Journal Dienstag, 25. Februar 2014 – Küchenunruhen

Mittwoch, 26. Februar 2014 um 9:23

Während des frühmorgendlichen Aufwachens gemerkt, dass ich keine Lust auf die geplante Stunde Krafttraining im Sportstudio hatte. Statt dessen ein wenig weitergedöst, dann beherzt aufgestanden und nach dem Duschen an einer möglichen Zukunft gearbeitet.

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Um halb acht kam der Installateur, den der Mitbewohner organisiert hatte, um die Küche wieder ins Ruder zu bringen.

Dass die von den Vormietern ererbte Verrohrung, sehr wahrscheinlich von denselben Laien gebaut wie die gesamte Kücheneinrichtung, heikel war, wussten wir seit dem Einzug vor 15 Jahren (OMG!). Erst als wir 2007 eine neue Waschmaschine bekamen und vom Fachmann verrohren ließen, stand darin nach einem Durchlauf der Geschirrspülmaschine hin und wieder Wasser. Nun, das pumpten wir halt manuell ab.

Doch letztes Jahr beseitigte endlich der Rohrfreimann den Pfropf in den hinteren Wandrohren, der ein Ablaufen des Waschbeckenwassers immer stärker behindert hatte. Seither blieb das Waschmaschinenprogramm immer wieder stehen und meldete Wasseralarm. Der zu Rate gezogene Waschmaschinenfachmann diagnostizierte, dass mit der Waschmaschine alles in Ordnung sei, dass allerdings aus dem Waschbecken Wasser über die Rohre zur Waschmaschine laufe, sich dort irgendwo unabpumpbar sammle und Alarm auslöse. Da könne er nichts machen.

Wir montierten also vor jedem Waschgang die Maschine von Strom und Wasser ab, zogen sie aus der Einbauzeile, kippten sie und ließen dieses gesammelte Wasser ablaufen (waren immer ca. 100-150 ml), schoben die Waschmaschine zurück, schlossen sie wieder an und wuschen. Ähnliche Work-arounds bin ich ja vom Computerarbeiten mit Windows gewohnt.

Bis letzte Woche die Sicherung rausflog, weil dann doch irgendwo dazwischen Wasser ausgetreten war und eine Steckdose erwischt hatte. Seither ist der Stecker der Geschirrspülmaschine schwarz und wir spülen von Hand.

Wir ließen uns von der Hausverwaltung einen Handwerker empfehlen, der gestern kam. Nach einer Dreiviertelstunde Werkeln sah ich ihn auf dem Boden vor dem Spülschrank sitzen, den Blick sehr ratlos auf die Nildelta-artig verästelten Rohre gerichtet. Da begann ich mir Sorgen zu machen.

Aber ich musste in die Arbeit und überließ die weitere Koordination dem Mitbewohner. Er berichtete abends, dass der Installateur keine wirklich Lösung gewusst habe. Er habe schließlich ein Teil der Verrohrung ausgetauscht, nun verhindere ein Ventil, dass Wasser vom Abfluss der Spüle zur Waschmaschine laufe.

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Die von den Vormietern übernommene Kücheneinrichtung mochte ich ja nie. Bislang hatte ich mir vorgestellt, dass sie halt irgendwann immer kaputter gehen würde und wir uns dann nach einem Ersatz umsehen würden. Möglicherweise ist diese Zeit gekommen. Nur dass ich zum einen überhaupt kein Vergnügen an dem Recherchieren und Konstruieren einer neuen Kücheneinrichtung habe, zum anderen Ebbe in meiner Kasse ist (Sie erinnern sich? ein Jahr Auszeit von Ersparnissen gelebt?).

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Die geänderten Manomama-Jeans von der Schneiderin geholt. Jawohl, nachdem ein großer Keil aus der Rückseite entfernt wurde, passen sie jetzt beide, für zusätzliche 16 Euro das Stück.

Das Modell mit den schmalen Beinen geht deutlich über den Bauchnabel, das bin ich gar nicht mehr gewohnt.

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Das Modell „Bootcut“ sitzt nach dem Anpassen wunderbar und ist sehr bequem.

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Auch das weiße T-Shirt ist übrigens von Manomama (ich hatte mein letztes weißes unausbleichbar versaut). Ich war überrascht gewesen, wie dünn und durchsichtig das Material ist.

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Zum Nachtmahl hatte der Mitbewohner auf meinen Wunsch dieses Sellerierisotto (wunderschönes Wort!) zubereitet. Die Keksbrösel hätten extra gebacken werden müssen (die gekauften schmecken mir zu künstlich), also ersetzte er sie durch geröstete Mandelstifte. Das Ergebnis ist eine hinreißende Kombination von Aromen und Texturen, große Empfehlung.

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Gelesen:

Mittlerweile traue ich Frau Novemberregen auch die kalte Fusion zu, so viel weiß und kann sie. Hier ihre klugen und erschöpfenden Ausführungen zu Prüfungen: Vorbereitung auf, Ablegen von, selbst Abnehmen. Idiotensicher und erfrischend zu lesen.

Wahrscheinlich habe ich noch nie auf eine Klickstrecke verlinkt. Aber bitte sehen Sie sich diese an, vom Haus des abgesetzten Generalstaatsanwalts Viktor Pschonka vor den Toren Kiews, betextet von Frau Diener: „Sonnenkönig meets Hornbach“.

