Journal Freitag, 12. Juli 2019 – Besuch von Herrn Kaltmamsell und erste Reha-Erkenntnisse

Samstag, 13. Juli 2019 um 9:01

Nachts immer wieder Regen. Auch sonst war die Nacht unruhig: Unter den am Dienstag und Mittwoch eingetroffenen neuen Patienten und Patientinnen sind Party People, die im Raucherpavillon vorm Haus (und damit vor meinem Fenster) viel und lauten Spaß hatten, ein neuer Nachbar kennt die Funktion von Türklinken nicht und wirft seine Zimmertür ins Schloss. Zum ersten Mal benutzte ich zum Schlafen meine Ohrstöpsel.

Um 5 Uhr aufgewacht, gebloggt, Zeitung gelesen, draußen nasses Wetter.

Der erste Termin war ein freiwilliger, um 7.30 Uhr war offenes Qi Gong angeboten. Gefällt mir weiterhin sehr gut, fühlt sich gerade als Start in den Tag ideal an.

Fürs Frühstück blieb bis zum nächsten Therapietermin wenig Zeit, doch nachdem ich jetzt bereits drei Stunden wach war, hatte ich sogar Hunger. Die Schüssel Muesli mit Leinsamen und Kleie musste halt schnell gehen.

Schnell gehen musste dann auch das Umziehen für „Gruppe Bewegungsbad“, diesmal Wassergymnastik mit Schwimmnudel. Und meine Güte, hatte ich eine Gaudi! Dieses Schaumstoff-Vieh war ungemein schwer zu bändigen, ich fand mein ständiges Umkippen und Untertauchen ausgesprochen lustig. (Wasser ist einfach mein Element, Süßwasser wohlgemerkt, ich schiebe das auf den Säuglingsschwimmkurs, den meine Mutter seinerzeit mit mir absolvierte.) Bei einer Übung sollten wir die Gumminudel zwischen die Beine klemmen und uns draufsetzen (denkwürdiges Kommando der Trainerin: „Hände weg von der Nudel!“), dann in dieser Haltung radlfahren. Hahaha, ich bitte Sie: Sie hätten doch auch verschiedene Fahrradtypen durchgespielt, von Hollandrad (lockere Armhaltung nach vorne) über Bonanzaradl (Hände deutlich über Wasser) bis Rennrad (nach vorne untertauchen, fast von der Nudel kippen, halb tot lachen)?!

Anschließend im Zimmer gründliches Duschen und Körperpflege, bald war es Zeit für den Massagesessel. Wieder nett, erhöhte aber im Grunde nur die Sehnsucht nach einer medizinischen Menschenmassage.

Dann Nordic Walking, nach dem Einführungstermin jetzt eine ernsthafte Einheit. Wir marschierten unter Anleitung durch den Kurpark und ein Stückchen weiter (inklusive Querung einer Straße – Anlass für das eine Geschlechterklischee, das bislang unbewitzelt geblieben war: FRAU AM STEUER!). Die Sonne war herausgekommen, das frisch beregnete Grün quietschte vor Elan, grad schön war’s. Im Anschluss reality check: Einige aus der Gruppe konnten es nicht fassen, dass sie sich anscheinend gerade eine ganze Stunde am Stück bewegt hatten (mehrfacher Uhrencheck, wiederholtes Nachrechnen), ebensowenig dass sie dabei schwitzten – das war offensichtlich eine neue Erfahrung. So viel zur Jugend heutzutage, die sich ja (böse Computer, böse Handys) gar nicht mehr bewegt: Ein Großteil der definitiv nicht mehr Jugend hat’s wohl noch nie getan.

Ordentlich Mittagshunger, spätes Essen: Ich hatte mich für den Hering Hausfrauen Art entschieden. Schmeckte sehr gut, anschließend Espresso. Dann versucht ich schnell zu verdauen (kann man das beschleunigen?), denn nur 45 Minuten später hatte ich einen Termin im Maschinenraum. Obwohl ich überhaupt keine Lust darauf hatte, lief es ganz gut; auch wenn immer wieder betont wird, dass es hier um Kraft-Ausdauer geht, werde ich an der Beinpresse das Gewicht erhöhen müssen: Wenn ich auch im dritten Satz dreimal mal so viele Wiederholungen schaffe wie vereinbart und selbst dann noch weiter könnte, ist es zu wenig.

