Theater

Journal Dienstag, 22. Oktober 2019 – Podcast über Boat People, Kent Haruf, Eventide

Mittwoch, 23. Oktober 2019

Wieder eine viermal unterbrochene Nacht. Nachdem mir in der Nacht zuvor unter der Winterdecke viel zu warm gewesen war, hatte ich mich mit einer leichteren zugedeckt – und fror. Diesmal war die Winterdecke richtig. Aber ich würde gerne mal wieder durchschlafen, wo mich doch gar nicht mehr Schmerzen wecken, sondern ich einfach so viermal pro Nacht glockenwach bin (zum Glück dann recht schnell wieder einschlafe).

Fahrradfahren ließ ich nach dem dermatologischen Rumschnippeln besser sein, nahm also wieder den Sightseeing-Bus 62. Der steckte dann wegen einem ungeschickt geparktem Lieferfahrzeug im Stau, es war klar, dass das länger dauern würde. Mir fiel ein, dass viele auf dem Arbeitsweg Podcast hören, also kramte ich meine Kopfhörer hervor und suchte nach einem Podcast, den ich auf der Merkliste für Bügelbegleitung hatte: Rice and shine, die Folge über Boat People. Ich hörte mal los.

In der Einführung skizziert Vanessa Vu den geschichtlichen Hintergrund Vietnams im 20. Jahrhundert – nein der Krieg mit USA-Beteiligung war nicht der einzige. Ich erinnere mich sehr gut an die zeitgenössischen Berichte über Boat People, der Schiffsname Cap Anamur fiel mir ein, bevor er im Poscast erwähnt wird – für mich ist er ikonisch. Allerdings war ich erstaunt über die Jahreszahl 1979 – ich hatte die Rettungsfahrten der Cap Anamur früher in den 70ern vermutet. Hoffentlich habe ich bald Gelegenheit, den Rest anzuhören.

Draußen war es warm und neblig. Der Nebel hielt sich den ganzen Tag, doch ich brauchte keine Socken in den Schuhen. Im Büro weiter lustige Temperaturachterbahn. Wenn diese Beschreibung von Hitzewallungen korrekt ist, habe ich allerdings keine: Es ist mir einfach vorübergehend sehr warm.

Mittags Birchermuesli mit Joghurt und einer Mandarine, nachmittags ein heimischer Apfel und eine Scheibe Bananenmarmorkuchen.

Zurück nahm ich eine U-Bahn zum Stachus, weil ich noch im Biosupermarkt Brotzeit für die nächsten Tage einkaufen wollte. Daheim setzte ich mich nur kurz, bald brach ich mit Herrn Kaltmamsell zum Treffen meiner Leserunde in Neuperlach auf.

Wir hatte Kent Haruf, Eventide gelesen und hatten es alle sehr gemocht. Der Roman ist der mittlere einer Trilogie, die in einem kleinen Ort des US-amerikanischen Bundesstaats Colorado spielt. Kapitelweise wird von verschiedenen Haushalten erzählt, darunter die beiden alten Brüder mit der Landwirtschaft, die ein schwangeres junges Mädchen aufgenommen haben; die Familie mit zwei Kindern im Trailer Park, die von Lebensmittelmarken lebt; der Bub, der bei seinem unwirschen Großvater lebt und von der Nachbarsmutter mit ihren zwei kleinen Töchtern ein wenig unter die Fittiche genommen wird. Erst ab der Mitte des Buchs verflechten sich die Handlungen. Die Personen sind alle ganz gewöhnliche Menschen, dennoch lasen wir alle sieben aus der Leserunde gebannt über ihr Leben. Wir waren gerührt von gegenseitiger Fürsorge, erschraken über das Eindringen von Gewalt, freuten uns über späte Liebe.

Mir war vor allem die scheinbar völlige Abwesenheit einer Erzählinstanz aufgefallen. Es scheinen Einordnungen zu fehlen, Bewertungen, Interpretationen, gestern verglich eine Mitleserin den Stil mit dem eines Dokumentarfilms. Das erzeugt die Illusion, man sei bei Lesen selbst diejenige, die zuguckt.

Uns gelang nicht, die Zeit zu bestimmen, in der die Geschichte spielt. Wir bekommen weder zeitgeschichtlichen Hintergrund noch Hinweise über Technik, Speisen, Musik, Mode – es könnte alles von 60ern bis 90ern sein (danach müssten dann doch Internet oder Handys eine Rolle spielen). Diese Zeitlosigkeit verstärkt das Thema grundsätzlicher Menschlichkeit. Ein ganz besonderes Buch, Empfehlung.

Auf dem Heimweg war es immer noch schwül-neblig.

