Journal Mittwoch, 26. Juli 2023 – Gutes indisches Restaurant-Essen

Donnerstag, 27. Juli 2023 um 6:27

Laufpläne vor der Arbeit hatte ich bereits am Vorabend gestrichen: Es war gründlicher Regen angekündigt. Und so wurde ich nach gutem Schlaf auch zu Regengeräuschen geweckt.

Ins Büro kam ich in einer Regenpause sogar trocken (die Kühle machte Jacke unbedingt erforderlich), doch gleich nach meiner Ankunft prasselte es wieder los. Ich war zudem froh über die zusätzliche halbe Stunde am Morgen, die mir das Streichen des Isarlaufs gebracht hatte, denn der Vormittag war mit Info-Veranstaltungen verplant (wieder zwei nahezu parallel, zu denselben Themen wie bei der letzten Parallelität), so konnte ich vorher noch Dinge wegschaffen.

Infoveranstaltung zwei brachte durchschlagende Neuigkeiten, nicht wirklich unerwartet, aber von einer Reichweite, die auch mich erfasst. Ich verdrängte erstmal, die Emotionalität überließ ich fürs Erste meiner Umgebung.

Zum späten Mittagessen gab es Vollkornbrot mit Butter, Plattnektarinen (sehr gut, ich hatte einen Lidl-Einkauf einige Tage in der Verpackung nachreifen lassen) mit Kefir.

Am Nachmittag erreichten mich Emotionen dann doch ein wenig, ich verbrachte ihn in einem gewissen traurigen Dunst. Draußen immer wieder Gewitter, zum Teil mit heftigen Niederschlägen bis zum Hagel.

Mein Feierabend fiel in vorübergehende Wetterberuhigung, Abstecher zum Vollcorner. Daheim war noch Zeit für eine Runde Yoga-Gymnastik mit Mady, bevor ich mit Herrn Kaltmamsell fürs Abendessen das Haus verließ: Ich hatte einen Tisch im vielfach empfohlenen indischen Restaurant Madam Chutney am Viktualienmarkt reserviert. Wir waren beide sehr gespannt, da wir aushäusig schon lange kein wirklich zufriedenstellendes indisches Essen bekommen hatten.

Zu meiner Überraschung ging es vom Eingang an der Frauenstraße einige Treppen hinunter in einen ebenso überraschend großen und gut besetzten Gastraum – eingerichtet nach dem Thema “Indian Street Kitchen” mit Blechgeschirr und Familienfotos als Deko und damit ganz anders als gewohnte Inder in Deutschland oder England. Wir wurden freundlich versorgt, und die eher übersichtliche Speisekarte (online findet sich nur das Take-away-Angebot) bot sehr Unterschiedliches an – nicht wie sonst in indischen Restaurants üblich acht bis neun Zubereitungsarten lediglich mit verschiedenem Fleisch/Fisch/Tofu.

In einer seltenen Attacke von Vernunft bestellten wir nicht, was Herr Kaltmamsell selbst hervorragend kocht, sondern drei Gerichte, die uns neu waren.

Von links: Naan mit Butter (sehr zäh und wenig saugfähig), ein sahniges Linsen-Curry Dhal Makhani, Paneer in Tomatensauce, Keema Pav – eigentlich eine Vorspeise aus gekochtem Lammhack mit getoasteten indischen Milchbrötchen namens Pav, wie ich sie noch gar nicht kannte. Alles schmeckte sehr gut und fein gewürzt, wir schmeckten einzelne Noten heraus. Dazu tranken wir hausgemachte Limonaden, ebenfalls sehr gut.

Die Atmosphäre fanden wir genau richtig für einen Werktagabend, für ein ausgiebige Nachtmahl zum Wochenend-Feiern wäre es uns hier zu unruhig und laut. Wir kommen wieder.

