Journal Montag, 13. Januar 2020 – Wahlhilfehektik

Dienstag, 14. Januar 2020 um 5:59

Wie schön es wohl sein wird, wieder ganze Nächte so richtig zu schlafen, ohne Schmerzen. Aber halt noch nicht jetzt. (Ich hatte es erst mal wieder ohne Ibu versucht, nach einer Stunde Schmerzstöhnerei aufgegeben.)

Früh in der Arbeit, gleich losgeackert.
Mittags eine rote Paprika, Käse und eine Körnersemmel, nachmittags Trockenaprikosen und Schokolade.

Mittags im Lokalteil der Süddeutschen über Wahlhelfende bei der anstehenden Kommunalwahl gelesen. Es wurde auch erwähnt, dass im Brief mit der Berufung ja der Hinweis auf die Schulungen gestanden habe – huch! Ich hatte den Berufungsbrief nicht bis zum Ende gelesen und erwartet, dass ich noch eine eigene Einladung zur Schulung bekommen würde. Abends rief ich daheim hektisch die Website mit den Terminen auf: Jetzt gab es keine Wochenendeschulungen mehr, ich werde mir einen Tag frei nehmen müssen. Macht nichts, am einzig möglichen Tag habe ich noch drei weitere private Termine, ein Urlaubstag erspart mir jetzt Hektik.

Auf dem Heimweg von der Arbeit beim Supermarkt vorbeigeradelt, Obst und Süßigkeiten gekauft.

Zum Nachtmahl kochte Herr Kaltmamsell aus Ernteanteil-Wirsing, -Karotten, – Kartoffeln sowie gekochten Rindfleisch vom Wochenende einen Eintopf, ich steuerte die Einbrenn bei.

Früh ins Bett, weil ich sehr müde war. Erstes Kapitel von Bov Bjergs Serpentinen, ich erinnerte mich an sein Vorlesen einer Variante dieses Textes in Klagenfurt vor zwei Jahren – auch an die ungemütlichen Schatten, die zwei Details darin auf die gesamte Geschichte werden.

§

Wie Thomas Wiegold geht es mir auch oft: Ich kann kaum glauben, wie der technische Fortschritt meine Berufswelt verändert hat, seit ich 1986 mein Zeitungsvolontariat und damit mein Berufsleben antrat.
„Januar 2020
Die Zukunft ist schon da, es fällt nur nicht auf“.

§

Eine bedrückende Erscheinung unserer Gesellschaft: Fast jeder Vierte aller Beschäftigten in Deutschland arbeitet zu Niedriglöhnen. (Das ist übrigens der Teil des Arbeitslebens, der mir immer in den – gerne auch visionären – Diskussionen über „die Zukunft der Arbeit“ fehlt.) Ein Report von Monitor:
„Arm trotz Arbeit: Reinigungskräfte zum Niedrigstlohn“.

die Kaltmamsell

13 Kommentare zu „Journal Montag, 13. Januar 2020 – Wahlhilfehektik“

  1. Madame Graphisme meint:

    Zukunft ist jetzt: Definitiv. Mein uralter Typografie-Professor hat noch bei Adrian Frutiger gelernt, brachte uns im ersten Semester die archaische Kunst des Bleisatz bei. Etwas, das mir schon damals nur noch ein Verständnis für die Benennung bestimmter Dinge (Spationierung, Durchschuss …) gab, aber in seiner Handwerklichkeit viel Spaß machte.
    Ich habe große Freude an der aktuellen Zukunft. Ich mochte das eigentliche Ausarbeiten beim Illustrieren nie. Aquarell war mein Feind, Copics liefen aus, Acryl hat mich eingesaut, Öl stank wie ein totes Frettchen, Graphit schmierte herum, mein Kater pinkelte auf ein fast fertiges Bild. Und heute? Stehe ich an meinem riesigen Cintiq, mächtige Programme simulieren mir Pinselduktus, jede Tinte und Papier/Material. Meine Bilder sind zehnmal größer als eine Festplatte zu Studienzeiten (es gab Ärger, wenn man mehr als 20MB große Dateien auf den Institutsrechner liegen ließ) – schon eine Skizze hat über 100 MB, ohne dass meine Terrabyte-SSD auch nur nörgelt. Und das Beste: Apfel-Z!

    Vom Weg über Druckfilme zum Onlinedruck gar nicht zu reden! Die Druckvorstufe erledigen nun keine Spezialisten in der Druckerei mehr, sondern als Grafiker kann man das mit dem Acrobat Pro selbst. erfordert zwar praktisch noch einen Zweitberuf obendrauf, ist aber nützlich und macht alles Schneller.

