Journal Sonntag, 10. November 2019 – Häuslichkeit unter Hochnebel

Montag, 11. November 2019 um 6:14

Überraschend lang geschlafen, fast zehn Stunden – aber das brauchte es wohl: Ich fühlte mich danach frisch und munter wie lange nicht. Der Tag war hochneblig grau und wurde sehr kalt.

Mit dem am Vorabend angesetzten Grundsauer Kommissbrot nach Brotdoc gebacken: Von den Gästen am Montag leidet eine unter Zöliakie, die andere liebt Roggenbrot ganz besonders, dieses wirklich reine Roggenbrot müsste ideal sein.

Zwei Maschinen weiße Wäsche, darunter Bettwäsche.

Nach dem Bloggen die von Frau Physio erlaubten 20 Minuten Crosstrainer: Davor ausführlich Faszienrolle, danach ausführlich Bauchmuskelübungen – gerade, seitliche, untere, schräge.

Zum Frühstück ein Restschälchen Coleslaw und zwei Stück Zwetschgendatschi.

Nachmittags mehr Ausführlichkeit: Ich bügelte. Ablenkung in der ersten halben Stunde war ein Podcast: Holger Klein spricht mit Steffi Hornung, die seit anderthalb Jahren in Santiago de Chile lebt, über die politische Lage ihres Gastlands. Nach erfolgreichem Bügeln noch ein Stück Zwetschgendatschi.

Es war mittlerweile längst dunkel, doch mich zog es in die frische Luft, von der man so viel hört: Nach einem Telefonat mit meiner Mutter (allen geht es gut) zog ich mich warm an für einen Schaufensterbummel. Ich spazierte die Sendlinger Straße und Theatinerstraße bis zum Odeonsplatz, meanderte westlich davon zurück nach Hause.

Daheim holte ich mit Herrn Kaltmamsell die Balkonpflanzen herein. Er hatte nach Joggen und einem weiteren Verlassen der Wohnung bereits darauf hingewiesen, dass es sich draußen nach Nachtfrost anfühlte; mein Spaziergang hatte Zweifel ausgeräumt. Ich entkernte noch einen Granatapfel als Brotzeit für Montag, räumte Wohnung auf bis zum Nachtmahl: Reste der Gans und Gänsefüllung, ein viertes Stück Zwetschgendatschi.

Den Tatort ließen wir nach der Tagesschau nur kurz laufen (Meret Becker gehört zu den Schauspielerinnen, die ich mir in allem ansehe), dann ließ ich mir ein Entspannungsbad ein – meiner Hüfte geht es wieder deutlich schlechter.

Im Bett weiter mit Genuss Beloved gelesen.

die Kaltmamsell

9 Kommentare zu „Journal Sonntag, 10. November 2019 – Häuslichkeit unter Hochnebel“

  1. Turtle meint:

    Roggen ist leider nicht glutenfrei. Dein Gast mit Zöliakie kann das Brot nicht essen. Der Unterschied zu Weizen ist nur dass das Gluten im Roggen kein „Gerüst“ bauen kann wegen der Schleimstoffe daher Sauerteig statt Hefe.

  2. Nina meint:

    Danke, das wollte ich auch gerade schreiben. V. a. sollten auch, je nach Schweregrad der Krankheit, unter Umständen auch Arbeitsgeräte und Umgebung (Arbeitsplatten etc.) vollkommen glutenfrei sein. Eine Bekannte mit Zöliakie reagiert so sensibel auf bereits kleinste Spuren von glutenhaltigen Lebensmitteln, dass sie ihre glutenfreien Mehle in einer luftdichten Box gesondert von den glutenhaltigen Mehlen der restlichen Familie aufbewahrt und eigene Rührlöffel und Schüsseln verwendet. Auch offenes glutenfreies Brot vom Biobäcker ist keine Option für sie, da es dort gemeinsam mit glutenhaltigem Brot und Backwaren ausliegt. Die tägliche Lebensmittelorganisation erfordert da schon eine fortgeschrittene Logistik.

  3. Ella meint:

    Oh ja, danke, ich wollte auch vorwarnen – nicht nur Weizen, auch Roggen, Dinkel, Gerste etc. enthalten Gluten. Ich backe seit meiner Zöliakoe-Diagnose gerne zB mit Teff-, Kartoffel- oder Buchweizenmehlen. Und ja, Kontamination ist leider ein Ding – egal ob man stark mit Symptomen reagiert oder nicht. Wir reagieren alle auf kleinste Krümel, manche merken es nur anhand schlimmerer Symptome mehr, aber die Entzündung, die entsteht, und die Spätfolgen (inkl. höheres Darmkrebsrisiko) sind die selben. Ich würde vermutlich kein fremdgebackenes Brot essen, wie schnell kommt ein Krümel Mehl rein (gerne aus dem Handmixer, die Dinger sind voller Mehl, oder von einem Holzlöffel oder -Brett), das reicht eben schon. Menschen mit Zöliakie müssen auf Kontamination achten, es hilft nix (eigene Butter, keine Holzbretter in denen Gluenkrümel hängen können, etc).
    Zu Besuch bringe ich mir im Zweifel etwas mit, freue mich über jede Mühe und Geste (und über fertig gekauftes, abgepacktes Gebäck).
    Wen es interessiert, mehr Info hier
    15 verbotene Zutaten
    https://www.zoeliakie-austausch.de/merkzettel-fuer-glutenfreies-einkaufen/
    Kontaminationsquellen
    https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/gesundheit-glutenfreies-zuerst-kuechenhygiene-bei-zoeliakie-ist-wichtig-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-170526-99-605707

    Viel Spaß mit dem Besuch und allen guten Appetit!

  4. die Kaltmamsell meint:

    Vielen Dank für die Warnungen! Dann besorge ich auf dem Heimweg noch eine Runde Gurken und frische Paprika zum Käse.

  5. Christine meint:

    Alternativ zu den Entspannungsbädern: Rotlicht. Kann auch punktuell eingesetzt werden.

  6. die Kaltmamsell meint:

    Steht schon auf der Liste, Christine, der Punkt ist leider bereits vergeben:
    https://www.vorspeisenplatte.de/speisen/2019/09/statt-medizinstudium.htm

  7. Christine meint:

    Frau Kaltmamsell, machen Sie sich locker und basteln aus Ihren Punkten was Feines. Mein Gott, eine Liste……

  8. Micha meint:

    Ich wundere mich immer, warum Sie derart mit guten Ratschlägen überhäuft werden… echt erstaunlich!

  9. Herr Kaltmamsell meint:

    (Ich sehe das als Zeichen, @Micha, dass die Menschen halt doch gut sind und helfen wollen. Das ist doch schon mal ein Anfang. Aber kompliziertes Thema.)

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