Journal Montag, 26. Januar 2015 – anderer Leut’ Webnutzung

Dienstag, 27. Januar 2015 um 6:25

Über Nacht hatte es wieder ein wenig nass geschneit, das machte die Aussicht aus dem Fenster vom Crosstrainer aus hübscher.

An derselben Ampel der Komplimentspenderin vom Freitag wiederbegegnet, wir grüßten einander erfreut.

Im Büro wird gerade eine große Pitch-Präsentation erarbeitet, und ich lerne, wie man sowas auch machen kann. Meine Brotzeit hatte ich daheim vergessen (Rote-Bete-Karotten-Walnuss-Schafskäse-Salat), musste mir etwas im benachbarten Discounter holen.

Auf dem Heinweg leichtes Schneegewirbel.

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Schöne Geschichte über einige der vielen Entschlüsslerinnen von Enigma in Bletchley Park (80 Prozent der 9.000 Beschäftigten dort waren Frauen):
“Bletchley Park: Meet ‘Dilly’s Girls’, The WWII Women Codebreakers Who Cracked Enigma”.

via @ankegroener

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Nochmal zu den jungen Leuten(TM) und YouTube: Wenn man sie nicht aus Marketingsicht betrachtet (ich weiß, Sie hier tun das eh nicht, aber da draußen werden “social media” ja in erster Linie auf Vermarktungstauglichkeit abgeklopft), ist das ein hochspannender, neuer Weg der Kommunikation und Informationsvermittlung. Auf kleinerdrei hat das MAP angesprochen, “Die jungen Leute auf YouTube”, und verlinkt dort einen Artikel von YouTube-Vlogger Hank Green:
“Holy Shit, I Interviewed the President”.

Zur jüngsten “State-of-theUnion”-Rede des US-amerikanischen Präsidenten waren nämlich auch drei Blogger eingeladen und stellten Fragen. Was viele etablierte Medien wohl mit Häme kommentierten. Hank Green macht sich auf dieser Basis Gedanken zu heutigen Informationsquellen (ja, wir sind auch hier umgehend beim Jahrhunderte alten Gehackl Journalisten/Blogger).

Legacy media isn’t mocking us because we aren’t a legitimate source of information; they’re mocking us because they’re terrified. Their legitimacy came from the fact that they have access to distribution channels and that they get to be in the White House press pool because of some long-ago established procedures that assumed they would use that power in the public interest. In reality, those things are becoming less and less important and less and less true. Distribution is free to anyone with a cell phone and the legitimacy of cable news sounds to me like an oxymoron. The median-aged CNN viewer is 60. For Fox, it’s 68.

The Fox/MSNBC machine is degrading a generation’s opinion of all news media. Young people watch Jon Stewart make fun of Fox News and they think “That’s what ‘news’ is” so they disengage. This isn’t just bad for journalism, it’s bad for America. I might venture to say that it’s terrible and dangerous and frightening for America. How does a democracy function with no credible system for informing its citizens?

Ich bin ein Web-Dinosaurier, für mich ist das beste am Web: “Everybody has a voice.” In der Arbeit wurde mir über die vergangenen Jahre klar, wie veraltet und exotisch diese Haltung ist. Hoffentlich interessiere ich mich dennoch für Neues, das online passiert – das heißt ja nicht, dass ich in allem zuhause sein muss (oder?).
Mit Podcasts bin ich zum Beispiel nie richtig warm geworden, höre vielleicht vier bis fünf Mal im Jahr einen. Selbst gemachte YouTube-Kanäle gehen komplett an mir vorbei, aus ähnlichem Grund: Ich lese diese Informationen und Inhalte lieber als ich sie höre oder ansehe.
Aber beides, Podcast und Videocasts, finde ich absolut großartig. (Anders als Facebook, mit dem ich ebenfalls nie warm geworden bin und dem ich mit tiefem Misstrauen gegenüber stehe.)
Hoffentlich habe ich diesen Reflex noch bis ins hohe Alter halbwegs im Griff: Eine neue Technik oder einen neuen Umgang mit Technik als unnütz und bescheuert abzutun, weil ich persönlich nichts damit anfangen kann.

die Kaltmamsell

Journal Sonntag, 25. Januar 2015 – Schnee, Essen bei Eltern

Montag, 26. Januar 2015 um 6:50

Wieder gut ausgeschlafen.