Daheim passte nur wenig Schokolade als Nachtisch dahinter. Früh ins Bett zum Lesen.

die Kaltmamsell

Journal Dienstag, 25. Juli 2023 – Wider den Waden-Krampf

Mittwoch, 26. Juli 2023 um 6:26

Unruhiger Schlaf nur zum Schluss, als mein Sorgenzentrum aus einem Berufstermin dringend Sorgen basteln wollte, ich aber wach genug war, mit “völliger Blödsinn, der ist Routine, ois easy, gib Ruhe” gegenzuhalten. Klappte mittel, tiefer Schlaf wurde das nicht mehr.

Das Wetter hatte ernsthaft abgekühlt, ich trug lange Ärmel und geschlossene Schuhe, noch aber verzichtete ich auf Jacke (die werde ich erst am Mittwoch brauchen, wenn es höchstens 17 Grad bekommen soll). Auf dem Weg in die Arbeit tröpfelte es leicht, ich umging Nasswerden statt durch Sprung in die U-Bahn auf Höhe Theresienwiese durch schnelleres Gehen.

Emsiger, eher unkoordinierter Vormittag, kurzer Cappuccino in der Nachbar-Cafeteria. Mittagessen war eine Abschieds-Brotzeit im Arbeits-Team, ich aß Brezen, Wurst, Leberkäs.

Nachmittags viel Menschliches (die Abschieds-Brotzeit hatte so viele Menschen in die Büro-Arbeit gelockt wie seit vielen Monaten nichts), dazwischen plötzlicher Gieper auf fertigen Blaubeer-Joghurt, das hatte ich seit Jahren nicht. (Habe ohnehin ein kleines Blaubeer-Problem, weil die riesigen, farb- und nahezu geschmacklosen Zucht-Dinger, die heutzutage ganzjährig verkauft werden, nichts mit den wilden, intensiv blauen und schmeckenden Blaubeeren meiner Kindheits-Spätsommer zu tun haben. Die meine polnische Oma in großen Gläsern mit Zucker einlegte und als Medizin gegen Bauchweh austeilte.)

Immer wieder schwarze Wolken am Himmel, immer wieder Regengüsse. Zu Feierabend zog ich mich um: Schon in Sportkleidung marschierte ich zu meinem Physiotermin. Kurz vor dem nächsten Regenguss traf ich ein. Die Sportkleidung kam dann gar nicht zum Einsatz, denn ich bat um Hilfe bei meinen Wadenproblemen – bei den Schmerzen beim Laufen, bei den nächtlichen Krämpfen. Wieder bekam ich nach gründlicher Beschau mit Bewegen bescheinigt, dass alles in Ordnung sei, die Wadenmuskulatur allerdings unter Daueranspannung stehe, links und rechts unterschiedlich ausgeprägt. Also wurden meine Beine auf verschiedene Weise geknetet und gebogen, ich bekam auch einige wilde Dehnübungen auf und Tipps für Druckgriffe bei nächtlichen Krampf-Attacken.

Daheim gab’s zum Nachtmahl sehr schmutzige Spaghetti.

Hier die Spuren der Sauce aus Tintenfischtinte, Tomaten, Knoblauch, Chilli, Petersilie. Zum Nachtisch frische Feigen, außerdem wundervoll reife Reineclauden (ich war so unvorsichtig, Herrn Kaltmamsell nach dem Preis zu fragen, den er dafür auf dem Viktualienmarkt gezahlt hatte: deutlich zweistellig), wenig Schokolade. Apropos Preis: Selbst ich Gutverdienerin schrecke zurück, wenn ich im Bio-Supermarkt jetzt zur Erntezeit neun Euro für das Kilo rote Paprika zahlen soll. Wie jemand mit wenig Geld kalkulieren muss, mag ich mir kaum vorstellen. (Zum Festhalten, das Blog hier hat ja auch Chronik-Funktion.)

die Kaltmamsell

Journal Montag, 24. Juli 2023 – Unprofessionelles Wetter

Dienstag, 25. Juli 2023 um 6:28

Überraschendes Regengeräusch beim Aufwachen. Das Bearbeiten der Bilder für den gestrigen Blogpost hatte ich aus Müdigkeit vom Vorabend auf den Morgen geschoben – und schon kam ich mit meinem Zeitplan in Verzug. Das Resultat: Zehn Minuten später als sonst im Bürohaus eingestempelt.

