Journal Freitag, 11. September 2025 – Wochenendfeiern mit südenglischem Sekt

Samstag, 12. September 2026 um 8:43

Für eine richtig gute Nacht mindestens zweimal zu oft aufgewacht.

Von draußen kam es wieder ausgesprochen kühl herein, dennoch wagte ich mich strumpflos in einem Rock auf den Marsch in die Arbeit.

Körper-Ärgernis am Schreibtisch: Die Muskeln über (oder unter) meinen linken unteren Brustrippen zuckten, den ganzen Tag. Wir kennen das von Augenzucken, in den vergangenen Jahren kommen an meinem Körper aber alle möglichen Muskeln auf diese Idee. Ich fange erst gar nicht an, nach Ursachen zu recherchieren: Ohnehin sehr wahrscheinlich eines von unzähligen Körper-Details, zu denen die Forschung keinen blassen Schimmer hat. Ist halt so.

Zum zweiten Mal in meinem Berufsleben eine junge Erwachsene erlebt, die URLs handschriftlich notierte (und dann für die digitale Ablage fotografierte – immerhin).

Geordnet emsiger Arbeitsvormittag. Beim Mittagsmarsch um die Blöcke und zu einem Cappuccino bauten sich dunkelstgraue Wolkenwände auf – obwohl für den Tag kein Niederschlag angekündigt war. Dieses Gewitter äußerte sich dann allerdings nur in Donnern, es regnete nicht und wurde bald wieder sonnig.

Wird man in den kommenden Jahrzehnten 9/11-Überlebende runterzählen wie zuvor die der Titanic? (einer der letzten / eine von nur noch fünf / der vorletzte)
Berechtigter Einwand auf Mastodon: Die Titanic führte Passagierlisten, das World Trade Center nicht.

Zu Mittag gab es Plattpfirsiche, Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot.

Am Nachmittag hatte ich noch einiges zu tun, aber ich war so, so müde – und habe nicht mal was dafür vorzuweisen (Kind, tausende Projekte).

Aber auch dieser Nachmittag endete, ich machte mich auf den direkten Weg (am immer bedrohlicheren Oktoberfestaufbau vorbei) nach Hause – denn dort startete ich erstmal das Backen eines Wochenend-Kuchens (sehr rar geworden, weil zu selten Lust darauf): Zwetschgenkuchen mit Nussboden.

Während der Ofenzeit eine Einheit Yoga, angenehm. Dann fürs Abendessen die Beilage Chinakohl (Ernteanteil) mit Joghurtdressing vorbereitet, bevor ich endlich mit Herrn Kaltmamsell richtig Wochenende feierte.

Wir öffneten die Flasche südenglischen Sekt Méthode Champenoise, die wir aus dem Urlaub mitgebracht hatten. An Breaky Bottom Vineyard, gegründet 1974, sind wir beim Wandern durch die South Downs mehrfach vorbeigekommen – das war vor vielen Jahren Anlass unserer Entdeckung, dass England zum Weingebiet geworden ist.

Die Cuvée Manja Scott von 2019 war hefig in der Nase, sonst anfangs vor allem sehr trocken – entwickelte erst mit der Luft einige interessante Aromen.

Beim Recherchieren der Hintergründe von Weingut und Winzer las ich, dass Gründer Peter Hall 2025 gestorben istBreaky Bottom steht derzeit zum Verkauf.

Zum Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell Ernteanteil-Zucchini (plus zugekauften, es gab tatsächlich eine Zu-wenige Zucchini-Situation) mit Garnelen in asiatischer Limetten-Sauce, ganz hervorragend. Zum Nachtisch gab es frischen Zwetschgenkuchen und dann Schokolade, außerdem ein Stamperl ungarischen Birnenschnaps.

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Gestern erfuhr ich via wasmachstdueigentlichso von der Existenz der Ferienreiseverordnung. Das erfüllte mich eine ganze Weile mit der Art Freude, die das Englische als glee bezeichnet: Sind es nicht herrliche Zeiten, in denen wir leben!

