Journal Mittwoch, 25. März 2015 – freier Tag mit Theaterkartenabenteuer
Donnerstag, 26. März 2015 um 7:06Ich hatte FREI!
Nicht so lang geschlafen wie geplant, aber mit deutlich verbesserten Kreuzschmerzen aufgewacht. Meinen Laufplänen stand also nichts im Weg.
Nur dass ich mich in den Außentemperaturen vertan hatte: Es war über Nacht wärmer geworden. Als ich per Radl an der Wittelbacherbrücke angelangt war, stopfte ich erst mal Stirnband und Handschuhe in die Jackentaschen, zog dann die Jacke aus und band sie mir um die Taille. Angenehmes Laufen in der Sonne zur Großhesseloher Brücke und zurück, kleine Schleife für einen sehnsüchtigen Blick ins Einzelbad.
Es gibt Hinweise, dass die Schneeschmelze in den Alpen noch nicht begonnen hat:
Blesshuhn brütet unter Hütte.
Streifengänse im Einzelbad.
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Den freien Tag nutzte ich zudem für einen mittäglichen Termin bei meiner wunderbaren Fußpflegerin.
Frühstück im Baader Café, dazu Zeitung. Vorsichtig über den gestrigen Flugzeugabsturz gelesen – am Vorabend hatte ich alle Sondersendungen gemieden: Neben den rohen Fakten, die ich bereits kannte, konnten Sie zu diesem Zeitpunkt unmöglich neue Informationen liefern, also waren Spekulationen oder gar Belästigung der Hinterbliebenen zu befürchten. Beides ertrage ich nicht.
Falk Steiner beschreibt nüchtern und chronologisch die Berichterstattung vom Dienstag.
“Berichten, was zu berichten ist?”
Die Süddeutsche vom Mittwoch füllte die rohen Daten mit ein wenig Infos über Krisenmanagement am Düsseldorfer Flughafen auf sowie den genauen Ort des Absturzes (erträglich) und mit einer Seite über die wirtschaftliche Situation und jüngere Geschichte der Lufthansa (grenzwertig).
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Auf dem Viktualienmarkt beim Metzger Eisenreich Schweinenieren fürs Abendessen besorgt. Mich über die Auslage des Metzgers gefreut.
Zur Kasse der Münchner Staatstheater geradelt (da ich vormittags telefonisch nicht durchgekommen war), erst nach einmal um den Block gefunden. Denn: Ich hatte Karten für die aktuelle Faust-Inszenierung im Residenztheater ergattert (sehr gefragt) – doch am Dienstag eine Nachricht bekommen, dass die Auführung wegen Streiks gegen Tschechow ersetzt werde. (?) Ich wollte aber nicht das Residenztheater von innen mit irgendeinem Stück sehen, sondern Faust. Also tauschte ich die Karten gegen welche für April, auf schlechteren Plätzen, da bereits fast ausverkauft. Sie ist wirklich eine ziemlich hermetische, diese Theaterwelt. Aber möglicherweise aus anderen Gründen, als es ihr manchmal selbst mit Schreck bewusst wird.
Über den Nachmittag hatte sich der Himmel verdüstert, als ich um halb sechs unseren Kartoffelkombinat-Ernteanteil am Verteilerpunkt in der Müllerstraße abholte, war es novemberdüster.
Wäsche gewaschen und aufgehängt (erst wenn ich aus Krankheit mal eine Woche keinen Sport treibe, merke ich, wie viel weniger Wäsche ich dadurch erzeuge – derzeit mit normaler Sportfrequenz sind es sicher 30% zusätzlich), den sehr vernachlässigten Sauerteigansatz aufgefrischt, um am Wochenende Brot zu backen.


