Die Regenschauer am Vormittag standen auch nicht in der Wettervorhersage. Mit kühl, windig, durchsetzt von Regenschauern war das Gesamtwetter des Tages weit weg von der Prognose noch am Morgen: Trocken, bis 27 Grad. Es hatte offensichtlich ins Briefing nicht mal reingeschaut! War DAS professionelles Verhalten? Für meinen Mittagscappuccino ging ich deshalb nur zum Nachbarn, ein Spaziergang durchs Westend war nicht attraktiv genug.

Zum Mittagessen gab es ein großes Glas Kichererbsensalat vom Vorabend, mit seinen frischen Kräutern bereitete es mir große Freude.

Nach einem mittelanstrengenden Arbeitsnachmittag eher später Feierabend. In der einen sonnigen Phase des Tages spazierte ich zum Hauptbahnhof, um dann doch mal wieder ein Automatenfoto für mein Langzeit-Projekt aufzunehmen. Diesmal hatte ich Glück: Der Automat nahm meine Münzen, fotografierte, lieferte einen Abzug, hurra! Weiter zum Stachus für Körperlotionkauf beim Body Shop (an dem Haus in Brighton, in dem Anita Roddick 1976 ihren ersten aufmachte, hängt übrigens inzwischen eine offizielle blaue Gedenkplakette).

Zu Hause eine Runde Yoga-Gymnastik mit Jessica Richburg, ging gut.

Als Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell die Roten Bete aus Ernteanteil nach Ottolenghi gebacken mit Ingwer-Erdnussbutter-Sauce – und eine Hälfte zum Vergleich mit Haselnussmus-Sauce. Beides ganz hervorragend.

Zum Nachtisch unsere letzten Erdbeeren der Saison und Schokolade.

§

Gestern ersetzte Twitter – oder wie auch immer Elon Musk seine Plattform jetzt nennt – das Vogel-Logo durch ein X.
Zum Abschied verlinke ich den Thread eines der Schöpfer des Vögelchens über seine Entstehung. (Die Logo-Vorgänger kommen auch drin vor.)

Im Guardian bietet Cartoonist The First Dog on the Moon einen Ratgeber an:
“Twitter is burning, Bluesky is smug. Where is the best place to do your pathetic doomscrolling?”

die Kaltmamsell

Journal Sonntag, 23. Juli 2023 – Bisschen Hochsommerwandern an der Amper

Montag, 24. Juli 2023 um 6:37

Nicht ganz so lang geschlafen, wie ich es nach dem späten Zu-Bett-Gehen gerne gehabt hätte, aber gut.

Ich wachte zu einem sonnigen, milden Morgen auf, Milchkaffee und Bloggen auf dem Balkon. Für den Tag hatte ich Herrn Kaltmamsell eine kleine Wanderung vorgeschlagen, er suchte eine aus einem alten Büchl Wandern mit dem MVV nördlich von München von Röhrmoos nach Dachau heraus.

Vorbereitungen in aller Ruhe und Gemütlichkeit, erst um zwölf verließen wir das Haus und spazierten zum Stachus. Kurzer Brotzeitkauf, dann nahmen wir die S-Bahn nach Röhrmoos. Als wir ausstiegen, war da draußen plötzlich hochsommerliche Hitze, selbst der Wind fühlte sich warm an.

Gleich mal Symbolbild für bayerischen Landtagswahlkampf.

In der Landwirtschaft herrschte Hochbetrieb, es wurde geerntet, wir sahen vor allem Getreideernte und wichen immer wieder Traktoren aus. Auf freiem Feld und im Wald war die Temperatur schon angenehmer, der Wind kühlte.

Mariabrunn. Im Angebot auch “Geweihte Kerzen”.

