Journal Samstag, 14. Juli 2018 – Superpünktliches Sommerwetter

Sonntag, 15. Juli 2018 um 9:12

Kein Migränepreis für die Pink Gin&Tonics! (Ja, es war mehr als einer.)
Geplant hatte ich Schwimmen, doch der Morgen und der Vormittag waren bewölkt. Umgeplant auf Laufen, der Sonntagvormittag sollte sonniger und Freibad-freundlicher werden.

Nach Thalkirchen geradelt, von dort losgelaufen nach Pullach.

Nun war es doch sonnig geworden.

Nachmittags Siesta, ein paar Einkäufe (es scheint nicht trivial zu sein, eine Seifenschale zu bekommen, in der die Seife nicht schwimmt), Zeitungslektüre. Für letzteres brauchte ich bald Licht, denn es braute sich das angekündigte Gewitter zusammen.

Abends war ich im Biergarten Aumeister verabredet, und das Wettertiming dafür war perfekt. Als es losgewitterte und regnete, hatte ich noch eine gute Stunde Zeit, bis ich losradeln musste. Als sich dieser Zeitpunkt näherte, wurde ich langsam unruhig, denn es regnete weiter energisch. Fertig zum Aufbruch, das Fahrrad in der Hand, stand ich am Fenster – und tatsächlich: Der Regen beruhigte sich bis zum Tröpfeln. Auf dem Regenradar hatte ich gesehen, dass keine Wolken hinterher kamen, also fuhr ich los und bekam nur noch wenige Tropfen ab.

Je weiter ich erst an der Isar, dann im Englischen Garten nach Norden kam, desto trockener wurde der Boden: Hier hatte es deutlich weniger geregnet als bei mir in der Innenstadt. Und so mussten die Freundin und ich auch kaum den Tisch und die Bänke wischen, auf denen wir uns niederließen; wir hatten einen sehr schönen Abend miteinander. Unter anderem ist die Freundin in einer Gegend aufgewachsen, in der die Wertewelt von Oskar Maria Grafs Das Leben meiner Mutter bis in die 1990er durchaus noch lebendig war.

Unterm Sternenhimmel radelte ich zurück, auf den unbeleuchteten Wegen im nördlichen Englischen Garten verließ ich mich auf meinen Orientierungssinn und meine kräftige Fahrradleuchte. Das klappte gut, auch wenn ich nicht die sensationellen Aussichten dieser Fahrt vor zwei Jahren bekam. Nur einmal verlor ich die Orientierung kurz hinter der Hirschau, doch zur Not gibt es ja immer irgendwann Schilder.

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Was Landwirte (wie jede andere Berufsgruppe) besonders schätzen: Ratschläge und Belehrungen von wohlmeinenden Außenstehenden. Bauer Willi spielt einige davon durch:
“Es geht auch ohne Bauern”.

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Eine ganz andere Landschaft: Fotos von Marmorsteinbrüchen, Drohnen ermöglichen auch hier neue Perspektiven.
“Luca Locatelli Captures Italy’s Luminous Marble Quarries”.

die Kaltmamsell

Journal Freitag, 13. Juli 2018 – Abschied von der Theresienwiese

Samstag, 14. Juli 2018 um 8:03

Das war’s dann also mit der Theresienwiese bis November.
Wir werden’s hoffentlich alle überleben, die Wiesnwirte werden sich danach ein weiteres Gebäude mit Grund in der Ludwigsvorstadt leisten können.

In der Arbeit viel Automatentätigkeit, die besser maschinell erledigt würde. Wird sie aber nicht, und ich kann daran nichts ändern. Mache ich auch gar nicht so ungern, denn diese Tätigkeit beansprucht so wenig Gehirnleistung, dass ich dabei an Anderes und Angenehmeres denken kann – bis ich mal wieder zusammenschrecke, weil ich nicht weiß, was ich in den vorhergehenden 15 Minuten gemacht habe. Und dann überprüfe ich vorsichtshalber alles nochmal.

Nach Feierabend nahm ich eine U-Bahn zum Odeonsplatz, ich wollte den völlig überarbeiteten Herrn Kaltmamsell mit Köstlichkeiten vom Dallmayr verwöhnen. Das Einkaufen war nicht so schön wie erhofft, da ein großer Teil der Erdgeschoß-Räumlichkeiten gerade renoviert wird und nur eine kleine Theke im Obergeschoß Feinkostsalätchen, kalte Zwischengänge unter Aspik, warme Gerichte zum Mitnehmen anbietet. Auf dem Heimweg besorgte ich an einem Obststandl noch Pfirsiche und Erdbeeren, ich wollte Pink Gin&Tonic anbieten können (nach einer Woche Migränevorsichtspause endlich wieder Alkohol auch für mich!). Zu Hause stellte ich nach dem Auspacken fest, dass wir kein Tonic Water hatten, der eigentlich zu verwöhnende Herr Kaltmamsell ging nochmal aus dem Haus.

