewesen. Zu meiner Überraschung fiel er aus.

Pünktlicher Feierabend, weil neuer Besuch in der Stadt war, diesmal aus Luxemburg. Ich nahm die U-Bahn zum Hauptbahnhof und traf mich mit Herrn Kaltmamsell an seinem Hotel. Gemeinsame U-Bahn zum Odeonsplatz, von dort spazierten wir durch den sommerlichen Hofgarten und Englischen Garten zum Biergarten am Chinesischen Turm, vorbei an dicht bespielten und belegten Wiesen, Badenden, berittener Polizei, Picknicks. Allerdings war immer noch deutlich weniger los als in Zeiten mit prä-pandemischem Tourismus.

Der Biergarten selbst sah durch die Umbauten für Corona-Kontrollen deutlich anders aus (umzäunt wie alle im Moment, aber auch zweigeteilt mit Gasse mittendurch), war gut genutzt, aber ebenfalls sichtlich Touristen-arm. Eher schon glaubte ich bei den vielen nicht Deutsch sprechenden Einheimischen Besuch sitzen zu sehen; Merkmal: es wurde sehr viel erklärt zu Umgebung und Biergarten an sich – wie an unserem Tisch halt auch. Herr Kaltmamsell und ich besichtigten und befreuten erst mal die vielen Mitbringsel aus Luxemburg: spannende Schokoladen, Lektüre und Wein – Letzterer ein Fru Georges Schiltz Terraphon, der nicht wie die sonstigen Luxemburger Weine an der Mosel wächst, sondern am viel luxemburgerischen Flüsschen Sauer.

Vom Ausschank holte ich Getränke und Riesenbreze, dann in einer neuen Runde das Abendessen: Schnitzel mit Pommes, Bratwurst mit Pommes, Obatzten. Wir saßen und plauderten, bis es sehr deutlich dämmerte, spazierten durch den immer noch belebten Englischen Garten zurück

§

Als Kartoffelkombinatlerin weiß ich inzwischen, warum in der Landwirtschaft immer gejammert wird: Irgendwas ist halt auch immer. 2020 war es in unser Gärtnerei in Spielberg zu trocken, die Niederschläge konnten die tiefe Bodentrockenheit durch die Dürre der Vorjahre nicht ausgleichen. Und 2021 war das Frühjahr sehr lange kalt, bis jetzt ist das Wetter deutlich zu nass. Und so sind die Tomaten in den Gewächshäusern so stark von Pilzen befallen, dass uns das Gärtnerei-Team auf massive Ernteausfälle vorbereiten musste. Dafür wird es viel Kohl geben (und Auberginen und Paprika). Vielleicht mögen Sie drei unserer Gärtner*innen selbst zuhören (hinter Kamera und Mikrofon ist Gründer und Vorstand Daniel):

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https://youtu.be/HtuaG_bpmWg

Hier übrigens unsere Ernteplanung mit aktuellem Stand, darin auch gelistet die Parnter-Gärtnereien, von denen wir zur Vernetzung und Risikostreuung ebenfalls Gemüse beziehen.

die Kaltmamsell

4 Kommentare zu „Journal Mittwoch, 11. August 2021 – Mit Luxemburger Besuch am Chinesischen Turm“

  1. adelhaid meint:

    es beruhigt mich ein wenig und lässt mich sehr mitfühlen, dass es bei den profis auch nicht mit den tomaten klappt in diesem jahr. ich habe in den letzten zwei wochen alle tomaten an die pilze verloren und ich hatten gut und gerne 12 kilo früchte hängen. schwarze tomaten, himbeertomaten, grüne tomaten, gelbe tomaten, minitomaten, alles.. super platz, tolles beet, und am 02.08. sah noch alles toll, wenn auch unreif aus, und heute werde ich vermutlich die letzten pflanzen aus dem beet reißen, weil blatt, stängel und früchte befallen sind. alles zu nass, alles zu kalt. aber ja, der kohl am fuße der tomaten sieht fantastisch aus. tja. nächstes jahr wieder. aber sehr traurig.

  2. Beate meint:

    Am Dienstagabend habe ich noch Mauersegler gesehen …. sie waren recht lang hier dieses Jahr, oder?

  3. engl meint:

    biergarten!

  4. die Kaltmamsell meint:

    So traurig, adelhaid! Für uns heißt das auch: Kein Sugo zur Überbrückung der Wintermonate.

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