Den Soundtrack von Imitation Game heruntergeladen – zwischen den vier Mal im Jahr, die ich mir Musik von Amazon hole, hat sich der Prozess jedes Mal verändert, und ich stolpere über neue unerwartete Hürden. Diesmal musste ich mir ein amazon.com-Konto anlegen, um an meine Musik zu kommen – NACH dem Kauf.

Die Musik von Alexandre Desplat war mir an Heilig Abend in der Preview des Films positiv aufgefallen. Kaufen konnte ich sie aber erst nach dem offiziellen Start des Films. Alexandre Desplat ist ganz oben in meiner Liste liebster Filmkomponisten, seit er mich mit Girl with a Pearl Earring umhaute. Dieses Jahr ist er für gleich zwei Soundtrack-Oscars nominiert (Imitation Game und Grand Budapest Hotel), die ich beide sofort haben wollte. Nominiert war er zwar vorher schon sechs Mal, diesmal wird hoffentlich ein Preis rausspringen.

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Nachdem am Samstag instagram von Schneebildern aus Deutschlands Norden dominiert war, hatte der Schnee nun auch München erreicht, schwer und nass.

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Vormittags nahm ich einen Zug zum Elternhaus, in Stapfkleidung.

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Ich reiste mit großem Korb, denn das riesige Brot hatte ich am Vortag für meine Eltern gebacken, außerdem ist derzeit wieder eine spanische Freundin der Familie im Land, der ich Münchner Gin versprochen hatte (sie hatte mir bei der letzten Begegnung erzählt, dass in Spanien Gin Tonic gerade ein großes Revival feiere und dass das ihrer und ihrer Freundinnen Lieblingsdrink sei), außerdem habe ich vor Kurzem wieder einen Schwung Vanilleschoten bei Madavanilla gekauft und brachte meiner Mutter zehn davon, tiefgefroren.

Es gab Zunge in Porreesoße – in meiner Familie wird Rinderzunge praktisch nur so serviert. Mit Kartoffelpüree. So gut schmeckt mir Zunge nirgends sonst.

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Abends den aus dem Internet geladenen The Heat geguckt, auch beim zweiten Mal herzerfrischend.

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Hannah Beitzer schreibt für die Süddeutsche Zeitung, was die Pegida-Bewegung für die bedeutet, die ihr nicht zustimmen:
“Der Rückzug ins Private muss aufhören”.
Und das, wo ich gerne erzähle, wie erleichternd für mich seit vielen Jahren der menschliche Kontakt übers Internet ist: Für ein wenig Rudelwärme muss ich nicht mit der Nachbarin und der Hausmeisterin ratschen, deren menschliche und politische Ansichten mir die Haare zu Berge stehen lassen. Sondern kann mich mit Menschen umgeben, die auf der Basis ähnlicher Prämissen denken und agieren wie ich. Das Ergebnis:

Die Lebens- und Gedankenwelt der Menschen auf der Demonstration ist mir in etwa so fremd, wie ihnen die meiner muslimischen Nachbarn in Berlin sein dürfte.

Bin ich daran möglicherweise selbst schuld?

die Kaltmamsell

Journal Freitag, Samstag, 23./24. Januar 2015 – In the bleak midwinter

Sonntag, 25. Januar 2015 um 10:04

Auch am Freitag verging das morgendliche Stündchen auf dem Crosstrainer im Flug, weil ich so viel zu denken hatte. Den Impuls, diese Zeit durch Anhören von Podcasts und Musik zu nutzen, habe ich immer wieder – doch ich nehme an, dass die Stunde scheinbaren Leerlaufs fürs Gehirn mir ebenso gut tut wie die Muskelbetätigung und der erhöhte Puls.

