Journal Pfingstsonntag, 5. Juni 2022 – #WMDEDGT mit Anreise nach Berlin

Montag, 6. Juni 2022 um 9:21

Frau Brüllen fragt an jedem 5. des Monats: WasMachstDuEigentlichDenGanzenTag? und sammelt die Antworten in ihrem Blog unter #WMDEDGT. Bei mir sind es ja leider nur die 5. des Monats ohne Arbeitsalltag, die ich beisteuern kann.

Coronatest auch diesmal negativ, kein Hinderungsgrund für die Woche Berlinurlaub mit re:publica. Der Morgen bestand aus Räumen, Packen, Topfpflanzen mit Plastikkolben zur Bewässerung versorgen (bei einer Kollegin gesehen, zum ersten Mal ausprobiert). Als Reisekleidung hatte ich mich für eine schwer zu bügelnde Bluse entschieden – anders würde ich sie nicht unverknittert ans Ziel bringen.

Durch einen bereits recht warmen und sonnigen Tag rollkofferten wir zum Bahnhof.

Mäßig fenstrigen Fensterplatz erwischt.

Viel Platz im Abteil, das sich bis Berlin nur langsam und nie ganz füllte. Vormittags holte ich uns noch einen Cappuccino aus dem Speisewagen, als Frühstück hatte ich einen Apfel und Linsensalat eingepackt, mit dem Herr Kaltmamsell den restlichen Ernteanteil (Frühlingszwiebeln, Koriander) aufgebraucht hatte.

In Berlin nutzten wir unsere 9-Euro-Tickets für die U-Bahn zu unserer Unterkunft in Friedrichshain – sich nicht mit örtlichen Tarifsystemen befassen zu müssen, ist wirklich entspannend.

Und so waren zwei Personen für 255,60 Euro (Hin- und Rückfahrt, 2x Bahncard 25, gebucht zwei Monate vor Fahrt) in der 1. Klasse ICE von München nach Berlin gereist. Schon vor Wochen hatte die Bahn mich benachrichtigt, dass die Fahrt eine gute halbe Stunde länger dauern würde als gebucht. Erst unterwegs fand ich den Grund heraus: Baustellen vor Berlin. Ich empfand die Reise als sehr komfortabel, sehr günstig, sie dauerte von Tür zu Tür 6,5 Stunden, davon Zugfahrt knapp 5,5 Stunden. Muss man ich sein, um das als konkurrenzlos anzusehen?

Schöne Ferienwohnung – die Buchung war ja nach drei vorherigen Absagen anderer Wohnungen mühsam gewesen. Nun wohnen wir also nicht ganz so nah an der re:publica, wie ich angepeilt hatte, auch ohne Balkon oder Aussicht, aber sehr geschmackvoll und mit ausgesuchten Einzelstücken eingerichtet (mal wieder muss ich erkennen, wie groß der Unterschied ist, wenn jemand Geschmack und einen Blick für sowas hat) und in einer interessanten Gegend.

Wegen Schwindel und Schwäche legte ich mich erst mal hin, war aber bald schon wieder fit genug für einen kleinen Spaziergang durch die Umgebung (umgezogen in ein Sommerkleid) und durch einen Sommertag, der in der Sonne fast heiß war.

Fürs Nachtmahl hatte ich im Weinlobbyisten in Schöneberg reserviert, den wir schon kannten – Sonntagabend ist auch in Berlin nicht ganz einfach. U- und S-Bahn dorthin, die Maskenpflicht wird deutlich laxer befolgt als in München, dafür sind die Bahnen voller: Ich stellte guten Sitz meiner Maske sicher.

Schöneberg. Am Himmel sahen wir neben Mauerseglern auch weit oben einen Bussard stehen.

Und dann aßen wir im schönen Innenhof des Weinlobbyisten ganz hervorragend unter dem Schrillen immer wieder kreuzender Mauersegler-Gruppen. (Und leider immer wieder Zigaretten-beraucht vom Nachbartisch, ich fühlte mich wieder wie 30.)

Als Magentratzerl gab es Wachtelei, gutes Brot.

Erster Gang war Jakobsmuschel Ceviche, Tigermilch, gerösteter Mais, Zwiebel, Koriander. Vor allem mit der Muschel verstand sich ganz hervorragend der pfälzer Weißburgunder im Glas: Weingut Bergdolt – Reif & Nett.

