Archiv für April 2021

Lieblingstweets April 2021

Freitag, 30. April 2021

Journal Donnerstag, 29. April 2021 – Arbeitswirbel, GLS-Unbillen

Freitag, 30. April 2021

Das Wetter war wie angekündigt trübe geworden, aber nicht kalt, aus dunklen Wolken gab’s den ganzen Tag immer mal wieder ein paar Tropfen – es ist schon wieder viel zu trocken.

Aufregung in der Arbeit, weil ich befürchtete, einen mittelgroben Fehler gemacht zu haben (und, viel erschreckender, keine Erinnerung daran hatte).
Nein hatte ich nicht, doch ich entdeckte Ungereimtheiten an einer eh schon wackligen Ecke meines Jobs – auf die ich keinen Einfluss habe und die jederzeit zu weiteren Situationen wie der gestrigen führen können. Ich werde an diesem Monatsende besonders lang auf meinen Gehaltzettel schauen müssen, um mich an die Prioritäten meines Jobs zu erinnern (Lebensunterhalt).

Der bestellte Balkonteppich war dem Paketdienst GLS zur Lieferung übergeben worden. Schlimme Erinnerungen an die Odyssee eines Paars Schuhe aus England vor gut einem Jahr wurden wach, nämlich:
– keine Ankündigung Lieferzeitraum
– keine Nachricht über Abgabe in einem “Paket-Shop”
– vergebliches Rumtelefonieren, um Rücksendung noch zu verhindern
– 23 Euro für zweite Lieferung bezahlt – mit einem anderem Paketservice.
Wegen dieser schlimmen Erfahrung guckte ich zweimal am Tag auf die GLS-Website mit der Paketverfolgung – aber leider zur falschen halben Stunde: Am frühen Morgen las ich noch “Paket ist im Paketzentrum eingetroffen”, als ich um 11 Uhr nachsah, hieß es bereits für 10 Uhr “Empfänger nicht angetroffen”, 15 Minuten später “im GLS PaketShop zugestellt”. Nachricht oder Ankündigung hatte ich zu keinem dieser Schritte erhalten (ich hätte also wieder nicht erfahren, dass ich die Lieferung selbst abholen muss), und Herr Kaltmamsell war den ganzen Tag zu Hause gewesen – ich gehe sehr von direktem Abladen im Shop aus, ohne Umweg über die Lieferadresse. Im konkreten Fall hatte ich keine Lust auf Gezeter und Forderung einer nochmaligen Lieferung. Aber ich werde künftig sehr darauf achten, eine Lieferung durch GLS zu untersagen.
Die Shop-Adresse war ein Friseurladen, wir holten den Teppich zu zweit ab – ich musste warten, bis der Kunde fertiggeschnitten war. Ich zahle wirklich lieber höhere Lieferkosten als nach Feierabend schwere Dinge durchs Viertel zu schleppen.

Heftiger Arbeitstag. Ich werde immer leicht panisch, wenn ich nach 9 Arbeitsstunden noch Jobs erledigen muss, die intensive Konzentration erfordern – die habe ich dann nämlich nicht mehr und arbeite sehr wahrscheinlich fehlerhaft. Aber manchmal müssen Dinge halt unbedingt noch erledigt werden.

Mittags gab es Orangen mit Quark, nachmittags eine Hand voll Nüsse.

Herr Kaltmamsell empfahl, trotz Missmut meine Runde Yoga zu machen; mit dem Gedanken “ich musste heute schon so viel machen, wozu ich wirklich keine Lust hatte, dann schaffe ich das auch” brachte ich mich dazu. War eine gute Idee, die Bewegung und das Dehnen taten gut.

Aus frisch geholtem Ernteanteil machte ich Salat, nämlich aus Kopfsalat, Radieserln, Schnittlauch, außerdem gekochten Eiern und ein wenig Ricotta Salata – mit klassischer Vinaigrette.

Nachtisch Schokolade.

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Ein Bild, das mehr als viele Worte sagt: Frau Mutti musste zur Überwachung eine Nacht ins Krankenhaus und erlebte die Auswirkungen der Pandemie aufs Gesundheitswesen.

Journal Mittwoch, 28. April 2021 – Heimarbeit mit Blick in Frühlingssonne

Donnerstag, 29. April 2021

Schlaf ohne ein einziges richtiges Aufwachen bis fünf, also nahezu durchgeschlafen!