Der Biergarten von Mariabrunn ist wirklich besonders schön (Parkplatz dazu fast so groß wie das Klostergelände), doch nach nicht mal einer Stunde war es uns zu früh zum Einkehren.

Direkt hinter Mariabrunn eine spektakuläre Aussicht auf München. Ohne Dunst sicher noch spektakulärer.

In Ampermoching sahen wir uns die Kirche aus dem 14. Jahrhundert an, interessanter fand ich allerdings mal wieder die Grabsteine davor.

Jetzt kamen wir endlich an die Amper und wanderten diese nach Süden.

Mündung der Würm in die Amper. Hier machten wir gegen drei Brotzeit, ich frühstückte ein Brot mit Avocado und Mozzarella.

Rapsernte. Den Staub davon hatten wir schon von Weitem als Wolke über der Amper gesehen.

Der nächste Weg-Abschnitt direkt am Fluss war eher abenteuerlich und sah nicht sehr genutzt aus – manchmal hat es Folgen, nach einem 20 Jahre alten Buch zu wandern.

Aber wir schafften es nach Dachau und dort durch den Ort auch zur S-Bahn, waren etwa 13 Kilometer in dreieinhalb Stunden gegangen.

Mittlerweile war der Himmel wie angekündigt zugezogen, daheim las ich auf dem Balkon gemütlich die Wochenend-Süddeutsche. Es war auch noch Zeit für eine Runde Yoga-Gymnastik, diesmal wieder mit Jessica Richburg.

Als Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell einen Kichererbsensalat mit Stangensellerie und Kräutern (hervorragend), dazu Grünkern-Bratlinge (gut) und auf meinen Wunsch Bratwurst. Zum Nachtisch gab’s bread pudding mit Vanilleeis, dann Schokolade.

Arbeitstag vorbereiten, Wohnung für Einsatz Putzmann zurechträumen.

die Kaltmamsell

Journal Samstag, 22. Juli 2023 – Der rosa Cowboy-Hut. Mit Glitzer. Und Federn.

Sonntag, 23. Juli 2023 um 10:35

Nicht so gut geschlafen, weil ich nachts mehrfach Beinkrämpfe bekam, wenn ich mich streckte (dass ich mehrfach nachts das Bedürfnis hatte, meine Beine zu strecken, ist aber auch nicht normal).

Zu einem frischen und bewölkten Morgen aufgewacht. Die Wettervorhersage verhieß aber Sonnenschein im Lauf des Vormittags, ich hielt an meinen Schwimmplänen fest. Recht früh spazierte ich über Alten Südfriedhof und Isar zum Schyrenbad, war noch deutlich vor zehn im Wasser.

Doch schon als ich mich vom Beckenrand in dieses ließ, merkte ich: zu kalt, auch wenn es nicht ganz so kalt war wie im Energie-sparenden Vorjahr. Zwar schwamm ich wirklich fröhlich los, rechnete aber jederzeit mit Frieren. Besonders flottes Tempo konnte das nicht verhindern, mit Zähnezusammenbeißen und dem guten Zureden, dass das ja jetzt nur das eine Mal war, schaffte ich 2.700 Meter, dann musste ich meine Raspel-taugliche Gänsehaut und die gefühlten blauen Lippen aus dem Becken schaffen (ich brauchte die Leiter, für ein Hochziehen über Beckenrand schlotterte ich zu sehr). Es dauerte lange, bis ich mit heißer Dusche und dann auf der Liegewiese in der Sonne wieder aufgewärmt war. Das ist sehr schade, denn damit zerstob auch meine Hoffnung, in den nächsten Sommerwochen mal nach der Arbeit für eine Schwimmrunde hierher zu radeln.

Ein paar Lebensmittel-Einkäufe auf dem sonnigen und milden Weg zurück, daheim gab’s zum Frühstück Weißbrot mit den Antipasti vom Vorabend sowie richtig gute Kirschen.