  2. iv meint:

    Ad Niedriglöhne: Ja, und eine weitere Zahl, die mich immer so sehr schockiert, dass ich kaum glauben kann, dass es stimmt: Nur 10 Prozent der Frauen zwischen 30 und 50 verdienen über 2000 Euro netto. Ich habe das nie geprüft/verfolgt, aber man liest es immer wieder.

  3. Christine meint:

    Thema Niedriglöhne – aber andersrum.

    Ich bin quasi Alleinfinanzierend für mich und mein Kind. (Wir leben getrennt, ich erhalte keinen Unterhalt, wir sind aber verheiratet und der Mann kümmert sich um das Kind, aber nicht finanziell).
    Ich habe eine Vollzeitstelle im öffentlichen Dienst. Laut eines Gehaltsspiegelrechners gehöre ich zu den bestverdienensten 3%. Was mich erstaunt. Ich fühle mich nicht arm – ganz im Gegenteil. Aber ich habe mich nicht als so reich eingeschätzt.

  4. Armgemacht meint:

    Nicht im Blick sind diejenigen, die illegalisiert in Deutschland leben und arbeiten. Weit weg vom Mindestlohn. Für schwere körperliche Arbeit auf der Baustelle gibt es vier bis fünf Euro pro Stunde. Die Fahrtkosten zur Einsatzstelle sind von den Arbeitnehmern Arbeitssklaven zu tragen.

  5. Lola Babalon meint:

    Liebe Frau Kaltmamsell –
    Dieser Blog ist ein Teil meiner taeglichen Lektuere und Verbindung mit der alten Heimat. Deshalb tut es mir leid zu lesen das die Huefte immer wieder schmerzt, und auch die Orthopaeden / Therapeuten nicht viel helfen. Ich hatte frueher dasselbe Problem.
    Deshalb kann es mir nicht verkneifen die Dinge zu erwaehnen die mir geholfen haben jetzt schmerzfrei und wieder voll beweglich zu sein: 1)Liebscher & Bracht / youtube, (genial!)
    2) MSM, 5 gramm taeglich und/oder wenn es schmerzt (Robert Franz, der Heretiker ;)
    3)Weizen & Milchprodukte Konsum auf zirka 10% runterfahren (Inflammation)
    Nicht aufgeben!
    Herzliche Gruesse aus Kalifornien, gute Besserung, alles Gute und auf ein moeglichst schmerzfreies 2020.

  6. Frau Klugscheisser meint:

    *wartet gespannt auf Reaktion
    Steht eigentlich Tarot schon auf der berüchtigten Liste?

  7. die Kaltmamsell meint:

    Ist hier aufgenommen, Lola Babalon:
    https://www.vorspeisenplatte.de/speisen/2019/09/statt-medizinstudium.htm
    (Falls ich nicht die einzige bin, die „MSM“ nicht auflösen kann: Was heißt das?)

  8. Robert meint:

    https://lmgtfy.com/?q=MSM

    Entschuldigen Sie bitte, es war stärker als ich.

  9. pitdieerste meint:

    ich wage nur ganz leise einzuwerfen, dass Ibu für langfristig nicht soo pralle ist und die Wirksamkeit bei Novalgin oder diclo auch besser sein könnte…

  10. Lempel meint:

    Ich wage ganz sachte hinterherzuwerfen: https://medium.com/@ApothekerDer/f%C3%BCnf-packungen-ibuprofen-bitte-ae1893fc40fd
    Ganz interessante Ausführungen eines Apothekers zu Ibuprofen.

  11. die Kaltmamsell meint:

    Genau, Lempel: Auch ich empfehle die Lektüre dieser Ausführungen. Mich haben sie vor ein paar Tagen nämlich beruhigt: Demnach mache ich alles richtig – zumindest in puncto Medikation.
    (Ich möchte hinterherwerfen, dass ich mich ohnehin ausführlich mit der Apothekerin beraten hatte, die mir mein Ibu verkauft, aber das hieße ja, mich unnötig rechtzufertigen.)

  12. Simone meint:

    Ich war im letzten Jahr das erste Mal als Wahlhelfer im Einsatz und habe es vorher zeitlich nicht zu einer Schulung geschafft. Mir wurde schon vorab versichert, dies sei kein Problem, da immer „alte Hasen“ den Neulingen zur Seite stünden. So war es dann auch. Und außerdem in jeder Hinsicht sehr interessant, aber keine hohe Kunst. Hektik ist also nicht erforderlich.

  13. Lola Babalon meint:

    ^^ MSM ist ein natuerliches Nahrungsergaenzungsmittel / eine Art Schwefel den der Koerper braucht. Ich habe hier ein Link gefunden:
    https://www.geovis.de/msm-pulver_291_1249/

    Herzliche Gruesse & gute Besserung

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