Auf dem Fußweg in die Arbeit stand ich an einer roten Ampel, als mich die Frau neben mir ansprach: “Ich muss Ihnen sagen, das sieht super aus.” Ich freute mich und dankte. Als sie nachsetzte: “Echt mutig!”, war ich allerdings ein bisschen verunsichert.
Sie bezog sich wahrscheinlich hierauf:

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Stelle hiermit die These auf: Wenn man sich vom Ziel “hübsch” verabschiedet, kommen die wirklich interessanten Styling-Ideen.

Auf dem Heimweg bei Verdi Kalbskoteletts gekauft, gab’s zum Abendbrot mit dem ersten selbst gemachten Waldorf Salad: Halbe Sellerieknolle (geraspelt) und zwei Äpfel (in Stücken) aus Ernteanteil, gehackte Walnüsse, ein paar eingeweichte Rosinen, Idiotenmajonese, etwas Zucker (der die Mischung interessanterweise salzig schmecken ließ). Er schmeckte überdurchschnittlich köstlich, den machen wir wieder.

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Sehr lang geschlafen (halb neun!). Samstagvormittag mit Brotbacken verbracht, dann raus zum, wie mir auffiel, ersten Isarlauf des Jahres. Das englische Wort bleak beschreibt das Draußenlicht treffend: Wenn der Januar vorlügt, der Winter würde niemals aufhören. Ohne Graffiti hätte ich gar keine Farbe gesehen.

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Durch Brotbacken und Lauferei Frühstück erst um 15 Uhr. Dabei auch Vanillekrapfen von der Hofpfisterei, auf der Suche nach einem Vanillekrapfen in München, der an die Benchmark Bäckerei Wolf in Augsburg heranreicht. Der vom Högl hat eine nach meinem Geschmack zu wassrige Füllung, der vom Rischart wird auseinandergeschnitten – wenn ich Bienenstich will, kaufe ich Bienenstich. Leider war der Vanillekrapfen der Hofpfisterei eine Enttäuschung: Füllung wohlschmeckend, aber deutlich zu flüssig, und der Teig schmeckte, als wenn der Krapfen schon gestern gebacken worden wäre. Als nächstes folge ich der Empfehlung zum Käfer.

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Abends auswärtige Essenseinladung.
Sagen Sie: Sind gemalte Augenbrauen wieder Schminkstandard? In den vergangenen Wochen fielen mir mehrfach Frauen auf, die ihre Brauen in einer Art Comicform ausgemalt hatten.

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Aber selbstverständlich kann man Missstände in Israel kritisieren. Und leider ebenso immer noch selbstverständlich ist diese Kritik oft in Wirklichkeit Antisemitismus. (Context, baby.)
Ein Beispiel:

Am 22. Januar 2015 wurde im New Yorker Stadtrat über eine Resolution gesprochen, die in Gedenken an den 70. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau verabschiedet werden sollte. Aktivisten, die auf dem Balkon der Kammer saßen, unterbrachen jedoch die Sitzung mit lautem Gebrüll und entrollten eine Flagge Palästinas.

Der Stadtrat David Greenfield reagierte mit einer leidenschaftlichen Rede. Hier als YouTube-Video und übersetztes Transkript:
“‘Ich zittere!'”.

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Sehr sympathisch, weil alpenfrei: Skifahren im Harz. Andrea Diener hat ihre Achtklass-Skifreizeitkenntnisse aufgefrischt.
“Weißer Rausch am Wurmberg”.

Wir teilen uns den Waldweg mit Langläufern, Spaziergängern und Familien, die ihre Kinder im Schlitten hinter sich herziehen. Hier können wir ausprobieren, was wir außer Pizza und Pommes noch brauchen, um einen Hang hinunterzukommen. Wir hüpfen, bremsen, wenden, kurven vor uns hin. Ab und zu lassen wir einen Hund vorbei, dann kurven wir wieder. Ich habe Skifahren nicht so entspannt in Erinnerung, was aber vermutlich daran liegt, dass ich im Verbund mit dem Schulumfeld ungefähr gar nichts als entspannt in Erinnerung habe.

