Lieblingstweets im Juli

Donnerstag, 31. Juli 2014 um 21:19

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die Kaltmamsell

Die kranke Krähe

Montag, 28. Juli 2014 um 6:31

Aufmerksam wurde ich auf sie vor gut drei Wochen: In einer der beiden riesigen Kastanien vor unserem Balkon sah ich aus dem Augenwinkel eine Krähe von Ast zu Ast hochhüpfen, ohne richtig zu fliegen, schwankend auf den dünnen Ästlein, die sie kaum trugen. Bei genauerem Blick stellte sie sich als eine reichlich zerrupfte Krähe heraus: Von ihren Schwanzfedern waren nur zwei seltsam verdrehte übrig, ihr Gefieder sah fleckig und löchrig aus. Ich nahm an, dass sie aus einem Krähenkampf als Verliererin hervorgegangen war, oder einen Autounfall gehabt hatte, vielleicht sogar mit einem der hier ansässigen Sperber aneinandergeraten war. Fast flugunfähig und ohne Schwarm gab ich ihr kaum Überlebenschancen, schließlich laufen hier Katzen und Ratten herum. Die zerrupfte Krähe rührte mich, doch ich hielt mir vor Augen, dass der Kreislauf da draußen nun mal so funktioniert.

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Doch seither sehe ich sie immer wieder, mal auf der Wiese vorm Haus, immer wieder in der Kastanie auf einem ganz bestimmten Ast sitzend, mit dem Rückteil zu unserem Balkon. Immer schweigt sie, immer ist sie allein. Am Wochenende habe ich begonnen, ihr Erdnüsse in Schale auf die Mauer zu legen, die das Grundstück mit der Kastanie umgibt. Vielleicht erkennt sie mich von meinen Balkonaufenthalten wieder. Beim ersten Mal sah ich beim Hinlegen immer wieder zu ihr hin, und sobald ich weg war, kam sie angehüpft und holt sich die ersten. Die zweite Hand voll Erdnüsse am nächsten Tag bewegte sie nicht.

Gestern Nachmittag hörte ich die Rufe einer Krähengruppe und beobachtete, wie drei auf der Wiese unter der Kastanie herumhüpften. Die zerrupfte Krähe versuchte, zu ihnen zu fliegen, doch dazu hat sie zu wenige Federn. Sie landete unsanft auf der Wiese. Als die drei davonflogen, sah sie ihnen nach.

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die Kaltmamsell

Beifang aus dem Internetz – 31

Sonntag, 27. Juli 2014 um 8:47

“Susan Sarandon on Her Love Affair With David Bowie, Woody Allen’s Creepiness, and Psychedelics”

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Der US-Amerikaner Adam Roberts bloggt seit zehn Jahren als The Amateur Gourmet über Rezepte, Restaurants, die kulinarische Seite von Reisen. Deshalb war ich zunächst überrascht, dass seine Reise nach Deutschland etwas sehr Besonderes für ihn war – und dann ziemlich bewegt von seiner Schilderung:
“Reflections on a Week in Germany (Munich and Berlin)”.

§

Zwar bin ich sehr weit weg vom echten sportlichen Gewichtheben, aber ich kenne den Spaß daran, stark zu sein und schwere Sachen zu heben. Deswegen konnte ich nachfühlen:
“15 Things Girls Who Lift Are Tired Of Hearing”.

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Austausch bei Twitter hat schon eine ganz eigene Form, und es macht Spaß sich auszudenken, wie historische Ereignisse kommentiert worden wären, hätte es Twitter schon gegeben. Für den Guardian hat sich Dean Burnett überlegt:
“Great moments in science (if Twitter had existed)”.

§

Vielleicht müssen diese Fotos einen im richtigen Augenblick erwischen, ich zumindest habe Tränen gelacht:

§

Stevan Paul hat ein neues Kochbuch geschrieben, und es sieht großartig aus:

die Kaltmamsell

Jean Genet, Die Zofen in den Münchner Kammerspielen

Donnerstag, 24. Juli 2014 um 10:51

Dienerschaft ist etwas Eigentümliches. Nur auf den ersten Blick ist in einer ähnlichen Position, wer im Service arbeitet, in der Gastronomie: Zwar werden auch von der Kellnerin Aufmerksamkeit erwartet, Ausrichtung auf das Wohlbefinden und die Wünsche von Gästen. Aber Gäste, daher der Name, gehen wieder.
Eine Dienerin, ein Dienstmädchen, eine Zofe, ist immer auf dieselbe Person ausgerichtet. Sie übernimmt große Teile der Selbständigkeit, sogar der Selbstbestimmung, muss diese Person in vielen Dingen eigentlich wie ein unmündiges Wesen behandeln: Körperpflege, Bekleidung, Ernährung, Mobilität. Doch gleichzeitig ist sie die Untergebene, die Angestellte, Abhängige. Diese Gleichzeitigkeit von Herabschauen und Aufschauen ist eine paradoxe Situation, die immer neu Spannung erzeugt.