Jetzt war ich wieder verschwitzt, wusch mich ein wenig – und vertrieb mir die Zeit, bis ich Herrn Kaltmamsell vom Bahnhof abholen konnte, er besuchte mich übers Wochenende. (Sein erster Satz in meinen Armen nach „Hallo“: „Jetzt hast du zwei Tage Zeit, dich um mich zu kümmern.“ Genau so sah ich das auch.)

Ich brachte den Herrn in seine Unterkunft gleich bei der Reha-Klinik und wollte ihm dann eigentlich meine Entdeckungen in der alten Kuranlage zeigen. Doch jetzt krachten Gewitter mit Regengüssen, hielten uns eine ganze Zeit in der Wandelhalle fest. Nachdem wir die Touchscreen-Inhalte der Tourist Information erschöpfend gelesen hatten und der Regen gerade mal ein wenig nachgelassen hatte, verlegten wir das geplante Abendessen beim Italiener vor.

Wir wurden sehr freundlich und durchaus passabel bewirtet (Fischsuppe – eher Meeresfrüchtesuppe -, Calamari vom Grill / Auberginen Parmigiana , Panna cotta), vor allem bekam ich nach zwei Wochen endlich mal wieder Alkohol! Und ausgezeichneten Espresso!

Und endlich mal wieder Herrn Kaltmamsell. Erst im Gespräch mit ihm wurde mir klar, was die Reha bisher vor allem gebracht hat: Dass ich Tatsachen ins Auge sehe. Meine Bandscheiben induzierten Schmerzen sind ein chronisches Leiden, das wird nicht wieder gut.1 Ich kann aber lernen damit umzugehen – unter anderem indem ich mir eingestehe, dass ich nicht so leistungsfähig wie mit 20 oder 30 bin und dass es völlig in Ordnung ist, mir das Leben mit Hilfsmitteln zu erleichtern. Es ist sehr wahrscheinlich, dass mir das Runterbeugen zum Boden auch künftig nur in Ausnahmen gedankenlos und schnell möglich ist. Also ist es zum Beispiel eine gute Idee, meine bisherigen Schaufel und Besen durch die Variante am langen Stecken zu ersetzen, wie sie zum Beispiel auch in der Gastronomie eingesetzt wird – aus guten Gründen. Nein, das ist kein Sich-gehen-lassen oder Kapitulation, sondern vernünftiges Haushalten mit Ressourcen. Sonst krähe ich doch auch ständig, dass ich mit dem Altern keine Probleme habe; doch Altern ist halt nicht nur weißes Haar, Falten, erschlafftes Gewebe und schwindende sexuelle Attraktivität, sondern auch körperliche Leistungsfähigkeit. Mögen andere über Botox und plastische Chirurgie nachdenken, damit muss ich mich auseinandersetzen.

Was ich auch gelernt habe: Nein, das ist nicht meine Schuld. Die einen klettern noch mit 70 so gut wie schmerzfrei am Watzmann, die anderen hinken schon mit 45 artrotisch – trotz Bewegung und weitgehend lasterfreiem Leben. Es gibt viele körperliche Aspekte, die man halt nur bedingt kontrollieren kann. (@ankegroener verlinkte den passenden Cartoon dazu.)

Die Nacht musste ich leider allein verbringen: Uns wurde im Einführungsvortrag zu Klinikdingen bedeutet, dass nach Torschluss um 22.30 Uhr zwar nicht nachgezählt werde, doch ein Fernbleiben über Nacht als Abbruch der Therapie angesehen werde.

  1. Wer mag als Erste auf die Unfehlbarkeit der Esoterik verweisen, der ich mich ja verweigere, sonst hätte ich längst wieder eine Lendenwirbelsäule wie mit 20, zwar von Geburt an verwachsen und schief, aber schmerzfrei? []
die Kaltmamsell

22 Kommentare zu „Journal Freitag, 12. Juli 2019 – Besuch von Herrn Kaltmamsell und erste Reha-Erkenntnisse“

  1. creezy meint:

    Meinen Respekt zur Einsicht. Ich muss das auch gerade alles kapieren und annehmen – und bin nicht sehr gut in dieser Übung. Aber: mich begleitet doch eine Dankbarkeit dafür, dass ich vergleichsweise lange – im Gegensatz zu vielen anderen Menschen – ohne solche Probleme meine Leben leben durfte. Ist doch auch etwas.