Jetzt startete das eigentliche Programm des Tages und die eigentliche Geschichte: Vor vielen Monaten erreichte mich aus dem Freundeskreis Bloggen die Einladung zum großen gestrigen Fest “Last Night of the Goths”, gefeiert im Tonwerk Dorfen. Um entsprechende Kleidung wurde gebeten. Dass ich Mottoparties besonders mag, erwähnte ich bereits; das liegt daran, dass ich mich gerne verkleide (deshalb bin ich auch große Freundin des Münchner Faschings – BÄLLE! -, bloß dass der mir zeitlich jedes Jahr wieder ungelegen kommt).

In England gibt es Läden für Party-Ausstattung in vielen Geschmacksrichtungen; als ich in Brighton an solch einem vorbeikam, nutzte ich ihn als Inspiration für das Goth-Fest. Ergebnis: Ich würde als Goth Barbie auftreten. Zentrales Element der Verkleidung war ein sensationeller rosa Cowboy-Hut mit Glitzer und Federn.

Doch den musste ich ja auch zerstörungsfrei nach Deutschland schaffen. Sicherste Transport-Variante: Auf meinem Kopf. Auf der Rückreise sah ich also so aus.

(Spiegel-Selfie auf einem Klo des Flughafens London Heathrow.)
Und was soll ich sagen: Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viele Komplimente an einem Tag bekommen wie damit. Als ich am Flughafen erstmal an einem Costa Cappuccino für uns kaufte, begeisterte sich der Barista sofort für den Hut, wir tauschten in Smalltalk Woher und Wohin aus, zu den Cappuccinos schob er mir dann ein Stück Karottenkuchen rüber: “That’s on me.”

Auf allen Wegen durch den Flughafen begleiteten mich fröhliche Blicke, erfreute Bemerkungen: “Love your hat!” Ich musste an all die attraktiven Frauen denken, die verletzt darauf hinweisen, über 50 würden sie unsichtbar – es gibt ein Gegenmittel! Sogar als ich das rosa Trumm mit Glitzer und Federn in München beim Aussteigen aus dem Flugzeug in der Hand trug, leuchteten die Augen der drei draußen wartenden Service-Herren auf, und einer rief: “Wow, toller Hut!”

Na gut, in Wahrheit hat also der Hut die Komplimente bekommen, nicht ich. Aber den Kuchen bekam ICH spendiert! Und das ist es doch, was wir Frauen wirklich wollen: Kuchen.

Zur Komplettierung der Goth Barbie hatte ich im englischen Party-Laden einen rosa Tutu und ein rosa Kunstbast-Röckchen gekauft, in München pinke Sandaletten sowie Lidschatten in Glitzerpink. Gestern komplettierte ich das mit rosa Oberteil, fuchsia Laufhose, der Tutu erwies sich als eher lahm, ich entschied mich für das Bast-Röckerl.

Ich war mit dem Ergebnis zufrieden. (Über meine eigene Barbie-Vergangenheit als Kind schreibe ich noch, vorab: Ja, es gab eine intensive. Meine war die Zuckerfee-Barbie.)

Die Party-Location war optimal ans Bahnnetz angebunden, der Zug nach MarktoberdorfMühldorf brachte mich nach Dorfen – schon recht früh, den losgefeiert wurde um fünf. Schon am Bahnsteig fiel im sommerlichsten Sonnenlicht das Grüppchen in Tiefschwarz auf.

Party-Location gleich ums Eck vom Bahnhof Dorfen. Und dort verbrachte ich ein paar wundervolle Stunden. Es war so schön, alte Bekannte wiederzusehen – teilweise, wie wir feststellten, nach Jahren, weil Pandemie. Doch ich lernte auch neue Leute kennen, großartigerweise kam ich in den Party-Modus, den ich eigentlich verloren glaubte, der mich Unbekannte aus echtem Interesse schlicht mit: “Dich kenne ich noch nicht. Wer bist denn du?” ansprechen ließ.

