Wandern

Journal Samstag, 11. März 2017 – Angewandert: Kirchseeon nach Aying

Sonntag, 12. März 2017

Für dieses Wochenende war sonniges Wetter angekündigt, das nutzten wir fürs erste Wandern des Jahres. Vorläufige Idee war ein kurzes Stück gewesen, doch dann hatten wir Lust auf einen längeren Marsch: auf die Wanderung von Kirchseeon über Moosach und den Steinsee nach Aying, die in den aktuellen Bücherln Wandern mit dem MVV gar nicht mehr verzeichnet ist.

Nach Ausschlafen und Bloggen ging ich noch eine kleine Runde Einkaufen, mit Frühstück (Käsebrezen und Nussschnecken) setzten wir uns am späten Vormittag in die S-Bahn nach Kirchseeon.

Die Strecke kennen wir mittlerweile so gut, dass wir mit Hilfe von GPS und Karte auf dem Tablet auch improvisieren konnten. Zum Beispiel fand Herr Kaltmamsell zwischen Schlacht und Lindach einen Weg durch Feld und Wald, der uns den größten Teil der eigentlich vorgesehenen Landstraße ersparte.

Es war sonnig, aber auch nur in der Sonne warm genug, dass ich den Anorak öffnete, zumindest brauchten wir weder Mütze noch Handschuhe. Wir sahen Schmetterlinge (Zitronenfalter und einen Kleinen Fuchs), einige Bussarde kreisten am blauen Himmel, als wir an einem Holzstapel vor Lindach Rast machten, flog hinter uns mit einem Pfiff ein Falke auf.

Blick auf Moosach.

Am Steinsee liebe Gedanken an 356 days, deren Swimming Pool das ist.

Ein seltener Anblick: Unrenoviertes in Schlacht.

Päuschen mit Panorama.

Kurz vor Aying ein Zeugnis von Volksfrömmigkeit:

“Überlebte eine unerklärliche Rettung um wenige Wochen” hat als Anlass für den Bau und die Pflege eines Heiligtum etwas leicht Bizarres, doch ich bin sicher, der Erbauer hat Freude daran.

Schweinshaxn und Starkbier für mich, Bierbratl und Kellerbier für Herrn Kaltmamsell. Auch der Biergarten des Ayinger Bräustüberls war bei unserer Ankunft gut besucht, dafür war es mir aber entschieden zu kalt.

Gewandert etwa 23 Kilometer in viereinhalb Stunden mit einer Pause.

Uns fiel die neue und ausführliche Ausschilderung des Wanderwegs für Radler auf: Sehr wahrscheinlich ist die Strecke im weiteren Jahresverlauf für Fußgänger nicht mehr so gemütlich. (Wobei ich grinsen musste über den Trupp Mountainbiker, der am Waldrand wieder zurück auf die Landstraße drehte, weil sie ein Stück Matsch vor sich entdeckt hatten – die Prinzipien des Radelns auf dicken Profilreifen und ohne Schutzbleche erschließen sich mir einfach nicht.)

In den Orten begegneten wir vielen Motorradfahrern, auch diese Saison scheint begonnen zu haben.

Zurück daheim (die S-Bahn-Mobilität um München ist schon ein Luxus – aber vielleicht sehe ich das nur so, weil ich nicht damit arbeitspendeln muss) buk ich noch Bretonischen Pflaumenkuchen, von den Kommentatorinnen profitierend, die wichtige Informationen fürs Rezept nachträglich erfragt hatten.

Journal Mittwoch, 25. Mai 2016 – Brighton 4, Wanderung um Glynde

Donnerstag, 26. Mai 2016

Bloß dass wir fünf Tage durch die Cotswolds gewandert sind, heißt ja nicht, dass wir nicht ein wenig durch die South Downs wandern können.

Nach ausführlichem Bloggen und Teetrinken (wenn ich doppelt so viel von den Twinings English Breakfast nehmen, schmeckt er deutlich besser) schlüpften wir in unsere Wanderklamotten (endlich wieder anständige und saubequeme Schuhe! eigentlich trüge ich meine Wanderstiefel am liebsten immer), ich strich uns ein paar Butterbrote für die Fahrt, dann nahmen wir einen Zug nach Glynde. Die Halbtageswanderung von dort hatten wir vor ein paar Jahren schon mal gemacht; ich wollte gerne wissen, wie sie ohne Regen aussehen würde.

