Journal Mittwoch, 8. August 2018 – Nach-Arbeits-Schwumm

Donnerstag, 9. August 2018 um 6:36

Mehrmals nachts aufgewacht, Schlaf hätte in Summe mehr sein dürfen.
Nach dem Duschen ließ ich mir von Herrn Kaltmamsell den Rücken sonnencremen: Ich wollte die laut Wettervorhersage vorläufig letzte Gelegenheit für einen sonnigen Freibadschwumm nach Feierabend nutzen.

Das klappte auch: Ich verließ schon um vier das Büro und radelte durch die nicht zu große Hitze ins Schyrenbad. Meine Schwimmrunde lief gut, ich hatte ordentlich Magnesium getankt, um das Risiko eines Krampfs (abends bei mir größer als morgens) zu vermindern – so war ich gegen Ende meiner drei Kilometer zwar mehrfach kurz vor einem Wadenkrampf, konnte ihn aber jedesmal durch Gegenbewegung verhindern.

Das anschließende Ausruhen in der Sonne klappte allerdings nicht: Ein brüllender Säugling beschallte die Liegewiese ausdauernd, ich wollte schnell weg.

Kurzer Halt auf der Wittelsbacherbrücke, um die Isarbadenden festzuhalten.

Gestern Abend war Herr Kaltmamsell mal wieder daheim – und bekochte mich mit Chinakohl-Lachs-Nudeln (Chinakohl noch aus letztwöchigem Ernteanteil).

Zudem hatte er ein Geschenk für mich: Dieser entzückende Herr hatte mir am Stachus ein besonderes Pokémon in einem Raid erkämpft, ein Registeel. Das konnte er mir als Pokémon-Freund schenken (= als erlegten Drachen vor die Füße legen – Romantik lebt!).

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Katrin Scheib ist wieder gereist:
„Polizei und Kacheln – so war das in Usbekistan“.

(Die Farben!)

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Bloggerin Lydia ist (unter anderem) blind. Und auch wenn sie betont: „Wenn man einen Blinden kennt, dann kennt man auch nur einen,“ schreibt sie sehr interessante Hinweise auf, die für die meisten Blinden gelten:
„Wünsche an die Bedienung beim blind essen gehen“.

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Wie John Oliver es selbst formuliert: Endlich mal ein MANN, der was zu sexueller Belästigung am Arbeitsplatz sagt. Aber: Er interviewt darin Anita Hill. die Anita Hill. Prodesse et delectare vom Feinsten.

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https://youtu.be/dHiAls8loz4

via @jensscholz

die Kaltmamsell

Journal Dienstag, 7. August 2018 – Schmerzliche Reise in die Vergangenheit

Mittwoch, 8. August 2018 um 7:01

Früh aufgestanden für eine Runde Krafttraining als Morgensport. War anstrengend genug, dass ich Muskelkater prophezeie, und ich schwitzte enorm. Aus den Augenwinkeln sah ich eine Amsel an unserer kleinen Wasserschüssel als Vogeltränke.

Der Sommermorgen war frisch genug, dass ich auf dem Fußweg in die Arbeit nicht zu sehr nachschwitzte.

Mittags aushäusig: Ich war mit jemandem aus meiner 20 Jahre zurückliegenden akademischen Vergangenheit verabredet (der sie ebenfalls schon lange verlassen hat). Ein überraschend tiefes und schönes Gespräch, das bereits nach drei Sätzen beim Eingemachten war – das kenne ich sonst nur von Treffen mit Bloggerinnen nach langjährigem gegenseitigen Lesen.

Zurück im Büro wurde ich von inneren Bilder und Visionen eines alternativen Lebenslaufs geflutet. (Jajaja – der mich auch nicht zu einem glücklichen Menschen gemacht hätte.) Doch das beutelte mich überraschend stark – diese Erinnerung an eine Zeit, als ich das einzige Mal im Leben beruflich Wünsche hatte. Als ich ein Jahr lang an der Uni einen Dozenten im Sabbatical vertrat und mir sehr klar war, dass ich genau das machen wollte: Englische Literatur erforschen und unterrichten.