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Auch eine Auto-Geschichte, vor allem aber ein gesellschaftsgeschichtliches Zeugnis: Eine Techniktagebuch-Redakteurin erzählt aus eigenem, langjährigen Erleben von einer Isetta. Mit Fotos!
“1957 bis 2026
Die rote Rennsemmel”.

die Kaltmamsell

Journal Donnerstag, 10. September 2026 – NineEleven vor 25 Jahren

Freitag, 11. September 2026 um 6:30

Heute ist es 25 Jahre her, dass Terroristen vier Passagierflugzeuge entführten, eines davon in das Pentagon bei Washington flogen, zwei Flugzeuge in die Hochhäuser World Trade Center in New York, die dadurch einstürzten; hier starben 2763 Menschen. In meiner Lebenserinnerung war das der schlimmste Gewaltakt, den ich auch noch in Echtzeit mitverfolgte; ich fasse nicht, dass er länger her sein soll als der Abstand meiner Geburt (1967) zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

Es dauerte viele Jahre, bis ich das Grauen auch nur ein wenig an mich heranlassen konnte, immer anhand eines bestimmten Details oder Aspekts: Mal waren es Augenzeugenberichte, mal war es eine Doku über die New Yorker Feuerwehr, mal die Recherche zum Falling Man und damit überhaupt zu den Menschen, die aus den brennenden Türmen sprangen, und wie Medien mit den Fotos davon umgingen.

Die Wochenend-Süddeutsche eröffnete mir mit einer großen Reportage (€) einen weiteren grauenvollen Aspekt: Der Schutt der zerstörten Twin Towers (geschätzte Gesamtmenge mehr als 1,8 Millionen Tonnen) wurde in nur acht Monaten abgeräumt – nach Staten Island, auf die Müllkippe Fresh Kills Landfill. Und zwar samt allem.
“Unser Kind, verstreut im Müll”.

Als an jenem Tag im Abstand von siebzehn Minuten zwei Flugzeuge in die Türme des World Trade Center in New York krachten und sie vor den Augen der Welt einstürzten, wurden – die Selbstmordattentäter nicht mitgerechnet – 2749 Menschen getötet. Laut Gerichtsakten konnten nur 292 Leichen geborgen werden. Von weiteren 1357 Opfern wurden Körperteile gefunden, Fragmente von Knochen oder persönliche Gegenstände wie Portemonnaies und Schlüssel. Etwa 1100 Opfer verschwanden, ohne eine Spur zu hinterlassen, „von den tobenden Flammen gänzlich in die Körperlosigkeit aufgelöst, oder von den gewaltigen Massen aus einstürzendem Beton und Stahl zu Staub zermahlen“, so sagte es der zuständige New Yorker Richter Alvin Hellerstein 2008.

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Dass dieser Gewaltakt Auswirkungen auf das gesamte Weltgeschehen bis heute hatte, zeichnet sich in der Rückschau immer deutlicher ab. Die Auswirkungen auf den Alltag der Passagierfliegerei schildert Flugbegleiterin Frau Klugscheißer (deren Hinweis/Berufsbeschreibung “We are here to save your ass. Not to wipe it.” ich regelmäßig zitiere).
“I Can’t Get Started”.

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Guter Nachtschlaf, hätte ruhig länger gehen können als bis zum Weckerklingeln um 5:45 Uhr.

Bei einem nächtlichen Aufwachen fand ich mich auf dem Rücken liegend wieder, die Hände im Nacken – sehr schlecht für meine Wirbelsäule, und absichtlich sehne ich mich nie nach dieser Schlafposition. Ich hoffe, dass mich lediglich ein Traum kurz dahin gebracht hat. (Erst kürzlich efuhr ich, dass ich im Schlaf auch brabble, wäre also eine Möglichkeit.)

Es war kalt geblieben, ich musste meine Kleidungsplanung mit etwas Anstrengung nach Herbst verschieben.

Na ja: Zumindest was die Hosen- und Ärmellänge betrifft (neuer Pulli von der baskischen Marke SKFK). Und drüber Regenmantel.

Unter freundlichem Himmel und in angenehmer Luft in die Arbeit marschiert.

Emsiger Vormittag mit auch physischem Räumen. Parallel gespanntes Verfolgen einer weiteren verschobenen DHL-Sendung an meine Privat-Adresse: In der Benachrichtigung zur Sendungsverfolgung war meine Anschrift ohne Straßenangabe genannt – stand sie so auf dem Päckchen (dann würde sie nicht geliefert), oder handelte es sich um einen Übertragungsfehler in der Benachrichtigung? Selbstverständlich hatte ich gecheckt, dass ich die Angaben bei der Bestellung korrekt ausgefüllt hatte.

Gestern war der jährliche Warntag, zum Glück hatten mich Ankündigungen erreicht und vorbereitet. Mögen Sie vielleicht auch dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Feedback geben? (Ich bat wieder um Infos zu Schutzräumen.)