Wieder kreuzten wir einen Golfplatz. So wenig mir Kühe und Schafe auf Weiden ausmachen – vor Golfgeschoßen fürchte ich mich dann doch. Ich nahm meine Jacke ab, um mit meinem krachrosa Shirt möglichst gut sichtbar zu sein, ich grüßte laut jeder Golfgruppe, die wir passierten, schaute mich ständig um.

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Im Brennnesselwald.

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Eine Bodenfarbe, die wir in den Cotswolds nicht hatten: Kreide. (In diesem Foto ist ein kleines Kaninchen versteckt. Mitte. Schatten.)

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Blick auf Lewes.

Fürs Abendessen hatten wir einen Tisch in einem Lokal reserviert, das uns beim Vorbeispazieren aufgefallen war: rootcandi. Mir gefiel das Konzept, für ein Menü die Geschmäcker einer kulinarischen Region zusammenzustellen. Dass das Ganze vegan ist, schien mir eher nebensächlich – so soll es sein. Wir entschieden uns für das asiatische Set.

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– Steamed carrot buns: filled with spicy barbecue carrot paste, served with carrot hoisin sauce. (Teig sehr gut, Füllung ein bisschen fad.)
– Sushi: quinoa with courgette, bamboo shoots, avocado; sticky rice, avocado, carrot and butternut squash. Served with a tamari and wasabi dipping pot. (Quinoa statt dem gewohnten angesäuerten Reis – ok, aber keine Sushi.)
– Gyoza: filled with quinoa, tofu, peanuts, and spring onion. Served with a Vietnamese dipping sauce. (Sehr gut, herzhafter Bratgeschmack.)
– Crispy tofu: marinated in a sweet Japanese sauce, with a broccoli and sesame stir fry. (Sehr schöner Gesamtgeschmack, als ich dorthin kam, leider schon kalt und nicht mehr kusprig.)
– Bok choy: served with Chinese mustard and pickled ginger. (Mein Favorit: Pak choy und eingelegter Ingwer passen bestens, die Mischung Meerrettich-scharf und Chilli-scharf fand ich genial.)
– Pancake rolls: marinated soya in rice wine vinegar, tamarin, ginger, garlic, chilli and coriander. Roasted and served with cucumber, spring onion, plum sauce and pancakes to wrap. (Ganz wunderbar, frisch und bratig zugleich.)

Die Servierform auf der Etagere war charmant, doch das gleichzeitige Servieren von sechs Gerichten hatte zwangsläufig zur Folge, dass die meisten kalt und etwas abgestanden schmeckten, bis sie dran waren – selbst wo ich die kalten Sushi für den Schluss aufhob. Die Servierform der kleinen Teller bei Market zwei Abende davor stellte sicher, dass sie immer frisch gegessen wurden.

Dazu trank ich einen Wodka-Cocktail “Coriander and Ginger Lemonade” – frischer Koriander ist eine hervorragende Idee in einem Cocktail.

Nachtisch gab’s auch: Birne Helene für mich, Hirse-Crème brûlée mit Rhabarber (blärch) für den Herrn.

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Journal Dienstag, 24. Mai 2016 – Brighton 3, Wanderung nach Rottingdean

Mittwoch, 25. Mai 2016

Den Morgen mit Bloggen und Teetrinken verbracht. Der Tee zum B&B-Frühstück in Wotton-under-Edge ist hatte mir so gut geschmeckt, daran kamen die nachfolgenden Teebeutel einfach nicht ran. Es war loser, feinstkrümliger Tee gewesen (wir bekamen ein kleines Sieb zum Einschenken dazugestellt), sehr wahrscheinlich English breakfast. Aber welcher? Ich hatte am Montag Twinings English breakfast gekauft, der schmeckt aber auch nicht viel besser als Teebeutel. Sollte ich mal Ostfriesentee probieren? Ich möchte einen kräftigen, herzhaften Schwarztee, den ich auf englische Art mit Milch und mit viel Zucker trinken kann.