§

Ein Kommentar im Stern (den gibt’s noch!) über das Ausbleiben von Nachwuchs unter dem Theaterpublikum:
„Liebe Theatermacher, zeigt uns doch bitte einfach mal ’normale‘ Stücke!“

via FrauNessy

Ich würde das zwar nicht so ausdrücken wie die Überschrift (und habe diesen Wunsch auch nicht), fand die Sicht aber sehr interessant. Dass Theater seit vielen Jahren kein Geschichtenerzählen mehr ist, sondern Aktionskunst, war mir schon klar. Doch dass das ganzen Bevölkerungsschichten die Motivation für einen Theaterbesuch nehmen könnte, hatte ich übersehen. Meine Mutter, Theatergängerin seit ihrer Jugend, nahm mich von Kindesbeinen an mit ins Theater – vermutlich hätte sie das nicht getan, wenn schon damals keine Geschichten erzählt worden wären, sondern nur Kunst auf der Bühne stattgefunden hätte. Und ich hätte keinen Zugang zum Theater bekommen.

Journal Mittwoch, 16. Oktober 2019 – Melancholia in den Kammerspielen

Donnerstag, 17. Oktober 2019

Schlechte Nacht. Vormittags fühlten sich meine Beine dann so schwer an, als sei ich am Vortag 16 Kilometer gejoggt. Ich hinkte gestern wieder besonders stark.

Wieder ein durch und durch sonniger Tag, aber die Temperaturen sinken langsam auf Jackennotwendigkeit.

Der Arbeitstag ging ein wenig durcheinander los, wurde dann auch noch hektisch. Und das ausgerechnet gestern, wo ich mal wirklich früher gehen wollte, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass ich mein Theaterabo wahrnehmen würde – ich weiß inzwischen, dass ich nach einem normalen Neun-Stunden-Arbeitstag keinerlei Energie für Abendunternehmungen außer Essen übrig habe.

Vormittagssnack Nüsse und eine Banana, mittags frische rote Paprika und Tomate, dann Birne und Banane mit Hüttenkäse.

Ich schaffte es, das Büro tatsächlich schon um halb vier zu verlassen, obwohl das eine oder andere brannte. (Was allerdings nicht eigentlich meine Sachen waren, doch Menschen fielen aus, Menschen waren weg – ich fühlte mich verantwortlich.)

So radelte ich erst zur Bank, dann zum Buchladen am Josephsplatz, schließlich zum Stachus, um im Kaufhaus sorgfältig ein Geburtstagsgeschenk zu besorgen. Hunger hatte ich inzwischen auch, Herr Kaltmamsell war beruflich aushäusig, also besorgte ich fürs Abendessen Tomaten, Gurke, Nudeln und kleine Mozzarella.

Fürs Techniktagebuch über die neueste Generation stählerne Kuh geschrieben.

Ich konnte es kaum fassen, dass ich dann tatsächlich zu den Kammerspielen radelte – allerdings in Jeans, zum Umziehen reichte die Energie nicht; tut mir leid, liebe andere Theaterbesucher, diesmal kein feines Kleid.

Gegeben wurde Melancholia. Ich hatte vorher nichts darüber gelesen, außer dass das Stück auf dem gleichnamigen Lars von Trier-Film basierte, doch dass der Zuschauerraum nicht mal halb voll war, verriet mir: Wohl keine umjubelte Erfolgsinszenierung.

Das Inszenierungsprinzip: Die Schauspieler erzählten das Stück mit verteilten Rollen. Sie interagierten nicht, sondern sprachen immer ins Publikum. Es gab kein Bühnenbild außer einem Boden-bedeckenden Podest, auf dem sich die Darsteller bewegten, und einem Dutzend Scheinwerfern, dass von der Decke hing und dynamisch Richtung Publikumsraum strahlte, keine Requisiten. Erst durch die Fotos auf der Website sah ich, dass die Oberfläche des Podests stark spiegelte und damit Effekte erzeugte – in der fünften Reihe, in der ich saß, sah ich nur die Unterseite der Konstruktion.

Ein Lesedurchgang also, ein Hörspiel – ausgesprochen kostengünstig.

Ich kenne den Film nicht, beim Rausgehen nach den zwei Stunden ohne Pause bemerkte jemand hinter mir: „Schauspieler erzählen einen Film nach, hm.“ Die jetzt hinterherglesene Interpretation des Kammerspiel-Programmhefts sah ich dabei nicht. Für mich war das eine zweigeteilte Geschichte innerer und äußerer Depression: Der längere erste Teil erzählt, wie machtlos eine Depressive gegenüber ihrer Krankheit ist – und wie falsch eine verständnislose Umwelt darauf reagiert.