Ich habe den Schmerz darüber, dass das nicht geklappt hat, nie zugelassen, sondern immer weggedrückt, weil: Tja, so war das halt. Wenn ich das wirklich gewollt hätte oder gut genug dafür gewesen wäre, dann hätte ich es ja geschafft. Aber offensichtlich hatte ich das nicht und war ich das nicht – also hatte ich auch kein Recht auf Schmerz, stell dich nicht so an. Dabei wollte ich doch nie etwas anderes als Literaturwissenschaftlerin sein, im Grunde von Kindesbeinen an und schon bevor ich wusste, dass es sowas gab.

Ich zog die Nachmittagsarbeit professionell durch, aber abends auf dem Heimweg ließ ich mein Telefon samt Pokémonfangen stecken, weil ich Zeit für Traurigsein brauchte.

Zum Abendessen (Herr Kaltmamsell war schon wieder gesellig verabredet, das Partytier) holte ich mir Wassermelone, Feta, Minze und kombinierte dieses mit Crema di balsamico. Wie fast immer, wenn ich abends allein bin, blieb der Fernseher aus; statt dessen vergnügte ich mich mit YouTube-Filmchen (z.B. diesem sympathischen „Hugh Grant Reviews His Most Iconic Movie Roles“) und las noch lange im Bett Heinerich Bölls Irisches Tagebuch.

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https://youtu.be/GjoBKEJj2eI

Das ist ja eh schon ein Highlight (und Rita Moreno eine Wucht). Aber dann die Geschichte dazu:
„‚I Can’t Stop Laughing‘: Rita Moreno Remembers Singing with Animal“.

via @ankegroener

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Bleiben wir in Hollywood, gehen wir zu einem handelsüblichen Casting:
„Watch: Gemma Arterton Auditions Felicity Jones & More for Humiliating ‚Leading Lady Parts'“.

Written and directed by Jessica Swale, “Leading Lady Parts” is a collaborative effort inspired by the Time’s Up movement. Produced by Gemma Arterton’s Rebel Park, the short satirizes the routine humiliation actresses face during the audition process. Performers such as Pugh, Felicity Jones, “Game of Thrones’” Emilia Clarke and Lena Headey, and Gemma Chan (“Humans”) all play themselves and read for a leading lady part. The casting directors (portrayed by Arterton, Catherine Tate, and Anthony Welsh) make increasingly offensive requests and act as if they’re no big deal.

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Und wenn wir schon mal da sind: Manche Stars scheren sich inzwischen einen feuchten Dings.
„In Conversation: Kathleen Turner“.

What else, aside from luck, has driven your career?
Rage.

What do you mean?
I’m fuckin’ angry, man.

About what?
Everything.

Where does that anger come from?
Injustice in the world.

via @DonnerBella

die Kaltmamsell

1000 Fragen 161-180

Dienstag, 7. August 2018 um 14:26

161. Bist du ein Hundetyp oder ein Katzentyp?
Haben möchte ich lieber einen Hund. Als Charakter aber ähnle ich deutlich mehr einer Katze.

162. Wie zeigst du, dass du jemanden nett findest?
Ich gehe nicht so bald wie möglich weg.

163. Isst du eher, weil du Hunger oder Appetit hast?
Appetit – es ist ein schlechtes Zeichen für mein Befinden, wenn ich esse, nur um den Hunger wegzukriegen.

164. Tanzt du manchmal vor dem Spiegel?
Nein.

165. In welcher Hinsicht bist du anders als andere Menschen?
Ich bin nicht gern am Leben.

166. Welchen Jugendfilm würdest du Kindern empfehlen?
Ich bezweifle, dass Jugendfilme etwas für Kinder sind, kenne auch nur sehr wenige. Mein eindrücklichstes Filmerlebnis als Schülerin war La Strada im glühend heißen Kunstsaal – ich wünsche jedem und jeder solch ein Erlebnis.

167. Bleibst du bei Partys bis zum Schluss?
Schon lange nicht mehr.

168. Welchen Song hast du in letzter Zeit am liebsten gehört?
Wenn „Song“ einfach ein Stück Musik meint: Heute Morgen beim Warm-up vor dem Krafttraining freute ich mich sehr über „Looking down the barrel of a gun“ von den Beastie Boys.

169. Bereitest du dich auf bestimmte Telefongespräche vor?
Ja. Ich habe in einem früheren Leben in einer Schulung gelernt, wie ich Telefonate vorbereite, vor denen ich große Angst habe. Dieses Wissen nutze ich bis heute.

