Journal Montag, 4. Dezember 2023 – Tag 3 der Schneeentschleunigung

Dienstag, 5. Dezember 2023 um 6:15

Das Draußen war zum Glück nicht so zweistellig böse frostig wie vorhergesagt, die meisten Wege konnte ich mit meinen Schneeschuhen gut gehen.

Als schmerzhaft empfand ich lediglich die vielen unter der Schneelast abgebrochenen Äste, die zum Teil sogar das Räumen von Gehwegen verhindert hatten.

Kaiser-Ludwig-Platz.

Theresienwiese. Jajaja: Schön.

Das Büro war gestern erfreulich warm, zumindest äußerlich war entspanntes Arbeiten möglich.

Mittags wieder keine Lust auf Cappuccino, also lediglich weitere Einkäufe für die Weihnachtsfeier.

Einiges weggearbeitet, es breitet sich immer mehr Egalität aus.

Nach Feierabend war es weiterhin erträglich kalt draußen. Ich erledigte einige Einkäufe für mich und Recherchen für die Weihnachtsfeier im Forum Schwanthalerhöhe.

Zu Hause Yoga-Gymnastik, Brotzeitvorbereitung – wir sind fast durch mit den ersten zehn Kilo Crowdfarming-Orangen.

Zum Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell restlichen Wirsing und Kartoffelbrei vom Vorabend, wieder mit Bremer Pinkel und Bregenwurst (das hatte ich für Sonntag falsch notiert), also mit einer wirklich schmackhaften Grützwurst (meine innere Kerndlfresserin freut sich ja immer über sowas Körniges zum Beißen, und Bremer Pinkel besteht tatsächlich nur aus Speck und Grütze) und einer Mettwurst, die ebenfalls sehr gut schmeckte.

Nachtisch Panettone.

Herr Kaltmamsell bestellte den Morgenmilchkaffee für Dienstagmorgen ab, er muss bereits um halb sechs das Haus verlassen, um halbwegs wahrscheinlich zur ersten Schulstunde am Arbeitsplatz zu sein. Denn Öffentlicher Nahverkehr und Zugverkehr in und um München sind auch morgen immer noch nicht mal ansatzweise wieder hergestellt, er machte sich auf nochmal zwei Stunden für 30 Kilometer Anreise gefasst wie am Montag. Und nachdem ich bis eben recht energisch auf die absolute Ausnahmsweise der Wetterlage verwies und die verantwortlichen Stellen verteidigte – frage ich mich nach Tag 3 schon, ob das der erste Winter ist, der hier einschlägt, und werde ungehalten. Unter anderem nachdem ich auch viel frequentierte Kreuzungen nur mit Überklettern von Schneebergen passieren kann.

§

Boris Schumatsky schreibt in der NZZ über seinen Antisemitismus:
“Als ich Juden nicht riechen konnte”.

(Zur Sicherheit: Ich sehe das furchtbare Leid der Bevölkerung in Gaza. Hamas muss weg.)

die Kaltmamsell

14 Kommentare zu „Journal Montag, 4. Dezember 2023 – Tag 3 der Schneeentschleunigung“

  1. Trulla meint:

    “Boris Schumatsky schreibt in der NZZ über seinen Antisemitismus:
    “Als ich Juden nicht riechen konnte”.

    (Zur Sicherheit: Ich sehe das furchtbare Leid der Bevölkerung in Gaza. Hamas muss weg.”

    Ein wichtiger, auch erschreckender Artikel. Und ich stimme Ihnen zu.

  2. Sigrid meint:

    Ich kann mich Trulla nur anschließen.

  3. Beate meint:

    Die Straßen werden als erstes vom Schnee befreit oder? Damit der (individuelle) Autoverkehr rollen kann. Alle anderen haben das Nachsehen ….

  4. S. meint:

    Es sind auch die Busse, Taxen, On Demand-Fahrzeuge und Radfahrende, die auf der Straße unterwegs sind. Und der Wirtschaftsverkehr, der hier in Hamburg immerhin 34 Prozent ausmacht, das wird in München ähnlich sein.

    Das soll nur eine Einordnung sein und absolut keine Verteidigung, ich finde es auch furchtbar, dass der Fußverkehr räumungstechnisch so behandelt wird.

  5. Susann meint:

    Soweit ich weiß, sind die Anwohner verantwortlich für den Zustand der Gehsteige vor ihren Häusern, zumindest hier bei uns ist das so. Viele größere Anlagen haben die Schneeräumung an Hausverwaltungen und Hausmeisterdienste outgesourct, und am Montag kamen etliche dieser Dienstleister nicht zu allen Häusern, vor denen sie räumen hätten sollen, z.T. aus Überlastung und z.T. wegen der Verkehrssituation. Die Straßenräumung selbst ist in kommunaler Hand.
    Aber auch die Straßen waren hier am Montagmorgen in unerfreulichem Zustand.

  6. Friederike meint:

    Danke für den NZZ-Link – auch wenn ich den Artikel ebenfalls sehr erschreckend finde!

  7. N. Aunyn meint:

    Danke für die Artikelempfehlung. Ich finde ihn sehr hilfreich und prägnant. Einige Parallelen waren mir noch nicht in dieser Deutlichkeit aufgefallen.