Die Hauptfigur Justine (umwerfend gespielt von Julia Riedler) ist Mittelpunkt einer luxuriösen Hochzeit, geliebt und beruflich erfolgreich – doch das Gefühl der Deplaziertheit und ihre Niedergeschlagenheit knüppelt sie auch an diesem Jubeltag bis zur Gelähmtheit nieder. Sie schämt sich dafür, ihr schlechtes Gewissen über ihre Undankbarkeit deprimiert sie noch mehr. Justines Schwester Claire (gespielt von Eva Löbau, die ihre Rolle aus meiner Sicht eher handwerklich-mechanisch anging), die die Hochzeit organisiert hat, schwankt zwischen Vorwürfen und immer neuen Aufmunterungsversuchen, die ob ihrer Wirkungslosigkeit Justines Stimmung weiter verschlechtern. Majd Feddah als Justines bedrohlicher Schwager und Agenturchef übt immer größeren Druck auf sie aus, treibt sie von Depression in Verzweiflung. Als Abschluss dieses ersten Teils ruft Justine eine apokalyptische Vision ins Publikum.

Der zweite Teil ist der äußere Untergang: Auf die Erde rast der Planet Melancholia zu. Während die Schauspieler den immer schlimmeren Tumult bis zum Einschlag des Planeten erzählen, bewegen sie sich immer weniger durch den Bühnenraum, bis sie am Ende aufgereiht am Podestrand zum Publikum sitzen.

Dieser letzte Teil wurde mir arg lang, weil ich nicht mehr sitzen konnte (meine Mutter als Theater-Veteranin seit Jugendtagen wird ja immer misstrauisch, wenn ein nicht sehr kurzes Stück keine Pause hat: haben die Angst, dass das Publikum in der Pause flieht?) und mein rechtes Bein schmerzend nicht wusste wohin. Dennoch hatte ich einen bereichernden Abend – mit deutlich mehr entspannenden Humormomenten, als ich aufgrund des Titels erwartet hatte.

Lesenswerte Rezensionen vom Deutschlandfunk und in der Süddeutschen, etwas wohlwollender in der FAZ.

Vor allem aber innerer Jubel: Ich habe es ins Theater geschafft!

Heimradeln durch die ruhige Herbstnacht, zu Hause machte ich dem ebenfalls gerade erst eingetroffenen Herrn Kaltmamsell eine eher symbolisch heilende Honigmilch.

§

Ian Dunt versucht nochmal ganz von vorne und für Anfänger zu erklären, worum sich das Grenz-Problem in den Brexit-Verhandlungen mit der EU dreht. (Dass auch er nicht ohne Verletzungen bis hierher gekommen ist, sieht man an der Überschrift.)
„Brexit: What the bloody hell is going on now?“

Wherever you put that line, it breaks promises made to someone. They’ve been countless attempts to find a sneaky way out of this problem, but none have worked. No matter how clever you are, there is no way around the fact that customs and regulatory borders exist and that you have to put them somewhere.

via @dalcashdvinsky

Journal Mittwoch, 6. Februar 2019 – Endlich wieder Theater: Toshiki Okada, No sex

Donnerstag, 7. Februar 2019

Fester Vorsatz war gestern: Spätestens um 15.30 Uhr Feierabend machen, um genug Energie für den abendlichen Theaterbesuch zu erübrigen. Und wie es bei solchen Vorsätzen gerne mal ist: Ich stand unter Aufgaben- und Telefondauerbeschuss. Doch zum Glück hatte ich meine Pläne laut geäußert, so stupste mich jemand nach halb vier an: „Wolltest du nicht gegangen sein?“ Das brachte mich dazu, an relevanter Stelle zu fragen, ob etwas gegen mein Gehen spräche – tat es nicht.

Noch vor vier spazierte ich in Sonnenlicht und mit Schulschwänzgefühl Richtung Zuhause. Begegnete an der vielspurigen Garmischer Straße einem flauschigen Ratz, der sich durch meine Nähe überhaupt nicht stören ließ.

Sah die Theresienwiese bei Tageslicht.

Da ich großen Nachmittagshunger hatte, kaufte ich auf dem Heimweg Krapfen, die ich mit einer großen Tasse Milchkaffee genoss.

Telefonat mit meiner Mutter: Von ihrer Schwester in Italien hat sie erfahren, dass der Christstollen angekommen ist. Diesmal hat er also zweieinhalb Monate von München nach Latio gebraucht. (Scherze mit Zu-Fuß-Gehen bitte selbstständig ergänzen.) Meine Mutter meinte, das könne ich also zukünftig lassen, doch in den Jahren davor hatte es ja gut funktioniert. Und Lassen brächte Unglück.