Da ich gestern daheim arbeitete, nutzte ich die gesparte Zeit des Fußwegs ins Büro für eine Runde schweißtreibendes Krafttraining rundum.

Zum Arbeiten setzte ich mich erst mal an den Küchentisch; zum einen störte ich hier ganz sicher nicht Herrn Kaltmamsell, der in der neuen Wohnung aus einem Arbeitszimmer fernunterrichtet, das keine abschirmende Tür zum Wohnzimmer hat. Zum anderen hatte ich so ein Krähennest im Park im Blick: Noch ermöglichen die lediglich wenig ergrünten Bäume Sicht auf gelegentlich an- und abfliegende Krähen.

Das stellte sich aber schnell als ausgesprochen unangenehme Arbeitshaltung heraus (Stuhl für Tisch viel zu niedrig – typisch für einen Küchentisch verhindert eine Schublade die Nutzung eines höheren Stuhls), nach Ende des Fernunterrichts setzte ich mich mit dem Arbeitslaptop ins Wohnzimmer.

Zu Mittag gab es Servus-Habibi-Reste vom Vorabend, außerdem Orange und Grapefruit. Nachmittags ein letztes Stück Mohnrolle.

Schlag fünf machte ich Feierabend, draußen war herrliches Sonnenwetter. Erst mal kaufte ich am Viktualienmarkt das Abendessen ein: Herr Kaltmamsell hatte Öl vom Garnelenfrittieren aufbewahrt, er wollte darin Sardellen braten. Beim (angenehm leeren) Eataly besorgte ich Orangen, eine Zitrone und Ricotta Salata.

Nach Heimbringen der Einkäufe zog es mich aber nochmal raus in die Sonne, mit langärmligem Shirt brauchte ich keine Jacke. Ich spazierte zum Alten Südfriedhof.

Die christliche Mythologie ist schon schräg.

Nachtmahl war also Urlaubsessen, Herr Kaltmamsell servierte Boquerones fritos.

Früh ins Bett, um in Ruth Klügers Autobiografie zu lesen.

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Es gibt auch im Internte Ritter in glänzender Rüstung. Einer davon, Daniel Kaminsky, ist jetzt gestorben – hier der Nachruf in der New York Times:
“Daniel Kaminsky, Internet Security Savior, Dies at 42”.

“He did things because they were the right thing to do, not because they would elicit financial gain,” his mother, Mrs. Maurer, said.

(When a reporter asked Mr. Kaminsky why he did not exploit the DNS flaw to become immensely wealthy, he said that doing so would have been morally wrong, and that he did not want his mother to have to visit him in prison.)

Journal Dienstag, 27. April 2021 – Umtriebiger Feierabend

Mittwoch, 28. April 2021

Wieder Morgenkaffee am Küchentisch, das gefiel mir.

Arbeitsweg in wunderbarem Frühlingslicht.

Mittags gab’s Tomaten (mit erstaunlich viel Aroma) mit Ricotta Salata – wie konnte ich vergessen, dass die so gut schmeckt? Nachmittags eine Orange.

So sieht übrigens meine Brille aus – für Sie vermutlich eine Enttäuschung nach all dieser Pracht.

Zu Feierabend packte ich meinen Arbeitsrechner und ein wenig Drumrumzeug ein, weil ich am Mittwoch mal wieder daheim arbeiten wollte, ich hatte dafür taugliche Arbeit gesammelt.

Trotz schönen Wetter war es weiterhin gar nicht so warm, auch nicht in der Sonne (also dem April angemessen). Nach einem recht zackigen Arbeitstag konnte ich auf dem Heimweg aber den Ledermantel offen tragen.

Der Feierabend wurde dann deutlich hektischer als erwartet.
Herr Kaltmamsell war hinausgefahren zum Ikea nach Eching: Dort hatte ich eine Lampe für persönliche Abholung bestellen können, die mir sehr gut für unseren Flur gefiel und die es nicht mehr lieferbar gab. Als er wegen voller Hände beim Heimkommen klingelte, telefonierte ich gerade mit meiner Mutter und kämpfte mit der neuen Klingelanlage (installiert mit Kamera wegen neuen Hoftors gegen Gschwerl im Hinterhof), doch dann klingelte auch noch mein Handy: Die für Mittwoch angekündigte Schranklieferung kam dann doch schon gestern Abend an. Und eigentlich hatte ich da längst das Abendessen bestellen wollen. Also übernahm Herr Kaltmamsell Speditionswartedienst, während ich zu Servus Habibi ging (man kann jetzt auch online bestellen, hurra!). Ich wurde wieder herzlich begrüßt, beim Warten auf die Speisen mit einem Stamperl Jägermeister versorgt (der schmeckt ja deutlich besser als ich erwartet hatte, sogar richtig gut!).