Dieser Freitagabend kam keine Stunde zu spät.

Bewegungsapp: Die Health App meines iphones scheint fast alles zu tun, was ich brauche, ich bin Hande für ihren Hinweis sehr dankbar. Nach Einführung der App hatte ich vor Jahren das eine oder andere Mal draufgeschaut, sie auch für das mi-Band geöffnet, doch es erschienen dort nie eigene Daten. Ich schloss daraus, ohne es je zu verifizieren, dass sie ein externes Gerät wie die Apple Watch zur Datenerhebung benötigte. Jetzt sehe ich, ich dass das nicht so ist, dass sie Bewegungsarten identifiziert und ich Sporteinheiten hinzufügen kann. Was im Vergleich zu Moves fehlt, sind Streckenabbildung und ein paar statstische Größen (Durchschnittsgeschwindigkeit und Umrechung in eine Einheit wie Kalorien, die alle Bewegungen summierbar macht), aber das ist insgesamt am nächsten an meiner Moves-Nutzung als alle anderen Apps.

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To whom it may concern: Stan Lee says hi on twitter. (Hintergrund.)

die Kaltmamsell

Journal Donnerstag, 12. Juli 2018 – Neue Sachlichkeit akademisch

Freitag, 13. Juli 2018 um 6:44

Männerfußball-WM ist, wenn ich trotz allem Wegschauen und Weghören weiß, wer wieviel wo. Das spätnächtliche Autogehupe am Mittwoch konnte ich nur mit geschlossenen Fenstern und Ohrstöpseln als Schlafstörung verhindern, ich übe für Oktoberfestnächte.

Der Tag frisch, aber sommerlich mit gemischten Wolken; ich bin mir sehr bewusst, dass ich heuer erst zweimal meinen Morgenkaffee auf dem Balkon trinken konnte.

Nach Feierabend beim Warten in der Sonne an einer Fußgängerampel: Schräg hinter mir, gerade noch außer Sichtweite, höre ich zwei Kinder im Grundschulalter, von denen eines sehr verärgert ist (das andere versucht sich in beruhigenden Argumenten). Es schreit: “Ich will meine Ruhe haben!” Anlass, so entnehme ich den Halbsätzen, sind wohl Schnürschuhe. Und eine Frau. Das Kind zürnt weiter sehr laut, aber eigentlich gefasst, flippt also nicht aus, sondern formuliert deutlich, ist einfach nur sehr, sehr wütend und frustriert. Kulminierend in einem weiteren, jetzt schon etwas schrillen: “Ich will meine RUHE!”
Oh Kind, ich verstehe dich so gut.

Ich radelte mit vielen, vielen anderen Radlerinnen und Radlern in die Maxvorstadt und ließ mir von einer promovierenden Kunsthistorikerin ihre Doktorarbeitspläne erzählen. Viel über Neue Sachlichkeit und Ausstellungsmodalitäten an Münchner Museen gelernt.

Daheim spätes Nachtmahl in Form von Ernteanteilsalat. Herr Kaltmamsell hatte auf dem Heimweg von einer Abendveranstaltung zum Nachtisch Eisdieleneis mitgebracht.

die Kaltmamsell

Journal Mittwoch, 11. Juli 2018 – Ein überraschend guter Karottensalat

Donnerstag, 12. Juli 2018 um 6:06

Die Gesangszeit der Singvögel ist schon seit einiger Zeit vorbei, der einzige Ruf, den ich beim Aufstehen höre und das recht penetrant, ist der des Buchfinken.

Morgens war es bedeckt und überraschend kühl, über den Tag kam aber immer mehr die Sonne heraus.

Mein Mittagessen war der am Vorabend zubereitete Karottensalat, der sensationell gut schmeckte. Ich hatte ihn aus der Lameng gemacht, deshalb notiere ich das hier mal lieber, damit ich ihn wiederholen kann:

1 Pfund junge Karotten in Stücke schneiden, in möglichst wenig Salzwasser ca. 10 Minuten kochen.
Abgießen und abkühlen lassen. Mit
3 Essl. Zitronensaft,
3 Essl. gehackten Korianderblättern
1 Essl. Laoganma Crispy Chilli Oil (letztjähriger Tipp von Misses Delicious – HAMMER, zu praktisch allem)
1-2 Essl. Olivenöl mit Peperoncino
Salz vermischen.
Ziehen lassen.