Wobei “Schlepplift” bis heute mein “Reinemachefrau” ist (selbst als Alpenanrainerin Ski gefahren von 3 bis 18, dann nochmal einen Winter lang 2001/2002). Ich bestand bis zuletzt darauf, mich nur einzeln in solch einem Anker schleppen zu lassen, weil ich als Hälfte der üblichen Doppelbesetzung immer in verkrampfte Panik geriet und regelmäßig aus der Spur plumpste.

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Weiter anarbeiten gegen Körperstereotypen:
“19 Badass Instagrammers Who Prove Yoga Bodies Come In All Shapes And Sizes”.

die Kaltmamsell

Journal Donnerstag, 22. Januar 2015 – zweigeteiltes Lesenreden

Freitag, 23. Januar 2015 um 6:55

An dem Heimweg von der Arbeit wurde mir bewusst, dass ich den ganzen Tag nichts vom Draußen mitbekommen hatte. Ich holte Bilder der langen Besprechungen zurück, erinnerte ich an die Fensteraussicht, die eine Kollegin eingerahmt hatte: Es muss kalten Nebel gehabt haben.

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Abends zu Fuß nach Untergiesing, Treffen mit meiner Leserunde. Diesmal hatte ein Teil Mark Twain gelesen, A Connecticut Yankee in King Arthur’s Court, in dem es um genau das ging: Ein Leser war völlig begeistert über Geschichte, Themenverarbeitung und Sprache, der andere hatte die Lektüre als ausgesprochen unerquicklich empfunden. Der andere Teil der Runde hatte Alistair Macleod, No great mischief gelesen: Alle gerne gelesen, aber mit verschiedenem Enthusiasmus. Ich hatte die klassischen Elemente kanadischer Literatur gesehen: Identität, Kampf gegen die feindliche Natur, wilderness. Mir war die affirmative Darstellung der Blutsbande dieser weit verzweigten schottischen Einwandererfamilie aber auch ein wenig unangenehm, weil sie für mich bereits an Rassismus grenzte. Dann wieder gibt es einige Passagen im Roman, die ihn wirklich lesenswert machen: Das Unglück, das den Erzähler zum Waisen macht, die Arbeit im Uranbergwerk, die verwaisten Brüder im jugendlichen Alter, die in einer Bruchbude hausen.

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Persönlich freue ich mich besonders über die Geschichten im Techniktagebuch mit DDR-Technik:
“Herbst 1992 – ‘Sei zuhause, wenn die Laternen angehen'”.

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Yes! Yes! Yes!

Research by the Sport England showed that women between the ages of 14 and 40 are less active than their male counterparts—and not because “sports aren’t for girls.” Three quarters of the women surveyed wanted to be more active, but their anxieties over being “the wrong size, not fit, and not skilled enough” stopped them from getting to the gym, the pool, or the field.

Ich übersetze:

Eine Studie von Sport England ergab, dass Frauen [in Großbritannien] zwischen 14 und 40 weniger Sport treiben als Männer der selben Altersgruppe – aber nicht etwa weil “Sport nichts für Mädchen ist”. Drei Viertel der befragten Frauen wollten sich mehr bewegen, doch sie fürchteten, sie hätten “nicht die richtige Figur”, seien “nicht fit genug, nicht sportlich genug” – und gingen deshalb sichnicht ins Fitnessstudio, ins Schwimmbad oder aufs Spielfeld.

Und so rief die Vereinigung Sport England die Kampagne “This girl can” aus: Sport, weil er Spaß macht und gut tut – nicht wegen irgendwelcher Schönheits- oder Fitnessideale.
“A New Fitness Campaign Is Shaking Up What It Means To Be In Shape.”

