Filme

Journal Samstag, 15. Juni 2019 – Studienfreundbesuch

Sonntag, 16. Juni 2019

Angenehmst ausgeschlafen.

Endlich der erste Morgenkaffee auf dem Balkon, ein echter Sommermorgen.

Vormittags buk ich einen kleinen bodenlosen Käsekuchen, weil ich Besuch erwartete, setzte mich mit der Wochenendzeitung auf den Balkon. Es waren Wolken zugezogen, Wind zerrte immer wieder an den Seiten.

Gegen Mittag kam ein Studienfreund, der vor drei Wochen von weit her fürs große Fest angereist war, direkt nach dem Fest aber wegen eines familiären Notfalls in seine westerwälder Heimat verschwunden.

Er erzählte – über einer Kanne Tee, einem Schnitzel im Schnitzelgarten, einem Spaziergang über dem Alten Südfriedhof und an der Isar entlang, zurück daheim einem Stück Käsekuchen – nicht nur von den 20 Jahren USA und seiner Familie dort, seit wir uns nicht mehr gesehen hatten, sondern auch von der deutschen Bürokratie in Verbindung mit Todesfällen: Auf dass wir vorbereitet sein mögen, wenn es uns trifft. Wenig überraschend drängte er auf das frühzeitige Erstellen von Patientenverfügung und Testament, nicht nur der Eltern, sondern auch selbst; es macht im Sterbens- und Todesfall alles einfacher.

Außerdem war er in der Mission unterwegs, das Grimm’sche Märchen „Von dem Mäuschen, Vögelchen und der Bratwurst“ lebendig zu halten und zu verbreiten. Ich unterstütze ihn hiermit mit diesem Link.

Abends verabschiedete er sich gen Flughafen, wo er vor seinem Morgenflug zurück in die USA übernachten würde.

Wie meist ließen wir nach der Tagesschau den Fernseher weiterlaufen – und stolperten in den Film Ghostbusters, den ich sehr mit diesem Freund verbinde (und dessen Sexismus den Film leider ausgesprochen veraltet wirken lässt, was haben wir uns damals alles gefallen lassen).

Journal Sonntag, 19. Mai 2019 – Erster Freibadschwumm

Montag, 20. Mai 2019

Wieder um sechs aufgewacht, Nebenhöhlenkopfschmerz. Ibu genommen, nochmal bis acht eingeschlafen.

Bettwäsche und Handtücher gewaschen, Utrecht-Reise für Ende Juni gebucht, gebloggt.

Gegen elf Aufbruch zum Schwimmen im Schyrenbad. Das Wetter hielt sich wie schon am Samstag nicht an die Vorhersage: Nicht nur regnete es nicht, es war sonnig und jackenlos warm – Prachtwetter für eine Schwimmrunde unter freiem Himmel.

Ich genoss schon den sonnigen Fußweg auf die andere Seite der Isar, am Himmel Mauersegler, in den Isarauen viele Wacholderdrosseln.

Das Schwimmen war ein Genuss: Wenig besetzte Bahnen, das Sonnenlicht glitzerte neuronale Muster auf den Beckenboden (ich hatte daran gedacht, meinen Rücken von Herrn Kaltmamsell sonnencremen zu lassen), ich schwamm praktisch schmerzfrei und verlängerte auf 3.500 Meter.

Herrlicher Spaziergang nach Hause.


Über allem der Geruch von blühendem Bärlauch.

Daheim frühstückte ich ausführlich das am Vortag gebackene Brot und werkelte mit Herrn Kaltmamsell an Festvorbereitungen.

Buntspecht am frisch aufgehängten Meisenknödel. Er stützt sich mit der Schwanzfeder geschickt am Führungsdraht der Markise ab und hält den Knödel fest, um mit mehr Kraft auf ihn einhacken zu können.
Vorm Balkon seit einigen Tagen das gequetschte Piepse bettelnder Meisenkinder. Auf Dauer ganz schön nervig.

Schon am Samstag hatte ich nach OF-Vorstellungen von Pokémon Detective Pikachu recherchiert, wir gingen um fünf zum Matthäserkino am Stachus.