Das Wetter war wieder wunderschön, wir spazierten am Strand entlang zu Redroasters. Während Herr Kaltmamsell den Cappuccino holte, machte ein Mann im Café mit einer Profikamera Fotos. Ich erkannte ihn sofort: lomokev. Und sprach ihn spontan an (natürlich plump mit: “Aren’t you lomokev?”), brabbelte an ihn hin, dass ich ihm auf instagram folge und wie sehr ich ihm für seine Fotos aus Brighton danke. Er reagierte sehr freundlich und sortierte erst mal mein Gebrabbel. Als er erfuhr, dass ich einen Tag in London plane, empfahl er mir zwei Martin-Parr-Ausstellungen, die er auch in seinem Blog besprochen hatte. Wunderbarer Tipp, ich hatte noch nicht entschieden, welches Museum oder welche Ausstellung ich ansehen würde.

Im Sonnenschein wanderte ich mir Herrn Kaltmamsell den Undercliff Walk nach Rottingdean. Bei dieser Gelegenheit besah ich die neuen Wohnblöcke in Brighton Marina: Ja, sie stehen an der Mole mehr oder weniger im Meer.

In Rottingdean setzten wir uns in Kipling Gardens ans Croquet Green; zum ersten Mal sahen wir es auch bespielt. Mittagessen im White Horse Inn, dann nahmen wir den Bus zurück nach Brighton. Dort klapperte ich auf der Suche nach roten Sandalen ein halbes Dutzend Schuhläden ab, mit mittlerem Erfolg (ein akzeptables Modell gesehen, aber noch nicht anprobiert).

Einkaufen fürs Abendbrot in Waitrose: Markknochen zum Braten und Auslöffeln, also längs halbierte Rinderknochen. Wir hatten am Montag entdeckt, dass es die hier im Supermarkt gibt. Mein Lieblingsmetzger Herrmannsdorfer musste mich ja enttäuschen, als ich um aufgesägte Rinderknochen bat: Der Knochen passe nicht hochkant in die Säge.
Ich bin mit Knochenmark als Delikatesse aufgewachsen: Bei uns in der Familie bekamen die Kleinsten das Mark der Lammkoteletts angereicht, und jeder kratzte das Mark aus seinen Rinderbeinscheiben. Bei uns wurde ohnehin begeistert Knochen abgenagt: Gab es Brathähnchen, galten die Schenkel als die begehrtesten Teile, der Knochen der Schweinshaxe war dem Familienoberhaupt vorbehalten.

Dazu hatte ich im möglicherweise ältesten Ökoladen Brightons, Infinity Foods, ein Weizensauerteigbrot gekauft (Roggensauerteig gab es da auch, aber in Kastenform und mit ganz viel “without”, da war ich dann doch misstrauisch). Es schmeckte erstklassig. Auch der Nachtisch Erdbeeren mit Sahne.

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Wohnen auf dem Meer.

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Aussicht und Blume in Kipling Gardens.

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Bei 220 Grad für 20 Minuten in den Backofen.

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Gutes Brot können sie inzwischen auch in England.

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Das Einzige, was ich nach dieser Fettbombe vermisste: Schnaps.

Journal Donnerstag, 19. Mai 2016 – Cotwolds Tag 5 (Cold Ashton bis Bath)

Freitag, 20. Mai 2016

Der letzte Tag unseres Cotswold Ways. Einerseits war ich traurig, dass es schon vorbei ist mit Wandern durch paradiesische Landschaft. Andererseits fand mein Körper, besonders die rechte Hüfte mit dran hängendem Bein, dass jetzt aber auch mal gut war mit Laufen.

Es war eine kurze Endstrecke (gemessene 19 Kilometer mit zwei ausführlichen Pausen in gut sechs Stunden), wir trödelten sie mit viel Rumgucken ab.

Erst mal frühstückten wir aber in unserer kleinen Küche in der pitoresken Hill Farm hinter Cold Ashton. Unsere Gastgeberin hatte am Vorabend nach unseren Wünschen gefragt und Sausages, Ham, Mushrooms, Tomatoes, Toast und Eggs von benachbarten Hühnern bereitgestellt. Ich machte mir mit vorrätigen Haferflocken Porridge und kochte mir zwei Eier weich, die ich mit Toast aß. Herr Kaltmamsell briet sich ein ganzes English breakfast.

Nach herzlichem Abschied von unserer Gastgeberin (Hill Farm kann ich wirklich empfehlen) wanderten wir zum letzten Mal los – diesmal ohne uns wie an den vorhergehenden Tagen erst mal zu verlaufen. Schnell sahen wir auch, warum wir seit unserer Ankunft durchgehend Krähenlärm gehört hatten: In einer riesigen Pappel waren mindestens fünf Nester.