170. Wann hast du zuletzt vor jemand anderem geweint?
Vor ca. 13 Jahren.

171. Mit wem verbringst du am liebsten einen freien Tag?
Wenig überraschend: Herrn Kaltmamsell.

172. Was war der beste Rat, den du jemals bekommen hast?
Mit den Händen nur ganz kleine Bewegungen, große bremsen.

173. Was fällt dir ein, wenn du an Sommer denkst?
Das Schrillen von Mauerseglern, lange Tage draußen, Biergarten, wenig Kleidung, freie Bewegung.

174. Wie duftet dein Lieblingsparfum?
Winter: Dunkel, rauchig, warm (nicht süß). Sommer: Hell, blumig, ruhig (nicht süß).

175. Welche Kritik hat dich am stärksten getroffen?
„Es muss ja eh immer alles laufen, wie du bestimmst.“

176. Wie findest du dein Aussehen?
In Ordnung.

177. Gehst du mit dir selbst freundlich um?
Selten. Ich arbeite an freundlichem Ignorieren, das wäre bereits ein Fortschritt.

178. Würdest du dich einer Schönheitsoperation unterziehen?
Nach einem entstellenden Unfall vermutlich schon.

179. Welchen Film hast du mindestens fünf Mal gesehen?
Henry V.

180. Füllst du gern Tests aus?
Nicht mehr.

Zu den Fragen 121-140.
Zu den Fragen 181-200.

die Kaltmamsell

Journal Montag, 6. August 2018 – Anhaltender Hochsommer

Dienstag, 7. August 2018 um 7:18

Der Wecker riss mich aus lebhaften Träumen, ich hätte sehr gerne gewusst, wie’s weitergeht.
Milchkaffee auf dem Balkon, zuvor rote Paprika kleingeschnitten und mit Resten vom Vorabend vermischt als Brotzeit für die Arbeit. Davor wiederum die Pflanzen gegossen.

Schon auf dem Weg in die Arbeit war es sehr warm.
Auf dem Heimweg zum Glück erträglich, nur das Sonnenlicht biss geradezu in jeden Quadratzentimeter unbedeckte Haut.

Herr Kaltmamsell war abends verabredet, hatte mir aber ein Nachtmahl zubereitet: köstliche gebratene Auberginenwürfel mit Linsen und Frühlingszwiebeln.

Am Abendhimmel doch nochmal Mauersegler gesehen, die ich bereits fortgezogen wähnte.

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In meiner Jugend war der 6. August 1945 noch ein sehr sichtbarer Jahrestag: Atombombenabwurf auf Hiroshima.
Hier zeichnet Jem Yoshioka die Beziehung zu ihrer Großmutter, die aus Hiroshima stammt.
„Hibakusha“.

They say you carry the memories of your grandmother in your genes.

via @ruhepuls

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Die CSU möchte die Wehrpflicht reaktivieren. Militärblogger Thomas Wiegold wundert sich aus sachlicheren Gründen als die meisten:
„Rückkehr der Wehrpflicht? Bislang keine sicherheitspolitische Debatte“.

die Kaltmamsell

Journal Sonntag, 5. August 2018 – Familiennachzug mit Wespenkunde

Montag, 6. August 2018 um 6:54

Nicht so lang geschlafen wie erhofft, aber das gut.

Morgenkaffee auf dem Balkon. Nach ausführlichem Bloggen machte ich mich daran, die Kontaktdaten von Menschen aus 25 Jahren mit Herrn Kaltmamsell zu recherchieren. Am einfachsten fand ich im Web natürlich die Leute, die berühmt genug für Zeitungsartikel über sie geworden waren – hätte ich mal besser vor 25 Jahren entsprechende Abmachungen mit Freundinnen und Freunden getroffen.

Eigentlich war das Schüsselchen als Wassertränke gedacht (manche Meise nutzt es auch), doch es kamen immer wieder Wespen vorbei und waren faszinierend zu beobachten.

Als es auf dem Balkon schon zu warm für angenehmen Aufenthalt geworden war, stand der Übernachtungsgast auf – und beichtete heimlichen Familiennachzug: Ihre beiden Kinder hatten keine Übernachtungsgelegenheit nach dem Familienfest gefunden, da hatte sie sie mitgebracht. Ich schickte sie natürlich sofort ins nächstgelegene Ankerzentrum, wo kommen wir denn da hin.