Geflämmtes Rindertatar, Forellenkaviar, fermentierter grüner Spargel – besonders letzterer schmeckte überraschend vielfältig und gut. Rotwein dazu war es sehr rasser Spätburgunder Assmannshäuser 2017 vom Weingut Krone aus dem Rheingau.

Der nächste Gang war der absolute Knaller: Der Schweinebauch mit Rettichkimchi und schwarzem Knoblauch wäre allein schon unglaublich vielfältig gewesen, doch dazu gab es endlich mal wieder einen richtig guten Orange Wine: Wieder vom Weingut Bergdolt – Reif & Nett Evil Twin, einen Muskateller, auf der Schale spontanvergoren. Der duftete schon nach allen möglichen Früchten, Blüten und Kräutern, schmeckte wie ich die besten Orange Wines erleben durfte: Nach einer komplett anderen Weinwelt (anders als die sauren Apfelmoste, die mir meist als “Orange Wine” verkauft werden), die sich noch dazu aufs Beste mit der Gärsäure des Kimchi und mit dem Fett des Schweinebauchs verstand.

Als Dessert gab es ein ziegenkäsiges Ivoire Parfait mit Tom Ka Schaum, Blaubeeren und Krabbenchips, dazu passte nochmal von vom Weingut Bergdolt – Reif & Nett ein wenig süßer Muskateller.

Sehr zufriedene Heimfahrt durchs letzte Licht des Tages. Auf dem letzten Stück zu Fuß durch den Ziel-Kiez sagte ich noch: “Hier müssten doch eigentlich Fledermäuse…”, als wir schon welche über uns hinwegflattern sahen.

In der Ferienwohnung noch ein wenig Kampf mit dem komplexen Licht- und Rollladenschalter-System, aber wir schafften es ins Bett und ins Dunkle.

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Das Faxgerät wird demnächst 100 Jahre alt. Und noch bevor wir durch sind mit allen Witzeleien aus den Bauteilen “Deutschland”, “Ämter”, “Zeitreise”, schreibt @holadio auf, warum er ohne Faxgerät nie Karriere gemacht hätte:
“Meine Karriere begann mit einem Faxgerät”.

die Kaltmamsell

Journal Samstag, 4. Juni 2022 – Zu kühl, zu heiß, Reisevorbereitungen

Sonntag, 5. Juni 2022 um 8:12

Zu früh aufgewacht, enstprechend früh war ich startklar für meine geplante Schwimmrunde. Nur dass es draußen bewölkt und kühl war, erst für den späteren Vormittag war deutliche Wetterbesserung angekündigt. Also zögerte ich den Aufbruch mit Lesen bis auf 10 Uhr hinaus.

Zum Radeln ins Dantebad (wegen immer noch ein paar Grad wärmerem Wasser als im Schyrenbad) brauchte ich deutlich meine Jeansjacke. Die Schwimmbahnen waren übersichtlich besetzt, ich konnte unbeschwert durchziehen, allerdings begann ich wieder ab 1.000 Metern zu frösteln. Erstes Mal seit Hüfte kaputt / neue Hüfte: dreimal eine Bahn Brust geschwommen.

Auf den letzten 1.000 meiner insgesamt 3.200 Meter kam endlich so richtig die Sonne raus, und damit wurde offensichtlich der Heizungsschalter umgelegt: Als ich abgetrocknet und sonnengecremt auf die Liegewiese trat, prügelte die Sonne hochsommerheiß herunter. Ich hielt es darin nicht sehr lange aus.

Fürs Heimradeln brauchte ich sehr keine Jacke mehr, an den vielen, vielen roten Radl-Ampeln der Dachauer und der Paul-Heyse-Straße versuchte ich im Schatten zu warten. Ich steuerte direkt das Obststandl am Rindermarkt an, um dort ein Kilo Spargel und ein Kilo Erdbeeren zu kaufen (“wegen ausgewogener Ernährung”, wie ich die Standlerin anscherzte, die daraufhin stutzte: “Ham mir g’redt?”, und bei Verneinung behauptete, dass tatsächlich die Inhaltsstoffe der Erdbeere der Harnsäure-erhöhenden Wirkung von Spargel entgegenwirke, deswegen habe “die Natur” dafür gesorgt, dass sie gleichzeitig Saison hätten – eine Wirkung, die allerdings mein Nachrecherchieren daheim nicht bestätigte).