In einer Welt1, in der Hierarchien nicht mehr angeboren, gottgegeben, unveränderlich sind, konnte Jean Genet aus dieser Spannung ein abendfüllendes Theaterstück machen, Stefan Pucher hat es für die Münchner Kammerspiele inszeniert, gestern Abend war ich drin (ausverkauftes Haus, die Inszenierung kommt an).

Ich sah drei sensationelle Schauspielerinnen (Brigitte Hobmeier, Annette Paulmann, Wiebke Puls), die alle Facetten dieser aufgezwungenen, verabscheuten, genossenen Unterwürfigkeitsmechanik durchspielten – auf mehreren Ebenen. Die beiden Zofen des Titels spielen in Abwesenheit ihrer “gnädigen Frau” Dienerin und Herrin, malen sich Details der vertauschten Rollen aus. Allerdings auf einen tödlichen Showdown ausgerichtet. Die gnädige Frau selbst gibt sich als überzogene Variation ihrer Rolle, als Karikatur (mit diesem Changieren war Wiebke Puls schon als Blanche beeindruckend).

Das Bühnenbild war der Salon als riesiger Tunnel. Die Zofen wurden zunächst als Stummfilm eingeführt, wie auch im Stück bis zur Unkenntlichkeit geschminkt in einer Mischung aus Clown und Metropolis, die Armseligkeit ihrer Figuren unterstrichen durch Schminke und Perücken in Auflösung. Dadurch hatten die Schauspielerinnen kaum Mimik zur Verfügung, doch Hobmeier und Paulmann holten aus dem Instrument ihrer Stimmen Tonlagen und Färbungen für ein Dutzend Figuren heraus – eben genau so irrlichternd wie die Stellung ihrer Figuren zueinander und zur Herrschaft.

Der ganze Abend drehte sich um dieses Unterwerfen und Aufrichten, um den gegenseitigen Einfluss aufs Fühlen, und immer wieder ließ Genets Text die Figuren sich selbst beim Fühlen zusehen. Es war eine Show mit allen Mitteln: Musik (Christopher Uhe hatte fürs Stück komponiert, alle drei Frauen sangen), Film sowohl aus der Konserve als auch in Echtzeit übertragen (Kameramann/Kamerafrau beim Theater ist mittlerweile ein etablierter Beruf, nehme ich an). Sehr gruslig und sehr stark.

Besprechungen der Inszenierung:
- Nachtkritik
- Spiegel
- Abendzeitung
- Deutschlandfunk
- Münchner Merkur

  1. Oh mein Gott! Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass aus dem running gag der immer gleichen Off-Stimme, die den immer gleichen Textanfang von Filmtrailern spricht, ein eigener Film gemacht wurde! []
die Kaltmamsell

Beifang aus dem Internetz – 30

Dienstag, 22. Juli 2014 um 20:55

So schlimm kann ein Ereignis gar nicht sein, dass nicht irgendjemand eine Weltverschwörung dahinter sieht. Dabei sind die eigentlichen Ursachen für Merkwürdigkeiten oft lächerlich banal. Zum Beispiel dass jemand versehentlich statt F6 die Taste F7 gedrückt hat.

“Count to ten when a plane goes down…”

§

Wo kommen eigentlich die Zahlen her? (Nein, nicht die Zeichen an sich, die wurden in Indien erfunden.) Das ist vor allem dann interessant, wenn diese Zahlen etwas beweisen oder eine Wirkung erzielen sollen. Wo kommen also zum Beispiel zur Zeit die Zahlen der Todesopfer in Gaza her? (Echt ehrlich, in diesem ausgesprochen spannenden Artikel geht es nur darum: um die Prozesse und Mechanismen, die die offiziellen Zahlen ergeben.)

… we’re very, very good at counting fatalities. It’s quite macabre and very depressing to say we’re good at it. We check and double-check everything before we publish it.