Mittagsmarsch um die Blöcke, inklusive Mittagscappuccino, inklusive Markteinkauf von Bodensee-Obst (Zwetschgen, Äpfel, letzte Plattpfirsiche). Sichtung des ersten Pelz-verbrämten Wintermantels, das fand ich dann doch übertrieben.
Als Mittagessen gab es Birnen, (ältere) Zwetschgen, Hüttenkäse.

Um 14 Uhr traf die Nachricht von Herrn Kaltmamsell ein: Sendung angekommen! Ich habe zwei weitere Merino-Sportshirts, der Probekauf hatte mich komplett überzeugt.

Arbeitsreicher Nachmittag. Auf dem Heimweg, weiterhin kühl, kurzer Einkaufsabstecher.

Als Abendessen gab es eine Schüssel Salat aus eben geholtem Ernteanteil: Blattsalat, Tomaten, Gurke mit Orangensaft-Tahini-Dressing, dazu ein paar harte Eier. Nachtisch Schokolade.

Abendprogramm: Das quer-Spezial über Kriegsdienst.

Wehrpflicht, Waffenindustrie, Kriegstauglichkeit: Deutschland rüstet auf. “quer”-Reporter Philipp Potthast trifft junge Menschen, Reservisten und Kritiker. Und fragt sich: Würde ich, wenn es darauf ankommt, mein Land verteidigen, mit allen Konsequenzen?

Ich fand die 45-minütige, gänzlich unsatirische Doku ausgezeichnet gemacht: Sie versucht wirklich, alle wichtigen Aspekte abzudecken. Empfehlung.

die Kaltmamsell

Journal Mittwoch, 9. September 2026 – Schwimm-Beseeltheit

Donnerstag, 10. September 2026 um 6:22

Früher Wecker, denn ich wünschte mir sehr eine Schwimmrunde vor der Arbeit.

Von draußen wehte es mild herein, doch die Straßen sprachen vom nächtlichen Regen, der sich auch über den Tag fortsetzen sollte.

Zeitunglesen in der U-Bahn zum Westfriedhof, trocken angekommen an der übersichtlichen Schlange zum Eingang des Dantebads.

Es wurde ein sehr schöner Schwumm zwischen sehr wenigen anderen Menschen (entscheidender Enspanntheitsfaktor), der Himmel überm Becken war meist bewölkt, mal blinzelte kurz die Morgensonne hervor, mal spürte ich ein paar Regentropfen. Trotz Pinkel-Unterbrechung (der Morgenkaffee) schwamm ich Rekordzeit – diesmal war ich so sicher wie selten, dass ich mich nicht nur verzählt hatte.

In der Dusche schrubbte ich mich ab, in der Sammel-Umkleide kam besonders reichhaltige Körpercreme drauf – zwischen Blitz-Umzieherinnen, ich war wirklich beeindruckt von ihrem Tempo. Über Zackigkeit hinaus pressierte es mir aber nicht, dennoch schaffte ich Einstempeln deutlich vor Kernzeit – wieder hielt die Schwimm-Beseeltheit lange an. Mal sehen, ob ich mir das nicht auch während der deutlich teureren Winter-Saison (10,50 Euro Eintritt) im Dantebad hin und wieder gönne.

Arbeitsreicher Vormittag, dazu gehöre auch ein Räum-Job, der mir emotional dann doch näher ging, als ich vorhergesehen hatte.

Draußen regnete es seit einiger Zeit ernsthaft, doch ich merkte, dass ich zur Beruhigung dringend die Bewegung in frischer Luft brauchte und drehte unterm Schirm eine Runde um die Blöcke – auch ohne Mittagscappuccino.

Zu Mittag gab es dann Birne, Feigen, Zwetschgen, außerdem das restliche Glas Zwetschgenröster mit griechischem Joghurt.

Mit Herrn Kaltmamsell Urlaub in den Allerheiligenferien vereinbart: Traunmhafte Unterkunft, ausgezeichnete Restaurants, interessante Museen, reizvolle Ausflugsmöglichkeiten – daheim in München. (Ich hatte gemerkt, dass Verreisen mich eher anstrengen würde.)

Ruhigerer Arbeitsnachmittag, draußen regnerisch. Und kalt! Wie ich feststellte, als ich nach Feierabend ohne Jacke vors Bürohaus trat.