Zu Hause war ich kurz vor drei, musste dann doch erst mal frühstücken vor Körperreinigung und -pflege. Es gab ein Tomatenbrot aus Selbstgebackenem sowie Mango mit Joghurt. Gewaschen, rasiert und gecremt las ich auf dem Markisen-beschatteten Balkon die Wochenend-Süddeutsche.

Nächster Programmpunkt (alles fühlt sich derzeit nach Abhaken von Programmpunkten an, ich denke viel an an den Mann im verflossenen Westend-Lieblingslokal Marietta, den ich mal eine Stunde dabei beobachtete, wie er Bier trank. Nichts weiter: Er saß vor seiner Halben Bier, schaute ein bisschen, aber nicht zu intensiv, nahm sehr gelegentlich einen Schluck, lächelte bei Ansprache und anwortete, um dann wieder ein bisschen zu schauen. Der wäre ich gern.): Bügeln, die Menge entsprach einer knappen Stunde. Waldmeistersirup abseien, einkochen und abfüllen.

Dann machte ich mich an die Zubereitung des Abendessens, gestern durfte ich zuständig sein für Ofenspargel (in die Folie kam diesmal gehackte Salzzitrone, hervorragend) mit Ei-Hack-Sauce und neuen Kartoffeln aus Ernteanteil (nicht von unserem eigenen Hof, sondern zugekauft, schmeckten wunderbar), Erdbeeren zum Nachtisch, zu alledem einen Rosé von Feinstrick, der mir sehr gut schmeckte.

Ich packte noch Schokolade dahinter, Herr Kaltmamsell schaffte diese nicht mehr. In der Folge war ich überfressen, er nicht (Überraschung!). Weiteres Vorbereiten der Berlinreise.

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Noch eine Hundegeschichte von Dalcash Dvinsky aus Schottland, wie ich sie sonst nicht kenne: Hund Bunny musste wegen eines Geschwürs am Hinterlauf operiert werden. Ich nehme an, ich hätte ein ähnliches Verhältnis zu einem Hund, legte ich mir mal einen zu und wäre fortan für ihn verantwortlich:
“The bloody leg”.

die Kaltmamsell

Journal Freitag, 3. Juni 2022 – Tierreicher Morgen

Samstag, 4. Juni 2022 um 7:26

Der Morgen begann mit Spannendem aus dem Tierreich. Als ich nach der Krug zum Blumengießen griff, sah ich:

Ein Falke auf der Straßenlaterne! Beim vorsichtigen Fensteröffnen für ein besseres Foto flog er weg.

(Mit einer erwachsenen Kamera hätte ich natürlich viel bessere Fotos aufgenommen. Doch die beste Kamera, sagte ein Profi mal sinngemäß, ist die, die man dabei hat.) Als ich den Krug am Badewannen-Wasserhahn auffüllen wollte (in der Küche gibt es morgens nur handwarmes Wasser, fragen Sie nicht), sah ich ein sehr langbeiniges Insekt oder Spinnentier, ich zählte die Beine nicht, das vergeblich versuchte, aus der Badewanne zu entkommen. Mit übergestülptem Glas und einem Blatt Papier auf den Balkon gerettet.

Mein Weg in die Arbeit war beschienen von herrlichem Sommermorgenlicht.

Die Linden in den Startlöchern zum Blühen und Duften.

Im Büro zackige Emsigkeit. Bezeichnenderweise spürte ich keinerlei Letzter-Tag-vor-Urlaub-Gefühl: Mein System ist nicht auf Erholung oder Erleichterung eingestellt, sondern auf eine Woche mit weiteren Verpflichtungen. Eigentlich beängstigend. Auch sonst scheine ich überhaupt keine Karotte mehr am Horizont zu sehen, auf die ich meine delayed gratification-Energie richten kann. Werde ich auch in dieser Hinsicht gerade noch kaputter?

Zum Glück gab es für diese Urlaubswoche keine großen Übergaben, ich musste lediglich ein paar Leute mehrfach daran erinnern, dass ich nicht da sein würde.