Abends Theater, wirklich und tatsächlich. Eigentlich wäre ich mit Doktor Alici dran gewesen, hatte die Besprechung der Uraufführung vor ein paar Wochen auch aufgehoben (lese ich lieber nachher) – doch letzte Woche war ich per Brief informiert worden, dass wegen Krankheit statt dessen No sex von Toshiki Okada gegeben werde. Auch recht, Hauptsache Theater und nicht zu lange. (Bei zehn Stunden Dionysos Stadt hatte ich gekniffen, da geht’s mir wie mit kinky Sex: Finde ich theoretisch ausgesprochen begrüßenswert, praktisch bin ich zu faul.)

Der Zuschauerraum war nur zu einem Drittel besetzt, wohl der Stückänderung geschuldet – man setzte sich einfach auf den schönsten freien Platz. Stefan Merki kam als Wirt einer Karaokebar auf die Bühne, sagte, er habe die Zukunft gesehen, und dann hatte ich einen sehr schönen Abend. Toshiki Okada, der auch Regie geführt hat, ließ vier junge Männer diese Karaokabar betreten, dabei seltsame Kleidung des Stereotyps „japanisches Modedesign“ tragen und ihre Gefühle beim Singen und Bierausprobieren analysieren – in geschraubter Achtsamkeitssprache mit selbst definierten Begriffen, begleitet von ausladend gekünstelten Turn- und Sportbewegungen ohne Zusammenhang mit dem Gesagten. Das war komisch, klug und stimmig.

Die ältere Putzfrau des Etablissements, gespielt von Annette Paulmann (*Fangirlgeste*), holt die vier aus der Analysebene herunter zu ihren Erinnerungen an Love Hotels, der Wirt Stefan Merki versucht die jungen Männer zu verstehen. Alle singen Karaoke – erkannt habe ich Pointer Sisters‘ „I’m so excited“, Madonnas „Like a virgin“, Nirvanas „Smells like teen spirit“, Donna Summers „I feel love“ – jeweils in musikalisch interessanten Versionen und mit luziden Übersetzungen ins Deutsche.

Frenetischer Applaus, von mir Empfehlung.

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Nadia Pantel schrieb in der Südeutschen Zeitung die Reportagenseite (€):
„Frankreichs obdachloser Twitter-Star“.
Darin eine Beobachtung zum Mitschreiben (was ich hiermit getan habe):

Der Obdachlose ist zum Rorschachtest der Gesellschaft geworden. (…) Hier, dieser Mann auf der Parkbank, sehen Sie einen faulen Säufer, ein Opfer des Kapitalismus oder einen, dem von den Migranten der Platz in der Notunterkunft weggenommen wurde?

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Stephan Nollar erzählt von seinem Zivildienst 1989 (die Jahreszahl ist wichtig) beim Leiter der Klinikseelsorge an der Uniklinik Köln (der Ort ist wichtig). Ich empfehle für die Lektüre eine ruhige Minute und geborgene Umgebung.
„Als die Hölle aufging“.

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Da das Technikttagebuch von Technikfreundinnen und -freunden geschrieben wird, überwiegen Faszination und Optimismus in den Geschichten. Manchmal aber sind sie auch traurig:
„Mai 2015
‚Eine Maschine, die dich einfach ersetzt’“.

Journal Mittwoch, 2. Januar 2019 – Magisches Buch, nachgeholter Neujahrslauf, endlich wieder Theater

Donnerstag, 3. Januar 2019

Manche Geschenke überfordern mich erst mal. Als mir Herr Kaltmamsell den handgegossenen Bräter einer fränkischen Gießerei schenkte, brauchte ich ein paar Wochen, bis ich mich damit befassen konnte. Und als mir Anke Tröder ein Exemplar des Buches schenkte, das sie über viele Jahre komplett im Alleingang geschrieben und produziert hatte, von Beauftragung der Illustration und des Lektorats über Auswahl von Schrift, Material, Druckerei über Beantragung von ISBN-Nummer bis Produktionsüberwachung – da musste erst mal der Dezember vergehen, mit seiner Unruhe, seinen Ablenkungen, seiner Düsternis und seinen Störungen, bis ich mich ihm nähern konnte.

Und ich freute mich an jedem Detail: Den gereimten Beschreibungen der 13 Präsentationsanfängerinnen und ihrer gezeichneten Darstellung, an den Ausführungen übers Präsentieren und den Tipps dazu. Ich weiß schon, warum eine meiner liebsten Präsentationen dieser TED-Talk von Model Cameron Russell ist: Aufgeregt, atemlos, unperfekt – doch sie weiß, was sie erzählen will, hat sich gut überlegt, wie sie es vermitteln kann und sie erzählt es uns.

