Archiv für Dezember 2014

Journal Donnerstag, 25. Dezember 2014 – doch noch Geschenke

Freitag, 26. Dezember 2014

Weihnachten bei Schwiegers, deshalb doch noch Geschenke. Die neueste Schwägerin wird noch ein paar Jahre brauchen, bis sie unsere Bitte-keine-Geschenke-Bitte ernst nimmt, Eltern generell schaffen die Erfüllung wohl bei physischer Anwesenheit einfach nicht. Ist aber praktisch alles verbrauchbar.

Christbaumloben, wenn auch ohne Schnaps (inzwischen hat Google 8200 Fundstellen), auch hier LED-Lichter mit Fernbedienung. Vielleicht schon nächstes Jahr per App auf Smartphone?

Festmahl in Form von Graved Lachs auf Feldsalat, Rehbraten mit Blaukraut, Spätzle, Rosenkohl, zum Nachtisch bestreuselte Bratapfelhälften mit Vanilleeis. Gemeinschaftliche Verweigerung von Kaffee und Bûche de Noël.

Wetter morgens regnerisch mit scharfkaltem Wind, am späten Nachmittag hatte der Regen aufgehört.

Zurück zu Hause erinnerte ich mich an die Tasche mit Geschenken, die mein Bruder mir am Sonntag mitgegeben hatte, wir packten aus: Befürchtungen unnötig (dies hier stand vergangenes Weihnachten bei unserer Rückkehr aus Tel Aviv im Wohnzimmer, ich hatte wieder die Annahme verweigern müssen), alles Schokolade und Pralinen.

Journal Mittwoch, 24. Dezember 2014 – Die Unfähigkeit zu Feiern

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Weihnachten ist großartig: Der Advent! Die Deko! Die Geschenkehatz! Der Konsumoverkill! Das Reisen zu den Verwandten, Menüvorbereitungen! Weihnachtskarten! Zu keinem Jahresereignis gibt es so konsequent von allen menschlichen Kontakten innige Wünsche, alles deutet darauf hin, dass Weihnachten das größte und wichtigste Fest unserer Kultur ist. Ich fände es entsetzlich schade und todtraurig, wenn hierzulande kein Weihnachten gefeiert würde. Deshalb auch von mir: Fröhliche Weihnachten!
Nur dass ich selbst halt seit ein paar Jahren nicht mitfeiern möchte.
Dieses Jahr bemühte ich nicht mal eine Flucht ins Ausland, sondern ging an Heilig Abend in die innere Weihnachtsemigration.
(So geht es mir auch mit Silvester: Professionelle Feste! Freundespartys! Champagner! Geknutsche! Böllerei! Aber selbst bleibe ich am liebsten ignorierend daheim. Oder Geburtstage: Sollten unbedingt gefeiert werde, aber hallo!, alles Gute! Feste feiern, wie sie! Nur halt bitte nicht meinen.)

Wie zu allem gibt es auch hierzu Passendes von Gerhard Polt:

Es gibt ja von der Mitscherlich das Buch „Die Unfähigkeit zu trauern“. Das könnte man ergänzen: „Die Unfähigkeit zu feiern“.

(Ich baue fest darauf, dass, wenn Polt mal ausgesprochen hat, Zitatesammlungen von ihm veröffentlicht werden, nach Themen geordnet und sorgfältig indexiert, damit lokale Redenschreiber sich bequem bedienen können.)

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Ausgeschlafen, bis dreiviertel acht!

An beruflicher Zukunft gebastelt.
Dereinst werde ich etwas Längeres über das Elend von Jobportalen von Unternehmen schreiben, die mich allesamt in ihrer Userfeindlichkeit an Websites vor der Jahrtausendwende erinnern. Gestern wieder was Neues: Jobportal einer Personalvermittlung (Bewerbungen nur darüber möglich) komplett down, nicht erreichbar.

Zum ersten Mal im Leben ein Liedchen bei YouTube eingestellt, dafür zum ersten Mal im Leben ein Video erstellt (wenn auch mit Standbild), via iMovie. Somit teile ich mit der Welt das große Finale einer Mixkassette, die mir meine Freunde 1991 zu Weihnachten aufnahmen und nach Swansea, Wales, schickten, wo ich mein Auslandsstudienjahr verbrachte, einschließlich dieser Weihnachten.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
http://youtu.be/Wc2acb3lNbw

Isarlauf in erwarteter Sonne, aber bei unerwartet knackiger Temperatur: Gefrorene Pfützen! An Heilig Abend!