Die Gäste kamen aufs Herrlichste aufgebrezelt, ich sah atemberaubende Kleider an Herren und Damen, wunderschönen Schmuck, beeindruckendes Make-up.

Die beiden Gastgeberinnen (später trat noch eine Band auf).

Der supernette und aufmerksame Service bot gefährlich süffige Drinks an (ich blieb beim Basil Smash, den ich ab der Hälfte jeweils mit Sprudelwasser aufgoss), bald ein reichhaltiges Grill-Buffet mit Fleisch, Fisch, Vegetarischem, Veganem, viel Gemüse, Salaten dazu.

Neuerlicher Auftritt der Gastgeberinnen: Nach dem Verschicken des Save-the-date sei die häufigste Frage gewesen, ob sie heirateten. Das sei zwar nicht der Anlass, doch eines der klassischen Elemente von Hochzeiten wollten sie unbedingt auch.

Torte.
Das war der zentrale Nachtisch, und er schmeckte sensationell. Ich nahm mir ein Stück der obersten Ebene, Schoko-Buttercreme, und eines von der untersten, Quark-Beeren – ausgesprochen köstlich. Schon das war eigentlich zu viel, die mittlere Ebene, von der Koster*innen als Zitronentorte berichteten, musste ich auslassen.

Ein weiteres Bild meines Huts auf instagram.

Auch wenn für Mitternacht eine Überraschung angekündigt war, nutzte ich den letzten Zug zurück nach München schon vorher und schaukelte samt Hut nach Hause – müde-fröhlich und vor allem erfreut, dass ich also doch noch Spaß mit mehr als ganz wenigen Menschen haben kann.

Nachtrag: Mehr Fotos!

§

Hier hat’s schon zu lange keine Tanzfilmchen mehr gegeben. Deshalb heute: Long board dancing von @valeriya_gogunskaya.

via @hotelmama

die Kaltmamsell

Journal Freitag, 21. Juli 2023 – Endspurt zum Wochenende mit Installateursaufregung

Samstag, 22. Juli 2023 um 8:21

Verschlafen. Das war mir zuletzt (*checkt Blog*) vor zwei Jahren passiert – aus demselben Grund: Ich hatte vergessen, meinen Wecker zu stellen. (Da ich meine Weckzeit immer wieder um ein paar Minuten hin- oder herschiebe, habe ich keine automatische Wiederholung eingestellt.) Zum Glück steht Herr Kaltmamsell auch in seinem Sabbatical früh auf, er weckte mich rechtzeitig. Vor lauter Verschlafen-Wiederreinholen kam ich so früh los wie die ganze Woche nicht. Kühle Luft, gemischter Himmel.

Vormittags ordentlich was weggeschafft, Mittagscappuccino in der Nachbar-Cafeteria, mein Mittagessen bestand aus Quark mit Joghurt, ein paar Pflaumen und Flachpfirsichen.

Aus der Büro-Ferne verfolgte ich einen Installateurs-Einsatz in unserer Wohnung: In der Küche war das Wasser seit einiger Zeit nicht mehr richtig abgeflossen, stieg auch bei Nutzung von Wasch- und Geschirrspülmaschine durch den Waschbecken-Abfluss nach oben. Alles deutete auf eine Verstopfung im dahinterliegenden Rohr, für deren Beseitigung lieber ein Experte sorgte. Herr Kaltmamsell organisierte und beaufsichtigte (in Abstimmung mit der Hausverwaltung) und tickerte live die Entwicklungen. Es gab eine Extrarunde, weil Verstopfungsbeseitigungs-Installateur den Siphon nicht mehr zusammenbekam (ob er den Tipp gebraucht hätte: “Beim Auseinanderbauen vielleicht von jedem Schritt ein Foto machen, damit man’s auch wieder zusammenkriegt”?), das richtete später sein zusätzlich georderter Kollege. Bis dahin befürchteten wir, übers Wochenende die Küchenspüle nicht nutzen zu können, merkten uns für die Zukunft: Solche Aktionen nie am Freitag.