Ich fühle mich sehr geehrt, dass ich ein Exemplar der 13 Near Misses besitzen darf: Es sind noch weniger Exemplare geworden, als Anke ohnehin berechnet hatte, und die sind alle weg.

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Gestern holte ich den Neujahrslauf nach. Ich war früh und frisch aufgewacht, kam also nach Bloggen und Zeitunglesen noch vor zehn los. Draußen war es kalt, schneite immer wieder, doch als ich von der U-Bahn-Station Odeonsplatz loslief, riss immer wieder der Himmel auf. Die Temperatur war fürs Laufen angenehm, aber vielleicht sollte ich mich dazu erziehen, auch mal kürzere Runden zu laufen: Die letzte halbe Stunde war schmerzhaft anstrengend.

Ich kam mit Semmeln heim.

Den Nachmittag hatte Herr Kaltmamsell sich freigehalten: Ich wollte endlich mal in die Residenz (habe ich in fast 20 Jahren Münchnerinnenschaft nie von innen gesehen). Durch Schneegestöber spazierten wir zum Haupteingang – und standen vor einer langen Schlange im Freien anstehender Menschen. Kurze Beratung: Wir verschoben das Vorhaben, anders als Touristen sind wir ja nicht auf bestimmte Tage angewiesen.

Statt dessen verbrachte ich den Nachmittag mit Häkeln und Lesen, las Wolf Haas‘ Junger Mann aus (nett und wirklich anregend zu lesen, allerdings für mich mit unangenehmen Flashbacks in meine eigene Diätkindheit und -jugend mit ihrem unablässigen Kalorienzählen).

Abendprogramm war Theater: Ein freier Tag und die Aussicht auf ein nur 60 Minuten langes Stück brachten mich dazu, endlich mal wieder einen Abo-Termin wahrzunehmen. Ich sah Jedem das Seine in der Kammer 2 der Kammerspiele. Im Foyer traf ich unter den insgesamt eh höchstens 50 Zuschauerinnen und Zuschauern gleich mal zwei Bekannte – München ist halt dann doch übersichtlich.

Das Stück war ein Erlebnis. Regisseurin Marta Górnicka dirigierte aus der Mitte der Zuschauertribüne einen Sprechchor von 25 sehr unterschiedlichen Personen auf der Bühne, die Texte und Textstücke vortrugen, in Formation, in Choreografie – nur ganz vereinzelt auch dargestellt. Ungeheuer intensiv und dicht; tatsächlich dauerte die Inszenierung sogar deutlich weniger als 60 Minuten, mehr wäre auch nicht zu verarbeiten gewesen. Gestern gab es auch eine ungeplante Pause, als eine der Mitspielenden auf der Bühne umkippte. Gerade das und die besonnene Art, wie die Inspizientin (Regieassistenz?) mit der Situation umging, machten mir klar, warum ich eigentlich so gern ins Theater gehe: Da ist keine mediale Vermittlung zwischen mir und der Inszenierung, alles findet jetzt und direkt statt, es zählen nur meine Anwesenheit und mein Blick.
Doch nach einem Arbeitstag überwiegen so viele andere Faktoren und hindern mich am Theaterbesuch. Vielleicht muss ich mir die Theatertage frei nehmen, damit ich auch wirklich hingehe. Oder früher heimgehen? Meist ist es gegen 16 Uhr im Büro, wenn ein freier Abend so viel attraktiver wird als ein Theaterbesuch.

Heimweg über frostknirschende Gehwege.

§

Es gab einen eindeutig rassistisch motivierten Anschlag in Deutschland, doch die meisten etablierten Medien nennen ihn „fremdenfeindlich“, „ausländerfeindlich“. (Nochmal: Das hieße, dass der Täter sich die Ausweise der Attackierten angesehen hätte. Hat er aber nicht: Er ging nur von ihrem Aussehen aus, stufte sie als minderwertig ein und wollte sie auslöschen.) Aus diesem Anlass: Bereits im Sommer schrieb Vanessa Vu für die Zeit über
„Die Erfindung des Rassismus“.

Seit jeher halten Menschen ihre eigene Gruppe für überlegen. Doch erst die Idee von unterschiedlichen Rassen ermöglichte es, dieses Gefühl zu begründen und durchzusetzen.

Journal Freitag, 12. Oktober 2018 – Tartuffe im Resi

Samstag, 13. Oktober 2018

Das war eine lange Arbeitswoche, puh. Es war wieder warm genug, dass ich mit nackten Beinen unterm Kleid in die Arbeit gehen konnte, auf dem sonnigen Heimweg passierte ich im Westend voll besetzte Straßencafés und belebte Spielplätze.