141224_2_Isarlauf

Rinderbrühe aufgesetzt, geduscht und körpergepflegt, gefrühstückt.

Der kinderliebende Teil dieses Haushalts war zu einem kinderreichen familiären Weihnachtsfest gefahren, ich kochte Tomatensugo für die Kutteln a la romana.

München lieferte einen weiteren spektakulären Sonnenuntergang.

141224_12_Abendhimmel

Auf Twitter und Instagram stieg die Frequenz der Christbaum- und Bescherungsfotos, ich ging ins Kino. In den City Kinos gab’s einen Heilig Preview-Abend, ich sah The Imitation Game: Sehr gut und spannend, lässt sogar vergessen, dass er ein Biopic ist, Musik von Alexandre Desplat auffallend gut. Cumberbatch spielt so überragend, dem werden sie einen Oscar geben, wo er doch gerade eh everybody’s darling ist.

Durch die paarhundert Meter Fußweg zum und vom Kino weiß ich jetzt, dass die asiatischen und orientalischen Selbstbedienungsrestaurants an der Sonnen- und Landwehrstraße auch Heilig Abend geöffnet und durchaus besucht sind. Falls Sie das mal brauchen.

Daheim war der kinderliebende Teil des Haushalts doch schon zurück und machte Eggnogg, ich stellte die römischen Kutteln fertig: Sehr wohlschmeckend, aber an der Konsistenz muss ich noch arbeiten (vielleicht nur drei statt fünf Stunden kochen).

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Der Untergang der abendländischen Kultur wird ja gerne an den Rechtschreibfertigkeiten nachwachsender Generationen festgemacht. Der New Yorker veröffentlicht besonders schlimme Konsequenzen von Mängeln darinselbst:
„Children’s holiday letters to Satan“.

Journal Dienstag, 23. Dezember 2014 – Aufsetzen

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Sehr unruhige Nacht, vermutlich wegen Ersteinsatz Knirschschiene, sehr früh und benommen aufgewacht – und mich richtig gefreut, dass ich ins Krafttraining gehen konnte.

Am 23.12. um 7.30 Uhr immer noch acht Teilnehmerinnen, eine regelmäßige Mitturnerin hatte ihre urlaubende Zwillingsschwester dabei und erregte Aufsehen. Mich nochmal vom Vorturner liebevoll anpöbeln lassen, weil ich den letzten der drei Liegestütz-Blöcke mit Kniehilfe absolvierte.

Einkauf bei Verdi: So groß und vielfältig hatte ich das Angebot an Fisch und Fleisch noch nie gesehen. Bereits kurz nach neun standen Schlangen an den Theken. Gut, dass es auch den Pulpo von meiner Einkaufsliste gab, Beratung war nämlich vorübergehend aus: Die Kundin vor mir wollte nach ersten Bestellungen wissen: „Und dann hatten Sie dann mal so einen Fisch, der so aussah wie dieser, nur kleiner – ist das derselbe?“ Antwort des Herren hinter der Theke: „Keine Ahnung. Ich helfe nur aus, der Meister ist gerade beim Frühstück.“ Nicht dass ich bei dem großen Andrang eine Unterrichtstunde eingefordert hätte, aber da lagen wirklich spannende Fische auf Eis, die mir höchstens von Tierdokus bekannt vorkamen.

Am Fleisch hätte ich mich blöd kaufen können: U.a. Rinder-, Lamm, und Kalbsinnereien aller Art, Ochenschwanz, Kalbsbeinscheiben, Rinderbeinscheiben, sensationell gemusterte und dunkel abgehangene T-Bone-Steaks. Doch ich hielt mich an meinen Einkaufszettel und kaufte nur die Rindskutteln und Hohe Rippe für Suppe.

Daheim Kutteln aufgesetzt (mein Rezept für Kutteln römischer Art wollte, dass ich sie fünf Stunden mit ein wenig Wurzelgemüse in viel Salzwasser koche), gefrühstückt.

Nächstes Aufsetzen: Ein neuer Laptop, im Techniktagebuch beschrieben.
Der alte Rechner musste wirklich dringend ersetzt werden, er war mittlerweile so langsam, dass ich das Ladewindradl (Apples Pendant zur Sanduhr) bei praktisch jedem Schritt sah.