Der Tonschnitt von der Bikinihose auf die Drums am Anfang!
Mir gefällt ja ganz besonders “I jiggle, therefore I am.” Ob ich es diesen Sommer mal fertigbringe, bauchfrei an der Isar zu joggen? *jiggle *jiggle* *jiggle*

via @journelle

(Und wenn wir jetzt noch das mit dem “girl” korrigierten?)

die Kaltmamsell

Journal Mittwoch, 21. Januar 2015 – Urlaubsbuchungen

Donnerstag, 22. Januar 2015 um 8:00

Am Dienstag hatte ich sichergestellt, dass ich zum diesjährigen Bachmannpreis in Klagenfurt Unterkunft habe – über airbnb gebucht.

Gestern Morgen sah ich die Antworten für meine Anfragen in Brighton zu Ostern durch: Auch hier hatte es bei airbnb die interessantesten Angebote gegeben. Ich entschied mich mit dem Reisebegleiter für ein kleines Häuschen in Kemptown, gleich um die Ecke meines Lieblingscafés Redroaster.

Nachdem ich vergangenes Jahr mit Blick auf möglichen Jobwechsel gar keine Urlaubsreise geplant hatte, auch Klagenfurt erst kurz vor knapp buchte, gehe ich dieses Jahr auf volles Risiko.
Nach Murphy’s Law müsste das meiner beruflichen Zukunft deutlichen Rückenwind verschaffen.

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Nach Arbeitstag mit viel Excel-Kalkulation (deren Absturz am Dienstag zu diesem Rettungseinsatz durch Second Screen geführt hatte) abends Verabredung zu “Historische Filme zum NSDAP-Parteizentrum am Königsplatz und zur Großen Deutschen Kunstausstellung 1937″. Gezeigt wurden fünf Filme, teils mit, teils ohne Ton. Mir war neu, dass es sogar zu deutscher Kunst Tschingderassabum-Umzüge gegeben hat – nicht allerdings, wie stark sich die NS-Ästhetik beim CI-Erfolgsmodell christlicher Religionen bediente. Wieder die Bestürzung, welche Verheerung auf allen Ebenen, von menschlich bis gesellschaftlich und politisch bis kulturell, nur zwölf Jahre deutsche Geschichte verursacht haben (selbst wenn man ein paar Jahre davor hinzunimmt).

Anschließend spazierten wir 100 Meter nach Süden und besahen die Sockel der beiden “Ehrentempel”, deren Aufbau (1935) und Sprengung (1947) wir eben im ehemaligen Verwaltungsbau der NSDAP gesehen hatten.

Ich bin schon ungeheuer gespannt auf das neue NS-Dokumentationszentrum, das im April eröffnet wird.

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Die nächste Runde Absagen im Posteingang.

die Kaltmamsell

Journal Montag/Dienstag, 19./20. Januar 2015 – Spocht, Essen, Zukunft, Lesen

Mittwoch, 21. Januar 2015 um 6:33

Spocht:
Montag Crosstrainer, Dienstag Langhanteltraining.
Dieses Hot Iron ist mir unterm Strich doch zu viel Spielzeug. Im aktuellen Programm wird es zum Teil mit einiger Hektik gewechselt. Damit Sie sich das ganze mal ansehen können (das sind alles Trainerinnen und Trainer, bei mir sieht das… anders aus):

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Essen:
Ich ließ mich bekochen mit Krautkuchen (Montag)

150119_Krautkuchen

und Glasnudelsalat (Dienstag).

150120_Glasnudelsalat_1

Süßigkeit der Woche: Gummibärchen, die ich am Nürnberger Bahnhof entdeckt habe. Sie sind sehr groß und weich, möglicherweise sind das die Riesengummbärchen meiner Kindheit (gab’s nur beim Oma), nach denen ich schon lange suche. Das Kaugefühl und der Geschmack scheinen zu stimmen.