Eine Meldung alter Bekannter aus Uni-Zeiten hatte dazu geführt, dass Herr Kaltmamsell und ich gestern Abend für einen Theaterbesuch verabredet waren: Tartuffe im Residenztheater. Herr Kaltmamsell hatte zum Abendessen davor Bavette mit Zucchini, Tomate, Garnelen in Safransoße serviert, die sehr gut schmeckten.

Die Inszenierung war sehr schön anzusehen, vor allem wie mit dem schlicht-genialen Bühnenbild von Raimund Orfeo Voigt gearbeitet wurde, zwei Treppen im Profil hintereinander, getrennt von einer Wand, verbunden durch einen Guckkasten-Ausschnitt in der Mitte.

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Trailer "Tartuffe" from Residenztheater on Vimeo.

Die ebenfalls ungemein ästhetischen Kostüme machten aus jeder Ansicht ein Katalogbild.

Wir gingen zu viert anschließend in ein Bistro an der Maximilianstraße und überlegten, wie eine Inszenierung aussehen könnte, die ganz ohne einen Auftritt von Tartuffe selbst auskommt (einer der alten Bekannten führt selbst ein Laientheater).

In lauer Oktobernacht (?!) nach Hause spaziert, in der Fußgängerzone viel internationales Feiervolk.

§

Bei meinem letzten Ingolstadtbesuch war mir aufgefallen, wie laut, groß und bösartig die AfD dort wahlwirbt. Die NZZ erklärt mir die Hintergründe, die man als allgemein repräsentativ für den Erfolg der AfD in den fettesten Wohlstandsgegenden lesen kann.
„Warum die AfD in Ingolstadt trotz Vollbeschäftigung punktet“.

Besonders fiel mir die Passage auf:

Jetzt hätten die Spätaussiedler das Gefühl, dass die neu ankommenden Asylbewerber heute – im Gegensatz zu ihnen damals – alles auf dem Silbertablett serviert bekämen

Weil ich mich noch zu gut erinnere, dass genau das seinerzeit die Sicht der länger schon Einheimischen auf die Spätaussiedler war: Schau nur her! Die kriegen sogar ein Eigenheim! Und wir sitzen immer noch in der Mietwohnung! Tatsächlich verbrachten diese fleißigen Leute Feierabend für Feierabend und Wochenende für Wochenende auf ihrem Bau, wo sie zusammen mit eigener Hände Arbeit ihre Häusl bauten (selbstverständlich unter Nutzung aller staatlicher Förderung, die sie und alle anderen dafür bekamen). Ein interessanter Mechanismus.

§

Ende Oktober startet der Film Bohemian Rhapsody über Queen und Freddie Mercury. Hier ein wunderbarer Twitterfaden über „the most iconic things freddie mercury did“ mit einer Menge Material über ihn.

Journal Mittwoch, 27. Mai 2015 – Jagdszenen aus Niederbayern

Donnerstag, 28. Mai 2015

Ein trockener, kalter Tag, spätnachmittags ein wenig Sonne. Das Biergartenorakel vorm Büro irritierte mich vormittags:

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Schrödingers Biergarten. Tatsächlich gab es mittags genau zwei tapfere Draußenesser im Anorak.

§

Abends Theater, ich sah an den Kammerspielen Martin Sperrs Jagdszenen aus Niederbayern.

Regisseur Martin Kušej hat die Szenen des Stücks von 1965 rückwärts angeordnet, sie zu einer umgekehrten Crónica de una muerte anunciada gemacht. Es beginnt mit dem Ende der Hauptfigur Abram (Katja Bürkle in einer wunderbaren Mischung aus Trotz, Brutalität und Verletzlichkeit), wir Zuschauer erfahren es wie die Schlagzeile der Lokalzeitung. Und wie in der Berichterstattung über Hergang und Hintergründe in den Zeitungsausgaben der folgenden Tage enthüllen alle folgenden Szenen, wie es dazu kam, wer daran beteiligt war. Die Inszenierung endet mit der Ankunft von Abram bei seiner Mutter (Gundi Ellert zeigt eine der Duckmäuserinnen, wie ich sie im Unfeld meiner Oma viele gesehen habe), die ihm entgegenwirft, sie hätte ihn nach der Geburt besser erwürgt.

Dem Spiegel hat’s gar nicht gefallen, mir schon. Das aufgebrochene Zeitkontinuum abstrahiert die Gründe des Außenseitertums: Homosexualität, psychische Krankheit, nicht sanktionierte Partnertschaft. Es geht um die Dynamik alle Arten von Hass, verwurzelt in Borniertheit und Stereotypen – gegenüber allem, was anders ist. (Gleichzeitig sind Vorurteile gegenüber Schwulen sehr lebendig in bayerischen Köpfen – hören Sie gerne mal Unterhaltungen im Freundeskreis meiner Eltern zu.)

