Journal Freitag, 24. September 2021 – Sonniger Wochenabschluss, Doraden

Samstag, 25. September 2021 um 8:47

Wieder Blumengießen unter dem Sternbild des Orion, es war ein herrlich klarer Morgen, noch weit von Frost entfernt.

Aber dennoch auf dem Weg in die Arbeit trotz Sonne ganz schön kalt.

Kaiser-Ludwig-Platz vor der Wahl – CSU und SPD hatten hier auf den Plakaten durchgewechselt. Der Text, nehme ich an, richtet sich an die Wahlberechtigten, die Olaf Scholz vergeblich auf ihrem Wahlzettel suchen und sich wundern.

Im Büro hatte ich erst mal Lust auf eine heiße Tasse Schwarztee, auch ein Herbstzeichen. Den English Classic vom Tee-Handelskontor Bremen hatte ich gar nicht so aromatisch in Erinnerung, die frisch aufgebrühte Tasse duftete mich blumig an.

Mittags Apfel, Feigen, Nektarine mit Quark.

Wundervolles Licht draußen, der September spielte nochmal Sommer. Das dichte Laub glänzte, gelb Blätter nur bei genauem Hinschauen zu entdecken. (Die Miniermotten-gelichteten Kastanien zählen nicht).

Meine Güte: Ich stelle mich inzwischen derart peinlich an, wenn ich mal beruflich unter Druck gerate! Gestern sprang ich als Urlaubsvertretung ein, eigentlich war ich lediglich als Ansprechpartner für einen Termin nächste Woche vorgesehen. Doch um 15.01 Uhr, eine Minute nach Feierabend der zu vertretenden Person, musste der Termin komplett umorganisiert werden – und ich panikte total. Zum Glück habe ich genug Erfahrung in solchen Dingen, die sich automatisch zuschaltet, doch erst als ein paar Stunden später alles geklärt war und ich von daheim aus die letzte Mail dazu absendete, beruhigte ich mich langsam.

Auf dem Heimweg besorgte ich beim Verdi das Abendessen: Wir planten Fisch, und zwar Doraden.

Davor war noch Zeit für eine längere Yoga-Einheit, die eine Möglichkeit für unterstützten Fersensitz enthielt: mit Blackroll unterm Po, in meinem Fall hochkant.

Aperitif sollte Manhattans sein, doch überraschend war kein roter Wermuth im Haus – wurde aus Manhattan perfect halt Manhattan dry.

Ich koche so selten für uns, dass mir einige essenzielle Fertigkeiten fehlen. Zum Beispiel beim energischen Anbraten die Küchentür zu schließen: Jetzt weiß ich, wie der Feuermelder im Flur klingt.

Nach Anbraten kamen die Fische in den Ofen und garten bei 180 Grad 15 Minuten fertig – sie gelangen hervorragend. Serviert wurde mit Ernteanteil-Mangold und mit Couscous von Herrn Kaltmamsell, im Glas der Kleine Bruder vom Weingut Schmalzried, den wir im Berliner Wein-Lobbyisten kennengelernt hatten. Nachtisch Schokolade.

Im Fernsehen lief dazu der immer wieder erfreuliche Men in Black – der ja wohl unmöglich schon 24 Jahre alt sein kann!

§

In meiner beruflichen Welt ist das schon lange Forschungsergebnis, doch erst langsam werden auch Appelle an die Politik daraus:
Hört auf, bestehende Gebäude (und Straßen) abzureißen und durch Neubauten zu ersetzen, das ist extrem klimaschädlich! Denn: Die Herstellung von Zement für die Bauwirtschaft ist für acht Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich.

Hier ein aktueller BBC-Artikel:
„Climate change: Construction companies told to stop knocking down buildings“.

§

Traurige Nachricht aus dem Müncher Tierpark Hellabrunn: Die vierköpfige Erdmännchen-Gruppe ist tot.
„Trauer in Hellabrunn: Unfall auf der Erdmännchen-Anlage“.

§

S’Buberl, s’Mäderl – und alles dazwischen – werden bald mit der Schule fertig (oder sind es gerade) und möchten erst mal was G’scheits lernen?
Wie wär’s mit Gärtner*in? Und das auch noch beim unglaublich rührigen und aufregenden Kartoffelkombinat?
Wir suchen gerade.
(Zudem suchen wir Gärtner*in und helfende Hände.)

die Kaltmamsell

6 Kommentare zu „Journal Freitag, 24. September 2021 – Sonniger Wochenabschluss, Doraden“

  1. Alexandra meint:

    Bin ich eigentlich allein damit, die Farbwahl der SPD bei der Gestaltung ihrer Wahlplakate erschreckend, schrecklich, jedenfalls völlig daneben zu finden?! Mich stößt das total ab …

  2. Buchfink meint:

    @Alexandra
    Das finde ich auch!
    Was hat sich die teuer bezahlte
    Werbeagentur dabei gedacht?
    Aber über Geschmack lässt sich
    trefflich streiten.

  3. Nina meint:

    @Alexandra ja, schrecklich. Sofortige 3. Reich-Assoziationen.

  4. kecks meint:

    Ging mir gar nicht so. Mir gefallen die Farben (wenn auch sonst wenig an Olaf Scholz).

  5. Joe meint:

    Voll retro halt, was jugendlich wirken soll.

  6. Andrea meint:

    Ich kenne weder den Tierpark Hellabrunn noch die spezielle Erdmännchen Gruppe und trotzdem fange ich beim Lesen des Artikels direkt an zu weinen. Zum Glück ausnahmsweise mal nicht auf Arbeit, dem Freund muss ich solche Reaktionen schon lange nicht mehr erklären.

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