Archiv für Januar 2010

Scarlett Thomas, The End of Mr. Y

Montag, 18. Januar 2010

Es war ein Weihnachtsgeschenk, sonst hätte ich The End of Mr. Y sehr wahrscheinlich nie gelesen: Sein Umschlag sieht zu sehr nach Fantasy, Vampiren, Steam Punk aus, als dass es mich anzöge. Doch dann hätte ich etwas verpasst (die schwarzen Seitenränder – Schwarzschnitt? – gefallen mir ohnehin sehr gut).

Weiter geht es bei Common Reader.

Gleich noch eines fürs Kochbuch

Sonntag, 17. Januar 2010

Jetzt ist auch das Rezept für Oangenflan bebildert.

I hob an Intreppment

Samstag, 16. Januar 2010

Nun muss ich Sie natürlich als Gegenleistung für Ihre fürsorgliche Beratung informieren, zu welchem Schluss Herr Orthopäde kam, nachdem ich ihm meinen Zustand nahezu wortgleich wie Ihnen geschildert hatte.

Er hieß mich den unteren Rücken freizumachen und mich langsam vor zu beugen, dann, mich wieder aufzurichten. Als Nächstes setzte er mich auf die handelsübliche Behandlungszimmerliege und schlug mir mit seinem Orthopädenhämmerchen unter die Knie, was zu ordnungsgemäßem Hüpfen führte. Da ich auf Nachfrage wiederholte, dass meine Lendenwirbelsäule kein bisschen schmerzte, schloss er einen Bandscheibenvorfall weitgehend aus und tippte auf einen eingeklemmten Nerv im Beckenbereich, so um den Hüftbeuger herum. Konsequenz: Überweisung zum Neurologen, der das überprüfen möge (sollte der Tipp nicht stimmen, dann MRT), sowie Rezept für ein wenig Physiotherapie.

Selbst legte er mich noch auf die Liege, zog ein wenig an meiner Hüfte herum (Seitenlage links, Seitenlage rechts) und am ganzen Bein (Bauchlage). Nun bat ihn die mitschreibende Arzthelferin um eine Diagnose für Überweisung und Rezept. Natürlich hoffte ich auf eine Kaskade griechischer und lateinischer Fachbegriffe, was ich dem Herrn Orthopäden auch sagte. Doch es erwartete mich eine Überraschung: „Nervales Entrapmentsyndrom.“ Vermutlich weil er meinen enttäuschten Blick gesehen hatte, fügte er dann aber hinzu: „Meralgia Parästhetica.“ Na also, geht doch.

Sie dürfen sich also auf eine Fortsetzung der ungemein spannenden Geschichte meiner Oberschenkelschmerzen / -taubheit freuen: Was wird wohl der Neurologe sagen?

Folgen der Wehwehchen

Donnerstag, 14. Januar 2010

Das kommt von das. Eben erhalte ich eine Mail:

Sehr geehrte Damen und Herren,
im Zuge unserer Recherchen im Online-Gesundheitsbereich sind wir auf Ihre Seite aufmerksam geworden (https://www.vorspeisenplatte.de/speisen/2010/01/statusbericht.htm ). Da diese sich durch einen hochwertigen medizinischen Inhalt auszeichnet, möchten wir Ihnen gerne die Möglichkeit einer Kooperation in Form einer Link-Partnerschaft anbieten.

Uahahaha! Nein, doofer Roboter, selbst wenn deine Annahme stimmte. „Link-Partnerschaft“ gehört zu den idiotischsten Ideen, die das Online-Marketing seit seiner Entstehung hervorgebracht hat. Feuern Sie Ihre Agentur.

Statusbericht

Mittwoch, 13. Januar 2010

So schlimm können meine Beschwerden ja wohl nicht sein, wenn ich mich trotz aller wohlbegründeten Empfehlungen meiner Leserinnen und Leser nicht als Notfall für ein paar Stunden in das Wartezimmer einer Orthopädenpraxis setze. Wobei leider das Detail „für ein paar Stunden“ den Ausschlag gibt: Mitte Dezember bis Mitte Februar ist die allerheißeste Phase meines beruflichen Aufgabengebiets, in der ich ziemlich unbedingt zu den üblichen Bürozeiten anwesend sein muss. Genau diese Zeiten schneiden sich allerdings mit den üblichen Praxisöffnungszeiten.

Aber schaun’S: Gestern habe ich neben dem Hinweis auf Voltarentabletten Ihren Tipp „Bewegung“ aufgegriffen (ich picke mir selbstverständlich aus alle Ihren Empfehlungen nur die heraus, die mir in den Kram passen), war ein bisschen auf dem Crosstrainer sowie in Low Impact in einer Stepaerobicstunde1. Alles ganz wunderbar, und ich habe danach so gut geschlafen wie seit Freitag nicht mehr. Dass ich die ersten Schritte nach dem Aufstehen vom Stuhl in gebeugter Haltung gehen muss, finde ich auch nicht so schlimm.

Ich rede mir ja ein, dass ich eigentlich höllische Kreuzschmerzen haben müsste, die aber durch das Muskelergebnis der vielen und häufigen halben Stunden in der medizinischen Muckibude verhindert werden. Weil ich sonst zetern und fluchen müsste, warum ich mir eigentlich überhaupt die vielen und häufigen halben Stunden in der medizinischen Muckibude antue, wenn mir mein krummes, verwachsenes Kreuz dann doch auf der Nase herumtanzt. So oder so weide ich mich an dem vorherigen schiefen Bild.