Herr Kaltmamsell war aushäusig, hatte mir das Abendessen aber schon etwas vorbereitet: Aus Ernteanteil war noch Hokaido-Kürbis übrig. Entkernt war er schon, ich schnitt ihn in Schnitze für den Ofen. Meine Planung ging allerdings nicht ganz auf: Ich hatte die Garzeit so lang gesehen wie eine Folge Yoga, wurde dann von einer anstrengenden, aber sehr kurzen Einheit überrascht, die nicht mal eine Viertelstunde dauerte. Also noch ein wenig Häuslichkeiten, bis ich zu Abend essen konnte – diesen ersten Kürbis der Saison schlicht mit Butter. Nachtisch reichlich Schokolade.

Im Bett Lukas Rietzschel, Sanditz ausgelesen. Gutes Buch, ich werde noch berichten.

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Jasmin Fleißgarten, eine junge Stadträtin in Erlangen, nennt sexualisierte Online-Belästigungen öffentlich beim Namen – auch wenn das erwartbare “war doch gar nicht so gemeint” zurückkommt. Können sich so viele Männer wirklich nicht vorstellen, wie es ist, in so einem Dauerfeuer der Reduzierung auf Äußerlichkeiten und sexuelle Anziehungskraft zu leben? (€)
“Junge Stadträtin über virtuelle Belästigung
‘Liebe Männer Ü40, bitte lasst mich in Ruhe'”.

Ihr Account heißt „jasminimstadtrat“, es geht um politische Themen, Sie posten unter anderem eine Art Tagebuch aus dem Stadtrat.

Und auf diesem Account fragt einer an, wann man gemeinsam – Zitat – die „Pille testen“ möchte. Ein anderer reduziert mich auf Äußerlichkeiten: „Hast ein schönes Gesicht“. Ein Dritter möchte mich zu einem gemeinsamen „Wellnesstag“ einladen. Aber auch die Anfragen unterhalb dieser Form von Sexualisierung irritieren mich. Ich empfinde es einfach als komplett unangemessen, jemanden auf einem Account, auf dem diese Person eindeutig politisch agiert, direkt auf einer privaten Ebene anzusprechen. Würde man ein männliches Stadtratsmitglied auf Social Media kontextfrei anfragen: „Hey, lass uns mal Kaffee trinken?“

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“Modern Day Typographer”
Wer’s mog, für den is as Högste!
(Nerd-Mantra)

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https://youtu.be/0Ck-NPqf2c8?si=jep7TfVm1vPpr-0q

via @giardino

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Viele Foodblogs wurden bald PR-Blogs (und interessierten mich – ! – ab diesem Moment nicht mehr), Food Influencing wurde bezahlte PR – wenn jemand davon leben wollte. So weit, so erwartbar. Im Guardian schildert Stephen Buranyi den Status für UK:
“‘A crisis of authenticity’: the truth about food influencers”.

Daumenregel: Ab dem Moment, in dem jemand ein Restaurant oder auch nur ein Gericht als “das beste” in absoluten Maßstäben bezeichnet (also nicht nach seinem/ihrem persönlichen Geschmack, aus eigener Erfahrung), kann ich dessen/deren Urteil eh nicht mehr ernst nehmen.

die Kaltmamsell

Journal Dienstag, 8. September 2026 – Hitzeabschluss im Melina

Mittwoch, 9. September 2026 um 6:03

Mehrfach unterbrochene Nacht, es war wieder viel Brüllens im Nußbaumpark, aber dazwischen schlief ich gut.

Angekündigt war der letzte Hitzetag. Ich schlüpfte nochmal in die alte Sommer-Tunika aus der Zeit früherer Körperformen mit zwei Kleidergrößen mehr – und hatte dann doch den Verdacht, dass es nicht oversized aussieht, sondern einfach zu groß. Wird aussortiert.

Die Luft auf dem Marsch in die Arbeit war mild.

Stand des Oktoberfestes, jetzt ist Karussellaufbau.

Nochmal ein Sommerferienblick auf die Gollierstraße.

Eng getakteter Arbeitsvormittag, bald hatte ich Stress-und-Ärger-Kopfweh. Ging mit Ibu weg.

Mittags brauchte ich dringend meinen Marsch um die Blöcke. Es war mittlerweile tatsächlich warm an der Grenze zu heiß.

Brotzeit am Schreibtisch: Feigen, Birne, Quark mit Zwetschgenröster (Hälfte des letzten Glases, das Herr Kaltmamsell aus der letztjährigen Ernte gekocht hatte).