Mehr Bühnenbild als das von Anette Murschetz brauchte es nicht: Eine Scheunenwand, eine Mauer, ein Tisch, ein kahler Baum – das reichte. Auf die Musik hätte ich verzichten können.

Jagdszenen aus Niederbayern wurde 1969 verfilmt, und das Echo darauf ist ein weiterer Beweis, dass Hass zum einen keine originäre Nebenerscheinung von Internkommunikation ist, zum anderen wie Hater-Kommentare unbeabsichtigt die angegriffene Aussage belegen: Eine Ausgabe der Zeit von damals zitiert einen Brief an den Regisseur:

Er würde „am liebsten das ganze Kino mit dieser Schweinerei in die Luft fliegen lassen“.

Und schon 1969 behaupten diese Kritiker einen

„Gesinnungsterror“ der „Meinungsmonopolisten in Film, Presse, Rundfunk und Fernsehen“

Lügenpresse anyone?

§

Beim Heimkommen sah ich vorm Haus ein Eichhörnchen-großes Nicht-Eichhörchen mit langem Fellschwanz unter ein Auto huschen – vermutlich ein Wiesel, vielleicht ein Mauswiesel.

§

Eines der Dinge, die ich gestern im Techniktagebuchchat gelernt habe:
Bus Factor

the number of key developers who would need to be incapacitated to make a project unable to proceed

Sollte jedes Projekt durchdacht haben.

§

Distelfink, der in den Händen seines Halters badet.

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https://youtu.be/JVnT6W8i_K8

Journal Samstag, 18. April 2015 – Theresienwiesnflohmarkt, Faust am Resi

Sonntag, 19. April 2015

Gemütlich um zehn ging ich mit Herrn Kaltmamsell auf den Theresienwiesnflohmarkt, erwartbar sonnig, wenn auch zapfig kalt (wie kalt es vorher gewesen sein musste, sah man an der Kleidung der Verkäuferinnen und Verkäufer – die meisten sahen aus wie Michelinmännchen, plus warmer Mütze). Mein vages Suchziel war eine sehr große Salatschüssel.

Gleich einer der ersten Stände beglückte mich:

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Das Angebot war riesig, der Andrang auch. Da es in den vorhergehenden Tagen geregnet hatte, musste man beim Gucken immer ein Auge auf den schlammigen Boden und riesige Pfützen haben. Besonders fasziniert bin ich ja jedes Mal von den angebotenen Gemälden.

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Die Geschichte zu dem Fund auf den letzten beiden Bildern gibt es im Techniktagebuch.

Danach sprach ich: „Du hast was gefunden, wir haben eine Geschichte zu erzählen, jetzt können wir heimgehen.“ Doch wegen des Andrangs war auch das nicht schneller möglich als im Schlendertempo, ich guckte weiter nach Geschirr – und verstieß möglicherweise böse gegen Flohmarktetikette. Ich sah nämlich an einem Stand zwei alte, weiße Schüsseln, gleiche Gestaltung in verschiedenen Größen. Als ich näher trat, fragte gerade eine Interessentin nach dem Preis der Schüsseln. Die Verkäuferin meinte, einzeln würde sie sie für 10 Euro das Stück verkaufen, habe allerdings gehofft, beide zusammen für 15 Euro loszuwerden. Die Interessentin zögerte, drehte die Schüsseln nachdenklich, meinte, eigentlich habe sie nur eine gesucht. Da meldete ich mich: „Oiso“, (nirgends bayere ich so sehr wie auf dem Theresienwiesnflohmarkt) „i nehmat oi zwoa für 15 Euro.“ Die Interessentin trat einen Schritt zurück, protestierte aber nicht. Und so bekam ich die Schüsseln. Es war der Blick der Dame, der mir klar machte, dass das nicht fair gewesen war. Jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen.

§

Abends (na ja, wenn 18 Uhr schon als abends zählt) ging es zum Faust ins Residenztheater. (Hatten wir ja eigentlich schon vor zwei Wochen sehen wollen, musste wegen Streiks verschoben werden.)

Davor hatte ich Faust zuletzt in den 80ern in Ingolstadt in einer Inszenierung von Ernst Seiltgen gesehen, der in seiner 21 Jahre dauernden Intendanz nicht nur das Theater dort prägte, sondern auch berüchtigt dafür war, die technischen Möglichkeiten des damals recht neuen Theaters so weit wie möglich auszureizen. Diesbezüglich hätte Seiltgen selig gestern seine Gaudi gehabt, technischer Overkill Hilfsausdruck.