An einem Aussichtspunkt über Bath machten wir zur Halbzeit Pause, nochmal auf ein Pint in einem Pub in Weston kurz vor Bath (wo wir uns mit dem uralten Pub-Hund anfreundeten). In der letzten Stunde bis zu unserer Unterkunft regnete es überraschend noch mal oder wie Herr Kaltmamsell es formulierte: “English weather is making a point.” Bis wir hinter Bath Abbey angekommen waren und auf den Bänken davor endlich unser Lunchpaket aßen, hatte es aber schon aufgehört.

Die letzte Unterkunft war ein klassisches B&B über den Avon rüber mit einigen Zimmern. Abends folgte ich einer Empfehlung einer Kollegin, die kürzlich in Bath studiert hat: Wir gingen ins The Salamander auf heimische Ales und Ciders, aßen je einen Pie dazu. Von Bath hatte ich gelesen, dass es derzeit als food capital Englands gehandelt werde. Das kann ich natürlich nicht beurteilen, doch als ich die zweite Runde Bier holte, bekam ich mit, wie ein Gast den Barman um Bierberatung bat: Er hätte gerne ein “lagerlike” Ale. Schlechte Idee, der Herr fing sich einen Vortrag über die Unmöglichkeit solch eines Wunschs und über Bier im Allgemeinen ein.

Über eben diesem zweiten Pint seufzte ich und gestand, dass ich müde war und überhaupt keine Lust auf einen weiteren durchgebloggten Abend hatte. Woraufhin der Herr an meiner Seite, der sonst alles daran setzt, mir das Leben so leicht und schön wie möglich zu machen, meinte: Das gehe ja wohl gar nicht, woher solle er denn dann bitte morgen früh einen Blogpost zum Lesen über den Tag samt Bildern bekommen. Fast hätte er mir meinen Cider weggenommen, damit ich nicht noch müder wurde. Nun dann.

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Hill Farm ist das Gebäude ganz hinten.

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Blick rüber nach Bristol (viele Flugzeuge im Landeanflug über unseren Köpfen).

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Erster Blick auf Bath.

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Zum Wanderabschied eine Runde Regen.

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Langsam wurde es städtischer.

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Abendessen.

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Nieseldämmriger Heimweg über den Avon.

Journal Mittwoch, 18. Mai 2016 – Cotwolds Tag 4 (Old Sodbury bis Cold Ashton)

Donnerstag, 19. Mai 2016

Hier könnte eine Geschichte stehen von Wandern im strömenden Regen, von Bibbern vor Kälte und von Wanderstiefeln, aus denen man das Wasser gießen konnte – schließlich war ordentlich Regen angekündigt. Doch das englische Wetter ist unstet, man kann sich auf nichts verlassen, nicht mal auf angekündigten Regen. Zwar war es gestern wolkig und eher kühl, doch tatsächlich angeregnet wurden wir nur dreimal, und das eher kurz. Wir sahen sogar ein paar Mal Sonne. Zudem wieder Fasane, Feldlerchen, Distelfinken, Möwen (konstante Begleiter am Himmel) – und ein hochherrschaftliches House. Da die eigentliche Wanderstrecke übersichtlich kurz war, nahmen wir nämlich auf dem Weg Dyrham Park mit, ein Anwesen in der Hand des National Trust, dessen Äußeres für den Dreh von Remains of the Day verwendet wurde. Mit diesem Umweg und einer langen Pause waren wir für gemessene 23 Kilometer etwa sechseinhalb Stunden unterwegs.

Nur von Ferne erahnen konnten wir Dodington Park, das mittlerweile dem Staubsauger-Dyson gehört. Unser Hotelgastgeber hatte uns erzählt, dass Dyson zwar die öffentlichen Wege durch sein Grundstück weiterhin nutzen lässt1, zum Haus hin allerdings sichtschützende Bäume habe pflanzen lassen. Das ist aus Sicht des Besitzers völlig verständlich, ruiniert allerdings die sensationelle historisch unbegrenzte Lage der Häuser in weitläufiger Parklandschaft.

Eingekehrt sind wir gestern nur auf eine Tasse Tee in den schönen tea room von Dyrham Park. Vorher hatten wir mit Blick auf das Haus auf einem Baumstamm sitzend Brotzeit gemacht und das Lunchpaket unseres Gastgebers verzehrt.