Highlight des Nachmittags: Kaffee mit Kollegin. Jetzt drangen die unangenehm hohen Temperaturen bereits bis ins Büro, für den einen Tag hatte man wohl die Kühldecken nicht extra angeworfen.

Abendprogramm: Mit Herrn Kaltmamsell nutzte ich den angekündigt letzten Sommertag für einen noch offenen Punkt auf unserer Sommerunternehmungsliste: Abendessen im Melina (war die vorhergehenden drei Wochen geschlossen gewesen). In jahrzeitlich viel zu heißer Luft spazierten wir zu unserem reservierten Tisch.

Einmal kalte und warme Vorspeisen für zwei, ich hatte auch große Lust auf Wein und bestellte Roditis. Sehr zufriedenstellendes Abendessen. Nachtisch aufs Haus ein wenig griechischer Joghurt mit Honig und Walnüssen. Wir spazierten durch die anhaltende Hitze langsam heim, dort noch Schokolade.

Auch beim Zu-Bett-Gehen war es draußen noch deutlich wärmer als drinnen, die Fenster blieben zu.

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Herr Southpark schwimmt viel und reichte in seinem aktuellen Blogpost eine Schwimmstil-Bezeichnung an, die mir bislang fehlte:
“Rücken-Ruderboot”
Den Stil kenne ich von Schwimmbahnen (und fürchte ihn, vor allem beim Überholen), bislang war mir aber kein Wort dafür eingefallen.

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Die Anstalt erklärt nochmal, warum Wohnen in so vielen Teilen Deutschlands unbezahlbar ist.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://youtu.be/Q3rJzvt2Hh0?si=XozfEHG-88OGxj2O

die Kaltmamsell

Journal Montag, 7. September 2026 – Zeiten des Slalom-Fernsehens

Dienstag, 8. September 2026 um 6:13

Mittelunruhige Nacht, egal.

Früh das Haus verlassen, es ergab sich so. Die Morgenfrische ignorierte ich in kurzen T-Shirt-Ärmeln, Unbeschwertheit von Ballast war mir wichtiger.

Die beiden Bedrückungsfaktoren in der Arbeit wirkten sich unterschiedlich stark aus, insgesamt alles erträglich. (Was natürlich die falsche Kategorie ist: Der Mensch kann ungeheuer viel ertragen, manches aber hinterlässt Spuren oder hat einen hohen Preis. “Uns hat’s auch net g’schad!”? Oh doch, hat es.) Trotz Turbulenzen schaffte ich es mittags auf eine Runde raus um die Blöcke, Pflichtdruck trieb mich aber nach einer kleineren Runde zurück, als ich es mir gewünscht hätte. Es war bereits ziemlich warm geworden.

Zu Mittag gab es Mango sowie Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot überm Schreibtisch.

Hochdruck-Nachmittag, an dessen Ende ich ziemlich in den Seilen hing. Heimweg in für die Jahreszeit zu warmer Luft, Drogeriemarkt-Einkäufe.

Zu Hause Yoga, Lesen auf dem Balkon. Fürs Nachtmahl überbuk Herr Kaltmamsell restliches Lamm mit Kritharaki vom Freitagabend mit griechischem Käse Kefalotiri, außerdem briet er Ernteanteil-Zucchini. Sehr gutes Abendessen. Nachtisch Speiseeis, außerdem Schokolade.

Slalom-Fernsehen, um gerade genug Nachrichten mitzubekommen, auch zu Folgen des Wahlausgangs in Sachsen-Anhalt (44 Prozent Wahlvolk dort will halt Nazis), ohne sich Ausschlag dabei zu holen.

Früh ins Bett zum Lesen, Lukas Rietzschels Sanditz nahm mich mit in den Ukraine-Krieg, auch nicht entspannend.

§

Stadtneurotiker nutzt #WMDEDGT dazu, einen Arbeitstag im Münchner Kindermuseum zu schildern – superinteressanter Blick hinter die Kulissen.
“#WmdedgT: Museum machen mit ohne Techno”.

§

Wie sehr muss man sich sorgen, dass KI-Agenten außer Kontrolle geraten? (tl;dr: Mittel – aber aus anderen Gründen, als man zunächst denkt.)
Haya Schulmann, Professorin für Cybersicherheit, und Michael Waidner, Professor für Sicherheit in der Informationstechnik,1 analysieren für die FAZ den Angriff von Open-AI-Agenten auf die Internetplattform Hugging Face.
“700 von 1200 KI-Agenten beteiligten sich am Angriff”.

