Archiv für November 2022

Journal Montag, 28. November 2022 – Theresienwiesenblicke

Dienstag, 29. November 2022

Nach gutem Nachtschlaf und gutem Morgenkaffee startete ich gelassen in die Arbeitswoche.

Als ich mich nach Kreuzen der Theresienwiese umdrehte, blickte ich in eine Farb-Explosion aus Orange und Pink.

Das Hochfahren meines Arbeitsrechners beseitigte die Gelassenheit erstmal: Am Wochenende war wieder heftig gearbeitet worden. Ich hetzte hinterher, um vor meinem ersten Besprechungstermin um 9 zumindest einen Teil geliefert zu haben. Zwischen zwei weiteren Besprechungen haute ich ebenfalls eine Menge Holz weg.

Mittags verließ ich das Haus zum Einkaufen: Der Vermentino San Donato hatte mir so gut geschmeckt, dass ich diese Sonderaktion des Vollcorner nutzen wollte – und ich fürchtete, dass der Aufsteller seit vergangenem Donnerstag leergekauft sein könnte. Der Marsch zum Forum Schwanthalerhöhe war trotz düsterem Hochnebel angenehm. Ich sicherte mir vier Flaschen des Weißweins. Auf dem Rückweg buchte ich eine Restaurantreservierung für meinen Chef um, wenn ich schon an dem Lokal vorbei kam.

Zurück am Schreibtisch gab es als Mittagessen Apfel, Truthahn, Orangen.

Die nachmittägliche Arbeit war nicht ganz so druckvoll. Nach Feierabend ging ich direkt nach Hause.

Das Winter-Tollwood auf der Theresienwiese wirkt dieses Jahr viel mehr wie eine Stadt als in den Jahren zuvor. (Vor allem kann ich es aber schier nicht fassen, welche Fotoqualität mittlerweile mit einem Smartphone möglich ist: Ich habe einfach draufgehalten und einmal abgedrückt, auf dem Ergebnis sind selbst die Türme der Frauenkirche gut zu erkennen.)

Zu Hause war ich froh, den schweren Rucksack abzulegen. Eine Runde Yoga, dann bekam ich Abendessen in mehreren Gängen: Herr Kaltmamsell servierte erst mal den Ernteanteil-Grünkohl als kale chips aus dem Ofen, dann den weiter vor sich hin fermentierten Kimchi als Suppe mit Ernteanteil-Pakchoi, Champignons, Truthahnfleisch (köstlich und in der Kälte genau richtig), dazu Kartoffelbrei-Reste als Jumbo-Kroketten aus der Pfanne (schön knusprig, aber inzwischen schmecke ich aufgewärmte Kartoffeln überall raus), dann auch noch ein Schälchen von dem Geflügelsalat, den ich mir aus dem restlichen Truthahnfleisch gewünscht hatte. Trotzdem passte noch Schokolade hinterher.

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maiLab befasst sich, wieder herrlich systematisch, mit der Frage: “Wie viele Geschlechter gibt es?”

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https://youtu.be/8fraZlsmCio

(Die Kollegin, die mich auf das Video hinwies, betonte zurecht: Die Kommentare unter dieser Folge auf YouTube sind eine einzige Flausch-Welle, lesen Sie sie zur Rückgabe von Glauben an die Menschheit.)

Journal Sonntag, 27. November 2022 – Frostig-sonniger erster Advent

Montag, 28. November 2022

Gut geschlafen, erfrischt früh aufgewacht.

Vorm Haus sah ich Raureif auf den Autos, jetzt hatte es doch den ersten Frost gegeben. Beim Bloggen sah ich zu den kahlen Bäumen des Parks vor klarem Morgenhimmel – und als Schattenspiel eine Eichhörnchenjagd um Stämme und über Äste, mit mindestens drei Beteiligten.

Der Sonnenlauf ist jetzt, an den kürzesten Tagen des Jahres, so tief, dass ich die Rolläden nur kurz brauchte: Die Strahlen kamen nicht über die Bäume des Parks.

Ich hatte große Lust auf eine Schwimmrunde, auch auf das Radeln zum Olympiabad. Dafür packte ich mich warm ein.