Daheim mussten wir aber das Essen kalt werden lassen, denn erst jetzt kamen die sechs Schrank-Pakete. Ich konnte den beiden Liefer-Herren nicht mal einen schönen Feierabend wünschen: Sie erzählten, dass sie nach uns noch fünf Kunden zu beliefern hatten.

Auch nicht mehr warm schmeckte das Abendessen sehr gut, das Labneh sogar ganz hervorragend.

Zur Abendunterhaltung ließen wir die aufwändige Komissar-Maigret-Neuverfilmung mit Rowan Atkinson laufen – der in der komplett unkomischen Rolle hervorragend spielte.

Journal Montag, 26. April 2021 – Alltäglicher Alltag

Dienstag, 27. April 2021

Ich würde ja rumwinseln, dass dieser Corona-April endlos erscheint, aber danach kommt auch bloß ein Corona-Mai, ich müsste also durchwinseln.
(Jede Covid-19-Infektion ist eine Chance für das Virus zu mutieren – unter diesem Aspekt machen mich die Wellen in Brasilien und Indien mutlos. Die PANdemie ist erst rum, wenn sie weltweit rum ist.)

Schon auch traurig über das zweite Jahr ohne Oscarverleihung – diesmal inklusive Trauer darüber, dass ich mangels Kino das vergangene Filmjahr fast komplett verpasst habe.

Nochmal ein sonniger Frühlingstag, beim Weg in die Arbeit sah ich, wie die Bäume immer deutlicher ergrünen.

Der Sonntagssport hatte einen interessanten Muskelkater zwischen den Schulterblättern hinterlassen – ein deutlich anderer Schmerz als das Beengtheitsgefühl, das ich seit Monaten um die Muskeln des Brustkrobs habe.

Premiere Gleitsichtbrille im Büro: Ich musste mich immer wieder davon abhalten, die Brille fürs Papierlesen/Korrekturlesen abzusetzen – war jetzt nicht mehr nötig. Noch wackeln aber obere Teile des Bildschirms.

Mittags gab’s Karottensalat, als Nachmittagssnack Mohnrolle.

Wirklich warm war es weiterhin nicht (14-16 Grad), für mich waren Ledermantel und dicke Strümpfe draußen genau richtig. Ich begegnete aber mehrfach Menschen in Hochsommer-Outfits inklusive Badelatschen – anderes Temperaturempfinden.

Auf dem Heimweg machte ich einen Abstecher in den Vollcorner: Herr Kaltmamsell hatte zum Abendbrot Reiberdatschi vorgeschlagen (statt dem Kaiserschmarrn, den das Apfelkompott im Ernteanteil des Kartoffelkombinats inspiriert hatte), dafür brauchten wir mehr Bratöl.

Zu Hause eine Runde Yoga, dann Häuslichkeiten, bis es die ersten selbst gemachten Reiberdatschi unserer gemeinsamen Jahre gab – selbst habe ich noch nie welche gemacht. Sie waren sehr gut, wenn auch völlig anders als die, mit denen ich aufgewachsen bin, unter anderem wegen der enthaltenen Zwiebel, und das Apfelkompott stellte sich als gewürztes Dessert heraus (köstlich) statt dem erwarteten schlichten Mus. Das angebliche Vier-Personen-Rezept machte uns zu zweit nicht satt (zweieinhalb Reiberdatschi für jede/n), es gab noch Käse und Schokolade.

Meine persönliche Inneneinrichterin hatte vorgeschlagen, den Balkon mit einem Balkonteppich auszustatten und einen Tipp geschickt, wie das aussehen könnte (ich hatte mir mal wieder überhaupt nichts unter ihrem Vorschlag vorstellen können). So wird das vermutlich aussehen, ich bestellte gleich mal.

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@AnaMardoll macht sich auf Twitter auf die Suche nach eindeutigen Kennzeichen für weibliches Geschlecht – bei Cartoon-Figuren. Eindeutiges Ergebnis: Lidschatten.