    Viel Vergnügen weiterhin dort vor Ort!

  2. die Kaltmamsell meint:

    Danke, creezy! DIe Dankbarkeit kenne ich auch. Aber der Glaubenssatz, ich müsse doch einfach (!) nur herausfinden, was ich (!) tun (!) muss zur Revision aller Schäden, sitzt tief.

  3. Joël meint:

    Wie seltsam! Es muss doch einleuchten dass wenn der Partner zu Besuch da ist, und das Zimmer kein Doppelzimmer ist, dass man da eine Nacht außerhalb verbringt.
    Was soll diese Regel?

    Herr Kaltmamsell ist ja nicht Herr Kurschatten!

  4. Eine Leserin meint:

    Das erinnert mich an Phasen der Trauer, hin zur Akzeptanz (die dann leicht ist, ohne Konflikte und Emotionen, anders als Aufgeben, Resignieren). (Diese Verbindung zu persönlichen Einschränkungen stellten schon andere her, ich habe es selber durchlebt, fand, Akzeptanz ist auch eine Entscheidung.)

    Ist die hektische Betriebsamkeit, die viele angesichts der großen Herausforderungen der Zeit erfasst, das Leugnen in der Trauer?

  5. Frau Klugscheisser meint:

    Hier ebenfalls Erkenntnisgewinn einer alternden Leserin. Allerdings bin ich noch nicht ganz so weit, kämpfe noch mit der Tatsache, dass meine bisherigen Maßnahmen die degenerative Entwicklung über die Dauer von 6 Jahren aufhalten konnten – entgegen der Prognosen und zum allgemeinen Erstauen der Fachärzte. Ohne (insert das böse Wort here) aber mit einem gewissen Durchsetzungsvermögen gegen gängige medizinische Meinungen und viel Körpergefühl. Ich gebe zu, ich habe gezuckt beim Lesen des Satzes „die anderen hinken schon mit 45 arthrotisch“. Ist es also Zeit, mein Glaubenssystem ebenfalls zu revidieren?

    Dem ausquartierten *schmunzelnd Herrn Kaltmamsell und Dir noch schöne Tage.

  6. Indica meint:

    Wir machen halt einfach die Rollatorblogger-Community auf (nach der mit den Wechseljahren) und bloggen darüber.

    So was konstatierten Frau Bhuti und ich vor Jahren am „unbequem gewordenen“ Affenfelsen auf der rp – dass wir bald gebrandete Sitzkissen benötigten und einen Rollator-Parkplatz fordern würden. Nicht nur Wickeltische seien heutzutage notwendig!

    Same here: Mir wurde gerade ein „altersgerechter Zustand“ laut MRT und Beschwerden an einer sehr nervenden Stelle konstatiert. Der lebenskluge Dr. Orthodoc fügte sofort hinzu: „Also, so wie bei mir wahrscheinlich auch und bei meiner Kollegin ebenso.“

    Ich bin empört. Stelle fest, dass ich einiges wegturnen und wegdehnen kann, aber eben nicht mehr alles. Gnarf. Aber so issetnumal.

    So lange es nicht die Laune für den ganzen Tag vermiest und bindet, geht das alles. Das denke ich mir immer, wenn ich den Blick auf schon lange chronisch kranke Freunde werfe. Dagegen geht’s mir gülden, auch wenn’s mir nicht in den Kram und in mein – leistungsfähiges und energiegeladenes – Bild von mir passt.

    Nicht alles ist eben durch Machen und Leistung lösbar. (Notice to myself.)

    Tröstlich: Lauf der Welt, siehe verlinkter Comic.