  8. kecks meint:

    Hamas geht ganz sicher nicht weg, wenn man weiter die Zivilbevölkerung mit Bomben bewirft und ihr Land besetzt. Terrorismus kann man nicht mit herkömmlichen Armeen militärisch bekämpfen. Das haben wir oft probiert, es hat meines Wissens noch nie funktioniert. Was aber funktioniert: Die Motivation neuer TerroristInnen per Erfahrung von sehr großem Leid durch militärische Aktionen der israelischen Armeen.
    (Nein, ich habe auch keine besseren Ideen. Muss man aber auch nicht haben, um zu erkennen und zu benennen, wie schrecklich und nicht zielführend das aktuelle Handeln der rechtsradikalen israelischen Regierung ist.)

  9. Sandra meint:

    Einsatzkräfte sollten die Straßen auch passieren können. Meinen Sie nicht, Beate?

  10. Roland B. meint:

    Wenn die Straßen für Berufspendler-Autos (immer brav 1 Person auf 1 Auto) geräumt werden, muß man sich als Bahnfahrer wenigstens nicht über drängelnde und mosernde Autofahrer/innen ärgern, die ausnahmsweise mal den ÖPNV nehmen, sich dann aber beschweren, daß man für sie keine Waggons angehängt hat.

    Den Oberbayern gönne ich das Chaos ein klein wenig – was müssen sie auch all den Schnee für sich reklamieren und uns hier am Schwanz des bayerischen Löwen absolut nichts davon gönnen? Da hat die Staatsregierung mal wieder auf ganzer Linie versagt…
    Dabei hatten wir ja schon einen boten geschickt, der scheint sich aber mit dem wohlbekannten Alois Hingerl (Dienstmann Nummer 172 – „luja sog i“) im Hofbräuhaus zusammengehockt zu haben und sicher mit weiteren Boten.

  11. Trulla meint:

    @kecks
    Einig sind wir wohl in der Erkenntnis, dass Leid neues Leid gebiert.
    Und an dieser Stelle auch mein Bekenntnis zur Vermeidung von Missverständnissen: Opfer sind immer die Unschuldigen – auf beiden Seiten.

    Sie gestehen, keine bessere Ideen zu haben, wie Frieden geschaffen werden könnte. Glauben aber zu wissen, dass die militärische Antwort Israels auf dessen existenzielle Bedrohung “nicht zielführend” ist. Und fordern implizit von Israel die Einstellung der Kampfhandlungen.
    Fordern Sie selbiges auch von der Hamas? Von der palästinensischen Bevölkerung, welche diese einst gewählt hat, wenigstens eine Distanzierung von dem schrecklichen Überfall auf unschuldige israelische Zivilisten?

    Seit dem 7.Oktober bis heute warte ich darauf, auch diese Forderung zu vernehmen. Zu hören oder lesen war jedoch immer nur “Ja, aber…”

  12. kecks meint:

    Ich kann Ihre Reaktion nachvollziehen, aber sachlogisch nicht verstehen, was das mit meinen Aussagen zu tun haben soll. Ich sag’s nochmal: Natürlich muss die Hamas weg. Terror muss weg. Die Forschung (Poiltikwissenschaft, International Relations) weiß, dass man dieses Ziel so nicht erreichen kann: Herkömmliche Armeen können Terror nicht beenden. Das *ist* so, zumindest soweit wir Menschen bisher wissen. Es hat in der Empirie noch nie funktioniert. Es wird auch hier nicht funktionieren. Vielmehr wissen wir aus derselben Forschung, dass die ZivilistInnen der Gegenseite dies als Staatstterror von Seiten Israelis erleben. Was das für den Konflikt bedeutet, dürfte allen klar sein. Die Nationalisten und Radikalen auf allen Seiten freut’s, die Toten weniger.

  13. Trulla meint:

    Sachlogisch @kecks, bin ich auf Ihre Aussage eingegangen, der militärische Einsatz der Israelis sei nicht zielführend. Wie aber soll man sich vorstellen, das Ziel “Hamas muss weg” zu erreichen?
    Denn, welch anderer Versuch zu einer friedlichen Lösung in der Vergangenheit (und wer von uns wünschte sich diese Möglichkeit nicht) wurde nicht durchkreuzt von den Feinden Israels, die dessen totale Vernichtung seit je verfolgen?
    Egal, wer Israel z.Z. regiert (immerhin noch eine wehrhafte Demokratie, was die Demonstrationen dieses Jahres zeigten), der Staat ist gezwungen, seine Existenz zu sichern.

    Ich erlaube mir, einen heute gelesenen Satz zu zitieren, der von Golda Meir stammt: “Wenn die Araber die Waffen niederlegen, dann ist Frieden, wenn Israel die Waffen niederlegt, gibt es kein Israel mehr.”

    Das ist, was auch ich sehe und mich dazu bringt, Israel und die Juden in aller Welt meiner Solidarität zu versichern.

  14. kecks meint:

    “Wie aber soll man sich vorstellen, das Ziel “Hamas muss weg” zu erreichen?”

    Das weiß ich nicht. Wenn ich es wüsste, würde ich mich an der Lösungssuche beteiligen und würde vermutlich ziemlich viele Lorbeeren in dem Bereich einheimsen.

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