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Gestern gelernt, auch auf Twitter: Das Spiel Verfang heißt auf Englisch game of chase – oder gibt’s da auch so viele regionale Unterschiede wie im Deutschen?

Journal Sonntag, 25. April 2021 – Balkonpräparierung

Montag, 26. April 2021

Gut und lang geschlafen.

Mohnrolle gebacken, während Herr Kaltmamsell sich auf den Weg zu seinen Eltern machte. Eine Maschine Wäsche.

Sportprogramm: Eine Runde Crosstrainer, Krafttraining für Oberkörper und Rumpf. Und weil ich dann eh angeschweißelt war, machte ich mich in dieser Sportkleidung an die Reinigung von Balkonmöbeln und Balkon.

Die edlen Teakholz-Möbel von Garpa waren vergangenes Jahr mit einem eigenen Täschchen voller Reinigungsutensilien samt Spielanleitung gekommen. Anweisungsgemäß schrubbte ich also die Möbel mit Seifenwasser (“Grüne Seife”) und Bürste. Zu meiner Überraschung gingen so tatsächlich die Wasserflecken und -ränder sowie sonstige Witterungsspuren weg. Mehr Behandlung braucht es laut Hersteller nicht: Er ermutigt Patina und versichert, die Haltbarkeit der Möbel leide darunter nicht.

Der Balkon war anschließend noch schmutziger, ich reinigte ihn Kachel für Kachel mit Spülschwamm. Das Ganze hatte dann doch länger gedauert als vorhergesehen, nach Duschen und Haarewaschen (Letzteres mittlerweile ein eigener Programmpunkt der Körperpflege, knurr) setzte ich mich erst um zwei zum Frühstück: Letztes Stück Fladenbrot, ein Stück Käse, noch eine Schale Milchkaffee.

Für die Montagsbrotzeit verwandelte ich Ernteanteil-Karotten in Karottensalat.

Das Wetter war wundervoll, ich wollte dringend nochmal raus. Dass die Theresienwiese belebt sein würde, hatte ich erwartet; doch zudem fand darauf am Nordende eine Veranstaltung statt, beschallt mit Bassboxen in Oktoberfest-Lautstärke, die über die gesamte Theresienwiese und Umgebung wummerten – es war nicht mal die Idee von Ruhe möglich.

Daheim testete ich den Balkon zum Lesen der Wochenend-Süddeutschen (Pflanzen und Sitzpolster kommen erst nach den Eisheiligen raus, es ist nachts immer noch frostig).

Eine Runde Bügeln im sonnigen Wohnzimmer, ich glaube, ich habe meinen Lieblingsort dafür gefunden.

Zum Abendessen servierte Herr Kaltmamsell Kartoffel-Triangoli, ich steuerte Kopfsalat bei.

Schmeckte gut, aber aus irgendeinem Grund war die Ruccolasauce bitter geworden. Dazu hatte ich Lust auf ein Glas spanischen Sauvignon Blanc.

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Rätsel des Alltags: Wie kommt jemand zu der Ansicht, er oder sie sei die erste/einzige, die öffentlich Kritik an der Corona-Politik der Bundesregierung übt? Marietta Slomka wundert sich in den Tagesthemen im heute-Journal.

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Tiere, die Selfies aufnehmen. (Doch, das wollen Sie sehen.)

Journal Samstag, 24. April 2021 – Spaziergang Kirchseeon-Ebersberg

Sonntag, 25. April 2021

Meine Nächte haben sich vorerst beruhigt, ich bekomme erholsamen Schlaf.

Am Freitag hatte ich eine Mail vom Wahlamt der Stadt München bekommen, ich meldete mich als Wahlhelferin zur Bundetagswahl am 29. 26. September an (das kann man hier). Bei dieser Gelehenheit wieder die Empfehlung: Machen Sie das mal! Es ist ein Erlebnis in Staatsbürgerschaft. Vor allem wenn Sie Zweifel an der ordungsgemäßen Durchführung von Wahlen hierzulande haben: Schauen Sie sich das von hinter der Bühne an, lassen Sie sich schulen, machen Sie sich mit den Vorgaben und konkreter Auslegung vertraut, beteiligen Sie sich! In vielen Wahlbezirken können Sie sich auch gezielt zum Auszählen von Briefwahlzetteln bewerben.