Ein nachmittäglicher Blick in meinen Kalender erinnerte mich an einen belastenden Arbeitstermin Montagnachmittag, schon verdunkelte sich meine Stimmung. Hätte ich ihn nicht gestern gesehen, hätte er mich sehr wahrscheinlich Montagmorgen mit einem dumpfen Hieb in den Bauch überrascht. Zum ersten Mal aber fragte ich mich: Was von beidem empfinde ich eigentlich als weniger schlimm? Ein mittelgraues Wölkchen überm Gemüt für drei Tage oder diesen Überraschungshieb?

Aufgeregte Vorfreude auf ein lange angekündigtes und vorbereitetes Fest am Samstag – erwarten Sie Fotos! Ich habe mich in einem Party-Shop in Brighton (sowas kenne ich in Deutschland gar nicht) dafür eingekleidet und musste Teile davon aus Transportgründen im Flugzeug tragen.

Zu Feierabend wurde der Himmel nochmal ganz düster, es kündigte sich ein zweites Gewitter nach dem gegen 15 Uhr an. Ich steckte meinen Notfall-Schirm ein und schaffte es gerade noch in den schützenden Biosupermarkt Vollcorner, bevor ein heftiger Gewitterregen herabstürzte. Nach meinen Einkäufen musste ich eine Weile warten, zwischen einem halben Dutzend Kund*innen in derselben Situation, bis sich der Regen auf ein Schirm-kompatibles Maß beruhigt hatte. Allerdings hatte ich dann keine Lust mehr, an Standeln oder beim Eataly nach gutem Obst zu suchen und ging direkt heim.

Zu Hause nochmal die Yoga-Gymnastik vom Vortag, tat sehr gut. Dann war endlich richtig Wochenende.

Erster Aperol Spritz der Saison. Ich hatte mich sehr auf Alkohol gefreut, das erste Glas war schnell geleert.

Herr Kaltmamsell schaffte es, angetrunken das Abendessen zu finalisieren und zu servieren.

Es gab auf einem Tellerchen Antipasti: Zucchini und Auberginen aus Ernteanteil mit Knoblauch, ein wenig Chilli und frischem Oregano aus Ernteanteil, serviert auf einem Spiegel aus Haselnussmus – das Mus inspiriert von einem Teller, den wir in Brighton bekommen hatten. Das Haselnussmus schmeckte hervorragend, doch so intensiv, dass es den zarten Geschmack des Gemüses überdeckt. Wir werden weiter experimentieren. Außerdem gab es Freitags-typisches Entrecôte mit gebratenem Rote-Bete-Grün (Sie erinnern sich: Ist botanisch dieselbe Pflanze wie Mangold). Sehr gutes Essen.
Zum Nachtisch Schokolade.

Am Wochenende darf man bekanntlich noch früher ins Bett als sonst, wir waren beide so müde, dass wir das taten.

Ich hatte mich noch nicht umgewöhnt von Hitzeaussperren zu Kälteregulierung in der Wohnung, musste für Entscheidungen zu Fensteröffnen sehr nachdenken.

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Bov Bjerg hat einen weiteren Roman geschrieben, hurra, er ist ab Ende August erhältlich: Der Vorweiner. Die Zusammenfassung der Handlung liest sich vielversprechend, genau meine Kragenweite nicht-realistisches Erzählen. Und doch möchte ich die Marketing-Abteilung von Ullstein gerne schmerzhaft zwicken für den Klappentext und seine Formulierungen wie “kühner Wurf” (will heißen: “Er wollte einfach nicht auf uns hören und wir wissen nicht, ob’s dafür überhaupt ein Publikum gibt”?) oder gar “preiswürdiges Erzählkunstwerk” (will heißen: “Hoffentlich gefällt’s wenigstens irgendeiner prätentiösen Jury”?).