Tatsächlich kannte ich die beiden und freute mich sehr über ein Wiedersehen. Ich holte mit der Freundin Frühstück in der Boulangerie in der Hans-Sachs-Straße und war erstaunt, wie heiß es schon wieder geworden war. Daheim setzten wir uns alle um unseren Tisch, frühstückten Epí und Brioche, und eines der Kinder erklärte mir nicht nur die Verwandtschaft zwischen Wespen und Ameisen (es hält bei sich daheim eine Kolonie von letzteren), sondern auch, dass die Wespen an der Wasserschüssel auf dem Balkon keineswegs tränken – Flüssigkeit nehmen sie über Nahrung auf -, sondern Wasser tanken, um zusammen mit zerkautem Holz Baumaterial für ihre Nestern herzustellen. (Das Kind wusste zudem eine Menge Spannendes über Schmetterlinge, Falter und Spinnentiere.)

Der Besuch zog weiter, ich stellte eine Waschmaschine voll dunkler Wäsche an. Die ich, immer wieder mal was Neues, auf dem Balkon aufhängte; das untersagt eigentlich die Hausordnung, doch gestern war ich bei der großen Hitze sicher, dass ich nur wenige Stunden dagegen würde verstoßen müssen. Ich behielt Recht: Nach einer kurzen Siesta bügelte ich die Ernte der Woche inklusive der wenig vorher aufgehängten Kleidungsstücke.

Lesen im abgedunkelten Wohnzimmer, bis ich doch ein wenig raus wollte. Ich drehte (unter anderem zu Pokémonzwecken) eine Runde über den Südfriedhof – und war überrascht, dass eine Brise wehte und es nicht mehr so heiß war.

Zum Abendbrot briet ich mir Zucchini aus Ernteanteil und aß sie mit Nudeln und Tahini (Herr Kaltmamsell war aushäusig).

die Kaltmamsell

Journal SonntagSamstag, 4. August 2018 – Schwimmen mit Besuch

Sonntag, 5. August 2018 um 8:56

Nach unruhiger Nacht mit Kopfweh aufgewacht, das sich aber durch Ibu eindämmen ließ.

Bloggen auf dem Balkon, bis der Besuch aufstand. Gemeinsamer Kaffee, Ratsch – Begeisterung des Gasts über Buntspechtbesuch am Meisenknödel. Diese Freundin hatte ihr Badezeug dabei und beschloss, mich zu meiner Schwimmrunde im Schyrenbad zu begleiten. Auf unserem Spaziergang dorthin durch den Südfriedhof war es um halb elf schon ziemlich heiß.

Die Schwimmbahnen im Schyrenbad wurden kaum frequentiert, ich konnte aufs Herrlichste durchziehen. Die neue Schwimmbrille kam nochmal zum Einsatz, möglicherweise habe ich tatsächlich eine Einstellung gefunden, in der kein Wasser eindringt, sie aber dennoch nicht zu fest sitzt. Das untaugliche Vormodell konnte ich an den Besuch weiterschenken.

Anschließendes Sonnenbad, gut eingecremt. So leer war es zwar nur im hintersten Bereich der Liegewiese, doch richtig voll war es am frühen Nachmittag nirgends im Schyrenbad.

Beim Schwimmen und Herumliegen kreisten meine Gedanken und Gefühle um unsere große Feier 25 Jahre Rosentag nächstes Jahr. Ich habe mich schon sehr lange nicht mehr so über etwas gefreut – und kann mich nicht mal mehr erinnern, wann ich mir zuletzt etwas so sehr gewünscht habe. Gäste sollen Wegbegleiter und Wegbegleiterinnen aus diesen 25 Jahren sein; bei einigen wird die Kontaktrecherche aufwändig, weil wir einander gründlich aus den Augen verloren haben.

Zurück daheim Frühstück nach 15 Uhr, Duschen, dann Zeitunglesen im gegen die Hitze verbarrikadierten Wohnzimmer. Auf dem Balkon sah ich an der kleinen Vogeltränke-Wasserschale Kohlmeisen und eine Wespe trinken.