Tatsächlich war ich hier noch nie, und das Kartenkaufen erwies sich als ausgesprochen umständlich. Als wir die große Kassentheke im 1. Stock gefunden hatten und dran waren, schickte uns die Angestellte bei der Erwähnung von „Originalversion“ wieder fort: Diese Karten müssten wir unten kaufen. Das Unten hatte eine eigene Kasse, wir bekamen Karten. Auf denen allerdings nicht notiert war, in welchem der zahlreichen Kinosäle unser Film gezeigt wurde. Wir fragten die nächstbesten Kartenabreißer und waren bei ihnen richtig. Möglicherweise wird erst noch an einer Besucherführung gearbeitet, der Saal schien niegelnagelneu eingerichtet – zum ersten Mal saß ich in einem Kino, das durchdringend nach Neuwagen roch.

Der Film war dann unterhaltsam und sehr niedlich. Ich genoss die Darstellung all der Pokémon, und die Grundidee trug gut für das Ziel „Lass uns einen Pokémonfilm machen“ – was ich mir nicht einfach vorstellte.

Auf dem Heimweg verdunkelte sich der Himmel allmählich, später gewitterte es und Regen setzte ein. Zum Abendessen gab es restliches Pollo en pepitoria vom Vortag.
Der Fernseher bot Mord im Orient-Expreß von 1975 an (Tele5 erwies sich mal wieder als Retter): Meine Güte, spielt Ingrid Bergman darin hinreißend! (Kurze Recherche ergibt: Bergman hat dafür auch den Nebenrollenoscar bekommen.)

§

Das gesamte Techniktagebuch, das auf der re:publica vorgelesen wurde, musste ja erst mal ausgedruckt werden. Das dauerte erheblich länger, als die Beteiligten geplant hatten. Hier sehen Sie den Druckvorgang mit zahlreichen Ortswechseln und Nachjustierungen zusammengeschnitten im Zeitraffer.

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlaube Cookies, indem du auf Übernehmen im Banner klickst.

Techniktagebuch: To Long; didnt watch! from Alexander Stielau on Vimeo.

Ja wie, „das macht keinen Spaß“?! Was meinen Sie, wie keinen Spaß der arme Markus Winninghoff beim Ausdrucken hatte?

(Dass das Techniktagebuch für den Grimme Online Award nominiert ist, erwähnte ich? Da gibt es übrigens auch einen Publikumspreis, hier können Sie abstimmen.)

Journal Montag, 29. April 2019 – Müder Regentag mit Avengers: Endgame

Dienstag, 30. April 2019

Eine (für meine Verhältnisse) wirklich kurze Nacht, da ich nach dem späten Zu-Bett-Gehen auch noch schlecht einschlief, der Wecker aber trotzdem um sechs klingelte. Die Folge: Den ganzen Tag fühlte ich mich erschlagen und müde.

Frühmorgens ein Rezept bei meiner Hausärztin geholt. Mit Fahrrad in die Arbeit, weil ich nach Feierabend schnell daheim sein wollte. Es tröpfelte.

In der Arbeit mittags eine lange angekündigte große Einladung zum Essen – die ich völlig vergessen hatte; ich löffelte halt neben den Kolleginnen und Kollegen meine mitgebrachte Brotzeit (Graupensalat mit Tomaten und Feta vom Vortag), sie hätte sich nicht gut gehalten. Nachmittagssnack: Granatapfel mit Joghurt.

Emsiger und intensiver Arbeitstag, den ich pünktlich abschloss: Herr Kaltmamsell hatte Kinokarten für die Abendvorstellung Avengers: Endgame besorgt. Ich radelte durch leichten Regen (endlich) heim, wo Herr Kaltmamsell Abendessen servierte: Weizentortillas mit gebratenem Karotten-Lauch-Gemüse, scharfer Tomatensoße, Avocado, Spiegelei.

Ins Kino nahmen wir bei fortgesetztem Regen die U-Bahn zum Stiglmaierplatz. Dann drei Stunden Marvel, von denen mich die ersten beiden mit vielen netten Details gut unterhielten (allein das ungewohnte Tempo in der ersten Stunde), die letzte wurde mir leider doch fad. Jetzt ist wirklich mal gut. (Mag natürlich an meiner Müdigkeit gelegen haben.)