Bis ich allerdings all die Funktionen und Programme, mit denen mir Apple ungefragt helfen möchte und mir noch mehr Daten als ohnehin schon aus der Hand nimmt, gefunden und gelöscht habe, wird es noch einige Zeit dauern (iphoto habe ich schon mal rausgerupft).

Zuletzt setzte ich den Pulpo auf, nach der bewährten Methode: Topf Wasser zum Kochen bringen, Tintenfisch rein, Herdplatte ausschalten, drei Stunden warten. Ich richtete ihn mit Knoblauchscheibchen, grüner Spitzpaprika, Petersilie, Paprika (edelsüß und ein wenig de la vera scharf) und viel Olivenöl lauwarm an – köstlich (die Datteltomaten mussten weg).

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Dazu gab’s zwei aufgezeichnete Folgen Tatortreiniger.

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„In den Tiefen der Blogs“ heißt eine Textsammlung, die Edition Barnimkante gestern als e-book veröffentlichte. Blogtexte, die nicht nur in Blogs gelesen werden sollen. Vielen Dank an Jana und Volker für Idee und Mühen.
Zwei Texte von mir sind auch dabei, vielleicht möchten Sie sich das Buch herunterladen – kost‘ nix!

Journal Montag, 22. Dezember 2014 – Karameele und Tantriden

Dienstag, 23. Dezember 2014

Die Kaltmamsell von vor drei Wochen hielt es für eine gute Idee, der gestrigen Kaltmamsell um 9 Uhr einen Termin bei der Zahnärztin zu buchen. Die gestrige Kaltmamsell hätte ihre Vorgängerin dafür gerne ein wenig geschüttelt. Also wieder nicht ausgeschlafen und statt dessen in der schrägen Wintermorgensonne nach Schwabing geradelt, um mir meine Knirschschiene abzuholen. Die Knirscherei im Schlaf scheint deutlich weiter verbreitet, als ich es ahnte; ich hatte angenommen, dass bei den meisten Menschen der Körper nie entspannter ist als im Schlaf.

Auf dem Weg zum Olympiabad beim Semikolon in der Hohenzollernstraße angehalten, um mir nach gut zwei Jahren ein neues Notizbuch zum allzeitigen Beimirtragen zu kaufen – das bisherige ist vollgeschrieben. Ich fand ein schönes dunkelblaues, das meine Anforderungen erfüllte: Klein (etwa A6), Papier liniiert (hätte auch kariert sein dürfen, nur nicht blanko), Umschlag schmutzabweisendes Kunstleder, ein fester Gummi verhindert beim Transport ein Aufblättern und Verknüllen.

Im Olympiabad ungestört und mit Genuss geschwommen (allerdings zum vollen Preis, da ich meine Bäderkarte daheim vergessen hatte – Geldbörse vor Romurlaub ausgeräumt, nicht wieder eingeräumt).

Zum Frühstücken ins schöne Karameel, mich zu meiner Begeisterung auf der Fahrt dorthin ordentlich verirrt. Ich hatte einfach die Luftline geschätzt und war am Olympiabad losgeradelt, hatte mich auf meinen bewährten Orientierungssinn verlassen – der durchaus mal zu Langweile führt, weil er mir Überraschungen vorenthält. Doch diesmal stand ich plötzlich bei St. Theresia an der Landshuter Allee und wusste nicht nur, dass ich hier ganz falsch war, sondern hatte auch keine Ahnung, wie ich nun ohne große Umwege zum Rot-Kreuz-Platz kommen sollte. Ich ließ mir von Google Maps helfen.

Frühstück im Karameel war höchst zufriedenstellend.

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Auf dem Heimweg eine Mütze gekauft, die mir beim Winterradeln Kopf samt Ohren wirkungsvoll warm hält und nicht zu bescheuert aussieht.

Abends Beginn der Suche nach Orange Wines in München: Tantris Natural Winebar. Der Sommelier bot mir einen Skerk Malvasia an, den meine Begleitung und ich zu einer hervorragenden Bouillabaisse tranken.