    Schöne Vorstellung, der Herr Kaltmamsell als Kurschatten! Ich sehe Sie beide förmlich beim Wandel im Kurpark und Sie sich heimlich ins Pensionszimmer schleichen und nächtens am Portier vorbei in die Kuranstalt zurück …

  7. Ev meint:

    Hui, das ist wirklich gut geschrieben: Ja, das Altern, ohne alle die klugen Eintrichterungen und Weisheiten Dritter dazu, wie alles besser sein würde hätte können würde, das wäre wirklich besser!
    Schönes gemeinsames Wochenende wünsche ich Ihnen beiden.

  8. Trulla meint:

    @ Joel:
    Vor Jahrzehnten machte ich bei meinem bisher einzigen Kuraufenthalt eine Erfahrung, die mich die Trennung auch an Wochenenden irgendwie verstehen lässt.
    Zwei Mitpatientinnen, die ich kennen lernte, bekamen Besuch von ihren Partnern. Die eine, schon etwas ältere Hausfrau und Mutter, war von einer so erschütternden Schüchternheit und Unselbständigkeit, dass ich es kaum glauben mochte und es anfangs für notwendig fand, ihr ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe. Dann kam ihr Mann nach, blieb im Hotel für die Kurdauer und fortan musste/konnte sie selbst nichts mehr tun, da er sie überbesorgt überall hin begleitete und jedes Erfahren von Selbständigkeit im Keim erstickt wurde.

    Die andere war eine Mutter von 5 Kindern, total erschöpft. Ihr Mann kam ebenfalls nach, blieb auch und sie hatte keine ruhige Minute mehr. Hier hatte ich den Eindruck, er sah seine Frau als Besitz, der nicht aus der Hand gegeben werden darf.
    In der Folge war für beide jeglicher Kontakt zu Mitpatienten unterbunden.
    Ich hatte in meinen drei Wochen keinen Besuch und habe mich auf Kontakte eingelassen, bin am Wochenende zusammen mit mir sympathischen Menschen wandern gegangen, habe Kaffeeklatsch genossen und Abendunterhaltung. Dieses Gesamtpaket hat in meinem Fall nach einer vorausgegangenen kummervollen Zeit und körperlichen Überbeanspruchung zum Kurerfolg beigetragen.

    Eine Kur ist doch nur angesetzt für einen definierten Zeitraum, in welcher der Patient sich ausschließlich auf sich selbst besinnen darf und der Befreiung vom Alltag bedeuten soll. Es ist ja leider nicht allen vergönnt ein Ideal ala Familie Kaltmamsell zu leben, bei manchen wird die häusliche Belastung ein Teil der Problematik sein. Insofern finde ich die allgemeine Regel nicht ganz unberechtigt.

    Nebenbei: wenn der Kurschatten gut tut – who cares?

  9. Sandra meint:

    Wie ätzend, wenn man mit so rücksichtslosen Leuten an einem Ort ist und sie nicht zurechtweisen will (würde jedenfalls ich nicht tun), weil man sie dann beim Essen, Sport etc. wiedertrifft. Ich sehe es aber auch als Aufgabe des Personals an, für Ruhe zu sorgen. Gerade in der Reha. Aber entweder mangelt es an Zeit oder an Mut. Erlebe ich so oft in Arztpraxen, dass keiner sich kümmert. Hatte neulich einen Termin in einer Praxis, wo viele traurige, verzweifelte Leute sitzen und kam mir vor wie im Smaland von IKEA. Als ich der Arzthelferin sagte, dass ich nun im Gang weiter warte, schaute sie mich mit großen Augen an und fragte:“Warum?“. Irgendwie haben die Menschen verlernt, sich in Wartezimmern, Reha, etc. rücksichtsvoll zu verhalten. Kommen ja auch in Horden zum Krankenhausbesuch.

    Ihren Spaß mit der Schwimmnudel kann ich auch nachvollziehen. Ich fand es erstaunlich, wie wenig ich das Teil unter Kontrolle bekommen habe. Und wie langsam ich damit war. Macht Spaß, aber nur allein und nicht in der Gruppe, wo man schnell damit im Kreis „radeln“ soll.

  10. Hauptschulblues meint:

    Wenn die Benutzung von Hilfsmitteln und die positive Auseinandersetzung mit Handicaps das Ergebnis der Reha ist, dann hat sie ihren Zweck bereits erfüllt.
    Grüße, auch an Herrn K, von H.