§

Das Münchner NS-Dokumentationszentrum gewährt bis zur Europawahl freien Eintritt – eine schöne, kluge Geste. Nie wieder.

Ich kann einen Besuch sehr empfehlen, auch wenn er nicht einfach ist.

§

Stephen Greenblatt war schon zu meiner Studienzeit der renommierteste Shakespeare-Forscher der englischsprachigen Welt; seine Schriften haben mir viele Türen zu Shakespeare-Stücken und zur Elisabethanik aufgeschlagen. In einem Interview des Philosophie Magazins wird er gebeten, Parallenen zwischen heutigen politischen Entwicklungen und den Dramen von Shakespeare herzustellen.
„‚Sobald man Teil der Lüge wird, ist man nicht ihr Opfer'“.

Darin auch: Interessante Gedanken über die Funktion von Theater.

Herr Greenblatt, wenn Sie Zeitung lesen oder Nachrichten schauen, denken Sie dann manchmal: „Das ist ja wie bei Shakespeare“?

Manchmal passiert das tatsächlich, ja. Als herauskam, dass der Journalist Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet und in Stücke gehackt wurde, war das so ein Shakespeare-Moment.

(…)

Der Vergleich zwischen Shakespeares Tyrannen und unserer heutigen Zeit stößt aber auch an Grenzen. Allein schon deshalb, weil die Diktatur der Zukunft anders funktioniert als die der Vergangenheit. Die Herrschaft Xi Jinpings in China ist zwar ebenfalls brutal, aber durch den totalen Einsatz digitaler Überwachungstechnologien gleichzeitig auch „leise“ und effizient.

Was mich an Xi Jinping fasziniert, fasziniert mich im Grunde auch an Trump, auch wenn sie so komplett unterschiedlich wirken: Sie haben beide verstanden, dass die Zukunft der Tyrannei nicht im shakespeareschen Weg liegt, nicht darin, Menschen in ein Konsulat zu locken und dort mit einer Knochensäge zu zerteilen. Die Tyrannei der Zukunft besteht eher darin, Medien und Menschen auf neue Art zu kontrollieren. Die chinesische Variante ist dabei „eleganter“, sie zeigt sich etwa in dem allumfassenden Social-Credit-System. Trumps Variante besteht hingegen darin, konstant so viel Lärm zu machen, dass man am Ende taub wird und nichts mehr hört. Beides ist ziemlich erfolgreich.

(Leider habe ich mir nicht notiert, wer mir diesen Hinweis in die Twitter-Timeline retweetet hat. Unbekannter Dank!)

Journal Samstag, 8. März 2019 – Brighton Rückreise

Sonntag, 10. März 2019

Wir hatten einen gemütlichen Rückflug ausgesucht, der uns genug Zeit für Schlaf und Wohnungräumen ließ. Brighton verabschiedete uns mit grauem Himmel.

Auf dem Weg zum Bahnhof ein kurzer Abstecher nach North Laine, um am Ferienwohnungsbüro den Wohnungsschlüssel in den Briefkasten zu werfen. Die Zugtickets hatte ich bereits online gekauft, ausdrucken mussten wir sie allerdings vor Ort am Automaten: Da britische Zugtickets einen Magnetstreifen für das Passieren von Schranken haben, kann man sie nicht selbst ausdrucken. Wir hatten noch Zeit, Frühstück zu besorgen.

Im Zug erfreuliche neue Technik: Ein Bildschirm zeigte an, an welcher Stelle des Zugs wir saßen und wie voll besetzt die einzelnen Waggons waren („Train Loading Indicator“) – an diesem Samstagvormittag alle spärlich, doch zu emsigeren Zeiten sicher eine praktische Information, wo noch Platz ist. Dann zeigte der Bildschirm an, wo man die Klos im Zug findet sowie welche davon barrierefrei, außer Betrieb oder gerade besetzt waren.

Am Flughafen lief alles glatt, Zeit für Kaffee. Unser letztes Kleingeld gaben wir für abgepackte Flapjacks aus.