Gegen (fast pünktlichen) Feierabend zog der Himmel immer dichter zu. Das war schade, denn die Zusammensetzung des Ernteanteils passte hervorragend zum klassischen ersten Abendessen auf dem Balkon: Salade niçoise.

Zu Hause kochte ich erst mal Waldmeistersirup aus allem vorhandenen frischen Waldmeister (eine wiederbelebtes Töpfchen vom Vorjahr und ein vor zehn Tagen gekauftes), werde aber auf die Minze im Rezept verzichten, um dem zarten Waldmeisteraroma genug Raum zu geben.

Dann war es noch früh genug am Abend für eine Runde Yoga, während draußen Gewitter und Regen einsetzten. Der Regen hielt die nächsten Stunden an, es war wirklich nichts mit Essen auf dem Balkon.

Der Aperol Spritz zur Feier des Wochenendes mal völlig uninszeniert in seinem natürlichen Habitat.

Für den Salade niçoise hatten wir nach Ersatz für den eigentlich wirklich ethisch nichts vertretbaren Thunfisch gesucht, Herr Kaltmamsell hatte Plantuna gefunden.

Textur ok, ein wenig gummig, Geschmack gut, allerdings ohne jede Fischnote. Wir aßen ein sehr gutes Nachtmahl, Nachtisch Berliner Pralinen.

Stand der Hormonersatztherapie: Die Glutattacken sind weniger geworden, aber nicht verschwunden. Im nächsten Zyklus werde ich die Tagesdosis Östrogen-Gel von Gynäkologinnenanweisung (ein Hub) auf Beipackzettel (zwei Hübe) erhöhen.

die Kaltmamsell

Journal Donnerstag, 2. Juni 2022 – Vogelschau im Büro

Freitag, 3. Juni 2022 um 6:39

Noch lange gelesen, recht gut geschlafen, halbwegs munter aufgewacht.

Das Wetter sah unentschlossen frühsommerlich aus, das führte zur Kombination lange Ärmel, lange Hose, aber Sandalen (letztere vor allem, weil sie die ideale Absatzhöhe für die Länge der Hose hatten).

(Je öfter Fotos von der Theresienwiese, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass mal ein richtig gutes rauskommt.)

In der Arbeit wurde ich gleich mal von Unvorhergesehenem empfangen, das einige Jonglage erforderte. “Zefix!” übersetze ich schriftlich und professionell anscheinend in “Oh je” (nicht umkehrbar).

Dass ich das WIWIWIWI der Büroturmfalken nur höre, die Viecher aber nie sehe, daran habe ich mich bedauernd gewöhnt (werde ja nicht für Vogelschau gezahlt). Aber gestern hörte ich eindeutig Seemöwen-Geschrei, mehrfach. Auch dafür konnte ich mich nicht zum Ausguck ausklinken.

Mittagessen war eine mächtige Scheibe von selbstgebackenem Brot aus der Gefriere, eine Mango mit Joghurt.

Wackeres Arbeiten bis fast Feierabend. Als ich dann die Rollläden hochzog, sah ich sie vorm Büroturm fliegen: Möwen in der Pudel-Größe der Silbermöwen (?), wie ich sie aus Brighton kenne, also nicht die zarten Süßwassermöwen von der Isar. Ich nahm an, dass es sich um Tiere aus Sylt handelte, die vor dem angekündigten 9-Euro-Ticket-Ansturm des Plebs geflohen waren.

Einkäufe auf dem Heimweg, bis zur Abreise nach Berlin am Sonntag muss ja neben Ernteanteil noch Anderes gegessen werden.

Daheim eine stand alone-Runde Yoga mit Adriene – hatte ich vermisst, tat gut. Ich werde nach Berlin wieder ein 30-Tage-Programm anfangen, das tägliche halbe Stündchen macht mich einfach friedlicher.

Nachtmahl aus Ernteanteil (wir müssen uns ranhalten bis Sonntag): Herr Kaltmamsell kochte Kohlrabi (drei riesige) und Kartoffeln (eine Hand voll) in Würfeln samt den schönsten Kohlrabiblättern, dazu machte ich eine Einbrenn. Außerdem gab es die Hälfte des Salatkopfs, die andere Hälfte gibt es Freitagabend. Nachtisch Eiscreme.