“Determining the Body Count in Gaza”.

§

Wenn jemand von sich sagt, sie sei keine Feministin, lohnt es sich immer, freundlich (!) nach dem Grund zu fragen – die Antworten sind lehrreich. Zu einigen hat Blogess etwas geschrieben, und zwar so, wie nur sie es kann:
“Women Who are Ambivalent about Women Against Women Against Feminism”.

Feminism is inherently good. It’s not even close to perfect and still needs lots of work and sometimes it gets all fucked up and backward and awful but that doesn’t mean it’s not still worth fighting for. Now go back and replace “Feminism” with “The human race”. It works, right?. That’s because feminists are made of human. Men and women.

(Es kommen aber auch Haie und Bienen vor.)

§

Nun noch ein Sack Beifang, der hier schon einige Zeit vor sich hin gammelt. Vielleicht ist er ja bereits alt genug, dass niemand sich erinnert, das alles längst schon gelesen zu haben?

Ja, wir müssen alle sterben. Das macht den einen mehr, den anderen weniger aus. In der Washington Post schreibt ein Klinikarzt über seine Erlebnisse mit den Angehörigen von Sterbenden:
“Our unrealistic views of death, through a doctor’s eyes”.

Suffering is like a fire: Those who sit closest feel the most heat; a picture of a fire gives off no warmth. That’s why it’s typically the son or daughter who has been physically closest to an elderly parent’s pain who is the most willing to let go. Sometimes an estranged family member is “flying in next week to get all this straightened out.” This is usually the person who knows the least about her struggling parent’s health; she’ll have problems bringing her white horse as carry-on luggage. This person may think she is being driven by compassion, but a good deal of what got her on the plane was the guilt and regret of living far away and having not done any of the heavy lifting in caring for her parent.

§

“The New Yorker Alters Its Online Strategy”.

Voller Hoffnung hatte ich mich in diesen Artikel gestürzt: Vielleicht hatte ja endlich ein traditionelles Medium einen Weg gefunden, unseren Wunsch nach Bezahlung von Online-Artikeln zu erfüllen – einzeln, egal, wo er steht. Doch leider fällt auch dem New Yorker nur das Abonnementmodell aus der Print-Ära zum Geldverdienen ein.

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Eine wunderschöne Geschichte über ganz subjektive Vorteile des Dickseins:

“5 Things I Miss About Weighing More Than 300 Pounds”.

As an obese woman I experienced the world every day in a body that was judged, undervalued, demonized, mocked, feared, despised, and avoided. Those awful experiences gave me more empathy, more character, more personality, and a broader, richer and more inclusive perspective than lifelong thinness ever could have (back off, deep and interesting lifelong-skinny women — I’m speaking for myself here). I also have a much more meaningful appreciation for my health and the body I have today, and I sure as hell will never take it for granted. Not to mention the deep respect I automatically have for every person I meet who doesn’t fit the (white, straight, middle-class, able-bodied) mold.

(Menschen sind verschieden. Auch dicke Menschen sind verschieden. Nur so zum Merken.)

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Bio boomt im Supermarkt. Doch die Ökolandwirte haben nichts davon. Sie strecken reihenweise die Waffen – 6000 Betriebe haben schon aufgegeben.

“Ökobauern in Not”.

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Ah, weil wir gerade dabei sind: Unser Kartoffelkombinat sucht Anbaufläche.

Für die weiteren Ausbaustufen suchen wir …
a) einen Gemüseanbaubetrieb ab einer Fläche von ca. 4 Hektar im Umland von München zur Übernahme und/oder
b) einen größeren Gemüseanbaubetrieb für eine Betriebsgemeinschaft

Falls Sie sowas haben oder wissen? Details finden sich hier.

die Kaltmamsell

Wochenendreport

Dienstag, 22. Juli 2014 um 11:07

Es war ein Hochsommerwochenende. Nachdem der Sommer 2014 ziemlich durchmischt ist, erwähne ich das lieber.

Am Freitagabend war das Draußen so heiß, dass der Mitbewohner und ich den ersten Pimm’s der Saison lieber im Inneren der gut temperierten Altbauwohnung tranken.