Was wirklich spannend wird: Kann mir der Orthopäde am Freitag mehr bieten als Sie, meine hilfreichen Kommentatoren und Kommentatorinnen (plus E-Mail-Beraterinnen)? Ich sehe mich schon eine wegwerfende Handbewegung machen: „Pah, weiß ich schon von Frau kelef.“ „Genau, hat Tante Dokta pepa auch diagnostiziert.“ (Es sind tatsächlich meine Bandscheiben LWS 2/3 sowie 3/4, die ich mit meinem Muskeltraining in Schach zu halten versuche.) Das findet der dann sicher ganz toll. Rheuma, Schleimbeutelentzündung oder Gefäßvorfall kann ich ihm ja anbieten, wenn er nicht selbst draufkommt (wir haben alle zu viel Dr. House gesehen).

§

Das mit dem Winter und dem Kalt ist schon in Ordnung. Der Schnee macht die kurzen Tage wenigstens hell, selbst ohne Sonne, dafür mit Bewölkung. Und das Kalt ist ja so kalt auch wieder nicht; im Januar ist es knapp unter dem Gefrierpunkt korrekt und angemessen. Warum ich dennoch im Schlaf mit gekipptem Fenster von Mücken gestochen werde, möchte ich aber schon mal erklärt haben. Ebenso wie den Umstand, dass mich auch nach komplett schneefreien 24 Stunden morgens die Schneeräumlaster aus dem Schlaf lärmen.

§

Die jüngste Kinderbegegnung am Wochenende (Neffe 1, acht Jahre, Neffe 2, sechs Jahre, Nichte, fast fünf) hat mir mal wieder meine komplette Inkompatibilität mit dieser Bevölkerungsgruppe bewiesen: Wenn ein Mensch so regelmäßig gezielt lügt, um sich einen Vorteil zu verschaffen, dass ich ihm nicht mal mehr glaube, wenn er mir das Wetter berichtet – dann finde ich das sehr unsympathisch. Woher fast alle anderen Erwachsenen den Niedlichkeitsfilter „mei, er ist halt ein Kind“ nehmen, verstehe ich nicht.

  1. Hatte mich eben vertippt und Aeribic geschrieben. Das wäre dann Turnen zu Steel-Drum-Musik, oder? []

Internet statt Arztbesuch

Montag, 11. Januar 2010

Die orthopädische Gemeinschaftspraxis, die mich in ihrer Kartei hat, kann mir trotz akuter Beschwerden nur den Freitag als nächstmöglichen Termin anbieten. Zu einem wildfremdem Orthopäden zu gehen, bloß weil dort ein früherer Termin zu haben wäre, scheint mir keine bessere Alternative. Frage ich doch einfach das Internet, also meine lieben Leserinnen und Leser, ob es Ideen zur Linderung hat – bei Erkältungsinfekten und Sportbeschwerden klappt das doch auch immer.

Derzeit:
– Starke Schmerzen im linken vorderen Oberschenkel von Hüftbeuger bis Knie, und zwar in fast allen Körperhaltungen außer einem ganz bestimmten Sitzen und einem ganz bestimmten Liegen auf der rechten Seite.
– Taubheit der linken Oberschenkelvorderseite und linken Schenkelseite (man möchte meinen, dass die Taubheit den Schmerz aufheben könnte, aber nein).
– Oberschenkelschmerz wird stärker, wenn ich aufstehe und versuche, eine aufrechte Haltung einzunehmen, außerdem, wenn ich einen Arm hebe.
– Kein Schmerz in meiner von Geburt an verwachsenen, schiefen Lendenwirbelsäule, die sonst immer der Quell allen Übels ist.

Davor:
– Vor drei Wochen beim morgendlichen Aufstehen Schmerzen in der linken Hüfte; ich war davon ausgegangen, dass ich mich im Schlaf irgendwie verlegen hatte. Über den folgenden Tag wurden diese Schmerzen stärker, bis sie sich zu Oberschenkelschmerz auswuchsen.
– Letzte Woche kurzzeitige Verbesserung (Phase Was-von-allein-kommt-geht-auch-wieder-von-allein), ab Freitag deutliche Verschlechterung, bis nur noch wenige schmerzfreie Körperhaltungen übrig blieben; siehe oben.
– Während der ganzen Zeit: Joggen, medizinische Muckibude und Schwimmen paradoxerweise schmerzfrei möglich; normales Gehen nicht.
– Direkt vor diesen drei Wochen beim Schwimmen Schmerzen in linker Schulter, starke Verspannung im Nackenbereich.

Aus meiner Laiensicht könnte das irgendein verklemmter Nerv sein, von dem ich mir per professionellem Einrenken Erlösung erhoffte. Haben Sie vielleicht Ideen, was ich schon vor Freitag tun könnte?

Handarbeiten revisited

Sonntag, 10. Januar 2010


(Foto: Mitbewohner)

Ich bin meiner Mutter sehr dankbar dafür, dass sie mir das Säumen beigebracht hat (mit großen Stichen immer ein paar Fäden des – eingenähten – Stoffabschlusses und die äußersten Fäden des Stoffes darunter zusammenfassen, so dass die Stiche auf der Vorderseite unsichtbar sind). Denn sicher ein, zwei Mal im Jahr löst sich bei mir der Saum eines Rockes, einer Hose oder eines Mantels.

Doch, wie schon einmal festgestellt: Die wenigsten Menschen in meiner Umgebung können das. Was mich beim heutigen Säumen zur Frage brachte: Was macht jemand, der nicht säumen kann? Denn ebenfalls die wenigsten Menschen, die ich kenne, bringen ihre Kleidung zur Schneiderei, kennen auch nur eine Schneiderei. Laufen die also einfach mit ausgerissenem Saum herum? Tragen das Kleidungsstück nie wieder? Oder reißen etwa anderen Menschen die Säume nicht?


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