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Am Sonntag hatte ich mir von meinen Eltern die Schallplatte mit spanischen Villancicos ausgeliehen, die während meiner Kindheit immer zu Weihnachten aufgelegt wurde. Ich wollte sie digitalisierten lassen, denn jede andere Version klingt in meinen Ohren verkehrt. Es stellte sich heraus, dass das gar nicht nötig war, denn alle vier Lieder gibt es bereits samt eingescanntem Titelblatt (Zeichenstil sehr typisch für das Spanien der 60er und frühen 70er) bei Youtube. Dass eines der populärsten spanischen Weihnachtslieder „Canta, ríe, bebe“ heißt, also übersetzt „Sing, lach, trink“, fand ich immer sehr bezeichnend für den Unterschied zur deutschen Weihnacht. Bitteschön, mit Texten zum Mitsingen:

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http://youtu.be/Qfamis7Rqxk
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http://youtu.be/4JYntMewrnY
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http://youtu.be/Y84-hxPXy1c
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http://youtu.be/5uh5D6by5z8

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Einerseits hochgradig fasziniert, auf welche überaus nützlichen Konstrukte studierte (und ein klein wenig verrückte) Elektrolurche kommen. Andererseits hat die Literatin in mir bereits romantauglich düstere Kindheitserinnerungen der Betroffenen vor Augen: Georg Passig erfindet und verfeinert für seine bis dato fünf Kinder Überwachungsmethoden.
„Die Evolution des Babyphons“.

Adventspaziergang 2014

Montag, 22. Dezember 2014

Sie können ja einfach wegsehen, aber hier muss wie jedes Jahr der Adventspaziergang der Familie Kaltmamsell festgehalten werden, sonst gerät das kosmische Gleichgewicht aus den Fugen, bekommt die Matrix einen Sprung, gibt der erste Reiter der Apokalypse seinem Gaul die Sporen, etc. etc.

Dieses Jahr lotsten meine Eltern uns in Ingolstadt über einen Spaziergang am Hochwasserdamm zur Antoniusschwaige. Wetter schneefrei und kältlich, gegen den scharfen Wind waren Mützen nötig. In der Antoniusschwaige gab es Schweinsbraten, Bier und Kapelle.

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Auf dem Rückweg erst goldenes Licht auf dem Münster, dann eine Ahnung von Fegefeuer in Ingolstadt.

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Das Gute auch dieses Jahr: Zum Adventspaziergang müssen alle Geschenke besorgt und verpackt sein, denn zu diesem Anlass werden sie abgeliefert (Heilig Abend verläuft separat). Damit setzt automatisch anschließend Entspannung ein – zumindest was Weihnachten betrifft.

Rom im Dezember 2014 – 4 – Trinken und essen

Montag, 22. Dezember 2014

Glanzlichter meines Romurlaubs waren Speisen und Getränke – mit deutlichem Vorsprung für die Getränke, nämlich Weine.

An einem Abend kehrte ich nochmal bei Pianostrada ein und bestellte den berühmten Baccaburger: Einen Hamburger in schwarzer Semmel mit einem Pattie aus Stockfisch, also Baccalà, drumrum eingelegte frische Tomaten, Zucchiniblüte, Ruccola, Majo – schmeckte großartig. Mein eigenes Foto tut dem Gericht Unrecht, ich verweise auf diese viel treffendere Abbildung.

Zur Stärkung nach der Führung durchs antike Rom war ich der Empfehlung meiner Lieblingsrömerin in die Enoteca Provincia Romana gefolgt und aß Amatriciana (ich hatte fast schon wieder vergessen, dass al dente in Rom bedeutet: noch so kernig, dass sie in den Zähnen kleben) sowie Agnello al cacciatore.

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An einem Abend hatte ich die Gelegenheit, mich von Hande systematisch in die Welt der orange wines / natural wines einführen zu lassen – als einzige Total-Laie unter lauter Weinexpertinnen und -profis. Ich lernte eine riesige Menge, angefangen vom Umstand, dass es für diese neuen/alten Weine kaum Standards und Regeln gibt. Es verbindet sie „minimal intervention“ in der Herstellung (u.a. Spontanvergärung auf der Schale) und Ablehnung der Dutzende Hilfssubstanzen, die selbst für die Herstellung von Bioweinen legal sind.1 Das war Handes Auswahl, die wir thematisch gruppiert verkosteten:

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Und so sahen sie aus (die letzten beiden Rotweine habe ich zu fotografieren vergessen):

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Und so weiß ich jetzt, dass keineswegs alle orange wines durch einen dominante Note verbunden sind (wie drei der vier, die ich davor schon mal getrunken hatte). Es ist sensationell, wie mineralisch frisch ein Montemarino Cortese von 2004 schmeckte – einer meiner Favoriten. Auch den Fontanasanta Nosiola mochte ich sehr gerne, den CGN aus Sardinien und die beiden Schaumweine aus der Emilia Romagna. Bei nächster Gelegenheit mache ich mich in München auf die Suche danach, fange in der Tantris Natural Winebar an.