Meine Augenpartie ist derzeit noch asymetrischer als eh, weil ich seit einer Woche einen Entzündungsknubbel in der Unterseite des rechten Lids habe. (Ich setze darauf, dass er von selbst verschwindet.) Und der Janker verabschiedet sich: Schon nach der ersten Saison hatten die gestrickten Ärmel Flusenwülste, die “Pilling” eine komplett neue Dimension gaben, nach nur drei weiteren hat der Rucksack zwei Stellen am Rücken bis kurz vor Loch gescheuert. Vier Jahre ist eine definitiv zu kurze Lebenszeit, der nächste (Janker gehören seit über 30 Jahren zu meiner Grundausstattung) wird wieder ein ganz traditioneller aus Walkstoff. Aber halt nicht als “Tracht”, sondern als regional lang erprobte Standard-Winterjacke. Es wird wieder schwierig werden.

Der Weg zum Olympiabad war dann auch sehr schön.

Die Treppe zu den Umkleiden.

Trotz weniger als ideal warmem Wasser wurde es eine erfreuliche Schwimmrunde. Die Bahnen waren relativ belebt, doch man vertrug sich. Ich schwamm leicht und nahm mir Gelassenheit gegenüber der geschafften Strecke vor. Erst um die 2.000er-Marke fröstelte ich, doch das gab sich auch wieder, setzte nur hin und wieder ein: Ich bekam meine 3.000 Meter.

Gegenschuss: Aufgang von den Umkleiden.

Im Olympiapark lag im Schatten noch weiß der Raureif.

Ich radelte gemütlich und mit Genuss nach Hause. Um mal wieder nach ihr zu sehen, nahm ich die Strecke an der Ostseite der Hauptbahnhofs-Baustelle entlang – und fand nicht heraus, wie die Wegführung für Fahrräder am Eck zur Arnulfstraße eigentlich gedacht war: Es sah aus, als sei Geradeausfahren für Radln nicht vorgesehen, ich verließ den Radweg und wechselte über die Rechtsabiegerspur der Autos auf die Pkw-Geradeausspur.

Frühstück um halb drei: Apfel, Kalamata-Oliven und Grissini, Orangen mit Joghurt, ein erstes Weihnachtsplätzchen (Walnusskringel von Mama, köstlich).

Am Nachmittag zog Hochnebel über die Sonne. Ich las die Wochenend-Süddeutsche, das SZ-Magazin vom Freitag. Zwei Paar dicke Socken, T-Shirt, Pulli, dicke Wolljacke, die Heizung an (nicht voll, das sollte es bei Plusgraden draußen noch nicht brauchen) – mir war trotzdem kalt. Herr Kaltmamsell brachte mir einen Heiz-Umhang, den ich als Decke über die Beine legte. Der schaffte endlich warme Hände.

Abends eine Runde Yoga, die ebenfalls ein wenig wärmte. Nachtmahl nochmal Thanksgiving-Reste, in der Mikrowelle erwärmt (manchmal fällt mir diese Heizmöglichkeit ja doch rechtzeitig ein): Truthahn, Süßkartoffel-Bake, der Rest Füllung, der Rest Cornbread (es wird langfristig eine Diskussion um frische Maiskörner drin geben: ich finde sie super, Herr Kaltmamsell bevorzugt Maiskorn-freies Cornbread), die sensationellen Cranberries. Nachtisch war ein Rest Pumpkin Pie, dann noch Schokolade.

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ZDF-Korrespondentin Diana Zimmermann erklärt in Inside PolitiX, für wen es das neue Bürgergeld gibt, was daran problematisch ist und wie die jetzige Endversion zustande kam.

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https://youtu.be/i9gZ1SNzFSI

Journal Samstag, 26. November 2022 – Wir spielen Thanksgiving

Sonntag, 27. November 2022

Unruhige Nacht, weil neben mir jemand schnarchte – und zwar in einer Heftigkeit, dass ich Angst hatte, er könnte nicht genug Sauerstoff bekommen. Beim x-ten Abstupsen zog er doch in sein eigenes Bett, ich bekam ein paar Stunden Tiefschlaf.

Zumal der Wecker des Herrn um sechs klingelte: Er hatte einen riesigen Truthahn zu füllen und in den Ofen zu schieben. Und auch sonst ein reichhaltiges Thanksgiving-Menu vorzubereiten: Um 12 waren die Gäste angekündigt, um 14 Uhr sollte serviert werden. Nach Morgenkaffee und Bloggen richtete ich Tisch und Wohnung her.