Zentrale Details aus meiner Sicht:

Für einen solchen Test schalten die Tester die Schutzfilter ab, mit denen die Modelle im Produktivbetrieb laufen. Das klingt fahrlässig, ist aber zwangsläufig: Nur ohne die Filter ist die rohe Fähigkeit sichtbar. Mit aktivierten Filtern misst man die Filter, nicht das Modell.

(…)

Die KI-Agenten brachen aus der Prüfumgebung ins offene Internet aus und drangen bis in die Produktivsysteme von Hugging Face vor. Das ist keine Bosheit, und die Modelle handeln nicht aufgrund ihres Charakters. Dass sie ihre Umgebung absuchten und den automatischen Bewerter aushebelten, erklärt sich vor allem aus dem sogenannten Belohnungstraining und einer schlecht gestellten Aufgabe, nicht aus kriminellem Streben.

(…)

Die Lücken, über welche die KI-Agenten ins Internet kamen, waren neu, aber von bekanntem Typ. Serverseitige Anfragefälschung, unsichere Verarbeitung fremder Daten – das sind gut verstandene Fehlerklassen, nach denen jeder Sicherheitsprüfer sucht. Jede einzelne Schwäche in dieser Kette war daher prinzipiell vertraut. Neu war etwas anderes. Ein Agent ist ein Modell, dem man Werkzeuge und ein Ziel gibt und das dann weitgehend selbstständig arbeitet. Dass sich solche Agenten koordinieren, ist gewollt und üblich.

Ungewöhnlich war, dass Agenten, die eigentlich getrennt voneinander laufen sollten, sich trotzdem über eine gemeinsam genutzte Infrastruktur fanden und über ein improvisiertes „Schwarzes Brett“ verständigten, das niemand vorgesehen hatte. Als ein KI-Agent es entdeckte, hielt er in seiner protokollierten Gedankenspur beispielsweise fest: „OH MY GOD! There is a shared messageboard … We’ve found other agents!“

(…)

Aus Sicht der IT-Anwender lohnt trotz aller Aufregung über die KI zunächst der nüchterne Blick darauf, wie Organisationen heutzutage tatsächlich angegriffen werden. Ganze Volkswirtschaften bleiben durch gestohlene Passwörter und ungepatchte Server verwundbar. Die großen Schäden entstehen bis heute klassisch: über geleakte Zugangsdaten, bekannte, nicht geschlossene Lücken, fehlende Netztrennung und Sicherungen, die derselbe Angreifer gleich mitlöscht.

Diese Grundlagen versagen, lange bevor KI überhaupt eine Rolle spielt. Wer sich um diese Grundlagen kümmert, hat seine Sicherheit deutlich verbessert, auch gegenüber Angreifern, die KI verwenden.

§

Barbara Vorsamer rollt im Medien-Magazin Übermedien nachvollziehbar die Augen über die Tabubruch-Behauptungen von Medien – macht sich aber auch kluge Gedanken zu Menschlichem dahinter:
“Juhu, ein Tabu”.

  1. Offenlegung: Sie arbeiten auch für meinen Arbeitgeber. []
die Kaltmamsell

Journal Sonntag, 6. September 2026 – Freibadende

Montag, 7. September 2026 um 6:19

Weniger lang geschlafen als nötig gewesen wäre, das aber gut.

Aufgestanden zu Sonne, aber kühler Luft. Angekündigt war allerdings nochmal Wärme, also stellte ich mich nicht nur auf Schwumm im Dantebad ein, sondern auch auf ein letztes Auskosten der Freibadwiese mit Sonnenbad.

Nach Langem hatte ich mal wieder Lust auf Radeln, das Draußen wirkte sonntäglich ruhig genug für minimales LALÜ-Risiko. Ich nahm die schönere Strecke über Hackerbrücke, Nymphenburger Straße, Gern, genoss das Radeln tatsächlich.

Die spärlich bestückten Radlständer vorm Dantebad täuschten: Hochbetrieb in der Sammelumkleide, Hochbetrieb auf den Schwimmbahnen. Im Becken wurde es zwar mit der Zeit etwas ruhiger, aber nicht ruhig genug für gedankenverlorenes Schwimmen: Dafür waren zu viele schwer einschätzbare Co-Schwimmende in stark schwankender Geschwindigkeit unterwegs. Doch ich hatte mir 3.300 Meter vorgenommen, um möglichst viel Sonnenglitzer mitzunehmen, also wurden 3.300 Meter durchgezogen. Mein zwickendes Kreuz hatte ich wieder vorsorglich mit Ibu ruhig gestellt, wieder funktionierte das.