Abendeinladung in Obersendling. Wir bekamen fränkische Küche serviert vom Allerfeinsten (Leberknödelsuppe! Salzfleisch!), zum Nachtisch Frozen Joghurt aus der hauseigenen Eismaschine – kurz überlegte ich, ob nicht doch eine Eismaschine in unserer Küche Platz finden könnte (nur sehr kurz). Dazu gab es Gesellschaft vom Allerfeinsten: Ich lernte unter anderem viel über Irland (eine Tischdame hatte die Insel über viele Jahre bereist und dort auch gewohnt), über berühmte Menschen als professionelle Gäste, über Bauvorhaben im Bahnhofsviertel mit massiven Auswirkungen auf die Struktur dort, über die diesjährige Bayreuth-Saison, über Londoner Hotels und darüber, welch ein freundlicher Mensch Anneliese Rothenberger war.

Heimfahrt kurz nach Mitternacht, das Thermometer der Apotheke ums Eck zeigte noch 27 Grad an.

die Kaltmamsell

Journal Freitag, 3. August 2018 – Abenteuer Kronfleisch

Samstag, 4. August 2018 um 8:04

Wecker früh genug für eine Runde Rumpftraining gestellt, außerdem die Wohnung ein wenig für Übernachtungsbesuch vorbereitet, Bettwäsche gewaschen.

Meine fein abgestimmte Planung wurde zerschossen, als mein Blog sich nicht mehr aufrufen ließ, von keiner Seite. Das war diese Woche schon mal passiert, das Blogheinzelmännchen berichtete von Komplikationen durch https. Wahrscheinlich hatten auch einige von Ihnen Probleme, mein Blog zu erreichen: Bitte entschuldigen Sie.

Mittags ein aushäusiger Termin: Erste ernsthafte Besprechung des einen großen Fests, das ich gerne mal mit Herrn Kaltmamsell feiern wollte. Es wird wohl wirklich, wirklich nächstes Jahr stattfinden. Und nach all dem Hin und Her, während dem ich Hoffnung und Freunde eng bändigte, um nicht zu schmerzlich enttäuscht zu werden, brach gestern dann doch der Jubel durch. Die Phasen von „Heilige Scheiße, so viel zu tun!“ und „Oh Gott, es wird niemand kommen!“ sehe ich durchaus noch in der Zukunft. Aber gestern waren alle Überraschungen positiv, unter anderem: Bis zum Fest wird die Location barrierefrei sein, wir können zwei frühere Freundinnen einladen, die darauf angewiesen sind.

Heimweg in brüllender Hitze. Obwohl ich langsam ging und die Sonne mied, schwitzte ich in Strömen, und mein Kreislauf wackelte.

Das Nachtmahl war spannend. Herr Kaltmamsell hat Ferien, das bedeutet: Ich werde nicht nur jeden Tag abendessenbekocht (dazu braucht der Herr keine Ferien), sondern mir werden auch kulinarische Welten eröffnet. Gestern zum Kronfleisch. Herr Kaltmamsell war auf diesen Schnitt durch Rezepzte für Cornish Pasty gestoßen, die wohl traditionell damit hergestellt wird. Aber auch in Bayern hat es Tradition: Es handelt sich um Zwerchfell. Herr Kaltmamsell hatte ein Kilo Kronfleisch in unserer Nachbarschaftsmetzgerei Schlagbauer bestellt und servierte es abends kurz gebraten mit Mangold und kurz gekocht mit Meerrettich. Beides schmeckte sehr gut, damit kann man arbeiten.

Nachts kam der Übernachtungsbesuch und versuchte uns noch zu kurzem Ausgehen auf einen Drink zu überreden – jetzt, wo es endlich draußen nicht mehr unerträglich heiß war. Vergeblich, sie musste allein gehen.

§

Vanessa Giese erklärt in ihrem Tagebuchpost, warum sie gesetzlich krankenversichert ist, auch als Selbständige.

Exakt meine Gründe schon immer (und der Anlass, warum ich nicht mehr zu dem Orthopäden gehe, der mich bei jedem Besuch deshalb für einen Deppen erklärte). Das Solidaritätsprinzip der gesetzlichen Krankenkassen finde ich großartig – umso verstörender ist es, dass es durch die Profitorientierung des Gesundheitssystems mit den Gesundheitsreform der vergangenen 15 Jahre konterkariert wird.

§

Mequito bloggt nicht mehr oft. Und wenn er es mal tut, wie jetzt über sein Autokennzeichen in Schweden, merke ich, wie schmerzlich ich das vermisse.
„[bajen]“.

die Kaltmamsell

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