Journal Mittwoch, 28. Feburar 2024 – Arbeit in der Alten Kongresshalle
Donnerstag, 29. Februar 2024 um 6:14Guter Nachtschlaf, hätte ich gern noch länger als bis Weckerklingeln genossen.
Marsch in die Arbeit wieder unter kaltem Hochnebel, trübe Aussichten.
Aber: Die Mangolienknospen sprießen sich warm.
Voller Vormittag im Büro. Als ich endlich rauskam für einen Mittagscappuccino bei Nachbars, war ich zu spät dran: Es standen bereits die Schlangen der postprandialen Espressotrinker*innen an, ich kehrte uncoffeiniert um.
Mittagessen Pumpernickel mit Butter (mmmmhh, endlich wieder), Orangen.
Am Nachmittag war ich im Einsatz bei einer Veranstaltung: Ich schrieb in einer Podiumsdiskussion als Protokollantin mit. Das brachte mich zurück in die Alte Kongresshalle, schöne Erinnerungen ans Rosenfest.
Die Diskussion war hochinteressant, ich lernte eine Menge.
Durch den weiterhin unangenehm kalten Nebel marschierte ich zurück ins Büro, dort hatte ich noch zu tun. Nach spätem Feierabend ging ich über Einkäufe nach Hause.
Für Yoga war ich zu erledigt und hatte keine Lust. Als Abendessen waren Mohnnudeln geplant: Ich hatte im österreichischen Standard von der “Suche nach den perfekten Mohnnudeln” gelesen, und wir hatte noch Ernteanteil-Kartoffeln. Wie den Autor Tobias Müller überraschte mich an der Versuchsreihe am meisten, dass die verwendete Kartoffelsorte nahezu egal ist. Andererseits erinnerte ich mich, dass ich am Anfang meiner Koch-Eigenständigkeit für Kartoffelgerichte immer die nächstbesten genommen hatte – und entsinne mich keiner Fehlschläge.
Zum Glück hatte Herr Kaltmamsell auch gestern Abend genug Energie für eine Stunde in der Küche: Mir fehlte sie komplett, ich war bereit, auf Pellkartoffeln mit Käse und Butter umzuschwenken. Doch so (und ich wuzelte ein wenig mit) kam dieses auf den Tisch:
Mohn streuten wir auf meinen Wunsch noch eine zusätzliche Hand voll nach. Schmeckte sehr gut, doch auch die Variante aus Nicole Stichs Sweets (sehr andere Mengenverhältnisse) habe ich gut in Erinnerung. Danach nur noch ein bisschen Schokolade.
Dramatische Tulpen (sprangen mir im Supermarkt in die Arme).
§
Julius Betschka fasst im Tagesspiegel zusammen, was mich immer fassungloser macht:
“Verfall allgemeiner politischer Sitten: Die Grünen stehen am Pranger der Nation – Schluss damit!”
Man muss sich das vorstellen: Eine Partei, die in fast 75 Jahren Bundesrepublik ganze neun Jahre als Juniorpartner Teil der Bundesregierung war, soll für den Abstieg eines ganzen Landes verantwortlich sein.
Ein grüner Bundeswirtschaftsminister soll in nur zwei Jahren, in denen er vor allem nie gekannte Krisen gemanagt hat, die deutsche Wirtschaft zugrunde gerichtet haben.
(…)
Dahinter steckt mehr: Die Grünen fungieren zurzeit als Blitzableiter für eine allgemeine Politik- und Parteienverachtung. Der irrationale Grünen-Hass ist teils systemfeindlich grundiert. Im Grünen-Politiker kondensieren sich der weit verbreitete deutsche Groll auf die Hauptstadt genauso wie Veränderungsmüdigkeit und Rebellion gegen das demokratische System.
Was selbstverständlich weiterhin sein muss: Kritik an konkreten Vorschlägen und Maßnahmen der Grünen, sowohl auf Partei- als auch auf Regierungspolitiksebene (ich hätte da eine MENGE). Aber darum geht es offensichtlich nicht.

