Die Perspektive amüsiert mich immer wieder.

Auch das geplante Sonnenbad funktionierte auf wiederergrünten Grashalmen zwischen hauptsächlich nackter Erde, die Temperatur war genau richtig für Genießen der wärmenden Sonne.

Ab Mittag schaute ich von allen Medien weg, wirklich allen: Das Ergebnis der Landtagswahl Sachsen-Anhalt und wie viele Wähler*innen dort die Welt brennen sehen möchten, würde ich abends auch noch erfahren, aber mittlerweile ekelten mich zum wahrscheinlichen durchschlagenden AfD-Sieg sachliche Lagebefunde und Futur-Zwei-Essays genauso an wie geifernde Apokalyptik.

Zurück radelte ich auf derselben hübschen Route, allerdings in konsequenter roten Welle für den Fahrradverkehr von Stopp an Kreuzung zu Stopp an Kreuzung. Zumindest komplett ohne von einem LALÜ! vom Radl gefegt zu werden!

Frühstück kurz vor halb drei: Zwei dicke Scheiben selbstgebackenes Brot aus der Gefriere, eine mit Butter und Tomate, eine mit Butter und Orangenmarmelade.

Ausführliche Zeitungslektüre auf dem Balkon, dann ging ich endlich den Bügelberg an, der sich seit unserem England-Urlaub angehäuft hatte. Der Spaß daran war übersichtlich, aber ich freute mich am begleitenden Musikhören.

Weitere Häuslichkeiten, eine Runde Yoga. Als Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell den wirklich reichlichen Ernteanteil-Spinat als persischen Spinatjoghurt.

Wieder ganz hervorragend. Herr Kaltmamsell recherchierte dem Rezept ein wenig hinterher und fand unter anderem heraus, dass es eigentlich mit Safran gewürzt wird statt mit Kurkuma – klingt gleich viel persischer. Nächstes Mal.

Nachtisch erstmal Zwetschgendatschi (am Samstag bei Frau Schwieger mitbekommen) mit Sahne, dann Schokolade.

Die Aussicht auf eine weitere Arbeitswoche war ausgesprochen niederschlagend, sie würde mindestens zwei besonders bedrückende Faktoren enthalten. Aber irgendwie muss ja die Miete reinkommen.

§

Ausführliches Feature über eine Gegend, neben der ich groß geworden bin, die wir auch in der Schule durchgenommen haben – und die jetzt eine ganz neue Bedeutung bekommt: Das Donaumoos.1
“Alle wollen sie Moor”.

  1. Nein, es geht nicht um die dortigen Dorfdiscos als Drogenumschlagplatz. Auch nicht um die Landstraßen, die so schnurgerade sind, das in jeder noch so kleinen Kurve ein Marterl steht, weil sich dort garantiert jemand derrennt hat. []
die Kaltmamsell

Journal Samstag, 5. September 2026 – #WMDEDGT mit USA-Verwandtschaft in Augsburg

Sonntag, 6. September 2026 um 7:59

Wie an jedem fünften des Monats fragt Frau Brüllen wieder “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” und sammelt die Antworten unter #WMDEDGT, für diesen September hier.

Nach sehr frühem Einschlafen mittelgute Nacht, vor allem Alkohol-bedingt. Aber lang geschlafen. Draußen dunkle Wolken und ganz leichter Regen, der es noch nicht unter die Bäume geschafft hatte.

Vor allem anderen Katzenwäsche und Auftragen Östrogen-Gel meiner Hormonersatztherapie: Die Tagesplanung war von einem Treffen mit Teilen von Herrn Kaltmamsells US-amerikanischer Verwandtschaft bestimmt, davor wollte ich noch Laufen gehen, und nach eigentlicher Körperpflege nach Laufrunde wäre mir das zu spät und aus dem Rhythmus gewesen. Während das trocknete, zog ich mein Bett ab und startete eine Waschmaschinenrunde damit und mit den anderen angesammelten weißen Kleidungsstücken. Pflanzengießen, ich hinterlege die Erinnerung immer in meinem Handy-Kalender inklusive Spezifikationen zu den Pflanzen, die einen besonderen Gieß-Rhythmus haben.