  11. Sebastian meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Gerne gelesen

    *******************************************************

  12. obadoba meint:

    Ich bin ehrlich gesagt noch nicht so weit, dass ich eine dauerhafte Einschränkung akzeptieren kann oder will (ich habe eben ein ’neues‘ Knie bekommen). Noch glaube ich daran, dass ich nach der noch andauernden Ruhephase wieder dahin kommen kann, wo ich mich eigentlich sehe.

    Aber ja, diese Erkenntnis, dass man nicht mehr 20 ist, die hat auch schon mal angeklopft.

    Ihnen wünsche ich weiterhin das Allerbeste. Und dass die Verinnerlichung auch der schwierigeren Erkenntnisse ohne Resignation klappt.

  13. Joël meint:

    @ Trulla
    Bei den Beispielen die Sie nennen ist die Regel einleuchtend.
    Ich kannte das von den bisherigen Kuren die gemacht habe, nicht. In der Fastenkur war es so dass der Partner für ein paar Tage Aufenthalt ruhig da bleiben konnte und dann im „normalen“ Speisesaal aß. Jedoch wurde angeraten dass der Partner erst erwünscht wäre wenn man das Fastenbrechen hinter sich hat und anfängt wieder feste Nahrung zu sich zu nehmen.

  14. Norman meint:

    Immer wieder erfrischend, ihre Schmäh gegenüber unsportlichen Menschen.

  15. Trulla meint:

    @Joel
    Ja, Sie haben natürlich recht mit diesem Hinweis. Es wird gewiss von der Art der Rehamaßnahme abhängen, ob und wie sinnvoll eine solche Regelung ist. An sich denke ich auch, dass erwachsene Menschen selbst entscheiden können.

  16. Bobbie meint:

    Die einen klettern noch mit 70 beschwerdefrei am Watzmann. Was musste ich eben lachen. Mein Vater, bald 83, Arthrose in beiden Knien lässt es sich nicht nehmen dort oben zu kraxeln an diesem WE. Es sieht schlimm aus, wie er sich durch die Gegend bewegt. Aber irgendwie bewundere ich ihn auch für seine, manche nennen es „Starrköpfigkeit“. Ich denke, das muss jede/r für sich entscheiden, wo die eigenen Grenzen liegen.

  17. Ulla meint:

    Frau Kaltmamsell ich bewundere immer ihre sportlichen Aktivitäten, trotz Schmerzen.
    Deshalb wünsche ich ihnen, dass die Reha etwas bringt.
    Mir geht es so gesehen noch sehr gut, außer dass ich auf keinen 3000er mehr komme (letztmalig zw. 2009 und 2010) und auch Wanderungen im Voralpenland in größere Höhen schaffe ich nicht mehr (Knie und Rücken). Dieses Jahr haben wir Goldene Hochzeit gefeiert, daran kann man erkennen, die Jüngste bin ich nicht mehr ;-).
    Wir haben uns aufs Radfahren verlegt und geben mehr Geld für die Gesundheit aus in Form von Physio, VHS Kurse (Rückengym, Feldenkrais, Yoga). Ja, leider kann man das Altern nicht aufhalten, aber ich kann nicht klagen.

  18. die Kaltmamsell meint:

    Na ja, Joël, das hier wird von der Deutschen Rentenversicherung finanziert (die sicher keine Fastenkuren zahlt) und ist ein Klinikaufenthalt, der unter ärztlicher Aufsicht stattfindet – da kann ich solche Regelungen schon verstehen.

    Aber auch du, Frau Klugscheisser, hast akzeptiert (ich mag den Begriff, Eine Leserin), dass du nie wieder tanzen wirst wir vor zehn (15?) Jahren, oder?

    „Altersgerechter Zustand“ – viel mehr, Indica, kann man halt nicht verlangen.

    „Schmäh“, Norman? Wo finden Sie die? Und sind Menschen, für die eine Stunde Gehen am Stück nichts Bemerkenswertes ist, bereits „sportlich“?

    Danke für die guten Wünsche, Ulla!

