Journal Samstag, 4. Juni 2022 – Zu kühl, zu heiß, Reisevorbereitungen

Sonntag, 5. Juni 2022 um 8:12

Zu früh aufgewacht, enstprechend früh war ich startklar für meine geplante Schwimmrunde. Nur dass es draußen bewölkt und kühl war, erst für den späteren Vormittag war deutliche Wetterbesserung angekündigt. Also zögerte ich den Aufbruch mit Lesen bis auf 10 Uhr hinaus.

Zum Radeln ins Dantebad (wegen immer noch ein paar Grad wärmerem Wasser als im Schyrenbad) brauchte ich deutlich meine Jeansjacke. Die Schwimmbahnen waren übersichtlich besetzt, ich konnte unbeschwert durchziehen, allerdings begann ich wieder ab 1.000 Metern zu frösteln. Erstes Mal seit Hüfte kaputt / neue Hüfte: dreimal eine Bahn Brust geschwommen.

Auf den letzten 1.000 meiner insgesamt 3.200 Meter kam endlich so richtig die Sonne raus, und damit wurde offensichtlich der Heizungsschalter umgelegt: Als ich abgetrocknet und sonnengecremt auf die Liegewiese trat, prügelte die Sonne hochsommerheiß herunter. Ich hielt es darin nicht sehr lange aus.

Fürs Heimradeln brauchte ich sehr keine Jacke mehr, an den vielen, vielen roten Radl-Ampeln der Dachauer und der Paul-Heyse-Straße versuchte ich im Schatten zu warten. Ich steuerte direkt das Obststandl am Rindermarkt an, um dort ein Kilo Spargel und ein Kilo Erdbeeren zu kaufen (“wegen ausgewogener Ernährung”, wie ich die Standlerin anscherzte, die daraufhin stutzte: “Ham mir g’redt?”, und bei Verneinung behauptete, dass tatsächlich die Inhaltsstoffe der Erdbeere der Harnsäure-erhöhenden Wirkung von Spargel entgegenwirke, deswegen habe “die Natur” dafür gesorgt, dass sie gleichzeitig Saison hätten – eine Wirkung, die allerdings mein Nachrecherchieren daheim nicht bestätigte).

Zu Hause war ich kurz vor drei, musste dann doch erst mal frühstücken vor Körperreinigung und -pflege. Es gab ein Tomatenbrot aus Selbstgebackenem sowie Mango mit Joghurt. Gewaschen, rasiert und gecremt las ich auf dem Markisen-beschatteten Balkon die Wochenend-Süddeutsche.

Nächster Programmpunkt (alles fühlt sich derzeit nach Abhaken von Programmpunkten an, ich denke viel an an den Mann im verflossenen Westend-Lieblingslokal Marietta, den ich mal eine Stunde dabei beobachtete, wie er Bier trank. Nichts weiter: Er saß vor seiner Halben Bier, schaute ein bisschen, aber nicht zu intensiv, nahm sehr gelegentlich einen Schluck, lächelte bei Ansprache und anwortete, um dann wieder ein bisschen zu schauen. Der wäre ich gern.): Bügeln, die Menge entsprach einer knappen Stunde. Waldmeistersirup abseien, einkochen und abfüllen.

Dann machte ich mich an die Zubereitung des Abendessens, gestern durfte ich zuständig sein für Ofenspargel (in die Folie kam diesmal gehackte Salzzitrone, hervorragend) mit Ei-Hack-Sauce und neuen Kartoffeln aus Ernteanteil (nicht von unserem eigenen Hof, sondern zugekauft, schmeckten wunderbar), Erdbeeren zum Nachtisch, zu alledem einen Rosé von Feinstrick, der mir sehr gut schmeckte.

Ich packte noch Schokolade dahinter, Herr Kaltmamsell schaffte diese nicht mehr. In der Folge war ich überfressen, er nicht (Überraschung!). Weiteres Vorbereiten der Berlinreise.

§

Noch eine Hundegeschichte von Dalcash Dvinsky aus Schottland, wie ich sie sonst nicht kenne: Hund Bunny musste wegen eines Geschwürs am Hinterlauf operiert werden. Ich nehme an, ich hätte ein ähnliches Verhältnis zu einem Hund, legte ich mir mal einen zu und wäre fortan für ihn verantwortlich:
“The bloody leg”.

die Kaltmamsell

4 Kommentare zu „Journal Samstag, 4. Juni 2022 – Zu kühl, zu heiß, Reisevorbereitungen“

  1. lihabiboun meint:

    … wie ich die Standlerin “anscherzte” … großartiges Wort! Grüße von der Wortklauberin

  2. Karin meint:

    Vielen Dank für den link zu Bunny (ich war etwas überrascht, unter diesem Namen einen doch sehr stattlichen Hund zu finden) – die Geschichte hat mich beim Lesen völlig gepackt und ich habe mich als Tierhalterin sehr wiedergefunden, auch wenn ich ein Katzenmensch bin.

  3. Croco meint:

    Ich musste lachen ob des Biertrinkers.
    Herr Croco erwischte mich beim Prokrastinieren heute, also beim Mäandrieren durch das Internet. Er sagte, wenn er nichts machen würde, würde er wirklich nichts machen. Ich würde nie nichts machen.

  4. Hiwwelhubber meint:

    … bei der Ei-Hack-Sauce hatte ich tatsächlich spontan an Rinderhack zum Spargel gedacht und mich gewundert- und war dann froh, DIESES Foto zu sehen.
    Schaut gut aus!

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