Was ich mir in deutschen Bioläden schon immer dachte (Warum bloß kommt gutes Essen immer in Begleitung von Esoterik daher?), ist Michael Schulson in den USA ebenfalls aufgefallen: „Whole Foods: America’s Temple of Pseudoscience„.
Aber er schließt vernünftigerweise:

The moral is not that we should all boycott Whole Foods. It’s that whenever we talk about science and society, it helps to keep two rather humbling premises in mind: very few of us are anywhere near rational. And pretty much all of us are hypocrites.

Herr Merlix war mit seinen Söhnen beim Hamburger Mützenmacher. Ich begrüße das außerordentlich.
(Und wenn jetzt bitte jemand mit zwei kleinen Kindern zum Lederhosenmacher ginge, sie dort ausstatten ließe und darüber schriebe? Nicht mit so einer Oktoberfestverkleidung, sondern mit den kurzen Gebrauchslederhosen, die man auf alten Kinderbildern sieht, die gemeinhin als das praktischste Kinderkleidungsstück überhaupt galten. Bitte?)

die Kaltmamsell

7 Kommentare zu „Journal Dienstag, 25. Februar 2014 – Küchenunruhen“

  1. Preißndirndl meint:

    Ach, die Hosen sehen jetzt bei Ihnen toll aus und 16 Euro sind total okay! Darf ich nach Ihrer Schneiderin fragen?
    Ich überlege noch wegen einer Änderung: Die Jeans müsste an den Hüften auch etwas weiter gemacht werden, aber ich fürchte, dafür ist gar kein Spiel vorhanden. Ich habe nach dem Tragen der Hose jetzt des öfteren Muskelkater.

  2. doro meint:

    Der Artikel über Whole Foods ist sehr lesenswert, allerdings muss ich da einem der Kommentatoren des Artikels zustimmen (es geht ja um Pseudowissenschaftlichkeit):
    „…article completely ignores the fact that ALL food companies use pseudoscience.“
    ZB:“ General Mills advertises its cereal as having whole grain goodness and milk companies insist they do a body good. “

    Wirklich klasse in einem Laden wie Whole Foods ist nämlich die Abteilung „bulk foods“ wo es von A wie Amaranth bis Z wie Zizania (Wildreis) alles zum selbstabfüllen gibt. Sowas gibts im normalen Supermarkt nicht und bei uns im Bioladen auch eher selten.
    Mein Lieblingsladen mit der schönsten Bulk-foodabteilung die ich kenne ist: http://www.rainbow.coop/products/bulk/
    in San Francisco. Hat zwar auch seine Pseudowissenschaftlichen Esotherik-ecken aber eben auch die bestsortierte Kräuter und Gewürzeabteilung die ich je gesehen habe: http://www.rainbow.coop/products/bulk-herbs-and-spices/
    Ein absolutes Highlight meines SF Besuchs. Leider zu weit weg um öfter einzukaufen…;-)

  3. Sabine meint:

    Der ukrainische Generalstaatsanwalt ist eindeutig vom schlechten Russentisch. Der Wahnsinn.

  4. joriste meint:

    Ach, Ihr Beitrag handelte gar nicht von Küchenuhren!
    Sehr schöne Hosen, ich befürchte, ich werde mal wieder zur Nachahmerin (genauso wie beim Salatbesteck, was, schon so lange her?)
    Wenn ich mich richtig erinnere, kauft Frau @coolcat von ringelmiez.de Lederhosen für ihre Söhne wegen robust, evtl. ergibt sich da ein Weiterspinnen des Lederhosenfadens?
    Und natürlich wie immer gerne gelesen, danke für die Inspirationen – meine Müdigkeit, die hier Fehllesen verursacht, kommt jedenfalls nicht von Ihren Einträgen, im Gegenteil, ich finde Ihre Tagebuchbloggerei wunderbar!

  5. Frau-Irgendwas-ist-immer meint:

    Vll benötigen die 2 Jungs, neben tollen Mützen, auch Lederhosen? Das wäre dann schon fast Multikulti!

  6. arboretum meint:

    Als ich vom Wasser las, das in der Spülmaschine stand und in die Waschmaschine lief, dachte ich gleich, dass da Rückschlagventile fehlen. Ich habe mir solche auch einmal vor ein paar Jahren eingebaut (war ganz einfach), nachdem in meiner Spülmaschine plötzlich auch mitunter Wasser stand. Der Spülmaschinentechniker, den ich deshalb kommen ließ, gab mir diesen Tipp. Ich fragte mich nur im Nachhinein, warum der Installateur, der seinerzeit die Spül- und die Waschmaschine anschloss, weil dafür eigens ein zweiter Wasserhahn eingebaut und Stück vom Abflussrohr der Spüle für den zweiten Abflussschlauch ausgetauscht werden musste, diese Rückschlagventile nicht gleich selbst eingesetzt hatte. Laut Spülmaschinentechniker waren die damals nämlich längst Standard.

  7. Thomas J. meint:

    Bitte. nicht. Meine Mutter hat mich mit 13 mit kurzen Lederhosen ausgestattet auf eine Ferienreise geschickt – darauf hätte ich gerne verzichten können (und das war zu einer Zeit, wo coole Kleidung noch nicht so angesagt war. Aber diese Kleidung ging gar nicht).


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