  19. Marika meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Gerne gelesen

    *******************************************************

  20. Gaga Nielsen meint:

    Immer noch bizarr finde ich, dass sich keiner der behandelnden Ärzte das MRT angeschaut hat. Aber die Radiologen schreiben ja immer auch noch einen Brief dazu, der ist dann hoffentlich in der Patientenakte verfügbar. Es gibt Stellen am Körper mit Materialermüdung, da kann man dann fragen, ob Schonung oder schonende Bewegung mehr bringt. Meistens wird dann doch empfohlen, dass man die Gesamtregion in Bewegung hält, damit die Sollbruchstelle in eine starke, muskulöse Umgebung eingebettet ist, die unterstützt. Als von Boris Becker die Nachricht kam, dass er zwei (!) künstliche Hüftgelenke hat, kam ich ins Grübeln, ob er bei seinem Tennis eine einseitige Belastung hatte, die seine Hüfte über Gebühr strapaziert hat. Aber was weiß denn ich. Grobmotorische Bewegungen zu vermeiden, ist glaube ich ein guter Ansatz für alle Körperteile. Man wird dankbar, wenn ein Leiden wieder besser wird, sich etwas regenerieren lässt. Die Hoffnung auch nicht aufgeben, dranbleiben. Ganz unesoterisch. Ein gutes Zeichen ist auch immer, wenn man einen Gelenkschmerz nicht jeden Tag, nicht dauerhaft hat, da muss dann doch was zu machen sein!

    Dass man einen privaten Gast über Nach nicht auf die schmale Kurpritsche bitten kann, versteht sich von selbst. Einfach zu schmal. Aber sich selber in ein Pensions- oder Hotelzimmer über Nacht einzuladen, das nicht für zwei Gäste gebucht wurde, kann ganz schön Ärger nach sich ziehen. Hab ich einmal gemacht, einen Liebhaber in mein Pensionszimmer mitgenommen, das Bett war breit genug. Noch in der Nacht gab es eine Gardinenpredigt, er wurde rausgeschmissen. Sehr peinlich das alles.

    P.S. mit diesem Eintrag wurde nun auch die Frage beantwortet, die mich schon seit Kurbeginn beschäftigt: „trinkt die Kaltmamsell denn auch mal ein Gläschen Wein nach Kur-Feierabend?“ Man las so gar nichts von abendlichen Getränken zur Erbauung. Vermutlich gibt es auch gar keine Mini-Bar im Zimmer, oder? Ist ja kein Hotel! Zwei Wochen! Wahnsinn. Ich gratuliere nicht dazu, obwohl sich der Körper ja freut, es fehlt doch ein schönes Ritual.

  21. Croco meint:

    „Jetzt hast du zwei Tage Zeit, dich um mich zu kümmern.“
    Herr croco hat sehr gelacht, als ich ihm das erzählt habe.
    Das hätte von ihm kommen können, meinte er.

    Dass der Körper einem nicht mehr alles erlaubt, musste ich auch erst lernen. Dabei war ich nie besonders ehrgeizig, aber schon fitnessstudiotrainiert.
    Die Rudermaschine und der Spinningkurs sehen mich halt nicht mehr. Da hat mir die Reha sehr gut geholfen. Ich konnte mich neu einordnen und bin so viel gnädiger mit mir geworden. Er klingt komisch, aber ich liebe jetzt meinem Köper und bin ihm so dankbar.

  22. Frau Klugscheisser meint:

    Ja das mit dem Tanzen musste ich akzeptieren lernen. Und auch Rennen geht nur noch eingeschränkt. Da hat mir der Physiomann aber einen Tipp gegeben, wie ich es demnächst wieder angehen kann. Ansonsten hat sich mein Bewegungsdrang neue Formen gesucht. Vielleicht ist das mit den Schmerzen auch nicht so schlecht, denn die warnen mich rechtzeitig vor Überlastung. Das ärztliche Argument ist immer Schmerzfreiheit. Schnelle und simple Lösungsstrategien, die aber neue Konsequenzen mit sich bringen. Früher hätte ich genau das gewollt, denn was kümmert mich eine ferne Zukunft. Heute sehe ich es anders. Leiden muss ich nicht aber vernunftbasiert handeln und gut auf mich aufpassen.

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