Für letzte Einkäufe zog ich in die Innenstadt (Last-Minute-Panik, dass man die Leute doch nicht zwei Stunden ohne irgendwelche Kleinigkeiten zu knabbern hungrig halten konnte). Am Sendlinger Tor und in der Sendlinger Straße wurden die Christkindlmarkt-Stände bereits in Betrieb genommen; ich stellte anhand der Schilder sicher, dass ich auch diesen Advent eine Regensburger spezial bekäme.

Stühle 5 und 6 sind erst für nächsten Mittwoch angekündigt, doch auch so mussten wir nicht auf Klappstühle ausweichen – dank Herrn Kaltmamsells hervorragender Idee, die Balkonbank hereinzuholen. Wir stellten fest, dass wir am ausgezogenen Tisch bequem zehn Personen unterbringen, mit ein wenig Kuscheln auch zwölf: Familien-Weihnachtsessen oder -Ostertafel kann es also auch bei uns geben, größere Dinner Partys sind eine Option – wie schön!

Kurz vor 12 klingelte die Ingolstädter Familie, die mit einem Auto gekommen war: Meine Eltern, Bruder und Schwägerin mit dem erwachsenen Neffen 2. Wir bekamen Weihnachtsgebäck, eine Pflanze, Craft-Biere, Süßigkeiten. Die lieben Schwiegers, die ich viel zu lange nicht mehr gesehen hatte, reisten wegen Parkplatzmangel in unserer Straße mit der Bahn an, für Herrn Schwieger nach eigenen Aussagen die ersten Zugfahrt seit über 20 Jahren. Sehen Sie, man ist nie zu alt für Abenteuer.

Auch hier Austausch von Weihnachtsgebäck, außerdem bekam ich einen wunderschön blauen Kaschmirpulli durchgereicht. Große und allgemeine Freude über Wiedersehen, ein Gläschen Prosecco.

Herr Kaltmamsell hatte das Essen dann doch ein wenig vorverlegt. Am Braten arbeitete er mit teilweise Alufolienabdeckung, der Vogel garte sechs Stunden bei 180 Grad und wurde perfekt – der definitiv beste Truthahn, den ich je gegessen habe, alle Teile saftig, aromatisch, zart.

Ich übernahm das Tranchieren, wegen perfekten Garpunkts ganz einfach. Die Familie erfüllte ihre traditionelle Rolle, von der Seitenlinie zu System, Ansatz, Geschwindigkeit des Tranchierens klugzuscheißen.

Dazu gab es (von oben in Uhrzeigerlauf und alles von Herrn Kaltmamsell selbst erstellt):
Kartoffelstampf, Cranberries, grüne Bohnen (ich hatte auf einer grünen Komponente bestanden, Herr Kaltmamsell recherchierte eine classic green bean casserole), Süßkartoffelauflauf mit Marshmellows, corn bread, zweierlei Gravys (also extra gekochte Bratensauce, fleischig und vegan). Die Semmel-Zwiebel-Apfel-Salbei-Füllung vergaßen wir erst mal, reichten sie nach.

Es gab ein Päuschen für Schnaps und Espresso. Dann servierte Herr Kaltmamsell zweierlei vegane Pies zum Nachtisch mit Schlagsahne (Neffe 2 hatte sich bei Letzterem nützlich gemacht, er ist ohnehin sehr koch-interessiert und holte viele Infos über die Zubereitungen).

Der Pumpkin Pie traditionell, der Pecan Pie erwies sich beim Servieren als ausgesprochen unkooperativ und musste löffelweise ausgeteilt werden. Schmeckte beides hervorragend.

Um 16 Uhr Aufbruch der Ingolstädter Delegation: Menschen mit Basketballtrainerleben hatten ein Spiel. Wir plauderten noch ein wenig mit Schwiegers, bis sie sich auf den Weg zurück zum Bahnhof machten.

Gemütlicher Ausklang des Nachmittags mit gemeinsamem Rückräumen und Spülen: Das Goldrandgeschirr und die Weingläser sind nicht spülmaschinentauglich, doch dieses Werkeln im Anschluss an Geselligkeit mag ich eh sehr. Wir sind ja kein Gasthaus, das auf Effizienz und Geschwindkeit angewiesen ist.