Unspektakulärer Heimflug, in der S-Bahn nach Hause war ich mit meiner aktuellen Lektüre durch: Robert Galbraith, Career of Evil. Der dritte Band der Krimi-Reihe um Cormoran Strike und Robin Ellacott hatte sich viel zu lang hingezogen, da fehlte eine energisch straffende Hand. Zu viele Figuren, zu viel Hin und Her. Was weiterhin gut funktionierte, war die Erzeugung von Atmosphäre. Aber Lust auf weitere Bände habe ich jetzt nicht mehr.

In München stellten wir nur schnell unser Gepäck ab und gingen dann Lebensmittel einkaufen. In der Post wartete unter anderem eine schöne Überraschung: Die wundervolle Schnapsidee von @MlleReadOn, Kunstgeschichte als Brotbelag, ist ein Buch geworden – und ich bekam ein Rezensionsexemplar.

Normaler Reiseausklang: Blumen gießen, Koffer auspacken, Inhalte sortieren und verräumen, Wäsche waschen. Zum Nachtmahl kochte uns Herr Kaltmamsell ein Curry aus Auberginen und roten Paprika (hervorragende Kombi), dazu Naan, ich steuerte Gurkensalat bei.

Im Fernsehen ließen wir Monument Men laufen, weil ich herausfinden wollte, warum diese so attraktiv klingende Filmidee mit sensationeller Besetzung in der Umsetzung so gefloppt war. Die Antwort: Weil der Film sich nicht entscheiden konnte, was er erzählen wollte und in welcher Art Film.

Journal Freitag, 8. März 2019 – Brighton 7, Underclifflauf und zum Tag der Frau Captain Marvel

Samstag, 9. März 2019

Gut geschlafen, nicht zu spät aufgewacht, draußen hauptsächlich Sonne und nur wenig Wind.

Bloggen war ja gestern eher kurz, deshalb kam ich noch vor neun aus dem Haus und ans Meer. Ich lief wieder zum Undercliff Walk, diesmal bis Ovingdean Beach (das ist da wo Klo und Trinkwasser, bestes Feature jeder Laufstrecke). Ich rannte wie eine Junge, genoss Wind, Seeluft, Sonne und die vielen Gassi-geführten Hunde, dass mich jede entgegenkommende Läuferin anlachte und grüßte (eine drehte sich nach dem Überholen eigens dafür um), hatte auf dem Rückweg noch so viel Energie, dass ich auf dem letzten Viertel einfach mal ein bisschen schneller lief – weil’s ging.

Einige der Eisensäulen unterm Steg zum alten West Pier sind Kunst geworden.

Nach Duschen und einer Papya zum Frühstück ließ ich Herrn Kaltmamsell nochmal mit Arbeit zurück in der Ferienwohnung und spazierte zum Red Roaster auf eine Tasse Morgenkaffee.

Wieder war ich irritiert darüber, dass dieses Lokal jetzt eine Empfangsdame beschäftigt, die einen Tisch zuweist, doch der Cappuccino war besser als alles, was ich in der vergangenen Woche sonstwo in Brighton bekommen hatte, und der „Red Juice“ (Rote Bete, Karotte, mit irgendwas aufgegossen) schmeckte wirklich gut. Ich las eine Runde, bis mich Herr Kaltmamsell abholte: Wir waren noch nicht auf dem Palace Pier gewesen (seit klar war, dass der West Pier nicht zu retten ist, nennt er sich Brighton Pier, also schon seit einigen Jahren – doch das bringe ich immer noch nicht über die Lippen).

Die meisten Läden, Amüsements und Fahrgeschäfte waren geschlossen, außerdem hatte der Himmel zugezogen, der Wind wieder aufgefrischt: Wir blieben nicht lange.

Aber jetzt hatte ich ordentlich Hunger, und zwar auf Full English Breakfast. Im Vorbeigehen hatte ich auch das ideale Lokal dafür gesehen, ein richtig altmodisches Café Royal.

Ich aß alles auf und war danach nicht mal überfressen.