Zu Abend aß ich bei Da Cesare wunderbare römische Küche, u.a. Frittura, Kaisergranate (für die mir immer als Erstes die spanische Bezeichnung cigalas einfällt), Polpette, ein wenig Pasta, sensationelle Creme Caramel.

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Am letzten Abend wurde ich noch zu Litro mitgenommen: Klasse Weine, kalte Platten, Salate (es gibt dort keine richtige Küche), alles von höchster Qualität.

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Arrivederci Roma! (Wann soll ich noch neue Orte entdecken, wenn es schon wieder einen gibt, zu dem ich so gerne zurückkehre?)

  1. Fehler in diesen Erläuterungen gehen bitte alle auf meine Kappe, nicht auf die unserer Lehrmeisterin. []

Rom im Dezember 2014 – 3 – Mehr Antikes (und riesige Diesel-Zweitakter)

Sonntag, 21. Dezember 2014

Auch die letzten beiden Tage meines Romurlaubs spürte ich Antikem nach: Erst auf einer Führung, dann im Museum Centrale Montemartini.

Ich hatte auf kundige Empfehlung eine Führung durchs Alte Rom bei Context gebucht: Volltreffer. Vier Stunden lang zeigte, berichtete, erklärte Kunsthistorikerin Cecilia unserer Dreiergruppe Roms antike Geschichte anhand des Colosseums und des Forums inklusive Palatin, beantwortete jede noch so spezielle Frage ausführlich, wies auf neuesten Forschungsstand hin und öffnete mir die Augen für viele mir neue Seiten des Alten Roms. Wie kommt es überhaupt, dass das Colosseum noch zu so großen Teilen erhalten ist? Warum war das Begräbnis Julius Cäsars so wichtig? Wie betete man in den römischen Tempeln? Ich empfehle den Anbieter hiermit von Herzen – allen, die Englisch gut verstehen. (Jetzt weiß ich auch, was Kaiserzeit auf Englisch heißt: Imperial Age.)

Von Cecilia erfuhr ich auch, dass das, was mich am Vortag in Ostia Antica so begeistert hatte, gleichzeitig das Problem des Ortes ist: Man kann fast überall hin, und keiner passt auf, dass die Besucher nichts beschädigen oder mitnehmen – was wohl erschreckend häufig passiert.

Das Wetter war wundervoll sonnig, und ab 11 Uhr wurde es auch angenehm warm (davor hatte ich im Schatten des Colosseums ziemlich gefroren).

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§

Den nächsten Tag nutzte ich für den Besuch eines Museums, das Mary Beard als „The best, least visited Roman Museum“ empfiehlt: Centrale Montemartini, von Piramide aus in zehn gemütlichen Fußminuten erreichbar. Im ersten Kraftwerk Roms (dieselelektrisch) waren während der Renovierung der Capitolinischen Museen die wichtigsten Stücke ausgestellt, jetzt sind es die neuesten Erwerbungen dieser Museen – zwischen den Maschinen des längst stillgelegten Kraftwerks.

Um diese Maschinen und die eigentlichen Kraftwerkanlagen kümmerte ich mich als Erstes, sie sind auf Italienisch und Englisch detailliert erklärt, inklusive historischen Fotos der Errichtung. Ich kenne ja den riesigen Zweitakt-Dieselmotor von Burmeister & Wain in Kopenhagen, ebenfalls von 1933, und verglich: Die Maschinen von Franco Tosi (damals musste alles dringend aus Italien kommen) musste immer nach wenigen Stunden abgestellt werden, weil Wasser und Öl sich vermischt hatten und das Ganze getrennt und gereinigt werden musste. Burmeister & Wain nutzte damals schon einen geschlossenen Kühlwasserkreislauf und konnte den Motor durchlaufen lassen (das „special feature“ „double-acting two-stroke“ erzeugte allerdings ganz eigene Probleme). Allein der wundervolle Industriebau mit seinen Jugendstil-Elementen ist schon einen Besuch wert.

Und dann die antiken Exponate! Ebenfalls schön aufbereitet, anhand ihrer Fundstellen gut nachvollziehbar im Kontext erklärt. Ähnlich wie Mary Beard fand ich sehr schade, dass das Museum kein Café hat: Als ich mich sattgesehen hatte, war ich nämlich ordentlich hungrig.

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