Abends hatte ich Lust auf eine Yoga-Folge, mein Magen war sogar aufnahmefähig für die erste von sicher einigen Reste-Mahlzeiten.

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Ein Tweet löste mal wieder eine wunderbare Anekdotensammlung aus:

“Das Geheimnis, das Wissenschaftler vor Ihnen verheimlichen wollen” (Beliebte Betreffzeile von Spam-Mail) Alta, hast du schon mal einen Wissenschaftler getroffen? Meine Wissenschaftlerfreunde wollen unbedingt, dass ich von den Veränderung des Paarungsverhaltens Marmorierter Baumwanzen erfahre. Sie brüllen so laut sie können und erzählen dir ALLES darüber.

Unter diesem Tweet sammeln sich die schönsten Geständnisse von Wissenschaftler*innen und Geschichten über Freund*innen aus der Forschung.

Journal Freitag, 25. November 2022 – Herannahendes Familien-Thanksgiving

Samstag, 26. November 2022

Wieder gut geschlafen (nur um das im Gegensatz zu all den Jahren mit klimakterischen Schlafstörungen festzuhalten). Mit dem Rad und früh in die Arbeit aufgebrochen, der letzte Verhandlungstag des aktuellen Gerichtsprozesses mit mir als Schöffin stand an.

Ich entschied mich für dieses Outfit und war gespannt, ob ich damit auf dem Rad sehr frieren würde: Überhaupt nicht, der wärmende Janker plus Mütze, dicker Schal, Handschuhe waren wohl wichtiger.

Im Büro eine Stunde lang ordentlich was weggehauen, dann Schwung aufs Rad und ab Richtung Gericht. Dort trafen sich der andere Schöffe und ich mit der Richterin zur Beratung. Eine halbe Stunde später gingen wir in den Verhandlungsraum; erst mal wurde noch ein Beweismittel verlesen, das die Verteidigung eingereicht hatte. Anschließend Rückzug des Gerichts zur Urteilsfindung. Die Richterin gab das Ergebnis bekannt, begründete es dann ausführlich. Die Gerichtsreporterin der Süddeutschen saß (als einzige Besucherin) im Saal, ich bin sehr gespannt, wie sie darüber schreiben wird. Vorgriff: Das hat Susi Wimmer berichtet.

Wir Schöffen warteten noch auf unsere Bescheinigungen (ich möchte meinem Arbeitgeber ja belegen können, wo ich freigestellt war), bei der Personalknappheit in der Justizverwaltung hat ein Krankheitsausfall wie in diesem Fall der Protokollantin weitreichende Konsequenzen (ein Ersatz hatte gefunden werden müssen). Zurückradeln ins Büro, mittags gab es Bananen, Orange, Hüttenkäse.

Nachmittägliche Büroarbeit, dominiert von Weihnachtsorganisatorischem.

Heftiger Regen bei pünktlichem Feierabend. Ich strich meine Einkaufspläne, denn ich würde wo auch immer nass ankommen. Also radelte ich direkt nach Hause, wo ich umgehend die nasse Kleidung ablegen konnte.

Eine Runde Yoga, diese mit eher entspannenden Übungen, wo ich eigentlich auf Warmwerden durch Bewegung gehofft hatte.

Am Samstag ist seit Wochen großes Thanksgiving-Essen geplant: Die liebe Schwägerin hatte erwähnt, dass sie noch nie eines erlebt habe, Herr Kaltmamsell und ich werden das ändern. Da dieser vierte Donnerstag im November bei uns kein Feiertag ist, hatten wir das darauffolgende Wochenende festgelegt (so kannte ich das auch von vorherigen Thanksgiving-Einladungen), der Samstag hatte die größere Schnittmenge. Gestern bügelte ich dafür schon mal Tischwäsche. Herr Kaltmamsell hatte in den vergangenen Tagen nicht nur dafür eingekauft und kochte seit Donnerstag.

Den Truthahn hatte er beim Herrmannsdorfer bestellt, er ist also aufgewachsen praktisch mit Alpenblick. (Nein, Sie wollen nicht wissen, was Herr Kaltmamsell dafür gezahlt hat. Aber weniger als für ein Sternemenü, siehe aspekte-Doku unten.)

