Journal Donnerstag, 19. Mai 2016 – Cotwolds Tag 5 (Cold Ashton bis Bath)
Freitag, 20. Mai 2016Der letzte Tag unseres Cotswold Ways. Einerseits war ich traurig, dass es schon vorbei ist mit Wandern durch paradiesische Landschaft. Andererseits fand mein Körper, besonders die rechte Hüfte mit dran hängendem Bein, dass jetzt aber auch mal gut war mit Laufen.
Es war eine kurze Endstrecke (gemessene 19 Kilometer mit zwei ausführlichen Pausen in gut sechs Stunden), wir trödelten sie mit viel Rumgucken ab.
Erst mal frühstückten wir aber in unserer kleinen Küche in der pitoresken Hill Farm hinter Cold Ashton. Unsere Gastgeberin hatte am Vorabend nach unseren Wünschen gefragt und Sausages, Ham, Mushrooms, Tomatoes, Toast und Eggs von benachbarten Hühnern bereitgestellt. Ich machte mir mit vorrätigen Haferflocken Porridge und kochte mir zwei Eier weich, die ich mit Toast aß. Herr Kaltmamsell briet sich ein ganzes English breakfast.
Nach herzlichem Abschied von unserer Gastgeberin (Hill Farm kann ich wirklich empfehlen) wanderten wir zum letzten Mal los – diesmal ohne uns wie an den vorhergehenden Tagen erst mal zu verlaufen. Schnell sahen wir auch, warum wir seit unserer Ankunft durchgehend Krähenlärm gehört hatten: In einer riesigen Pappel waren mindestens fünf Nester.
An einem Aussichtspunkt über Bath machten wir zur Halbzeit Pause, nochmal auf ein Pint in einem Pub in Weston kurz vor Bath (wo wir uns mit dem uralten Pub-Hund anfreundeten). In der letzten Stunde bis zu unserer Unterkunft regnete es überraschend noch mal oder wie Herr Kaltmamsell es formulierte: “English weather is making a point.” Bis wir hinter Bath Abbey angekommen waren und auf den Bänken davor endlich unser Lunchpaket aßen, hatte es aber schon aufgehört.
Die letzte Unterkunft war ein klassisches B&B über den Avon rüber mit einigen Zimmern. Abends folgte ich einer Empfehlung einer Kollegin, die kürzlich in Bath studiert hat: Wir gingen ins The Salamander auf heimische Ales und Ciders, aßen je einen Pie dazu. Von Bath hatte ich gelesen, dass es derzeit als food capital Englands gehandelt werde. Das kann ich natürlich nicht beurteilen, doch als ich die zweite Runde Bier holte, bekam ich mit, wie ein Gast den Barman um Bierberatung bat: Er hätte gerne ein “lagerlike” Ale. Schlechte Idee, der Herr fing sich einen Vortrag über die Unmöglichkeit solch eines Wunschs und über Bier im Allgemeinen ein.
Über eben diesem zweiten Pint seufzte ich und gestand, dass ich müde war und überhaupt keine Lust auf einen weiteren durchgebloggten Abend hatte. Woraufhin der Herr an meiner Seite, der sonst alles daran setzt, mir das Leben so leicht und schön wie möglich zu machen, meinte: Das gehe ja wohl gar nicht, woher solle er denn dann bitte morgen früh einen Blogpost zum Lesen über den Tag samt Bildern bekommen. Fast hätte er mir meinen Cider weggenommen, damit ich nicht noch müder wurde. Nun dann.
Hill Farm ist das Gebäude ganz hinten.
Blick rüber nach Bristol (viele Flugzeuge im Landeanflug über unseren Köpfen).
Erster Blick auf Bath.
Zum Wanderabschied eine Runde Regen.
Langsam wurde es städtischer.
Abendessen.
Nieseldämmriger Heimweg über den Avon.






















































































