Eine aufrüttelnde Inszenierung – zumindest physisch: Zweimal wurde das Publikum durch einen lauten Knall inklusive Feuer vor Schreck schier aus den Sitzen gerissen. Und auch sonst krachte und knallte es (im Foyer hingen Warnzettel aus), dass einem Hören und Sehen verging. Honi soit qui mal y pense (wie es auch in Leuchtbuchstaben im reichhaltigen Bühnenbild hing) und unterstellt, es könnte damit von irgendwas abgelenkt werden. Zum Beispiel von interpretatorischer Leere. Anstrengend war allerdings auch, dass zwei Herrschaften im Publikum hinter mir ihren Unwillen regelmäßig flüsternd besprachen. (Oder gehörte das am End‘ auch zur Inszenierung – heutzutage weiß man ja nie.)

Ich sah im düsteren Rauch und Regen der Bühnenaufbauten viel Blade Runner (Nachtrag: Zum Beispiel ist Fausts Trigger-Song „One more kiss, dear“ aus Blade Runner), Fight Club und Berghain-Klischees, Mephisto und Gretchen als durchtrainierte Muskelkampfmaschinen hatten viel von Linda Hamilton in Terminator 2 – was ich mir für Mephisto noch halbwegs zurechterklären kann, für Gretchen nicht.

Das inszenierte Material enthielt unter anderem Brocken aus Faust 2 und wirbelte die Faust-Texte ordentlich durcheinander (zum Glück hatte ich einen Deutschlehrer dabei). Das Ergebnis war auf unangenehme Weise humorlos – außer man nimmt das Erschrecken des Publikums durch Lärm als Scherz. Die Verbindung zwischen Inszenierung und Inhalt erschien mir recht beliebig. Ich werde mir „was der Autor mir damit sagen wollte“ noch im Podcast der Dramaturgin Angela Obst erkären lassen.

Das kann man alles selbstverständlich auch völlig anders sehen, zum Beispiel wie Felix M.:
„It might get loud – ‚Faust‘ am Residenztheater“.

§

Kurz vor halb zehn mit ordentlich Hunger heimgekommen, due Spaghetti aglio e olio gegessen (der chip stop der Italiener).

Vorm Einschlafen spuckte ich noch eine Zahnfüllung aus, die bereits dreimal erneuert werden musste (blöde Stelle).

§

Andrea Diener war für die FAZ mit Berbern in der marokkanischen Sahara:
„Marokko
Irgendwann ist alles andere überflüssig“
.

Wie orientiert man sich in dieser Wüste? Eine Straße oder wenigstens Piste gibt es seit ein paar Kilometern nicht mehr. Nach der dritten Runde um ein Dünenfeld, das uns irgendwie bekannt vorkommt, wissen wir: gar nicht. Wenn der Berber auf dem Jeepdach steht, des besseren Handyempfangs wegen, dann stimmt etwas nicht. Und Gespräche, die auf „Inshallah“ enden, sind immer ein schlechtes Zeichen. Das kenne ich schon von meinem marokkanischen Autoschrauber daheim in Frankfurt.

Sehen Sie sich unbedingt auch das Filmchen dazu an, in dem Andrea Diener die praktischen Details der Wüstenwanderung erklärt, unter anderem, dass dazu „die Brauereigäule unter den Kamelen“ genutzt werden.

§

Von Andrea Diener gibt es übrigens jetzt auch den Podcast Tsundoku, in dem sie über Bücher spricht (nur mal nebenher: Gibt es eigentlich eine Medienform, die Andrea Diener nicht kann?). Die Pilotfolge hat mir gut gefallen; zu meinem Vergnügen trug bei, dass Andrea Dieners trügerisch sanfte und liebliche Sprechweise hier ganz ungebrochen erklingt (anders zum Beispiel als in den oft launigen Gesprächen mit Holgi im WRINT-Podcast) – wer sie als Bloggerin kennengelernt hat, weiß, dass die Dame sehr weit von Sanftheit und Lieblichkeit entfernt ist.

§

Das Heroinproblem in den USA hat sich in einer Weise verändert, die zum Wirtschaftsliberalismus der westlichen Welt passt und die man nur dramatisch nennen kann:
„Serving All Your Heroin Needs“.

So we are at a strange new place. We enjoy blissfully low crime rates, yet every year the drug-overdose toll grows. People from the most privileged groups in one of the wealthiest countries in the world have been getting hooked and dying in almost epidemic numbers from substances meant to numb pain. Street crime is no longer the clearest barometer of our drug problem; corpses are.

via @lyssaslounge

§

John Irving ruft Günter Grass nach:
„An unanswered letter from Günter Grass“.

I was 19 or 20 when I read The Tin Drum; I hadn’t known it was possible to be a contemporary novelist and a 19th-century storyteller.


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