Sondern er hatte auch (das “nicht nur” steht zwei Absätze weiter oben, falls Sie suchen) bereits eine Hühnerkarkasse für Brühe ausgekocht, die extra abgepackten und mitgekochten Truthahn-Innereien als Snack zu den Martinis serviert, die ich (ist ja nicht so, als trüge ich GAR nichts bei) als Wochenendeinläutung gerührt hatte. Und er kochte unser Abendessen: Rigatoni mit Ernteanteil-Lauch, Champignon, Crème fraîche. Dazu machte ich einen toskanischen Vermentino San Donato auf, den ich im Vollcorner entdeckt hatte: mineralisch, vielschichtig, leicht bittere Note, genau sowas mag ich derzeit, möglichst weit weg von parfümiert und fruchtig. Zum Nachtisch gab es Schokolade.

Re: Spaltung der Gesellschaft.
Ich habe den Eindruck, dass sich diese in puncto Klimakatastrophe verschärft.
Die einen, die den Klimawandel als eigentliche globale Bedrohung sehen, die der Ansicht sind, dass politisch zu wenig getan wird um ihn einzudämmen, und die deshalb großes Verständnis für Protest dagegen haben.
Die anderen, die Maßnahmen gegen den Klimawandel als die eigentliche Bedrohung sehen, die der Ansicht sind, die Politik habe ihre aktuellen Wünsche zu priorisieren, und die deshalb den Protest als Terror empfinden.
Einem Kommentar auf Mastodon entnehme ich, dass es zudem Bürger*innen gibt, die eine “Anpassung” an den Klimawandel auf nationaler Ebene anstreben; diese müssten auf die Proteste ebenfalls mit Unverständnis reagieren.

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The past is a foreign country; they do things differently there.

(Quelle)

Als Schriftsteller*innen sich noch aufbrezelten.

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Eine aspekte-Doku über den derzeitigen kulturellen Stand von Ernährung (u.a. wird Ottolenghi dazu befragt).
“Gut Speisen – Wie prägt Essen unsere Gesellschaft?”

Ich fand die behandelten Aspekte gut gewählt, mir fehlte allerdings (schließlich spielte die soziologische Perspektive ausdrücklich eine Rolle) die moralische Distinktionsmöglichkeit durch “richtiges” Essen, also durch regionalen Einkauf, Veganismus etc.

Journal Donnerstag, 24. November 2022 – Mittagspause im Gyn-Stuhl, Marketing in Blogs

Freitag, 25. November 2022

Die Tageslänge ist mittlerweile in der Phase Im-Dunklen-hin-in-die-Arbeit-im-Dunklen-zurück. Mpft.

Emsiger Vormittag. Draußen regnete es immer wieder.

Ich nahm eine ausgedehnte externe Mittagspause und stempelte für einen Gyn-Termin in der Stadtmitte aus. U-Bahn zum Odeonsplatz, Fußmarsch unterm Regenschirm, Termin absolviert (alles in Ordnung, ich sang Hymnen auf die Hormonersatztherapie).

Zurück am Schreibtisch gab’s als Mittagessen Bananen sowie Birchermuesli mit Joghurt. Nachmittägliches Wetter windig und regnerisch, der Himmel hatte interessante Farben.

Nach Feierabend auf dem Heimweg Einkäufe im Vollcorner für den Abend und das große Thanksgiving-Essen am Samstag mit Familie. Zu Hause eine Einheit Yoga, dann machte ich aus Ernteanteil-Radicchio Salat mit Roquefort. Den gab es vor einigem Käse: Kürzlich war die diesjährige Lieferung meiner adoptierten Crowdfarming-Schafe südlich von Madrid eingetroffen (es gibt derzeit noch Käse, auch ohne Adoption können Sie bestellen). Der junge Semicurado roch bereits beim Öffnen der Plastikverpackung nach Schafstall – ich mag das ja. Nachtisch Schokolade.