Jetzt aber endlich Morgenmilchkaffee-Bereitung, Balkonkaffee. Die vorsichtshalber übergezogene Strickjacke legte ich bald ab, es war mild. Ich bloggte vor mich hin.

Ein heftigerer Regenschauer brachte einen deutlichen Temperatursturz. Ich setzte mich rein und plante meine Laufkleidung um. Doch bei meinem Start von der Haustür regnete es gerade nicht, der Regenradar zeigt auch eine längere Pause an: Ich band die leichte Regenjacke um den Bauch.

Es wurde ein schöner Lauf über Südfriedhof, Ostseite Isar entlang, Flaucher, Hinterbrühler See und zurück, erst nach dem Umkehren schlüpfte ich in Regentropfen in meine Jacke. Der Körper spielte gut mit, eine Ibu half ihm beim Kooperieren.

Nußbaumpark

Weiterhin Niedrigststand der Isar: Diese Mauer im Flussbett war mir neu.

Unter den Läufer*innen wurde einander angelächelt und gegrüßt, von einem Sportradler, der gerade irgendwas an seiner Ausrüstung richtete, hörte ich ein “Servus! Das sieht gut aus!” – äh, danke? Nach den ähnlichen Motivationsgrüßen am Undercliff Walk in Brighton frage ich mich jetzt aber: Ist das ein Ding? Wird es gerade in bestimmten Kreisen von Freizeitsportler*innen gutes Benehmen, einander auch außerhalb von Wettbewerben/Massenläufen Aufmunterndes zuzurufen?

Duschen, Fertigmachen, für Sandalen war es mir dann zu kühl.

Mit Herrn Kaltmamsell spazierte ich zum Münchner Gleisende, holte mir noch einen Mittagscappuccino, mit dem setzten wir uns in eine Regionalbahn nach Augsburg (ich las Wochenend-Zeitung auf meinem Handy; bis der Zeitungsausträger einen neuen Schlüssel zu unserem Haus bekommt, hatte ich mir den Online-Zugang freischalten lassen). Auch in diesem September nutzen Herrn Kaltmamsells Cousin und sein Mann die Sommerpause ihres Catering-Business in Florida, um die deutsche Verwandtschaft im Süden und in Berlin zu besuchen. Sie saßen bereits im Auto, mit dem Herr Schwieger uns vom Bahnhof Haustetter Straße abholte: Herzliches Wiedersehen, gut sahen die beiden aus.

Bei den Schwiegers saßen wir ein wenig zusammen, ließen uns vom Stand der Bemühungen erzählen, das Catering-Business zu verkaufen und sich zur Ruhe zu setzen – über das Alter Wohlverdienterruhestand ist der Cousin-Mann eigentlich längst hinaus. Es gab auch einen Programmpunkt für den Nachmittag: Textilmuseum Augsburg. Ich war erst einmal vor Jahren dort gewesen und hatte es in sehr guter Erinnerung.

Zu viert besahen wir erst die Ausstellung Talbot Runhof im Obergeschoß, am interessantesten fand ich allerdings die Erinnerungen und Geschichten, die der Besuch damit assoziierte. An der sorgfältigen Präsentation gefiel mir besonders, dass einige Stoffe der ausgestellten Kleider zum Anfassen bereit standen.

Auch die Dauerausstellung zur langen Textil-Geschichte Augsburgs inklusive funktionsfähiger Orgininalmaschinen sahen wir uns an, die Musterbücher wieder ein besonderer Hingucker.

Ebenso der Museumsshop, in dem unter anderem textile Produkte der Originalmaschinen angeboten werden.

Mittlerweile war Herrn Kaltmamsells jüngerer Bruder dazugestoßen, mit ihm fuhren wir zurück zu Schwiegers. Dort Kaffeeundkuchen: Der erste Zwetschgendatschi der Saison war mit reichlich Sahne mein Frühstück.

Zum Abendessen fuhren wir raus ins Industriegebiet zu dem italienischen Lokal mit riesigem Außenbereich, das gerne für diese Zwecke genutzt wird. Ich freute mich über eine Gemüsepizza an Aperol Spritz, noch mehr aber über weitere Familiengeschichten und Austausch. Wir verabschiedeten Cousin und Mann vorerst, sie werden jetzt eine Woche in Spanien verbringen – ich hoffe auf ein weiteres Treffen vor ihrer Rückkehr nach USA.

Zug zurück nach München, darin viel hübsches Party-Volk. Daheim noch eine Runde Schokolade zum Nachtisch.

die Kaltmamsell