Abends hatte es kurz geregnet, jetzt war der Himmel wieder blau, darunter herrliche Luft. Ich genieße das Licht dieser längsten Tage des Jahrs aus vollem Herzen.

Die Turmuhr von St. Matthäus geht wieder richtig: Nachdem die Glocken zuletzt vier Minuten zu früh die volle Stunde schlugen, passen sie jetzt wieder zu den Funkuhren im Haus.

die Kaltmamsell

Journal Mittwoch, 1. Juni 2022 – Pläne weggeschwindelt

Donnerstag, 2. Juni 2022 um 6:27

Sehr unruhige Nacht (Mist, ich war schon bereit gewesen, an eine Wirkung der Hormonersatztherapie zu glauben), müder Morgen.

Die Sonne schien, nach einer Woche ging ich mal wieder zu Fuß in die Arbeit (klar im Hinterkopf die Möglichkeit, zur feierabendlichen Verabredung mit 9-Euro-Ticket auch die U-Bahn nehmen zu können) quer über die Theresienwiese.

Inzwischen wird noch deutlicher, dass die Bierzelte des Oktoberfests keine Zelte sind. Sondern mit Seitenschiffen eher Bierkathedralen aus Holz und Eisen.

Büro weiterhin wegen zahlreicher Veranstaltungsabwesenheit dünn besetzt, Arbeit dennoch genügend.

Mittagessen war Pumpernickel mit Butter, eine daheim vorgeschnittene Mango.

Gestrige Erkenntnis: In meinem Berufsleben gibt es zwei wichtige Regeln:
1. Nie was schriftlich.
2. Immer alles schriftlich.

Nachmittags unangenehmer Schwindel (wie seit vielen Jahren immer wieder, ich glaube, daran sind nicht die Wechseljahrhormone schuld – auch wenn Abgrenzungsversuche müßig sind).

Schwindel und Schwäche wollten nicht vergehen, ich sagte die Abendverabredung mit der Berliner Verwandtschaft von Herrn Kaltmamsell ab. Und nutzte gleich mal das 9-Euro-Ticket für eine Fahrt mit dem Bus 62, zu Fuß konnte ich mir den Heimweg nicht vorstellen. Außerdem hatte es zu tröpfeln begonnen.

Daheim erst mal ins Bett, ich schlief sogar kurz ein. Schon auf dem Weg war mir das einzige angemessene Abendessen eingfallen: Grießbrei, nach Jahren mal wieder. (My kind of fastfood.)

Butterseen drauf, Rosinen drin, Zimt und Zucker drüber – so geht der Grießbrei, wie ich ihn von daheim kenne. Auf Twitter wurden mir nach dem Posten des Fotos von zwei Seiten Kirschen zum blanken Grießbrei angedient, eingekocht und angedickt: Kann ich mir gut vorstellen, wenn er nicht Fastfood mit jederzeit vorhandenen Zutaten sein soll.

Noch ein paar Nüsse, noch ein wenig Schokolade. Abendunterhaltung war meine derzeitige Buchlektüre Granta 158, In the family.

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In der BR-Mediathek ein charmantes Männer-Kulinarikfeature über Salat nachgeguckt, in dem man den Dantler-Wirt und -Koch Jochen Kreppel so erleben kann, wie ich ihn kennengelernt habe:
“Schmidt Max hat den Salat”.

Schönen Dank an Lempel für den Tipp!

die Kaltmamsell

Lieblingstweets Mai 2022

Mittwoch, 1. Juni 2022 um 13:08

Der gewohnte bunte Blumenstrauß aus Albernem, Kurzgeschichten und Informativem – diesmal halt präsentiert am Anfang des Folgemonats. Dafür extra groß, extra für Bruder (<3).

Hier weitere Lieblingstweets, gesammelt von Anne Schüßler.

die Kaltmamsell

Journal Dienstag, 31. Mai 2022 – Heizungsablese-Homeoffice

Mittwoch, 1. Juni 2022 um 6:34

Gut geschlafen, vom Wecker aus tiefem Schlaf gerissen worden.