Übrigens befinde ich mich gerade in einem vielversprechenden E-Mail-Austausch mit einer Anbieterin von “redaktionellen Artikeln” in meinem Blog – für die aber die Anbieterin bezahlen will. Es ging wie so oft los mit einer E-Mail-Anfrage “Wir liefern Artikel mit einem hohen Mehrwert für die Leser”.
Wie ebenso oft reagierte ich mit Interesse: “Welche Themen schlagen Sie vor?” Und machte klar, dass es für redaktionelle Artikel natürlich Honorar geben würde.
Doch zurück kamen vergangenen Sonntagabend keine Themenvorschläge, sondern Textbausteine: “Wir verfassen Artikel entsprechend des jeweiligen Contents der Website so dass auch die Leser ei-nen hohen Mehrwert haben.
Unsere Artikel sind unique und werden nicht weiter veröffentlicht.” Wieder sollte für die Veröffentlichung gezahlt werden. Das nenne ich “Werbung” im Gegensatz zu redaktionellen Artikeln, und man muss mich nicht eigens anschreiben um zu erfahren, ob ich sowas verwende.

Wir sind jetzt von meiner Seite an den Punkt angekommen, an dem mich am meisten der Job der Anfragerin interessiert. Also bot ich ihr an:

Ich sehe tatsächlich einen spannenden Text – nämlich über Ihren Job. Was machen Sie da eigentlich? Und wie erfolgreich? Sie müssen offensichtlich sogar am Sonntag arbeiten – ist das bei Ihrem Arbeitgeber üblich? Blogs sind ja eigentlich ein Auslaufmodell: Lohnen sich Ihre Standard-Anschreiben? Wie hoch ist Ihre Erfolgsquote? In welcher Art Online-Publikationen haben Sie den größten Erfolg mit Ihrem Modell? Wie viel verdienen Sie damit? Und wer sind Ihre Kunden, die sich auf diese Art von Marketing einlassen? Für einen gut geschriebenen Artikel (ohne Marketing-Bullshit) zu diesem Thema würde ich durchaus zahlen.

Mal sehen, ob Sie schon bald hier einen Gastbeitrag zu diesem Thema lesen.

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Corinna Funke hat in ihrer Doktorarbeit untersucht, warum Deutschland so viel länger als andere Länder braucht, um seine Verwaltung zu digitalisieren. Freundlicherweise hat sie die Ergebnisse in einem Twitter-Thread zusammengefasst.

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Und wenn wir schonmal bei essenzieller Forschung sind: Ein Twitter-Thread hierzu (mit Bildern!).

via @klugscheisser

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Mein Liebling aus dem aktuellen Programm von Pigor & Eichhorn ist inzwischen online! “Rente gehn”.

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https://youtu.be/bkpe-Tn4Cxc

(Wird echt Zeit für die nächste Generation.)

Journal Mittwoch, 23. November 2022 – Am Amtgericht, georgisches #Lindwurmessen

Donnerstag, 24. November 2022

Zackiger Morgen daheim: Ich wollte früh loskommen, um im Büro noch einiges wegzuschaffen, bevor ich meinen Schöffinneneinsatz bei Gericht antrat. Gehobene Laune, weil mir eine schöne Kleidungskombi eingefallen war (Foto vergessen).

Der Morgen war trocken und freundlich, ich radelte ohne nass zu werden oder zu frieren in die Arbeit (ohne Fahrrad vom Büro zum Gericht zu kommen, wäre umständlich). Dort eine gute Stunde Zackigkeit, bevor ich zum Justizzentrum Stiglmaierplatz radelte.

Angekündigt war ein langer Verhandlungstag, es mussten Zeugenaussagen nachgeholt und zusätzliche Zeugen befragt werden, außerdem stand ein medizinisches Gutachten an. An einer Stelle musste ich die Richterin neben mir auf einen Formfehler ansprechen. Ich hatte ihre Aufmerksamkeit nach mehreren “Ahem”s erst durch Zupfen am Ärmel ihrer Robe – es war mir peinlich, mich so sichtbar zu machen, doch die Sache war wichtig, und sie bedankte sich auch herzlich für den Hinweis.

Alles verlief ohne Komplikationen, wir hörten die Plädoyers, es wurde dann doch kein langer Verhandlungstag (Urteil ergeht Freitagmorgen): Schon um halb zwei saß ich wieder am Schreibtisch, war durch schönes Herbstwetter geradelt, hatte kurz am Bäcker gehalten, um mir eine Käsestange als Mittagessen zu holen. Außerdem gab es zwei Äpfel.

Nachmittags ruhiges Abarbeiten, das war angenehm.