Nach Feierabend Termin zur Fußpflege, zum ersten Mal bei dieser Dame auch zur Gesichtsbehandlung. Auf dem Fußweg dorthin hatte ich mich verkalkuliert: Die Sandstraße (neben Amtsgericht) war nach dem Urteil im NSU-Prozess immer noch gesperrt: Demos, viel, viel Polizei, viele Ü-Wagen. Ich musste einen Umweg machen und kam fast ins Rennen, um pünktlich zu sein.

Die Kosmetikerin (in erster Linie wollte ich ein paar Milien entfernen lassen) befasste sich eingehend mit meiner Gesichtshaut. Ihr abschließendes Urteil: Passt alles, Haut ist in sehr guten Zustand und altersgemäß, braucht höchstens etwas mehr Feuchtigkeit um die Augen. Meine absichtlich reduzierte Pflege (Waschen mit Seife, danach nur Gesichtswasser und Augencreme, zum Abschminken verwende ich meine Körperbutter) scheint genau das Richtige für meine Haut zu sein – für völlig normale Haut, mit der ich möglicherweise ein exotischer Einzelfall bin, wenn ich Werbung, Produktauswahl und Selbstberichte als Indizien nehme.
(Und ich habe jetzt schön blau lackierte Zehennägel.)

Daheim hatte Herr Kaltmamsell den irischen Black Pudding verwertet: Es gab Blätterteigdinge damit sowie Crumpets und gebratene Auberginenscheiben.

die Kaltmamsell

Journal Dienstag, 10. Juli 2018 – Bewegungs-App-Test

Mittwoch, 11. Juli 2018 um 6:45

Gestern klappte das Aufstehen für Morgensport: Ich genoss das Dreiviertelstündchen Rundum-Krafttraining sehr und schwitzte.

Der Tag war bewölkt, die Arbeit viel. Gemütliches Heimgehen mit viel PokémonGo.

Zuhause Waschmaschine angeschaltet, aus Ernteanteil-Karotten Brotzeit für Mittwoch gekocht, Zehennägel entlackt (abgebeizt?). Herr Kaltmamsell servierte zum Abendbrot Bandnudeln mit Karottengrün-Pesto, sehr gut.

Meine Suche nach dem Moves-Ersatz geht weiter, ich habe alle Tipps mal angesehen:
– Endomondo zählt nur, wenn man ein Training startet. Und beim Schwimmen kann ich das Telefon ja nicht anschnallen, aber die Einheit auch nicht nachträglich eingeben.
– Fitbit hieße Kauf eines zusätzlichen Dings. Das hatte ich vergangenes Jahr mit mi-Band durchgespielt, dessen kleine Kapsel ich im BH tragen konnte (ich finde die Armbänder hässlich) – aber trotzdem irgendwann verlor. Und das Schwimmen nicht als Bewegung zählte, mir aber auch kein manuelles Eintragen ermöglichte.
– Auf Twitter schlug man mir Sports Tracker vor: Auch hier wird nur gezählt, wenn ich ein “Training” starte, ich müsste das Telefon beim Schwimmen am Körper tragen – was nicht geht, und manuelle Einträge sind nicht vorgesehen.

Kann es sein, dass Moves wirklich etwas Besonderes war? Die App ist im Hintergrund immer aktiv (außer ich schalte sie aktiv aus) und merkt selbst die Bewegungsform (na ja, manchmal muss ich korrigieren, mein rasches Gehen wird zum Beispiel gerne als Radfahren interpretiert). Ich muss nichts starten und kann die App einfach vergessen, abends checken und notfalls korrigieren, ich kann Sport wie Schwimmen oder Krafttraining, bei dem ich das Telefon nicht am Körper habe, einfach nachtragen.

Heute probiere ich noch die Arc App aus.

die Kaltmamsell

1000 Fragen 81-100

Dienstag, 10. Juli 2018 um 17:04

81. Was würdest du tun, wenn du fünf Jahre im Gefängnis sitzen müsstest?
Entweder mich vor Schuldgefühlen zerfleischen, weil ich offensichtlich etwas sehr Schlimmes angestellt habe. Oder mich in Gesetzestexte einfuchsen, weil’s meine Anwältin verkackt hat.

82. Was hat dich früher froh gemacht?
Gutes Essen.

83. In welchem Outfit gefällst du dir sehr?
In jedem, das ich mit dem richtigen Film zur Situation assoziiere und das gut sitzt.

84. Was liegt auf deinem Nachttisch?
Knirschschiene, Migränemittel, Ohropax, aktuelle Lektüre.

85. Wie geduldig bist du?
Innerlich überhaupt nicht, äußerlich im sozial kompatiblen Durchschnitt.

86. Wer ist dein gefallener Held?
Wenn’s unbedingt ein Mann sein muss: Theseus.

87. Gibt es Fotos auf deinem Mobiltelefon, mit denen du erpressbar wärst?
Nein. Unter anderem, weil ich Fotos täglich auf meinen Rechner übertrage und nicht speichere.