Für den Nachmittag hatten wir Kinokarten: Captain Marvel war angelaufen und passte perfekt zum Tag der Frau. Netter Superheldinnenfilm, anfangs war ich angenehm verwirrt von Ort und Zeit, ich mochte auch die lange Unklarheit über Freund und Feind. Dass die Hauptfigur weiblich ist, auch wichtige Nebenfiguren, wird nicht thematisiert, aber es ist schon angenehm, dass es mal die Superheldin ist, die die Ansagen macht, die Technik im Griff hat, manchmal sogar ein bisschen patronising mit ihren Verbündeten umgeht. Fury in jung zu sehen, gefiel mir auch, als er noch flockig und lustig war, noch nicht dauergrimmig. Und sie haben Annette Bening geholt! Sie nimmt die Rolle offensichtlich ernst (anders als Glenn Close, die in Guardians of the Galxy eher wirkt, als müsse sie halt die Miete verdienen) und darf die 60 Jahre alt aussehen, die sie ist. Insgesamt: Kann man machen.

Abends blieben wir dann doch daheim statt nochmal essen zu gehen: Herr Kaltmamsell holte Brot, damit aßen wir die restlichen Reste auf (Käse, Butter, Papaya, Joghurt, als Mikrowellendessert aus der Kühltheke Sticky Toffee Pudding).

Journal Sonntag, 24. Februar 2019 – Schwimmrunde und keine Oscarnacht

Montag, 25. Februar 2019

Auch gestern wachte ich ausgeschlafen zu strahlendem Sonnenschein auf, aber diesmal fiel ich nicht darauf rein: Zum Radeln ins Olympiabad trug ich Mütze, Schal und Handschuhe – die ich sehr brauchte.

Bei Ankunft waren alle fünf Bahnen gut beschwommen (durchschnittlich sechs Menschen pro Bahn) (ja, ich habe gezählt – um die am wenigsten belegte wählen zu können), darunter viele Spielzeugschwimmerinnen und -schwimmer. Erst in den dritten tausend Metern wurde meine Bahn leerer; jetzt machte das Schwimmen richtig Spaß, ich legte ein paar Runden drauf.

Ich trug einen der in Franken gekauften neuen Schwimmanzüge, einen Speedo (schon immer gute Erfahrungen). Es saß super, doch beim Duschen stellte ich fest, dass er den inneren Oberarm rechts aufgescheuert hatte – wie ich es bislang nur von den Bügel-Enden meiner Schwimmbikinis kannte (reiben beim Durchziehen des Kraularms). Liebe schwimmende Leserinnen: Kennen Sie das? Sollte ich den Arm vielleicht nicht so eng am Körper entlang führen?

Beim Heimradeln war es nur wenig wärmer geworden.

Daheim Frühstück mit Semmeln und Tee.

Formulare der Deutschen Rentenversicherung für den Reha-Antrag ausgefüllt, dabei nur wenig Absurdem begegnet: Wieder wurde gefragt, ob ich schon mal in einem anderen Staat Sozial- und Rentenversicherungsbeiträge gezahlt habe. Ja, habe ich, während meines Studiums ein halbes Jahr in UK, für meinen Job als Bedienung im Pub. Das hat schon bei der Berechnung meiner Rentenversicherungsansprüche vor ein paar Jahren für lustige Kapriolen gesorgt, auch diesmal wollte ich nicht lügen und habe korrekte Angaben gemacht – schließlich versichere ich per Unterschrift die Richtigkeit meiner Angaben. In der letzten Runde hatte das zur Jagd der Rentenversicherung nach Belegen in UK geführt und zu einigem Schriftverkehr – bis ich in einem Formular handschriftlich irgendwo betonte, dass ich keine Ansprüche darauf erhebe. Das Ursprungsformular hatte nur nein/ja-von bis abgefragt, wie diesmal auch. Gestern schrieb ich gleich dazu, dass ich keine Ansprüche erhebe.

Dann eine Runde Bügeln zum Soundtrack von Green Book, letztes Bügeln vor dem Urlaub.

SZ Magazin vom Freitag ausgelesen – nach vielen Jahren ein Modeheft, das mich wirklich interessierte. Weil nämlich Personal der Münchner Kammerspiele darin über das eigene Verhältnis zu Kleidung erzählte, und diese Menschen sind ja für mich ein bisschen Familie. Die präsentierte Modemacher-Kleidung war mir auch diesmal egal.

Ruhiger Sonntagsausklang. Mir war schon im Lauf der vergangenen Woche klar geworden, dass ich dieses Jahr keine Lust auf Oscarnacht hatte: Kaum Filme gesehen, kaum Interesse.