Nach Feierabend radelte ich direkt nach Hause. Ich holte Herrn Kaltmamsell ab zum nächsten #Lindwurmessen.1 Wir spazierten über den Kaiser-Ludwig-Platz und an der Theresienwiese entlang zu unserer letzten Station vor der Lindwurmbrücke:

Iveria, das derzeit einzige georgische Restaurant in München, denn das wunderbare Lokal in der Leonrodstraße, in dem ich georgische Küche lieben gelernt habe, gibt es nicht mehr (Google nennt als georgisches Restaurant auch neu ein Website-loses Impler in der Valleystraße – kennt das jemand?). Wir waren vor einem Jahr schon mal hier gewesen, hatten es zu laut und voll gefunden, die Speisen im Vergleich zum Neuhauser Vorbild weniger besonders. Diesmal waren wir so früh dran, dass das Lokal nur zur Hälfte belegt war, die Lautheit kündigte sich lediglich an.

Herr Kaltmamsell hatte Lamm- und Rinderhack vom Grill mit Pommes und Salat, ich einen Hähnchenspieß mit Salat und Reis, alles gut, besonders das Salatdressing, zwischen uns steht wunderbar käsiges Megruli (stehen nicht als Khachapuri auf der Karte – anderer Name?), dazu trank ich eine knallsüße, aber intensive georgische Birnenlimonade.

Zurück daheim gab’s noch ein wenig Schokolade.

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Wie Seesterne sich fortbewegen.

  1. Wir futtern uns nacheinander durch alle Lokale an der Südseite der Lindwurmstraße von Sendlinger Tor westwärts bis Stemmerhof, dann an der Nordseite wieder zurück. []

Journal Dienstag, 22. November 2022 – Bürofrieren

Mittwoch, 23. November 2022

Ein kalter und regnerischer Tag, ich brauchte für den Weg in die Arbeit einen Schirm. Auf dem Regenradar sah ich, dass es ein paar Dutzend Kilometer südlich und damit höher schneite.

Eine Info von der Theresienwiese: Darauf ist bereits seit drei Wochen der Christbaumverkauf aufgebaut, wenn auch noch nicht eröffnet. Sollten Sie davon ausgegangen sein, dass Ihr Mitte Dezember gekaufter Weihnachtsbaum frisch geschlagen ist, irren Sie sich: Anscheinend ist die Ernte bereits im Oktober, die Bäume waren als Erstes aufgetürmt.

Gehetzter Arbeitsanfang im Büro, da ich ab 9.30 Uhr an einer Tagung über MS Teams teilnahm und vorher noch Dinge wegschaffen musste, auch unvorhergesehene.

Die Tagung war hochinteressant. Nachteil und Vorteil des Online-Formats: Man kann – muss aber auch nebenher Querschüsse auffangen und wegarbeiten. Bis zum Nachmittag, dessen Tagungsinhalte aber auch nicht mehr so relevant waren für mich, überwog dann die Büroarbeit.

Mein Körper ist derzeit so verklemmt, dass selbst ein tiefes Einatmen die Gelenke krachen und knacken lässt. Außerdem hatte ich nach Langem mal wieder richtig böse Bauchschmerzen. Nach dem Mittagessen (Mango, Quark mit Joghurt) wurde es besser.

Die Pulloverlücke in meinem Kleiderschrank ist dann doch nicht schlimm: Ich werde fürs Büro die sehr warmen brauchen, um nicht zu frieren. Und bald mal eine Wärmflasche mitnehmen. (Mit geschlossener Tür ging’s. Aber bei geschlossener Tür bekomme ich ob der Zimmergröße Legehennen-Syndrom, außerdem habe ich viel Durchgangsverkehr.)

Nach Feierabend regnete es nicht mehr, aber es blieb kalt. Auf dem Heimweg Einkäufe im Vollcorner, daheim Yoga.

Zum Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell meinen liebsten Herbstsalat: Kürbis, Champignons, Äpfel, Ruccola, Salbei, Käse – alles Gemüse allerdings zugekauft, wir haben keine Hoffnung auf einen weiteren Kürbis. (Dabei sind auf meiner Kürbisliste noch Kürbis-Curry und Kürbis-Lasagne offen, wir werden weiter zukaufen müssen.) Nachtisch viel Schokolade.


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