150118_Gummibaeren

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Zukunft:
Zwei Rückmeldungen, die zu Telefonaten wurden.
Hoffnung ist etwas Komisches, lässt sich zumindest bei mir einfach nicht ausmerzen. Wider besseres Wissen spüre ich ihr euphorisches Kitzeln.

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Lesen:

Nochmal Novemberregen, diesmal ein weiteres Kapitel zum Thema “Ungezogenes Benehmen in der Supermarktschlange”.

Frau N: Hallo?

Mittelalter Mann: (keine Reaktion)

Frau N: Hallo? (tippt ihn an)

Mittelalter Mann: (keine Reaktion)

Frau N: Hallo? (tippt) Hallo? (tippt) Hallo? (tippt) Hallo? (tippt) Hallo? (tippt) Hallo? (tippt) Hallo? (tippt) Ha-

Mittelalter Mann: WAS IST??!

Frau N: Sie haben sich vorgedrängelt.

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Spülmaschinen haben in Familien, vielleicht allen Gemeinschaften, eine signifikante Rolle.

Vielleicht ist es wahr, dass solche Konflikte immer eine Funktion haben, dass sie sich um einen beliebigen Anlass ranken, und dass eine technische Lösung sie nur auf ein anderes Gebiet verschieben kann. Aber die Spülmaschine ist dieser Anlass jetzt jedenfalls nicht mehr.

Bei meinen Eltern daheim wird die Spülmaschine ja gar nicht benutzt, weil: “Das rentiert sich nicht bei nur zwei Leuten.” Jeder Hinweis darauf, dass nie genug Geschirr zusammenkommt, wenn mein Vater alles noch warm von Hand spült, selbst wenn es sich um ein Familienessen mit vier Gängen und neun Essern und Esserinnen handelt, geht ins Leere.

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Kübra Gümüşay schreibt bei Zeit online, dass die schrecklichen Morde in Paris nach ihrer Beobachtung auch zu positiven Veränderungen führen: Deutsche Muslime kommen zu Wort.
“Und jetzt Hoffnung
Früher mussten wir Muslime uns nach Terroranschlägen rechtfertigen. Doch etwas hat sich verändert”.

Ein bisschen in die Richtung dachte ich letzte Woche bei einer Diskussionsrunde im BR zwischen vier Männern (hier alles beim Alten), zu denen auch Imam Benjamin Idriz gehörte.

die Kaltmamsell

Journal Sonntag, 18. Januar 2015 – Muße im Trüben

Montag, 19. Januar 2015 um 6:34

Morgens erst mal Weiterbasteln an beruflicher Zukunft. Derzeit investiere ich wöchentlich mindestens vier Stunden in Recherche und Bewerbungen, also einen halben Arbeitstag. Mein Blogpost zu dem, was ich dabei erlebe, wir immer länger.

Mit dem Rad unter trübem Himmel zum Ostbahnhof, dort Spaß in einer Stepstunde und auf dem Crosstrainer (im Gegensatz zum heimischen Crosstrainer kann ich dort als Variante auch rückwärts strampeln, dazu fühlt sich das Gerät zu Hause zu kurz an).

Lesen, Siesta, Alistair Macleods No great mischief ausgelesen, zum Schlusskapitel dann doch noch ein Gläschen Whisky, um beim vielen Trinken im Roman mal mitzutrinken (hatte nur die Wahl zwischen einem billigen Bourbon und einem billigen kanadischen). Zum Abendbrot Nudeln mit Kürbis aus dem Ernteanteil und Thymian zubereitet. Meiner Tatort-Müdigkeit nachgegeben und statt dessen Lohn der Angst mit Ives Montand laufen lassen.

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In The Atlantic ein hervorragender Artikel über die ISS und Raumfahrt:
“5,200 Days in Space. An exploration of life aboard the International Space Station, and the surprising reasons the mission is still worthwhile”.

via wirres

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Lukas van Looping zeichnet: “Islamisierung”.

(Verzeihen Sie bitte, aber ich muss über das Thema witzeln. Sonst ertrüge ich es nicht.)

die Kaltmamsell