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In diesem Arangement sieht man nicht mal, wie blass die Minze ist: Dieses Jahr nahm ich mal wieder das Angebot meiner Mutter an, übern Sommer den Zweitbalkon mit von ihr gezogenen Kräutern vollzustellen; vielleicht schleuderten die Kastanien davor inzwischen keinen Mehltau mehr. Tun sie wohl tatsächlich nicht, statt dessen haben wir jetzt beeindruckend quirlige Blattlauskolonien. Der Rat meiner Mutter: Täglich mit Spülmittellösung abbrausen. Allerdings seien die Kräuter dann nicht mehr zum Verzehr geeignet. Ich habe mich dagegen entschieden, denn greislich und unverzehrbar sind schon meine anderen Pflanzen. Lieber brause ich jedes einzelne Kräuterblättchen vor Verwendung gründlich ab. Doch nächstes Jahr, schätze ich, werde ich die Minze für den Pimm’s wieder im Süpermarket um die Ecke holen – in dicken, saftig-grünen und lausfreien Büscheln.

§

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(Ja, das ist eine kurze Hose.)

Am Samstag ging ich nach ein paar Einkäufen bei stechender Hitze zum Schwimmen ins Schyrenbad. Schon vormittags waren die Becken so voll, dass auch auf den abgeteilten Bahnen kein sorgloses Schwimmen möglich war. Zur Entspannung legte ich mich anschließend noch ein wenig Sonnenbaden, bis es mir zu heiß wurde und ich rein ins Kühle floh.

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Dort las ich die Zeitungen der vergangenen Woche auf, zu denen ich wegen vieler Mittags- und Abendtermine nicht gekommen war.

Abends bereitete der Mitbewohner das möglicherweise köstlichste indische Gericht seiner an indischen Gerichten reichen Kochhistorie: ein geniales Chicken Tikka Masala, das bereits während der stundenlangen Zubereitung die Wohnung mit sensationellen Düften füllte. Ich lernte zum Beispiel schwarzen Koriander kennen.

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§

Der diesjährige Kocherball fand am Sonntag statt – diesmal ohne mich, weil ich zur Feier der Goldenen Hochzeit meiner Schwiegereltern eingeladen war. Dort wurde mal wieder eine Verlobung bekannt gegeben. Jetzt mal ernsthaft: Welche Funktion hat Verlobung heutzutage? Weiß das jemand? Oder ist das einfach, wie die meisten Rituale rund um Hochzeiten, beliebte Folklore?

Am Abend die lange bevorfreudete Übertragung von Monty Python live (überwiegend) – zu meiner Überraschung praktisch ohne Streaming-Ausfälle. Wenn Sie hinterhergucken möchten: Bei arte geht das.

Nach meinem Eindruck hatte Terry Gilliam von allen die größte Gaudi (wie ist es wohl, Herrn Gilliam als Opa zu haben?). Das ist übrigens auch der, der die Animationen macht. (Und der mit 12 Monkeys Brad Pitt zur besten Rolle seines Lebens verholfen hat.) Haben Sie in der Show Eddie Izzard als Bruce erkannt?

Und wie zu Abba hat vermutlich jeder Mensch meiner Generation zu Monthy Python ein sehr persönliches Verhältnis (hier das von René Walter). Ich erinnere mich an einen ersten Kontakt über meinen Banknachbar in der 10. Klasse, Florian, der mir vom Film Der Sinn des Lebens erzählte. Der sei total sinnlos und überhaupt nicht lustig. Damit hatte Florian einen Kernpunkt des Monty Python-typischen Humors beschrieben: Das Fehlen von klassischen Pointen. Gesehen habe ich als ersten Film Das Leben des Brian, doch erst Jahre später erfuhr ich, wer dahinter steckte und dass die Truppe sich Monty Python nannte. Ein Kommilitone fütterte mich systematisch mit dem Flying Circus, und selbstverständlich rief ich, als dieser mich auf einer Party knutschend ertappte: “I didn’t expect the Spanish inquisition!” Eine Zeit lang traf ich mich mit Freunden am Gründonnerstag zur Kreuzigungsparty, auf der wir uns Das Leben des Brian anschauten – immer die deutsche Synchronfassung, die ich bis heute lustiger finde als das Original.

Aber ich verstehe sehr gut, dass man mit den Nummern von Monty Python überhaupt nichts anfangen kann.

die Kaltmamsell

11. Juli 2014 – Waschmaschinenwaschen als Challenge

Montag, 14. Juli 2014 um 20:19

Mit welchen Workarounds ich seit ein paar Monaten meine Wäsche sauber bekomme, habe ich im Techniktagebuch beschrieben.

die Kaltmamsell