88. Welcher deiner Freunde kennt dich am längsten?
Anne.

89. Meditierst du gern?
Nein, weil nie.

90. Wie baust du dich nach einem schlechten Tag wieder auf?
Mit gutem Essen.

91. Wie heißt dein Lieblingsbuch?
Wie jede Vielleserin habe ich kein Lieblingsbuch.

92. Mit wem kommunizierst du am häufigsten über WhatsApp?
Papa. (Und auch als einzigem.)

93. Was sagst du häufiger: Ja oder Nein?
Ja, nein?

94. Gibt es Gerüchte über dich?
Unwahrscheinlich.

95. Was würdest du tun, wenn du nicht mehr arbeiten müsstest?
Mir einen Hund zulegen.

96. Kannst du gut Auto fahren?
Unwahrscheinlich, weil ich es seit 15 Jahren nicht mehr getan habe.

97. Ist es dir wichtig, dass dich die anderen nett finden?
Ja. In genau dem Maß, dass sie sich sonst keine weiteren Gedanken über mich machen.

98. Was hättest du in deinem Liebesleben gerne anders?
Mich mehr damit zu befassen.

99. Was unternimmst du am liebsten, wenn du abends ausgehst?
Gut essen.

100. Hast du jemals gegen ein Gesetz verstoßen?
Ständig: Vom Kreuzen roter Fußgängerampeln über versehentliches Schwarzfahren wegen Stempelnvergessen bis Fotografieren fremder Menschen.

Quelle: Flow-Magazin.

Zu den Fragen 61-80.
Zu den Fragen 101-120.

die Kaltmamsell

Journal Montag, 9. Juli 2018 – Auf der Suche nach einer neuen Bewegungs-App

Dienstag, 10. Juli 2018 um 6:01

Unruhige Nacht, in einer der Wachphasen Wecker von Morgensport auf kein Morgensport vorgestellt.

Durch den schönen Sommertag nochmal über die Theresienwiese in die Arbeit spaziert, eines der letzten Male vor Sperrung für Oktoberfestaufbau.

Kommentatorin Annette wies mich auf den Feuilletonaufmacher der SZ hin, featuring meinen gelben Zauberrock.

Da konnte ich den freundlich nachfragenden Kolleginnen doch gleich mal ein Urlaubsbild zeigen.

Nach Feierabend über Bank und Süpermarket nach Hause, zum Nachtmahl bekam ich Brokkoli nach Ottolenghi.

Wie sehr die Schritt- und Sportzählerei meinen Hang zur Zwanghaftigkeit verstärkt, ist eh offen (ich ertappe mich dabei, auf ständiges Tragen des Handys im Büro zu achten, denn nur ein gezählter Schritt ist ein getaner, GELL?!). So oder so macht meine kostenlose App Moves zum Monatsende dicht – weiß jemand Ersatz? Runtastic hat bei meinen Versuchen vor einem Jahr immer wieder ausgesetzt, verlässlich sollte die App schon sein. Sie sollte außerdem Schritte automatisch mitzählen (bei Runtastic musste ich das Zählen jedesmal als “Training” starten). Und sie sollte mir ermöglichen, Sporttätigkeiten wie Schwimmen oder Langhanteltraining manuell einzugeben. Gestern Abend sah ich mir Gyroscope und Map My Fitness an, doch die konnten mindestens eines davon nicht.

§

Nochmal zurück zum Bachmannpreis. Wie immer werden in der Berichterstattung der Bewerb als solcher, seine Modalitäten, die Beurteilungen und die Preisverteilung in Frage gestellt. Da sie sich in den verschiedenen Medien aber mindestens so sehr widersprechen wie auch diesmal wieder Juryurteile direkt nach den Lesungen und Begründungen der Preise – kann das Ganze so falsch nicht sein.

Zum Beispiel Wiebke Porombka für die Zeit, deren Favorit der Gewinnertext war:
“Vergangenheit ist eine Last”.

Anders liest sich der Bericht von Carsten Otte in der taz:
“Klappe halten und nachdenken”.

(Mit “Ich bin aus dem Internet” wie Bov habe auch ich mich in den vergangenen Jahren in Klagenfurt regelmäßig erklärt, wenn Verlags- oder Zeitungsmenschen ein Gespräch mit mir begannen – in meinem Fall allerdings um gleich mal klar zu machen, dass ich total unwichtig und kein potenzieller Networking-Kontakt bin.)

§

Zwei Jahre PokémonGo:
“The Quiet, Steady Dominance of Pokémon Go”.

via @tknuewer

die Kaltmamsell