Zu Morgenkaffee und Bloggen setzte ich mich gestern mal in die Küche mit Blick auf den Küchenbalkon, noch suche ich den besten Platz für den Wochenendmorgen.

Nach Duschen und Anziehen ging ich für eine Besorgungsrunde aus dem Haus: Blumeneimer zum Blumenladen zurückbringen, Lebensmitteleinkäufe (weil es einige nur dort gesammelt gibt) in der Feinkostabteilung vom Kaufhof am Marienplatz (Herr Kaltmamsell hatte vor einiger Zeit herausgefunden, dass man derzeit durch den Hintereingang in der Kaufingertor-Passage reinkommt, für den gewohnten Zugang übers Kaufhaus bräuchte man als Corona-Auflage einen “Shopping-Termin”, derzeit inklusive Testergebnis), wöchentlicher Corona-Schnelltest in der Sendlinger Straße (lange Schlange, aber zügige Abfertigung). Daheim lud ich die Einkäufe ab, zweite Runde war Supermarkt für den ganzen Lebensmittelrest auf der Einkaufsliste fürs Wochenende.

Zum mittäglichen Frühstück gab es ein Fleischpflanzerl vom Vorabend und ein Stück eben gekauftes Fladenbrot. Vormittags hatte der Optiker angerufen: Meine neue Brille sei abholbereit. Da ich für den Tag andere Pläne hatte, kündigte ich mein Abholen für Montag an. Nur dass meine alte Brille dann beim Putzen wieder zerbrach, an der geflickten Stelle. Ich ging also gleich zum Optiker und holte für knapp ein halbes Monatsgehalt meine erste Gleitsichtbrille ab (wehe das hat sich nicht gelohnt!). Schon beim angeleiteten Ausprobieren im Brillenladen erkannte ich, dass ich erheblich mehr mit Kopfbewegung werde arbeiten müssen, wenn ich möglichst viel scharf sehen möchte, vor allem werde ich sehr viel öfter mit gesenktem Kopf gucken müssen (kommt am End’ daher das Doppelkinn im Alter?).

Mein Freizeitplan für den Tag war ein ausgedehnter Spaziergang von Kirchseeon nach Ebersberg, eine vertraute Strecke und zuletzt im Juni 2019 gegangen. Herr Kaltmamsell musste arbeiten und konnte mich nicht begleiten.

Das Draußen war noch voller, als ich es befürchtet hatte. An der Kirche St. Michael überm Eggelburger See, die ich schon oft besucht habe, war ich zuvor nur ein oder zweimal überhaupt jemand anderem begegnet. Gestern sah ich schon von unten so viele Menschen oben, dass ich eine Beerdigung für möglich hielt – doch das waren alles Menschen auf Ausflug. Auf jeder Grünfläche, die kein Acker war, saßen und lagen Menschen, Gruppen aus zwei bis drei Familien mit Kindern und Gerät blockierten die Wege nahzu unüberholbar, schon gar mit Abstand. Als Folge marschierte ich die Strecke recht zackig und mit wenigen Blicken links und rechts durch, auch ohne geplante Pause, weil alle Bankerl besetzt waren.

Aber: Schon auf der Hinfahrt in der angenehm leeren S-Bahn hatte ich einen Falken erspäht, auf dem Weg erst noch einen, dann einen Thermik-kreisenden Bussard. Vor allem aber: Über einem Bauernhof in Forstseeon sah ich die ersten Schwalben!

St. Colomann.

Auch in Forstseeon war gelammt worden. Bis hierher hatte ich es auf meinem Weg nur mit Radlerinnen und Radlern auf unterschiedlichsten Geräten zu tun.

St. Michael frisch renoviert.

Da hatte sich jemand zu weit aus dem Egglsee gewagt.

Heimfahrt mit einmal Umsteigen in Grafing.

Daheim hatte ich Hunger und aß eine Orange mit Joghurt.

Herr Kaltmamsell sorgte fürs Abendessen und servierte ein Curry mit Garnelen, ich bereitete als Sonntagskuchen Hefeteig für eine Mohnrolle zu und schob ihn zum Über-Nacht-Gehen in den Kühlschrank.

Im Bett las ich noch eine ganze Weile in Ruth Klüger, weiter leben: Eine Jugend und freute mich am Tonfall dieser klugen Frau.

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Und dann hätten wir hier noch ein paar superpraktische Haushaltstipps, wie man sie gerne im Internet findet.
via @anneschuessler


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