Diesmal war unsere Unterkunft eine ehemalige Farm, die sehr geschmackvoll und modern zu einem B&B umgebaut war. Unsere Gastgeberin begrüßte uns herzlich und mit ausführlichen Informationen, das vorbereitete Abendessen machten wir uns in einer kleinen Gästeküche warm: Unsere Gastgeberin hatte uns liebevoll Salat (mit frischen Basilikumblättern und gerösteten Pinienkernen) und Dressing vorbereitet, außerdem örtliches Bier “Cotswold Way” sowie Fish Pie und zum Nachtisch Sticky Toffee Pudding.

Abend über Bloggen und Livegucken der dritten Folge von Mary Beard’s Ultimate Rome auf BBC 2.

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Bei Regen starteten wir vom Old Sodbury House Hotel.

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In Old Sodbury gibt es sogar noch ein altes Telefonhäuschen – von außen heruntergekommen, von innen sauber und voll funktionstüchtig.

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Einem bestimmten Grad Idyll kann auch Regen nichts anhaben.

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Er macht das Idyll allerdings recht matschig. Meine Wanderstiefel waren bald doppelt so schwer wie beim Anziehen.

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Der öffentlich passierbare Teil von Dodington Park.

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Der erste von vielen Fasanen, die wir gestern sahen – diesen so nah, dass ich ihn sogar mit meinem Smartphone erwischte.

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In Tormarton guckten wir in die örtliche Kirche St. Mary Magdalene. Dort entdeckten wir, dass mit dreckigen Wanderschuhen gerechnet wurde.

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Und was kirchliche Dienstleistungen kosten, wenn es keine Kirchensteuer gibt. Taufen sind in einer missionierenden Religion natürlich kostenlos.

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Ein kleiner palate cleanser nach all dem Idyll: Die Cotswolds haben auch Hochspannungsleitungen, Windkraft und Autobahn.

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Dyrham Park konnten wir nur von außen besichtigen: Das Gebäude wird restauriert, nicht immer kann man ins Innere.

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Zeit für eine Pause.

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Ich trinke hier gerade so gerne Tee (im tea room von Dyrham Park mit Milch zum Selbstzapfen), dass ich meinen gewohnten Milchkaffee gar nicht vermisse.

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Typisch public footpath.

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Cold Ashton

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Die offene Tür führt in unser Zimmer des B&B.

  1. Es ist auch ziemlich schwierig, das zu verbieten, wie Konstantin auf London Leben schön erklärt. Und so stiefelten wir auch gestern einmal so richtig quer durch jemandes Garten, mitten durch Felder, quer über Kuh- und Schafweiden waren wir immer wieder unterwegs. []

Journal Dienstag, 17. Mai 2016 – Cotswolds Tag 3 (Wotton-under-Edge bis Old Sodbury)

Mittwoch, 18. Mai 2016

Es war der Tag der Fasane: Nachdem unsere Gastgeberin uns am Vorabend Fasan serviert hatte, prognostizierte sie, dass wir in den nächsten Tagen auch lebendige würden sehen können – und all so geschah es. Vielleicht hat sie ja den Cotswold-Way-Verein angerufen und welche bestellt, wir sahen sieben Stück entlang unserem gestrigen Weg.

Morgens war ich erstaunt, dass wir beide immer noch keinen Muskelkater hatten – am Vortag waren einige wirklich anstrengende Passagen dabei gewesen, vor allem beim steil bergab Gehen hatte meine Oberschenkel ordentlich gebrannt.

Nach dem Frühstück sahen wir uns erst mal in Wotton-under-Edge um (überraschenderweise “Wuttn” ausgesprochen): Eine lebendige zentrale Einkaufsstraße mit kleinen Läden von Bäckerei und Metzger über Cafés bis Friseur und Musikinstrumente. In der Kirche St. Mary verbrachten wir einige Zeit: Ich war vor allem fasziniert von den handbestickten Kniekissen (Gobelin?), die an jedem Platz hingen.

Hinter Wotton-under-Edge gingen wir einen Bach entlang und passierten eine große Gruppe Kinder in Gummistiefeln (Schulklasse?), die von drei Frauen angeleitet verschiedene Untersuchungen am Bach anstellten. Herr Kaltmamsell erspähte auf einem Klemmbrett die Überschrift “River Study”, sah nach einem sehr spannenden Projekt aus.

Einige Zeit später kamen wir an einer Gruppe Menschen vorbei, die gerade eine der dry stone walls zwischen Weg und Feld reparierte. Wir grüßten und bekamen ein Magazin in die Hand gedrückt: den Cotswold Lion. Ein jovialer alter Herr erklärte dazu, dass sie eine Freiwilligengruppe vom Cotswold Conservation-Verein seien, die sich darum kümmern, dass Mauern repariert werden, Hinweisschilder erneuert, Wege passierbar gehalten. Wir scherzten ein wenig hin und her, ich dankte ihm sehr herzlich für sein Engagement, das mir diesen Urlaub so angenehm macht.

Regen bekamen wir auch ab: Schon mittags verdüsterte sich der Himmel immer mehr, bald mussten wir uns gegen ein paar Regentropfen schützen. Auch deshalb beschlossen wir, unser Lunchpaket für den Abend aufzuheben und statt dessen in einem Pub Pause zu machen und zu Mittag zu essen: Im nahe gelegenen Hawkesbury Upton war auch eines empfohlen, das sich als perfekt herausstellte.

Danach kamen wir nochmal in einen heftigeren Schauer, doch auch der ging bald vorbei. Kleine Übung für den Mittwoch, da soll es durchregnen. Von den letzten beiden Stunden der Wanderung habe ich keine eigenen Fotos, weil meinem Smartphone der Strom ausging (und auch die Powerbank leer war, die mich in den Tagen davor gerettet hatte). Deshalb musste ich die Länge der gestrigen Strecke schätzen: In den acht Stunden mit einer guten Stunde Mittagspause haben wir vermutlich 26 Kilometer zurückgelegt.

Unsere Unterkunft in Old Sodbury ist ein kleines Hotel in einem alten Gebäude an der Schnellstraße, möglicherweise waren wir die einzigen Gäste. Geräumiges Zimmer, geräumiges Bad mit Wanne. Wieder war für mich ein Vollbad genau das Richtige. Zum Abendbrot holten wir unsere Käsebrote und den fruit cake heraus, den uns die Zimmerwirtin in Wotton eingepackt hatte – wunderbar. Dazu guckte Herr Kaltmamsell Fernsehen, ich bloggte.

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Die Einkaufsstraße von Wotton-under-Edge.

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Der Lardy Cake in der Auslage der Bäckerei erinnerte mich an das Rezept dafür, das ich noch ungetestet daheim habe.

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Die Kirche St. Mary in Wotton-under-Edge von außen.

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Und von innen. Es folgen ausgewählte Gobelinkissen, manche deutlich kirchlich:

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Manche sind so irgendwie dazwischen:

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Bei anderen ist der kirchliche Bezug sehr erklärungsbedürftig:

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Aber für Knie sind sicher alle bequem.

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Schüler beim Flussforschen.

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Eine kissing gate – von denen es gestern definitiv zu wenige gab.

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Das ist ja wohl mal EIN HOHLWEG! Herr Kaltmamsell begann von Tolkiens Konzept guter und böser Wälder zu erzählen.

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Einer der sieben Fasane, denen wir gestern begegneten, fotografiert von Herrn Kaltmamsell mit mächtigem Teleobjektiv.

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Ich fand ein Bündel wunderhübscher Federn und schmückte meinen Hut damit. Auf Twitter erfuhr ich, dass das sehr wahrscheinlich Fasanenfedern sind. Überraschung.

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Regen. Und ein weiteres absurdes monument auf einem Hügel, dieses für einen General Sumerset.

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Pub food! Ich hatte als kleines Tagesgericht einen faggot mit gravy, Erbsen und Pommes, Herr Kaltmamsell Cottage Pie mit ähnlichem drumrum. Wir sind auf dem Foto beide bei unserem zweiten Getränk: Ich hatte nach einem Pint Ale (Dursley Donkey) lieber mal eine Cola (Urlaubsgetränk), Herr Kaltmamsell wagte sich nach einem Pint Cider an eines mit Ale – nachdem ich ihm versprochen hatte, dass er die nächsten Stunden betrunken würde hinter mir her stapfen können.

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Samma: Den Bärlauch machen die doch da zur Deko hin.

Journal Montag, 16. Mai 2016 – Cotswolds Tag 2 (Middleyard bis Wotton-under-Edge)

Dienstag, 17. Mai 2016

30 Kilometer auf und ab, oft ausgesprochen steil, sind auch mit drei Pausen und in gut acht Stunden anstrengend. Jetzt wissen wir das also.

Das Wetter passte auch gestern bestens zum Wandern: Sonne mit ein paar Wolken, milde Temperaturen. Wieder bekamen wir optimal ausgeschilderte Wege, zu den gesichteten Vögeln (in der Aufzählung vom Vortag fehlten Eichelhäher, Schwalben und Mauersegler) kamen ein graues Eichhörnchen, viele Schafe, Ziegen, wieder Kühe in allen Schattierungen. Fledermäuse allerdings nicht: Unser Abstecher zu Woodchester Mansion, wo man angeblich fünf verschiedene Fledermausarten sehen kann, war zwar wanderisch schön, doch die Mansion ist montags geschlossen. Wir guckten also nur von außen.

In Dursley kehrten wir in einem Pub ein und ließen uns je ein Pint Ale schmecken. So hatte ich mir das vorgestellt.

Diesmal begegneten wir auch anderen Wanderern, koordinierten zum Beispiel drei Herren, die an verschiedenen Stellen des Wegs aufeinander warteten (hatten sich für ein Teilstück zu Alternativen getrennt) und uns Botschaften mitgaben für den nächsten, den wir treffen würden. Mountainbiker waren fast keine unterwegs.

Das B&B, in dem wir in Wotton-under-Edge eingebucht waren, stellte sich als Eigenheim ohne Kennzeichnung heraus, in dem uns ein Zimmer mit Bad zugewiesen wurde. Begrüßt wurden wir auch von zwei Hunden, die ich ausgiebig streicheln konnte. Beim Buchen der Reise war uns hier ein home cooked dinner angeboten worden; da andere Abendessensmöglichkeiten eine weitere Wanderung erfordert hätten und weil wir neugierig waren, nahmen wir an. Zusammen mit unseren Gastgebern aßen wir also in einem Esszimmer mit Blick übers Tal eine Fasanenkasserole (mein zweites Mal Fasan, auch das erste Mal war in England gewesen) mit Kartoffelstampf, Karotten und jungem Brokkoli, zum Nachtisch Apfel-Brombeer-Pie mit flüssiger Sahne.

Wotton-under-Edge ist ein sehr lebendiges Städtchen mit etwa 6500 Einwohnern in den Cotswolds (unsere Gastgeber erzählten uns, dass es sogar ein Kino gibt), hat aber nur ein Hotel und zwei B&Bs (das andere gehört einer Freundin unserer Gastgeberin). Die Cotswolds scheinen ohnehin nicht wirklich touristisch erschlossen – möglicherweise hatte ich bei meinen Erwartungen zu sehr das Allgäu oder das Chiemgau im Hinterkopf, wo jedes Kuhkaff Pensionen hat und die seit den 50ern “Fremdenzimmer” anbieten. Offensichtlich eine ganz andere Historie.

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Sonnige Aussicht beim Aufstehen.

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Full English Breakfast in Middleyard. An sich und in entsprechenden Cafés mag ich das ja, doch die fettarme, unknusprige Heimvariante ist dann doch nicht so das Meine.

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Zu Beginn der Wanderung: wilde Tiere.

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Schon gestern kamen wir an sowas vorbei, was unser Wanderführer als piggery eingezeichnet hatte. Da hier aber keine Schweine zu sehen sind, bin ich unschlüssig, was es sein soll.

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Wie auch am Sonntag: Immer wieder blühender (und entsprechend riechender) Bärlauch, soweit das Auge reicht.

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Woodchester Mansion, hübsch, aber zu.

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Hat man hier gerne oben drauf: Topographen.

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Zum Käsebrot hatte unsere B&B-Wirtin uns Capri Sonne ins Lunchpaket gepackt. Ich wurde schlagartig wieder elf. (Als ich meine Mutter vergeblich um so etwas anbettelte. Heute schmeckt es mir leider nicht mehr. Vielleicht kann es doch irgendwann zu spät für eine schöne Kindheit sein.)

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Landeskunde: So sieht heutzutage die Karte für Pub Food aus.

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Sehen Sie rechts ganz hinten den Turm auf dem Berg? Da waren wir auch.

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Und das war der Turm, das Tyndale Monument, das vielleicht weltweit größte Denkmal für einen Übersetzer.

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Auch ein Denkmal, bestehend aus eingemauerten Pinien und wechselnden Anlässen zugeeignet.