Die zusätzliche halbe Stunde am Morgen (weil Homeoffice ohne Arbeitsweg) nutzte ich für eine Runde Yoga. Nach dem Duschen zog ich mich Homeoffice-tauglich an mit zwei Pullis, Nickihose über Leggins, erst nur einem Paar dicken Socken, die ich nach einer Stunde am Rechner auf zwei aufstocken musste – trotz heißem Tee. Es ist ein Rätsel, denn am Wochenende verbringe ich ja auch morgens erst mal ein paar Stunden im Wohnzimmer an meinem Rechner, ohne dass ich derart bitterlich friere. Nach zweieinhalb Stunden rüstete ich mit meinem dicksten und wärmsten Wollpulli nach, behielt mir eine Decke als nächste Eskalationsstufe vor (war dann doch nicht nötig).

Ich hatte gut zu tun, statt regelmäßigem Tischhochfahren für eine Runde Arbeit im Stehen im Büro versuchte ich so oft wie möglich aufzustehen. Was nicht schwierig war, weil ich fror, viel möglichst heißen Tee trank und entsprechend oft aufs Klo musste. (Zu dem es daheim allerdings nur wenige Schritte sind, nicht die willkommen vielen im Büro.)

Umdenken erforderte auch die eine Videokonferenz mit aktiver Beteiligung gestern: Statt externer Kamera auf Bildschirm schaltete ich mich über die Laptop-Kamera zu, dachte aber rechtzeitig an einen Stapel dicker Bücher unterm Laptop, damit die Gesprächspartnerinnen mich nicht aus Kinn-Perspektive ansehen mussten.

Mittags gab es reichlich Erdbeeren mit Quark und Joghurt.

Das Heizungsablesen war zwischen 12.30 und 15.30 Uhr angekündigt. Wann klingelte es? Genau: Exakt bei Start der einen Videokonferenz in diesem Zeitraum. Hier hörte ich allerdings nur zu, also nahm ich mir Zeit für den Ableser: Stellte sich als interessanter Mensch mit drei verschiedenen Mechaniker-Ausbildungen heraus, schöner Austausch über Motoren.

Den ganzen Tag freute ich mich auf eine Laufrunde nach Feierabend. Dass nachmittags Regen einsetzte, kam mir gerade recht: Ich hatte zu viele Menschen auf meinen Wegen befürchtet. Als ich um halb sechs loskam, blieb es zwar trocken, doch die Strecke Wittelsbacherbrücke-Thalkirchen war tatsächlich erfreulich ruhig. Ich bekam sogar ein wenig Sonne.

Wundervolles, mildes Laufwetter. Daheim erstmal ein wenig gebügelt, der Berlin-Urlaub anlässlich der re:publica rückt näher.

Herr Kaltmamsell war aushäusig, hatte aber einen Eintopf aus Ernteanteil-Grelos und -Mairübchen mit weißen Bohnen und Tomate gekocht. Davon machte ich mir eine ordentliche Portion in der Mikrowelle heiß (so stolz, dass mir ihre Existenz zum richtigen Zeitpunkt einfiel). Dann gab es mehr Erdbeeren, dann Schokolade.

Kurz vorm Schlafengehen fiel mir ein, dass ich die Lieblingstweets des Monats vergessen hatte. Werde ich diesmal wahrscheinlich nachholen.

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Eine Karte Europas, die zeigt, in welchen Gegenden Gästen mit welcher Wahrscheinlichkeit etwas zu essen angeboten wird – mit einem Thread, der sie erklärt (skandinavische Kulturen hatten ein komplett anderes Gast- und Ehrverständnis).

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Auch heute Infos aus der Landwirtschaft. Bei Croco fand ich die Antwort auf die Frage:
Wo kommen die Steine auf den Feldern her?

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In meinem Internet oft verlinkt, gestern fand auch ich Zeit, die knapp einstündige arte-Doku anzuschauen:
“Feindbild Frau”.

Täglich werden Frauen von Männern sexistisch beleidigt und bedroht. Weltweit registrieren Expert:innen einen antifeministischen Backlash, der auf dem Sprung scheint, salonfähig zu werden. Besonders betroffen: Frauen in öffentlich sichtbaren Positionen – wie Politikerinnen, Schauspielerinnen oder Unternehmerinnen. Wer steckt hinter den Angriffen und was sind die Motive?

die Kaltmamsell