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Vor zehn Jahren ist Wolfgang Herrndorf gestorben. Dieses rare Interview mit seiner Frau Carola Wimmer (“C.”) im Süddeutschen Magazin erinnert mich daran, wie tief das Lesen seines Blogs “Arbeit und Struktur” mir damals ging (€):
“‘Alles, was Wolfgang gemacht hat, hat er sehr radikal gemacht'”.

die Kaltmamsell

Journal Donnerstag, 20. Juli 2023 – Langweilig, brauchen’S nicht lesen

Freitag, 21. Juli 2023 um 6:43

Eine unruhige Nacht, in der mich böse Kopfschmerzen plagten, als sei ich mit dem Gesicht gegen eine Wand gerannt. Nur dass ich nie genug aufwachte, um eine Tablette dagegen zu nehmen. Beim Weckerklingeln aktivierte sich der Mechanismus, der seit Migräne bei allen Kopfschmerzen gerne mal Übelkeit zuschaltet. Dabei hatte ich stressige Träume, die zum Teil in England spielten, und zwar im heruntergekommenen 1980/90er-England, ich war wieder für irgendwas Organisatorisches verantwortlich.

Nach dem Aufstehen half eine Ibu ziemlich schnell gegen das Kopfweh, noch ein Glück. Draußen war es düster und kühl, so kühl, dass ich Kleidung umplante. Auf dem Marsch in die Arbeit dachte ich an genau dieses Wetter während unseres Wanderurlaubs zurück.

Emsiger Vormittag inklusive Besprechungen. Beim Korrekturlesen eine Menge gelernt, nämlich über Materialien und Qualitätssicherung in der Automobilproduktion.

Mittags ging ich für Einkäufe auf den Markt am Georg-Freundorfer-Platz, besorgte Fassbutter und Käse. Am Himmel gemischte Wolken, unten perfekte Temperatur für ohne Jacke. Mittagessen war später am Schreibtisch Vollkornbrot mit Butter (super), außerdem Pflaumen und Flachpfirsich (so lala).

Nachmittags mehr Arbeit, mehr Termine – ein Arbeitstag halt, was erwarten Sie.

Nach Feierabend ging ich auf direktem Weg nach Hause, derzeit und bis auf Weiteres unter Umgehung der Theresienwiese, weil dort die Brauerei-Kathedralen fürs Oktoberfest aufgebaut werden.

Daheim turnte ich die Abschlussfolge 30 von Adrienes Programm Move, mein bislang liebstes Programm, von dem ich bei diesem Durchgang jede Folge mindestens zweimal gemacht hatte. Abschlussfolge heißt aber immer: Keine Ansagen, nur Hingucken. Ging gestern überraschend gut, auch der Balance-Teil.

Der erste Ernteanteil nach Urlaub, hatte ich sehr vermisst. Aus dem Kopfsalat und einer Gurke machte ich mit Knoblauch-Joghurt-Dressing Salat, außerdem gab’s Käse. Nachtisch Schokolade.

Sehr früh ins Bett, um noch viel Zeit zum Lesen zu haben: Josef Bierbichlers Mittelreich gefällt mir auch so gut, wie alle sagen. Irritiert bin ich nur über die Schriftart: Ich habe “Verlagsschrift” voreingestellt, und die ist hier kursiv – kann sich nur um einen technischen Fehler handeln. Anfangs ging ich lange davon aus, dass ich eine Vorrede oder Rahmenhandlung las, denn – Typografie hat immer auch Bedeutung – die wird üblicherweise durch eine andere Schriftart oder Kursivsetzung gekennzeichnet. Jetzt aber habe ich die Hälfte des Romans gelesen und die Schrift ist immer noch kursiv.
Nachtrag: Ich habe den Roman zum Gegencheck im Browser aufgerufen statt auf meinem Smartphone – auch hier erscheint der Text kursiv. Hat jemand von Ihnen die Papierausgabe zur Hand? Würden Sie bitte nachsehen, ob auch darin der Text kursiv gesetzt ist und mir Bescheid geben? Danke!

die Kaltmamsell