Zum Nachtmahl hatte sich Herr Kaltmamsell gewünscht, Salzburger Nockerl zu machen, also tat er das.

Während er in der Küche wirbelte, hatte ich mein Glas Met-Tonic über die vollgestellte Arbeitsfläche gekippt – so war ich partnerschaftlich gut beschäftigt.

§

Ein Twitterfaden über die wissenschaftlichen Methoden der Erziehungswissenschaften, was sie können und was nicht.

Mein Liebling:

Manchmal ist ein Verhalten gar kein Teil eines diagnostizierbaren Bildes, sondern die Person ist einfach ein bisschen komisch. Wirklich.

§

Ein Fall von „WAS?! Der hat noch gelebt?!“, aber dennoch ein guter Anlass an Regisseur und Choreographen Stanley Donen zu erinnern, der hinter einigen meiner allerliebsten alten Musicals steht:
„Stanley Donen: a Hollywood blueblood treasured for Singin‘ in the Rain“.

Dabei erwähnt der Guardian einen meiner Favoriten nicht mal, über den ich hier im Blog schon mal ausführlich geschwärmt habe: It’s always fair weather.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://youtu.be/8hs6iXpInTA

Journal Sonntag, 10. Februar 2019 – Schwimmen und Green Book

Montag, 11. Februar 2019

Endlich mal wieder Sport: Ich radelte in milder Luft ins Olympiabad, kraulte mit Genuss 3300 Meter. Dabei gab es trotz geschäftiger Bahnen nur wenig Störung: Zwei schmerzhafte Zusammenstöße mit Horizontalkraulern auf der Nebenbahn (es gibt Menschen, die den Arm fast ausgestreckt parallel zur Wasseroberfläche nach vorne führen, das braucht natürlich Platz), auf der allerletzten Bahn verschluckte ich mich ganz fürchterlich.

Zurückradeln in Sonne und Wärme, daheim wartete der gegangene Teig des Roggenschrotbrots, den ich am Vorabend angesetzt, vor dem Verlassen des Hauses geknetet hatte. Ich frühstückte Granatapfel und Mandarine mit Hüttenkäse und Joghurt, restliche Rote Bete vom Vortag, ein paar syrische Kekse.

Aus dem Ofen geholt wurden die Brote (sehr gut gelungen) von Herrn Kaltmamsell, denn da saß ich schon im City-Kino ums Eck und sah Green Book. Schöne Geschichte um den gebildeten und feinnervigen Klavierspieler, der als Schwarzer Anfang der 60er für eine Tour durch die Südstaaten einen schlichten weißen Nachtclub-Rausschmeißer als Fahrer anstellt. Mahershala Ali hatte schon als Drogendealer in Moonlight eine unglaubliche Eleganz ausgestrahlt, sie und die dazugehörige Schauspielkunst machten ihn zur Idealbesetzung des Dr. Don Shirley. Für Viggo Mortensen freute mich sehr, dass er mal nicht idiotische Heldensätze sagen musste, sondern in vielen Facetten schillern durfte. Auch Linda Cardellini sah ich gerne als Dolores. Insgesamt erzählt der Film aber sehr konventionell – einige Plattitüden in Text und Kamera nahm ich ihm sogar übel. Unerfindlicherweise hatte ich abgespeichert, dass der Film böse endet, und so wartete ich etwas angespannt auf DAS SCHLIMME. Doch er endet ganz im Gegenteil in einem superkonventionellen FriedeFreudeEierkuchen. Die Musik wiederum war ein Highlight, enthielt neben Erwartbarem auch Interessantes.

Das Nachtmahl bereitete ausnahmesweise ich zu; nach Lagem servierte ich mal wieder Cheese and Spinach Pancake Pie, eines der Gerichte, die ich während meines Studienjahrs in Wales von englischen Freundinnen gelernt hatte.

Während Herr Kaltmamsell es immer schafft, das Essen um die angekündigte Zeit pünktlich auf den Tisch zu bringen, hatte ich mich wie so oft verkalkuliert und war eine Viertelstunde zu spät dran. Vorsatz: Künftig bei eigenen Rezepten die Zubereitungszeit von erstem Handgriff bis Servieren aufschreiben.


Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen